Greta Thunberg und Boyan Slat

Eure Meinung ist gefragt: Was braucht die Erde?

Kommentare

  • Ich schreibe jetzt bewusst meine ersten Gedanken zu deinem Video. Vlt. mache ich noch einen weiteren Kommentar, wo es nochmal eine reflektierte Meinung gibt.
    Zwei unterschiedlich wahrgenommene Personen. Greta Thunberg eine von der Öffentlichkeit sehr stark wahrgenommene Person, die zumindestens was die Schools for Friday Bewegung angeht für die Generationen jünger 25 (zum Anfang der Bewegung und später auch noch andere Generationen) das Thema ins Bewustsein gerufen hat. Da ist ganz bestimmt auch viel Medienwirksames bei. Aber gerade um den "Mainstream" zu erreichen braucht es meiner Meinung nach genau so welche Leute. Ich würde sie quasi als Rattenfänger in guter Sache verstehen. Wenn die Leute dann einmal im Thema sind, dann wird man nachher auch zu den tiefergehenden Themen übergehen können, die dann auch in konkrete Änderungen von Verhaltensweisen nach sich zieht.
    Der Bojan Slat ist jemand der eine nicht minder wichtige Arbeit macht. Er bringt ein Thema fachlich und inhaltlich nach vorne in Konkreten Handlungen. Ich finde ihn auch wesentlich interessanter, weil man hier an Leistung messen kann, das er einen direkten Mehrwert schafft.
    Ich würde es vlt. mit einer Firma vergleichen.
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.
    Bojan Slat ist der Mitarbeiter, der dem Ziel der Firma unmittelbar durch seine Arbeit hilft.
    Am Ende ein paar Greta Thunbergs aber VIEL mehr Bojan Slats. Bringt am Ende mehr Workpower für das eigentliche Ziel, Klima-/ Umweltschutz meiner Meinung nach.

    PS: ab 02:50 - 03:35 gibt es in deinem Video einen fast unerträglichen Piep Ton, dachte erst habe einen Tinitus :dizzy:

  • bearbeitet 10. September

    Zuerst frage ich mich, woher diese Dichotomie denn herkommt. Mir erscheint sie etwas wilkürlich gewählt. Innerhalb dieser würde ich zu Boyan Slat tendieren und Greta nur als Wohlstandsquerulei für unseren Rotweingürtel sehen. Aber falls man eher mit einem Spektrum oder Polaritäten arbeiten möchte, kann man auch gerne extremere Positionen (z.B. Pentti Linkola) zum Kontrastieren heranziehen.

  • bearbeitet 11. September

    Ich halte es nicht für relevant zu überlegen, welche der Steriotypen mehr benötigt werden, da beide bereits in der Welt existieren.
    Ich finde die Frage wichtiger, was ich selbst tun kann, um die Welt ein Stück besser zu machen.

    Beispielweise blicke ich kritisch auf die "Müllsammeltage", welche einmal im Jahr in manchen Orten stattfinden.
    Warum benehmen sich die meisten Leute lediglich 1x im Jahr so extrem (positiv) und nicht permanent?

  • @Mark_Balder schrieb:
    Zuerst frage ich mich, woher diese Dichotomie denn herkommt. Mir erscheint sie etwas wilkürlich gewählt. Innerhalb dieser würde ich zu Boyan Slat tendieren und Greta nur als Wohlstandsquerulei für unseren Rotweingürtel sehen. Aber falls man eher mit einem Spektrum oder Polaritäten arbeiten möchte, kann man auch gerne extremere Positionen (z.B. Pentti Linkola) zum Kontrastieren heranziehen.

    Naja, das bedingt die Vorauswahl. Die Greta kriegt ja ganz schön viel Aufmerksamkeit. Wesentlich Interessanter ist der Pentti allemal. Aber ich will ja ein mediales Phänomen beschreiben und das, was eigentlich hinter den Kulissen abläuft. Das Video wollte ich ja eigentlich auch relativ wertneutral machen (habe ich ein bisschen gefailed. Dafür Hörsturz..).

    Die Greta macht nichts weiter als nur Empörung hochzukochen. Die ist genauso in der Maschinerie wie die ganzen anderen Kacke in der Politik. Die hält irgendwelche Reden vor irgendwelchen Politikern, Unternehmern usw. und macht irgendwelche bescheuerten Aktionen. Die erreicht meiner Meinung nach das, was so viele Bewegungen erreicht haben, wenn sie auf nichts weiter als Empörung basieren: Emotionale Ermüdung. Die hat mal gesagt "Ich will, dass ihr Angst habt." oder so ähnlich. Das ist ein richtig dummer Satz. Ist ja auch in Ordnung. Die ist 17 und da darf man viel Dummes sagen. Darf man auch später noch. Das Problem sind die Idioten, die dann den Schaden, den Greta anrichtet überhaupt erst ermöglichen.

    Daher:

    @TylerDurden schrieb:
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

    Wenn ich den Vergleich mitgehe, ist Greta eine wirkliche Kackabteilung und sollte schleunigst gekündigt werden.

  • Was für mich persönlich in der öffentlichen Debatte immer zu kurz lässt sich an folgendem Sachverhalt verdeutlichen:

    90% des Plastiks, das die Weltmeere verschmutzt, kommt aus 10 Flüssen. 8 davon in China, 2 in Afrika.
    https://www.weforum.org/agenda/2018/06/90-of-plastic-polluting-our-oceans-comes-from-just-10-rivers/

    China ist was Menschenrechte, Tierschutz und Umweltschutz angeht eine Katastrophe. Gleichzeitig ist es demografisch dominierend.
    Ähnliche Phänomene in Indien und Afrika.

    Streng genommen sind wir Europäer und Europäisch-Stämmige die einzigen Menschen, die sich wirklich um so Dinge wie Umweltschutz kümmern. Man muss sich immer vor Augen führen: Global betrachtet sind wir eine ziemliche Minderheit.

    Phänomene wie Greta ist Wohlfühl-Eskapismus für Spießbürger. Sie bietet einen Ausweg, um sich nicht mit wirklich unangenehmen Fragen wie eben internationalen Unterschieden im Umweltschutz auseinanderzusetzen. Klar, kann man argumentieren, dass man eine Vorbildsfunktion einnehmen soll. Aber wirklich effektiv wären im Endeffekt eher diplomatische Maßnahmen, Strafzölle usw. Nur dann kriegt man halt eben nicht mehr sein Billigkrams aus Fernost.

    Nichtsdestotrotz ist die Boomer-Mentalität in unserer Gesellschaft auch ein gravierender Knackpunkt. Im Grunde müssen wir alle unseren Lebensstandard senken. Klingt drastisch, aber führen wir uns mal vor Augen, dass jeder König in der Geschichte einen niedrigeren Lebensstandard als jeder Mittelschichtler hatte.

    Klimwandel ist ja nur eins der Probleme. Wir haben Probleme mit der Erderosion:
    https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/soil-erosion-europe-current-status-challenges-and-future-developments

    Im Grunde sehe ich jedoch unmittelbar keine realistischen Lösungen für alle diese Probleme.

  • @Sascha schrieb:

    Daher:

    @TylerDurden schrieb:
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

    Wenn ich den Vergleich mitgehe, ist Greta eine wirkliche Kackabteilung und sollte schleunigst gekündigt werden.

    Ein Grund weswegen ich mich mit dem Marketing Zeug so schwer tue :D.
    Ich habe das Gefühl, dass zumindestens ein paar Leute dann sich mit dem Thema auch tiefergehend auseinandersetzen.
    Der Rest ist dann zwar emotional ermüdet/ für das Thema verbrannt, aber wenn die Leute sich auch nicht über andere Wege mit dem Thema tiefgehend auseinandersetzen würden, hat man am Ende mit dem Weg mehr gewonnen als verloren.
    So sehe ich das gerade.
    Mit der Bereitschaft meinen Standpunkt zu überdenken :smile:

  • @Mark_Balder Ich kann dir fast nur zustimmen. Aber solche Debatten sind leider total verbaut im deutschen Raum.

    @TylerDurden Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    Persönlich bin ich ihr gegenüber sehr misstrauisch. Siehe ihre bescheuerte Atlantikseefahrt. Das ist schlicht unauthentisch. Und das ist auch völlig in Ordnung. In dem Alter haben die allerwenigstens schon so etwas wie ein authentisches Selbst. Aber dass eine Person wie sie so gehyped wird, ist echt ein bisschen schwach.

    Jetzt wo ich schon mal dabei bin: Der sogenannte Schulstreik ist genauso bescheuert. Ein Streik soll eigentlich auf nichts aufmerksam machen. Das ist nicht die zentrale Wirkung, sondern der wirtschaftliche Schaden, den er anrichtet. Die Schüler schießen sich nur selbst ins Knie.

  • @Sascha schrieb:
    @Mark_Balder Ich kann dir fast nur zustimmen. Aber solche Debatten sind leider total verbaut im deutschen Raum.

    @TylerDurden Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    Persönlich bin ich ihr gegenüber sehr misstrauisch. Siehe ihre bescheuerte Atlantikseefahrt. Das ist schlicht unauthentisch. Und das ist auch völlig in Ordnung. In dem Alter haben die allerwenigstens schon so etwas wie ein authentisches Selbst. Aber dass eine Person wie sie so gehyped wird, ist echt ein bisschen schwach.

    Jetzt wo ich schon mal dabei bin: Der sogenannte Schulstreik ist genauso bescheuert. Ein Streik soll eigentlich auf nichts aufmerksam machen. Das ist nicht die zentrale Wirkung, sondern der wirtschaftliche Schaden, den er anrichtet. Die Schüler schießen sich nur selbst ins Knie.

    @Sascha Nettoschaden für dich = ...?
    Sie stößt auf jeden Fall Prozesse an, ich tue mich extrem schwer damit, den Schaden (da richtet sie einen an, da gehe ich mit) einzuschätzen und noch viel mehr damit was der richtige oder zumindestens bessere Weg wäre.
    Am Ende müssen wir (alle auf die es zutrifft mich eingeschlossen) mal anfangen diese ganze Billigflug Weekend und Kurztrips zu machen. Das wäre schonmal ein richtig großer Schritt...

  • @TylerDurden schrieb:

    Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    @Sascha Nettoschaden für dich = ...?
    Sie stößt auf jeden Fall Prozesse an, ich tue mich extrem schwer damit, den Schaden (da richtet sie einen an, da gehe ich mit) einzuschätzen und noch viel mehr damit was der richtige oder zumindestens bessere Weg wäre.

    Siehe genau mein Zitat hier. Meine jetzige Einschätzung ist, dass sie zu viel Aufmerksamkeit generiert, sodass Aufmerksamkeitsermüdung stattfindet. Außerdem ist sie nicht diplomatisch, sondern verhärtet einfach nur noch weiter die Fronten.

    Am Ende müssen wir (alle auf die es zutrifft mich eingeschlossen) mal anfangen diese ganze Billigflug Weekend und Kurztrips zu machen. Das wäre schonmal ein richtig großer Schritt...

    Jap. Deswegen hocke ich hier in Bielefeld rum und gehe in den Wald. :smile:

  • Ich habe endlich Zeit gefunden, mir das Video anzuschauen und mir meinen persönlichen Hörsturz abzuholen.

    Danke für die Erwähnung von Linkola, kannte ich vorher nicht, klingt interessant. Ich finde bei einer kurzen Suche nur "Can Life Prevail" auf Englisch und keine Literatur auf Deutsch. Gibt es noch mehr, was in eine der beiden Sprachen übersetzt wurde?

    Mein erster Impuls war: wir brauchen weder mehr Thunbergs noch Slats, wir brauchen weniger Menschen (Linkola lässt grüßen). Ich begrüße einerseits aber die Schaffung von Aufmerksamkeit, die Thunberg erreicht. Nur andererseits: wozu führt das? Meiner Meinung nach zu nicht viel, denn auch die letzten Jahrzehnte (ich sag mal, seit dem ersten Bericht des Club of Rome) haben gezeigt, dass zwar eine drohende Klimakatastrophe wahrgenommen werden kann, aber das nicht unbedingt bedeutet, dass individuelles Verhalten angepasst wird oder gar politisch die Weichen anders gestellt würden. "Der Mensch" ist dumm und bequem. Man muss ja feststellen, dass der Klimawandel in all seinen Dimensionen schwer zu begreifen und zu verstehen ist. Diejenigen, die das können, sind sicherlich in der Minderheit. Aber selbst diejenigen passen in der Folge ihr Verhalten nicht zwingend an. Kaum jemand ist bereit, ein Opfer an Bequemlichkeit zu bringen - ich glaube Altmaier war es, der im Interview sagte (sinngemäß): der Kampf gegen den Klimawandel wird nur erfolgreich sein, wenn unser Wohlstand nicht darunter leidet. Das ist obszön. Aber es stimmt meiner persönlichen Erfahrung nach. Ich behaupte von mir, dass ich in einer Blase lebe, innerhalb der ich vor allem mit überdurchschnittlich gebildeten und reflektierten Leuten zu tun habe. Und obwohl das Thema Klimaschutz bei diesen Menschen auch durch Thunberg größer geworden ist, wird weitergemacht wie vorher: Flugreisen, Kreuzfahrten, Autos, usw. Eine Bekannte meinte kürzlich: "Eigentlich wollte ich keine Flugreise machen, aber dann habe ich jetzt doch eine Woche Yogaretreat in Marokko gebucht". Tja. Ich habe oben etwas vergessen: "Der Mensch" ist wohl dumm, bequem und egoistisch.
    Die Slats dieser Welt erreichen also durch ihr Tun, ob wahrgenommen oder nicht, unmittelbar mehr. So ein Tun wird aber im Verhältnis zur Masse immer nur einen mehr oder weniger großen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen, ergo führt mich das wieder zum Anfangsgedanken: es gibt zu viele Menschen. Ich habe persönlich nur eine Antwort auf dem individuellen Level, für mich ganz persönlich, weil ich weiß, was ich selber in meiner Lebensführung leisten kann. Die großen Weichen müssten politisch gestellt werden, hier sehe ich momentan aber nicht viel Grund zur Hoffnung.

    Ein anderer Punkt zu Greta Thunberg ist noch interessant:
    Es gibt ja die eine oder andere Verschwörungstheorie, dass sie von Hintermännern gelenkt wird. Ich selber glaube, dass das, was sie tut, wirklich authentisch und aus ihr selbst kommt. Aber wie das, was sie tut, präsentiert wird, ist eine andere Frage. Dazu gibt es klare Aussagen von Ingmar Rentzhog, und in dem verlinkten Artikel wird auch deutlicher, warum Thunberg als Symbol und Ikone so gehypt wurde: es geht letztlich um die selben "kapitalistischen" Verwertungsmechanismen wie immer. Das Klima ist hier, im größeren Zusammenhang,nur ein weiterer beliebiger Rahmen, innerhalb dessen das stattfindet.
    https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Wie-viel-PR-steckt-in-Greta-Thunberg-article21203063.html

  • Eigentlich wollte ich keine Flugreise machen, aber dann habe ich jetzt doch eine Woche Yogaretreat in Marokko gebucht

    So etwas triggert mich wohl am meisten. Tausend Mal mehr als die Vollidioten hier, die denen das offen und ehrlich egal ist.

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