Finanzielle Freiheit

  • Wer von euch ist auf dem Weg zur finanziellen Freiheit oder hat sie bereits erlangt?

  • Welche Quellen habt ihr genutzt, um euch eure finanzielle Bildung anzueignen?

  • Welche Quellen könnt ihr empfehlen; welche nicht?

Ich freue mich über Input jeglicher Art.

Kommentare

  • Witzig, tatsächlich beschäftigen mein Mann und ich uns damit seit diesem Monat intensiv.
    letzten Sommer hat mich mein bester Freund mit dem Wort "Frugalist" betitelt (ich dachte erst, er weiß doch dass ich nicht nur Früchte esse)

    kurzer Hintergrund: ich lebe schon immer sparsam/genügsam. das hat seinen Ursprung wahrscheinlich darin, dass ich mich seit meinem 13 Lebensjahr großteils selbst finanziert habe durch diverse Jobs und seit meinem 17. komplett selbst und ich jeden Euro als Arbeitszeit/Lebenszeit wahrgenommen habe.

    Unser finanzielle Freiheit-Kurzzeitprojekt (damals noch ohne finanzielle Bildung, ich kannte nur sparen) läuft seit einem Jahr:
    seit dem Zeitpunkt werden wir beide von außen finanziert. wir haben beide Stipendien bekommen. und legen davon alles zur Seite was geht um davon mindestens 18 Monate leben zu können, wenn das Baby geboren wird. (mit jedem Monat den es länger dauert könnten wir 3 Monate länger davon leben)

    Die Bildung kam dann wie gesagt im Sommer dazu, als mein bester Freund mir das Hörbuch "Rente mit 40" geschickt hat.
    ich weiß nicht ob ich das Buch empfehlen kann. Für mich persönlich war es mehr eine Bestätigung in dem wie ich eh denke plus Freunde darüber dass auch andere Menschen so denken.
    neu waren für mich die Schlagwörter: Aktien, Börse, ETFs, Lifestyleinflation
    und das langfristige denken.
    Lifestyleinflation, also seine Ausgaben den höheren Einnahmen anpassen, ist genau dass was einem aus dem Umfeld eingeredet wird, ich es aber nicht verstanden habe warum ich das tun sollte, wenn ich doch zufrieden bin.

    Nach dem Studium wird ein gewisse Summe übrig bleiben. Ursprünglich dachten wir davon eine Wohnung zu kaufen in der wir dann leben, aber jetzt beschäftigen wir uns auch mit dem investieren in ETFs.
    Rechnungen die ich mit 4% Rendite gemacht habe behaupten wir wären dann 7 Jahre nach dem Studium finanziell frei.
    Wobei wir nie nicht arbeiten wollen, wir dann aber arbeiten können was wir für sinnvoll erachten.

    Da das Thema sehr komplex für uns ist und wir keinen Überblick hatten, haben wir die Videos zu dem Thema vom Youtube-Kanal "Finanzfluss" gebingewatcht. einmal im Sommer und nochmal die letzte Woche.
    wenn man kein Plan hat kann ich das sehr empfehlen. hat geholfen einen Überblick zu bekommen und die Angst vor dem Thema abzubauen.
    Dann habe ich noch auf dem Blog von Oliver ( https://frugalisten.de ) gestöbert, weil er Artikel zu meiner Frage "wie mache ich dass dann mal mit der Krankenkasse?" hatte.

    Der aktuelle Plan sieht vor: wenn ich meine Steuererklärung für 2020 fertig habe, eröffne ich ein Depot bei der comdirekt (achtung die nimmt uU Gebüren seit neustem) und lege einen monatlichen 50 Euro Sparplan mit 2-4 ETFs an.
    (ich würde gerne mehrere 100 Euro einstellen, aber wir dürfen kein Vermögen über 10000 Euro anhäufen aus Sicht der Stiftungen. Das ist für sich ein Diskussionswürdigens Thema: was soll man tun wenn man zu sparsam lebt? darf man nicht freiwillig in einer sehr kleinen Wohnung und ohne neue Kleidung/Konsumgüter leben?)

    wenn der Sparplan läuft, werde ich mich weiter einlesen. dafür auch immer gern her mit euren Quellen.

    Wie kommst du @Johannes denn auf dieses Thema? ganz neu oder schon länger am überlegen/umsetzten?

  • Mich interessiert das Thema auch, wobei ich mich so richtig damit noch nicht beschäftigt habe.

    Bei mir ist es so, dass ich eigentlich schon immer ganz gut mit Geld umgehen konnte und auch sparsam lebe ohne das ich das jetzt ganz bewusst so gemacht hätte. Habe einfach diesen Gedanken, dass ich nur das kaufen kann was ich mir auch wirklich leisten kann. Habe auch immer schon Geld zur Seite gelegt, daher habe ich auch keinen Kredit gehabt bis vor 2 Jahren:
    Auto habe ich mir eben ein "günstiges" gekauft, Fernseh habe ich keinen, Handy habe ich die alten von Freunden und Bekannten genommen, Fleisch kaufe ich in großen Mengen direkt beim Erzeuger, Gemüse kaufe ich saisonal, Kartoffeln baue ich mittlerweile fast den Jahresbedarf selbst an (habe aktuell noch ca. 10kg im Keller), habe 6 Hühner und damit eigene Eier (2-6/Tag). Ich gehe nicht großartig shoppen, trage auch gebrauchte Klamotten, kaufe selten neue. Das sind ja lauter so Kleinigkeiten, die wenn man sich das genauer anschaut und darüber nachdenkt ganz schön viel ausmachen.
    Beruflich habe ich eine Standardausbildung im Handwerk gemacht nach der Realschule und arbeite jetzt ganz "normal" im Büro mit einem normalen Gehalt.

    Seit 2 Jahren bin ich Hausbesitzer (80qm) mit einem großen Garten (>3000qm) im sehr ländlichen Raum. Oft hat man Angst vor diesem Schritt, aber aktuell ist Grundbesitz doch super. Das Haus habe ich bis auf die Heizung selbst renoviert. Freunde haben geholfen. Der Wert ist jetzt gestiegen und übertrifft meinen Kreditwert um ca. 90.000€ ( ob ich die kriegen würde sei mal dahingestellt), auf jeden Fall brauche ich keine Angst haben, dass wenn ich mal die Tilgung nicht leisten kann arm werde, dann verkaufe ich einfach das Haus und bin Schuldenfrei.

    Mein langfristiges Ziel ist allerdings weniger im Büro zu arbeiten und mehr im Garten sein zu können. Aktuell scheint mir das etwas weit entfernt. Es sollte aber vielleicht die Möglichkeit bestehen, Nebenberuflich etwas tun zu können, wo ich mein Hobby mit Geld verdienen verknüpfen kann.
    Ich bin gespannt was hier so kommt. Welche Möglichkeiten es gibt.

  • Find das Thema auch iteressant, war schon immer ein Knauser und Aktien mochte ich vom Prinzip her. Hab schon von Kind an ein kleines Depot von meinen Eltern aus, wo monatlich ein paar Euro reingeflossen sind. Das hab ich jetzt mit Arbeitsbeginn vor 2.5 Jahren angefangen auszubauen mit monatlichem Sparplan ~50-60% des Gehalts, hab noch ein wenig Krypto mit dabei und es läuft in der Zeit alles ziemlich Sahne. Betriebliche Altersvorsorge ist mit 50€/Monat auch noch dabei, aber die tracke ich nicht wirklich mit.
    In der Theorie war ich die letzten beiden Jahre vor Steuern schon "finanziell frei", aber hab auch noch nix an Kindern und eben nur sparsame Hobbies, aber das letztere sollte eigentlich auch so bleiben. Irgendwie ist viel was Geld kostet im Ende doch eher fraglich. ich spare nicht beim Essen, aber bspw gehen wir selten in Restaurants. Wir fahren wenig Auto, für einen Urlaub hab ich noch nie mehr als 400€/Woche ausgegeben. Wohnen in einer recht preiswerten Mietwohnung, hab keine größeren Versicherungen außer BUV, aber die ist für Softwareentwickler nicht so teuer...

    Hören tu ich gern mal den Finanzrocker/Finanzwesir. Lieblingstool: Portfolio Performance.

  • Wer von euch ist auf dem Weg zur finanziellen Freiheit oder hat sie bereits erlangt?

    Schon ziemlich von Anfang an ein Thema für mich.

    Welche Quellen habt ihr genutzt, um euch eure finanzielle Bildung anzueignen?

    • Die populären Amerikaner wie Chris Guillebeau mit "The $100 Startup"
    • Die üblichen Ratgeber wie "Investieren statt Sparen" von Max Otte
    • Die guten Bücher wie "The Intelligent Investor" von Benjamin Graham
    • Fachliteratur über BWL und VWL.
    • Praxis (ein eigenes Portfolio zu haben, sensibilisert sehr viel mehr als nur zu Labern)

    Welche Quellen könnt ihr empfehlen; welche nicht?

    Es kommt darauf an, was man vorhat.

    1. Auf seiner Zeit das meiste Geld holen: The $100 Startup
    2. Ein Unternehmen aufbauen: Da kann ich nix konkretes empfehlen, weil ich dazu einfach viel Fachliteratur gelesen habe (und weitgehend ignoriere) und kein einzelnes Buch hervorsticht.
    3. Sich an anderen Unternehmen beteiligen: Die Bücher von Max Otte und Benjamin Graham sind schon mal gut für das grundlegende Verständnis. Rich Dad, Poor Dad ist kurzweilig und zeigt einfach die Denkensweise auf.

    Die Frage ist eben, was man bereit ist zu tun. Wenn man sagt, dass man sich nicht wirklich damit befassen will, darf man sich nicht darüber beschweren, dass andere wohlhabend sind und man selbst nicht. Das wäre in etwa so, als würde sich ein Jäger darüber beschweren, dass er Hunger hat, aber gleichzeitig nicht bereit ist, etwas über die Lebensgewohnheiten der Tiere zu lernen. Die Wirtschaft zu kennen ist heutzutage Allgemeinbildungsbestandteil. Allgemeinbildung ist hier gemeint als wissensbasierte Kompetenz, um souveräner und mündiger Teilnehmer zu sein (alle Unmündigkeit ist selbstverschuldet).

    Der 3. Weg ist imho etwas, was grundsätzlich jeder Mensch machen sollte.

  • Ahja Gerd Kommer - "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" ist noch eine Empfehlung.

  • @RichardDieSau schrieb:
    Ahja Gerd Kommer - "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" ist noch eine Empfehlung.

    Da gibt es auch auf dem Kanal von Finanzfluss ein paar Videos.
    Sein Ansatz das ganze eher passiv (= einmal schlau machen + anschieben und danach ab und zu alles kontrollieren und anpassen) zu gestalten fand ich wegen der Zeiteffizienz gut.

  • Ich würde mir keine ETFs holen. Diversifikation sollte man meiner Meinung nach händisch vornehmen. Ansonsten ist es einfach nur eine Ausdünnung. Emerging Markets wäre eine der Ausnahmen, weil man an manche ausländische Titel nur schwer rankommt.

  • Ich hole mir nur ETFs (will nur ein bisschen die Wucht aus Saschas Beitrag nehmen). Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Warum:
    Blockiert sehr wenig geistige Kapazität.

  • @Joseph_Bartz schrieb:
    Ich hole mir nur ETFs (will nur ein bisschen die Wucht aus Saschas Beitrag nehmen). Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Warum:
    Blockiert sehr wenig geistige Kapazität.

    Ist aus meiner Sicht auch der größte Vorteil von ETFs.
    Wenn es um maximalen Ertrag geht würde ich mir auch keine Etfs holen, sondern wie Sascha schon sagte eher Einzelaktien holen.

  • @Joseph_Bartz schrieb:
    Ich hole mir nur ETFs (will nur ein bisschen die Wucht aus Saschas Beitrag nehmen). Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Warum:
    Blockiert sehr wenig geistige Kapazität.

    Nene. Mein Beitrag verdient seine Wucht. :smile:

    Es ist außerdem eine hervorragende Möglichkeit, das Verständnis der Welt zu schärfen, was wiederum sowohl für ethische Urteile immens wichtig ist (man kann keine ethischen Urteile fällen, wenn man die zu Grunde liegende Realität nicht fällt. Dann sind es allenfalls Gefühle), aber auch eine klare Orientierung für die Welt bietet, in wir aktuell leben.

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