Bücher vs Online-Zettelkasten

Ich finde die Arbeit von Sascha sehr gut, nützlich und nachhaltig.

Ich habe allerdings mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre, einen Zettelkasten als Onlineversion mit allen Tipps und Hinweisen zu veröffentlichen, im Gegensatz zu einer Veröffentlichung des Wissens in einer Bücherreihe. Dies würde meiner Meinung nach aber vorraussetzen, dass Sascha als einziger Schreiben darf und alle anderen (die Welt da draußen) lediglich Leserechte besitzt.

Buchversion-Vorteile:

  • Wird wahrscheinlich eine längere Lebensdauer haben als eine "Webseite"
  • "Echte Schriftsteller schreiben Bücher"

Buchversion-Nachteile:

  • keine Suchfunktion
  • geringere Verbreitung(?)
  • Veraltete Stände bei den Konsumenten, wenn nicht die neuste Buchversion vorliegt

Online-Zettelkasten-Vorteile:

  • für alle jederzeit verfügbar
  • Suchfunktion möglich
  • Jederzeit aktualisierbar, die Leser haben immer den neusten Stand und kein möglicherweise veraltetes Buch

Online-Zettelkasten-Nachteile:

  • keine Einnahmen wie bei den Büchern(wenn nicht mit Onlinewerbung oder kostenpflichten Accounts gearbeitet wird.. etc.)

Was denkt ihr? Sehe ich etwas falsch?
Ich habe nicht vor, die Lebensaufgabe von Sascha in Frage zu stellen. Ich würde nur gerne eure Meinung dazu hören.

Kommentare

  • bearbeitet 4. Oktober

    Ich äußere mich selbst einmal kurz: Wenn Geld keine Rolle spielte (mit meinen materiellen Vorstellungen natürlich), würde ich folgendes machen:

    1. Ich würde weiterhin Themen als Bücher veröffentlichen. Diese allerdings zu einem geringeren Preis und den Erlös gezielt für bestimmte Projekte einsetzen (Ocean Clean Up Project, Spendenkanal für SolarCity einrichten, lokale Permakulturprojekte fördern,...)
    2. ALLE meine Forschung würde ich parallel in einem öffentlich zugänglichen Wiki veröffentlichen und für gemeinfrei erklären.

    Ich habe schon angefangen mit meinen Videos. Deren Inhalte sind übrigens für gemeinfrei erklärt.

    Zur Dimension des Problems, das diesem Thema zu Grunde legt: Das sind die Eckdaten meines Archivs:

    Datum Alle Filter Worte
    2019-10-03 8906 8903 1127734

    Davon sind Schätzungsweise 400--500 teilveröffentlicht. Ich poste mal mal völlig unkorrigierte Zettel als Beispiel, um einen Einblick zu geben. Viele Zettel sind x-fach geändert und überarbeitet. Natürlich nicht für die Lesbarkeit, sondern für den eigentlichen Gehalt. Dazu habe ich noch jede Menge kurze Textstücke und Artikel, die ich geschrieben und nicht direkt in mein Archiv überführt habe. Will sagen: Nur ein Bruchteil ist veröffentlicht, weil ich mit dem veröffentlichen schlicht nicht hinterherkomme. Ein Buch basiert auf etwa (durchschnittlich) 250 Zetteln.

    @MaxMustermann, du hast ein ganz zentrales Problem meiner Arbeit erkannt. :smile: Großes Danke für diesen Beitrag.

  • Gehirnlateralisation - Betasten vs Festhalten

    Während die rechte Gehirnhälfte für explorative Bewegungen zuständig zu sein scheint, ist die linke Gehirnhälfte eher für festhaltende Bewegungen zuständig.12

    Dafür spricht auch eine gewisse Klebrigkeit der linkshemisphärischen Aufmerksamkeit.3 Wenn sich die linke Hirnhälfte sich einmal auf etwas konzentriert hat, dann hat sie Probleme diese Fokus zu lösen.45

    Gehirnlateralisation - Kreation vs Reduktion von Möglichkeit

    McGilchrist hat diese Unterscheidung mit "Possibility versus Predictability" überschrieben.[40]3 Ich halte dagegen die Unterscheidung von Kreation und Reduktion von Möglichkeit als Arbeitsweise für sinnvoller. Während die rechte Gehirnhälfte Möglichkeitenreichtum kreieren will, ist die linke Gehirnhälfte daran interessiert Möglichkeiten zu reduzieren oder sogar ganz zu eliminieren. Tucker/Williamson treffen die gleiche Unterscheidung: Die Aktivierung der rechten Hirnhälfte priorisiert neue Informationen, während die linke Gehirnhälfte sich auf bereits gesicherte Informationen konzentriert. Die rechte Gehirnhälfte schafft neue Lernerfahrungen, während die linke Gehirnhälfte dagegen verstärkt bereits vorhandene Lernerfahrungen.6 Daher verläuft dieser Aspekt der Lateralisation des Gehirns zur Achse Neu-Bekannt [[201906080644]].

    Die rechte Hemisphäre (Präfrontalcortex) scheint verantwortlich dafür zu sein, die unmittelbare oder gewohnheitsmäßige Reaktion zu unterdrücken, sodass vorher andere mögliche Reaktionen in Betracht gezogen werden können.78910 Die rechte Gehirnhälfte scheint für die Flexibilität im Umgang mit unserer Welt verantwortlich zu sein, sodass wir nicht in stereotypes Verhalten verfallen.11121314 Das passt zur These von Richards und Chiarello,15 dass die rechte Gehirnhälfte eine Menge von Strukturen aus dem Langzeitgedächtnis aktiviert hält, ohne sie auszuführen. In Situationen, in denen die richtige Handlung oder sprachliche Äußerung unklar ist, verbessert das die Flüssigkeit und Reaktionsschnelligkeit, weil alternative Strukturen nicht reaktiviert werden müssen, wenn man sich umentscheidet.

    Allerdings ist es nicht eindeutig, denn der rechte Gyrus frontalis inferior scheint bei jedem Reiz aktiviert zu werden, ob nun ein Bewegungsimpuls ausgelöst, unterdrückt oder gar nicht vorhanden ist.16 Doch dies lässt sich damit vereinbaren, dass bei jedem Gegebensein von Reizen die rechte Hemisphäre aktiv wird, um diesem Gegebensein zu entsprechen.

    Bei Lobotomiepatienten, deren rechter Temporallappen entfernt wurde, ist zwar die Leistung in kognitiven Tests ähnlich wie bei Patienten, deren linker Temporallappen entfernt wurde, aber ihre Strategien unterschieden sich:17

    Hatten die Patienten nur einen rechten Temporallappen, generierten weniger Lösungshypothesen und ändert ihre Meinung selbst, wenn sie sich andeutete, dass sie richtig lagen. Hatten sie dagegen nur den linken Temporallappen blieben sie auch bei einer Hypothese, selbst wenn sie sich als falsch andeutete.

    Daraus können wir die vorsichtige Hypothese ableiten, dass der rechte Temporallappen für die Kreation von Hypothesen ist. Die Balance von rechter und linker Seite bestimmt dann auch die explorative Neigung. Wenn der linke Temperallappen entfernt ist, fehlt ein Regulativ für das explorative Denken. Der linke Temporallappen scheint dagegen ohne die rechte Gehirnhälfte keine Alternativen zu beachten. Hat er sich einmal für eine Hypothese entschieden bleibt er dabei.

    Kurz: Der linke Temporallappen ignoriert Alternativhypothesen, er konzentriert gewissermaßen, während der rechte Temporallappen Hypothesen kreiert, also Exploration betreibt.

    In Sprache 201907031030

    Die linke Gehirnhälfte verbindet Worte nur mit hoher semantischer Ähnlichkeit, während die rechte Gehirnhälfte auch lose Verbindungen zieht. Die linke Gehirnhälfte aktiviert ein kleines semantisches Feld stark, während die rechte Gehirnhälfte ein großes semantisches Feld schwach aktiviert. Allerdings aktiviert die rechte Gehirnhälfte enge Verbindungen geringfügig stärker als entferntere Assoziationen.18

    Nakagawa fand sogar ein stärkeres Ergebnis: Die Aktivierung der linken Gehirnhälfte führt zu einer Unterdrückung loser Assoziationen.19

    Für eine Verarbeitung von Beeman: Kreativitätsübung für Schreiber - lose Assoziationen.[[201907031029]]

    Kommentar

    Darauf basieren dann beispielsweise geistige Übungen für kreative Menschen, Leute mit Problemen, einmal gefasste Meinungen zu ändern (Temperamenteigenschaft "Offenheit") usw.

    Das verknüpfe ich dann natürlich auch mit eigenen Erfahrungen, meiner Arbeit mit meinem Klienten usw. Benutze dafür das Consilience-Prinzip von Wilson und ein paar von mir selbst entwickelte Sachen.


    1. Darren R. Gitelman, Nathaniel M. Alpert, Stephen Kosslyn, Kirk Daffner, Leonard Scinto, William Thompson, and M-Marsel Mesulam (1996): Functional imaging of human right hemispheric activation for exploratory movements, Annals of Neurology 2, 1996, Vol. 39, S. 174-179. ↩︎

    2. J E Desmedt (1977): Active touch exploration of extrapersonal space elicits specific electrogenesis in the right cerebral hemisphere of intact right-handed man, Proc Natl Acad Sci U S A 9, 1977, Vol. 74, S. 4037-40. ↩︎

    3. Iain McGilchrist (2009): The Master and his Emissary. The Divided Brain and the Making of the Western World, Totton: Yale University Press. ↩︎ ↩︎

    4. Federica Rastelli, Maria-Jesus Funes, Juan Lupiánez, Christophe Duret, and Paolo Bartolomeo (2008): Left visual neglect: is the disengage deficit space- or object-based?, Experimental Brain Research 3, 2008, Vol. 187, S. 439--446. ↩︎

    5. Eric Siéroff, Caroline Decaix, Sylvie Chokron, and Paolo Bartolomeo (2007): Impaired orienting of attention in left unilateral neglect: a componential analysis, Neuropsychology 1, 2007, Vol. 21, S. 94-113. ↩︎

    6. D M Tucker and P A Williamson (1984): Asymmetric neural control systems in human self-regulation, Psychol Rev 2, 1984, Vol. 91, S. 185-215. ↩︎

    7. Adam R Aron, Paul C Fletcher, Ed T Bullmore, Barbara J Sahakian, and Trevor W Robbins (2003): Stop-signal inhibition disrupted by damage to right inferior frontal gyrus in humans, Nat Neurosci 2, 2003, Vol. 6, S. 115-6. ↩︎

    8. Adam R Aron, Trevor W Robbins, and Russell A Poldrack (2004): Inhibition and the right inferior frontal cortex, Trends Cogn Sci 4, 2004, Vol. 8, S. 170-7. ↩︎

    9. Katya Rubia, Anna B Smith, Michael J Brammer, and Eric Taylor (2003): Right inferior prefrontal cortex mediates response inhibition while mesial prefrontal cortex is responsible for error detection, NeuroImage 1, 2003, Vol. 20, S. 351 - 358. ↩︎

    10. S Konishi, K Nakajima, I Uchida, H Kikyo, M Kameyama, and Y Miyashita (1999): Common inhibitory mechanism in human inferior prefrontal cortex revealed by event-related functional MRI, Brain, 1999, Vol. 122 ( Pt 5), S. 981-91. ↩︎

    11. Jill Razani, Kyle Boone, B L Miller, A Lee, and D Sherman (2001): Neuropsychological performance of right- and left-frontotemporal dementia compared to Alzheimer's disease, Journal of the International Neuropsychological Society : JINS, 2001, Vol. 7, S. 468-80. ↩︎

    12. Marilyn Jones-Gotman and Brenda Milner (1977): Design fluency: The invention of nonsense drawings after focal cortical lesions, Neuropsychologia 4, 1977, Vol. 15, S. 653 - 674. ↩︎

    13. Ronald M. Ruff, Charles C. Allen, Charles E. Farrow, Hendrik Niemann, and Thomas Wylie (1994): Figural fluency: Differential impairment in patients with left versus right frontal lobe lesions, Archives of Clinical Neuropsychology 1, 1994, Vol. 9, S. 41 - 55. ↩︎

    14. Marie-Anne Vanderhasselt, Rudi De Raedt, Chris Baeken, Lemke Leyman, and Hugo D'haenen (2006): The influence of rTMS over the right dorsolateral prefrontal cortex on intentional set switching, Experimental Brain Research 4, 2006, Vol. 172, S. 561--565. ↩︎

    15. Lorie Richards and Christine Chiarello (1997): Activation without Selection: Parallel Right Hemisphere Roles in Language and Intentional Movement?, Brain and Language 1, 1997, Vol. 57, S. 151 - 178. ↩︎

    16. Adam Hampshire, Samuel R Chamberlain, Martin M Monti, John Duncan, and Adrian M Owen (2010): The role of the right inferior frontal gyrus: inhibition and attentional control, Neuroimage 3, 2010, Vol. 50, S. 1313-9. ↩︎

    17. Rebecca Rausch (1977): Cognitive strategies in patients with unilateral temporal lobe excisions, Neuropsychologia 3, 1977, Vol. 15, S. 385 - 395. ↩︎

    18. Mark Beeman, Rhonda B. Friedman, Jordan Grafman, Enrique Perez, Sherri Diamond, and Miriam Beadle Lindsay (1994): Summation Priming and Coarse Semantic Coding in the Right Hemisphere, Journal of Cognitive Neuroscience 1, 1994, Vol. 6, S. 26-45. ↩︎

    19. Atsuko Nakagawa (1991): Role of Anterior and Posterior Attention Networks in Hemispheric Asymmetries During Lexical Decisions, J. Cognitive Neuroscience 4, 1991, Vol. 3, S. 313--321. ↩︎

  • bearbeitet 3. Oktober

    Zimbardo-Drift der Porno-Industrie

    Die Pornoindustrie ist durch den Zimbardodrift in die extreme Richtung gelaufen. Rocco Siffredi beschreibt diese Entwicklung so:

    How do you think that porn has changed over the course of your career?
    I went through four different generations, and there is a big difference from when I started and today. Before, you had two scenes a week, there was so much dialogue, we shot on 35mm, etc. It took more time to change the camera position, the lights, and everything, and so the sex was very short. There was a lot of dialogue, a lot of comedy, and a lot of structure. Today, there is only sex, so much sex, and zero dialogue. There is no longer any romance. Everything is just different shots of the female body: shots of just the tits, shots of just the feet, shots of just anal [penetration]. Lately, most of the girls do three-pole anal, and sometimes you don't even touch the girl; there are just three dicks stuck together. It's something that is completely different than what used to be porn. https://www.vice.com/en_us/article/ppawkg/rocco-siffredi-fucks-with-both-his-heart-and-11-inch-penis

    Die Pornoindustrie generiert sich materiell selbst, indem sie sexuelle Schlüsselreize raffiniert und für den Konsum bereitstellt. Sie verhält sich zur Sexualität so, wie die Fastfoodindustrie zu Nahrung. Oder: Sie verhält sich zu Brüsten, Hintern und Penissen so, wie sich die Fastfoodindustrie zu Zucker, Salz und Fett verhält.

    Je besser die Raffinierung, je dichter, direkter und unmittelbarer, desto besser ist der Verkauf. Gleichzeitig gibt es das Eigeninteresse der Regisseure, der Kritiker und der Kommitees.

    Es ist das Gesetz, dass sich die Pornoindustrie selbst gegeben hat, dass nun zur Tyrannei geworden ist.

    Is it better or worse?
    It's much worse now. Me, I'm somebody who fucks a woman with heart, and I need the connection, I need to use my hands, I need to use the smell, I need to use the power. I need to use everything. Today, there is no time to do all this. They don't even care. They just need bodies. Bodies, Bodies, Bodies. New people. New dicks. I don't like sex without connection. We don't have the money to do [full-length narratives] like we used to. The business has changed because the internet fucked up everything. No one has the budget to make big movies with a storyline. https://www.vice.com/en_us/article/ppawkg/rocco-siffredi-fucks-with-both-his-heart-and-11-inch-penis

    Sucht als Besessenheit

    Why do you call your penis "the devil between your legs"?
    Because the devil takes your body. It's not you taking him. For so many years, I used sex for my convenience. When sex is using you, however, that means you are addicted, and it's the devil. It is the same if you take drugs or alcohol—all this is what I call the devil. When he is using you, he makes you do anything he wants. He makes you do things that you really don't enjoy, but you do them anyway. https://www.vice.com/en_us/article/ppawkg/rocco-siffredi-fucks-with-both-his-heart-and-11-inch-penis

    Rocco Siffredi vielleicht der legendärste männliche Pornodarsteller aller Zeiten.

    Sein Zugang zu seiner Sexsucht, seinem Gefühl dieser ausgeliefert zu sein, ist das Konzept der Besessenheit. Von etwas besessen zu sein ist die lebendige Seite des Phänomens, dass wir mit dem Begriff der Sucht in eine mechanische Form bringen.

    Sprechen wir von einer Besessenheit, dann sind wir auf der Suche desjenigen, der von uns Besitz ergreift. Es gibt da jemanden, der die Fäden zieht, der Untergründige, Hintergründige, Abgründige: Der Teufel. Er ist der Puppenspieler.[[201807140928]] Und das hast Rocco Siffredi erkannt. Ihn hat er erkannt.

    Sprechen wir von einer Sucht, dann behandeln wir den Süchtigen wie ein Maschine -- schlimmer noch: Eine Input-Output-Maschine, die von ihrem Nuclues Accumbens kontrolliert wird, deren Präfrontalcortex nicht genug Strom hat, die durch einen Reiz zu einer Reaktion determiniert wird.

    Doch auch dieser Schritt ist wichtig, wenn wir Mitgefühl mit einem Süchtigen entwickeln wollen. Dazu brauchen wir die Distanz und müssen die Verantwortung aufheben, die damit einhergeht, wenn man zum Subjekt erklärt wird. Aus dem moralischen Imperativ einer Mitgefühlsethik dürfen wir diesen Menschen nicht für voll nehmen.

    Die Weise des Denkens von Siffredi spiegelt sich in seiner Weise wider, über seinen Penis zu reden: Er ist eine Person.

    What's it like always talking about the size of your dick?
    "How many centimeters is your dick?" is often the first question I'm asked, so I'm used to it. I know that my work is my dick. I know that when I work, it is two people working: me and my dick. We are both famous—it's not only me, it's him too. https://www.vice.com/en_us/article/ppawkg/rocco-siffredi-fucks-with-both-his-heart-and-11-inch-penis

    Kommentar

    Für Moderne als Krankheit verarbeite ich auch Erfahrungsberichte, Selbstauskünfte von Industriellen (ehemalige Facebook-Gründer usw.) und viele mehr.

    Ich unterscheide dabei auch zwischen lebendigen Ansätzen und eher analytischen Ansätzen. Eine Unterscheidung, die ich auf McGilchrist, Peterson und anderen basieren lasse.

  • Aber bin gespannt, was ihr zu diesem Thema zu sagen habt.

  • Ich sehe mehrere Probleme:

    1. Die Menge der Information ist schwierig strukturell zu bewältigen:
      Hast du denn einen konkreten Plan, welche Zettel in welches Buch kommen oder hängen viele Zettel thematisch "in der Luft"? Diese könnten dann ja z.B. als Blog oder Video rauskommen und der "Rest"(die Kernthemen) als Buch. Was denkst du? Wie ist dein bisheriger Plan?
      Korrekturen sehe ich nicht als Problem.

    2. Informationen veralten:
      Die Welt ist im Wandel.. jeder von uns.. aber auch unser Wissen, welches tagtäglich neu mit Informationen gefüttert wird.
      Wenn der Zettelkasten als Wissensarchiv dient, wird dieser nach deinem Ableben ebenfalls veralten und mit der Zeit an Relevanz verlieren.
      Er könnte aber, wie ein gutes Buch als Quelle genutzt werden und von anderen weiterverarbeitet werden. Hier halte ich die Weitergabe des Wissens in Buchform für sinnvoller und überlebensfähiger als ein Onlinearchiv, welches betreut werden muss (Wartung etc.).

    3. Sascha hat zu viel zutun:
      Was hat für dich aktuell eine größere Bedeutung? Das Erarbeiten von Wissen und dessen Verzettelung? (Hat verzettelt sein nicht eigentlich eine negative Bedeutung? :expressionless: )
      Oder das Veröffentlichen von Wissen in Form von Büchern, Blogs, Videos etc.?
      Einen finalen Stand wirst du ja nie erreichen, da es immer neue Informationsquellen geben wird.

    Die von dir hier veröffentlichten Zettel kann ich mir schlecht in einem der Lebenswandelsbücher vorstellen. Vll. ein Extraband für Spezialthemen oder halt in Büchern, Blogs, Videos verarbeitet... es wäre bedauerlich, wenn letztlich viele Zettel nie für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

    1. Die Menge der Information ist schwierig strukturell zu bewältigen:
      Hast du denn einen konkreten Plan, welche Zettel in welches Buch kommen oder hängen viele Zettel thematisch "in der Luft"? Diese könnten dann ja z.B. als Blog oder Video rauskommen und der "Rest"(die Kernthemen) als Buch. Was denkst du? Wie ist dein bisheriger Plan?

    Ja. Alles durchorganisiert. Habe ein funktionierendes System aufgesetzt.

    1. Informationen veralten:
      Die Welt ist im Wandel.. jeder von uns.. aber auch unser Wissen, welches tagtäglich neu mit Informationen gefüttert wird.
      Wenn der Zettelkasten als Wissensarchiv dient, wird dieser nach deinem Ableben ebenfalls veralten und mit der Zeit an Relevanz verlieren.
      Er könnte aber, wie ein gutes Buch als Quelle genutzt werden und von anderen weiterverarbeitet werden. Hier halte ich die Weitergabe des Wissens in Buchform für sinnvoller und überlebensfähiger als ein Onlinearchiv, welches betreut werden muss (Wartung etc.).

    Habe mit Philosophia Perennis und meinem selbstentwickelten Lindy-Filter das Zeitproblem im Griff. In einigen unternehmerischen Schritten fange ich an etwas zu basteln, was der Werkstatt von Rubens entspricht, um wirksamer sein zu können.

    An diesen Punkt habe ich gedacht.

    Was hat für dich aktuell eine größere Bedeutung? Das Erarbeiten von Wissen und dessen Verzettelung? (Hat verzettelt sein nicht eigentlich eine negative Bedeutung? :expressionless: )
    Oder das Veröffentlichen von Wissen in Form von Büchern, Blogs, Videos etc.?

    Mein konkretes Missionsziel ist einen ersten Versuch zur Anleitung zum guten Leben in der Moderne zu schreiben. Das mache ich. Nicht aber gehört dazu Bücher zu veröffentlichen oder sonstwas. Bin natürlich unter allerlei Zwänge gestellt,wie jeder andere Mensch auch. Glaube daran, dass ich meine Arbeit auf eine Weise verrichten sollte, so dass sie gut für meine Mitmenschen ist. Muss Miete bezahlen. Fänd es geil, wenn ich ein paar aufeinander abgestimmte Bücher von mir im Regal sähe. Und so weiter.

    Meine Klienten haben durch mich vollen Zugriff auf meine Arbeit. Die können das nach Bedarf anfragen. Meine Freunde sowieso. Es gibt also genug Menschen auf der Erde, die teilweise konkret und teilweise implizit (Klienten geben ich dann einfach nur Übungen oder die Ergebnisse, nicht ganze Abhandlungen) alles zur Verfügung haben.

    Einen finalen Stand wirst du ja nie erreichen, da es immer neue Informationsquellen geben wird.

    Joa. Ich würde aber eher sagen, dass irgendwann meine Kapazität erreicht ist. In vielen Teilen meines Zettelkastens ist nicht mehr allzu viel Bewegung drin. Meine Theorie ist, dass man nur ein bestimmtes Maß in seinem Leben über das Bekannte hinauskommt. Ich halte das für den wahrscheinlicheren Flaschenhals als Aktualität.

    Die von dir hier veröffentlichten Zettel kann ich mir schlecht in einem der Lebenswandelsbücher vorstellen. Vll. ein Extraband für Spezialthemen oder halt in Büchern, Blogs, Videos verarbeitet... es wäre bedauerlich, wenn letztlich viele Zettel nie für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

    1. Die Gehirnlateralisation fließt in etwas ein, dass ich kompliziert encephalischer Konstruktivismus genannt habe. Dieser Ansatz dient dazu, Temperamentarbeit ("Wie werde ich offener oder ändere ich meine Meinung leichter?") auf vernünftige Beine zu stellen.
    2. Der Zimbardodrift ist ein wichtiger Mechanismus, um Moderne als Krankheit zu verstehen.
    3. Sucht als Besessenheit dient der Begriffsarbeit für Sucht.

    Der Bezug zu den Lebenswandelsbüchern ist:

    1. In Ruhe und Kognition (Band 4) werde ich vielleicht auch Temperamentarbeit abhandeln. Wenn nicht, dann aber in Selbstentwicklung (Band 5).
    2. Moderne als Krankheit steht quer zur Lebenswandelsreihe. Es dient in Bezug auf die Frage "Wie kann ich ein gutes Leben in der Moderne führen" der Verortung des einzelnen Menschen. Hier sind einige praktische Dinge (Beispiel: Wie vermeide ich Manipulation durch Reizraffinade, wie entwickle ich Abwehrmethoden gegen Sinnentleerung durch Moderne als Krankheit, wie baue ich eine seelische Immunabwehr auf usw.) drin. Aber der gute Lebenswandel findet in der Moderne statt und dazu sollte man sie kennen.
    3. Sucht zu verstehen wird ein neuer Abschnitt für die späteren Auflagen von Reflexion und Analyse, aber auch in Ernährung und Fasten und Ruhe und Kognition sein.

    Aber habe Christian schon instruiert, was passiert, wenn ich sterbe oder mir jemand eine Kugel in den Kopf jagt -- oder wahrscheinlicher: Ich wie der letzte Vollidiot mit dem Fahrrad verunglücke. :smile: Mache irgendwann demnächst schon ein vorläufiges Testament, in dem meine Hinterlassenschaften auch geregelt sind. Alles wird irgendwann mal veröffentlicht.

  • Okay, dann bin ich ja beruhigt und warte gespannt auf das.. was kommen wird :)

  • Ich denke, ein Online-Zettelkasten "mit allen Tipps und Hinweisen" wäre dann kontraproduktiv, wenn er sich an Zettelkastenanfänger richtet. Denn warum sollte man sich die Mühe machen, seinen Zettelkasten organisch mit seinem eigenen Denken wachsen zu lassen und seine eigene Zettelkastenpraxis zu entwickeln, wenn man schon eine Demoversion eines erfahrenen Zettelkastenpraktikers hat, die man einfach nur für sich nachbauen muss? Wenn @Sascha so etwas veröffentlichen würde, würde er auch seine Art zu denken veröffentlichen, und das einfach nachzubauen wäre dann ein einfach nur ein Nachbau von Saschas Denken (quasi eine geistige Stuhltransplantation: kann passen, muss aber nicht).

    Deshalb finde ich Bücher oder Websites mit Erklärungen einzelner abstrakter Prinzipien, aus denen man seine eigene Zettelkastenpraxis entwickeln kann, sinnvoller.

  • @Tobias schrieb:
    Ich denke, ein Online-Zettelkasten "mit allen Tipps und Hinweisen" wäre dann kontraproduktiv, wenn er sich an Zettelkastenanfänger richtet. Denn warum sollte man sich die Mühe machen, seinen Zettelkasten organisch mit seinem eigenen Denken wachsen zu lassen und seine eigene Zettelkastenpraxis zu entwickeln, wenn man schon eine Demoversion eines erfahrenen Zettelkastenpraktikers hat, die man einfach nur für sich nachbauen muss? Wenn @Sascha so etwas veröffentlichen würde, würde er auch seine Art zu denken veröffentlichen, und das einfach nachzubauen wäre dann ein einfach nur ein Nachbau von Saschas Denken (quasi eine geistige Stuhltransplantation: kann passen, muss aber nicht).

    Deshalb finde ich Bücher oder Websites mit Erklärungen einzelner abstrakter Prinzipien, aus denen man seine eigene Zettelkastenpraxis entwickeln kann, sinnvoller.

    Ich verstehe was du meinst, ich habe mich aber lediglich auf Saschas Wissen als Zettelkasten- oder Bücher-Version bezogen. Ob Personen nun selber einen Zettelkasten bauen oder nicht ist davon losgelöst gewesen.

  • @MaxMustermann schrieb:

    @Tobias schrieb:
    Ich denke, ein Online-Zettelkasten "mit allen Tipps und Hinweisen" wäre dann kontraproduktiv, wenn er sich an Zettelkastenanfänger richtet. Denn warum sollte man sich die Mühe machen, seinen Zettelkasten organisch mit seinem eigenen Denken wachsen zu lassen und seine eigene Zettelkastenpraxis zu entwickeln, wenn man schon eine Demoversion eines erfahrenen Zettelkastenpraktikers hat, die man einfach nur für sich nachbauen muss? Wenn @Sascha so etwas veröffentlichen würde, würde er auch seine Art zu denken veröffentlichen, und das einfach nachzubauen wäre dann ein einfach nur ein Nachbau von Saschas Denken (quasi eine geistige Stuhltransplantation: kann passen, muss aber nicht).

    Deshalb finde ich Bücher oder Websites mit Erklärungen einzelner abstrakter Prinzipien, aus denen man seine eigene Zettelkastenpraxis entwickeln kann, sinnvoller.

    Ich verstehe was du meinst, ich habe mich aber lediglich auf Saschas Wissen als Zettelkasten- oder Bücher-Version bezogen. Ob Personen nun selber einen Zettelkasten bauen oder nicht ist davon losgelöst gewesen.

    Ach so, quasi eine Art "Sascha-Wiki" …

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