[project log] Johannes' Lesenotizen

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Kommentare

  • bearbeitet Februar 2021

    Meine minimalistische Bibliothek

    Ich habe eine Freundin, die liest sehr viel, doch sie besitzt nur wenige Bücher. Sie hat immer die örtliche Bibliothek benutzt und Bücher mit anderen geteilt. Für mich ist das schwer zu verstehen, weil mir eine eigene große und vielfältige Bibliothek seit meiner Kindheit erstrebenswert erscheint. Doch im Zuge meines Bestrebens, mir dieses Jahr keine neuen Bücher zu kaufen, habe ich mich mit der Einstellung dieser Freundin näher auseinander gesetzt. Sie besitzt nur jene Bücher, die sie immer und immer wieder lesen will - sozusagen ihre Herzstücke. Das sind nicht unbedingt die besten Bücher, aber die wichtigsten. Den Rest leiht sie aus, tauscht, gibt weiter.

    Daraufhin habe ich ein Gedankenexperiment gemacht: "Dürfte ich nur 15 Bücher in meiner Bibliothek haben, welche wären es?"

    • Dragt, T. (1998). Der Brief für den König. Weinheim: Beltz & Gelberg.
    • McBratney, S. & Jeram, A. (1994). Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Frankfurt a.M.: Sauerländer.
    • Rothfuss, P. (2008). Der Name des Windes. Stuttgart: Hobbit Presse Klett-Cotta.
    • Rothfuss, P. (2011). Die Furcht des Weisen. Stuttgart: Hobbit Presse Klett-Cotta.
    • Odell, J. (2019). How to Do Nothing. Resisting the Attention Economy. New York: Melville House Publishing.
    • Newport, C. C. (2016). Deep Work. Rules for Focused Success In A Distracted World. London: Piatkus.
    • Seneca, L. A. (2010). Von der Seelenruhe. Köln: Anaconda.
    • Beevor, A. (2016). Der Zweite Weltkrieg. München: C. Bertelsmann.
    • Newport, C. C. (2012). So Good They Can't Ignore You. Why Skills Trump Passion in the Quest for Work You Love. London: Piatkus.
    • Manson, M. (2016). The Subtle Art of Not Giving A Fuck. New York: HarperOne.
    • Frankl, V. E. (2009). ...trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. München: Kösel-Verlag.
    • Tolstoi, L. (2010). Krieg und Frieden. München: Carl Hanser Verlag.
    • Preußler, O. (2009). Krabat. Stuttgart: Thienemann.
    • Craven, M. (2014). Ich hörte die Eule, sie rief meinen Namen. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
    • Coelho, P. (1996). Der Alchimist. Zürich: Diogenes.

    Edit: Nachdem ich die Gelegenheit genutzt habe, meine Bibliothek zu sortieren, ist mir noch ein Buch in die Hände gefallen, dessen Existenz für mich so selbstverständlich ist, dass ich es in dieser Liste übergangen habe: Die Bibel.

  • Ich bin natürlich empört, dass R&A nicht auf der Liste ist. :D

    Aber eben heute habe ich die drei Punkte abgetippt, auf die ich bei meinem Büchern achte:

    1. Referenzmaterial für mein Schreiben (Beispiele: Charakter/Helden aus Comics. Ikonographie/Symbole. Enzyklopädien. Bestiarien für Fantasie oder Tierlexika, Bibel usw.)
    2. Bücher zum Ausleihen. (Etwas verleihen können, finde ich wichtig. Geht ja nicht nur um mich)
    3. Bücher zum Wiederlesen. (Unmissverständlich)

    Zur Bibliothek gehören für mich aber auch viele nichtgelesene Bücher. Ob ich diese dann behalte, hängt dann von den obigen drei Aspekten ab.

  • @Sascha R&A ist eines der Bücher, die ich am meisten empfohlen, verschenkt und ausgeliehen habe. Aber für selbst mich war wenig neues drin. Es ist eben eine Einführung. :smile:

    Meine Punkte sind auch Wiederlesen und Referenz, aber auch emotionale Bindung und Schönheit des Buches.

  • bearbeitet Februar 2021

    Hydrotherapie

    Davies, F. & Davies, J. (2020). Hydrotherapy. Overcoming a life changing illness through wild swimming. Abgerufen unter: youtu.be/9Oe5Qnip9Bs.

    Scott, J. J. (2017). Tonic of the Sea - Wild Swimming mini documentary. Abgerufen unter: youtu.be/lvViuv0vIKU.

    Du fröstelst, hast ein bisschen Angst sogar, wenn du vor dem dunklen kalten Wasser stehst. Du musst nicht hinein, du könntest auch wieder gehen, geht es dir durch den Kopf. Doch langsam gehst du hinein. Unaufhaltsam. Dein Herz macht einen Satz und du atmest tief ein. Du tauchst hinein. Dein Bewusstsein windet sich, weiß erst nicht wohin. Doch dann bist du ganz da. Mit einem Schlag. Nur im Hier und Jetzt. Diese Erfahrung ist ein Geschenk - wenn man es annimmt.

    Vielleicht kennst du solche Momente. Mein bescheidener Versuch, den Moment zu beschreiben, wenn ich in kaltes Wasser gehe, kann nicht in Worte fassen, was da wirklich passiert. Es ist magisch. Es ist das reine Leben - extrahiert und in eine Flasche gefüllt, aus der jedem ein Schluck gebührt, der den Mut hat, den ersten Moment der Unsicherheit zu überwinden.

    Im Alltag geht mir der Wert des kalten Wassers manchmal verloren. Der Moment erscheint mir dann nicht heilig, sondern als lästige Pflicht. Dann bringe ich es hinter mich. Aber ich lasse mich nicht darauf ein. Dann wird die Kälte mein Gegner - dabei ist sie eigentlich mein Freund, mein Heiler, ein Weg zu Gott. Wenn ich es zulasse.

    The cold is an absolute doorway to the soul. --Wim Hof

    Abhängig von meiner Einstellung wird das kalte Wasser entweder zur Pflicht oder zum heiligen Ritual. Diese Erkenntnis veränderte mein Verhältnis zur Kälte vor einigen Jahren grundlegend. Sie begann in mir zu reifen, als Wim Hof etwas ähnliches sagte wie: "Du musst die Kälte zulassen." Man solle sich nicht wehren. Nur atmen. Und dann - paradoxerweise - ist die Kälte kein aversives Erlebnis mehr. Und nicht nur das: Sie wird sogar zu etwas Heiligem.

    Nimm es als Vergnügen und es ist Vergnügen. Nimm es als Qual und es ist Qual. -- Indische Volksweisheit

    Ein unabhängiges, ruhiges und positives Bewusstsein zu kultivieren ist eine Sinntechnik. Wer die Kälte als Lehrmeister akzeptiert, kann von ihr diese Lektion lernen und auf andere Lebensbereiche übertragen. Es ist eine Frage der Aufmerksamkeit, die darüber entscheidet, wie wir durchs Leben gehen. Ob unser Leben beudetungsvoll erscheint. Beziehungsweise das, was uns auf unserem Lebensweg begegnet.

    Attention creates meaning. -- Johannes Himstedt

    Was das Wasser uns lehren kann geht aber darüber hinaus - denn es führt uns nicht nur in den Augenblick, sondern auch zurück in die Natur. Das Wasser zeigt uns einen Weg zu unserer Natur als Teil der Natur. Man mag empirisch begründen, warum kaltes Wasser gut tut, und all diese Begründungen haben ihren Platz. Doch für mich zählt nur die Praxis.

    Hydrotherapie nennt man die Wasserheilkunde auch. Sie wird als Teil der Physiotherapie praktiziert und umfasst alle Anwendungen von Wasser zu Zwecken der Heilung, Stabilisation von Körperfunktionen, Rehabilitation, und Regeneration. Meine These ist, dass die Wirkung der Hydrotherapie weit darüber heinausgeht.

    Hydrotherapie scheint eine heilende Kraft für die Zivilisationserkrankungen der Seele des modernen Menschen zu sein. Das berichtet Wim Hof von sich selbst und seinen Schülern. Und das berichten auch Laura Owen Sanderson und Katie Maggs.

    Natur befriedigt das Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität. --Sascha Fast (1)

    Laura O. Sanderson wurde Fibromyalgie diagnostiziert. Doch zusätzlich beschreibt sie, ebenso wie Katie Maggs, ein bedeutungslos klingendes Leben. Überarbeitung an sinnlosen Projekten, Zukunftsängste, Erschöpfung. Ich kenne die beiden Frauen nicht, und ich hoffe sie verzeihen mir, wenn ich an dieser Stelle ein Stereotyp über sie stülpe, um meinen Argument zu machen. Es ist das Stereotyp des an der Moderne erkrankten Menschen, der derart unter der Bedeutungslosigkeit leidet, dass seine Seele erkrankt und sein Körper nach Ruhe schreit.

    Beide Frauen berichten in den Mini-Dokumentationen Hydrotherapy und Tonic of the Sea von den Auswirkungen ihrer Bäder im kalten Wasser auf ihre Seele.Draußen im Wasser, bei jeden Wetter - gut für Körper und Seele. Für ihren Körper war das kalte Wasser eine Wohltat, sagt Sanderson. Die Entzündungen in ihren Gelenken ging zurück. Doch was sie anschließend beschreibt, geht weit darüber hinaus. Sie redet von Erfahrungen des Jetzt, von spirituellen Momenten. Wie sie darüber spricht und welche Bilder dazu gezeigt werden, berührt mich, und ich bekomme Sehnsucht nach dem kalten Wasser. Nach dem Wald, den Bergen.

    Swimming on my own was a release and it was the only time I could process and connect with the moment and think about I was lucky to be alive I was still here I was still breathing. And I could fully appreciate being in nature. It's almost like rewilding yourself and remembering as humans we're not meant to be in these concrete jungles. Swimming in nature strips back and simplifies the material world, stops my mind wandering. I can focus my breath. Stops me worrying about things that don't matter and it allows me to be present in that moment. --Laura O. Sanderson

    In England ist aus dem Schwimmen in der Natur eine kleine Bewegung geworden.(2) Zusammen mit meiner beruflichen Auseinandersetzung mit kaltem Wasser inspirieren mich die Filmaufnahmen, dieses Jahr in verschiedenen Wassern zu schwimmen. Und die Kälte als das Geschenk zu sehen, das sie für mich ist. Jeden Tag ein kleiner spiritueller Moment - und wenn es nur unter der kalten Dusche ist.

    I'd started seeking out different types of water so lakes rivers waterfalls. Any body of water that come across I would swim in. --Laura O. Sanderson



    1. Fast, S. (2017). Lebenswandel. Reflexion & Analyse. Bielefeld: me-improved.de, S.110 ↩︎

    2. outdoorswimmingsociety.com/ ↩︎

  • @Johannes schrieb:

    Davies, F. & Davies, J. (2020). Hydrotherapy. Overcoming a life changing illness through wild swimming. Abgerufen unter: youtu.be/9Oe5Qnip9Bs.

    Scott, J. J. (2017). Tonic of the Sea - Wild Swimming mini documentary. Abgerufen unter: youtu.be/lvViuv0vIKU.

    ........

    Abhängig von meiner Einstellung wird das kalte Wasser entweder zur Pflicht oder zum heiligen Ritual. Diese Erkenntnis veränderte mein Verhältnis zur Kälte vor einigen Jahren grundlegend. Sie begann in mir zu reifen, als Wim Hof etwas ähnliches sagte wie: "Du musst die Kälte zulassen." Man solle sich nicht wehren. Nur atmen. Und dann - paradoxerweise - ist die Kälte kein aversives Erlebnis mehr. Und nicht nur das: Sie wird sogar zu etwas Heiligem.

    Nimm es als Vergnügen und es ist Vergnügen. Nimm es als Qual und es ist Qual. -- Indische Volksweisheit

    Ein unabhängiges, ruhiges und positives Bewusstsein zu kultivieren ist eine Sinntechnik. Wer die Kälte als Lehrmeister akzeptiert, kann von ihr diese Lektion lernen und auf andere Lebensbereiche übertragen. Es ist eine Frage der Aufmerksamkeit, die darüber entscheidet, wie wir durchs Leben gehen. Ob unser Leben beudetungsvoll erscheint. Beziehungsweise das, was uns auf unserem Lebensweg begegnet.

    .....

    Tatsächlich mir das mit der Qual und dem Vergnügen auch vor ein paar Wochen konkret an meinem Studium während der Klausurenphase ("Ich muss Lernen war viel präsenter als du darfst Lernen, du hast viele gute Gründe für diese Entscheidung gehabt.") aufgefallen.
    Danke das du es nochmal in einen größeren Kontext mit der Sinntechnik gepackt hast :smile: .

  • @TylerDurden Gutes Beispiel! Lernen und Bildung ist ein Privileg. Danke für deine Antwort.

  • bearbeitet Februar 2021

    3 Lektionen aus Reflexion & Analyse von Sascha Fast

    Fast, S. (2017). Lebenswandel. Reflexion & Analyse. Bielefeld: me-improved.de

    Neulich habe ich ein Gedankenexperiment gemacht.(1) Was wäre, wenn ich nur 15 Bücher in meiner Bibliothek haben dürfte? Welche Bücher würden zum jetzigen Zeitpunkt darin zu finden sein? Reflexion & Analyse war nicht dabei. Sehr zu @Sascha s Enttäuschung:

    Ich bin natürlich empört, dass R&A nicht auf der Liste ist. :D

    Daraufhin schrieb ich:

    @Sascha R&A ist eines der Bücher, die ich am meisten empfohlen, verschenkt und ausgeliehen habe. Aber für selbst mich war wenig neues drin. Es ist eben eine Einführung. :smile:

    Dieser kurze Wortwechsel hat mich veranlasst, ein weiteres Gedankenexperiment zu unternehmen. Diesmal ist es eine Reflexion: Was ist hängen geblieben, knapp 4 Jahre, nachdem ich R&A zum ersten Mal gelesen habe? Was hat mich nachhaltig beeinflusst? Es sind vor allem drei Dinge: Wie viel Gemüse ich esse. Mein Verständnis von Ruhe. Und meine Einstellung zu Aufgaben.

    Zunächst interessiert mich, was ich über R&A dachte, als ich es das erste Mal gelesen habe. Wie ich gerade festgestellt habe, ist meine Rezension auf amazon.de merkwürdigerweise verschwunden. Deshalb muss ich in den Archiven meines alten Rechners kramen. Hoffentlich finde ich den Text. Gebt mir eine Minute für's Suchen.

    So. Gefunden. Glück gehabt.

    Über unseren Lebenswandel – also gewissermaßen das Stützgerüst unseres täglichen Lebens –
    machen wir uns selten Gedanken, dabei ist er fundamental. Mit Reflexion und Analyse des
    Lebenswandels gelingt Sascha Fast eine ganzheitliche Einleitung in dieses wichtige Thema. Wieso
    der Lebenswandel unsere Aufmerksamkeit verdient, zeigt Sascha Fast, in dem er die Kategorien des
    Lebenswandels behandelt und dann mit unserer Robustheit und Gesundheit verbindet. Durch dieses
    Buch kann jeder etwas lernen; es ist für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.
    Für mich waren die Kapitel zu den Kategorien der Ruhe und der Kognition besonders wichtig. Ich
    hatte angenommen, dass dies meine Paradedisziplinen seien – und wurde eines besseren belehrt: Es
    waren meine größten Schwachstellen. Mich hat das Buch an den richtigen Stellen zur
    Selbsterforschung ermutigt. Dies ist das Besondere an Reflexion und Analyse des Lebenswandels:
    Es liefert eine auf den Leser zugeschnittene Anleitung für die Praxis. Man kann dieses Buch nicht
    lesen, ohne ins Handeln zu kommen. --Ich, September 2017

    Scheinbar hatte ich damals den richtigen Riecher: Die Kapitel über Ruhe und Kognition haben mich nachhaltig beeinflusst. Seit der ersten Lektüre bin ich oft zu ihnen zurückgekehrt und habe sie über die Jahre mehrfach gelesen.

    Kognition und Ruhe sind die beiden Kategorien meines Lebenswandels, die mir bis heute die meiste Mühe bereiten. Das liegt in meiner Natur. Doch bis zu R&A war ich mir dessen nicht bewusst! Das mag paradox klingen, aber wer mich kennt, würde verstehen: Meine größte Stärke ist gleichzeitig meine größte Verwundbarkeit. Ich brauche Ruhe, doch bin ruhelos, getrieben. Ich habe einen Verstand, der oft wacher ist, als ihm gut tut. Doch genug davon. Welche Stellen von R&A sind es nun also, die mich über die Jahre begleiten? Fangen wir mit der langweilistgen an: Der Stelle über Gemüse.

    Blättern wir also zur Kategorie "Ernährung"? Witzigerweise nicht. Die betreffende Stelle ist im Kapitel über Kognition. Genauer gesagt auf S.224. Dort steht geschrieben:

    Einem Leiter eines Fitnessstudios habe ich mal empfohlen, dass er jeden Tag etwa ein Kilo Gemüse essen sollte. Das wäre die Menge, die nötig wäre, um seinen Bedarf zu decken. [...] Ich habe ihm die Zusage abgerungen, dass er es nur eine Woche ausprobiert, abends oder morgens ein Kilo rohes Gemüse zu schneiden. Das Resultat war, dass er begeistert von der Einfachheit des Schritts war. Einen riesigen Anteil der Ernährung hat er durch fünf Minuten Zeiteinsatz in den Griff bekommen. Sein Energielevel stieg natürlich, denn endlich hatte er diverse Lücken in seiner Nährstoffversorgung geschlossen.

    Ich habe das gelesen und war von der Einfachheit dieses Schrittes nicht begeistert. Denn ich stehe seit je her für meine einfache und praktische Herangehensweise an Training, Ernährung und eigentlich auch alles andere. Um das zu verdeutlichen: Einem Philosophen und Personal-Trainer habe ich einmal den Tipp gegeben, das Gemüse einfach beim Kochen nebenbei zu essen. So spare man sich die Schnippelei. Das Resultat war, dass er begeistert von der Einfachheit des Schritts war. Und folgendes Video aufnahm, in dem er sich 30 Sekunden fragte, von wem er den Tipp überhaupt hatte:

    Salat kann man einfach so essen

    Ja, lieber @Sascha , der Tipp war von mir. Jetzt, nach all der Zeit, weißt du endlich bescheid.

    Es war also nicht die Einfachheit, die mich überzeugte. Stattdessen blieb mir diese Anekdote im Kopf, weil die Menge so hoch war. Ein Kilo rohes Gemüse ist recht viel Kauarbeit. Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Gemüse brauche. Vorher habe ich mal an einer Möhre geknabbert und dachte, ich äße viel Gemüse (vielleicht 300g). Dem war offenbar nicht so. Seitdem esse ich (fast) jeden Tag ein Kilo Gemüse, davon mindestens die Hälfte roh. (An schlechten Tagen besteht die andere Hälfte aus TK-Brokk - don't judge me.) Auch bei mir hat diese Gewohnheit diverse Lücken in der Mikronährstoff-Versorgung geschlossen. Das hat mich Zeiten extremer Belastung weit getragen. Danke dafür.

    Wie James Clear sagt, erleichtern folgende vier Komponenten den Aufbau einer nachhaltigen Veränderung des Verhaltens: 1) Es muss offensichtlich sein. 2) Es muss attraktiv sein. 3) Es muss leicht sein. 4) Es muss befriedigend sein.(2)

    Alle vier Komponenten treffen auf diese Gewohnheit zu. Es ist offensichtlich: Ich lagere das Gemüse bewusst nicht im Gemüsefach unten im Kühlschrank, sondern auf Augenhöhe. Am Abend zuvor lege ich die Tagesportion raus, sodass ich morgens nicht anders kann, als darüber zu stolpern. (Übrigens wird man nebenbei auch stark, weil man so immer so viel Gemüse vom Markt nach Hause schleppt! #winwin.)

    Es ist auch attraktiv: Ich mag die Farben von frischem Gemüse und seinen Geschmack. Attraktiv ist auch die Wirkung, die eine gute Mikronährstoff-Versorgung auf mich hat. Ich regeneriere besser, ich bin vitaler - und das Fasten fällt mir deutlich leichter. Ich habe keinen Heißhunger mehr.(3)

    Und es ist leicht: Wie Sascha schon schreibt. Es dauert 5 Minuten, das Gemüse zu schneiden. Dafür ist keine Willenskraft notwendig. Das Essen selbst ist natürlich auch einfach. Es schmeckt - und ein Mann hat HUNGER! Befriedigend ist es auch. Läuft also: James Clear approved.

    Kommen wir nun zu Ruhe und Kognition. Welche Stellen haben mich in diesen Kategorien nachhaltig beeinflusst? Nun, bei der Ruhe ist es so: Das Kapitel hat mein Verständnis von Ruhe verändert - doch bis heute knabbere ich daran, auch wirklich zu ruhen. Ich bin voller Tatendrang; Ruhe fällt mir schwer. Bis heute. Work in progress sozusagen. Ich bin dran! Das habe ich unter anderem diesem Kapitel zu verdanken. Es folgen einige Zitate:

    Wir leben heute in einer Welt mit extrem hoher Stressbelastung. [...] Trotzdem begegnen wir dieser erhöhten Belastung üblicherweise nicht mit mehr Ruhe. Wir reduzieren sogar noch die Ruhe! --S.103

    Dies hat massiv dazu beigetragen, dass ich die Ruhelosigkeit meiner Umwelt als Phänomen der Moderne verstanden habe. Das hat meine Perspektive verändert.

    Die moderne Unruhe. – Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit immer größer, so daß den Amerikanern die Bewohner Europas insgesamt sich als ruheliebende und genießende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinanderfliegen. Diese Bewegtheit wird so groß, daß die höhere Kultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch aufeinanderfolgten. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muß, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken. Doch hat schon jeder einzelne, welcher in Herz und Kopf ruhig und stetig ist, das Recht zu glauben, daß er nicht nur ein gutes Temperament, sondern eine allgemein nützliche Tugend besitze und durch die Bewahrung dieser Tugend sogar eine höhere Aufgabe erfülle. -- Nietzsche; Hervorhebung meine

    Der Lektüre dieses Kapitels schloss sich meine Lektüre von Rest an.(4) Das ist ein redundantes und recht langweiliges Buch von Alex Soojung-Kim Pang, aber seine Kernaussage hat mich enorm weitergebracht. Sie lautet: Arbeit kann nicht ohne Ruhe, wie Ruhe nicht ohne Arbeit kann. Ruhe und Arbeit sind zwei Seiten der selben Medaille. Zu Ruhen heißt demnach nicht nur, sich selbst zu achten (was ich gerne vernachlässige, wenn es um meine Arbeit geht), sondern auch die eigene Arbeit zu achten (ein Argument, das mich schon eher überzeugt). Alex Pang macht auch den Punkt - und damit stimmen er und Sascha überein - dass Ruhe aktiv ist.

    Wieder zurück zu R&A:

    Achtsamkeit und Ruhe sind genauso essentiell wie Vitamine, Mineralien oder auch Liebe. Es sind lebenswichtige Nährstoffe für unseren Geist und unsere Seele. --S.111

    Lange hat es gebraucht, bis ich das wirklich verstanden habe. Ein solches Verständnis von Geist und Seele bringt enorm weiter. Ein Übertrag: Man kann genauso wenig 4 Stunden lang ununterbrochen essen, ohne zu kotzen, wie man 4 Stunden lang Videos schauen kann, ohne sein Bewusstsein zu schänden. An dieser Stelle empfehle ich erneut, erneut, erneut Saschas Artikel Ist Meditation ein essenzieller Nährstoff?, der schon 2015 auf urgeschmack.de erschienen ist und diese Gedanken weiterführend verdeutlicht.(5)

    Eine weitere coole Stelle ist die mit den Zombies. Sie ist für mich leider keine Endzeitfantasie, sondern eine gruselige Beschreibung der Gegenwart. Enter Sascha:

    Fernsehen macht uns wirklich zu Zombies. Wir verbrauchen noch weniger Energie, sodass wir super ökonomisch unser Dasein ohne Bewusstsein verbringen können (=aus sein). [...] Momente der Passivität sind an sich nichts Schlimmes. Doch wenn du diese Passivität mit äußerer Stimulation kombinierst, läufst du Gefahr, zu einem Zombie zu werden. Zombies sind Menschen, die nur noch auf äußere Stimuli hin aktiv werden, während sie ansonsten völlig passiv und unbewusst dahinsiechen. --S.114

    Am Ende noch eines:

    Eine der wichtigsten Lektionen [der Ruhe] ist: Lass dein Smartphone so oft es geht zu Hause.

    100%. Seitdem nehme ich mein Smartphone nur noch selten mit außer Haus. Meine Regel #1 des Spazierengehens oder Gartenarbeitens oder Freundetreffens: Smartphone bleibt zu Hause. Immer.

    Das Kapitel zur Kognition hat mich alles in allem am weitesten getragen. Dabei handelt es sich nur um eine einzige Lektion, die ich darin von Sascha gelernt habe. Ich habe nämlich vorher schon immer eine To-Do-Liste benutzt und in meinen Kalender auch Verabredungen mit meinen Freunden mit Herzchen-Symbolen eingetragen. ;) Es geht mir vielmehr um eine Einstellung zur Kognition, bzw. zu Aufgaben im Allgemeinen: Ich habe genug Zeit.

    Wir leben in einer Welt der Hektik.--S.222

    Siehe oben: Ruhelosigkeit und Welt der Hektik gehen Hand in Hand. Weiter im Text:

    Mit welcher Haltung begegnen wir dieser Welt so, dass wir sowohl am effektivsten als auch am effizientesten sind? Mit Panik und Hektik oder mit Ruhe und Präzision? Ich wage zu behaupten, dass es keine Situation gibt, in welcher Panik und Hektik zu einer Verbesserung der Lage führen. Wir sollten Dinge ruhig und besonnen angehen. Nicht zu verwechseln mit Faulheit und Trägheit. [...] Wie nimmt man so eine ruhige Haltung ein? [...] Geduld und Training.-- S.222

    Das Mantra "Ich habe genug Zeit für meine Aufgaben" sage ich mir jeden Tag. Es stammt aus diesem Kapitel. Sascha empfiehlt auch, sich das vor jeder Aufgabe zu sagen. Ich habe seinen Ratschlag befolgt. Es schützt mich erstens vor Überlastung und zweitens begründet sich darin eine mentale Effizienz, die für mich wichtig ist, weil ich dazu neige, mit den Gedanken bei zukünftigen Aufgaben und Projekten zu hängen. Die durch solche mentale Ineffizienz entstehenden Energielöcher sind MASSIV. Wirklich gigantisch. Ich habe selbst erlebt und beobachte seitdem bei anderen, wie mentale Ineffizienz Menschen wortwörtlich auszehren kann: Sie werden dürr und verhungern, sie schlafen schlecht - das zieht einen Rattenschwanz nach sich, den man gerne unterschätzt.

    Den Begriff "Energieloch" und die "mentale Effizienz" habe ich von Sascha gelernt (S.223) und damit eine ruhige Haltung gegenüber der Arbeit. Das ist eine der wichtigen Lektionen, die ich von Sascha lernen durfte - und meine wichtigste Lektion aus R&A.

    Enden möchte ich mit Saschas Worten zur Verantwortung für die Inhalte des eigenen Geistes, an die ich häufig denke, wenn ich so durch's Leben stromere. Darin höre ich das leise Echo Viktor Frankls:

    Im modernen Leben sind wir häufig ganz schnell damit, die Verantwortung für die Inhalte unseres Bewusstseins abzugeben. [...] Wir selbst sind die Einzigen, die für die Inhalte unseres Geistes verantwortlich sind. In dem Augenblick, in dem wir Verantwortung abgeben, geben wir auch die Möglichkeit ab, etwas daran zu ändern. [...] [Das Prinzip der totalen Verantwortung für die Inhalte deines Bewusstseins] hat seine Grenzen genau da, wo du dir selbst deine Fähigkeit absprichst. Es sind die Grenzen deiner Reife und daher habe ich dieses Prinzip auch als das letzte Prinzip ausgewählt. In diesem Prinzip spiegelt sich die Grundhaltung des gesamten Konzepts wider, das Prinzip der bedingungslosen Verantwortung. Genau genommen ist die Übernahme der Verantwortung für die Inhalte und die Gestalt deines Bewusstseins die höchste Form der Verantwortung. Es ist die größte Herausforderung und zugleich eine der wichtigsten. --S.226f, Hervorhebungen meine

    Wer das versteht, der versteht, worum es bei der Selbstoptimierung am Ende geht. Das Bewusstsein ist der Endboss, auf den alles hinausläuft.

    [...] how to focus and prioritize your thoughts effectively - how to pick and choose what matters to you and what does not matter to you based on finely honed personal values. This is incredibly difficult. It takes a lifetime of practice and discipline to achieve. And you will regularly fail. But it is perhaps the most worthy struggle one can undertake in one's life. It is perhaps the only struggle in one's life. --Mark Manson (6)

    Amen.

    Welches sind deine Lieblingsstellen aus Reflexion & Analyse? Ich bin gespannt auf eure Antworten!



    1. forum.me-improved.de/discussion/comment/4010/#Comment_4010 ↩︎

    2. Clear, J. (2020). The Four Laws of Behavior Change. Abgerufen unter: instagram.com/p/CJYzphQLhxa/ ↩︎

    3. Unstillbarer Hunger scheint oftmals Resultat einer Untervorsorgung sein. Siehe dazu auch ausführlicher: Jaminet, P. & Jaminet, S. C. (2018). Perfect Health Diet. Die sicherste Art sich zu ernähren. Stuttgart: Thieme. ↩︎

    4. Pang, A. S. K. (2016). Rest. Why You Get More Done When You Work Less. New York: Basic Books. Lesenotizen hier↩︎

    5. urgeschmack.de/meditation-nahrstoff/ ↩︎

    6. Manson, M. (2016). The Subtle Art of Not Giving A Fuck. New York: HarperOne. ↩︎

  • Kleon, A. (2014). Show Your Work. 10 Ways To Share Your Creativity And Get Discovered. New York: Workman Publishing.

    Diesmal beeinhaltet die Lesenotiz ausschließlich Zitate aus dem Buch. Du findest im Folgenden einfach jene Stellen, die ich mir angestrichen habe.

    I. You don't have to be a genius

    Find A Scenius
    “Give what you have. To someone, it may be better than you dare to think.” --Henry Wadsworth Longfellow
    We can stop asking what others can do for us, and start asking what we can do for others.

    Be An Amateur
    “On the spectrum of creative work, the difference between the mediocre and the good is vast. Mediocrity is, however, still on the spectrum; you can move from mediocre to good in increments. The real gap is between doing nothing and doing something.” [--Clay Shirky]
    Amateurs know that contributing something is better than contributing nothing.
    The best way to get started on the path to sharing your work is to think about what you want to learn, and make a commitment to learning it in front of others.
    Forget about being an expert or a professional, and wear your amateurism (your heart, your love) on your sleeve.
    Share what you love, and the people who love the same things will find you.

    You Can't Yind Your Voice If You Don't Use It
    if your work isn’t online, it doesn’t exist. [...] If you want people to know about what you do and
    the things you care about, you have to share.

    II. Think Process, Not Product

    Take People Behind The Scenes
    By sharing her day-to-day process—the thing [the artist] really cares about—she can form a unique bond with her audience.
    Process is messy.
    But human beings are interested in other human beings and what other human beings do. “People really do want to see how the sausage gets made.” [--Tom Gerhardt & Dan Provost]

    Become A Doucumentarian Of What You Do
    “In order for connection to happen, we have to allow ourselves to be seen—really seen.” --Brené Brown
    Become a documentarian of what you do. Start a work journal: Write your thoughts down in a notebook, or speak them into an audio recorder. Keep a scrapbook. Take a lot of photographs of your work at different stages in your process. Shoot video of you working. This isn’t about making art, it’s about simply keeping track of what’s going on around you.
    Whether you share it or not, documenting and recording your process as you go along has its own rewards: You’ll start to see the work you’re doing more clearly and feel like you’re making progress. And when you’re ready to share, you’ll have a surplus of material to choose from.

    III. Share Something Small Every Day

    Send Out A Daily Dispatch
    Building a substantial body of work takes a long time—a lifetime, really—but thankfully, you don’t need that time all in one big chunk. So forget about decades, forget about years, and forget about months. Focus on days.
    The day is the only unit of time that I can really get my head around. Seasons change, weeks are completely human-made, but the day has a rhythm. The sun goes up; the sun goes down. I can handle that.
    Once a day, after you’ve done your day’s work, go back to your documentation and find one little piece of your process that you can share.
    A daily dispatch is even better than a résumé or a portfolio, because it shows what we’re working on right now.
    “What are you working on?” Stick to that question and you’ll be good. Don’t show your lunch or your latte; show your work.

    Turn Your Flow Into Stock
    “Stock and flow” is an economic concept that writer Robin Sloan has adapted into a metaphor for media: “Flow is the feed. It’s the posts and the tweets. It’s the stream of daily and sub-daily updates that remind people you exist. Stock is the durable stuff. It’s the content you produce that’s as interesting in two months (or two years) as it is today.
    Once you make sharing part of your daily routine, you’ll notice themes and trends emerging in what you share. You’ll find patterns in your flow. When you detect these patterns, you can start gathering these bits and pieces and turn them into something bigger and more substantial.


    Flow -> Stock (1)

    Build A Good (Domain) Name
    If you’re really interested in sharing your work and expressing yourself, nothing beats owning your own space online, a place that you control, a place that no one can take away from you, a world headquarters
    where people can always find you.
    So, if you get one thing out of this book make it this: Go register a domain name.
    When she was young and starting out, Patti Smith got this advice from William Burroughs: “Build a good name. Keep your name clean. Don’t make compromises. Don’t worry about making a bunch of money or being successful. Be concerned with doing good work . . . and if you can build a good name,
    eventually that name will be its own currency.”

    IV. Open Your Cabinet Of Curiosities

    Don't Be A Hoarder
    “The problem with hoarding is you end up living off your reserves. Eventually, you’ll become stale. If you give away everything you have, you are left with nothing. This forces you to look, to be aware, to replenish. . . .Somehow the more you give away, the more comes back to you.” --Paul Arden
    There’s not as big of a difference between collecting and creating as you might think. A lot of the writers I know see the act of reading and the act of writing as existing on opposite ends of the same spectrum: The reading feeds the writing, which feeds the reading.
    Your influences are all worth sharing because they clue people in to who you are and what you do—sometimes even more than your own work.

    No Guilty Pleasures
    Don’t feel guilty about the pleasure you take in the things you enjoy. Celebrate them. When you share your taste and your influences, have the guts to own all of it. Don’t give in to the pressure to self-edit too much.
    Being open and honest about what you like is the best way to connect with people who like those things, too.

    Credit Is Always Due
    if you fail to properly attribute work that you share, you not only rob the person who made it, you rob all the people you’ve shared it with. Without attribution, they have no way to dig deeper into the work or find more of it.
    Attribution without a link online borders on useless: 99.9 percent of people are not going to bother Googling someone’s name.

    V. Tell Good Stories

    Work Doesn't Speak For Itself
    Human beings want to know where things came from, how they were made, and who made them. The stories you tell about the work you do have a huge effect on how people feel and what they understand about your work, and how people feel and what they understand about your work effects how they value it.
    If you want to be more effective when sharing yourself and your work, you need to become a better storyteller. You need to know what a good story is and how to tell one.

    Structure Is Everything
    Author John Gardner said the basic plot of nearly all stories is this: “A character wants something, goes after it despite opposition (perhaps including his own doubts), and so arrives at a win, lose, or draw.”
    Every client presentation, every personal essay, every cover letter, every fundraising request—they’re all pitches. They’re stories with the endings chopped off. A good pitch is set up in three acts: The first act is the past, the second act is the present, and the third act is the future.

    Talk About Yourself At Parties
    The way to get over the awkwardness in these situations is to stop treating them as interrogations, and start treating them as opportunities to connect with somebody by honestly and humbly explaining what it is that you do. Tell the truth and tell it with dignity and self-respect.
    If you’re unemployed, say so, and mention what kind of work you’re looking for. If you’re employed, but you don’t feel good about your job title, ask yourself why that is.
    All the same principles apply when you start writing your bio. Bios are not the place to practice your creativity. We all like to think we’re more complex than a two-sentence explanation, but a two-sentence explanation is usually what the world wants from us. Keep it short and sweet. Strike all the adjectives from your bio. If you take photos, you’re not an “aspiring” photographer, and you’re not an “amazing” photographer, either. You’re a photographer. Don’t get cute. Don’t brag. Just state the facts.

    VI. Teach What You Know

    Share Your Trade Secrets
    “The impulse to keep to yourself what you have learned is not only shameful, it is destructive. Anything you do not give freely and abundantly becomes lost to you. You open your safe and find ashes.” --Annie Dillard
    Teaching doesn’t mean instant competition. Just because you know the master’s technique doesn’t mean you’re going to be able to emulate it right away.
    Teaching people doesn’t subtract value from what you do, it actually adds to it. When you teach someone how to do your work, you are, in effect, generating more interest in your work. People feel closer to your work because you’re letting them in on what you know.

    VII. Don't Turn Into Human Spam

    Shut Up And Listen
    “When people realize they’re being listened to, they tell you things.” --Richard Ford
    I call these people human spam. They’re everywhere, and they exist in every profession. They don’t want to pay their dues, they want their piece right here, right now. They don’t want to listen to your ideas; they want to tell you theirs. At some point, they didn’t get the memo that the world owes none of
    us anything.
    If you want fans, you have to be a fan first. If you want to be accepted by a community, you have to first be a good citizen of that community. If you want to get, you have to give. If you want to be noticed, you have to notice. Shut up and listen once in a while.

    You Want Hearts, Not Eyeballs
    Stop worrying about how many people follow you online and start worrying about the quality of people who follow you.
    If you want to be interesting, you have to be interested.
    Make stuff you love and talk about stuff you love and you’ll attract people who love that kind of stuff. It’s that simple.

    The Vampire Test
    If, after hanging out with someone you feel worn out and depleted, that person is a vampire. If, after hanging out with someone you still feel full of energy, that person is not a vampire.
    “Part of the act of creating is in discovering your own kind. They are everywhere. But don’t look for them in the wrong places.” --Henry Miller

    Identify Your Fellow Knuckleballers
    As you put yourself and your work out there, you will run into your fellow knuckleballers. These are your real peers—the people who share your obsessions, the people who share a similar mission to your own, the people with whom you share a mutual respect. There will only be a handful or so of them, but they’re so, so important. Do what you can to nurture your relationships with these people. Sing their praises to the universe. Invite them to collaborate. Show them work before you show anybody else. Call them on the phone and share your secrets. Keep them as close as you can.

    VIII. Learn To Take A Punch

    Let 'Em Take Their Best Shot
    Designer Mike Monteiro says that the most valuable skill he picked up in art school was learning how to take a punch. He and his fellow classmates were absolutely brutal during critiques. “We were basically trying to see if we could get each other to drop out of school.” Those vicious critiques taught him not to
    take criticism personally.
    When you put your work out into the world, you have to be ready for the good, the bad, and the ugly.
    Put out a lot of work. Let people take their best shot at it. Then make even more work and keep putting it out there. The more criticism you take, the more you realize it can’t hurt you.
    Having your work hated by certain people is a badge of honor.
    But remember what writer Colin Marshall says: “Compulsive avoidance of embarrassment is a form of suicide.” If you spend your life avoiding vulnerability, you and your workwill never truly connect with other people.

    Don't Feed The Trolls
    You want feedback from people who care about you and what you do. Be extra wary of feedback from anybody who falls outside of that circle. A troll is a person who isn’t interested in improving your work, only provoking you with hateful, aggressive, or upsetting talk. You will gain nothing by engaging with these people. Don’t feed them, and they’ll usually go away.
    Do you have a troll problem? Use the block button on social media sites. Delete nasty comments. My wife is fond of saying, “If someone took a dump in your living room, you wouldn’t let it sit there, would you?”
    At some point, you might consider turning off comments completely. Having a form for comments is the same as inviting comments. “There’s never a space under paintings in a gallery where someone writes their opinion,” says cartoonist Natalie Dee. “When you get to the end of a book, you don’t have to see what
    everyone else thought of it.”

    IX. Sell Out

    Even The Renaissance Had To Be Funded
    We all have to get over our “starving artist” romanticism and the idea that touching money inherently corrupts creativity.
    Don’t write off your friends because they’ve had a little bit of success. Don’t be jealous when the
    people you like do well—celebrate their victory as if it’s your own.

    Pass Around The Hat
    When an audience starts gathering for the work that you’re freely putting into the world, you might eventually want to take the leap of turning them into patrons.
    But even though I operate more like a traditional salesman, I do use some of the same tactics as crowdfunders: I try to be open about my process, connect with my audience, and ask them to support me by buying the things I’m selling.
    Whether you ask for donations, crowdfund, or sell your products or services, asking for money in return for your work is a leap you want to take only when you feel confident that you’re putting work out into the world that you think is truly worth something. Don’t be afraid to charge for your work, but put a price on it that you think is fair.

    Keep A Mailing List
    Even if you don’t have anything to sell right now, you should always be collecting email addresses from people who come across your work and want to stay in touch. I know people who run multimillion-dollar businesses off of their mailing lists. The model is very simple: They give away great stuff on their sites, they collect emails, and then when they have something remarkable to share or sell, they
    send an email.
    Keep your own list, or get an account with an email newsletter company like MailChimp and put a little sign-up widget on every page of your website. Write a little bit of copy to encourage people to sign up. Be clear about what they can expect, whether you’ll be sending daily, monthly, or infrequent updates. Never ever add someone’s email address to your mailing list without her permission.
    The people who sign up for your list will be some of your biggest supporters, just by the simple fact that they signed up for the potential to be spammed by you. Don’t betray their trust and don’t push your luck. Build your list and treat it with respect. It will come in handy.

    X. Stick Around

    Don't Quit Your Show
    The people who get what they’re after are very often the ones who just stick around long enough.
    You can’t plan on anything; you can only go about your work, as Isak Dinesen wrote, “every day, without hope or despair.” You can’t count on success; you can only leave open the possibility for it, and be ready to jump on and take the ride when it comes for you.

    Chain Smoke
    If you look to artists who’ve managed to achieve lifelong careers, you detect the same pattern: They all have been able to persevere, regardless of success or failure.
    Instead of taking a break in between projects, waiting for feedback, and worrying about what’s next, use the end of one project to light up the next one.

    Start Over Begin Again
    When you feel like you’ve learned whatever there is to learn from what you’re doing, it’s time to change course and find something new to learn so that you can move forward. You can’t be content with mastery; you have to push yourself to become a student again. “Anyone who isn’t embarrassed of who they were last
    year probably isn’t learning enough,” writes author Alain de Botton.
    The thing is, you never really start over. You don’t lose all the work that’s come before. Even if you try to toss it aside, the lessons that you’ve learned from it will seep into what you do next. Look for something new to learn, and when you find it, dedicate yourself to learning it out in the open. Document your progress and share as you go so that others can learn along with you. Show your work, and when the right people show up, pay close attention to them, because they’ll have a lot to show you.

    Some advice can be a vice.
    Feel free to take what you can use, and leave the rest.
    There are no rules.



    1. Bildquelle: Kleon, A. (2014). Show Your Work. 10 Ways To Share Your Creativity And Get Discovered. New York: Workman Publishing. ↩︎

  • Ja, lieber @Sascha , der Tipp war von mir. Jetzt, nach all der Zeit, weißt du endlich bescheid.

    Haha. Ich esse Gemüse seit spätestens 2010/2011 so. ;) (Gruß an Henning, der das hier nicht liest)

  • bearbeitet März 2021

    Chek, P. (2019). How Intense Should You Train? w/ Paul Chek. Abgerufen unter: youtu.be/E23L5TcsWJY.

    Der Titel des Videos ist irreführend. Ich unterstelle: mit Absicht.

    • Die vier Stufen des Lebens: Kind - Krieger - König - Weiser.
    • Manche brauchen eine Erkrankung o. Verletzung, um sich die Ruhe nehmen zu können, die sie benötigen. (07:30)
    • Mann ist kein Mann, bis er seine feminine Seite integriert hat. Chek sagt 85% seiner Klienten leiden an den Folgen unterdrückter Gefühle, die aus falschem Verständnis von Männlichkeit weggedrückt wurden. (10:00)
    • Psychische Energie spiegelt sich im Gewebe wider. Negative psychische Energie wie durch die oben genannten unterdrückten Emotionen hat pathologische Folgen im Gewebe. (11:15)
  • bearbeitet März 2021

    Chek, P. (2014). Paul Chek on Sleep, Cold Showers, and Parasites. Abgerufen unter: youtu.be/0s5RRzPkj3I.

    Kostenlose Heilung durch die Natur:

    • kalte Duschen
    • guter Schlaf
    • Natürliche Warnzeichen: 1. Müdigkeit, 2. Erkrankung, 3. Pilz- o. Parasiten-Infektion, 4. tötliche Erkrankung // [Chek spricht ja immer von "Pain-Teacher"]
    • diese Warnzeichen sind für den Betroffenen eine Chance zur Reflexion
  • Chek, P. (2014). Core Values - My Dr. Quiet. Abgerufen unter: youtu.be/jeNs7CQhWwA.

    • max. Energieakkumulation durch Stille/Ruhe (engl. stillness)

      • entweder durch minimale mentale Aktivität

        • Work-In (die Antidote zu Workout)
        • Schlaf
        • No-Mind z.B. kalte Dusche
      • oder ruhige Introspektion

        • Reflexion
        • Intuition
        • Kreativität
        • beruhigendes Lesen
        • Spiritualität
    • Paul Cheks Dr. Quiet

      • Regelmäßiger Schlafrhythmus
      • kalte Duschen
      • morgendliches Lesen
      • abends Tai-Chi und freie Kunst
  • Chek, P. (2014). The Healing Benefits of Apple Cider Vinegar. Abgerufen unter: youtu.be/IlbvokAXK4g.

    Anwendnung
    - als Salat-Dressing
    - zum Gemüsewaschen: 1-2 Esslöffel in 3,7L Wasser
    - als Getränk ("Tonic"=Yang): 1-2 Teelöffel in 0,2L Wasser + bisschen Honig, Zimt, Pfeffer
    - als Verband

    Sonstiges
    - Essig ist Yang
    - Zitronen-Saft ist Yin
    - mit kalten Duschen + Tai Chi paaren

    Indiktation
    - Essig (Yang) wirkt austreibend auf das Blut
    - hilft bei emotionaler Verstopfung
    - wird oftmals basisch verstoffwechselt, auch wenn er sauer ist
    - lösender + reinigender Effekt in Leber + Darm
    - hilft bei Insektenstichen
    - vertreibt Parasiten + Pilze aus dem Darm
    - löst Nierensteine
    - reduziert Acne in vielen Fällen
    - reduziert den Blutdruck

    Kontraindikation
    - schwächliche Verdaunung

  • @Johannes schrieb:

    Chek, P. (2014). The Healing Benefits of Apple Cider Vinegar. Abgerufen unter: youtu.be/IlbvokAXK4g.

    Anwendnung
    - als Salat-Dressing
    - zum Gemüsewaschen: 1-2 Esslöffel in 3,7L Wasser
    - als Getränk ("Tonic"=Yang): 1-2 Teelöffel in 0,2L Wasser + bisschen Honig, Zimt, Pfeffer
    - als Verband

    Sonstiges
    - Essig ist Yang
    - Zitronen-Saft ist Yin
    - mit kalten Duschen + Tai Chi paaren

    Indiktation
    - Essig (Yang) wirkt austreibend auf das Blut
    - hilft bei emotionaler Verstopfung
    - wird oftmals basisch verstoffwechselt, auch wenn er sauer ist
    - lösender + reinigender Effekt in Leber + Darm
    - hilft bei Insektenstichen
    - vertreibt Parasiten + Pilze aus dem Darm
    - löst Nierensteine
    - reduziert Acne in vielen Fällen
    - reduziert den Blutdruck

    Kontraindikation
    - schwächliche Verdaunung

    Kann auf jeden Fall bestätigen, dass ich seit ungefähr 2 Monaten 4-mal die Woche 30 ml natrutrüben Apfelessig in den Salat mache und ich das Gefühl habe, dass sich meine Verdauung verbessert hat.
    Ist spott billig, also ausprobieren kostet fast nichts :smiley: .
    Den Tonic-Yang probiere ich auf jeden Fall mal aus. Auch wenn ich ihn mir noch nicht vorstellen kann :smiley:

  • @TylerDurden
    Ich hatte Apfel-Essig nicht wirklich auf dem Schirm. Nur ein Freund hat mir zwar mal erzählt, dass er welchen als Schlafhilfe benutzt. Ich dachte nur, "ich brauche keine Schlafhilfe", und habe den Gedanken verworfen.

    Erzähl mal, wie der Apfelessig-Yang-Tonic war. Ich werd's die Tage auch mal testen.

  • Chek, P. (2014). Creating Balance In Your Life! Abgerufen: youtu.be/mI1T5aguqko.

    It is safe to say that most people have a hard time finding balance in their life today. We are so highly conditioned to seek immediate gratification, while at once being slave to doing what we think we have to do instead of doing what we really desire to experience in our lives. --Paul Chek, Videobeschreibung

    • Reflexionsfrage: "Was ist dein Traum?" (gemeint ist der Sinn, Nordstern UNSERES Lebens)
    • Du weißt nicht, was dein Traum ist? Du kannst auch ein längerfristiger Ziel benutzen, bis du dir über deine Träume klar wirst.
    • Wenn du nicht in der Lage bist zu erkennen, was du möchtest, kannst du auch deinen Albtraum benutzen (das was du unter keinen Umständen erleben möchtest)(1)
    • Ohne eine solche übergeordnete Direktive kannst du deine Energie nicht zielgerichtet aufwenden. Deine Energie und Handlungen verpuffen. Vielleicht fühlst du dich orientierungslos und verloren.
    • Dreamline = Ausbalancierter Weg im Lichte deines Traums, orientiert sich deine persönlichen Werten/Glaubenssätzen
    • Kategorien, die es auszubalancieren gilt: Liebe, Dr. Happiness, Werte, Dr. Quiet, Dr. Movement, Dr. Diet, Vaules
    • Liebe: negative Extremausprägung: keine Liebe -> Apathie // balancierte Ausprägung: Liebe für dich selbst und andere Menschen // positive Extremausprägung: kontrollierende Liebe
    • Dr. Happiness: negative Extremausprägung: Depression, Jammern, Meckern, Verbitterung // balancierte Ausprägung: du feierst dich und dein Unternehmen, übernimmst Verantwortung, nimmst bewusst an deinem Leben mitsamt seiner Herausforderungen teil // positive Extremausprägung: künstliche Fröhlichkeit
    • Werte: negative Extremausprägung: fehlende Verantwortungsübernahme, Sich-Nicht-Festlegen wollen (-> zurück zu der Frage "Was ist dein Traum) // balancierte Ausprägung: ? // positive Extremausprägung: -ismen, Fanatismus, Asketismus, Dogmatismus etc.
    • Dr. Quiet: negative Extremausprägung: Müdigkeit, fehlende Kreativität // balancierte Ausprägung: voller Energie, mentale Klarheit, Verbindung zu dir selbst und deinen Träumen // positive Extremausprägung: Passivität (wer zu viel ruht (Yin) der schränkt sein Yang ein) "Träumerle"
    • Dr. Movement: negative Extremausprägung: Schwäche bedingt durch Bewegungsmangel // balancierte Ausprägung: Respekt für deinen Körper (den Tempel deiner Seele), Work-Out & Work-In in Balance, deine körperlichen Fähigkeiten entsprechen dem Bedarf für deinen Traum // positive Extremausprägung: Überhitzung (-> erhöhte Entzündungswerte), Übertraining, Sucht für Training, "Was vermeidest du?" oftmals steht eine Vermeidungshaltung dahinter.
    • Dr. Diet: negative Extremausprägung: unterernährt // balancierte Ausprägung: du isst gemäß deines Beadrf und deiner persönlichen Verträglichkeit// positive Extremausprägung: super-saturated -> Betäubung, Vergiftung
    • Tips für den Prozess:
      • ABC of Dreamcreation: 1. Clear, 2. Belief, 3. Action
      • Reflexion: "Worüber jammerst du?" -> ausbalancieren
      • The Mirror (of Relationship) doesn't lie! -> deine Beziehungen zeigen dir, an welchen Stellen du außer Balance bist
      • Pain-Teacher: Woran leidest du? Siehe diesen Schmerz als Signal.
      • Ehrlichkeit zu sich selbst. Es ist von zentraler Wichtigkeit, den momentanen Zustand ehrlich zu erfassen


    1. siehe dazu auch hier: paulcheksblog.com/chek-and-balance/, oder beim Self-Authoring von Jordan Peterson ↩︎

  • Apfelessig Tonic
    Glas Wasser
    1-2 EL Apfelessig
    1 TL Honig
    Zimt, Pfeffer

    Fazit: Mir schmeckt's! Trinke sonst nur Wasser, grünen Tee oder vielleicht mal Zitronenwasser. Da ist das mal ne freshe Abwechslung. @TylerDurden Was sagt du?

  • @Johannes schrieb:
    Apfelessig Tonic
    Glas Wasser
    1-2 EL Apfelessig
    1 TL Honig
    Zimt, Pfeffer

    Fazit: Mir schmeckt's! Trinke sonst nur Wasser, grünen Tee oder vielleicht mal Zitronenwasser. Da ist das mal ne freshe Abwechslung. @TylerDurden Was sagt du?

    Habe es gestern mit einem normalen Kräutertee ausprobiert und es schmeckt mir sehr gut!.
    Muss wohl sagen, dass ich grundsätzlich saure Sachen total feier. Ich liebe mein selbstgemachtes Sauerkraut.
    Werde die Tage noch ein paar Variationen ausprobieren und gebe nochmal Bescheid.
    Bei Oldschool Body Buildern habe ich Apfelessig auch schonmal öfters gesehen. Analog zu "Wie esse ich mehr Gemüse" haben die Apfelessig direkt aus der Flasche getrunken. Schwarzer Pfeffer und Honig auf den Esslöffel :smiley: .

  • bearbeitet März 2021

    Paul Chek über Gleichgewicht in der Moderne

    Ruhelosigkeit ist ein Merkmal unseres Lebens in der Moderne. Paul Chek teilt in seinem vierteiligen Videoblog Surviving In A Modern World wie man den eigenen Lebenswandel - genauer gesagt das Verhältnis von nährenden und verbrauchenden Elementen des Lebenswandels - ausbalancieren kann.

    Alleine Cheks eigene unglaublich Vitalität ist sehenswert. Vor allem im zweiten Video, welches sich um Sinn und Bedeutung dreht. Im ersten Video kann man einen Einstieg ins Taijitu (Prinzipien von Yin und Yang) bekommen. Das dritte handelt von natürlichen Rhythmen; das vierte von Erdung.


    Chek, P. (2013). Surviving In A Modern World Pt. 1: The Death Force. Abgerufen unter: youtu.be/Q4GXSPpihbs.

    • Yin ist weiblich, nährend, anabol, kühlend, Wasser. Yang ist männlich, katabol, verbrauchend, Feuer.
    • Je balancierter Yin und Yang sind, desto mehr Vitalität und Energie stehen langfristig zur Verfügung.
    • Langfristige Dysbalance zur Yang-Seite bedeutet eine Beschleunigung d. Sterbeprozesses.
    • Sympathicus als Yang-Repräsentant, Parasympathicus als Yin-Repräsentant.
    • Yang wirkt centrifugal, Yin centripetal.
    • Yin vermehrt Potential, es multipliziert Kraft.
    • Yang tendiert zum Tod, Yin zum Leben; wir brauchen beides - in Balance.

    God sleeps in minerals, dreams in plants, moves in animals, and becomes self-aware in man. -- Rumi

    • Die moderne Welt zeichnet sich durch eine Dysbalance mit Yang-Überschuss aus.

    Chek, P. (2013). Surviving In A Modern World Pt. 2: Living Your Dream. Abgerufen unter: youtu.be/awJdM_5R1zI.

    1. Have A Dream Worth Living For!
    - "Dream" bedeutet für Chek nicht das follow your dream der Self-help-Gurus, sondern vielmehr Lebenssinn bzw. Lebensaufgabe. Der Begriff ist spirituell, nicht egozentrisch.
    - Eine Balance aus Yin und Yang bedeutet eine effiziente Energie-Akkumulation - das Ausschöpfen von Potential.
    - Was bedeutet das aus Pt. 1 Gelernte praktisch:
    - Einen Traum haben, für den es sich zu Leben lohnt.
    - Reflexion: "Was lässt dich dich lebendig fühlen?"
    - "Was ist deine Leidenschaft?"
    - "Was motiviert dich?"
    - Inversion: "Was ist deine persönliche Hölle?"

    2. Core Values!

    Your "Yes" has no value without "no".

    • Die Grundwerte können anhand Cheks "4 Doctors" geklärt werden:
    • Dr. Happiness: "Was ist Happiness für DICH?" "Was sind die Grundwerte, auf denen dein Traum fußt?"
    • Dr. Movement: "Wie viel Bewegung brauchst du für deinen Traum?"
    • Dr. Quiet: Schlaf, Ruhe, Work-In, Introspektion.
    • Dr. Diet: Qualität (Bio!), Quantität entsprechend dem Bedarf deines Traums, individueller Nährstoffbedarf, Wasser.

    Chek, P. (2013). Surviving In A Modern World Pt. 3: Base Rhythms. Abgerufen unter: youtu.be/SeckekDUAZs.

    • Adäquate Rhythmik ist laut Chek eine der wichtigsten Komponenten eines balancierten Lebenswandels.
    • Versäumnisse in der Rhythmik akkumulieren: 1 Stunde Schlaf weniger an 3 Nächten pro Woche bedeuten im Jahr 156 Stunden Yin/Anabolismus weniger.
    • Adäquate Rhythmik erlaubt effiziente Energie-Akkumulation und Leichtigkeit; Versäumnisse bedeuten erschwerte Bedingungen.
    • Jahreszyklus:

      • Frühling:leichtes Yang:Anfang der Wärme:Planungszeit.
      • Sommer:Yang:Arbeit+Action
      • Herbst:leichtes Yin:langsames Runterkühlen:Erntezeit:Feiern
      • Winter:Yin:Ruhe
    • Tageszyklus:

      • Schlaf/Wach-Zyklus
      • Der Tageszyklus ist wie ein kleiner Jahreszyklus und sollte auch so gelebt werden:
        • (Morgen:Frühling:Planen:Klären:Vorbereiten, Tag:Sommer:Action, Abend:Herbst:Ernte:Essen:Feiern, Nacht:Winter:Ruhe)
        • Einfluss auf den Hormonspiegel
        • Die Mahlzeiten sollten entsprechend geplant werden.
        • Mahlzeiten sollten entsprechend der persönlichen Blutzucker-Regulation geplant werden.
        • Sympathicus + Glykokortikoide hemmen Insulinausschüttung.

    If you do not have adequate food within a frequency to support your blood sugar you will have a huge increase in sympathetic activity because Insulin is a major stimulator of the sympathetic nervous system (06:00) [@jessy @bege @sascha @Leser stimmt das?]

    • Versäumnisse in der Nahrungsaufnahme können massiven Stress verursachen, der sich physisch und psychisch manifestiert.
    • Wer nicht 3x am Tag essen will, sollte sich alternativ Yin-Zeiten etabilieren.
    • Aktivitäten in Einklang mit dem Tagesrhythmus planen.
    • Training/starke Stimulation/starkes Yang eher nicht nach 3pm? Halbwertszeit von Cortisol laut Chek: 4-6 Stunden [@jessy @bege @Leser Ich dachte immer die Halbwertszeit von Cortisol wäre 60-90min?]

    "I" before "WE" always

    • "I"=Work-In/Work-Out, Dr. Diet, Dr. Quiet, wird höher priorisiert als
    • "WE"= Arbeitstag, Umfeld, Umwelt, Beziehungen
    • Je stabiler du selbst bist, desto positiver dein Einfluss auf deine Umwelt.
    • Ergo: Den Arbeitstag ("WE") um das "I" gestalten:
    • "Was muss ich tun, um mich selbst stark und vital zu erhalten?" <- Priorisieren!
    • Obige Reflexionsfrage bezieht sich auf den Tagesablauf: Mahlzeiten, Yin-Zeiten, Ruhe einplanen.

    Chek, P. (2013). Surviving In A Modern World Pt. 4: Grounding Yourself. Abgerufen unter: youtu.be/WOLapBHrOQY

    • Der Mensch ist ein Lebenwesen eingebunden in ein natürliches Umfeld inkl. natürlicher Rhythmen/Zyklen und Energieflüsse.
    • Unsere Füße sind vergleichweise negativ - sie stehen auf der Erde; unsere Köpfe sind vergleichweise positiv, sie sind näher an der Sonne. Dazwischen fließt Energie.
    • Die Kräfte der Sonne und der Erde müssen durch uns fließen.
    • Menschen haben einen natürlichen Bezug zur Erde: Barfuß darauf gehen, darauf schlafen, darauf arbeiten. Das erdet sie, die Energie kann fließen.
    • Natürlich Energiequellen: z.B. Sonne + Mond, Nahrung, Wasser, Liebe.
    • Physiologisch ist ein Leben in Einklang mit den natürlichen Energieflüsse; ein Leben abseits davon ist pathologisch.
    • Künstliche Energiequellen: elektrische Geräte + elektromagnetische Felder. Diese sind überall um uns herum. (Smartphone, Wlan, Computer usw.)
    • Diese künstlichen Energiequellen stören den natürlichen Fluss von Energien in uns.
    • Schuhe isolieren uns von der Erde und stören so den Energieabfluss in die Erde.
    • Energie staut sich im Körper, wenn sie nicht in der Erde abfließen kann.
    • Diese Energie ist chaotisch und "zu viel", wenn sie aus künstliche Energiequellen kommt. Sie wird sich physiologisch und psychisch destruktiv äußern.
    • Was kann man tun?
      • barfuß
      • auf die Erde legen
      • Wasser kann erden
      • Erdungsmatten
      • Kleidung aus natürlich Materialen
      • Smartphone und andere elektrische Felder weg vom Körper
  • @Johannes schrieb:

    • Training/starke Stimulation/starkes Yang eher nicht nach 3pm? Halbwertszeit von Cortisol laut Chek: 4-6 Stunden [@jessy @bege @Leser Ich dachte immer die Halbwertszeit von Cortisol wäre 60-90min?]

    Es stimmt beides: Körpereigenes Cortisol hat eine Halbwertszeit von 60-90 Minuten
    Cortisolartige Medikamente gibt es welche die eine Halbwertszeit von über 400 Minuten haben.

    Also wenn es um die Cortisolauschüttung durch Training geht, passt 60-90min

  • Die Halbwertszeit von Cortisol ist nur kleiner Teil der Gleichung. Egal, wie die Halbwertszeit von Cortisol ist, man muss die Größenordnung und die Schwellenwerte im Blick halten. Das Cortisol muss schließlich unter einen bestimmten Schwellenwert gehen und sich nicht lediglich halbieren.

  • @TylerDurden schrieb:

    @Johannes schrieb:
    Apfelessig Tonic
    Glas Wasser
    1-2 EL Apfelessig
    1 TL Honig
    Zimt, Pfeffer

    Fazit: Mir schmeckt's! Trinke sonst nur Wasser, grünen Tee oder vielleicht mal Zitronenwasser. Da ist das mal ne freshe Abwechslung. @TylerDurden Was sagt du?

    Habe es gestern mit einem normalen Kräutertee ausprobiert und es schmeckt mir sehr gut!.
    Muss wohl sagen, dass ich grundsätzlich saure Sachen total feier. Ich liebe mein selbstgemachtes Sauerkraut.
    Werde die Tage noch ein paar Variationen ausprobieren und gebe nochmal Bescheid.
    Bei Oldschool Body Buildern habe ich Apfelessig auch schonmal öfters gesehen. Analog zu "Wie esse ich mehr Gemüse" haben die Apfelessig direkt aus der Flasche getrunken. Schwarzer Pfeffer und Honig auf den Esslöffel :smiley: .

    Update: Habe Saschas Pfefferminzteevariante aus einem seiner Streams mit dem Apfelessig Tonic kombiniert.
    Gefällt mir mit Abstand am besten!
    Konkret: 50ml Sahne, Pfefferminztee, heißes Wasser, 1tl Apfelessig, Pfeffer, Zimt, 1 TL Honig
    Habe heute Morgen die Basis Variante + Kokosöl ausprobiert und fand die auch ganz gut.
    Aber Pfefferminzteevariante ist der Hammer!
    Danke für den Impuls :smile:
    @Sascha , vlt. auch was für dich ;D

  • If you do not have adequate food within a frequency to support your blood sugar you will have a huge increase in sympathetic activity because >Insulin is a major stimulator of the sympathetic nervous system (06:00) [@jessy @bege @sascha @Leser stimmt das?]

    Also ich habe das ehrlich gesagt noch nicht abschließend gelernt im Studium, aber ich schätze, er hat da irgendwas verwechselt. Ich finde, der Satz ist in sich nicht schlüssig. Seine Aussage ist ja: Du sollst regelmäßig und ausreichend essen, da ansonsten dein Blutzucker sinkt, was zu einer Aktivierung des Sympathikus führt. Wenn du aber nicht ausreichend isst, ist ja auch dein Insulinspiegel erniedrigt, womit der Schluss mit dem Insulin ja nicht mehr gilt. Also ich störe mich nur an dem "weil Insulin ein Stimulator ist", denn die Stimulation ist in dem Fall ja der niedrige Blutzuckerspiegel. Nichtsdesotrotz stimuliert Insulin den Sympathikus, aber halt bei erhöhten Blutzuckerspiegeln und damit einhergehenden erhöhten Insulinspiegeln.

  • @Jessy schrieb: Es stimmt beides: Körpereigenes Cortisol hat eine Halbwertszeit von 60-90 Minuten
    Cortisolartige Medikamente gibt es welche die eine Halbwertszeit von über 400 Minuten haben.

    Also wenn es um die Cortisolauschüttung durch Training geht, passt 60-90min

    Ok, dann hab ich das ungefähr richtig eingeschätzt. Danke.

    @Sascha schrieb: Die Halbwertszeit von Cortisol ist nur kleiner Teil der Gleichung. Egal, wie die Halbwertszeit von Cortisol ist, man muss die Größenordnung und die Schwellenwerte im Blick halten. Das Cortisol muss schließlich unter einen bestimmten Schwellenwert gehen und sich nicht lediglich halbieren.

    Auf jeden Fall richtig! Danke. Trotzdem gäbe es ja einen massiven Unterschied zwischen einer Halbwertszeit von 60-90min und einer von 240-360min.

    @Bege schrieb: Also ich habe das ehrlich gesagt noch nicht abschließend gelernt im Studium, aber ich schätze, er hat da irgendwas verwechselt. Ich finde, der Satz ist in sich nicht schlüssig. Seine Aussage ist ja: Du sollst regelmäßig und ausreichend essen, da ansonsten dein Blutzucker sinkt, was zu einer Aktivierung des Sympathikus führt. Wenn du aber nicht ausreichend isst, ist ja auch dein Insulinspiegel erniedrigt, womit der Schluss mit dem Insulin ja nicht mehr gilt. Also ich störe mich nur an dem "weil Insulin ein Stimulator ist", denn die Stimulation ist in dem Fall ja der niedrige Blutzuckerspiegel. Nichtsdesotrotz stimuliert Insulin den Sympathikus, aber halt bei erhöhten Blutzuckerspiegeln und damit einhergehenden erhöhten Insulinspiegeln.

    Niedriger Blutzucker als Sympathicus-Stimulation ist absolut sinnvoll. Denke auch, er hat sich in dem Satz über das Insulin versprochen. Insulin an sich ja super anabol. Insulin-Sekretion wird soweit ich weiß durch Parasympathicus-Aktivität induziert. Dementsprechend wäre es kontraintuitiv, wenn Insulin ein Stimulant des Sympathicus wäre.
    Wahrscheinlich hat er gemeint, dass zu wenig essen eben (wie gesagt) den Sympathicus stimuliert und regelmäßiges Essen als Gegenmittel wirkt.

  • @TylerDurden Konkret: 50ml Sahne, Pfefferminztee, heißes Wasser, 1tl Apfelessig, Pfeffer, Zimt, 1 TL Honig

    Mit Pfefferminz-Tee fand ich's auch lecker! Wobei ich den Unterschied zu der einfachen Variante mit Wasser nicht sooo groß fand. Insgesamt in allen Varianten eine Bereicherung.

  • @Johannes schrieb:

    @TylerDurden Konkret: 50ml Sahne, Pfefferminztee, heißes Wasser, 1tl Apfelessig, Pfeffer, Zimt, 1 TL Honig

    Mit Pfefferminz-Tee fand ich's auch lecker! Wobei ich den Unterschied zu der einfachen Variante mit Wasser nicht sooo groß fand. Insgesamt in allen Varianten eine Bereicherung.

    Definitiv. Aber werde alle drei ab sofort öfters trinken :smiley:

  • Ness, P. & Dowd, S. (2013). Sieben Minuten nach Mitternacht. München: cbj.(1)

    Illustrationen so stark und wild, dass mir der Atem stockt, und eine Geschichte, welche die unendliche und unsterbliche Macht von Geschichten beweist: Sieben Minuten nach Mitternacht ist eines meiner Lieblingsbücher der letzten Jahre.(2)

    Geschichten sind wilde Wesen, sagte das Monster. Wer weiß, was für Unheil sie anrichten können, wenn man sie loslässt? (S.61)

    Darin wird Conor O'Malley, ein zwölfjähriger Junge aus England, mit der Härte des Lebens konfrontiert: Seine Mutter liegt im Sterben. Ein Monster - eine alte Eibe, die Conor aus seinem Fenster sehen kann - sucht ihn des Nachts auf und zeigt ihm den Weg aus seiner Angst. Dieser Weg führt den Jungen tief in seine Angst hinein. Widerwillig lässt sich der Junge Stück für Stück darauf ein. Diese Konfrontation und in die Erkenntnis, dass das Leben und die Menschen (eingeschlossen er selbst) nicht nur gut sind, hilft dem Jungen, sein Leid zu tragen.


    Die alte Eibe kommt zu Besuch.

    Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht... Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt... Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise - es ist das Leben selbst. Es wird Conor in seinen Albtraum begleiten und ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit hinter seinem Schmerz! --Klappentext

    Vor hundertfünfzig Jahren, begann das Monster, wurde dieses Land zu einer Industrielandschaft. Fabriken schossen wie Unkraut aus dem Boden. Bäume fielen, Felder wurden brachgelegt, Flüsse ausgetrocknet. Der Himmel erstickte in Rauch und Asche, und den Menschen erging es nicht anders; sie husteten und kratzten sich den ganzen Tag, ihre Augen waren ständig zu Boden gerichtet. Aus Dörfern wurden Kleinstädte, aus Kleinstädten Großstädte. Und die Menschen begannen, auf der Erde zu leben anstatt mit ihr.(3)

    Der gleichnamige Film ist oberflächlich, obwohl Autor Patrick Ness selbst das Drehbuch geschrieben hat. Ein gute Buchverfilmung gilt nicht umsonst als Meisterleistung. Hier wird wieder deutlich, weshalb: Die Charaktere flachen ab, und Sprache und Dialoge - das wovon die Literatur lebt - verlieren an Macht. Sieben Minuten nach Mitternacht (2016) ist ein akzeptabler Kinderfilm, nicht mehr. Die letzte Szene unterscheidet sich aber vom Buch - und sticht dann doch noch hervor: Conor findet im Poesie-Album seiner Mutter Zeichnungen des Monsters. Scheinbar hatte auch sie Kontakt zur alten Eibe. Das wiederum ist eine so gute Wendung, dass ich vermute, Patrick Ness kam diese Idee erst, als das Buch bereits veröffentlicht war.

    Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein besonderes Jugendbuch, weil es sich nicht vor dem Bösen und der brutalen Realität des Lebens verschließt.



    1. Originaltitel: A Monster Calls. Seltenerweise sehen wir hier einen hervorragenden Deutschen Titel! Die Übersetzung ist insgesamt außergewöhnlich gelungen. (Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell.) ↩︎

    2. Harry Potter Illustrator Jim Kay hat hier wieder ganze Arbeit geleistet. ↩︎

    3. Anfang der zweiten von drei Geschichten, die das Monster erzählt. S.109. ↩︎

  • Clear, J. (2018). Atomic Habits. An Easy and Proven Way to Build Good Habits and Break Bad Ones. London: Random House Business Books.

    Just as atoms are the building blocks of molecules, atomic habits are the building blocks of remarkable results. [...] This is the meaning of the phrase atomic habits - a regular practice or routine that is not only small and easy to do, but also the source of incredible power; a component of the system of compound growth.

    Ein verirrter Baseballschläger trifft James Clear mitten ins Gesicht. Diverse Schädelfrakturen und die folgende Hirnschwellung sind lebensbedrohlich. Nachdem er aus dem künstlichen Koma erwacht, muss Clear kleine Schritte machen. Seine Rehabilitation lehrt ihn den kummulierenden Effekt vieler kleiner Gewohnheiten.

    The only way I made progess - the only choice I had - was to start small. (S.7)

    Am Ende schafft er es sogar zurück in den College-Baseball und wird als Mitspieler des ESPN Academic All-America Teams geehrt. Diesen Erfolg führt er auf jene Gewohnheiten zurück, die er sich - über die Jahre zuvor - während seiner Reha angeeignet hat.

    To be honest, there was nothing legendary or historic about my athletic career. I never ended up playing professionally. However, looking back on those years, I believe I accomplished something just as rare: I fulfilled my potential. (S.6)

    Verschaffen wir uns einen kurzen Überblick über die theoretischen Grundlagen von Atomic Habits.

    Many people think they lack motivation when what they really lack is clarity. (S.71)

    Grundlagen

    Gewohnheiten sind das Fundament unseres Lebenswandels. Vielleicht sind unsere Gewohnheiten sogar unser Lebenswandel - und wie wir später sehen werden auch ein Anker unserer Identität. Denn wir haben hunderte Gewohnheiten, ob wir uns ihrer bewusst sind oder nicht. Wir führen sie immer und immer wieder aus. Die Zeit kann deshalb als Multiplikator unserer Gewohnheiten gesehen werden: Sind unsere Gewohnheiten beispielsweise gesundheitsförderlich, werden wir mit der Zeit gesünder; sind sie gesundheitsschädlich, werden wir mit den Jahren immer kränker.

    Time magnifies the margin between success and failure. It will multiply whatever you feed it. Good habits make time your ally. Bad habits make time your enemy. (S.18)

    An dieser Stelle fließen Ideen von James Clear, Jordan Peterson und Sascha Fast zusammen. Gewohnheiten entständen aus unserer Identität und formten sie gleichzeitig, behauptet Clear.(1) Man müssen seine Taten auf ein bedeutungsvolles Ganzes, einen Nordstern ausrichten, und dann im Hier und Jetzt leben, schreibt Jordan Peterson.(2) Der eigene Selbstwert spiegele sich darin wieder, wie oft man auf Kosten seines zukünftigen Selbst lebe, sagt Sascha Fast. Unsere Gewohnheiten können wir als genau die Praktik ansehen, die uns dorthin bringt.

    True behavior change is identiy change. [...] Your identity emerges out of your habits. [...] More precisely, your habits are how you embody your identity. [...] The more you repeat a behavior, the more you reinforce the identity associated with that behavior. (S.34ff)

    .

    Eine einfache Reflexion dafür, wie hoch dein Selbstwert tatsächlich ist: Wie oft lebst du auf Kosten deines zukünftigen Selbst? [...] Lebt man auf Kosten des zukünftigen Selbst, nutzt man sich selbst aus. Mit einem wertvollen Menschen macht man das nicht. --Sascha Fast (3)

    Clear geht weiter als bloß zu behaupten, Gewohnheiten seien Bausteine des Lebenswandels. Für ihn haben Gewohnheiten einen akkumulierenden Effekt. Statt ein lineares oder gar ein Baustein-Modell zu Grunde zu legen, argumentiert Clear für exponentielle Fortschritte. Eine 1%ige Verbesserung jeden Tag, also beispielsweise eine marginale Verbesserung in einer von vielen kleinen Gewohnheiten, die auf ein größeres Ziel ausgerichtet sind, bedeutet langfristig eine reiche Ernte. Wer jeden Tag 1% besser werde, sei am Ende des Jahres 37x so gut wie zuvor. Dabei muss man immer beachten: Gewohnheiten sind ein zweischneidiges Schwert: Eine 1%ige Verschlechterung jeden Tag - und am Ende des Jahres ist man fast wieder ganz am Anfang.(4)

    Habits are the compound interest of self-improvement. (S.16)

    Dieses Modell hat einige Implikationen: Das Tal der Frustration (org. Valley of Disappointment), nennt Clear es. Ich bezeichne es als Engel der Beständigkeit. Im folgenden Zitat, "your outcomes are a lagging measure of your habits", bringt es Clear auf den Punkt: Legen wir ein exponentielles Modell zu Grunde, treten sichtbare Resultate zeitverzögert auf. Die Fortschritte akkumulieren sich unsichtbar für den Beobachter, der ein lineares Modell des Fortschritts zu Grunde legt. Das menschliche Gehirn scheint bevorzugt in linearer Progression zu denken - doch die Praxis beweist uns immer wieder, das diese Annahme nicht immer zutrifft.(5) Wo sich lineare Annahme und reale exponentielle Akkumulation treffen, beginnt die reiche Ernte des Geduldigen: Er bekommt mehr als erhofft, weil er das Durchhaltevermögen hatte, das Tal der Frustration zu durchqueren. Die Arbeit (lies auch: die täglichen Gewohnheiten) im Tal der Frustration waren nicht umsonst! Sie wurde gespeichert und wird später in ganzer Fülle freigesetzt. Wer beim Krafttraining schonmal ein "Plateau" hatte (und nicht aufgehört hat zu trainieren...), kennt diesen Effekt.

    Your outcomes are a lagging measure of your habits. [...] If you want to predict where you'll end up in life, all you have to do is follow the curve of tiny gains or tiny losses, and see how your daily choices will compound ten or twenty years down the line. (S.18)

    Eine Gewohnheit ist ein Verhalten, welches so oft wiederholt wurde, dass es automatisiert wurde. Wir bilden Gewohnheiten also aus (ob bewusst oder unbewusst), um mit bestimmten Verhaltensfolgen auf bestimmte Probleme zu reagieren, ohne dabei zu viele kognitive Ressourcen zu verbrauchen. Wer auf einen bestimmten Hinweisreiz hin schon weiß, wie er sich verhält, braucht keine Entscheidung zu treffen - und kann die dadurch freien kognitiven Ressourcen anders verteilen. Wer seit Jahren aufsteht, wenn der Wecker klingelt, denkt nicht darüber nach, ob er lieber liegen bleiben würde.

    Der Habit Loop ist Clears 4-Stufen-Modell vom Ablauf eines Verhaltens: Cue, Craving, Response, Reward. Der Cue ist ein Hinweisreiz, der notwendig ist, um zu wissen, wann ein Verhalten angebracht ist. Das Weckerklingeln kann der Cue zum Aufstehen sein (oder zum Liegenbleiben und in Passivität und Selbstmitleid versinken). Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um einen extrapsychischen Cue handeln. Ein Gefühl der Einsamkeit oder Frustration kann der Cue sein, auf Instagram zu gehen. Wer eine Trainingsgewohnheit hat, wird zur typischen Trainingszeit hibbelig. Die Tageszeit ist der Cue, sich zu bewegen.

    Das Craving bezeichnet die Motivation. Wir dürsten nach einer Zustandsveränderung, und dieses Craving führt dazu, dass wir ein Verhalten initiieren, welches diese Zustandsänderung hervorruft. Wir craven in der Regel nicht ein Verhalten selbst, sondern die intrapsychische Zustandsänderung, welche mit diesem Verhalten einhergeht.

    Every craving is linked to a desire to change you internal state. (S.48)

    Die Response bezeichnet die auf Cue und Craving folgende Reaktion, also die Handlung, das Verhalten, die Gewohnheit. Sie kann die Form einer Handlung annehmen, aber auch die eines Gedanken. Bedürfte es mehr psychische oder physische Energie, die Response auszuführen, als wir motiviert sind aufzuwenden, wird das Verhalten nicht gezeigt werden.

    Der Reward ist schließlich das Ziel des Verhaltens, die Belohnung. Er stellt jene Zustandsänderung dar, die uns vom Cue versprochen wurde und die wir begehrt haben.

    If a behavior is insufficient in any of the four stages, it will not become a habit. Eliminate the cue and your habit will never start. Reduce the craving and you won't experience enough motivation to act. Make the behavior difficult and you won't be able to do it. And if the reward fails to satisfy your desire, then you'll have no reason to do it again in the future. Without the first three steps, a behavior will not occur. Without all four, a behavior will not be repeated. (S.49)

    Aus dem Habit Loop-Modell leiten sich die Four Laws of Behavior Change ab. Jede der Regeln impliziert eine Stufe des Habit Loops. Will man eine Gewohnheit aufbauen, bedeutet dies konkret:

    1. Make it obvious.
    2. Make it attractive.
    3. Make it easy.
    4. Make it satisfying.

    Will man eine Gewohnheit loswerden, findet dementsprechend eine Umkehr der Vier Regeln statt:

    1. Make it invisible.
    2. Make it unattractive.
    3. Make it difficult.
    4. Make it unsatisfying.

    Jeder der Four Laws ist im weiteren Verlauf des Buches ein Kapitel gewidmet. Dort werden die Regeln anhand von Beispielen und Erklärungen in die Praxis gebracht. Das Cheat-Sheet im Anhang fasst die einzelnen Kapitel des Buches tabellarisch zusammen.



    1. Wer seine Identität durch kleine Gewohnheiten manifestieren, dem legt Clear folgenden 2-Stufen-Prozess ans Herz: "1. Decide the type of person you want to be. 2. Prove it to yourself with small wins." ↩︎

    2. Peterson, J. B. (2018). Twelve Rules for Live. An Antidote to Chaos. Toronto: Random House Canada. ↩︎

    3. me-improved.de/wie-entsteht-selbstliebe ↩︎

    4. 1,01^365=37,78%. 0,99^365=0,03% ↩︎

    5. Diese Aussage findet man von Mathematikern und Investoren gleichermaßen. ↩︎

  • Kortava, D. (2021). Lost in Thought. The Psychological Risks of Meditation. Abgerufen unter: harpers.org/archive/2021/04/lost-in-thought-psychological-risks-of-meditation/.

    Meditation wird als effiziente Ruhe für jedermann geschätzt - als Antidote unseres beschleunigten modernen Lebens. Der vorliegende Artikel stellt diese Rolle in Frage und weist auf negative Nebenwirkungen hin. Das ist erstmal nichts neues: Dass Meditation bei Menschen mit einer entsprechenden Disposition eine psychische Störung auslösen kann, ist ebenfalls bekannt. Die Horrorgeschichten von Zusammenbrüchen bei Retreats kennt man. Doch wirft der Artikel auch die Frage auf, ob negative Nebenwirkungen nicht auch bei Menschen ohne Disposition auftreten können. Die Frage, die sich mir vor allem stellt: Was ist Meditation? Der Begriff ist schwammig, er umfasst viele verschiedene Pratiken.

    “For most people, meditation is an either innocuous or potentially beneficial activity,” Lieberman said, “but in a small number of individuals it has the potential for psychological destabilization.”

    ...sagen die einen.

    Some clinicians believe that meditation can cause psychological problems in people without underlying conditions [...].

    ...sagen die anderen.

    cheetahhouse.org/ <- Hilfestellung + Information für Menschen mit psychischen Problemen durch Meditation

    “It took me three years of trauma training to realize, oh, that’s dissociation." --Willoubhgy Britton, klinische Psychologin und Neurowissenschaftlerin an der Brown Universität, die zu Meditation forscht, zunächst große Befürworterin war, aber dann Schlafstörungen und andere negative Nebeneffekte einer intensiven Meditationspraxis fand, post-hoc über ihre eigene Meditationserfahrung.

    Wer die Praxis der Meditation aus ihrem gesellschaftlichen, sozialen, materiellen und religiösen Kontext löst, sollte sich bewusst sein, dass er die Wirkungen nicht 1:1 übertragen kann - und selbst wenn er das könnte, sind die Konsequenzen dieser Wirkungen möglicherweise völlig anders. Das ist wie das Training eines gedopten Elite-Athleten, dessen kompletter Tagesrhythmus daran angepasst ist, auf einen Freizeitsportler zu übertragen. ("Trainieren wie XY" ist ja modern gerade.) Elemente des Lebenswandels sind in den Gesamtkontext des Lebenswandels eingebunden und können schwer isoliert und extrahiert werden.

    The Buddhist ascetics who took up meditation in the fifth century bc did not view it as a form of stress relief. “These contemplative practices were invented for monastics who had renounced possessions, social position, wealth, family, comfort, and work,” writes David McMahan [...]. Monks and nuns sought to transcend the world [...]. In the Pali suttas, the earliest Buddhist texts, the Buddha discusses meditation almost exclusively with audiences of followers ready to reject all earthly belongings. “Generally meditation is presented as something monastics aspiring to full awakening do,” McMahan writes, “an activity that is part of a way of being in the world that is ultimately aimed at exiting the world, rather than a means to a happier, more fulfilling life within it.”

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