Sind Frauen die schlechteren Menschen? (Periodenurlaub)

Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

Ich habe folgende Zitatabwandlung in meinem Zettelkasten abgelegt:

“Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute für mich will und stets das Schlechte schafft."

Kommentare

  • http://www.enterspain.com/?Arbeiten-in-Spanien/Sozialversicherung/Krankheit-und-Mutterschaft
    "Bei Arbeitsunfähigkeit werden die Leistungen in der Regel erst nach einer dreitätigen Wartezeit gezahlt (Ist die Arbeitsunfähigkeit durch Arbeitsunfall, Berufskrankheit oder Mutterschaft bedingt, entfällt die Karenzzeit)."
    Habe davon öfters gelesen und der erste Google Eintrag hat es mir bestätigt. In Deutschland kriegt man meines Wissens nach ab dem 1. Tag Arbeitsunfähigkeit Geld?!

    Ich habe bisher in keinem einzigen Beitrag davon gelesen, maximal in den Kommentaren. Das macht mich aber extrem stutzig, da man dadurch diesen "Urlaub" gar nicht auf Deutschland übertragen kann.
    Weil in Spanien macht es meiner Meinung nach auf jeden Fall Sinn, Frauen die Möglichkeit zu geben, bei der Periode trotzdem Lohnfortzahlung zu kriegen. Aber in Deutschland ist das ja möglich, weswegen das meiner Meinung nach in Deutschland keine Notwendigkeit für so ein Gesetz gibt.

    Aber da ich von dem Thema nicht direkt betroffen bin, würde mich hier auf jeden Fall die Meinung der Frauen aus dem Forum interessieren,
    @Susanne @Jessy :smile:

  • @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Nö.

    Das Frauen nicht verpflichtet sind zu arbeiten, wenn sie starke Schmerzen haben, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings würde ich sowohl hier, als auch bei Krankheit, nicht das volle Gehalt fortzahlen, sondern maximal das Existenzminimum. Wenn keine Leistung erbracht wird, dann kann man auch keine Gegenleistung erwarten.

  • @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    @TylerDurden
    Aber da ich von dem Thema nicht direkt betroffen bin, würde mich hier auf jeden Fall die Meinung der Frauen aus dem Forum interessieren.

    Ist das in den meisten Berufen in Deutschland nicht eh so, dass man sich bis zu 3 Tage ohne ärztliches Attest krankmelden kann? Ich hab da nicht so viel Schmerzerfahrung aber ich würde jetzt vermuten, dass die Schmerzen so oder so da sind, mit oder ohne Arbeit also was bringt es dann nicht zu arbeiten? Ich würde einfach beiden Geschlechtern die Möglichkeit geben sich bis zu 3 Tage ohne ärztliches Attest krankzumelden.

    @Sascha Was heißt denn

    Sind Frauen die schlechteren Menschen?

  • @Susanne schrieb:

    @TylerDurden
    Aber da ich von dem Thema nicht direkt betroffen bin, würde mich hier auf jeden Fall die Meinung der Frauen aus dem Forum interessieren.

    Ist das in den meisten Berufen in Deutschland nicht eh so, dass man sich bis zu 3 Tage ohne ärztliches Attest krankmelden kann? Ich hab da nicht so viel Schmerzerfahrung aber ich würde jetzt vermuten, dass die Schmerzen so oder so da sind, mit oder ohne Arbeit also was bringt es dann nicht zu arbeiten? Ich würde einfach beiden Geschlechtern die Möglichkeit geben sich bis zu 3 Tage ohne ärztliches Attest krankzumelden.

    Ich hatte schon einen Arbeitgeber wo man ab dem ersten Tag ein Attest vorlegen musste.

  • @Susanne schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    Wonach sollte ein Arbeitgeber einen potentiellen Arbeitnehmer noch bewerten bzw welche weiteren Kriterien sind aus deiner Sicht wünschenswert?

  • @Alex schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Nö.

    Das Frauen nicht verpflichtet sind zu arbeiten, wenn sie starke Schmerzen haben, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings würde ich sowohl hier, als auch bei Krankheit, nicht das volle Gehalt fortzahlen, sondern maximal das Existenzminimum. Wenn keine Leistung erbracht wird, dann kann man auch keine Gegenleistung erwarten.

    Nice, solche Herangehensweisen braucht ein Land, wo der Hass auf Arbeitgeber sowieso schon aus den Mündern trieft.
    Nur weiter so.
    [Ironie-Off]

    Ich bin stolz darauf, Arbeitgeber zu sein, der eben nicht so kurzsichtig denkt wie dein obiger Kommentar.
    Bei mir muss man überhaupt keine Krankschreibungen einreichen. Man kann auch einfach Urlaub nehmen, wie und wann man möchte.
    Ist halt was anderes, wenn man gemeinsam an einer guten Sache arbeitet und ein vertrauensvolles, offenes Miteinander pflegt. Dann muss man Menschen nämlich nicht wie Küchenschaben behandeln.

    Video habe ich nicht geguckt, weil ich mich solchen Problemen eben nicht beschäftigen muss. Wenn der Rest der Gesellschaft dann in 10.000 Jahren irgendwann mal nachgezogen hat, bin ich froh.

  • bearbeitet 1. Juni

    @Joseph_Bartz schrieb:

    @Alex schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Nö.

    Das Frauen nicht verpflichtet sind zu arbeiten, wenn sie starke Schmerzen haben, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings würde ich sowohl hier, als auch bei Krankheit, nicht das volle Gehalt fortzahlen, sondern maximal das Existenzminimum. Wenn keine Leistung erbracht wird, dann kann man auch keine Gegenleistung erwarten.

    Nice, solche Herangehensweisen braucht ein Land, wo der Hass auf Arbeitgeber sowieso schon aus den Mündern trieft.
    Nur weiter so.
    [Ironie-Off]

    Wo und wie zeigt sich der Hass auf Arbeitnehmer in Deutschland?

    EDIT: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Dass so viele AN ihren AG hassen, kann ich allerdings auch nicht feststellen. Und wenn man als AN seinen AG hasst heißt das noch lange nicht, dass der AG auch wirklich ein Arschloch ist. Es kann genauso das Gegenteil der Fall sein.

    Ich bin stolz darauf, Arbeitgeber zu sein, der eben nicht so kurzsichtig denkt wie dein obiger Kommentar.

    Inwiefern denke ich zu kurzsichtig?

    Bei mir muss man überhaupt keine Krankschreibungen einreichen. Man kann auch einfach Urlaub nehmen, wie und wann man möchte. Ist halt was anderes, wenn man gemeinsam an einer guten Sache arbeitet und ein vertrauensvolles, offenes Miteinander pflegt.

    So können das wahrscheinlich die allerwenigsten Unternehmen handhaben. Projekte müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraums fertiggestellt werden und wenn die Mitarbeiterzahl zu groß ist, verliert man den Überblick und es besteht die Gefahr des Missbrauchs.

    Dann muss man Menschen nämlich nicht wie Küchenschaben behandeln.

    Warum behandelt man Menschen wie Küchenschaben, wenn man sie nach ihrer Leistung bezahlt?

  • Ich finde es auch zu kurz gedacht. Und es widerspricht dem Konzept eines Sozialstaates. Mich selbst würde es enorm stressen wenn ich wüsste, dass ich bloß nicht krank werden oder mich verletzen darf, weil ich sonst am Existenzminimum kratzen müsste. Man kann auch unverschuldet in solch eine Situation geraten, und eine alleinstehende Person mit festen Ausgaben kann das schnell in den finanziellen Ruin treiben.

  • @Alex schrieb:

    @Susanne schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    Wonach sollte ein Arbeitgeber einen potentiellen Arbeitnehmer noch bewerten bzw welche weiteren Kriterien sind aus deiner Sicht wünschenswert?

    Die Frage fühlt sich für mich seltsam an. Als ginge es darum geeignete Kriterien zu formulieren, um dann Arbeitnehmer wie Objekte aus einem Katalog auszuwählen. Kannst du machen, brauchst dich dann aber nicht wundern, wenn die anderen nicht mehr mit dir spielen wollen. Ich denke Joseph hat das schon ganz gut formuliert.

  • @Joseph_Bartz schrieb:

    Das Frauen nicht verpflichtet sind zu arbeiten, wenn sie starke Schmerzen haben, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings würde ich sowohl hier, als auch bei Krankheit, nicht das volle Gehalt fortzahlen, sondern maximal das Existenzminimum. Wenn keine Leistung erbracht wird, dann kann man auch keine Gegenleistung erwarten.

    Nice, solche Herangehensweisen braucht ein Land, wo der Hass auf Arbeitgeber sowieso schon aus den Mündern trieft.
    Nur weiter so.
    [Ironie-Off]

    Ich bin stolz darauf, Arbeitgeber zu sein, der eben nicht so kurzsichtig denkt wie dein obiger Kommentar.
    Bei mir muss man überhaupt keine Krankschreibungen einreichen. Man kann auch einfach Urlaub nehmen, wie und wann man möchte.
    Ist halt was anderes, wenn man gemeinsam an einer guten Sache arbeitet und ein vertrauensvolles, offenes Miteinander pflegt. Dann muss man Menschen nämlich nicht wie Küchenschaben behandeln.

    Video habe ich nicht geguckt, weil ich mich solchen Problemen eben nicht beschäftigen muss. Wenn der Rest der Gesellschaft dann in 10.000 Jahren irgendwann mal nachgezogen hat, bin ich froh.

    So ganz unrecht hat Alex nicht, finde ich. Als Arbeitgeber muss ich nach meinem Unternehmen schauen und in dieser Hinsicht ist die Arbeitsleistung auch ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Faktor. Man kann vom Arbeitgeber nicht zwangsläufig erwarten, dass er einem alles zahlt. Er bezahlt mich, er gibt mir Arbeit, ein Auskommen, dafür kann er Arbeitsleistung erwarten, andernfalls ist das ja nicht nur schlecht für ihn, sondern auch für das Unternehmen. Ob man jetzt bei Krankheit wirklich nichts mehr zahlt sei mal dahin gestellt, das würde ich so auch nicht unterschreiben. Dennoch es gibt immer wieder diese Kandidaten, die wegen jedem quer sitzenden Furz krank machen. Warum soll man die durchfüttern? Da ist doch der, der krank macht der assoziale, nicht der Arbeitgeber, der das nicht bezahlen möchte.
    Der Arbeitgeber ist nicht per se derjenige, der sich einfach mal bereichern möchte und mich ausbeuten will. Er hat ein Unternehmen zu führen, das sollte funktionieren und etwas erwirtschaften, ein Unternehmen ist keine Wohlfahrt.
    Andererseits ist der Sozialgedanke (Lohnfortzahlung bei Krankheit) auch eine Errungenschaft, die ich sehr begrüße, denn krank werden kann jeder immer.
    Nur dieses System funtioniert nur solange auch der Mensch selbstverantwortlich handelt und sich um sich und seine Gesundheit kümmert.
    In der modernen Welt sollen andere das richten (der Arzt, der Sozialstaat, der Therapeut usw.) und genau diese Art der Lebensführung verhindert, dass dieses System langfristig so weiter funktioniert. Leidtragende sind diejenigen, die durch einen "gesunden" Lebensstil ihre Arbeitskraft erhalten und werden diese mal krank sind sie die gearschten. Wie wäre es mit einem Gesundheitssystem in dem man vorweisen muss, dass man beispielsweise Sport treibt, dass man sich ausgewogen ernährt, nicht raucht oder säuft vielleicht ein Punktesystem und wer viele Punkte hat bekommt entweder eine günstigere Krankenversicherung oder einen höheren Prozentsatz Lohnfortzahlung?
    So ist diese ganze Frage etwas komplexer und die Aussage "Lohnfortzahlung" oder "keine Lohnfortzahlung" nur schwarz-weiß.
    Im richtigen Kontext, - das heißt selbstverantwortliche Menschen, die sich um ihre Gesundheit kümmern, die dann die einzelnen Kranken bezahlen (können)- bräuchte man sich diese Frage nicht stellen. Wir leben aber in einer kranken Gesellschaft, hier darf man diese Frage stellen.

    Was das Thema Frauen angeht: Ich finde es in Ordnung, dass sie in ihrer Erdbeerzeit auch frei machen können. Es kommt ja ab und zu das Thema auf, warum man Frauen gleich bezahlen sollte vor dem Hintergrund, dass sie schwanger werden können, eben auch mal schmerzende Menstruation haben können usw. Doch Frauen sind auch diejenigen, die Kinder gebähren können, damit ist der Vergleich in meinen Augen obsolet.

    @Joseph_Bartz Das ist ja schön, wenn das bei Dir funktioniert, aber wie soll das beispielsweise in einer 3-Mann Butze im Landschaftsbau gehen, da sagt der eine "du ich komm morgen nicht", wie soll das dann ablaufen? Oder in einem größeren Unternehmen?
    Und die fehlende Krankschreibung, da werden sicherlich ein paar Küchenschaben hervorkriechen, die das sehr willkommen heißen.
    Ist ein bisschen traumtänzerisch die Aussage.

  • Aus meiner Sicht kommt bei der Diskussion ganz viel zusammen.

    1. Warum arbeiten Menschen? Was ist ihre Motivation?
      -> aus meiner Sicht gibt es jene Menschen die intrinsisch motiviert sind, also von sich aus Bock haben etwas zu bewegen, sich weiter zu entwickeln, etc.. In diese Kategorie würde ich vor allen Selbstständige und von Josephs Beschreibung aus auch seine Mitarbeiter einsortieren. Dann gibt es noch jene Menschen die einfach nur arbeiten um Geld zu verdienen und die keinerlei intrinsische Motivation besitzen um Leistung zu bringen. Nur das Geld motiviert und das versucht man mit möglichst geringem Aufwand zu verdienen.
      Natürlich gibt es zwischen diesen beiden Kategorien auch Grau Töne, aber Eigenverantwortlich zu Entscheiden ob ich heute arbeiten gehe oder nicht würde ich der intrinsisch motivierten Gruppe zugestehen, der zweiten Gruppe aber nicht (da sie aus meiner eigenen Erfahrung mit Arbeitskollegen das System ausnutzen und sich regelmäßig bei Kleinigkeiten krank schreiben lassen, oder teilweise gar nicht krank sind und sich krank melden weil sie keinen Bock haben).
      Darauß leitet sich für mich ab, dass nicht jeder Mensch die Notwendigkeit von Arbeit sieht, vor allen wenn Sie keinen tieferen Sinn in dieser sehen und es hat einfach nicht jedern den Luxus die Arbeit auszüben, die er will und manche Leute haben einfach keinen Bock auf irgendeine Arbeit und verhalten sich auch so.
      Eine ganz andere Kategorie sind hier Leute die krankheitsbedingt nicht arbeiten können.

    2. Was zählt als Existenzminimum?
      -> Bisher wurde das Existenzminimum mehrmals angesprochen, aber keiner hat geschrieben was er darunter versteht und vielleicht reden alle von unterschiedlichen Sachen!
      Wenn das Existenzminimum ausreichend hoch ist um die wichtigen Sachen zu decken (Essen, Versicherungen, Bildung von Kindern) bin ich der Meinung, dass es in Ordnung ist für die ersten 3 Tage nur dieses auszuzahlen. Diese 1-3 Tage sollten ja nicht regelmäßig vorfallen und damit sollte im Normalfall das Existenzminimum für diese Zeit ausreichen, falls sich aus diesen 1-3 Tagen eine längere Geschichte entwickelt, sollte rückwirkend die volle Höhe vom Gehalt anteilig ausgezahlt werden.
      Es können natürlich nicht alle Personen Home-Office ausüben, aber wo es möglich ist, wäre es hilfreich das auch in Anspruch nehmen zu können. Mit einer Erkältung o.ä. leichteren Sachen ist ein Home-Office Tag eher machbar, als wenn man vor der Entscheidung steht die Kollegen anzustecken oder zuhause zu bleiben.

    3.> @Joseph_Bartz schrieb:

    @Alex schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Nö.

    Das Frauen nicht verpflichtet sind zu arbeiten, wenn sie starke Schmerzen haben, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings würde ich sowohl hier, als auch bei Krankheit, nicht das volle Gehalt fortzahlen, sondern maximal das Existenzminimum. Wenn keine Leistung erbracht wird, dann kann man auch keine Gegenleistung erwarten.

    Nice, solche Herangehensweisen braucht ein Land, wo der Hass auf Arbeitgeber sowieso schon aus den Mündern trieft.
    Nur weiter so.
    [Ironie-Off]

    Ich bin stolz darauf, Arbeitgeber zu sein, der eben nicht so kurzsichtig denkt wie dein obiger Kommentar.
    Bei mir muss man überhaupt keine Krankschreibungen einreichen. Man kann auch einfach Urlaub nehmen, wie und wann man möchte.
    Ist halt was anderes, wenn man gemeinsam an einer guten Sache arbeitet und ein vertrauensvolles, offenes Miteinander pflegt. Dann muss man Menschen nämlich nicht wie Küchenschaben behandeln.

    Video habe ich nicht geguckt, weil ich mich solchen Problemen eben nicht beschäftigen muss. Wenn der Rest der Gesellschaft dann in 10.000 Jahren irgendwann mal nachgezogen hat, bin ich froh.

    @Joseph_Bartz meiner Meinung ist deine Situation die Optimal Situation, die aber auch unter anderem deswegen funktioniert, weil du wahrscheinlich Mitarbeiter hast, die gerne arbeiten und es nicht ausnutzen, dass du so etwas anbietest? Wie würdest du mit jemanden umgehen, der einfach nur bei dir arbeitet um Geld zu verdienen und jeden Monat 3 Tage nicht da ist weil er sich einfach krank meldet?

    Ich bin genau wie @Pinocio dankbar für unser Sozialsystem und eine Absicherung. Gleichzeitig muss man ein Ausnutzen des Systems zu einem gewissen Grad unterbinden.
    @Pinocio das mit dem Nachweis bei Krankenkassen finde ich vom Gedanken her gut, aber auch schwer umzusetzen. Wie kann ich nachweißen, dass ich jede Woche 3-mal Laufen gehe? In abgeschwächter Form gibt es ja Bonusprogramme bei Krankenkassen. Da könnte ich über ein paar zugelassene Tracker Bonuspunkte mit einer gewissen Anzahl von Schritten sammeln, Vorsorgemaßnahmen wie Besuch beim Zahnarzt, Hautkrebsvorsorge, etc. kann man dort auch einreichen. Damit habe ich letztes Jahr 75€ oder so als Gutschein für Sportgeräte bekommen. Da kann man natürlich anmeckern, dass für manche Leute 10.000 Schritte pro Tag wesentlich schwieriger zu erreichen sind als für andere, aber es geht meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Eine gewisse Grundabsicherung für alle und positives Verhalten wird belohnt.

    Am Ende muss man sich auch bewusst machen, dass es kein zu 100% Verursachungsgerechtes System geben kann, da es unterschiedliche Ausgangslagen gibt (Anfälligkeit für Krankheiten, Genetische Ausgangslage für sportlichkeit, Erziehung, etc.) und man einen Kompromiss von die Leistungsstärkeren unterstützen die Leistungsschwächeren und Gesunde finanzieren Kranke mit finden muss. Beides ist eine Kombination aus Veranlagung und Erziehung (auch sich selbst zu erziehen). Es gibt Faktoren die man beeinflussen kann (Sport machen, Ernährung, Stressmanagement) und Faktoren die man nicht beeinflussen kann (vor allen Genetik). Genetikfaktoren sollte man meiner Meinung nach durch die Gesellschaft tragen und beinflussbare Faktoren sollten zum Großteil Verursachungsgerecht behandelt werden (wobei man hier auch wieder andere Sachen wie z.B. Depressionen, etc. berücksichtigen sollte).

  • Ich würde gerne dem einzelnen Menschen mehr Verantwortung übertragen und dafür Bürokratie abbauen. Ich persönlich beziehe zurzeit BAföG und erhalte damit ein paar Euro mehr als das Existenzminimum für Alleinstehende. Trotzdem bekomme ich es auf die Reihe mich finanziell so aufzustellen, dass ich mehrere Monate ohne Einkommen mein Leben normal weiterleben kann. Dementsprechend kann man sicherlich auch von jedem Arbeitnehmer erwarten, 1 bis 2 Wochen ohne Einkommen ohne Probleme durchzustehen. Dazu darf man natürlich nicht von 12:00 bis Mittag denken. Im Gegenzug braucht man keine Krankschreibung mehr und hat damit die Freiheit sich einfach Ruhe zu gönnen, wenn man sie braucht. Missbrauchsgefahr gering, da jeder sein Einkommen braucht. Für schwerwiegendere Geschichten macht eine Versicherung Sinn. Das muss allerdings nicht zwingend über den Staat laufen, funktioniert ja schließlich auch mit der Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Da es aber einige mit der Weitsichtigkeit nicht schaffen werden, hatte ich geschrieben maximal Existenzminimum. Es soll ja niemand auf der Straße verhungern in dem Fall. Evtl. gibt’s für den Fall aber auch bessere Lösungen, sodass man sich den Teil sparen kann. Im Detail muss man sicherlich nochmal schauen, da nicht jeder freimachen kann, wie er lustig ist, aber das wäre die grundlegende Idee.

    @Susanne schrieb:

    @Alex schrieb:

    @Susanne schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    Wonach sollte ein Arbeitgeber einen potentiellen Arbeitnehmer noch bewerten bzw welche weiteren Kriterien sind aus deiner Sicht wünschenswert?

    Die Frage fühlt sich für mich seltsam an. Als ginge es darum geeignete Kriterien zu formulieren, um dann Arbeitnehmer wie Objekte aus einem Katalog auszuwählen. Kannst du machen, brauchst dich dann aber nicht wundern, wenn die anderen nicht mehr mit dir spielen wollen. Ich denke Joseph hat das schon ganz gut formuliert.

    Als Unternehmer bist du nicht in einer Allmachtsposition, in der du dir alles erlauben kannst. AG konkurrieren mit anderen AG um Mitarbeiter, genauso wie AN mit anderen AN um einen Arbeitsplatz konkurrieren. Gleichzeitig musst du dich mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung gegenüber anderen Marktteilnehmern beim Kunden durchsetzen. Schlechte Arbeitsergebnisse deiner Mitarbeiter kannst du dir nicht erlauben und die können zwei Ursachen haben:
    1. deine Mitarbeiter sind in Summe zu schlecht
    2. du bist ein demotivierender AG
    Dementsprechend hat der AG ja auch ein Interesse daran, dass es den AN gut geht. Wer das nicht kann/versteht, wird am Ende vom Markt verdrängt. Dein Freund ist der AG deswegen trotzdem nicht. Und wenn du nichts auf der Pfanne hast, damit keinen Beitrag leisten kannst, dann darfst du dich nicht beschweren, wenn du uninteressant für ihn bist. Zumal Joseph bestimmt auch niemanden einstellt, den er zwar gut leiden kann, den aber nichts für die offene Stelle qualifiziert.

    Von einem Punktesystem halte ich nichts, da der Aufwand zu groß ist um etwas gerecht zu gestalten. Die Arbeitsplätze, die dadurch entstehen, haben mit Realwirtschaft wieder nichts zu tun. Da die Leute natürlich für ihre Arbeit bezahlt werden wollen, steigen die Abgaben. Das ist ein wichtiger Punkt aus meiner Sicht. Weniger Bürokratie = weniger Abgaben = mehr Geld, welches einem selbst zur Verfügung steht.

    @Pinocio schrieb:
    Es kommt ja ab und zu das Thema auf, warum man Frauen gleich bezahlen sollte vor dem Hintergrund, dass sie schwanger werden können, eben auch mal schmerzende Menstruation haben können usw. Doch Frauen sind auch diejenigen, die Kinder gebähren können, damit ist der Vergleich in meinen Augen obsolet.

    Den Teil verstehe ich nicht, kannst du das etwas genauer ausführen?

    Zum Schluss mal ein paar allgemeine Worte zum Sozialstaat. Dieser wird primär durch den technischen Fortschritt und den dahinterstehenden Unternehmen ermöglicht, nicht durch irgendwelche Sozis, die ganz selbstlos fremdes Geld verteilen. Je weiter ich den Sozialstaat aufblähe, desto langsamer geht der Fortschritt von statten und kann im Zweifelsfall auch völlig zum Erliegen kommen. Man sollte es also nicht übertreiben und lieber ein wenig Geduld aufbringen, bis der Fortschritt das Leben der Bürger weiter erleichtern kann. Das dürfte auf länger Sicht mehr bringen. Grundsätzlich sollte mMn jedem nur das Nötigste zum Leben zugesichert werden, dafür aber Möglichkeiten geschaffen werden, durch die jeder aus sich selbst etwas machen kann. Ein vergleichsweise armer Mensch, der sich seinen kleinen Wohlstand selbst erarbeitet hat, wird ein besseres Leben führen als ein Hartzer, der den ganzen Tag mit Kippen und Alkohol vor der Glotze versauert.

  • @Alex schrieb:
    Ich würde gerne dem einzelnen Menschen mehr Verantwortung übertragen und dafür Bürokratie abbauen. Ich persönlich beziehe zurzeit BAföG und erhalte damit ein paar Euro mehr als das Existenzminimum für Alleinstehende. Trotzdem bekomme ich es auf die Reihe mich finanziell so aufzustellen, dass ich mehrere Monate ohne Einkommen mein Leben normal weiterleben kann. Dementsprechend kann man sicherlich auch von jedem Arbeitnehmer erwarten, 1 bis 2 Wochen ohne Einkommen ohne Probleme durchzustehen. Dazu darf man natürlich nicht von 12:00 bis Mittag denken. Im Gegenzug braucht man keine Krankschreibung mehr und hat damit die Freiheit sich einfach Ruhe zu gönnen, wenn man sie braucht. Missbrauchsgefahr gering, da jeder sein Einkommen braucht. Für schwerwiegendere Geschichten macht eine Versicherung Sinn. Das muss allerdings nicht zwingend über den Staat laufen, funktioniert ja schließlich auch mit der Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Da es aber einige mit der Weitsichtigkeit nicht schaffen werden, hatte ich geschrieben maximal Existenzminimum. Es soll ja niemand auf der Straße verhungern in dem Fall. Evtl. gibt’s für den Fall aber auch bessere Lösungen, sodass man sich den Teil sparen kann. Im Detail muss man sicherlich nochmal schauen, da nicht jeder freimachen kann, wie er lustig ist, aber das wäre die grundlegende Idee.

    @Susanne schrieb:

    @Alex schrieb:

    @Susanne schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    Wonach sollte ein Arbeitgeber einen potentiellen Arbeitnehmer noch bewerten bzw welche weiteren Kriterien sind aus deiner Sicht wünschenswert?

    Die Frage fühlt sich für mich seltsam an. Als ginge es darum geeignete Kriterien zu formulieren, um dann Arbeitnehmer wie Objekte aus einem Katalog auszuwählen. Kannst du machen, brauchst dich dann aber nicht wundern, wenn die anderen nicht mehr mit dir spielen wollen. Ich denke Joseph hat das schon ganz gut formuliert.

    Als Unternehmer bist du nicht in einer Allmachtsposition, in der du dir alles erlauben kannst. AG konkurrieren mit anderen AG um Mitarbeiter, genauso wie AN mit anderen AN um einen Arbeitsplatz konkurrieren. Gleichzeitig musst du dich mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung gegenüber anderen Marktteilnehmern beim Kunden durchsetzen. Schlechte Arbeitsergebnisse deiner Mitarbeiter kannst du dir nicht erlauben und die können zwei Ursachen haben:
    1. deine Mitarbeiter sind in Summe zu schlecht
    2. du bist ein demotivierender AG
    Dementsprechend hat der AG ja auch ein Interesse daran, dass es den AN gut geht. Wer das nicht kann/versteht, wird am Ende vom Markt verdrängt. Dein Freund ist der AG deswegen trotzdem nicht. Und wenn du nichts auf der Pfanne hast, damit keinen Beitrag leisten kannst, dann darfst du dich nicht beschweren, wenn du uninteressant für ihn bist. Zumal Joseph bestimmt auch niemanden einstellt, den er zwar gut leiden kann, den aber nichts für die offene Stelle qualifiziert.

    Wie erklärst du damit Arbeitgeber die ihre Arbeitnehmer schlecht behandeln und trotzdem am Markt bestehen?
    Schau dir mal z.B. die LKW-Fahrer und Paketdienstfahrer an. Gerade LKW-Fahrer haben einen massiven Kräftemangel, trotzdem sind hier die Arbeitsbedingungen schlecht. Der Fahrer ist immer der gearschte, wird oft von Disponenten und Kunden blöd angemacht. Manche Leute haben aber keine Wahl sich als Arbeitnehmern attraktiver zu machen. Wenn du z.B. keine Freiheit hast weniger Geld zu verdienen um gleichzeitig eine Fortbildung zu machen (weil du z.B. finanzielle Verpflichtungen gegenüber der Famlie hast). Oder du kannst keine Fortbildung in deinem Beruf machen und würdest nur bessere Arbeitsbedingungen vorfinden wenn du die Branche wechselst (schau dir mal z.B. den Pflegebereich an, das ist überall extrem stressig und unterbezahlt).
    Zusätzlich kann man auch einfach zu dumm für manche Sachen sein und es ist nicht so, als ob es nur Führungspositionen gibt. Man selbst kann seine Position verbessern, das klappt aber nicht für alle gleichzeitig und deswegen müssen auch die Arbeitsstellen die ganz unten stehen mit vernünftigen Arbeitsbedingungen ausgestattet sein (Beispiel LKW-Fahrer ,Pflegebereich, Friseur, Kindergarten).

  • @Alex
    Hm, ich glaube ich hätte meine Antwort besser formulieren können. Du hast gefragt, was ich mir sonst wünschen würde. Ich würde mir gar nichts wünschen. Ich wollte mit meiner Aussage gar keine Erwartungshaltung ausdrücken. Wie gesagt, ich sehe keine Pflicht beim Arbeitgeber seine Leute, besoders zu umsorgen. Ich musste aber bei der Aussage an die Arbeitgeber denken, die mich bisher beeindruckt haben, indem sie mehr als nur ihre Pflicht im Auge hatten. Bei meiner ersten Arbeit nach dem Studium gab es keine Zeiterfassung, Krankschreibung war erst nach 3 Tagen wichtig und spontan Home Office ging eigentlcih immer. Die beiden Chefs waren jedes Jahr um Weihnachten herum 6 Wochen im Urlaub. Der Laden lief auch ohne, dass sie da waren und geschaut haben, ob auch jeder seine Arbeit macht. Als meine Mutter krank wurde durfte ich ins Home Office, um da zu sein. Das hätten die nicht machen müssen, war aber cool das sie es trotzdem gemacht haben.

    Meine Cousins sind beide Arbeitgeber. Ich kann mich noch daran erinnern, wie mein älterer Cousin in den Anfängen seiner Firma davon erzählt hat, wie er mit seiner Fraum mit dem Taschenrechner beim Einkaufen durch die Gänge gerannt ist, um sicher zu sein, dass das Geld auch an der Kasse reicht. Ihm war wichtig, dass es seinen Leuten nicht so geht. Jetzt hat er mehr Aufträge als er annehmen kann und sagt selbst, er möchte eigentlich gar nicht nicht, dass die Firma weiter wächst, weil er sich dann nicht mehr genug um seine Leute kümmern kann. Mein anderer Cousin hat sich in den Corona-Zeiten in denen keine Einnahmen da waren selbst kein Gehalt gezahlt, damit er seine Mitarbeiter weiter bezahlen kann.

    Mein Chef hat uns zu Corona-Zeiten sändig gefragt ob wir gut mit der Situation zurechtkommen und meinte, wir sollen uns melden, wenn irgendwas ist. Als ich eine Absage für eine Summer School bekommen habe meinte er, "Ist ja schade, dann schau doch mal ob du was anderes spannendes findest". Der muss das nicht machen. Er könnte auch sagen er hat keinen Bock Projektgelder, für die er wochenlang lästige Anträge schreiben muss, zu verprassen. Ich muss ja nicht 2 Wochen nach Sizilien, ich kann doch auch ne Woche nach Gelsenkirchen oder mich 2 Wochen mit nem Stapel Paper im Büro einschließen, da hab ich dann auch was gelernt, für weniger Geld. Und ich fände diese Einstellung auch legitim. Aber das Gegenteil zu erleben macht ja auch was mit mir. Das gibt mir doch etwas, dass ich so weitergebn möchte. Sowas in der Art wollte ich sagen.

    Bei mir haben Arbeitgeber, von denen ich weiß, dass sie mehr tun, als nur ihre Pflicht sicher etwas gutes angestoßen. Wenn der Preis dafür ist, das eine kleine Auswahl von Menschen etwas mehr bekommt als sie vielleicht verdient hätten, ist es das dann nicht wert? Ich meine nicht, dass Arbeitgeber das Überleben ihres Unternehmens aus den Augen lassen sollten, soll halt jeder geben was er kann.

  • @Susanne
    In deinen Beispielen beschreibst du den Umgang des AG mit seinen AN. Die Frage war aber:

    Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Im Kommentar vom 1. Juni hast du ja geschrieben:

    Die Frage fühlt sich für mich seltsam an. Als ginge es darum geeignete Kriterien zu formulieren, um dann Arbeitnehmer wie Objekte aus einem Katalog auszuwählen.

    Ich schätze, das wird bei dir nicht anders gewesen sein, wobei Quotenregelungen da sicherlich reingrätschen. Es bewerben sich x fremde Menschen auf eine offene Stelle, der AG lernt sie im Bewerbungsgespräche ein wenig kennen und entscheidet anschließend unter größtenteils rationalen Gesichtspunkten, wer die beste Eignung für diese Stelle vorweist und entlohnt diese Person ihrem Beitrag entsprechend. Das der AG seine AN danach bewertet bedeutet aber nicht automatisch, dass er sich schlecht um diese sorgt. Ich habe ja auch geschrieben, dass ein demotivierender AG seine Konkurrenzfähigkeit verschlechtert, insbesondere bei kreativen Arbeiten. Und aus deinen Beispielen lese ich heraus, dass beide Seiten von lockereren Regelungen profitieren. Das ist dann ja auch i.O., wird aber nicht mit allen AN in Deutschland klappen. Deswegen mein Vorschlag.

    @TylerDurden schrieb:

    @Alex schrieb:
    Ich würde gerne dem einzelnen Menschen mehr Verantwortung übertragen und dafür Bürokratie abbauen. Ich persönlich beziehe zurzeit BAföG und erhalte damit ein paar Euro mehr als das Existenzminimum für Alleinstehende. Trotzdem bekomme ich es auf die Reihe mich finanziell so aufzustellen, dass ich mehrere Monate ohne Einkommen mein Leben normal weiterleben kann. Dementsprechend kann man sicherlich auch von jedem Arbeitnehmer erwarten, 1 bis 2 Wochen ohne Einkommen ohne Probleme durchzustehen. Dazu darf man natürlich nicht von 12:00 bis Mittag denken. Im Gegenzug braucht man keine Krankschreibung mehr und hat damit die Freiheit sich einfach Ruhe zu gönnen, wenn man sie braucht. Missbrauchsgefahr gering, da jeder sein Einkommen braucht. Für schwerwiegendere Geschichten macht eine Versicherung Sinn. Das muss allerdings nicht zwingend über den Staat laufen, funktioniert ja schließlich auch mit der Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Da es aber einige mit der Weitsichtigkeit nicht schaffen werden, hatte ich geschrieben maximal Existenzminimum. Es soll ja niemand auf der Straße verhungern in dem Fall. Evtl. gibt’s für den Fall aber auch bessere Lösungen, sodass man sich den Teil sparen kann. Im Detail muss man sicherlich nochmal schauen, da nicht jeder freimachen kann, wie er lustig ist, aber das wäre die grundlegende Idee.

    @Susanne schrieb:

    @Alex schrieb:

    @Susanne schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Die damit verbundene Frage für mich ist: Bin ich als Arbeitgeber ethisch verpflichtet, Menschen, die ich nicht kenne, nach mehr als nur ihrer potenziellen Arbeitsleistung zu bewerten?

    Ich sehe da keine Pflicht aber würdest du sie nach mehr bewerten würde ich dich vermutlich um einiges cooler finden als die, die das nicht tun.

    Wonach sollte ein Arbeitgeber einen potentiellen Arbeitnehmer noch bewerten bzw welche weiteren Kriterien sind aus deiner Sicht wünschenswert?

    Die Frage fühlt sich für mich seltsam an. Als ginge es darum geeignete Kriterien zu formulieren, um dann Arbeitnehmer wie Objekte aus einem Katalog auszuwählen. Kannst du machen, brauchst dich dann aber nicht wundern, wenn die anderen nicht mehr mit dir spielen wollen. Ich denke Joseph hat das schon ganz gut formuliert.

    Als Unternehmer bist du nicht in einer Allmachtsposition, in der du dir alles erlauben kannst. AG konkurrieren mit anderen AG um Mitarbeiter, genauso wie AN mit anderen AN um einen Arbeitsplatz konkurrieren. Gleichzeitig musst du dich mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung gegenüber anderen Marktteilnehmern beim Kunden durchsetzen. Schlechte Arbeitsergebnisse deiner Mitarbeiter kannst du dir nicht erlauben und die können zwei Ursachen haben:
    1. deine Mitarbeiter sind in Summe zu schlecht
    2. du bist ein demotivierender AG
    Dementsprechend hat der AG ja auch ein Interesse daran, dass es den AN gut geht. Wer das nicht kann/versteht, wird am Ende vom Markt verdrängt. Dein Freund ist der AG deswegen trotzdem nicht. Und wenn du nichts auf der Pfanne hast, damit keinen Beitrag leisten kannst, dann darfst du dich nicht beschweren, wenn du uninteressant für ihn bist. Zumal Joseph bestimmt auch niemanden einstellt, den er zwar gut leiden kann, den aber nichts für die offene Stelle qualifiziert.

    Wie erklärst du damit Arbeitgeber die ihre Arbeitnehmer schlecht behandeln und trotzdem am Markt bestehen?
    Schau dir mal z.B. die LKW-Fahrer und Paketdienstfahrer an. Gerade LKW-Fahrer haben einen massiven Kräftemangel, trotzdem sind hier die Arbeitsbedingungen schlecht. Der Fahrer ist immer der gearschte, wird oft von Disponenten und Kunden blöd angemacht. Manche Leute haben aber keine Wahl sich als Arbeitnehmern attraktiver zu machen. Wenn du z.B. keine Freiheit hast weniger Geld zu verdienen um gleichzeitig eine Fortbildung zu machen (weil du z.B. finanzielle Verpflichtungen gegenüber der Famlie hast). Oder du kannst keine Fortbildung in deinem Beruf machen und würdest nur bessere Arbeitsbedingungen vorfinden wenn du die Branche wechselst (schau dir mal z.B. den Pflegebereich an, das ist überall extrem stressig und unterbezahlt).
    Zusätzlich kann man auch einfach zu dumm für manche Sachen sein und es ist nicht so, als ob es nur Führungspositionen gibt. Man selbst kann seine Position verbessern, das klappt aber nicht für alle gleichzeitig und deswegen müssen auch die Arbeitsstellen die ganz unten stehen mit vernünftigen Arbeitsbedingungen ausgestattet sein (Beispiel LKW-Fahrer ,Pflegebereich, Friseur, Kindergarten).

    Dass ein LKW-Fahrer von Disponenten und Kunden blöd angemacht wird, kann ein AG nicht verhindern.
    Bzgl. Fachkräftemangel und schlechte Arbeitsbedingungen: Bei den LKW-Fahrern bedient man sich wohl im Ausland, weil die damit glücklich sind. Ansonsten ist das wohl ein Zeichen dafür, dass die Kunden nicht bereit sind den notwendigen Preis, mit dem bessere Arbeitsbedingungen möglich sind, zu zahlen. Dann kann der AG natürlich auch nichts machen, wenn die Knete fehlt. Wobei ich jetzt auch nicht weiß, was konkret du mit schlechten Arbeitsbedingungen bei den aufgezählten Beispielen meinst. Und nochmal: Weniger Bürokratie = weniger Abgaben = mehr Geld, welches einem selbst zur Verfügung steht. Vllt sind die Bürger dann auch bereit einen höheren Preis zu zahlen und es ergibt sich eine bessere Bezahlung.
    Bzgl. keine Möglichkeiten aufgrund finanzieller Verpflichtungen: Man bekommt ja das Nötigste, d.h. du kommst schon durch’s Leben mit deiner Familie, auch wenn’s in diesem Moment keinen großen Spaß macht.

    Beziehst du dich mit deinem Kommentar eigentlich auch auf meinen letzten Absatz zum Sozialstaat? Also grundsätzlich möchte ich weniger Sozialstaat, diesen aber nicht auf Null runterfahren. Bedenke auch, dass mein Vorschlag nicht von jetzt auf gleich so umgesetzt werden könnte, sondern eine Übergangsphase sowie sicherlich weitere Änderungen in anderen Bereichen notwendig wären. Wie diese Übergangsphase konkret aussehen soll, weiß ich nicht und wollte ich jetzt auch gar nicht erklären. Wir driften hier auch ein wenig vom Ursprungsthema ab. Solche Ideen werden in Deutschland sowieso keine Relevanz haben, es ist aber meine Meinung diesbzgl. und ich hoffe, dass ich meine grundsätzliche Denke rüberbringen konnte.

  • Ich als Frau mit starken Periodenschmerzen finde nicht, dass man deswegen extra frei machen muss (schon gar nicht mehrere Tage). Es kommt jedoch sehr stark darauf an, was man beruflich macht.
    Ich handhabe es meist so, dass ich mir in dem Zeitraum keine Außentermine lege, Home Office mache und falls es gar nicht mehr geht, leg ich mich dann auch mal ne Stunde hin. Habe es so bisher immer geschafft, zumindest das Nötigste an Arbeit zu erledigen.

    Ich sehe keine Notwendigkeit für Periodenurlaub so lange man vom AG gewisse Freiheiten eingeräumt bekommt, die es einem ermöglichen, sich in der Zeit zurück zu ziehen und einen Gang herunter zu fahren. Nur leider ist das nicht in allen Berufszweigen möglich. Für den Einzelhandel beispielsweise fände ich die Idee angemessen. Kundenkontakt und gespielte Freundlichkeit unter starken Schmerzen stelle ich mir während der Periode grausam vor.

  • @Pinocio Ich habe das Gefühl, du hast meine Frage einfach nicht gelesen und nicht keine Lust, hier weiter zu diskutieren. Würde mich freuen, wenn du antwortest. Ich pack' sie nochmal als Zitat in diesen Kommentar.

    @Alex schrieb:

    @Pinocio schrieb:
    Es kommt ja ab und zu das Thema auf, warum man Frauen gleich bezahlen sollte vor dem Hintergrund, dass sie schwanger werden können, eben auch mal schmerzende Menstruation haben können usw. Doch Frauen sind auch diejenigen, die Kinder gebähren können, damit ist der Vergleich in meinen Augen obsolet.

    Den Teil verstehe ich nicht, kannst du das etwas genauer ausführen?

    @Sascha Susanne hatte dich auch etwas gefragt, als du abwesend warst.

    @Susanne schrieb:
    @Sascha Was heißt denn

    Sind Frauen die schlechteren Menschen?

    Ich meine zwar zu wissen, worauf du hinaus möchtest, wollte aber nicht für dich (am besten noch falsch) antworten.

  • @Alex schrieb:
    @Pinocio Ich habe das Gefühl, du hast meine Frage einfach nicht gelesen und nicht keine Lust, hier weiter zu diskutieren. Würde mich freuen, wenn du antwortest. Ich pack' sie nochmal als Zitat in diesen Kommentar.

    @Alex schrieb:

    @Pinocio schrieb:
    Es kommt ja ab und zu das Thema auf, warum man Frauen gleich bezahlen sollte vor dem Hintergrund, dass sie schwanger werden können, eben auch mal schmerzende Menstruation haben können usw. Doch Frauen sind auch diejenigen, die Kinder gebähren können, damit ist der Vergleich in meinen Augen obsolet.

    Den Teil verstehe ich nicht, kannst du das etwas genauer ausführen?

    Vorweg: Die Ausführung zur Mindestlohnzahlung bei Krankheit macht vor dem von dir beschriebenen Hintergrund Sinn und könnte ich mir vorstellen. Das klang vorher anders.

    Die Antwort auf die Frage (habe sie tatsächlich nicht gelesen): Im Bekanntenkreis gibt es manchmal Stimmen, die sagen: eine Frau ist ein bisschen unzurechnungsfähig was ihre Arbeitskraft betrifft, denn sie könnte ja jederzeit schwanger werden oder haben eben Menstruationsbeschwerden und fehlen deshalb, warum also sollte sie dieselbe Bezahlung wie ein Mann bekommen? Und wenn sie dann Kinder haben fehlen sie ja auch, wenn das Kind krank ist oder sowas (aus der Praxis: Das stimmt definitiv, manche nutzen das auch viel aus). Solche Aussagen kommen auch von Frauen.
    Meiner Meinung nach stimmt das schon, aber die Frau, die ein Kind hat, bringt damit ja auch (langfristig) eine neue Arbeitskraft in die Welt und Wirtschaft um das jetzt mal rein wirtschaftlich zu betrachten, und deshalb finde ich das Argument (oben) schwach, zumindest langfristig gedacht. Ich kann auch nachvollziehen, wenn man manche Stellen lieber mit Männern besetzt oder eben anders bezahlt, denn kurzfristig fällt ein Mann halt nicht wegen oben genannten Beschwerden aus.

    Ist es jetzt verständlicher?

  • @Pinocio schrieb:

    @Alex schrieb:
    @Pinocio Ich habe das Gefühl, du hast meine Frage einfach nicht gelesen und nicht keine Lust, hier weiter zu diskutieren. Würde mich freuen, wenn du antwortest. Ich pack' sie nochmal als Zitat in diesen Kommentar.

    @Alex schrieb:

    @Pinocio schrieb:
    Es kommt ja ab und zu das Thema auf, warum man Frauen gleich bezahlen sollte vor dem Hintergrund, dass sie schwanger werden können, eben auch mal schmerzende Menstruation haben können usw. Doch Frauen sind auch diejenigen, die Kinder gebähren können, damit ist der Vergleich in meinen Augen obsolet.

    Den Teil verstehe ich nicht, kannst du das etwas genauer ausführen?

    Vorweg: Die Ausführung zur Mindestlohnzahlung bei Krankheit macht vor dem von dir beschriebenen Hintergrund Sinn und könnte ich mir vorstellen. Das klang vorher anders.

    Die Antwort auf die Frage (habe sie tatsächlich nicht gelesen): Im Bekanntenkreis gibt es manchmal Stimmen, die sagen: eine Frau ist ein bisschen unzurechnungsfähig was ihre Arbeitskraft betrifft, denn sie könnte ja jederzeit schwanger werden oder haben eben Menstruationsbeschwerden und fehlen deshalb, warum also sollte sie dieselbe Bezahlung wie ein Mann bekommen? Und wenn sie dann Kinder haben fehlen sie ja auch, wenn das Kind krank ist oder sowas (aus der Praxis: Das stimmt definitiv, manche nutzen das auch viel aus). Solche Aussagen kommen auch von Frauen.
    Meiner Meinung nach stimmt das schon, aber die Frau, die ein Kind hat, bringt damit ja auch (langfristig) eine neue Arbeitskraft in die Welt und Wirtschaft um das jetzt mal rein wirtschaftlich zu betrachten, und deshalb finde ich das Argument (oben) schwach, zumindest langfristig gedacht. Ich kann auch nachvollziehen, wenn man manche Stellen lieber mit Männern besetzt oder eben anders bezahlt, denn kurzfristig fällt ein Mann halt nicht wegen oben genannten Beschwerden aus.

    Ist es jetzt verständlicher?

    Das stimmt natürlich auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, aber warum soll der AG für die von dir genannten Risiken den Kopf hinhalten?

    Männer haben ein intrinsisches Verlangen danach, Frauen zu unterstützen. Wenn man Frauen, aufgrund ihrer biologischen Handicaps, auf dem Arbeitsmarkt, durch Gesetze, unterstützt, dann ermuntert man sie damit auch indirekt, sich wie ein Mann zu verhalten. Ist das gut, oder ein Fehlanreiz? Vllt ist es für Frauen besser, mehr Energie in die Partnerwahl und den Erhalt der Beziehung zu investieren, als auf dem Arbeitsmarkt um hohe Positionen zu kämpfen, die man sich am Ende eigentlich nicht verdient hat.

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