Log: Massenmenschhaltung

bearbeitet 5. März in Projekt: ME-Improved

Seit dieser Woche habe ich mit Massenmenschhaltung angefangen. Das heißt, dass ich vier Vormittage der Woche diesem Projekt widmen werde.

Der Umfang des Buchs soll nicht allzu groß sein. Mein Vorhaben (ich bin noch zu unerfahren, um das exakt zu planen) sind ca. 40.000 Worte. Zum Vergleich: R&A hatte 113.000 Worte und wurde auf 100.000 runtergekürzt. Das ist für ein Sachbuch recht lang.

Alle Fragen zum diesem Buch werde ich hier beantworten.

Das Thema ist im Wesentlichen ein Teilaspekt von Moderne als Krankheit, den ich in einem einzelnen Buch hervorhebe. Die Gemeinsamkeit beider Bücher ist, dass beide auf Basis einer Metapher etwas zu beleuchten versuchen, was meines Erachtens noch als unverstandenes Unbehagen in den Köpfen der Menschen herumgeistert.

Der Arbeitstitel ist: Massenmenschhaltung. Eine industriellen Verfertigung des Konsumenten.

Selbstverständlich werde ich jeden mit echtem Namen (oder Kürzel, wenn Anonymität gewünscht ist) erwähnen, dessen Hinweis für etwas Interessantes ich verwende.

Vorläufiges Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Begriffsfindung (Über Massentierhaltung als Ausgangspunkt)
  3. Nachweis von Massenmenschhaltung
  4. Die Lebenswelt des in Massenhaltung befindlichen Menschen
  5. Die Suche nach ökologischer Menschhaltung

Im Wesentlichen:

  1. Was ist das?
  2. Gibt es das und wenn ja wo?
  3. Wie fühlt es sich an?
  4. Was machen wir damit?

Fragen, Antworten und interessante Aspekte

Kommentare

  • Einordnung von Massenmenschhaltung

    Vorbemerkung: Kopiert aus meinem Zettelkasten. Heute (2021-03-04-10:08) überarbeitet, den Zettel habe ich dagegen schon 2015 geschrieben.

    Die Basis

    In der Grundlegung geht es um metaphysische, religiöse und ethische Voraussetzungen. Beispiele für solche Themen wären:

    • Die Grundlegung der bedingungslosen Verantwortung (ethisch, religiös)
    • Archetypologie und neue Metaphysik

    Der Mittelbau

    Im Mittelbau geht es um eine Einordnung der Lebenswelt des Menschen. Während ich in der Basis eine Theorie über die Welt an sich entwerfe, geht es im Mittelbau um die menschliche Lebenswelt. Dabei kümmere ich mich nicht um die Einzigartigkeit von Menschen, außer in der Hinsicht, dass es sie gibt. Beispiele für solche Themen wären:

    • Die Kartographie des Lebenswandels wie in Reflexion und Analyse angefangen.
    • Beschreibungen der modernen Lebenswelt wie in Massenmenschhaltung veranschaulicht und in Moderne als Krankheit ausgeführt.

    Die Ausprägung

    In der Ausprägung arbeite ich an konkreten Methoden und Techniken. Beispiele wären:

    • Lebenswandel: Ernährung und Fasten als Anleitung zur Findung der individuell guten Ernährung.
    • Einfache und nachvollziehbare Methoden der Meditation und Entwicklung einer Sprache für die damit verbundenen Gefühle. (vgl. Privatsprache von Wittgenstein)
  • bearbeitet 5. März
    • Material zum Zusammenbruch der freiwilligen Fortpflanzung in moderner Kultur, insbesondere in Massenmenschhaltung (Städte) gesichtet und vorsortiert.
    • Gemeinsamkeit von MMA und MTA: Versorgungsengpässe
    • Gemeinsamkeit von MMA und MTA: Es werden weniger Arbeitsplätze benötigt (Massengehaltene Menschen werden stärker segregiert)
    • Gemeinsamkeit von MMA und MTA: Maßnahmen zur Vereinheitlichung von Verhalten und Deindividualisierung werden durch die Halter vorgenommen.
  • Erster Ausschnitt:

    Daher ist es für den Massenhalter sehr wichtig, das Verhalten von Tieren so zu beeinflussen, dass es vorhersehbar und damit planbar günstig für die Produktion von Gütern und Dienstleistungen ist. Der Optimalfall wäre, wenn die Tiere in gleichförmiger und gleichmütiger Lethargie fressen und schlafen würden, während sie sich gerade so viel bewegen, dass die Produktion von tierischen Gütern aus ihnen optimiert wird.

    >

    Dieses Optimum ist bei Massenmenschhaltung ebenfalls anzutreffen: Um die in Masse gehaltenen Menschen zu bestmöglichen Konsumenten zu formen, sollte angestrebt werden, dass ihr Verhalten möglichst gleichförmig und gleichmütig ist.

  • @Sascha schrieb:

    Dieses Optimum ist bei Massenmenschhaltung ebenfalls anzutreffen: Um die in Masse gehaltenen Menschen zu bestmöglichen Konsumenten zu formen, sollte angestrebt werden, dass ihr Verhalten möglichst gleichförmig und gleichmütig ist.

    Als Beispiel fällt mir ein wie wir mit unseren Standard-Gebärenden in Standard-Krankenhäusern umgehen. "Man wird entbunden" trifft es eigentlich sehr gut. Der Zeitrahmen welcher in den Leitlinien vorgeschrieben wird mach automatisch aus fast jeder Geburt eine interventionsbedürftige Geburt. Der Geburtsablauf ist auf maximale Zeiteffizienz und minimale Angriffsfläche für Klagen ausgelegt.

  • Ah. 100%ig. Danke Jessy. Damit bist du mindestens in der Fußnote als Inspiration für einen Abschnitt.

    • Klassiker in der Forschung an Wölfen in Gefangenschaft vs Freiheit zeigen wie unterschiedliche Sätze von Sozialverhalten in unterschiedlichen Situationen zur Anwendung kommen: Wir Menschen werden in Masse gehalten, was zu einer Verschiebung von Verhaltensweisen führt.
    • Ein bestimmter Ansatz von Politik kann als Abwehrreaktion verstanden werden. Allerdings sind alle politischen Lösungen bisher grundlegenden falsch.
    • Einsatz von Mastmitteln in Menschenernährung.
    • Allmähliche Abgrenzung von "Haltern" und "Nutzmenschen". Beispiel: Social Media Produzenten schützen sich und ihre Familie, je mehr sie dies Nutzen.
    • Menschenbilder als Reaktion auf in Masse gehalten werden. Die überwiegende Mehrheit der Positionen der neuen Linken basiert auf einer Annahme der Massenhaltung.
  • Es gibt eine große Nähe zu einem Buch, das den einfachen Arbeitstitel "Das Böse" trägt. Die Verbindung ist dort, wo ich die Begriffe Halter, Gehaltener und Gehaltenes festhalte.

    Das Problem des Gehaltenen ist eng verwandt mit dem Problem der Sklavenmoral. Die Beziehung zwischen Halter und Gehaltenem verläuft dort, wo Nietzsche die Grenze zwischen Herren- und Sklavenmoral zieht.

    Eine Form bösen Verhaltens ist eng damit verwoben, Menschen zu versachlichen. Menschen zu versachlichen ist nicht zwangsläufig böse und vielfach sogar nötig, um bestimmte förderliche Dinge zu machen. Die Versachlichung ist beispielsweise eine Kompetenz, die man als Therapeut haben muss, weil man sich in einem ständigen Tanz von Empathie und Objektivität findet. Daher der Begriff des Gehaltenen mit bestimmten Denkensweisen und Funktionen des Gehirns verbunden.

    Folgende Texte sind an dieser Stelle wegweisend:

    1. Nietzsche - Zur Genealogie der Moral
    2. Zimbardo - The Lucifer Effect

    Des Weiteren sind natürlich auch Klassiker relevant wie das Milgram-Experiment.

    Über die Grundlagen von Versachlichung und Empathie informiert McGilchrists The Master and his Emissary.

  • bearbeitet 1. April

    Ich merke, dass meine Laune sichtlich darunter leidet, mich mit diesem Thema zu befassen. Dazu kommt meine aktuelle Situation mit dem Hund, dem entweder fahrlässig oder absichtlich unethischen Verhalten des Tierschutzes (vielleicht auch einfach Unfähigkeit).

    Es gibt eine erstaunliche Parallele: Ich habe meinen Traum von einem eigenen Hund realisieren wollen und gegen mein instinktives Misstrauen (eines meiner persönlichen Themen) gearbeitet (und dem Tierschutz vertraut). Dieses Böse erwachen (was für ein Klischee..) ist nichts weiter als eine Enttäuschung im wahrsten Sinne des Wortes. Ich muss nun evaluieren, was ich falsch gemacht habe, ob und wann ich naiv war, was außerhalb meines Vermögens lag und was ich demnächst anders mache.

    Dieses Buch erfordert, dass ich mich im wahrsten Sinne des Wortes weiter enttäusche. Ich habe an und für sich kein gutes Menschenbild. Doch sich so intensiv damit zu beschäftigen, was Menschen mit anderen Menschen tatsächlich und andauernd mit sich gegenseitig machen, legt mir Steine in meinen persönlichen Weg. Aber naja. Auch das geht vorbei.

  • Hierzu ein Zitat von Hermann Hesse [aus einem Tagebuch des Jahres 1920, letzte Fassung 1960, zusammengestellt von Volker Michels]:

    "Meistens sind die schlimmen und dummen Perioden mir nacher besser bekommen als die vernünftigen und scheinbar gedeihlichen.
    Ich muß Geduld haben, nicht Vernunft. Ich muß die Wurzeln tiefer treiben, nicht an den Ästen rütteln."

    Viele Grüße vom Namensvetter

  • Danke, danke. Eigentlich bin ich Hess Meinung. Aber ich habe eine große Schwäche. Ich hasse es, wenn Menschen einfach über das Leben anderer Menschen verfügen. Deswegen bin ich auch so ein Verfechter von minimaler Regierung: Da entscheiden Bürokraten darüber, was die Menschen mit ihrer Zeit und ihrem Geld machen müssen.

    In dieser Situation gibt es eigentlich nichts zu lernen und die Welt wird nicht besser. Weil ich ein Problem habe, mich als Opfer zu sehen, kreisen meine Gedanken ständig darum, wie ich die Offensive ins andere Feld tragen kann. Die Situation ist vielleicht vergleichbar mit jemanden der seine Drogensucht überwunden hat und dann wieder Drogen nimmt (oder sie ihm untergeschoben werden), nur um sich zu beweisen, dass er auch wirklich die Sucht überwunden hat.

    Meine schlechte Laune durch das Buch ist ein Preis, den ich gerne bezahle. Schließlich glaube ich daran, dass das Buch etwas Positives in der Welt hervorbringen wird. Aber wenn jemand anderes durch Täuschung darüber bestimmen will, was ich in Kauf nehmen muss, hört es bei mir auf.

  • Mir ist noch was zum Begriff Massenmenschhaltung eingefallen.

    Ich habe mal ein KZ besucht. Und wenn ich Radfahre, komme ich an Anlagen der Massentierhaltung vorbei. Die sehen fast gleich aus. Massentierhaltung und Holocaust in KZs haben nahezu identische örtliche Gegebenheiten: Lange niedrigen Baracken/Ställe, Schlachtkammern/Gaskammern, Brennöfen/Krematorien, Stacheldrahtzäune + Sicherheitsvorkehrungen (aus zwei diametralen Gründen, aber die Örtlichkeit sieht trotzdem gleich aus), Gestank usw.

    Ich meine auch, dass Antony Beevor in der Der Zweite Weltkrieg die Ähnlichkeit zwischen Auschwitz und Massentierhaltung darlegt und darauf hinweist, dass die Massentierhaltung vom Holocaust inspiriert sei. Aber irgendwie finde ich die Stelle nicht mehr. Jetzt bin ich unsicher, ob ich das falsch erinnere und ob das vegane Propaganda war.

    Wie auch immer, die Ähnlichkeit bleibt bestehen. Nun ist Massenmenschhaltung sicherlich nicht in diesem wortwörtlichen Sinne gemeint, aber es schadet nicht, sich daran zu erinnern, dass er auch mal wortwörtliche Realität war, und teilweise heute noch ist.

  • Nun ist Massenmenschhaltung sicherlich nicht in diesem wortwörtlichen Sinne gemeint, aber es schadet nicht, sich daran zu erinnern, dass er auch mal wortwörtliche Realität war, und teilweise heute noch ist.

    Oh, doch. Weil das Endziel der KZs die Tötung ist, gibt es einige offensichtlichere Gemeinsamkeiten mit Massentierhaltung. Aber das Endziel der aktuellen Massenmenschhaltung ist ja nicht die Tötung, sondern das Melken (als Konsument). Und weil das aktuelle Regime nicht so autoritär agiert wie die Nazis, sind die Maßnahmen nicht so drakonisch.

    Sieht man sich aber Plattenbauten an, die seelenlosen Bürokraten in Politik und andere größeren Organisationen, die Unfähigkeit Menschen als Gruppe und nicht als Masse zu behandeln (daher sind die politischen Maßnahmen gegen die momentane Hysterie auch so bizarr. Sie ergeben allerdings viel Sinn, wenn relativ unfähige und übeforderte Menschen versuchen Massen zu kontrollieren), der Gestank in der Stadt, die Pflegebatterien (Altenheime, in denen die Pfleger entweder verzweifeln oder resignieren, weil sie zu Haltern und die Alten zu Vieh gemacht werden) wird einem recht zügig klar, dass man von Massenmenschhaltung in einem wortwörtlichen Sinne reden kann.

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