Projekt: Alpenüberquerung - von Oberstdorf bis zum Gardasee.

Kleine Vorstellung meinerseits:
Ich bin Lorenz, 28 aus Hannover und stiller Mitleser dieses Blogs und Forum seid nunmehr drei Jahren (?).
Sascha und somit ME Improved verfolge ich schon länger.

Ich würde mich als überdurchschnittlich athletisch, wissbegierig, naturliebend, progressiv und aneckend bezeichnen.

Meine Leidenschaft gilt der Entwicklung des menschlichen Potenzials in mannigfaltiger Hinsicht.
Dies äußert sich auch in meinem Berufsfeld. Einerseits bin ich Inhaber einer CrossFit Box, andererseits arbeite ich als Coach/Berater im Bereich der ganzheitlichen Gesundheit.

Das Bild entstand im Rausch nach einem köstlich-kaltem Eisbad.

Aber nun zu meinem Projekt.

Projekt: Alpenüberquerung

Ich plane Anfang August eine Alpenüberquerung. Ziel ist der E5 + von Meran über Bozen zum Gardasee zu kommen - das Ganze schnellstmöglich.

Mein bester Freund und ich geben uns 12 Tage für diesen Trip. Für den E5, also von Oberstdorf nach Meran, werden 6-7 Tage empfohlen. Wir wollen es in 4-5 Tagen schaffen.

Von Meran aus geht es dann über Bozen und Trient bis zum Gardasee. Bisher habe ich noch keine direkte Wanderroute ausfindig machen können. Vielleicht kennt hier ja jemand einen schönen, anspruchsvollen Wanderweg von Meran zum Gardasee.

Meine Vorbereitung

Ein wenig Alpenerfahrung bringe ich mit. Ein Kumpel und ich haben den E5 zu 80% absolviert.. dann kam uns starkes Unwetter in die Quere. Wir waren semi autark unterwegs, hatten unserer eigenes Essen dabei und biwakiert. Ihr könnte euch denken, dass so einiges an Gepäck und somit Last zukommen kommt. Das Gewicht meines Rucksacks belief sich auf initiale 17kg. Der Löwenanteil des Gewichts setzte sich aus Nüssen und schnell kochbaren roten Linsen sowie Kokosfett zusammen - so wird es auch dieses Jahr der Fall sein.

17 kg scheinen nicht allzu viel zu sein, aber das täuscht. Wenn du für mehrere Tage, es waren fünf an der Zahl, mit solch einem Gewicht, sowie einem Körpergewicht von 95 kg herumläufst, dann solltest du gut vorbereitet sein.

Jetzt komme ich zu meinem Punk und der Vorbereitung für die diesjährige Überquerung. Das im August anstehende Projekt wird garantiert härter, da die Strecke mindestens die doppelte im Vergleich zu der ersten Überquerung sein wird - ein Fakt, der mir Respekt einflößt.

Mein Ziel ist es, dass sich die Alpenüberquerung wie ein Sonntagsspaziergang anfühlt.
Dafür bedarf es einiges an Konditionierung.

Meine Vorbereitung wird primär aus langen Wanderungen bestehen. Leider gibt es in Hannover nicht wirklich die Möglichkeiten, sich auf eine Alpin-Wanderung vorzubereiten. Der Deister und auch der Harz müssen hier herhalten.

Ebenso werde ich als Baseline Belastung täglich so um die 15.000-20.000 Schritte machen.

Des Weiteren werde ich die steilen Wanderpassagen aufkommenden Belastungsspitzen trainieren. Hier schweben mir AMRAPS aus Box-Step-overs, Single Unders und Lunges vor. Alles in laktaziden und glykolytischen Bereichen. Bis ins brennt.. und dann weiter.

Ich spiele mit dem Gedanken, mein Öberkörpertraining bis August zunächst auf den Handstand und Mobilityzeugs zu beschränken, um hier bewusst zu atrophieren. :o .. ich denke ein paar weniger kg mit mir herumzuschleppen würde mich agiler und ausdauernder machen.!

Ich werde hier bloggen und euch auf meine Vorbereitung mitnehmen.

Für Hinweise, Anregungen und Weiteres bin ich sehr dankbar!

Euer Helios.

Kommentare

  • Weiter Energiequelle könnte ggf. dunkle Schokolade sein (kann ich in größeren Mengen als Kokosöl essen). Je nachdem wie abwechslungsreich und aufwandsreich die Essensvorbereitung sein soll, könnte man auch vorgegarte Rote Beete (gibt es abgepackt im Supermarkt), geröstete Kürbiskerne und hartgekochte Eier als Salat verarbeiten (Olivenöl gibt noch mehr Kalorien, Zitronensaft mehr Geschmack).

  • Geiles Teil. Hier ein paar cents:

    • Rumpftraining! (Torture Twist + Full Contact Twist)
    • Hardcore Fußgymnastik
    • Arsch und Beinbeuger trainieren
    • Keto-Adaptieren
    • Kälte- und Hitzereize setzen.
  • Mega Projekt!! Ich freue mich auf deinen Log.

    Mein Ziel ist es, dass sich die Alpenüberquerung wie ein Sonntagsspaziergang anfühlt.

    hehe, sehr nice

    Ein paar Gedanken vorab:

    • die starke Baseline halte ich für immens wichtig in der Vorbereitung. Planst du die mit Gewicht zu machen? Würde ich mir vielleicht für ein paar Tage die Woche überlegen
    • gleiche Frage für dein Konditioning: mit Weste oder ohne?
    • ich frage mich, ob es dich so viel weiterbringt wenn du vorher absichtlich Gewicht verlierst. Dazu würden mich mal ein paar Meinungen interessieren
    • Da du wahrscheinlich gut fit bist und Crossfit auch ausdauerlastig ist, ist schätzungsweise Verletzungs- und Schmerzfreiheit neben Equipment/Planung etc. der wichtigste Faktor für die Vorbereitung. Hieße in meiner Logik: Schwachstellentraining ohne Ende, also v.a. Rumpf und Füße
    • wie sieht es mit deinem besten Freund aus? die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Das gilt für dich, aber ja auch für euch
    • ansonsten: lass mal zusammen im Harz wandern! z.B. die Braunlage-Wurmberg-Brocken-Schierke-Braunlage Route
  • bearbeitet 22. April

    @Sascha schrieb:
    Geiles Teil. Hier ein paar cents:

    • Rumpftraining! (Torture Twist + Full Contact Twist)
    • Hardcore Fußgymnastik
    • Arsch und Beinbeuger trainieren
    • Keto-Adaptieren
    • Kälte- und Hitzereize setzen.

    Danke für dein Feedback. Der Punkt mit dem Rumpftraining bedarf ein wenig Erklärung. Ich könnte mir vorstellen, dass du mit der Empfehlung, primär rotierender Rumpfkräftigung durch die genannten Übungen, auf das Trainieren der diagonal verlaufenden Faszien, die beim Gehen stets involviert sind, abzielen möchtest.. Gehe ich richtig in der Annahme?

    Zur Fußgymnastik. Prophylaktisch? Was hast du hier für Ideen?

    Die anderen Punkt sind gegeben. Arsch und Beinbeuger würden JLO in den Schatten stellen.
    Keto respektive ein "flexibler Metabolismus" ist vorhanden.

  • @TylerDurden schrieb:
    Weiter Energiequelle könnte ggf. dunkle Schokolade sein (kann ich in größeren Mengen als Kokosöl essen). Je nachdem wie abwechslungsreich und aufwandsreich die Essensvorbereitung sein soll, könnte man auch vorgegarte Rote Beete (gibt es abgepackt im Supermarkt), geröstete Kürbiskerne und hartgekochte Eier als Salat verarbeiten (Olivenöl gibt noch mehr Kalorien, Zitronensaft mehr Geschmack).

    Ich befürchte ja, dass die Sonne mir die Schokolade streitig machen wird..
    Bei meiner letzten größeren Wanderung habe ich mir ein Nuss-Dattelbrot selbst gemacht. Werde dies wohl auch diesmal in Erwägung ziehen.
    Des Weiteren bin ich ein großer Freund von Trockenfleisch. Auch das werde ich dieses Jahr wohl wieder mitnehmen.

  • @Johannes schrieb:
    Mega Projekt!! Ich freue mich auf deinen Log.

    Mein Ziel ist es, dass sich die Alpenüberquerung wie ein Sonntagsspaziergang anfühlt.

    hehe, sehr nice

    Ein paar Gedanken vorab:

    • die starke Baseline halte ich für immens wichtig in der Vorbereitung. Planst du die mit Gewicht zu machen? Würde ich mir vielleicht für ein paar Tage die Woche überlegen
    • gleiche Frage für dein Konditioning: mit Weste oder ohne?
    • ich frage mich, ob es dich so viel weiterbringt wenn du vorher absichtlich Gewicht verlierst. Dazu würden mich mal ein paar Meinungen interessieren
    • Da du wahrscheinlich gut fit bist und Crossfit auch ausdauerlastig ist, ist schätzungsweise Verletzungs- und Schmerzfreiheit neben Equipment/Planung etc. der wichtigste Faktor für die Vorbereitung. Hieße in meiner Logik: Schwachstellentraining ohne Ende, also v.a. Rumpf und Füße
    • wie sieht es mit deinem besten Freund aus? die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Das gilt für dich, aber ja auch für euch
    • ansonsten: lass mal zusammen im Harz wandern! z.B. die Braunlage-Wurmberg-Brocken-Schierke-Braunlage Route

    Moin Johannes! Mal am Rande: probs für deinen Lesenotizen Blog. Bin auf jeden Fall Fan!

    Das Wichtigste zuerst: meine Begleitung ist fit und kann gut beißen. Wir bereiten uns gemeinschaftlich auf das Unternehmen vor und brennen voll für die Sache.

    Ich werde wohl mit Rucksack oder Gewichtsweste trainieren. Denke, dass die Weste praktischer ist, wobei die Gewichtsverteilung, nicht der des Rucksacks entspricht.

    Zu dem Punkt mit dem Gewichtsverlust würde mich auch die Meinung der anderen brennend interessieren.

    Und bei einer Wanderung im Harz wäre ich nicht abgeneigt.

  • @Helios schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Geiles Teil. Hier ein paar cents:

    • Rumpftraining! (Torture Twist + Full Contact Twist)
    • Hardcore Fußgymnastik
    • Arsch und Beinbeuger trainieren
    • Keto-Adaptieren
    • Kälte- und Hitzereize setzen.

    Danke für dein Feedback. Der Punkt mit dem Rumpftraining bedarf ein wenig Erklärung. Ich könnte mir vorstellen, dass du mit der Empfehlung, primär rotierender Rumpfkräftigung durch die genannten Übungen, auf das Trainieren der diagonal verlaufenden Faszien, die beim Gehen stets involviert sind, abzielen möchtest.. Gehe ich richtig in der Annahme?

    An Faszien habe ich nicht gedacht, sondern nur an die Rumpfstabilität. :)

    Aber ansonsten ja: Meiner Erfahrung nach ist die Rotationskraft in Relation zur Gesamtkraft bei Crossfittern gering. Im Grunde ein Luxusproblem: Du bist so stark und fit durch Crossfit, dass du Lücken in den meisten Fällen einfach kompensieren kannst. Aber Crossfit (außer du weichst stark von der allgemeinen Weise ab) ist sehr linear und entsprechend ist die Rotationskraft nur passiv mitentwickelt. Es fällt dann aber nicht auf, weil die Belastung nicht groß genug ist.

    Zwei Meilensteine als Richtwerte für dein (hohes) Niveau wären:

    1. Torture Twist + 15kg für 60s
    2. Full Contact Twist + 30kg für 10 Wiederholungen pro Seite.

    Zur Referenz: Das entspricht ca. Plank + 100kg für 60s.

    Zur Fußgymnastik. Prophylaktisch? Was hast du hier für Ideen?

    Kacke. Die Übungen habe ich alle nicht aufgenommen. Aber erstmal zur Begründung:

    Unsere (Westler) Fußkraft ist massiv unterentwickelt. Weil wir aber auch mit kaputten Füßen irgendwie noch gehen können, fällt es nicht so auf, dass sie der so stark limitierende Faktor ist. Beim Klettern fällt man dann herunter.

    Das kannst du als Inspiration nehmen:

    Einbeinige Wadenprellsprünge auf der Wiese auf Zeit sind hervorragend. Auf den Innen und Außenkanten der Füße gehen und dann nach und nach mit Zusatzgewicht laden.

    Hier habe ich keine Meilensteine.

    Die anderen Punkt sind gegeben. Arsch und Beinbeuger würden JLO in den Schatten stellen.
    Keto respektive ein "flexibler Metabolismus" ist vorhanden.

  • So Leute, ich melde mich einmal mit einem Einblick in meine Trainingswoche. Kurz und knapp.

    Sonntag:
    Murph
    1,6km laufen
    100 Pull Ups
    200 Push Ups
    300 Squats
    1,6 km laufen

    46 Minuten habe ich gebraucht. Nicht gut und nicht schlecht - bin aber zufrieden für das erste Training (Workout) nach Corona und vier Wochen Pause.

    Dienstag:
    5 Runden
    100 Single Under
    100 Lunges

    Easy. Idee ist hier, mich langsam an ebendiese beiden Übungen in hoher Frequenz heranzutasten. Nenne dieses Workout 1000 Steps to Hell.

    Mittwoch:

    1000 Steps to hell, nur anders.

    5 Runden
    100 Single Under
    100 Box Step Ups 70cm

    Donnerstags:

    2km Schlitten ziehen mit 50 kg. Ihr hättet die Nachbarn sehen sollen.

    Freitag:

    5 Runden
    100 Single Under
    100 Lunges

    Samstag:

    Rest day, aber harte Sauna Sessions.

    Sonntag:

    1km Schlitten mit 50kg
    300 Lunges
    300 SIngle Under
    und dann noch das WOD meiner CrossFit Box gefetzt.

  • bearbeitet 8. Mai

    Machst du ein Training pro Tag? Oder ist das der Einstieg wegen Corona?

  • @Sascha schrieb:
    Machst du ein Training pro Tag? Oder ist das der Einstieg wegen Corona?

    Das ist mein Einstiegstraining. Will es erst mal noch für ein paar Tage ruhig angehen lassen.

  • Wie ist das Herz?

  • Ich fühle mich geherzt, danke der Nachfrage. Ich habe tatsächlich keinen Termin beim Kardiologen gemacht und auf mein Körpergefühl gehört. HRV hat sich wieder grob den Pre Covid Bereichen angenähert. HF liegt noch immer leicht erhöht bei 48. Beobachte aber auch hier einen langsamen Rückgang der Frequenz hin zum alten Normalwert.

    Training fahre ich jetzt wieder hoch. Aktuell viel Schlitten ziehen, Lunges und Seilspringen.

  • Das klingt doch schon mal gut.

    Ich würde das an deiner Stelle checken lassen. Nicht etwa, weil bei dir besonders krasse Symptome sind, sondern weil du durch deine hohe Belastung eine geringere "Margin of Error" hast.

    Außerdem musst du noch den Harnisch anprobieren. ;)

  • Schwerstens beeindruckend. Und ich gebe meinen Pfennig dazu:

    Autogenes Training

    https://www.wohldenken.at/hannes-lindemann/
    http://rose-gesundheit.de/hintergrundinfo-zum-interview-mit-dr-hannes-lindemann-am-12-11-2013/

    Ich finde das paßt exaktens. Irgendwo habe ich das in meinem Fundus, unauffindbar verschollen und das ich das so locker im internet reproduzieren konnte, finde ich erstaunlich. In seinem Buch behauptet er, auch Meerwasser getrunken zu haben.

    Wenn ich persönlich nachfragen darf:

    Meine Leidenschaft gilt der Entwicklung des menschlichen Potenzials in mannigfaltiger Hinsicht.

    Bist Du sozial engagiert? Ukraine-Krise, sozial abgenabelte?

    Was meinst Du mit murph?
    Was sind Lungees?

    Warum habt ihr alle so einen Boris Becker Herzschlag? :) Natürlich, Training, Training und zur Abwechslung Training.

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