[project log] Johannes' Lesenotizen

bearbeitet 25. Juli in Tagebücher und Logs

[project log] Johannes' Lesenotizen

Das alte Format:

Was?

In diesem Log werde ich zukünftig (1) die Notizen teilen, die ich anfertige, wenn ich Bücher lese. In Ausnahmen fertige ich auch Notizen über Artikel, Videos oder Filme an.

Warum?

Ich profitiere.
Meine Notizen werden besser, wenn ich sie veröffentliche, weil ich dann zu einer weiteren Überarbeitung gezwungen bin. Das festigt und reflektiert außerdem den Inhalt erneut.

Ihr profitiert.
Ihr könnt zentrale Argumente und Inhalte aus Büchern mitnehmen, Rückfragen stellen, habt eine Information für eure Entscheidung, ein Buch selbst zu lesen oder nicht, oder stoßt vielleicht auf Bücher. Im besten Fall startet ihr eine Diskussion mit mir, wenn ihr ein Buch auch gelesen habt und euch darüber austauschen wollt.

Das klingt nach viel Gewinn für wenig Mehrarbeit.

Wie?

Quellenangabe

Bewertung X/10: Wie gut hat mir das Buch gefallen? Siehe hier für einen groben Schlüssel.
Allgemeine Empfehlung (vorher: Empfehlung) Ja/Nein (2)

Spezifische Empfehlung Wer könnte aus dieser Quelle etwas mitnehmen?

Zusammenfassung So kurz wie möglich.
Notizen

Verwandte oder ähnliche Quellen

Persönlicher Kommentar


Im Juli 2020 habe ich die Lesenotizen reformiert, also in ein neues Format überführt. Zum neuen Format kannst du dich hier informieren.


Liste der Lesenotizen
Bartz, J. (2018). Shoes and Children. Abgerufen unter: https://josephbartz.de/instagram/shoesandchildren.html.

Bartz, J. (2019). Responsibility as a Guide for Action. Abgerufen unter: josephbartz.de/essays/en/responsibilityaction.html.

Benioff, D. & Weiss, D. B. (2013). The Climb. Game of Thrones S03E06.

Brown, B. (2006). Shame Resilience Theory. A Grounded Theory Study On Women and Shame. Families in Society. 87 (1), 43-52.

Borukhovick, I. & Tsangarides, A. (2016). Redefining the Polymath. In: Adventures Of A Stoic Podcast. Abgerufen unter: http://adventuresofastoic.com/aoas-podcast-episode-2-redefining-polymath-ian-borukhovich/.

Bukowski, C. (2004). Der Mann mit der Ledertasche. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Currey, M. (2013). Daily Rituals. How Artists Work. New York: Alfred A. Knopf.

Dolan, P. (2019). Happy ever after. Escaping the myth of the perfect life. London: Allen Lane.

Eyal, N. (2019). Indistractable. How to Control Your Attention and Choose Your Life. London: Bloomsbury Publishing.

Fast, S. (2018). Selbstwert II. Serotonin und Status. Abgerufen unter: me-improved.de/selbstwert-ii-serotonin-und-status.


Sascha, F. (2019). Some Q&A on the Zettelkasten Method and Student Life. Abgerufen unter: zettelkasten.de/posts/q-and-a-student-life/.

Fast, S. (2020). #91: Begriffe der Trainingswissenschaft | Mentale Fitness | Karrierekapital. Abgerufen unter: youtube.com/watch?v=h50nDZ3pStw.

Fast, S. (2020). Q&A #5 Was ist gute Ausdauer. Abgerufen unter: youtu.be/-__VnBDm3is.

Fast, S. (2020). Meditation auf Zeit und keine Esoterik. Abgerufen unter: me-improved.de/meditation-auf-zeit-und-keine-esoterik.

Feild, R. (1976). Ich ging den Weg des Derwisch. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

Fosse, J. (2001). Sommertag. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch.

Frisch, M. (1996). Biedermann und die Brandstifter. Ein Lehrstück ohne Lehre. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch.

Gaiman, N. (2017). Sandman Deluxe 1: Präludien & Notturni. Stuttgart: Panini Comics.

Gaiman, N. & Ferriss, T. (2019). Neil Gaiman - The Interview I've Waited 20 Years To Do. Abgerufen unter: https://tim.blog/2019/03/28/neil-gaiman/.

Gleick, J. (1993). Genius. The Life and Science of Richard Feynman. New York: Vintage Books.

Hari, J. (2019). This could be why you're depressed and anxious. Abgerufen unter: www.ted.com/talks/johann_hari_this_could_be_why_you_re_depressed_or_anxious.

Hesse, H. (1974). Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag.

Kang, S., & Kurtzberg, T. R. (2019). The cognitive cost of media choice for breaks. Journal of Behavioral Addictions 8(3), 395-403.

Katz, D. (2019). Angst kocht auch nur mit Wasser. München: mvg Verlag.

Kehlmann, D. (2019). Geister in Princeton. Hamburg: Rowohlt.

Kehlmann, D. (2019). Der Mentor. Hamburg: Rowohlt.

Kehlmann, D. (2019). Heilig Abend. Hamburg: Rowohlt.

Kehlmann, D. (2019). Die Reise der Verlorenen. Hamburg: Rowohlt.

Kohn, A. (2018). Punished by Rewards. The Trouble with Gold Stars, Incentive Plans, A's, Praise, and Other Bribes. Boston: Mariner Books.

Kohn, A. (2016). The Failure of Failure. Abgerufen unter: https://www.alfiekohn.org/blogs/failure/.

Lauveng, A. (2010). Morgen bin ich ein Löwe. Wie ich die Schizophrenie besiegte. München: btb Verlag.

Lemire, J. (2009). Sweet Tooth. Aus dem tiefen Wald. Band 1. Stuttgart: Panini Comics.

Lessing, G. E. (2000). Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Stuttgart: Reclam.

Murakami, H. (2010). 1Q84. München: btb Verlag.

Neistat, C. (2016). Losers and Closers. Abgerufen unter: youtube.com/watch?v=z_ESakf05PQ.

Newport, C. C. (2019). Digital Minimalism. Choosing a Focused Life in a Noisy World. New York: Portfolio/Penguin.

Newport, C. C. (2020). My New Task System, Deep Work with Kids, and Finding Purpose in Distracted Times. Deep Questions with Cal Newport, S01E01. Abgerufen unter: buzzsprout.com/1121972/3951770-my-new-task-system-deep-work-with-kids-and-finding-purpose-in-distracted-times-deep-questions?play=true.

Newport, C. C. (2020). Improving Concentration, Influential Books, and Figuring Out What to Focus On. Deep Questions with Cal Newport, S01E02. Abgerufen unter: calnewport.com/blog/2020/06/08/answering-your-questions/.

Newport, C. C. (2020). Origin of my Productivity Obsession, Analog Relationships, and Detaching from Digital Judgment. Deep Questions with Cal Newport, S01E03. Abgerufen unter: buzzsprout.com/1121972/4104056-origin-of-my-productivity-obsession-analog-relationships-and-detaching-from-digital-judgment-deep-questions?play=true.

Orlin, B. (2017). The State of Being Stuck. Abgerufen unter: https://mathwithbaddrawings.com/2017/09/20/the-state-of-being-stuck/.

Pang, A. S. K. (2016). Rest. Why You Get More Done When You Work Less. New York: Basic Books.

Pursuit of Wonder (2019). Don't Try - The Philosophy of Charles Bukowski. Abgerufen unter: youtube.com/watch?v=eMTDAHK-tkE.


Sinek, S. (2017). What Millennials Can Do. In: Leaders Eat Last. New York: Portfolio.

Sivers, D. (2016). Frequently Asked Questions. Abgerufen unter: https://sivers.org/faq.

Spiegelman, A. (2003). The Complete Maus. Maus 1 & 2. London: Penguin.

Thurber, J. (2013). The Secret Life of Walter Mitty. Abgerufen unter: newyorker.com/magazine/1939/03/18/the-secret-life-of-walter-james-thurber.

Tsatsouline, P. & Rogan, J. (2019). Pavel Tsatsouline: Building Endurance the Right Way. Abgerufen unter: youtube.com/watch?v=Ii845pDRC2c.

Ward, A.F., Duke K., Gneezy, A., & Bos, M.W. (2017). Brain Drain: The Mere Presence of One's Own Smartphone Reduces Cognitive Capacity. Journal of the Association for Consumer Research 2(2), 140-154.

Watanabe, K. (2009). Problem solving 101: a simple book for smart people. New York: Portfolio.

Willink, J. & Delarosbil, T. (2019). Jocko Willink - Darkness. Abgerufen unter: https://www.youtube.com/watch?v=lrJkcyZBIRU.

Willink, J. & Charles, E. (2020). Love The Taste: Jocko Willink. Abgerufen unter: youtube.com/watch?v=l7kfgkPGX2c&t=0s.

Es gibt ein zweites Inhaltsverzeichnis, das alle Einträge ab Juli 2020 enthält. Du findest es hier.

Leseempfehlungen

Ich gebe Leseempfehlungen heraus. Den Kanon findest du hier.


Wie immer ermutige ich dich zu kommentieren. Dein Kommentar und deine Fragen interessieren mich genauso wie deine Verbesserungsvorschläge. Ich werde gelegentlich Updates darüber veröffentlichen, was ich zu dem gegebenen Zeitpunkt lese. So kannst du auch während des Leseprozesses Einfluss auf mich nehmen.



  1. Ggf. überführe ich auch Notizen von Büchern, die ich bereits gelesen und aus denen ich Mehrwert gezogen habe. ↩︎

  2. Ich geize mit Empfehlungen. Nur Bücher, die ich für fundamental oder absolut lesenswert halte, werden hier ein "Ja" erhalten. Warum? Siehe dazu ausführlicher hier und hier↩︎

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Kommentare

  • bearbeitet 9. Juni

    Eyal, N. (2019). Indistractable. How to Control Your Attention and Choose Your Life. London: Bloomsbury Publishing.

    Gelesen im März 2020 auf @Tobias Empfehlung.

    Bewertung 8/10
    Allgemeine Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Dieses Buch ist empfehlenswert, wenn du Hilfe beim Wie der Konzentration brauchst.

    Zusammenfassung

    Wir können unsere Aufmerksamkeit kontrollieren, in dem wir den Umgang mit Ablenkungen erlernen.

    Notizen

    Part 1: Master Internal Triggers
    Das Problem ist Ablenkung, nicht digitale Technologie. (7)
    Tantalus wurde von Zeus dazu verdammt, sich nach Früchten und Wasser zu sehnen und zu recken, obwohl er sie nie erreichen konnte - und obwohl er sie nicht brauchte, weil Tote nicht essen und trinken. (11)(15)
    Konzentration ist eine zentrale soziale Fertigkeit. (14) [Newport]

    https://medium.com/the-mission/how-to-be-indistractable-32e01945710d
    Wir müssen die Wurzeln unserer Ablenkungen verstehen, um zu lernen, sie zu händeln. (25)
    Relevant ist weniger die Ablenkung selbst, sondern wie wir mit ihr umgehen. (25)
    Ablenkung ist eine Art, mit Unangenehmem umzugehen. (29) Wer Ablenkungen meistern will, muss lernen, mit Unangenehmem umzugehen! (34)
    Unzufriedenheit, Unangenehmes und Schmerzen aller Art sind der menschliche Standard. Unglücklichsein ist normal. Anstatt uns davon runterziehen zu lassen, können wir diese negativen Emotionen nutzen, um uns zu dem richtigen Leben zu motivieren. (33)
    Um mit internalen Triggern wirkungsvoll umzugehen, reicht es nicht, sie mit Gewalt zu blockieren. Das stärkt sie viel sogar. (36) Stattdessen werden wir uns des Triggers und seiner Wurzeln im Unangenehmen bewusst und entwaffenen ihn sanft. (41)
    Bei besonders starken Impulsen können wir die 10 Minuten Regel anwenden. (41)
    Internale Trigger können wir minimieren, in dem wir unliebsame und langweilige Tätigkeiten spielerisch oder ehrgeizig angehen. (48)
    Willenskraft ist nicht limitiert. (52) [Willink] Das Gegenteil anzunehmen ist selbstlimitierendes Verhalten. (85)
    Selbstmitgefühl (engl. self-compassion) bedeutet eine positive und fürsorgliche Einstellung gegenüber sich selbst im Angesicht von Angst, Schwächen und Scheitern. Statt sich einzureden, man hätte keine Selbstkontrolle (was zu weniger Selbstkontrolle führt), sollte man Selbstmitgefühl walten lassen. (53) Menschen mit gesundem Selbstmitgefühl sind resilienter. (54) [Brown] Faustregel: Mit sich selbst so reden, wie mit einem Freund. [Peterson]

    Part 2: Make Time for Traction
    Eine Ablenkung ist erst dann eine Ablenkung, wenn man weiß, wovon so einen ablenkt. (62) Sich etwas vornehmen ist deshalb die einzige Möglichkeit, Ablenkung und Traction zu unterscheiden. (65)
    Time boxing ist todo-Listen überlegen. Plant man den Tag per timeboxing und achtet darauf, dass der Plan die eigene Werte berücksichtigt, kann man Ablenkungen erkennen und wird die Person, die man sein möchte. (65)
    Reflektieren und Anpassen des Plans ist wichtig, aber man muss sich aus obigen Gründen an ihn halten, sobald er gesetzt ist. (64)
    Man kann das Resultat seiner Bemühungen nicht kontrollieren, wohl aber die Zeit, die man dafür einplant. Deshalb sollte man sich vor allem darum bemühen. (70)
    Soziale Kontakte sind eines der wichtigsten Dinge überhaupt. Deshalb sollte man Zeit für sie einplanen. Sonst erhalten unsere Liebsten nur die wenige Zeit, die zwischendurch zufällig übrig bleibt.
    Kibbutz ist hebräisch für Zusammenkunft. (78)
    Auch die Arbeit profitiert von timeboxing. (85) [Newport] Das gilt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen.

    Part 3: Hack Back External Triggers
    B = MAT. Behavior = Motivation x Ability x Trigger. (93)
    Ein externaler Trigger ist nicht per se schlecht. Er kann auch gewünschtes Verhalten (Traction) auslösen. (96)
    Wer sich während einer Tätigkeit ablenken lässt, versucht anschließend schneller zu arbeiten, um die Ablenkung zu kompensieren. Das führt zu Stress und minderwertigen Arbeitsergebnissen. (94)
    Wenn wir auf externale Trigger reagieren, trainieren wir unser Gehirn, auf kurzfristige Stimulus-Response-Abfolgen. Unsere Fähigkeit zur Konzentration schwindet. (94)
    Die kritische Frage lautet: Dient dieser externale Trigger mir - oder diene ich ihm? (96)
    Abrufen von Nachrichten ist kein Problem. Ständiges impulsives Checken ist ein Problem. Die Lösung ist batchen und timeboxen. Sozusagen E-Mail office hours. (110)
    Die Werkzeuge, die wir benutzen, ermutigen bestimmtes Verhalten und beeinflussen unseren Geisteszustand. (115) [Carr]
    In sozialen Situationen dienen Smartphone und Laptop oftmals als psychologische Flucht. (124)

    Part 4: Prevent Distraction With Patcs
    Franzen schreibt auf einem Laptop ohne Internet. (155)
    Nach den ersten drei Schritten können pre-commitments helfen, sich nicht ablenken zu lassen.
    "Effort Pacts" machen Ablenkung unwahrscheinlicher, in dem sie den Aufwand erhöhen, der nötig ist, das unerwünschte Verhalten auszuführen. (161)
    "Price Pacts" besteuern Ablenkung. Menschen sind eher motiviert, etwas nicht zu verlieren als etwas zu erhalten (loss-aversion). (168) Price Pacts holen das Scheitern langfristiger Projekte in den Moment, der dem Aufgeben unmittelbar vorausgeht. (170) Sie sind beängstigend, aber wirkungsvoll.
    "Identitiy Pacts" bedeutet, die Traction in sein Selbstbild zu integrieren. Wir verhalten uns eher auf eine Weise, wenn es Teil unserer Identität ist. Voter VS to vote. (175)

    Part 5: How to Make Your Workplace Indistractable
    Tech-overuse ist das Symptom schlechter Arbeitsbedingungen, in denen das Individuum kein Platz gelassen wird, Kontrolle zu erfahren. (189)
    Psychologische Sicherheit bedeutet, dass man nicht bestraft wird, wenn man Fehler macht, Fragen stellt oder neue Vorschläge einbringt. (199)
    Eine Atmosphäre psychologischer Sicherheit erzeugt man, indem man Arbeit als Lernprozess framet und Neugierde und Fehlerbereitschaft ermutigt. (200)

    Part 6: How to Raise Indistractable Children (And Why We All Need Psychological Nutrients)
    Jede Generation in der Geschichte der Menschheit dachte, die Jugend würde sich durch ihr Verhalten zerstören. (216)
    Statt Technologien für Ablenkung verantwortlich zu machen können wir mit unseren Kindern - wie folgt - an echten Lösungen arbeiten. [Fast]
    Die Psyche benötigt die drei Nährstoff Autonomie, Kompetenzerfahrung und Verbundenheit. (Self-determination theory) (221)
    Fehlen Kindern (oder Erwachsenen) diese Nährstoffe, wenden sie sich Ablenkungen zu, um dort ihren Bedarf nach diesen Nährstoffen zu decken. (222)
    Wenn die Aufmerksamkeit immer von außen, z.B. durch Erwachsene oder Technologien, kontrolliert wird, kann man darauf konditionieren, die Aufmerksamkeitskontrolle abzugeben. (223)
    Kinder können schon früh in Entscheidungen rund um ihren eigenen Zeitplan eingebunden werden. So lernen sie Selbstregulation und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu tragen. Selbst wenn sie damit ab und zu scheitern - das ist wichtiger Teil des Lernprozesses. (235)(248)
    Ein guter Test dafür, ob ein Kind reif genug für eine Technologie ist, ist ihre Fähigkeit und Bereitschaft, die externalen Trigger dieser Technologie zu bedienen und zu selbstständig zu limitieren. (241)

    Part 7: How to Have Indistractable Relationsships
    Ablenkung ist ansteckend. (253)
    Man muss asoziales Verhalten - sein Smartphone während eines Treffens benutzen - ansprechen und unterbinden, sodass dieses Verhalten auf längere Sicht kulturell verachtet wird und sich nicht fortsetzt. (255)
    Dies tut man im Bezug auf das Smartphone am verträglichsten mit der Frage: "Ich sehe du bist am Handy. Ist etwas schlimmes passiert?" Diese Frage kann nur gewinnen. (255)
    "Phubbing" - eine Person ignorieren, in dem man sein Smartphone benutzt. (256)
    1/3 der Amerikaner würden eher auf Sex als auf ihr Smartphone verzichten. (259)

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Newport, C. C. (2016). Deep Work. Rules for Focused Success In A Distracted World. London: Piatkus.
    Newport, C. C. (2019). Digital Minimalism. Choosing a Focused Life in a Noisy World. New York: Portfolio/Penguin.
    Gunaratana, B. H. (2011). Mindfulness in Plain English. Somerville: Wisdom Publications.

    Persönlicher Kommentar

    Kombiniert mit Deep Work hat man das Werkzeug, seine Aufmerksamkeit zu verwalten. Zum Zusammenhang mit Deep Work siehe hier.

    Edit Juni 2020: Das Buch hatte nachhaltigeren Einfluss auf mich, als ich zuerst antizipiert hatte.

  • Wow, super Auftakt für deine Lesenotizen.
    Vielen Dank, dass du uns daran teilhaben lässt.
    Ich empfinde das als sehr wertvoll!

  • Ich auch. Danke Johannes!

  • Sind das original Zitate (ggf. übersetzt) oder handelt es ich um eigene (um-) Formulieren?

  • @Johannes schrieb:

    [project log] Johannes Lesenotizen

    Wie immer ermutige ich dich zu kommentieren. Dein Kommentar und deine Fragen interessieren mich genauso wie deine Verbesserungsvorschläge.


    [^1]: Ggf. überführe ich auch Notizen von Büchern, die ich bereits gelesen und aus denen ich Mehrwert gezogen habe.
    [^2]: Ich geize mit Empfehlungen. Nur Bücher, die ich für fundamental oder absolut lesenswert halte, werden hier ein "Ja" erhalten.

    Auf jeden Fall eine coole Sache, dass du deine Arbeit und deine Erkentnisse aus dieser mit uns teilst :smile: .
    Als Vorschlag bzw. Frage ob du / ihr das als Sinnvoll haltet.
    Zusätzlicher Punkt: (Thematisch) vergleichbare oder empfehlenswerte Bücher.
    Vielleicht ist ja ein Buch nicht empfehlenswert, aber du hast zu diesem Thema ein Buch gelesen was sich lohnt. Dann fände ich für mich den Hinweis darauf hilfreich :smile: . Vielleicht wäre (ohne beide Bücher gelesen zu haben) hier "Deep Work" von Cal Newport in der neuen Rubrik aufgeführt?

  • Danke für euer Feedback, @Daily_Grind, @Gnahn und @TylerDurden!

    Sind das original Zitate (ggf. übersetzt) oder handelt es ich um eigene (um-) Formulieren?

    In der Regel formuliere ich die Dinge in meinen eigenen Worten. Manche Formulierungen sind aber so pointiert, dass sie bei mir hängen bleiben und ich sie direkt übersetze. Dies gilt zum Beispiel für Wer Ablenkungen meistern will, muss lernen, mit Unangenehmem umzugehen! (34). Dort heißt es im Original: "If we want to master distraction, we must learn to deal with discomfort." Oder Die kritische Frage lautet: Dient dieser externale Trigger mir - oder diene ich ihm? (96) lautet im Original "We must ask: is this trigger serving me, or am I serving it?"

    Zusätzlicher Punkt: (Thematisch) vergleichbare oder empfehlenswerte Bücher.
    Vielleicht ist ja ein Buch nicht empfehlenswert, aber du hast zu diesem Thema ein Buch gelesen was sich lohnt. Dann fände ich für mich den Hinweis darauf hilfreich

    Gute Idee! Vergleichbare oder thematisch verwandte Bücher, die ich gelesen habe, werde ich als Kategorie mit in die Lesenotizen aufnehmen. Mit Empfehlungen geize ich. Zusätzlich werde ich aber, um deinem Vorschlag Rechnung zu tragen, mit der Zeit einen Kanon der Bücher anlegen, die ich wirklich empfehle. Ich habe im Eingangspost bereits eine Kategorie dafür eingerichtet.

    Vielleicht wäre (ohne beide Bücher gelesen zu haben) hier "Deep Work" von Cal Newport in der neuen Rubrik aufgeführt?

    Ja. Deep Work ist ein Buch, das ich empfehle. Indistractable und Deep Work ergänzen sich (1). Während Deep Work vor allem einen Bezug zur Produktivität hat und ein starkes Warum zur Konzentration liefert, leistet Indistractable auf der Mirkoebene einen Beitrag zum Wie. Man wird Deep Work lesen und danach von der Relevanz konzentrierten Arbeitens und Lebens überzeugt sein, und man hat auch ein paar Techniken an der Hand, aber es mag die Frage bleiben, wie man sich denn nun eigentlich konzentriert (2).



    1. Das sieht auch Nir Eyal so: "Yes, I know Cal well and I do think our work is complementary."
      Cal Newport hat sich auch zu typisch amerikanischem Praise hinreißen lassen: "Indistractable is a masterclass in understanding the root cause of distraction. Recommended for anyone looking to do more deep work." ↩︎

    2. Als Analogie könnte man sagen: Newport sagt 'Training tut dir aus folgenden Gründen gut. Absolviere jeden Tag ein Ausdauertraining und ein Krafttraining'. Eyal sagt dir, wie du während des Trainings atmen musst, damit dir nicht die Puste ausgeht. ↩︎

  • bearbeitet 9. Juni

    Pang, A. S. K. (2016). Rest. Why You Get More Done When You Work Less. New York: Basic Books. (1)

    Gelesen im April 2019.

    Bewertung 6/10
    Allgemeine Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Für Personen, die nicht chillen können und die am liebsten non-stop etwas leisten wollen (oder aus Gründen des Selbstbildes müssen), denen sei dieses Buch empfohlen, da es ein Argument für die Produktivität von Ruhe bietet.

    Zusammenfasssung

    Je besser du ruhst, desto besser arbeitest du. Arbeit und Ruhe sind eins.

    Notizen

    Ruhe und Arbeit gehen nur Hand in Hand. Ruhe und Arbeit sind gleich wichtig. Sie sind zwei Seiten einer Medaille.

    Ruhe muss man sich nehmen. Ruhen ist aktiv.

    Ruhen ist eine erlernbare Fähigkeit. Wer ruhen übt, kann darin immer besser werden.

    Gelungene Erholung hat vier Komponenten: Entspannung, Distanz, Mastery und Kontrolle. [Sonnentag]

    Manche Formen der Ruhe stimulieren kreative Arbeit (Spazieren, Nickerchen, Schlafen, an der richtigen Stelle aufhören, (Morgen-)Routinen, die Arbeit auf 4 Stunden begrenzen), andere Formen machen kreative Arbeit nachhaltig (Sabbaticals, Deep Play, körperliches Training).

    Ruhe darf Spaß machen. :smile:

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Newort, C. C. (2020). On Doing Less to Produce More: A Novelist Embraces a Minimalist Lockdown. Abgerufen unter: https://www.calnewport.com/blog/2020/05/07/on-doing-less-to-produce-more-a-novelist-embraces-a-minimalist-lockdown/.

    Persönlicher Kommentar:

    Pang macht eine äußerst relevante Grundaussage: Überarbeiten ist nicht cool, es ist kontraproduktiv. Ruhen ist eine Superkraft. Für diese Aussage hätte mir ein fünfseitiges Essay gereicht. Ich bin ihm dennoch dankbar.



    1. Fraglich, ob Soojung-Kim jetzt Teil des Vornamens oder Nachnamens des Autors ist. ↩︎

  • bearbeitet 10. Mai

    Watanabe, K. (2009). Problem solving 101: a simple book for smart people. New York: Portfolio.

    Gelesen im Januar 2020.

    Rating 6/10
    Empfehlung Nein

    Zusammenfasssung

    Man kann lernen, Probleme zu lösen. Problemlösekompetenz ist eine Metakompetenz. Sie geht außerdem mit psychischem Wohlbefinden einher.

    Notizen

    Problemlösen ist eine fundamentale Fertigkeit und ein Mindset. Problemlösen betrifft jeden Aspekt des Lebens. Es gibt eine verlässliche Art, Probleme zu lösen, die jeder lernen kann. Trotzdem wird sie nicht gelehrt. (Außer hier natürlich..) (X)
    Kritik am Bildungssystem: Statt gedächtnisorientiertem Unterricht sollte man problemlöseorientierten Unterricht machen. (X)

    Class 1
    Problemlösekompetenz ermöglicht es, die Herausforderungen des Lebens zu genießen und zu meistern, statt sich hilflos und überfordert zu fühlen. [Seligman] Wenn man Problemlösefertigkeiten entwickelt, kann man das Vertrauen erlangen, jegliche zukünftigen Probleme lösen zu können, die einem im Leben begegnen werden. Das schenkt geistige Gelassenheit. Es macht gewissermaßen "glücklich", Probleme zu lösen. [Manson] (3)
    Problemlösen ist eine Gewohnheit. (12)
    Problemlösekompetenz wird im Kleinen entwickelt und ist dann auf immer größere Probleme anwendbar. (13) [Covey][Peterson]

    Der Problemlöseprozess:
    (1) Unterstand the current situation. -> (2) Identify the root cause of the problem. -> (3) Develop an effective action plan. -> (4) Exectue and modify until the problem is solved.

    Problemlösen ist eine Kombination aus Denken und Handeln. Nur eines von beidem hilft nicht weiter. (14)

    Class 2
    Herausforderungen/Probleme können überwältigend sein. Statt aufzugeben, kann man einen Schritt zurücktreten und die Ursachen des Problems und Lösungsansätze suchen. (25) [Willink]
    Der Prozess ähnelt dem Vorgehen eines Arztes: Symptome auf Ursachen zurückführen und effektive Behandlungsmethoden verwenden. Je besser man darin wird, Symptome auf Ursachen zurückzuführen, desto effektivere Behandlungsmethoden kann man verwenden. (25)

    (1) Die Situation verstehen und die Ursache identifizieren.
    (1A) Alle möglichen Ursachen auflisten.
    (1B) Eine Hypothese für die wahrscheinliche Ursache entwickeln.
    (1C) Analysemethoden und relevante Instrumente zum Test der Hypothese auswählen.
    (1D) Die Ursache analysieren und identifizieren.
    (2) Lösungsweg entwickeln.
    (2A) Eine große Vielfalt von Lösungen auflisten.
    (2B) Handlungen priorisieren.
    (2C) Einen Plan aufstellen.

    Zu 1C: Man sollte Informationen effektiv und effizient beschaffen. So vermeidet man, in einer Flut irrelevanter Informationen den Überblick zu verlieren. (Siehe Design Plan)
    Zu 2A: So viele Ideen wie möglich auflisten, ohne zu bewerten. Die Bewertung und Priorisierung erfolgt später. [Fast]
    Zu 2B: siehe Matrix
    Zu 2C: Zuerst Handlungen planen und ausführen, die sowohl umsetzbar als auch einflussreich (engl. impactful) sind.

    Class 3
    (1) Ein klares Ziel setzen.
    (2) Die Lücke zwischen dem Zielzustand und dem momentanen Zustand bestimmen.
    (3) Eine Hypothese zum Schließen dieser Lücke entwickeln.
    (3A) So viele Optionen und Ideen wie möglich auflisten.
    (3B) Die besten Ideen als Hypothese auswählen.
    (4) Die Hypothese testen und nötigenfalls zu (3) zurückkehren.
    (4A) Analyseinstrumente und Methoden zum Test der Hypothese auswählen.
    (4B) Die Hypothese analysieren und einen Handlungsplan aufstellen.

    zu (1): Was will ich? Wann will ich es? Wie will ich es erreichen?
    zu (3): Z.B. Logik Baum verwenden.

    Impact = Effektivität des Plans x Qualität der Ausführung

    Class 4
    Entscheidungen treffen ist Problemlösen.
    Die eigenen Schlussfolgerungen und Annahmen in Frage zu stellen ist entscheidend.
    Um Rat und Hilfe zu bitten verbessert die Entscheidungsfindung. [Sinek]

    Werkzeuge des Problemlösers
    Logik Baum
    Ja/Nein Baum
    Design Plan zur Erhebung von Informationen
    Matrix: Umsetzbarkeit/Impact von Lösungswegen
    Hypothesen Pyramide (Gruppierungen/Folgerungen)
    Pro und Kontra
    Erweiterte Pro und Kontra: Kriterien und Evaluation

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    /

    Persönlicher Kommentar:

    Dieses Kinderbuch enthalt Anleitungen zum Problemlösen. Darüber hinaus ist wenig zu holen.

  • bearbeitet 9. Juni

    Hesse, H. (1974). Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag.

    Gelesen Dezember 2019.
    Bewertung 7/10
    Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Wer Hesse mag, dem wird dieses Buch gefallen. Männer in ihren Jugendjahren können einiges mitnehmen.

    Zusammenfasssung

    Demian ist ein Bildungsroman. Er handelt von Emil Sinclairs Kindheit und Jugend und der Beziehung zu seinem Freund und Mentor Max Demian. Über die Jahre entwickelt sich Sinclair vom ängstlichen Kind zum erwachsenen Mann. An seinen Herausforderungen wächst sein Selbstbewusstsein und formt sich sein Charakter, bis er schließlich immer mehr zu sich selbst findet.

    Notizen

    Buxtehude - Passacaglia (auf der Orgel).

    "Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mehr heraus wollte. Warum war das so sehr schwer?" (96)

    "Kain war ein famoser Kerl." (32) Es gibt Menschen, die tragen das Zeichen auf der Stirn. Andere Menschen fürchten sich vor ihnen. Sie sind mutig und vital, sie gehen ihren Weg.

    Erwachsene haben gelernt, Gefühle zu Gedanken zu machen. (37)

    "Es gibt Dinge, vor denen du Furcht hast; es gibt auch Menschen vor denen du Furcht hast. Und das sollte man nie haben. Nein, vor Menschen sollte man niemals Furcht haben." (39)
    "Man braucht vor niemand Angst haben. Wenn man jemand fürchtet, dann kommt es daher, dass man diesem Jemand Macht über sich eingeräumt hat." (40)
    Wer anderen Macht über sich einräumt, verliert alle Freiheit. [Taleb][Frankl]

    "Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen der ihn zu sich selber führt." (48)
    Sinclair hatte Angst davor gehabt, dass Demian ihn gefordert hätte. Er hatte Angst vor der eigenen Kraft. Denn mit ihr wäre auch Verantwortung und allerlei unangenehme Konfrontation einher gegangen.

    "Ich seh ihm jedesmal ganz, ganz fest in die Augen. Das vertragen fast alle Leute schlecht. Sie werden alle unruhig. Wenn du von jemand etwas erreichen willst, und siehst ihm unerwartet ganz fest in die Augen, und er wird gar nicht unruhig, dann gib es auf! Du erreichst nichts bei ihm, nie! Aber das ist sehr selten." (59)

    Dem christlichen Gott fehlt die dunkle Seite. (62) Die halbe Welt wird ihm Christentum unterschlagen. (64)

    "Darum muss jeder von uns für sich selber finden, was erlaubt und was verboten - ihm verboten ist." (64)
    Jeder muss sein eigener Richter sein. Wer sich von anderen beurteilen lässt, räumt ihnen Macht über sich ein. Wenn man sich dem Moralismus zuwendet, verlässt einen alle Energie. Wenn man etwas tun möchte, darf man sich nicht fragen, ob es dem Vater oder dem Gott oder sonst irgendwem recht sei. Wenn man es für richtig hält und es tun will - dann tut man es. [Blanton]

    "Von sich selber wegkommen ist Sünde. Man muss sich in sich selber völlig verkriechen können wie eine Schildkröte." (66)

    Man geht seinen Weg, aber man wählt diesen Weg nicht. Der Weg ist Schicksal, die Frage ist: Wie unerschrocken und konsequent geht man diesen Weg? (126)

    Angst hat man nur, wenn man sich mit sich selber nicht einig ist. (134)

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    /

    Persönlicher Kommentar:

    Ich hätte dieses Buch gerne als Jugendlicher gelesen.

  • bearbeitet 9. Juni

    Feild, R. (1976). Ich ging den Weg des Derwisch. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

    Gelesen im Oktober 2019 auf @Saschas Empfehlung.

    Bewertung 6/10
    Empfehlung Nein

    Zusammenfasssung

    Ein junger Engländer ist auf der Suche nach Spiritualität. Er trifft durch einen beruflichen Zufall auf den Sufi Hamid (1), der sein spiritueller Lehrer wird. Sein Geschäft und alles Marterielle lässt der junge Engländer hinter sich und reißt alle Brücken ab, um Hamid auf eine Reise ins Anatolische Hochland zu folgen, die sich als beschwerliche Reise zu sich selbst entpuppt.

    Notizen

    Verstehen und Erleben der Energien des Augenblickes setzt Offenheit voraus. Nutzen dieser Energien setzt Akzeptanz dessen voraus, was man erlebt, und anschließend ein Umwandeln, ein Assimilieren.

    Spiritualität erfordert Ruhe und Zeit. Die Seele verträgt keine Eile.

    Für geistige Klarheit und Kraft sind gutes Atmen, gute Haltung, gute Ernährung und gute Ruhe unabdingbar.

    Humor ist eine Eigenschaft derer, die sich selbst und das Leben nicht zu ernst nehmen.

    Ruhe findet jemand mit starkem Leistungsmotiv nicht, in dem er Ruhe zu leisten versucht. Ruhe findet man nicht in der Form, sondern im SEIN.

    Alles, was man für Ruhe braucht, ist bereits in einem. Alles, was du brauchst, ist schon da.

    Um ins SEIN zu kommen, ist Entspannung hilfreich. [Blanton]

    Textstellen
    „Irgendwie war mir klar, was ich tun musste. Im Islam heißt es: ‚Wenn du betest, bete mit deinen Händen.‘ Wie die anderen, die neben mir standen, öffnete ich meine Hände, die Handflächen nach oben gekehrt. Warum man gerade auf diese Weise beten sollte, wusste ich nicht, doch ich hatte das Gefühl, dass ich vielleicht beginnen würde zu verstehen, wenn ich mich nur völlig öffnen könnte. Als ich so betete, spürte ich eine Spannung in der Kehle und zugleich ein heftiges Brennen in der Mitte meiner Brust. Ich begann zu weinen, und während mir die Tränen über das Gesicht liefen, wusste ich, in einer Sprache ohne Worte, was es bedeutet, von jemandem angenommen zu werden, der in eine Welt jenseits von Raum und Zeit eingegangen ist. Es war nicht mehr so wichtig, ob er lebte oder schon tot war. Wenn man so betet, wird man ganz und gar in eine andere Dimension versetzt. Ich blieb lange in der Moschee.“ (37)

    „[…] je weiter du auf dem Pfad voranschreitest, desto mehr musst du imstande sein, alles, was dir begegnet, umzuwandeln.“ (15)

    „Du musst lernen, die drei Welten ins Gleichgewicht zu bringen – die Welt des Denkens, die Welt des Fühlens und die physische Welt. […] Wenn du allein mit dem Gehirn forschst, dann kommen nur Vorstellungen von der Wahrheit dabei heraus. Forschst du nur in der Welt des Fühlens, dann wirst du vielleicht im Zustand eines unaufhörlichen Halleluja herumwandeln und alles fühlen, aber ohne Richtung sein. Machst du nur Gymnastik, um deinen Körper zu trainieren, so wirst du vielleicht so erdgebunden, dass du nie hoch genug emporstreben wirst. Es ist eine Frage des Gleichgewichts.“ (50)

    „Der Körper verliert immer Kraft und wird schwach, wenn man zweifelt. Wirkliche Gewissheit macht uns alle Kräfte verfügbar, die wir brauchen. […] Wer an dem WERK beteiligt ist, braucht mehr Eiweiß als sonst […]. [Du musst] gut essen, gut schlafen und gut lieben.“ (64)

    „Den Sufi nennt man ‚Sohn des Augenblicks‘. In dem du jeden Moment in Maria aufgehst, wird etwas erlöst, dass ein Kind geboren werde; und was geboren wird, ist der Sohne des Augenblicks. […] Dein Körper ist die Jungfrau Maria […].“ (92)

    „‘Sie sind zu ernst‘, sagte er. ‚Warum sind Sie so ernst? Glauben Sie denn, Er hat keinen Sinn für Humor? Es wird ihn köstlich amüsieren, uns in diesem Augenblick zuzusehen […].“ (115)

    „Du bist dafür verantwortlich, dich um deine Welt zu kümmern, und du hast auch die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass du nicht in einen Zustand zurückfällst, der unter deiner Würde ist.“ (126)

    „Verschwendung ist die einzige Sünde.“ (127)

    „Wenn du in den Garten hinaus gehst und auf einen Dorn trittst, dann vergiss nie, dankzusagen. Der Dorn mag weh tun, aber er ist dir auf dieselbe Weise gegeben wie dir das Attar der Rosen gegeben wird.“ (147)

    „Hast du denn vergessen, dass Er, Den du suchst, nicht in der Welt der Form zu finden ist? Solange du dich daran nicht erinnerst, wirst du immer enttäuscht sein.“ (153)

    „Ich wusste jetzt, dass der Kampf mit alldem, was zwischen uns und der Wahrheit steht, nie endet, und dass wir jeden Tag unseres Lebens kämpfen müssen gegen das, was zur Trennung führt.“ (161)

    „Gott dienen – was könnte wunderbarer sein? Die einzige wirkliche Freude liegt darin, ein Diener Gottes zu sein, und das bedeutet, jederzeit wach sein für die Erfordernisse des Augenblicks.“ (157)

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Hesse, H. (1974). Siddhartha. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch.

    Persönlicher Kommentar:

    Such in dir, nicht außerhalb von dir. Spiritualität liegt im Sein, nicht in der Form. Dieser spirituelle Abenteuerroman hat mich mehr als einmal berührt.



    1. Die Figur des Hamid basiert auf dem türkischen Mystiker Bülent Rauf. Die Figur des jungen Engländer basiert auf Reshad Feild, dem Autor selbst. ↩︎

  • Update

    Ich werde gelegentlich Updates darüber veröffentlichen, was ich zu dem gegebenen Zeitpunkt lese. So kannst du auch während des Leseprozesses Einfluss auf mich nehmen.

    Zur Zeit lese ich folgende Bücher.

    Belletristik: Murakami, H. (2012). 1Q84. München: btb Verlag. "Nicht ich bin verrückt, die Welt ist es..."

    Graphic Novel: Spiegelman, A. (2003). Maus 1&2. A Survivor's Tale. London: Penguin Books.

    Fachliteratur: Lauveng, A. (2010). Morgen bin ich ein Löwe. Wie ich die Schizophrenie besiegte. München: btb Verlag. "Ich war früher schizophren."

  • @Johannes hast du bestimmte Zeiten für Belletristik, Graphic Novel oder Sachbuch "geblockt"? Also zum Beispiel morgens Fachliteratur und abends Belletristik?

    Ich merke, dass wenn ich mehrere Bücher parallel lese ich auf eines immer mehr Lust habe und das dem/den anderen vorziehe.

  • bearbeitet 7. April

    Feste Lesezeiten habe ich nicht geblockt. Das handhabe ich flexibel. Tendenziell sieht es aber etwa so aus: Fachliteratur lese ich nach der Arbeit oder am Wochenende auch mal nachmittags als Teil meiner Arbeit. Es ist die Zeit für Fachliteratur gekommen, wenn ich mein Tageswerk abgeschlossen, d.h. etwas produziert habe.

    Belletristik und Graphic Novel lese ich abends im Bett, wobei Graphic Novel so eine Art besondere Belohung für mich ist, nach besonders anstrengenden Tagen zum Beispiel, oder in harten Zeiten. Belletristik dagegen ist sozusagen tägliche Selbstfürsorge und Hobby für mich, da ich Romane liebe und mir am Ende des Tages gerne gönne, darin zu versinken.

    Wenn ich aber mit Freunden abhänge, nachts arbeite oder irgendwas anderes ansteht, lese ich auch mal ein paar Tage gar nicht. Fachliteratur vor dem Schlafengehen bekommt mir nicht gut (es wühlt mich auf), vor allem dann nicht, wenn mich das Buch reizt. Da bin ich deshalb streng.

    In der Regel ist meine Lust immer: Graphic Novel > Roman > Fachliteratur. Gilt diese Regel nicht, ist dies ein gutes Signal für den Wert des betreffenden Buches oder die Nutzlosigkeit der anderen.

  • @Jost Danke für die Antwort. Ich lese oft auch Fachliteratur vor dem Schlafengehen, weil mich das Buch dann so packt. Entweder bin ich so müde, dass ich direkt einschlafe oder ich schlafe sehr schlecht ein und bin wieder wach!

    Kannst du mir ein paar Graphic Novel für Einsteiger empfehlen? Ich wollte schon immer mal Watchmen lesen, aber vielleicht hast du noch andere Empfehlungen.

  • @Daniel Ich mag Graphic Novels, weil sie die Stärken von Literatur und Film verbinden. Auf dem Gebiet der Graphic Novel bin ich aber selbst Neuling. Mein erstes habe ich im Januar 2020 gelesen. Inzwischen hat sich meine Sammlung auf sechs Stück erweitert.

    Gelesen haben ich in folgender Reihenfolge: Der Verbannte von Erik Kriek, Rougneck von Jeff Lemire, Arkham Asylum von Jim Morrisson und Dave McKean und derzeit Maus von Art Spiegelman.

    Ungelesen warten auf mich Sweet Tooth von Jeff Lemire und - darauf bin ich komplett hyped - Sandman von Neil Gaiman.

    Alle genannten Graphic Novels haben völlig unterschiedliche Stile. Ich habe dir Stilproben verlinkt, wo es möglich war. Meine Erfahrung nach hat da jeder ganz eigene Vorlieben. Am besten beraten war ich damit, in einen Comic Laden zu gehen und reinzublättern. Da habe ich sofort gemerkt, welche ich total kacke fand (die meisten) und auf welche ich - nur alleine durch den Stil - Lust bekommen habe. Ich würde eher mit etwas einsteigen, das einem Comic ähnelt, um ein Gespür zu bekommen. Mir hat das geholfen, auch die krasseren Sachen einzuordnen.

  • bearbeitet 9. Juni

    Katz, D. (2019). Angst kocht auch nur mit Wasser. München: mvg Verlag.

    Gelesen Mitte 2019.

    Bewertung 6/10
    Allgemeine Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Wenn du eine Geschichte mit Angststörungen oder Depressionen hast oder dich aus beliebigen Gründen dafür interessiert, sei dir dieses Buch als nette Illustration einiger Konzepte empfohlen.

    Zusammenfasssung

    Angst ist gut und normal. Angst ist kein Problem, aber der Umgang mit ihr kann zum Problem werden. Indem man auf illustrierte Metaphern - kurz gesagt: Bilder - zurückgreift, kann man seinen Umgang mit Ängsten gegebenfalls verbessern.

    Notizen

    Illustrierte Metaphern sind ein wertvolles therapeutisches und pädagogisches Werkzeug. Sie kommen menschlichem Denken und Lernen entgegen. Menschliche Sprache ist bildlich. (9) [Brown]

    Die Acceptance-Commitment-Therapy (ACT) geht davon aus, dass einige Störungen (u.a. Depression, Angststörung) durch übermäßiges verbales Nachsinnieren bedingt werden. Statt dieses Nachsinnierens ermutigt die ACT Patienten, ihre Schlussfolgerungen aus konkreten Erfahrungen in der unmittelbaren Lebenswelt zu ziehen. [Blanton] Ein Bild kann dabei einen direkteren Zugang darstellen als Worte. (10)

    Ein Bild kann als Abkürzung zu innerpsychischen Konstruken führen. (Ähnlich einem Mantra.)

    Menschen, die ihre Sorgen und Ängste gut visualisieren können, können besser mit ihnen umgehen als solche, die sich verbal sorgen. (23)

    Angst ist gut, normal und wünschenswert. Nicht Angst verursacht Probleme, sondern wie man mit ihr umgeht. (29)

    Ungewollte Gedanken verschwinden nicht, in dem man versucht, sie abzustellen oder sie negiert. Das ist vielmehr kontraproduktiv. (37) [Eyal]

    Extinktionsausbruch bedeutet Verhalten zu intensivieren, dass früher einmal gut funktioniert hat, aber in der gegenwärtigen Situation nicht mehr angemessen ist. (47) Wir nutzen aber gerne Werkzeuge, die wir schon kennen und die wir beherrschen - ob sie passen oder nicht. (57)

    Es ist nie zu spät für eine schlechte Kindheit.

    Zu sagen fehlender Selbstwert führe zu wenig Assertiveness, ist so wie zu sagen, schlechtes Wetter führe zu Regen. (63)

    Vermeidungsverhalten verstärkt sich selbst. (67)

    Der What-the-hell-Effekt beschreibt das Schwarz-Weiß-Denken, man könne seine Verhaltenskontrolle (z.B. Vorsätze) auch gleich ganz aufgeben, sobald man einmal einem Impuls nachgegangen ist. (69)

    "Wenn du nicht sofort aufhörst Angst zu haben, knall ich dir eine, du Waschlappen." (83) Wenig sinnvoller Umgang mit sich selbst...

    Man kann fast überall überleben, aber um zu gedeihen braucht man gute Verhältnisse. (85) [Frankl]

    Ein einseitiges Leben macht verletztlich. Diversifikation ist deshalb wichtig. (101) [Manson][Adams]

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Nunge, O. & Mortera, S. (2014). Gefühle in Balance. Kluger Umgang mit schwierigen Emotionen. München: Scorpio.
    Brown, B. (2017). Verletzlichkeit macht stark. München: Wilhelm Goldmann Verlag.

    Persönlicher Kommentar

    Ein süßes Buch. Gut illustrierte Psychoedukation. Ich fand darin wenig Neues, Altes dafür aber wunderbar dargestellt. Einige Illstrationen und Metaphern sind mir hängen geblieben. Ich habe öfter solche Bilder an Freunde weitergegeben.

  • Update: Meine Leseempfehlungen sind nun öffentlich.

  • Sehr cool, dass du deine Leseempfehlungen hier teilst! Und generell, dicken Daumen hoch für deine Beiträge hier - ich konnte für mich schon nützliches daraus ziehen.

    Ich finde Nassim Talebs Antifragilität unter deinen Empfehlungen. Das Buch wird häufig empfohlen, wobei ich es das noch nicht so recht nachvollziehen kann. Worin siehst du den Wert dieses Buches? Ich selbst habe es erst zu ca. 3/4 durchgelesen und erstmal beiseite gelegt. Antifragilität als Konzept ist eine tolle Entdeckung. Aber irgendwie scheint mir das Buch einfach nur als ein großer Rant um diese geniale Idee herum.

  • @Johannes schrieb:
    Update: Meine Leseempfehlungen sind nun öffentlich.

    Sehr stark. Fettes Danke für dein Teilen :smile: . Gerade mit deinen Verlinkungen im ersten Post machst du das ganze sehr übersichtlich.
    Ich werde (da Empfehlung von meinem Coach) indistractable durcharbeiten und bin gespannt wie ich es wahrnehme :smile: .

  • bearbeitet 9. Juni

    Willink, J. & Delarosbil, T. (2019). Jocko Willink - Darkness. Abgerufen unter: https://www.youtube.com/watch?v=lrJkcyZBIRU.

    Gehört im Februar 2020.
    Bewertung 8/10
    Allgemeine Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Hast du schonmal in den Abgrund geschaut?

    Zusammenfasssung

    Wenn du denkst, dass du am Ende angekommen bist, kannst du vielleicht Halt finden in dem merkwürdigen Stolz, der damit einhergeht, nicht aufzugeben. Aber: Wenn du am Ende angekommen bist und darüber hinaus gehst, wirst du niemals wieder der gleiche sein.

    Notizen

    "To anybody out there that is in a place of despair: You lock and load that last bullet and you shoot it at your enemy. And when you are out of bullets get out your knife and attack with that. And if you lose your knife, grab your enemy by the throat and you keep fighting. You keep fighting. And you keep fighting no matter what. And you never quit. You never... never quit.
    If you feel like your life is in a place where you can't get any lower and you don't think you can find any way out: Good. Cause that means the ultimate challange is ahead of you. It means you can only go up. And it also means that things are going to be tough. Things are going to be tougher than anything you can imagine. But that storm that you are in... from your perspective it seems like that storm is enveloping the whole world. But I'm telling you: It is not. The storm that you are in, it is hard to see out of that storm and it is hard to see past it. It seems like the storm is everything. But the storm is not everything. It won't last forever. You can get out of the storm and you will get out of the storm and when you get out, you are going to see the sun again. But right now you are being tried in forge, you are being tested by fire and by pain. That's the test. Don't fail the test. Don't fail the test... don't give in. Don't quit. Don't ever quit. Fight on. Fight through the storm. Fight through the pain and come out the other side tougher and stronger and better, a fighter, a survivor, a winner - victorious. And... free from that storm, free from the darkness. Free."

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Lauveng, A. (2010). Morgen bin ich ein Löwe. Wie ich die Schizophrenie besiegte. München: btb Verlag.

    Persönlicher Kommentar

    Du lädst die letzte Kugel in die Kammer und feuerst sie auf den Feind. Dann ziehst du dein Messer und greifst damit an. Wenn du dein Messer verloren hast, packst du mit deinen nackten Händen dem Feind an die Kehle.

  • bearbeitet 18. April

    @Gnahn und @TylerDurden danke für euer Feedback! Das motiviert mich, hier weiterhin ein paar Lesenotizen zu veröffentlichen.

    @Gnahn fragte: Ich finde Nassim Talebs Antifragilität unter deinen Empfehlungen. Das Buch wird häufig empfohlen, wobei ich es das noch nicht so recht nachvollziehen kann. Worin siehst du den Wert dieses Buches?

    Ich kann deine Bedenken gut nachvollziehen. Der Wert dieses Buches liegt für mich hauptsächlich in dem Konzept der Antifragilität. Das hat mein Denken völlig verändert. Liest man die ersten hundert Seiten, weiß man genug darüber, und der Samen dieses Gedanken ist im eigenen Kopf gepflanzt. Diesen Samen halte ich für so wertvoll, dass ich das Buch empfehle, auch wenn der Rest des Buchs wie ein Rant anmutet. Im Unterschied zu populären amerikanischen Selfhelp-Büchern konnte ich aus dem Rant noch viel lernen, während die Autoren besagter amerikanischer Bücher noch 300 Seiten unbedeutende Anekdoten und nutzlose Studien anhängen. Bei jenen denke ich dann: nice anecdotal evidence, bro (1). Bei Nassim Taleb denke ich: erzähl mal mehr. Ansonsten empfehle ich keine Bücher, die abgesehen von einer einzigen Idee keinen Mehrwert enthalten. Antifragilität ist die Ausnahme dieser Regel auf Grund der oben genannten Relevanz für mein Wertverständnis.

    @TylerDurden schrieb: Ich werde (da Empfehlung von meinem Coach) indistractable durcharbeiten und bin gespannt wie ich es wahrnehme :smile: .

    Ich freue mich auf deine Erfahrung mit dem Buch. Viel Spaß beim Lesen.



    1. a.k.a. Halt deine Fresse oder Warum verschwendest du meine Zeit? ↩︎

  • bearbeitet 25. Mai

    Lauveng, A. (2010). Morgen bin ich ein Löwe. Wie ich die Schizophrenie besiegte. München: btb Verlag.

    Gelesen im April 2020 auf @HB312 s Empfehlung und @Sascha s Empfehlung.

    Rating 10/10
    Empfehlung Ja

    Zusammenfasssung

    Arnhild Lauveng erzählt die autobiografische Geschichte ihrer Schizophrenie. Als Jugendliche erkrankte sie und wurde als unheilbar diagnostiziert. Ein Leidensweg begann, der sie durch zahllose Psychiatrien und Therapien führte und etwa zehn Jahre dauerte. Es ist eine persönliche Geschichte über ihre Krankheit, aber auch eine Geschichte über das Gesundheitssystem - eine Geschichte des Hospitalismus. Und eine Geschichte über psychische Widerstandskraft. Nach langem Kampf hat sie die Krankheit unterworfen und arbeitet heute als Psychologin.

    Notizen

    "Früher verbrachte ich meine Tage als Schaf.
    Aber morgen bin ein Löwe."

    Etwas (z.B. eine Geschichte) kann wahr sein, ohne die Wahrheit zu sein. (15) [Blanton]

    Eine Diagnose kann als selbsterfüllende Prophezeihung wirken. (14) Siehe unten Scott (1969).(101)

    Geschichten über die Verwirrung

    Die Schizophrenie kam langsam und unbemerkt, wie wenn Nebel an einem klaren Sommertag aufzieht. (Das lässt sich auch über andere Erkrankungen sagen.) Man bemerkt den Nebel erst, wenn er schon so dicht ist, dass man den Weg zurück nicht mehr findet. (19)

    Die Geschichte der Eisprinzessin im Winterwald, die vom gelben Drachen gefressen wird, steht auf (27).

    A.L.(1) fühlte sich als Schülerin in ihrer Rolle und ihrer Lebenssituation unwohl. Statt die Rolle abzulegen oder die Situation zu verändern, perfektionierte sie die Rolle. (28)

    Die Symptome der Schizophrenie, unter anderem die Halluzinationen, kamen aus A.L. Sie selbst war der Schöpfer dieser Halluzinationen. (39) Sie waren verdrehte und verzerrte innerpsychische Kostrukte (z.B. Gefühle), die eine Bedeutung hatten. Die Bedeutung wurde A.L. erst zugänglich, als sie die Halluzinationen akzeptierte. Dazu war es entscheidend, sie nicht als Symptome einer Diagnose abzustufen, die man mit Medikamenten dämpfen wollte, sondern als Wirklichkeit. (43) Die Halluzinationen waren sozusagen Teile ihre Psyche, u.a. Gefühle, die zu viel für A.L. waren, mit denen sie nicht umgehen konnte, und die sie deshalb auf etwas außerhalb ihrer Person übertragen hat. Z.B. auf die Wölfe oder den Kapitän. (48)

    Wortlosigkeit (28)(41)(54) [Katz] Therapie als "Wortefinden"(203)

    Zwangshandlungen gaben A.L. ein Gefühl von Kontrolle, als ihr Leben unkontrollierbar geworden war. (45)

    Symptome der Hilflosigkeit, Halluzinationen und die Müdigkeit verstärkten sich gegenseitig. Je müder A.L. wurde, desto stärker wurden die Stimmen, die ihr weniger Ruhe befahlen... (46) [Pang]

    A.L. konnte die Stimmen nicht kontrollieren, weil diese Stimmen sie selbst waren. Die Energie, die sie gebraucht hätte, sich den Stimmen zu widersetzen, war die Energie, die sie benutzte, um diese Stimmen zu sein. (47)

    Eine Diagnose ist keine Erklärung für Symptome. Das ist ein Zirkelschluss. Jemand ist z.B. nicht antriebslos, weil er depressiv ist. Symptome bedürfen einer bedeutsamen Erklärung. Sie haben Sinn und Funktion. (49) Die Deutungshoheit obliegt dabei ausschließlich dem Symptomträger. (56)

    "Es ist unverantwortlich und höchst ineffektiv ein Symptom zu behandeln, ohne sich zu fragen, wofür dieses steht." (79)

    Dort liegt meiner Meinung nach ein grundlegendes Problem der VT.

    A.L. deutet den Kapitän beispielsweise als Warnlampe für ein grundlegenedes Problem. [Hari]

    Symptome können in verschiedenen Situationen eine unterschiedliche Bedeutung und Funktion haben. (51)(146) Selbstverletzung kann unter anderem als Hilferuf benutzt werden. Selbstverletzung kann aber auch als Möglichkeit dienen, psychisches Leid konkret erfahrbar zu machen. Oder es dient einer Kontrollfunktion. Usw.

    "In vielerlei Hinsicht können bessere Tage der Start eines besseren Lebens sein." (59)

    Die Wölfe oder den Kapitän konnte A.L. nur schwer mit anderen Menschen teilen, ihre Gefühle hingegen leichter. (59) Die Wölfe blieben für andere unverständlich - Angst dagegen kennen wir alle.

    Wenn man Menschen der Sprache beraubt, müssen sie - bewusst oder unbewusst - einen anderen Kommunikationsweg finden. (62) [Peterson][Nunge & Mortera] Soziale Kommunikation ist ein menschliches Bedürfnis! [Harari] Sie findet ihren Weg (und sei es durch Acting Out).

    Kranke Menschen gibt es nicht. Es gibt nur Menschen mit einer Krankheit. Nicht alles ist Ausdruck einer Krankheit, manches ist auch der Mensch selbst. Raubt man ihm dies und attribuiert alles (Verhalten, Gefühle, Gedanken) auf die Krankheit, raubt man ihm auch die Chance auf Heilung. (64)(108)

    Scham kann ein aufrechterhaltender Faktor sein. (69)(73) [Brown] Verbundenheit ist schwer, wenn man allein leidet. (212)

    Major & Crooker (1993) schminkten Frauen eine riesige, hässliche Narbe ins Gesicht, entfernten diese aber ohne das Wissen der Frauen wieder, bevor diese ein soziales Treffen hatten. Die Frauen berichteten, aufgrund ihrer (nicht mehr vorhandenen) Narbe diskriminiert worden zu sein. (213)

    Zur Rolle der Sprache im Zusammenhang mit psychischem Leid und dem Gesundheitssystem siehe Kapitel Beraubte Sprache, betrübte Sprache. (61) Und (143)(150). Siehe auch Notiz zu Wortlosigkeit.

    Janoff-Bulman (1979): Vergewaltigte Frauen gaben lieber sich selbst die Schuld an der Vergewaltigung als die Zufälligkeit (die Unkontrollierbarkeit) des Geschehenen zu akzeptieren. Wiederum: Alles was man kontrollieren kann, muss man auch verantworten. (75) A.L. wollte die Verantwortung für ihre Selbstverletzung aus Angst nicht übernehmen. (69) Auch beim Gesundwerden tat sie sich schwer.(206) Über diesen Absatz hat @Sascha auch schon etwas veröffentlicht.

    Es tut weh, mit seinen Freunden zusammen zu sein, wenn Verbundenheit zu spüren einem durch die Krankheit unmöglich ist. Das ist einer der Gründe, weshalb ich sage, dass es oft ausreicht, wenn man weiß, dass jemand da ist. Deshalb ist es auch so schmerzhaft, wenn jemand nicht da ist. A.L.s Beschreibung zu diesem Phänomen siehe (84)

    Symptome können auch Sinnkompensation sein! (87) [Frankl]

    Geschichten über die Systeme

    Scott (1969) The Making of Blind Man. Mit weniger als 10% Sehkraft auf dem schwächeren Auge gilt man als "blind", mit mehr gilt man als "sehend mit Sehbehinderung." Scott verglich Probanden mit 9% Sehkraft mit solchen mit 11% Sehkraft. Die "Blinden" wurden auch funktional blind und oft schon bald nach der Diagnose zu Sozialfällen. Die "Sehenden" hingegen hatten ein fast normales Arbeits- und Sozialleben. (101) Diagnosen sind mächtig. Siehe oben.

    Die Rolle von Sinn und Zielen im Kampf gegen die Krankheit beschreibt A.L. als fundamental. (104) [Frankl]

    Selbstwert muss in der echten Welt verdient werden, im Umgang mit Menschen, denen man nichts schuldig ist und die einem nichts schuldig sind. (116)

    A.L. wehrt sich gegen das Vorurteil, die Widerstände und der Kampf gegen die Krankheit hätten sie zu einem starken und reifen Menschen gemacht. Sie hätte genauso gut sterben können. Widerstände machen nicht per se stärker. (119)(127) [Nietzsche]

    A.L. wollte nicht sterben. Sie wusste nur nicht, wie sie ihr Leben bewältigen sollte. (123)(128)(208) [Seligman][Watanabe]

    A.L. wurde in der Psychiatrie die Würde genommen. [Hüther]
    Über ein Jahr durfte sie nicht an die frische Luft. (137)
    Sie wurde an einer Hundeleine geführt. (137)
    Man entsorgte aus Grausamkeit ihre Teddybären, der ihr Halt gab. (134)
    Man zwang sie, Papiermüll mit dem Mund einzusammeln, während ihre Hände gefesselt waren. (134)
    Man drückte sie mit acht Mann auf den Boden. (125)
    Man schleifte sie an den Beinen über den Boden, sodass ihr Kopf an der Türschwelle aufschlug. (140)
    Man benutzte sie zur Demonstration, in dem man eine Selbstverletzung und Acting Out vor Publikum provozierte.

    Zwang ohne Fürsorge und Respekt richtet Schaden an, statt ihn zu verhindern. (140)

    Die Schizophrene beeinflusste die From A.L.s Gedanken und Gefühle, aber nicht deren Inhalt. (149)

    Geschichten über die Veränderung

    Das Märchen von Askeladden beginnt auf (163)

    Alleine kann man nicht gesund werden. Heilung geschieht innerhalb eines Sozialsystems.

    Heilung oder Kampf gegen eine Krankheit benötigen Zeit. Es sind Prozesse, die sich wirtschaftlichem Denken wie Effektivität oder Gewinnmaximierung entziehen. Siehe dazu (172)

    Therapie liefert - wenn sie gut ist - keine fertigen Antworten oder Methoden, sondern einen Flecken Erde, auf dem man seine eigenen Antworten anbauen und ihnen geduldig beim Wachsen zuhören kann. (173) Das lässt sich auf vieles im Leben übertagen, auf Erziehung, Spiritualität, Verbundenheit und Fragen des Lebenswandels.

    "Es ist nicht so schlimm, wenn man sich mal verirrt, wenn man nur weiß, wo man hin will und es schafft, die ganze Strecke zu gehen."

    Und niemals... niemals aufgibt. [Willink]

    Gefühle sind ungefährlich. Die Frage ist, wie wir auf Gefühle reagieren. [Nunge & Mortera][Katz][Eyal][Blanton]
    Diese Lektion kann man von Menschen lernen, die keine Angst vor ihren Gefühlen oder den Gefühlen anderer Menschen haben. (178) [Blanton]

    Psychopharmaka bewertet A.L. im Kapitel Stöcke, Krüken und Zäune ab (181)

    Große, hoch gesteckte Ziele können motivieren und ermöglichen im Idealfall Scheitern auf hohem Niveau. Scheitern wird dadurch relativ. (199) [Cameron]

    Gesundwerden, Erfolg - alles Große - ist mit Angst verbunden und erfordert Mut. Es geht mit Veranwortung einher und damit, Sicherheiten hinter sich zu lassen. (206)

    "Es erleichtert die Arbeit zwischen Betreuer und Patient, wenn man sich einig wird, die Behandlung auch dann fortzusetzen, wenn sie zu wirken beginnt." (207)

    Wenn man lange gelitten hat, fällt es schwer, Freude, Verbundenheit und die anderen schönen Dinge des Lebens anzunehmen. Man ist misstrauisch. Vielleicht hat man Angst, vielleicht fühlt man sich schuldig. (210)(212)

    Survivors Guilt gibt es auch für psychische Krankheiten.

    A.L. bezeichnet "das Licht am Ende des Tunnels" als "extrem abgedroschene Phrase". (211) [Willink]

    Die bildliche Metapher vom bunten Muster ums schwarze Viereck steht auf (219)

    A.L. ist stärker geworden als die Schizophrenie. Sie hat sie nicht abgelegt, die Schizophrenie ist auch nie ganz aus ihr verschwunden. Sie hat sie unterworfen.

    Gefühle sind mächtige Energien, die sich einen Weg bahnen. [Nunge & Mortera][Blanton]

    Bei der Bewältigung von Leid ist ein positives Selbstverhältnis nötig. Es helfen weder Zwang, noch Schuld, noch Verneinung. Der Wille zum Guten muss gut sein, ist er böse wird er Böses erschaffen.

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Büchner, G. (1979). Lenz. In: Werke und Briefe. Zürich: Diogenes.
    Kehlmann, D. (2019). Geister in Princeton. Hamburg: Rowohlt.

    Persönlicher Kommentar

    Morgen bin ich ein Löwe hat mich tief bewegt. A.L. schreibt so bildlich und kraftvoll, dass ich mir ihre Geschichte schmerzhaft gut vorstellen konnte. Das ist eines der Bücher, die für immer bei mir bleiben. Ich kann es jedem empfehlen.



    1. Arnhild Lauveng, die Autorin, wird im folgenden als A.L. abgekürzt. ↩︎

  • bearbeitet 23. Juli

    Orlin, B. (2017). The State of Being Stuck. Abgerufen unter: https://mathwithbaddrawings.com/2017/09/20/the-state-of-being-stuck/.

    Gelesen im Oktober 2017.

    Rating 7/10
    Empfehlung Ja

    Zusammenfasssung

    Ein guter Mathematiker zeichnet sich laut Andrew Wiles durch seine Frustrationstoleranz aus.

    Notizen

    Angst und Zweifel schleichen sich bei uns allen ein. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen.

    Konzentration [Eyal][Gunaratana], Lernen im allgemeinen, und der Erfolg langfristiger Arbeitsprojekte sind ebenso eine Frage der emotionalen Kompetenz wie der intellektuellen Kompetenz.

    ≠ instant gratification.

    "Fears and anxieties come to us all. [...] Wiles knows that the mathematician’s battle is emotional as much as intellectual. You need to quiet your fear, harness your joy, and cope effectively with the doubt we all feel when stuck on a problem."

    Wenn man bei einer Sache nicht weiter kommt, ist dies nicht Scheitern, sondern Teil des Prozesses.

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Bartz, J. (2017). Learning and Frustration. Abgerufen unter: https://josephbartz.de/essays/en/learningfrustration.html. @Joseph_Bartz
    Newport, C. C. (2016). Deep Work. Rules for Focused Success In A Distracted World. London: Piatkus.

    Persönlicher Kommentar

    Ein kurzer Artikel aus der spannenden Perspektive eines Mathematikers. Über die Jahre habe ich diesen Artikel immer wieder gelesen und weiterempfohlen.

  • bearbeitet 21. April

    Kohn, A. (2016). The Failure of Failure. Abgerufen unter: https://www.alfiekohn.org/blogs/failure/.

    Gelesen im April 2020.

    Rating 4/10

    Empfehlung Nein

    Zusammenfasssung

    Notizen

    Die protestantische Arbeitsmoral adelt das Scheitern. Siehe dazu u.a. [Beckett], [Babineaux & Krumboltz], [Jordan], [Manson], [Nietzsche], [Wang]. Dies ist unverdient.

    Auch die Frustration wird geadelt. [Bartz][Ordin][Dweck]

    Scheitern ist überbewertet. [Thiel] Scheitern ist nur in Ausnahmefällen produktiv, in der Regel ist es eher destruktiv. Erfolg ist meist produktiver. [Fredrickson][Matthäus-Effekt]

    Versuchen zu gewinnen ist nicht das gleiche wie zu versuchen, nicht zu verlieren. Scheitern (verlieren) löst eher eine Vermeidungshaltung aus, als eine Gewinnhaltung. Eine Vermeidungshaltung richtet das Verhalten und Erleben auf Schadensminimierung auf, während eine Gewinnhaltung die positiven Aspekte einer Unternehmung betont.

    Kinder, die im Voraus häufig gescheitert sind, attribuieren Erfolge eher auf externe Umstände, als auf ihre Fähigkeiten, wohingegen sie ihr Scheitern eher auf sich selbst beziehen. Kinder, die im Voraus erfolgreich waren, attribuieren Erfolge eher auf ihre Person, ihr Scheitern aber auf externe Umstände. Dies kann im ersteren Fall eine Abwärtsspirale auslösen, in der das Scheitern eine selbsterfüllende Prophezeihung wird.

    Kinder, die häufig gescheitert sind, verlieren ihr Interesse an der jeweiligen Tätigkeit und ziehen einfachere Aufgaben vor. Diejenigen, die sich zusammenreißen, tun dies laut Kohn eher aufgrund ihres Wunsches, ihr Selbstbild zu retten und den Schaden zu minimieren, selten aber aus Interesse und Spaß an der Tätigkeit selbst. Langfristig ist Scheitern somit unproduktiv.

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    /

    Persönlicher Kommentar

    Dieser Artikel macht ein anekdotisches Argument für den Matthäus-Effekt im Bezug auf Schulkinder.

  • bearbeitet 9. Juni

    Sivers, D. (2016). Frequently Asked Questions. Abgerufen unter: https://sivers.org/faq.

    Gelesen irgendwann 2016.

    Rating 7/10
    Empfehlung Entfällt

    Zusammenfasssung

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    Notizen

    I can’t focus.

    First understand the do-or-die importance of focus. If you don’t learn to focus, you will have a shallow and unrewarding life without any meaningful achievements. So make it a priority.

    Read the book “Deep Work”.

    Read “Trying to pursue many different directions at once?”.

    Practice meditation.

    Yes it’s hard. Websites, phone apps, and media in general are designed to be as addictive as possible. Treat them as you would other harmful addictions.

    Konzentration ist eine Frage von Leben oder Sterben.

    Das Internet sollte man wie eine stark abhängig machende Droge behandeln.

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Eyal, N. (2019). Indistractable. How to Control Your Attention and Choose Your Life. London: Bloomsbury Publishing.
    Gunaratana, B. H. (2011). Mindfulness in Plain English. Somerville: Wisdom Publications.
    Newport, C. C. (2016). Deep Work. Rules for Focused Success In A Distracted World. London: Piatkus.

    Persönlicher Kommentar

    "do-or-die" - das ist mir hängen geblieben. Gleiches gilt dafür, das Internet als Droge behandeln.

  • bearbeitet 27. April

    Murakami, H. (2010). 1Q84. München: btb Verlag.

    Gelesen im April 2020.

    Rating 6/10
    Empfehlung Nein

    Zusammenfasssung

    Es ist 1984. Die Serienmörderin Aomame bekommt einen besonderen Auftrag. Der Mathematiklehrer Tengo schreibt einen riskanten Roman. Doch irgendetwas ist anders als sonst. Die Welt ist unheimlich geworden. Und plötzlich stehen zwei Monde am Himmel. Aomame und Tengo sind in eine Parrallelwelt geraten. Es ist 1Q84.

    Notizen

    Sinfonietta von Janácek.

    Hilflosigkeit hat zerstörerische Auswirkungen auf die Psyche. [Seligman]

    "Das Gute ist das Gleichgewicht an sich." (760)

    "Wo Licht ist, muss es auch Schatten geben, und wo Schatten ist, gibt es Licht. Es gibt keinen Schatten ohne Licht und kein Licht ohne Schatten. C.G. Jung beschreibt dies in einem seiner Werke:
    'Unser Schatten ist so böse, wie wir gut sind... Je verzweifelter wir uns bemühen, gut und wunderbar und vollkommen zu werden, desto stärker entwickelt der Schatten den festen Willen, dunkel und böse und zerstörerisch zu sein... Streben wir also über das Maß unserer Fähigkeiten hinaus nach Vollkommenheit, steigt der Schatten in die Hölle hinab und wird zum Teufel. Denn nach den Prinzipien der Natur und der Wahrheit ist es ebenso frevelhaft, sich über sich selbst zu erheben, wie sich herabzusetzen.'" (805)

    Geschichten sind mächtig. [Harari][Dolan]

    Schreiben hat reinigende Auswirkungen.

    Schattenarbeit ist erforderlich, um eine reife Persönlichkeit zu werden. [Jung][Peterson][Phillips]

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Murakami, H. (2014). Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki. Köln: Dumont.
    Stamm, P. (2009). Agnes. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch.

    Persönlicher Kommentar

    Erst auf den letzten fünf Seiten habe ich verstanden... Bis dahin war der Roman nicht außergewöhnlich, aber ganz gut. Diese letzten fünf Seiten haben ihn abgerundet.

  • bearbeitet 9. Juni

    Spiegelman, A. (2003). The Complete Maus. Maus 1 & 2. London: Penguin.

    Gelesen im April 2020 auf Empfehlung meines Bruders.

    Rating 10/10
    Allgemeine Empfehlung Nein
    Spezifische Empfehlung Wenn du dich mit dir und dem Holocaust auseinandersetzen möchtest, sei dir dieses Graphic Novel wärmstens empfohlen.

    Zusammenfasssung

    Vladek Spiegelman und seine Frau Anja sind polnische Juden. Sie überleben Auschwitz. Ihr Sohn, der Comiczeichner Art Spiegelman, erzählt ihre und seine Geschichte von der Zeit vor dem Krieg als frisch verheiratetes Paar bis zur Entstehung von Maus und Vladeks Tod in den USA viele Jahre später. Dabei sind Juden als Mäuse dargestellt (1), Deutsche als Katzen, Amerikaner als Hunde, Polen als Schweine und Franzosen als Frösche.

    Notizen

    "'The most affecting and successful narrative ever done about the Holocaust' Wall Street Journal"

    Dieser Aussage stimme ich zu. MAUS ist das beste Narrativ, das ich bisher über den Holocaust gelesen habe.

    Schuld ist eine zerstörerische Emotion. [Brown]

    Survivors Guilt ist erblich.

    Der Mensch hat eine bodenlose Kapazität für das Böse. [Peterson][Jung]

    Der Mensch kann die Hölle überleben, doch nicht spurlos. Ein Überlebender zu sein, bedeutet Narben zu tragen.

    "The whole family is gone! Grandma and grandpa! Poppa! Momma! Tosha! Bibi! My Richiev!! Now they'll take Lolek!"
    "Oh God. Let me die too!"
    "Come, Anja, get up!"
    "Why are you pulling me, Vladek? Let me alone! I don't want to live!"
    "No, Darling! To die, it's easy... But you have to struggle for life!" (124)

    ...

    "Vladek sounded half-hysterical on the phone."
    "Poor guy... I feel sorry for him."
    "Yeah, me too... 'til I have to spend any time with him - then he drives me crazy!" (174)

    ...

    "It wasn't the BEST people who survived, nor did the best ones die. It was RANDOM!" (205) [Frankl]

    Time flies... (201)

    Prisoner on the Hell Planet. A Case History. beginnt auf (102)

    Verwandte oder ähnliche Bücher

    Frankl, V. E. (2009). ...trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. München: Kösel-Verlag.

    Persönlicher Kommentar

    Für mich war es auch eine Geschichte über Vater und Sohn. Über zwei Überlebende. Und über authentische Kunst.



    1. Daher der Titel. ↩︎

  • Update

    Ich werde gelegentlich Updates darüber veröffentlichen, was ich zu dem gegebenen Zeitpunkt lese. So kannst du auch während des Leseprozesses Einfluss auf mich nehmen.

    Zur Zeit lese ich folgende Bücher.

    Literatur: Lessing, G. E. (2000). Nathan der Weise. Stuttgart: Reclam.

    Graphic Novel: Lemire, J. (2009). Sweet Tooth. Aus dem tiefen Wald. Stuttgart: Panini Comics.

    Fachliteratur: Kohn, A. (2010). Punished by Rewards. Boston: Mariner Books.

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