Was seht ihr als gut und wichtig an anderen Menschen an ?

Schreibt mal, was ihr an anderen Menschen verehrt und wertschätzt. Ich will nämlich besser verstehen, was ich zu tun habe.

Kommentare

  • bearbeitet 23. September
    1. Härte zu sich selbst.
    2. Altruismus.
    3. Güte (echte Vergebung).
    4. Ehrlichkeit (nicht unbedingt Offenheit)
    5. Fleiß
  • bearbeitet 9. Oktober

    Ehrlichkeit, "Mut sein eigenes Ding zu machen" (also so Autonomie und Freiheit und sowas, ich finde dafür nicht ein Wort), Gelassenheit, Kreativität
    EDIT: Der Grad, in dem eine Person Verantwortung übernimmt!!!

  • Eine eigene Meinung haben und zu dieser stehen.
    Offen sein für mögliche eigene Fehler.. und aus diesen zu lernen ("Bruce, warum fallen wir..")
    Kontinuierliche Verbesserung des eigenen Selbst (best version of yourself).. auch wenn die Schritte noch so klein sind

    Ehrlichkeit, Belesenheit(Wissen/Erfahrung) und die Intention dieses zu teilen

    ..und den Arsch in der Hose zu haben, die Dinge die keinen Spass machen (aber notwendig/sinnvoll sind) dennoch durchzuziehen

  • Ich glaube, es wäre interessant die Begriffe auseinanderzuhalten. Ich könnte beispielsweise etwas respektieren, was ich nicht verehre.

    Wie würde sich Respekt im Verhalten äußern, @Dominique ?

  • bearbeitet 28. September

    @Sascha

    Was ich respektiere, dem schenke ich Beachtung, weil ich es für wichtig halte. Ich reagiere auf etwas. Ich könnte z.B. vorsichtig werden, wenn mir ein betrunkener Autofahrer entgegenkommt, weil ich Respekt habe.

    Was ich verehre, dass ahme ich möglichst nach und unterstütze ich, weil ich es für wichtig und gut halte.

    Stimmt Respekt ist nicht der richtige Begriff. Ich wollte erst Ehre schreiben, aber das klingt so hochtrabend.

    @Johannes @MaxMustermann "mit eigenes Ding machen" meint ihr doch eigentlich die Fähigkeite gegen den Strom zu schwimmen, also gegen soziale Widerstände seine Ansichten auszuleben und sich nicht fremdbestimmen zu lassen.

    Ihr habt alle Ehrlichkeit erwähnt. Was macht einen ehrlichen Menschen aus ? Man lügt nicht. Man sagt Anderen, was man denkt. Klar soweit.
    Was ist, wenn man sich selbst anlügt ? Was ist, wenn man nicht das macht, was man selbst für richtig hält ?

  • bearbeitet 28. September

    Einfachheit und Leidenschaft halte ich auch noch für wichtig. Wie löst man sonst seine Energie und Zeitprobleme in der Moderne ?

    Gibt es eine Tugend, die man als Erstes entwickeln sollte ? Sind die euch alle gleichwichtig oder habt ihr Hierachie ?

  • bearbeitet 28. September

    @Johannes @MaxMustermann "mit eigenes Ding machen" meint ihr doch eigentlich die Fähigkeite gegen den Strom zu schwimmen, also gegen soziale Widerstände seine Ansichten auszuleben und sich nicht fremdbestimmen zu lassen.

    Ihr habt alle Ehrlichkeit erwähnt. Was macht einen ehrlichen Menschen aus ? Man lügt nicht. Man sagt Anderen, was man denkt. Klar soweit.
    Was ist, wenn man sich selbst anlügt ? Was ist, wenn man nicht das macht, was man selbst für richtig hält ?

    Ich meine Ehrlichkeit zu sich selbst, aber auch Anderen gegenüber. Das bedeutet nicht, jemanden mit der eigenen Meinung vor den Kopf zu stoßen, sondern sich selbst treu bleiben und sich nicht verbiegen(oder verbiegen zu lassen).

    Wenn du dir selber nicht treu bist, reflektiere dich und deine Handlungen und finde raus, warum du es nicht bist.. anschließend handele, wenn du beschlossen hast, dass du dies aktiv ändern möchtest

    PS: Ein kleiner Buchtipp dazu: "Lebenswandel: Reflexion Und Analyse" (von Sascha Fast) :wink:

    • Bescheidenheit
    • Härte zu sich selbst
    • emotionale Reife
    • authentische Hilfsbereitschaft
    • Wertschätzung gegenüber der Natur / Individuen
    • Tierliebe
  • Ich schätze es, wenn jemand nur das sagt, was er auch wirklich, ehrlich denkt. Das ist leider viel zu selten...
    Da es aber weniger ums sprechen, sondern mehr ums handeln geht, schätze ich, wenn Leute bestrebt sind, sich durch ihre Taten zu definieren (und nicht durch ihre Worte).

  • @Gnahn Mir gefällt, wie du es ausgedrückt hast.

    Ich benutze meine Sprache (fast) nur, um das weiterzugeben, was ich denke. Darum hielt ich mich immer für einen ehrlichen Menschen. Aber
    konkret : Bin ich verlogen, wenn ich mich seit Jahren mit Selbstentwicklung beschäftige, absolut von der Wichtigkeit des Frühaufstehens überzeugt bin und es trotzdem nicht schaffe relativ ausnahmslos jeden Tag pünktlich und früh aufzustehen ? Bin ich verlogen, wenn ich mir trotz ausreichend Erfahrung immer mehr vornehmen will, als ich realistisch schaffen kann ?

    Wo zieht man die Grenzen zwischen Disziplin, Ehrlichkeit und Bescheidenheit ? Kann man sie überhaupt ziehen ?

    @MaxMustermann ich habe schon viel zu viel reflektiert, auch mit besagtem Buch :smile: . Reflektieren und Denken ist bei mir ein zweischneidiges Schwert. Es hält mich teilweise vom Handeln ab, weil ich mich nie mit vorläufigen Antworten und Ungewißheit zufrieden gebe, aber super gerne denke und immer wieder neue Ideen habe.
    @Sascha Warum bekommst du eigentlich keine Paralyse, wenn du den ganzen Tag denkst, liest und reflektierst ? Oder bin ich einfach nur ein Weichei ?

  • bearbeitet 4. Oktober

    @Dominique Natürlich bist du deswegen nicht verlogen. Man definiert Ideale (z.B. IMMER früh aufstehen) unter anderem auch als Richtungsweiser, als ein Ziel, auf das man eben zielt. Jeder verfehlt seine Ziele mehr oder weniger und das ist zunächst kein Problem, solange wir uns in die richtige Richtung bewegen (mit dem üblichen Abkommen vom Weg und hoffentlich bald wieder zurückfinden).

    Wo setzt man die Grenzen? Muss es überhaupt Grenzen geben zwischen Disziplin, Ehrlichkeit und Bescheidenheit? Diese Eigenschaften schließen sich nicht aus. Sie tendieren jedoch alle in die Richtung "je mehr, desto besser". Zu viel Disziplin kann auf Kosten anderer Dinge gehen, daher sollte man immer achtsam bleiben und, wie Max angeregt hat, darüber reflektieren, was man tut. Es gibt auch "falsche Bescheidenheit" usw., aber das hat dann vielleicht auch schon nichts mehr mit echter Bescheidenheit zu tun. Als einfache Heuristik kann man sich vielleicht fragen, ob man es bei jemand anderem bewundern würde, wenn er dieses oder jenes tut? Ich glaube die meisten von uns haben ein gutes Gefühl dafür, was richtig ist. Da muss ich nun an Nietzsche denken, der mal sowas in der Art geschrieben hat wie "Man kann den Charakter eines Menschen daran messen, wie viel Wahrheit er zu ertragen bereit ist."

  • bearbeitet 4. Oktober

    @Gnahn Wenn meine Fähigkeiten diese Aufgabe weit übersteigen, wäre ich schon verlogen.

    Geben muss es die Grenzen nicht, aber dann will ich wissen, dass es sie eigentlich nicht gibt. Ich will halt genau verstehen, was ein guter Charakter ist. Ich glaube auch, dass man ein ziemlich gutes Gefühl dafür hat, was richtig. Um Wahrheit zu ertragen (und so ehrlich zu sich selbst zu sein), braucht man gefühlt vorallem innere Härte.

    Ich würde es sogar noch stärker sagen: Diese Tugenden schließen sich nicht nur nicht aus. Sie bedingen sich gegenseitig und bauen aufeinander auf. Deswegen auch die Frage, ob es eine Hierarchie bzw. Prioritäten gibt. Ich glaube "Härte zu sich Selbst" steht nicht zufällig an erster Stelle auf Sascha's Liste. Und MaxMustermann hat extra fett markiert

    @MaxMustermann schrieb:

    ..und den Arsch in der Hose zu haben, die Dinge die keinen Spass machen (aber notwendig/sinnvoll sind) dennoch durchzuziehen

  • @Gnahn schrieb:
    @Sascha Warum bekommst du eigentlich keine Paralyse, wenn du den ganzen Tag denkst, liest und reflektierst ? Oder bin ich einfach nur ein Weichei?

    Spontan würde ich dir im echten Leben sagen: "Weil ich Dinge zu tun habe." Aber das hilft ja irgendwie nicht weiter. Es hat etwas damti zu tun, das sich mich selbst als schaffender Mensch sehe. Reflexion und Analyse sind im Grunde so etwas mentaler Katabolismus oder auch geistige Autophagie. Man löst alles erstmal in seine Bestandteile auf.

    Dadurch wird das, was wir überdenken mechanisch, tot uns seziert.

    Erst handeln macht das Reflektierte wieder lebendig. Daher mache das, was ich bedenke.

    Aber das ist im Grunde die theoretische Seite. Sehr häufig bin ich eher auf der Suche nach etwas Praktischem, als nach etwas Wahrem. Ich brauche die Einsichten, um meine Probleme und die meiner Klienten zu lösen. Ich denke, es liegt an meiner Motivation akute Probleme zu lösen, anstatt nach Wahrheit zu suchen.

    Beispiel: Meditation. Finde es schade, dass so ein Zirkus um Erleuchtung gemacht wird -- natürlich eher in den Eso-Kreisen. Man könnte vielleicht auch erstmal einfache Dinge üben, wie Sitzen, Atmen, Beobachten und so weiter. Das sind erstmal die Probleme. Daher kümmert mich die sogenannte Gesellschaft auch herzlich wenig. Mein Problem ist nicht die Korruption des Pharma-Politik-Komplexes, sondern eher, ob einmal pro Woche ein bisschen Cheat with Wheat funktioniert oder nicht.

  • bearbeitet 4. Oktober

    @Gnahn schrieb:
    "Man kann den Charakter eines Menschen daran messen, wie viel Wahrheit er zu ertragen bereit ist."

    Korrekt. Ist aus Ecce Homo:

    Aus einer langen Erfahrung, welche eine solche Wanderung im Verbotenen gab, lernte ich die Ursachen, aus denen bisher moralisirt und idealisirt wurde, sehr anders ansehn als es erwünscht sein mag: die verborgene Geschichte der Philosophen, die Psychologie ihrer grossen Namen kam für mich an's Licht. – Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? das wurde für mich immer mehr der eigentliche Werthmesser. Irrthum (– der Glaube an's Ideal – ) ist nicht Blindheit, Irrthum ist Feigheit


    @Dominique schrieb:
    Diese Tugenden schließen sich nicht nur nicht aus. Sie bedingen sich gegenseitig und bauen aufeinander auf. Deswegen auch die Frage, ob es eine Hierarchie bzw. Prioritäten gibt. Ich glaube "Härte zu sich Selbst" steht nicht zufällig an erster Stelle auf Sascha's Liste.

    Ersteres ist sogar ein analytisches Urteil. Wenn man die eigene Tugendhaftigkeit als Aussagensystem versteht, muss es widerspruchsfrei sein. Sonst würde es nicht funktionieren (aus einem Widerspruch kann alles folgen). Wenn man an eine übergeordnete Tugendhaftigkeit glaubt, muss das auch für diese gelten (beispielsweise für eine praktische Tugendlehre).

    Daher fängt für mich fast alles damit an, dass man Widersprüche in seinem Leben erkennt und auflöst. So bewegt man sich in die richtige und eigene Richtung.

    Der zweite Satz ist nur teilkorrekt. Ist vorläufig korrekt, aber ich habe in meinem jetzigen Entwurf meiner Tugendlehre 35 Tugenden und in etwa so viele Laster. Vielleicht muss ich revidieren.^^

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