Livestream: Sind Frauen die schlechteren Menschen? -- Do, 2022-08-25, 17h

Moin Leute,

nächster Livestream nächste Woche.

  • Ich mache das wieder per Zoom und streame auf YouTube.
  • Wie auch beim letzten Mal: Wer sich reinwählen will, kann das machen. Die ersten 30-40min versuche ich meinen eigenen Turn zu machen.

Zoom-Link: https://us06web.zoom.us/j/87839336316
Meeting ID: 878 3933 6316

Relevante Hintergrundinformation:

Viele Grüße
Sascha

Kommentare

  • Alles, was ihr in diesem Thread nochmal besonders hervorhebt, werde ich mit Priorität besprechen. (Argumente, Einwände, Proteste, Unterstützungen, Kommentare)

  • Hi, Sascha,

    im Grunde habe ich überhaupt keinen Bock darauf, Dich zu kritisieren, auch wenn das im Folgenden so wirken könnte. Du machst Dein Ding, machst dieses Ding richtig gut, finde ich und einige Standpunkte sind einfach nicht mein Ding.

    Ich hole aus: ich bin jetzt 52 Jahre alt. Als Kind bin ich extrem gebremst worden, Existieren war die alleinige Aufgabe. Mit acht habe ich meine primäre Sucht, die mich auch immer noch mit Wärme erfüllt, wie ich gestern noch feststellen konnte: Lesen. Belletristik ist mein Ding, wirklich mein Ding.
    Mit 12 habe ich angefangen, auch andere Sachen als Kinderromane, Perry Rhodan und so zu lesen. Mit 14 meine ich: "Der Mann - ein Fehler der Natur", ein Stern-Report, ich habe versucht, das Ding'n noch im Netz zu finden, ist nicht mehr da. Ab 1982 war ich für fünf Jahre in einem Kinderheim (Raphaelhaus in Mülheim-Saarn, an der Ruhr, nicht bei Köln oder sonstwo :) ). Da schenkte man mir von Konrad Lorenz "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit". Mein Gott, die müssen echt gedacht haben, der Junge muß gefüttert werden. Dieses Kinderheim war eine Art Vorzeigeprojekt der Thyssen-Krupp-Stiftung. Da war wirklich alles gut, das Essen, die Räumlichkeiten, die Betreuung. Mit mir hat man echt viel gemacht, und ich muß zu meiner Schande gestehen: ich war wirklich mehr als nur einfach garstig :(. Egal. Das beste, was ich habe, habe ich von dort mitgenommen.
    Und ich möchte sagen: seit damals denke ich über einiges nach. Sind Männer wirklich die schlechteren Menschen? Bin ich deshalb ein schlechter Mensch?
    Auf edubily.de hat Chris das im bekannten thread so formuliert: "Im besten Falle ergänzen wir einander."

    Wir sind zum Glück alle unterschiedlich, das hat die Natur so geschaffen. Und nur wir begehen den Fehler, fortwährend bewerten zu müssen. Gut, schlecht, besser, schlechter und so. Frauen sind so, wie sie sind und Männer sind so, wie sie sind. Aktuell erleben wir eine vollständige Erstarkung faschistischer Mechanismen. Irgendjemand weiß, was richtig und gut ist und alle anderen haben das zu übernehmen. Basta. Wer das nicht macht, ist Querdenker und böse oder so.
    Vollkommener Unfug.

    Erziehung ist ein Problem, das ich auch versucht habe, mit Tyler zu diskutieren. Einfach gesagt: "Erziehung ist die erste Gewalt, die wir alle erfahren." Und das perpetuiert Probleme. Probleme, die wir überall beobachten können. Alle Welt tradiert unhinterfragt die eigenen Erziehungstraumata.
    Ich persönlich verabscheue dieses ständige Erziehenmüssen von Mitmenschen so stark, daß ich regelmäßig in Bus und Bahn unangenehm werde.

    Zum Thema: wir müssen, sollten, meine ich zumindest, das Frau-Sein und das Mann-Sein neu überdenken. Und dabei die phylogenetischen Grundlagen nicht verleugnen. Rein biologistisch sind Männer und Frauen unterschiedlich, haben unterschiedliche Notwendigkeiten, das darf man nicht verleugnen, sonst macht man nur Murks. Siehe Corona. Anthropoinkonforme Lösungswege sind kontraproduktiv (entschuldigt bitte, ab und zu haue ich einfach richtig gerne auf die Kacke :) ).

    Und das Bewertungsbedürfnis, das wir alle haben, das auch überlebensnotwendig war/ist, sollte reflektiert werden. Ist es so wichtig, immer alles in gut und schlecht zu bewerten? Ist ein manichäistisches Weltbild nicht ein wenig einfach?

  • bearbeitet 21. August

    Wie gehören die Frage 'Sind Frauen die schlechteren Menschen' und die Blogbeiträge zu Selbswert für dich zusammen? Zu der Selbswertsache beschäftigt mich gerade ein bisschen was aber weiß nicht ob das hier hin gehört.

  • @Susanne Habe die Frage im Stream beantwortet. Kurzfassung der Antwort: Periodenurlaub, Quoten und all diese Maßnahmen sind eine systematische Unterwanderung des gesellschaftlichen Selbstwerts für Frauen. Ausgangspunkt ist das Realitätsprinzip, dass ich im letzten verlinkten Artikel erwähnt habe.

    Meine persönliche Beobachtung deckt sich damit: Je mehr eine Frau die Geflogenheiten der Moderne annimmt, desto schwächer ihr Selbstwert, was wiederum pathologische Kompensationen (z.B. vulnerabler Narzissmus) wahrscheinlicher macht. (Ich gehe aber auch davon aus, dass die Empirie meine Ansicht in in diesem Punkt bestätigt)

    Das Thema beschäftigt mich gerade insbesondere, weil mein erstes Kind ein Mädchen wird und ich mir überlege, was ich tun kann, damit sie möglichst stark und vor allem auch robust gegen die modernen Dummheiten wird.

  • Glückwunsch das du Vater wirst! (Wenn ich den letzten Absatz richtig verstanden habe)

  • @Tobi90 schrieb:
    Glückwunsch das du Vater wirst! (Wenn ich den letzten Absatz richtig verstanden habe)

    +1

  • Ja, herzlichen Glückwunsch. Ein neuer Erdenbürger voller Hoffnungen.

    Das Thema beschäftigt mich gerade insbesondere, weil mein erstes Kind ein Mädchen wird und ich mir überlege, was ich tun kann, damit sie möglichst stark und vor allem auch robust gegen die modernen Dummheiten wird.

    Ich weiß es auch nicht, ich kann darüber nur ex cathedra reden. Meine Vorstellung von der Erziehung eines Kindes ist eben die einer Entwicklungsbegleitung, geschlechtsneutral, auf Zuneigung und uneingeschränkter Akzeptanz basierend. Geschlechtsneutral heißt nur, daß das Kind sich selbst und die Unterschiede entdecken, erfragen darf. Man muß keinem Kind beibringen, daß die Geschlechter vollkommen gleich sind, das sind sie nämlich einfach nicht. Menschen sind geschlechtsspezifisch unterschiedlich und dann noch mal als Individuum. Die Geschlechtskonstruktion ist natürlich ein nicht unwichtiger Faktor. Aber auch das kann man für sich klären.

    Egal, Du wirst naturgemäß Fehler machen, nicht weil Du Du bist, sondern weil es einfach zur Natur des Menschsein gehört, meine ich. Also mach' einfach, und denk' dran, daß Du Dein Kind liebst. Was die Gesellschaft meint, was Du Deinem Kind beizubringen hast, kann kein Maßstab sein. Lies mal Alice Miller :).

  • Danke, danke Leute.

    Geschlechtsneutral heißt nur, daß das Kind sich selbst und die Unterschiede entdecken, erfragen darf.

    Angesichts der heutigen Indoktrinierungspraxis halte ich das für nicht mehr machbar.

    Außerdem ist die Kindheit Vorbereitung auf das Leben als Erwachsener. Das, was ich als grundlegend erkannt habe, werde ich meiner Tochter von Anfang an vermitteln. Dazu gehört auch eine vernünftige Erkenntnis der eigenen Geschlechtlichkeit.

  • Außerdem ist die Kindheit Vorbereitung auf das Leben als Erwachsener. Das, was ich als grundlegend erkannt habe, werde ich meiner Tochter von Anfang an vermitteln. Dazu gehört auch eine vernünftige Erkenntnis der eigenen Geschlechtlichkeit.

    Sascha, da gibt es einfach ein Problem. Und versteh' das Folgende bitte nicht als Angriff oder Kritik. Ich stelle das sehr drastisch dar:

    Nehmen wir mal an, Du wärest homophob. Das wäre ja auch grundsätzlich in Ordnung, finde ich. Ich halte nichts von political correctness und noch weniger von dieser (Pseudo-) wokeness. Und dann entdeckt Deine Tochter, daß sie Mädchen einfach attraktiver findet. Was machst Du dann? Drastische Erziehungsmaßnahmen? Gehirnwäsche? Verstoßung?
    Die kindliche Entwicklung ist imho komplexer als man sich vorstellen mag. Zur Entwicklung eines Mädchen gehört im Rahmen der Selbstexploration auch, sich Finger und Gegenstände in die Vagina zu schieben. Nehmen wir mal an, das ist eine Möglichkeit, ich weiß es einfach nicht, weil ich es nicht beobachtet habe. Das ist also angelesen. Kindliche Sexualität entwickelt sich viel früher, als viele annehmen (von irgendeinem bayrischen Aufklärungsportal erlesen). Was machen die Eltern dann, wenn sie Dinge beobachten, die ihnen peinlich und unangenehm sind?

    Gerade das Beispiel von der Homophobie/Homosexualität halte ich für wichtig. Ich denke ja regelmäßig über die AfD und deren Wähler nach. Ja, ich finde sie haben uneingeschränkt recht, wenn sie sagen, der Staat soll sich aus der Erziehung ihrer Kinder raushalten. Gender-mainstreaming halte ich auch für schwierig. Aber die negativen Möglichkeiten, die sich daraus entwickeln, sprich das Konfliktpotential Eltern/Kinder macht mich einfach traurig. Das ist Stoff für traurige Romane der Zukunft.

    Zur wokeness als Exkurs: wer wirklich bewußt durch's Leben geht, unterläßt es, ständig auf andere einzuwirken. Sei so, sei so, oder sei so. Finde ich zum kotzen. Und wenn ich mich hier äußere, soll das nur gedankliche Anregung sein. Jeder soll eh' das machen, was er für richtig hält.

  • Ich werde meine Tochter nach genau den Werten erziehen, die ich habe. Dazu gehören auch meine geschlechtsspezifischen Wertvorstellungen.

    Würde ich meine Tochter nicht nach meinen Wertvorstellungen erziehen, wäre ich ein schwacher Vater, der nicht zu seinen Überzeugungen steht. Es ist besser, dass meine Tochter mit dem Erwachsenwerden alte Werte ablegt, als dass sie überhaupt keine Werte hat und dadurch eine narzisstische Kackbratze wird.

  • Sascha, ich merke, daß Dich das, was ich sage, nervt und reizt.

    Ich fordere Dich doch gar nicht auf, gegen Deine Überzeugungen zu handeln. Genau so wenig möchte ich, daß das Gespräch hier zu einem Konflikt ausartet.

    Wenn ich überhaupt etwas zu wollen habe, geht es mir eher um Anregung.

    Würde ich meine Tochter nicht nach meinen Wertvorstellungen erziehen, wäre ich ein schwacher Vater, der nicht zu seinen Überzeugungen steht.

    Ich persönlich glaube, man ist dann stark, wenn man innere Spannungen, die durch Anpassungsnotwendigkeiten entstehen, gut lösen kann. Man sollte wissen, wo die eigenen Wertvorstellungen herkommen, und welche Probleme sie verursachen können.

    Es ist besser, dass meine Tochter mit dem Erwachsenwerden alte Werte ablegt, als dass sie überhaupt keine Werte hat und dadurch eine narzisstische Kackbratze wird.

    Ich glaube, wenn man Menschen gegen ihr originäres Sein erzieht, geschieht genau das: sie entwickeln Persönlichkeitsstörungen.

    Jeder ist eigen und hat einen unkaputtbaren Kern. Daran ist nicht zu rütteln. Aber dieser Kern ist verschüttbar, und was sich dann entwickelt, sind Masken, die in jede Richtung unecht sind.

    Wenn ich so frei sein darf: was sind denn genau die Werte, die für Dich richtig und wichtig sind?

    Das mußt Du nicht beantworten. Und ich stelle gerechtigkeitshalber kurz meine dar:

    Wahrhaftigkeit
    Geduld
    Gerechtigkeit
    Flexibilität - Neugierde - Anpassungsbereitschaft
    Selbstbeherrschung
    Treue

    Pünktlichkeit halte ich für albern, sorry.

    Fleiß nach außen, für die Gesellschaft, für den Arbeitgeber, ist mir nicht so wichtig, nach innen, für mich, ist er mir sehr wichtig. Und als Zirkelschluß ist er dann natürlich auch Gesellschaft und Arbeitgeber wirksam.

    Wie genau man sexuell agiert zum Beispiel ist mir vollständig unerheblich. Ich weiß, daß genau dieser Bereich auch viel Blut gekostet hat und immer noch kostet, wie man an Hand der Femizide auch hierzulande immer noch sehen kann.

  • @Phlynx schrieb:
    Sascha, ich merke, daß Dich das, was ich sage, nervt und reizt.

    Nicht im Geringsten.

    Ich halte nur das Grundmuster deiner Überlegungen falsch. Ich lese ein Misstrauen sich selbst gegenüber heraus. Das Beispiel mit der Homophobie, das Problem Menschen gegen sein originäres Sein zu erziehen usw. all das ergibt dann Sinn, wenn man sich selbst gegenüber misstraut und anstatt gestalterisch in die Entwicklung des Kindes einzugreifen und es zu einem besseren Ergebnis führt, wenn Schule, Mitmenschen und die Welt im allgemeinen auf das Kind ohne das eigene Dazutun wirkt.

    Ich könnte meiner Tochter kein Selbstvertrauen vermitteln, würde ich mir selbst misstrauen. Und es ist für meine Tochter nicht besser, wenn ich ihr die Einsichten vorenthalte, die ich im Leben gewonnen habe.

  • @Sascha schrieb:
    >

    Ich halte nur das Grundmuster deiner Überlegungen falsch. Ich lese ein Misstrauen sich selbst gegenüber heraus.

    Unbedingt. Dem widerspreche ich in keiner Weise. Obwohl ich mir jetzt gerade die Frage stelle, ob das nicht in meiner Kindheit begründet ist. Ja, ich mißtraue mir und ich mißtraue vor allem der Gesellschaft.

    Dieses Feld ist auch nicht ganz einfach. Ich glaube zutiefst an die Autopoese. Im allerengsten Sinne entwickeln wir uns aus uns selbst heraus. Wir sammeln Informationen und verwenden diese. Und da liegt für mich eben das Problem. Wir sind alle eingebettet in einen gesellschaftlichen Gesamtkontext. Daß meine Eltern so sind, so waren, wie sie eben waren hat ja auch seine Vorgeschichte.

    Ich könnte meiner Tochter kein Selbstvertrauen vermitteln, würde ich mir selbst misstrauen. Und es ist für meine Tochter nicht besser, wenn >ich ihr die Einsichten vorenthalte, die ich im Leben gewonnen habe.

    Natürlich, nichts anderes würde ich als Außenstehender von Dir erwarten. Gib das weiter, was für Dich wertvoll ist. Da sich meine Soziogenese möglicherweise grundlegend von der Deinigen unterscheidet, ist das, was ich weiterzugeben habe, eher ex cathedra angelesen. Da kämpfe ich mit mir, meiner Vergangenheit, meinen inneren Widersprüchen, und meinen abstrakt-moralischen Ansprüchen.
    Und um ganz komisch zu werden: Du hast auch keine andere Aussicht, als Dich selber auch zu perpetuieren, weiterzugeben, meine ich. Kinder haben eben auch einen hohen Anforderungsanspruch, sie erwarten, daß Du so viel möglich erklärst. Das wirst Du auch feststellen.

    Vielleicht versuche ich noch etwas, um meine Gedankengänge zu erhellen. Frauen haben ja in der Regel, zumindest gefühlt, den Auftrag, ihre Kinder zu erziehen und im Griff zu haben. Ich glaube, daß dieser Anspruch unheimlich viel Druck erzeugt. Sie haben dafür zu sorgen, daß Kinder funktionstüchtige Mitglieder werden, mit all dem, was eine Gesellschaft erwartet. Dieser Druck ist imho kontraproduktiv, nimmt der Frau und dem Kind innere Freiheit.
    Und das ist eben ein viel diskutiertes Problemfeld: was darf die Gesellschaft, was darf der Staat alles, im vermeintlichen Auftrag, seine Mitglieder zu schützen - sorry, das verführt zum Wechseln des Themas.
    Zurück: ich glaube, Menschen müssen erstmal lernen, nach innen hinein, für sich funktionstüchtig zu sein. Und Selbstvertrauen ist ganz sicher ein wichtiger Parameter. Daran arbeite ich auch für mich.

    Na ja, die Lektüre von Alice Miller steht noch vor mir :).

  • bearbeitet 31. August

    Sascha :), wie gesagt, nichts ist als Angriff und nichts ist als Kritik gemeint.

    Und deshalb muß ich gerade schmunzeln:

    https://apolut.net/die-modellierung-des-menschen-von-peter-frey/

    Daraus zitiert, sprich Peter Frey zitiert George Brock Chisholm, welcher die WHO gründete:

    Ausgelöscht werden sollten das Konzept von richtig und falsch ebenso wie die Lebenserfahrung und Weisheit älterer Menschen, aber auch >die Familie, der Patriotismus, die monotheistische Religion sollten aus Leben und Gedanken verschwinden.

    sowie:

    „Um eine Weltregierung zu erreichen, ist es notwendig, den Individualismus, die Treue zur Familientradition, den nationalen Patriotismus >und die religiösen Dogmen aus den Köpfen der Menschen zu entfernen.“

    Das ist von einer telegram-Gruppe zum Thema social engineering, sorry "Querdenken" ist die Quelle.

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