Planung und Struktur bei unregelmäßiger Schichtarbeit

Ich habe meiner Mutter und meinem Bruder empfohlen sich Struktur und Regelmäßigkeit ins Leben zu holen. Beide haben sehr ungeregelte Arbeitszeiten als Schauspieler und Sozialpädagogin im Behindertenwohnheim. Früh, spät, manchmal mit mehrstündigen Pausen mitten im Tag. Außerdem sind diese Berufe reich an sozialen Extremsituationen. Sie sind also ziemlich stark streßbelastet.

Habt ihr Ideen oder sogar Erfahrung, wie der Tag und die Woche geordnet werden kann ? Wie prägt man Gewohnheit unter diesen Umständen aus ? Wie senkt man die Entscheidungsermüdung ?

Kommentare

  • Mein erster Gedanke geht da an einen Satz von @Sascha sinngemäß war es "Bei mir fängt nicht jeder Tag gleich an, es gibt verschiedene Tagesrythmen."
    Wenn man "normale Tagesrythmen" als Angestellter hat, mit regelmäßigen Arbeitszeiten, dann fällt ja mindestens das Wochenende schonmal auf.
    Vielleicht hilft es dann zuerst für die verschiedenen Arbeitstage "Mustertage" zu erstellen. Wenn man dann die verschiedenen Elemente wie z.B. kochen, Sport, Lesen, Soziale Zeit mit Famile/ Freunden einmal aufgelistet hat, kann man besser erkennen, welche Elemente wie platziert werden könnten.
    Zu dem Thema Gewohnheiten, ich besitze ein Smartphone und will darauf auf der einen Seite nicht verzichten, auf der anderen Seite dieses so effizient wie möglich nutzen. Es gibt eine App Namens "Habitica". Hier kann man mithilfe von Aktivitäten einen/ mehrere virtuelle Charaktäre verbessern. Quasi Gamification für Gewohnheiten. Will mir die App die Tage einmal runterladen und genauer anschauen. Für Leute die sowieso ein Smartphone nutzen kann es meiner Meinung nach eine gute Krücke/ Starthilfe sein.

  • Mein Bruder meint, es gäbe bei ihm eben keine drei verschiedene Tage, sondern jeder Tag sei anders. Manchmal weiss er auch erst am selben Tag, dass er noch mehr oder weniger arbeiten muss. Vielleicht gibt es trotzdem Muster und er sieht sie nicht. Bei meiner Mutter sollte das machbar sein.
    Meinst du denn, dass so ein Gadget zu pflegen nicht wieder Zusatzstress bedeutet ? Aus meiner Erfahrung sind High Tech Lösungen oft langfristig sehr nervig.

  • In dem Fall würde ich "Gewohnheitspatching" empfehlen. Beispiel: Aus Zähneputzen wird Zähneputzen + Sonnengruß. Oder: 10 Minuten vor Arbeitsbeginn erscheinen und ein paar Übungen machen.

  • Ich denke, dass ein Morgen- und Abendsritual sinnvoll ist. Auch wenn "Morgen" und "Abend" in diesem Fall als Synonyme für die Zeit "vor dem Schlafen" und "nach dem Schlafen" stehen

  • Klasse. Die Diskussion zeige ich den beiden bei Gelegenheit mal. Vielleicht kommentieren sie ja sogar.

  • @Dominique schrieb:
    Mein Bruder meint, es gäbe bei ihm eben keine drei verschiedene Tage, sondern jeder Tag sei anders. Manchmal weiss er auch erst am selben Tag, dass er noch mehr oder weniger arbeiten muss. Vielleicht gibt es trotzdem Muster und er sieht sie nicht. Bei meiner Mutter sollte das machbar sein.
    Meinst du denn, dass so ein Gadget zu pflegen nicht wieder Zusatzstress bedeutet ? Aus meiner Erfahrung sind High Tech Lösungen oft langfristig sehr nervig.

    Das Gadget würde ich eher mal ausprobieren, wenn die Person bereits etwas ähnliches spielt.
    Gerade bei den jüngeren Leuten, die quasi mit dem Smartphone aufwachsen, würde ich es zumindestens einmal in Betracht ziehen.
    Aber für Leute die ihr Smartphone eh kaum oder für andere Sachen nutzen, würde ich definitiv davon abraten. Dann ist es ein Zusatzstress.

  • Habt ihr Ideen oder sogar Erfahrung, wie der Tag und die Woche geordnet werden kann ? Wie prägt man Gewohnheit unter diesen Umständen aus ? Wie senkt man die Entscheidungsermüdung ?

    @Dominique Von welchen Gewohnheiten sprichst du denn konkret?

  • bearbeitet 4. Oktober

    Ich hatte keine konkreten Gewohnheiten im Sinn, als ich gefragt habe. Auch weil ich nicht geklärt habe, wie viel Details aus ihrem Privatleben ich verraten darf. Es gibt einige klare Aufgaben in dem Lebenswandel beider. Aber ich weiss nicht, wo ich ihnen raten sollte anzufangen. Als Beispiel aus der Ernährung:

    Meine Mutter ist nicht bereit, mehr als eine warme Mahlzeit am Tag zu essen und genügend Energie in Form von echter Nahrung zu sich zu nehmen.
    Mein Bruder hat Schwierigkeiten überhaupt Zeit zum Essen, Kochen und Einkaufen zu finden. Wir haben überlegt, dass er morgens kochen und eine großes Frühstück essen kann, weil er da Zeit hat. (Ich weiss, dass ein großes Frühstück auch nicht so optimal für den Biorhytmus ist, aber besser als Unterernährung. Vielleicht ist es auch sinnvoll für Beide, diesen Biohack von Jack Kruse zu nutzen ? Also morgens viel Protein und gut Fett, um den Rhytmus zu takten.)

    @MaxMustermann ich denke du hast Recht. Dazu stelle ich mir folgendes Rätsel:

    Macht es überhaupt Sinn sich an einer regelmäßigen Schlaf und Aufstehzeit zu halten, wenn sie sowieso regelmäßig gebrochen wird ? Und wenn ja, wann ist der richtige Zeitpunkt aufzustehen und zu schlafen ? Mein Bruder hat nie morgens, manchmal bis Mitternacht Arbeit. Mein Mutter manchmal frühmorgens und manchmal ist sie erst um 22:30 abends zuhause.

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