Wie sieht euer Kältetraining aus?

Diese Diskussion wurde aus Kommentaren zusammengefügt von: Kältetonne.

Kommentare

  • Wie häufig trainiert ihr eigentlich und auf welche Art(kalt Duschen, Kältespaziergang, Kältetonne, baden im See/Fluss/Bach)?

  • Aktuell setze ich mich Montags - Samstags jeden Abend in meine Regentonne auf dem Balkon.

  • Bei mir geht es erst wieder MItte November los (ich hoffe mal Corona macht da keinen Strich durch die Rechnung) mit einer Unisportgruppe 1x die Woche in den Badesee. Meist 30min WarmUp und dann individuell 2-10min je nach Äußeren Bedingungen im kühlen Nass schwimmen.

  • Bei mir geht es demnächst los. Ich gehe nach Gutdünken 3-5x/Woche in die Tonne. Wenn ich Mitte Ende Januar angepasst bin, gehe ich bei 0°C für ca. 15-25min in die Tonne, gehe aber grundsätzlich raus, bevor ich anfange zu zittern.

  • bearbeitet 19. Oktober

    Diese Saison beginne ich so, dass ich nach jedem Training in die Regentonne gehe. Das bedeutet i. d. R. von Mo bis Sa.
    Das mache ich seit 14 Tagen.
    Zum Beginn der Tonnensaison und bei den aktuellen Wassertemperaturen zwischen 7 und 11 Grad blieb ich zwischen 12 und 20 Minuten in der Tonne. Je nach Gefühl. In den ersten 2-3 Tagen war ich immer nur 5-6 Minuten drin um wieder reinzukommen und die Reaktion meines Körpers abzuwarten.

    Immer setze ich mir vor dem Baden in der Tonne eine zeitliche Obergrenze für die anstehende Session.

    Ich höre, um den richtigen Zeitpunkt zum Aussteigen zu erkennen, auf mein Gefühl für dessen Entwicklung ich den letzten Jahren Lehrgeld zahlen musste. Dafür klappt das jetzt ganz gut.

    Wie ich es fortsetze wenn es richtig kalt wird, lasse ich noch offen.
    Meine Erfahrungen der letzten Jahre zeigen dass die mentale Hürde deutlich größer wird, wenn man täglich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in die Tonne geht.
    Insbesondere wenn man sich dann auch noch relativ lange darin aufhält und noch auf andere Weise Kälte ausgesetzt ist.

    Ggf. werde ich auf drei mal die Woche runtergehen.

    Ebenso habe ich vor damit zu experimentieren wie es ist vor dem Training in die Tonne zu gehen.

    Ansonsten dusche ich außer 1 mal in der Woche immer nur kalt (das ganze Jahr über)
    Dabei dehne ich das Duschen aber nur selten aus um ein Kältetraining daraus zu machen. Ich dusche meistens einfach und fertig.

    Für Spaziergänge oder Sport bin ich draußen immer in kurzer Hose unterwegs.

    Kumuliert ist das im Herbst und Winter genug Kälte für mich.

  • Was ist eigentlich eure Erfahrung zum Thema still in der Tonne vs aktiv im Wasser? Man baut ja meist ein kleines Wärmepolster auf wenn man sitzt und das Wasser nicht strömt, merkt ihr dass das einen deutlichen Unterschied macht zu Fließgewässern/Bewegung? Ich merke meist dass gegen Ende hin es schon deutlich belastender ist sich zu Bewegen, bei uns die Kursteilnehmer sind auch oft geteilt in beide Strategien, interessantwerweise ist die Verweilzeit aber meist recht ähnlich (Theorie 1: Gruppenzwang, Theorie 2: Angepasste Bewegen sich aktiver und erschöpfen sich so schneller)

  • bearbeitet 19. Oktober

    Interessante Frage.

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass mir das still in der Tonne sitzen viel leichter fällt als in fließendem Gewässer zu sein.
    Mit fällt es auch schwerer 10 Minuten kalt zu duschen als 10 Minuten in der Tonne zu sitzen. Dennoch wird mein Körper in der Tonne mehr gefordert. Das merke ich aber erst anschließend

    Was du als Wärmepolster bezeichnest kann ich bestätigen.

    Natürlich ist das nicht wirklich warm, aber
    tatsächlich sitze ich in der Tonne nach 1-2 Minuten sehr entspannt ohne unangenehme Kälte zu empfinden.

  • bearbeitet 21. Oktober

    Wie ich lese, nutzen, bis auf @Daily_Grind, alle hier intensive Formen des Kältetrainings. Ich gehe regelmäßig in kurzen Sachen spazieren, habe allerdings für etwas längere Zeit nicht kalt geduscht. Draußen war ich die letzte Zeit ca 1,5h lang. Dabei hatte ich das Gefühl, ewig so weitermachen zu können. Als ich dann letztens doch wieder kalt duschte, habe ich nach kurzer Zeit angefangen zu zittern. Ende des Sommers hatte ich keine Probleme beim kalten Duschen bekommen. Die Wassertemperatur ist evtl. etwas gesunken, ich denke aber eher, dass sich meine Toleranz gegenüber Kälte verschlechtert hat. Die Kältespaziergänge sind also anscheinend noch nicht mal mit kaltem Duschen zu vergleichen, obwohl ich auch bei niedrigen Temperaturen draußen war, bei welchen meine Hände leicht geschmerzt haben.

    Nun hat @RichardDieSau in einem anderen Thread sinngemäß geschrieben, dass es ihm unnatürlich vorkam, sich einem so starken Kältereiz auszusetzen. Das ist natürlich richtig, genauso wie damals keine Sau Sport getrieben hat. Jetzt habe ich mich gefragt, ob ausschließlich intensive Kältetrainingseinheiten genauso wie auschließlich intensive Kraft-/Ausdauerrainingseinheiten nicht ausreichend sind. Es ist ja bekannt, dass lange inaktive Phasen schlecht für die Gesundheit sind. Soll heißen, lieber regelmäßige lange Kältespaziergänge und ab und an in die Kältetonne/den See/den Fluss, als täglich ein intensives Kältetraining zu absolvieren und die restliche Zeit dann doch im warmen zu verbringen. Habt ihr dazu eine Meinung bzw. gibt es dazu wissenschaftliche Erkenntnisse?

  • @Alex schrieb:
    Wie ich lese, nutzen, bis auf @Daily_Grind, alle hier intensive Formen des Kältetrainings.

    Bis auf mich nutzen alle hier intensive Formen des Kältetrainings?
    Darf ich fragen wie dieser Eindruck entstanden ist?

    Ich sitze seit ca. 2 Wochen 5-6 mal/Woche bis zu 20 Minuten in die Tonne. Bereits jetzt ist das Wasser teilweise auf 7 Grad abgekühlt. Und das ist erst der Anfang.
    Ich ziehe die Tonne den gesamten Winter über durch.

    Ich mache Spaziergänge und Sport mit kurzen Hosen unabhängig von den Außentemperaturen.

    Ich empfinde das durchaus als intensives Kältetraining.

  • @Alex schrieb:
    Wie ich lese, nutzen, bis auf @Daily_Grind, alle hier intensive Formen des Kältetrainings. Ich gehe regelmäßig in kurzen Sachen spazieren, habe allerdings für etwas längere Zeit nicht kalt geduscht. Draußen war ich die letzte Zeit ca 1,5h lang. Dabei hatte ich das Gefühl, ewig so weitermachen zu können. Als ich dann letztens doch wieder kalt duschte, habe ich nach kurzer Zeit angefangen zu zittern. Ende des Sommers hatte ich keine Probleme beim kalten Duschen bekommen. Die Wassertemperatur ist evtl. etwas gesunken, ich denke aber eher, dass sich meine Toleranz gegenüber Kälte verschlechtert hat. Die Kältespaziergänge sind also anscheinend noch nicht mal mit kaltem Duschen zu vergleichen, obwohl ich auch bei niedrigen Temperaturen draußen war, bei welchen meine Hände leicht geschmerzt haben.

    Gefühlt ist es bei mir so, dass intensives Kältetraining (Tonne, See) eine starke mentale Komponente hat. Heißt man erträgt die Kälte besser, das heißt nicht, dass ich nicht mehr friere, sondern nur, dass ich anders damit umgehe. Heißt ich bekomme beim leicht bekleidetem draußen sein schon Gänsehaut oder die Kälte zieht mir ins Mark, aber ich kann es deutlich länger "ignorieren".
    Ich dusche fast ausschließlich kalt, im Sommer ist das sehr einfach, da es sogar eher gut tut als irgendwie unangenehm zu sein. Im Herbst und Winter fällt es mir schon schwer und dieser Punkt der Überwindung geht ehrlicherweise auch nie ganz weg. Ich mache es halt, das ist für mich schon Training um auch unangenehme Dinge zu tun.

    Du könntest bei deiner Situation beobachten, ob es am Wetter liegt. Mir fällt das ganz stark auf wie viel Wetter und Umgebung ausmachen, wenn es um Kältetoleranz geht. An einem sonnigen Tag, wo es eiskalt ist halte ich merklich länger in der Kälte aus als an einem regnerisch-milden Tag.
    Beim wandern an der Blau, in der Nähe der Quelle bin ich dort ins Wasser gestiegen, es war ein kalter, diesiger Tag, ab und zu schien aber die Sonne durch das Gewölk und die Umgebung ist sehr schön und es fiel mir relativ leicht dort im Wasser zu bleiben, obwohl es wirklich eisekalt war und eben auch ein Fließgewässer ist.
    Als ich noch keine Tonne hatte, war ich meist in der Badewanne und obwohl das Wasser wärmer war als in der Tonne dann, fiel mir das verweilen viel schwerer, es ist halt was anderes auf Weinberge von Wald umsäumt zu schauen als auf weiße Kacheln.
    Allgemein scheint es in "natürlicher" Umgebung, mit Frischluft leichter zu sein.
    Das beantwortet jetzt zwar nicht deine Frage, aber vielleicht kommst du dadurch zu einer Antwort.

    Nun hat @RichardDieSau in einem anderen Thread sinngemäß geschrieben, dass es ihm unnatürlich vorkam, sich einem so starken Kältereiz auszusetzen. Das ist natürlich richtig, genauso wie damals keine Sau Sport getrieben hat. Jetzt habe ich mich gefragt, ob ausschließlich intensive Kältetrainingseinheiten genauso wie auschließlich intensive Kraft-/Ausdauerrainingseinheiten nicht ausreichend sind. Es ist ja bekannt, dass lange inaktive Phasen schlecht für die Gesundheit sind. Soll heißen, lieber regelmäßige lange Kältespaziergänge und ab und an in die Kältetonne/den See/den Fluss, als täglich ein intensives Kältetraining zu absolvieren und die restliche Zeit dann doch im warmen zu verbringen. Habt ihr dazu eine Meinung bzw. gibt es dazu wissenschaftliche Erkenntnisse?

    Mache auch beides, wenn ich Sport mache draußen, trage ich immer kurze Hose und T-Shirt, beim Arbeiten im Garten trage ich T-Shirt, duschen tue ich nahezu ausschließlich kalt, und ich gehe zwischen 2-5mal die Woche in die Tonne. Gefühlt tut mir das besser, als strikt jeden Tag morgens in die Tonne zu gehen.
    Ich genieße es auch lange draußen in der Kälte zu sein, bis die Kälte den ganzen Körper einnimmt, danach setze ich mich vor den Kamin, das hat irgendwie etwas archaisches. Ich mag das sehr.

  • @Daily_Grind Da habe ich beim Umformulieren ein wichtiges Wort gelöscht. Ich wollte schreiben, dass du der Einzige bist, der nicht ausschließlich intensive Formen des Kältetrainings nutzt.

    @Pinocio Interessanter Gedanke. Bzgl der Witterungsbedingungen denke ich, dass es an der höheren Luftfeuchtigkeit liegt, also physikalische Gründe für die unterschiedliche Intensität gibt. Vgl bzgl natürlicher und unnatürlicher Umgebung kann ich nicht machen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass da etwas dran ist, wegen der von dir angesprochenen mentalen Komponente. Wobei ich in meinem Fall die Intensität des kalten Duschens anders wahrgenommen habe, es also nicht auf unterschiedliche Umgebungen geschoben werden kann.

  • bearbeitet 22. Oktober

    @Alex Ah, ok. Kein Problem :D

    Zu deiner Frage kann ich dir auch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse liefern, aber meine persönliche Erfahrung.

    Ich betreibe durchaus auch nicht-intensive Formen des Kältetrainings.

    Das ganze Jahr über:

    • Überwiegend kalt duschen (meist nur Duschen, ab und zu stehe ich einige Minuten unter der Dusche stehen, um zu trainieren)
    • Ebenso bin ich im Alltag meist nur mit kurzer Hose und T-Shirt unterwegs.
      Beides halte ich in Frühling und Sommer für nicht intensiv.

    Diese beiden Maßnahmen über den Frühling und Sommer führen dazu, dass ich eine gute Kälteanpassung "halten" kann.
    Ich kann mich ohne Probleme nach ein paar Tagen Eingewöhnung (Eingewöhnung nur zur Vorsicht, nicht weil ich denke, dass es nicht auch ohne Eingewöhnung ginge) für 20 Minuten in ein 5-7 Grad kaltes Bad setzen ohne während dessen oder danach zu zittern.

    Ebenso kann ich minus-Temperaturen im Winter im T-Shirt ertragen. Allerdings finden schon kalte Bäder in der Übergangszeit statt, bis es zu Minustemperaturn draußen kommt.
    Wie bei @Pinocio ist es bei mir so, dass das nicht bedeutet, dass mir dabei nicht kalt ist.
    Aber ich kann es ertragen.

    Kälteanpassung "Halten" bedeutet aber, dass ich im Winter davor intensive Formen von Kältetraining angewendet habe.

    Ich glaube zudem, dass vieles Kopfsache ist. Wenn ich nicht daran glaube, dass ich ne Stunde im T-Shirt im Winter spazieren gehen kann, ohne krank zu werden oder auszukühlen, dann ist es tatsächlich schwerer das zu schaffen.
    Nicht falsch verstehen. Ich möchte betonen: Es ist ist nicht nur Kopfsache, aber die Einstellung trägt ihren Teil dazu bei.

    Ebenso ist der Umkehrschluss nicht erlaubt: Nur weil ich daran glaube es zu schaffen 10 Minuten im Eisbad zu überstehen, ist das keine Garantie dafür, dass ich es auch tatsächlich schaffe.

    Wie @Pinocio ebenfalls berichtet, fällt es mir leichter in angenehmem Rahmenbedingungen in der Kälte zu sein.
    D.h. es macht einen mentalen Unterschied, ob ich bei 3 Grad in der Tonne sitze und mir bei strahlend blauem Himmel die Sonne auf den Kopf scheint oder ob ich nach einem anstrengenden Tag im Dunkeln und bei starkem Wind in der Tonne sitze.
    Ganz zu schweigen von einem schönen Fluss oder See. Zu beidem habe ich keinen regelmäßigen Zugang.

    Was m. E. noch ein Faktor ist, ist die kumulative Kälte. Wenn ich z. B. morgens kalt geduscht habe und Mittags nach dem Training 15 Minuten in der Tonne war, dann hab ich evtl. keine Reserven mehr nachmittags im T-Shirt im Winter zwei Stunden spazieren zu gehen.
    Das wird mir irgendwann zu viel. Diesen Punkt vorher zu erkennen, das musste ich in den letzten Jahren lernen.

    Wenn du beispielsweise nach einem Kältespaziergang noch ein Kältetraining unter der Dusche machst, könnt das dein Zittern auch erklären: Dass es kumulativ zu viel ist.

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