Omega 3:6 Verhältnis

Da einige hier nicht ausgelastet sind (Späßchen), hau ich mal einen Thread zu einem Thema raus, zu welchem ich noch nicht so viel recherchiert habe (Also wie immer eigentlich). Omega 3 Fettsäuren sind ja entzündungshemmend, während Omega 6 entzündungsfördernd sind. Beides benötigt der Körper, allerdings im richtigen Verhältnis, da sonst ein Ungleichgewicht entsteht.

Dieses Verhältnis ist ja bei ziemlich vielen Menschen eine einzige Katastrophe. Der Gesundheitsbewusste findet Tabellen im Internet, um sich über dieses Verhältnis in verschiedenen Lebensmitteln zu informieren. Es wird darauf hingewiesen, dass die Umwandlung von pflanzlichem Omega 3 nur sehr schlecht funktioniert, weswegen regelmäßig Fisch auf dem Teller landen sollte. Mir ist nicht bekannt, wie gut der Körper Omega 6 umwandeln kann. Aus meiner Sicht ist es aber naheliegend, dass die Umwandlung genauso bescheiden ist, da dieser Vorgang Energie kostet und der Mensch über Fleisch/Fisch/Eier diese aufgenommen hat. Jetzt habe ich auch des Öfteren gelesen, dass Schweinefleisch, Geflügel und Eier kein traumhaftes Verhältnis haben. Allerdings wird für die Berechnung dieses Verhältnisses pflanzliches und tierisches Omega 3/6 in einen Topf geworfen, was aufgrund der Umwandlungsrate irgendwie nicht sonderlich viel Sinn macht. Und lässt man ALA & Linolsäure an der Stelle raus, ergibt sich für Schweinefleisch, Geflügel und Eier ein Top Verhältnis.

Der Daniel Pugge hatte irgendwo mal, ohne die Belege anzugeben (war ein Livestream oder so) ausgeführt, dass ein hoher Insulinspiegel die Umwandlung von Linolsäure in Arachidonsäure erhöht. Demnach würde ja Fastfood (Zucker & pflanzliches Öl) die Ursache für dieses schlechte Verhältnis sein und alle Lowcarber bräuchten sich deswegen keine Platte zu machen.

Wisst ihr da mehr zu? Wie handhabt ihr diese Omega-3:6-Geschichte. Und auch wenn es ein wenig Offtopic ist: Gibt es noch andere Gründe, warum Schweinefleisch nicht so toll sein soll? Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, kenne diese aber nicht.

Kommentare

  • bearbeitet 26. September

    Warum fühle ich mich angesprochen? ;)
    Vorweg: Ich habe keine tiefergehende Ahnung vom Thema. ABER das macht mir auch gar nichts, da ich die Details hier nicht für besonders wichtig halte.

    Soweit ich gehört habe, sind die Mengen an O3 und O6 (essentielle Fettsäuren), die wir benötigen, sehr gering. Und wenn es vor allem um das Verhältnis O3/O6 geht, dann ist mein erster Gedanke zunächst, die O6 so gut es geht zu reduzieren (kein Sonnenblumenöl usw.). Zusätzlich macht es wohl Sinn, öfters fetthaltigen Fisch zu essen, um mehr O3 reinzubekommen. Soweit so gut, dass wissen wir ja alle. Aber das genügt eigentlich auch schon. Mich interessiert so etwas wie insulingetriebene Umwandlung von Linolsäure in Spinnensäure nicht. Ich konzentriere mich lieber einfach darauf, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen und die gröbsten Fehler zu vermeiden. Ich habe mal gehört: Optimization is the root of all evil.

    Zum Thema Schweinefleisch: Bodybuilder meiden es, da es gewöhnlich einen höheren Fettgehalt hat. Viel konventionelles Schweinefleisch ist außerdem aus Massentierhaltung, d.h. mit Scheiße gefüttert (daher vermutlich auch schlechteres O6/O3-Verhältnis) und mit Medikamenten vollgespritzt. Für jemanden ohne Fettphobie fällt mir aber kein Grund ein, Schweinefleisch aus guter Haltung zu meiden.

  • bearbeitet 27. September

    [Hier war ein Post den ich aber nicht wichtig genug fand]

  • @Joseph_Bartz schrieb:
    [Hier war ein Post den ich aber nicht wichtig genug fand]

    Lass den doch da, ich finde den Artikel gut und auch den Hinweis auf Ray Peat (und seine anderen Texte) interessant!

  • Mir ist eben aufgefallen, dass ich wieder davon ausgegangen bin, dass beim Verhältnis der Durchschnittsdeutschen nur EPA/DHA und Arachidonsäure in die Berechnung eingeflossen sind. Das wird aber bestimmt auch nicht der Fall sein.

    @Gnahn schrieb:
    Mich interessiert so etwas wie insulingetriebene Umwandlung von Linolsäure in Spinnensäure nicht. Ich konzentriere mich lieber einfach darauf, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen und die gröbsten Fehler zu vermeiden. Ich habe mal gehört: Optimization is the root of all evil.

    Naja, würde Schweinefleisch & Co aufgrund des Fettsäureprofils entzündungsfördernd sein, könnte man von einem groben Fehler sprechen. Komischerweise habe ich noch keinen Artikel (Die Anzahl der Artikel kann man aber sicherlich an einer, maximal 2 Händen, abzählen) gelesen, indem steht, dass hier eigentlich Äpfel mit Birnen verglichen werden. Aus meiner jetzigen Sicht ist Sonnenblumenöl nicht wegen dem Omega 6 schlecht, sondern weil es so viel chemisch instabile PUFAs enthält und der oxidative Stress dadurch steigt. Aus dieser Perspektive ist aber auch Leinöl mit seinem guten Verhältnis schlecht und Schwein/Geflügel/Eier eben nicht.

    Eigentlich wollte ich diesen Denkfehler hier einfach mal loswerden und anderen die Möglichkeit geben zu schreiben, dass ggf. der Dunning-Kruger bei mir zugeschlagen hat. Große Lust auf Recherchen & Diskussionen zum Thema Ernährung habe ich nicht mehr.

  • Den Grund warum Schwein so schlecht sein soll habe ich auch noch nicht entdeckt. Manche sagen, weil Schweine uns so nah verwandt wären. Aber so richtig verstehe ich das trotzdem nicht. Ich liebe Schweinefleisch (nur aus guter Haltung, weil es ansonsten "schweint"), esse es auch mehrmals die Woche. Schweinefleisch enthält auch weniger Neu5Gc, was ja wiederum ein Vorteil gegenüber Rind wäre. Schweineleber ist auch eine gute Art sich an Leber zu gewöhnen, da sie milder als Rind ist. Aus den Füßen und Beinen kann man richtig gute Sülze kochen (Kollagen). Die Ausschlachtung vom Schwein ist auch ziemlich hoch, waren das nicht 80% (Verglichen mit Rind meine ich waren das etwas mehr als 50%)? Wenn man die Ohren usw. auch noch verwertet kann man das Schwein fast komplett essen, was dann ja auch ökologisch irgendwie Sinn macht.
    Natürlich, Schwein ist sehr fett und wenn man nicht auf die Haltung achtet fressen, die viel Schweiß, aber das ist ja bei anderen Tieren nicht anders.

    Zu Omega 3: Da halte ich es wie @Gnahn vermeide Pflanzenfette und esse mehrmals die Woche fetten (kleinen) Fisch, wie Hering, Sprotte oder Sardine. Diese haben auch den Vorteil (für mich) in der Nahrungskette weit unten zu stehen und damit nicht so schwermetallbelastet zu sein. Zudem sind z.B. Sardinen nicht so anfällig gegenüber Befischung und haben (noch) stabile Bestände, Sardinen sind auch reich an vielen Mineralstoffen, Vitamin D und wenn mit Gräten gegessen auch Calcium.
    Das ist für mich der einfachste und unkomlizierteste Weg.

  • Ich finde den Ansatz von @Pinocio gut. Die groben Fehler vermeiden und nicht zu viel Fein-Tuning. Das ist ein Problem bei dem ich an mir aktuell arbeite. Der Stress den man sich mit Fein-Tuning in Summe zuführt ist in einigen Fällen wahrscheinlich schädlicher, als die "80% Lösung".
    Da ich aktuell kein Fisch&Co. Esse, greife ich auf Omega3 Öl zurück. Gemäß dem Ansatz besser das "Rohprodukt" in dem Fall den Fisch besser zu essen, bin ich mir bewusst das irgendwelche Inhaltsstoffe wahrscheinlich flöten gehen. Aber das ist erstmal so, der Rest meiner Ernährung passt soweit und mit Omega3 bin ich schonmal besser bedient als ohne Fisch und ohne Omega3.

    Wenn du dich im Detail mit dem Thema auseinander setzen willst schau mal hier rein
    https://hcfricke.com/2017/04/05/omega-3-fettsaeuren-ala-epa-dha/
    Da hast du auch Studien anhand derer du die Aussagen aus dem Artikel kontrollieren kannst.
    Für mich ist der Blog mit Vorsicht zu genießen, da er aus meiner Sicht Fein-Tuning in allen Bereichen betreibt. Aber ich bin mir dessen bewusst und kann mir ziemlich sicher sein, dass er etwaige Probleme thematisiert und eher überdramatisiert, anstatt sie gar nicht zu erwähnen.

  • Im Zusammenhang mit Supplementierung von Fischöl lohnt es sich auch mal bei Charles Poliquin nachzulesen. Er war ein Verfechter von hohen Dosierungen, hat allerdings zugleich sehr viel Wert auf bestmögliche Qualität gelegt.

  • @TylerDurden schrieb:
    Ich finde den Ansatz von @Pinocio gut. Die groben Fehler vermeiden und nicht zu viel Fein-Tuning. Das ist ein Problem bei dem ich an mir aktuell arbeite. Der Stress den man sich mit Fein-Tuning in Summe zuführt ist in einigen Fällen wahrscheinlich schädlicher, als die "80% Lösung".
    Da ich aktuell kein Fisch&Co. Esse, greife ich auf Omega3 Öl zurück. Gemäß dem Ansatz besser das "Rohprodukt" in dem Fall den Fisch besser zu essen, bin ich mir bewusst das irgendwelche Inhaltsstoffe wahrscheinlich flöten gehen. Aber das ist erstmal so, der Rest meiner Ernährung passt soweit und mit Omega3 bin ich schonmal besser bedient als ohne Fisch und ohne Omega3.

    Wenn du dich im Detail mit dem Thema auseinander setzen willst schau mal hier rein
    https://hcfricke.com/2017/04/05/omega-3-fettsaeuren-ala-epa-dha/
    Da hast du auch Studien anhand derer du die Aussagen aus dem Artikel kontrollieren kannst.
    Für mich ist der Blog mit Vorsicht zu genießen, da er aus meiner Sicht Fein-Tuning in allen Bereichen betreibt. Aber ich bin mir dessen bewusst und kann mir ziemlich sicher sein, dass er etwaige Probleme thematisiert und eher überdramatisiert, anstatt sie gar nicht zu erwähnen.

    Habe auf dem Blog auch schon vieles nachgelesen und finde, dass er grundsätzlich sehr sauber recherchiert, aber mir sind die Artikel ebenfalls oft viel zu tief. Ich frage mich ob die so detaillierte Beschäftigung mit dem Thema Ernährung sinnvoll ist, sofern das nicht die Grundlage für wissenschaftliche Arbeit ist.

  • @Daniel schrieb:

    @TylerDurden schrieb:
    Ich finde den Ansatz von @Pinocio gut. Die groben Fehler vermeiden und nicht zu viel Fein-Tuning. Das ist ein Problem bei dem ich an mir aktuell arbeite. Der Stress den man sich mit Fein-Tuning in Summe zuführt ist in einigen Fällen wahrscheinlich schädlicher, als die "80% Lösung".
    Da ich aktuell kein Fisch&Co. Esse, greife ich auf Omega3 Öl zurück. Gemäß dem Ansatz besser das "Rohprodukt" in dem Fall den Fisch besser zu essen, bin ich mir bewusst das irgendwelche Inhaltsstoffe wahrscheinlich flöten gehen. Aber das ist erstmal so, der Rest meiner Ernährung passt soweit und mit Omega3 bin ich schonmal besser bedient als ohne Fisch und ohne Omega3.

    Wenn du dich im Detail mit dem Thema auseinander setzen willst schau mal hier rein
    https://hcfricke.com/2017/04/05/omega-3-fettsaeuren-ala-epa-dha/
    Da hast du auch Studien anhand derer du die Aussagen aus dem Artikel kontrollieren kannst.
    Für mich ist der Blog mit Vorsicht zu genießen, da er aus meiner Sicht Fein-Tuning in allen Bereichen betreibt. Aber ich bin mir dessen bewusst und kann mir ziemlich sicher sein, dass er etwaige Probleme thematisiert und eher überdramatisiert, anstatt sie gar nicht zu erwähnen.

    Habe auf dem Blog auch schon vieles nachgelesen und finde, dass er grundsätzlich sehr sauber recherchiert, aber mir sind die Artikel ebenfalls oft viel zu tief. Ich frage mich ob die so detaillierte Beschäftigung mit dem Thema Ernährung sinnvoll ist, sofern das nicht die Grundlage für wissenschaftliche Arbeit ist.

    Sehe ich wie du. Er ist für mich ein Worst-Case Indikator. Andere praktische Sachen wie das wässern & keimen von Hülsenfrüchten fand ich sehr praktisch.

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