Why do we workout?

Why do we workout?
Das Thema im Titel kam in einem Cross-Fit Podcast mit Josh Bridges, Mat Fraser und Sevan Matossian auf (die Namen sind egal, haben alle eine enge Verknüpfung mit Cross Fit, dass reicht als Kontext).
Auf jeden Fall hat Sevan von einem Gespräch mit seinem 11-jährigen Neffen erzählt, bei dem er gefragt wurde „Why do we workout?“.
Seine Antwort war ein Crossfit Zitat „We workout, to stress our bodies, so our bodies adapt that we get stronger.”
Danach reden die drei noch weiter darüber, was Leute zum Sport bewegt.
Die körperliche Komponente ist ein großer Teil, was man aus dem Sport ziehen kann. Aber da gibt es ja noch weitere Aspekte wie z.B. das Mentale Game.

Sascha hat in diesem Video sinngemäß erwähnt „Ich habe alles mentale aus dem Sport gezogen, was ich aus dem Sport ziehen will.“

In der ersten Folge von „Fast barzt es“, hat Joseph von einem Kumpel erzählt. Der meinte nach ein paar Jahren Parcour „Bei mir hat sich durch das Training (im Alltag) nichts verändert. Kommentar von Joseph im Podcast „Die Erkenntnisse aus dem Training übertragen sich nicht von alleine“. Das ganze habe ich Sinngemäß wiedergegeben.

Ein Thema wie gemacht für einen Austausch in diesem Forum finde ich!
Was habt ihr aus dem Sport gezogen (gerne diverse Aspekte, der Mentale interessiert mich gerade besonders)?
Wenn ihr noch eine Brücke dazu im alltäglichen Leben schlagen könnt und Tipps habt wie man die Trainingserkentnisse ins Alltagsleben integriert, umso besser 😊.

Ich mache den Anfang.
Lektionen die ich gerade Lerne:

  • Leistungsgrenzen mit Vollgas im Moment auszutesten, anstatt mir vorher meine Leistungsgrenze im Kopf zu setzen (Das gilt insbesondere für Trainingseinheiten mit Muskelkater. Da habe ich schon öfters gedacht, du kannst da keine Leistung wegen deinem Muskelkater bringen, dann kam manchmal sogar ein PR)
  • Einfach trainieren, auch wenn ich gerade keinen Bock habe (wenn ich einmal Anfange, verfliegt das meistens ziemlich schnell)
  • Körperliche Leistungsfähigkeit möglichst gut ausbauen bis ich 35 bin (wenn ich im hohen Alter fit sein will, ist es einfacher wenn ich eine möglichst gute Basis habe)

Kommentare

  • bearbeitet 17. Mai

    Spannendes Thema. Du hast ja meine Challenge verfolgt: Für mich ist im Moment ebenso vor allem die mentale Komponente von Bedeutung.

    • Trainieren, wenn ich keine Lust habe
    • Trainieren, wenn ich Angst habe. Das mit den Leistungsgrenzen würde ich prinzipiell auch gerne mal austesten, aber soweit bin ich noch nicht ganz :D
    • Merken, dass ich nicht sterben muss, wenn ich körperlich aktiv bin
    • Lange trainieren, so 1 1/2 Stunden +, und dabei im flow zu sein. Das versuche ich auf alltägliche Dinge wie Lernen und Haushalt zu übertragen. Also ich möchte lernen, bei simplen Dingen einfach dran zu bleiben und dabei Spaß zu empfinden (bzw. zumindest nicht jede Sekunde kotzen zu wollen)
  • Sport ist für mich persönlich, das Werkzeug gewesen, wo ich am allermeisten heraus gezogen habe für mein Leben (mental) neben der Kälte, die ja irgendwo auch eine Art Sport ist.

    Schon beim Kampfsport damals lernte ich einfach diesen Biss. In der Zeit mit 16-17 Jahren fing das an, dass ich aufgehört habe Sport als etwas außerhalb meines Lebens zu sehen. Es wurde Teil meiner Identität. Das ist bis heute so, für mich ist Sport machen seltenst eine Last, etwas was man halt tut, weil es für gesund gilt oder es mein Ansehen oder was auch immer steigert. Ich bin Sport, der Mensch ist Bewegung, ohne sie ist er kein vollkommener Mensch. Wir müssen uns bewegen um zu leben.
    Ja ich definiere mich darüber, dabei geht es nicht um Nummern und Gewichte, dazu ist mein Interesse auch zu breit gefächert. Wenn ich mich sehe, sehe ich einen Mensch der sein Potenzial geistig und körperlich ausschöpfen will, die Grenzen des machbaren auslotet, dabei auch extrem diszipliniert sein kann.
    Und auch ich kenne diese Leere, die entsteht, wenn man etwas Großes erreicht hat, die Nummer als Sascha mich zu den 155kg im beugen geführt hat, was damals das 2,5fache des Körpergewichts war. Der Gedanke: "Und was jetzt?". Neu orientieren und weiter machen. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich wieder richtiges Krafttraining gemacht habe, also zielorientiertes. Da war dann das Ziel mal echt Masse aufzubauen.

    Was aber der Kern, dieser Ziele ist, ist einfach der Grenzgang des machbaren, das Ausloten. Für diese Ziele alles andere für eine Zeit zurückstellen und das Feuer spüren, die Motivation. Für etwas brennen, das innere Feuer nach außen tragen. Genau das hilft mir in allen anderen Situationen des Lebens, weil es einfach immer weiter geht, irgendwann steht man oben genießt den Blick über die Wipfel und Täler, spürt diesen Stolz, unbezahlbar. Hieraus ist auch der Gedanke in mir erwachsen, dass an diesem dämlichen Kalenderspruch: "Der Weg ist das Ziel" doch was dran ist. Rückblickend war es immer so, dass es der Weg zum Ziel war, der mich gelehrt hat nicht das Ziel selbst. Und noch heute ist es für mich immer schön ordentlich Gewicht auf meine Schultern zu laden um damit aufszustehen, eine Metapher dafür auch unter größter Last einfach aufzustehen, in die Knie zu gehen und wieder aufzustehen.
    Ich möchte nicht den leichten Weg gehen, sondern den ehrlichen. Das hat mich der Sport gelehrt und durch ihn bin ich zu dem Mensch geworden, der ich heute bin, er ist mein Werkzeug mein Inneres nach außen zu tragen, durch Leistung, durch Disziplin für hohe Ziele zu beißen.
    Und all die Dinge, die mir mal schwer fielen, werden zu etwas was man problemlos tun kann, es schafft Freiheit, ein hohes Gut.

  • Mir ist unklar, wie wir Erkenntnisse aus dem Training bewusst ins Alltagsleben integrieren können. Ich denke das liegt zum Teil daran, dass es einfach automatisch passiert. Der Sport macht etwas mit einem oder eben nicht. Nützlich kann dabei die Einstellung sein, mit der wir den Sport angehen (siehe Beitrag von @Pinocio). Aber ist es dann unsere Haltung, mit der wir Dinge tun, oder der Sport, der unsere Persönlichkeit schleift? Vermutlich beides.

    Aus eigener Erfahrung kann ich noch beitragen, dass Sport für mich das beste Antidepressiva ist. Damit meine ich nicht Dinge wie das oft zitierte "runners high", also nicht das aktute gute Gefühl zum Beispiel nach einem harten Workout. Mir ist mehrfach aufgefallen, dass sich meine Stimmung zunehmends verdüstert, wenn ich längere Zeit keinen Sport betreibe. Ab etwa 2 Wochen setzt das bei mir so deutlich ein, dass ich es feststelle. Zum Glück kommt das bei mir aber nur alle paar Jahre mal vor. Und seit mir das bewusst ist, schätze ich das kontinuierliche Training als unerlässlichen Teil des Lebens umso mehr.

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