Moralität von Aktien

Moin Leute,

Joseph und ich machen irgendwann eine Episode über die Moralität von Aktien. Wir sammeln dabei Meinungen und Ansichten unterschiedlichster Art über die Moralität von Aktien. Sind die erlaubt? Ist man der kapitalistische Feind, wenn man die kauft? Kommt man in den Himmel, wenn man sich an einem Fond beteiligt? Darf man alle Aktien kaufen? Wenn nicht, warum nicht usw.

Alle Meinungen sind erwünscht!

Viele Grüße
Sascha

Kommentare

  • Ich bin schon recht lang mit Aktien in Kontakt.
    Im wesentlichen abstrahiert man ja den Prozess, jemandem Geld zu geben, der damit arbeitet und dich an dem Gewinn beteiligt.
    Ich denke dadurch dass der Handel hier ein gewisses Abstraktionslevel hat (klick online auf kaufen), drückt man mit Aktien mehr Leuten was in die Hand, als man es vermutlich von Angesicht zu Angesicht machen würde nach genauer Prüfung des Geschäftsplans.

    Grundsätzlich sollte natürlich jeder für sich entscheiden, ob er es ethisch findet in Tobacco, Waffen & Co zu investieren. Geühlt ist es nochmal ne andere Ansage ob man das mit Direktinvestment tut oder einem sowas mit einem breiten ETF reinrutscht.

    Ich hab mir vorgenommen, zukünftige Investments eher in den SRI (Social Responsible Investment) Bereich zu gehen (bin Aktientechnisch eig nur bei ETF). Da ist natürlich aber auch viel Spielraum, weil Moral sich schlecht standartisieren lässt.

    Spannend find ich dann auch den Crypto Teil, wo man im wesentlichen zumindest mit dem oft genutzten Proof-Of-Work eig nur Geld in die Erderwärmung Punkt, und der Mehrwert aktuell etwas fraglich ist. Ich hab auch BTC und ETH, letzterer geht jetzt Gottseidank in eine klimatechnisch bessere Richtung.
    Aber FOREX ist ja nochmal ein anderes Thema.

  • bearbeitet 27. Mai

    Folgende Überlegungen zu dem Thema:.

    Einzelaktien
    Warum verkauft ein Unternehmen Aktien?
    Hauptsächlich um Geld für neue Investition zu erhalten. Im Gegensatz zu einem Kredit bei einer Bank kriegt das Unternehmen dauerhaft das Geld.

    Meine Meinung: Die Banken können für meinen Geschmack gerne weniger Macht haben, wenn ich mir anschaue was Banken für eine Scheiße in der Vergangenheit veranstaltet haben. Also mehr Power to the people.

    Von wem kaufe ich die Aktien, bzw. wer kriegt am Ende das Geld (Vermittlungsgebühren unberücksichtigt)?
    1. Wenn die Aktien neu ausgegeben werden, kauft man direkt vom Unternehmen => Das Unternehmen kriegt das Geld.
    2. Wenn 1. Nicht eintritt wird die Aktie nicht vom Unternehmen, also dem Aktienbesitzer gekauft => das Geld fließt zu einer Privatperson, einem Fond/ Hedgefond Manager etc..

    _Meine Meinung: _Gute Anlagemöglichkeit für das eigene Geld. Die Unterstützung von Unternehmen wenn man von anderen Investoren kauft, ist meiner Meinung nach eher gering. Trotzdem kaufe ich persönlich keine fragwürdigen Einzelaktien wie z.B. Heckler und Koch oder Nestle. Bei Fonds verringert sich der Einfluss nochmal deutlich, da die sich die Investitionsgröße deutlich verringert. Wenn jemand warum auch immer seine Aktie loswerden will und ich Interesse an ihr habe, dann haben wir beide einen guten Deal gemacht.

    Welchen Einfluss hat mein Kauf einer Aktie auf den Aktienkurs wenn ich diese nicht direkt vom Unternehmen kaufe?
    Meine Meinung: Als Privatinvestor wahrscheinlich wenig bis gar keinen weil die Menge der Aktien viel zu gering ist

    Welchen Einfluss kann ich durch Stimmrechte bei Aktienversammlungen nehmen?
    Meine Meinung: Analog zu Einfluss auf den Aktienkurs wahrscheinlich wenig bis gar keinen weil die Menge der Aktien viel zu gering ist

    Was finde ich ansonsten gut bzw. nicht gut?
    Meine Meinung: Vom kurzfristigen Anlegen/ Zocken halte ich mich fern. Habe das mal in der Vergangenheit gemacht und es frisst viel Aufmerksamkeit und Zeit.
    Deswegen halte ich mich davon fern. Abgesehen davon, wird hier Geld generiert, ohne das eine wirklich Leistung/ Wert erbracht wird (abgesehen vom Handel). Deswegen finde ich neben dem Zocken den Hochfrequenzhandel (Aktie wird gekauft und teilweise wenige Sekunden später wieder verkauft um einen kleinen Gewinn zu erzielen, durch viele Trades und ein hohes Volumen lohnt sich das) auch Arbitrage-Handel nicht gut (ich kauf eine Aktie z.B. preiswert an einer Japanische Börse ein und verkaufe diese Aktie an einer Deutschen Börse zu einem höheren Preis, da die Aktien zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden)

  • "Vote with you wallet" - Wir sollten uns bewusst sein, in was wir investieren, wenn wir Aktien oder Fonds kaufen. Wenn ich es mir bequem machen möchte und in einen ETF investiere, dann muss ich damit leben, dass ich teilweise Unternehmen fördere, die ich ablehne. Ich muss halt wissen was ich tue bzw. welche Konsequenzen es hat - z.B., dass ich dann einen Fleck auf meinem sonst natürlich rein weißen Engelsgewand habe.

    Für mich ist noch die Frage interessant, ob durch meine Investition realer Wert geschöpft wird oder nicht. Wenn ich beim Schreiner einen geilen Tisch kaufe, dann steht meine Investition direkt im Zusammenhang mit einer Wertschöpfung (Tisch). Wie @TylerDurden in seinem letzten Absatz beschreibt wird beim Thema Aktien zum Teil Geld "erzeugt", ohne dass dafür irgendeine Leistung erbracht wird. Mit Geld spielt man nicht.

    Am Ende stellt sich mir auch beim Thema Aktion die Frage, ob die Welt besser oder schlechter wäre, wenn es alle so täten wie ich.

  • Wenn ich beim Schreiner einen geilen Tisch kaufe, dann steht meine Investition direkt im Zusammenhang mit einer Wertschöpfung (Tisch)

    Damit ein Tisch als Monetäre-Investition gelten kann, muss man Glück haben, oder ein sehr gutes Gespür für die Zukunft und den Tischmarkt. Generell verliert ein Tisch ja an Wert mit der Zeit, besonders wenn er aus Holz ist. Außer er ist irgendwann gesucht, da er für eine bestimmte Epoche oder Design steht bzw. irgendwie seine Liebhaber findet. Vermutlich ist "Tische kaufen" pauschal eher nicht als Monetäre-Investition anzusehen.

  • bearbeitet 30. Mai

    @Joseph_Bartz schrieb:

    Wenn ich beim Schreiner einen geilen Tisch kaufe, dann steht meine Investition direkt im Zusammenhang mit einer Wertschöpfung (Tisch)

    Damit ein Tisch als Monetäre-Investition gelten kann, muss man Glück haben, oder ein sehr gutes Gespür für die Zukunft und den Tischmarkt. Generell verliert ein Tisch ja an Wert mit der Zeit, besonders wenn er aus Holz ist. Außer er ist irgendwann gesucht, da er für eine bestimmte Epoche oder Design steht bzw. irgendwie seine Liebhaber findet. Vermutlich ist "Tische kaufen" pauschal eher nicht als Monetäre-Investition anzusehen.

    Wenn du einen Tisch produzierst und ich kaufe ihn dir ab, dann hast du Geld für die Produktion des Tisches bekommen.

    "Ich kaufe eine Aktie jetzt und verkaufe sie in ein paar Minuten/ Stunden für das doppelte". Dabei ist das Geld verdienen das einzige was dabei passiert.

    Allerdings stell ich mir auch die Frage, ob das kurzfristige Handeln überhaupt so schlimm ist. Der kurzfristige Aktionär/ Zocker sieht ja nicht von wem er die Aktie kauft. Also von anderen Zockern aber auch evtl. von mir, der gerade seine Aktie nach 10 Jahren Haltezeit verkaufen will um was auch immer zu kaufen. Vlt. kann man sogar so argumentieren, dass seine Leistung das befriedigen der Angebots-/ Nachfragesituation am Aktienmarkt ist.
    Wenn alle langfristig am Aktienmarkt investieren werde ich meine Aktien mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit los, da die Nachfrage geringer ist, da das Geld der Aktionäre in ihren langfristigen Investition gebunden ist.

  • Wenn du einen Tisch produzierst und ich kaufe ihn dir ab, dann hast du Geld für die Produktion des Tisches bekommen.

    Ich glaube wir müssen kurz Begriffe definieren:
    Monetäre-Investition = Geld für etwas geben/nutzen, mit der Intention am Ende mehr Geld rauszubekommen.

    Bei Wein oder Kunst oder Oldtimern kann das klappen, ist aber bereits riskant, Investieren in Tische klingt da doch sehr riskant für mich.

  • Ah okay, jetzt verstehe ich dich, @Joseph_Bartz. Ich meinte ganz simpel Investition = Kaufen und dachte dabei nicht an eine Geldanlage.

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