Gesundheitsprobleme in den Griff kriegen

madmad
bearbeitet 17. Oktober in Ernährung und Fasten

In diesem Thread möchte ich meine Probleme, Erfahrungen und Lösungsansätze mit meinen Gesundheitsproblemen dokumentieren. Ich habe seit Kindheit Probleme mit der Ernährung, Verdauung und Gesundheit, und denke, ich habe solangsam die Ursache der Probleme gefunden. Da meine Erinnerungsvermögen sehr schlecht geworden ist, möchte ich den Verlauf hier dokumentieren um auch eventuell anderen, die ähnliche Probleme haben, zu Denkanstößen zu verhelfen. Eventuell tut auch ehrliches Feedback von Usern gut, damit man nicht sich selber nicht in den Wahnsinn treibt.

Kurz zu mir: Männlich, 30 Jahre alt, 72kg schwer, 178cm groß

Hauptsymptome die mir seit vielen Jahren immer mehr Probleme bereiten:

  • Verdauungsprobleme (Verstopfung, Slow Motility, Blähungen, Krämpfe)
  • Erinnerungsprobleme, Brain Fog, Vergessen von üblichen Wörtern, Sprachfehler
  • Derealization seit einem Jahr
  • Fatigue, Müdigkeit, fehlender Antrieb
  • Depression, schlechte Stimmung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien
  • Fehlende Motivation

Zwischen dem Alter 10 und 22 Jahren hatte ich mit heftigen Ausschlägen zu kämpfen, die von den Ärzten immer wieder mit "ist Neurodermitis, kann man nix machen" ignoriert wurden. Nachdem ich rausgefunden hab, dass Weizen, Zucker und vorallem Milch ein großer Auslöser war, konnte ich durch Verzicht meine "unheilbare Neurodermitis" komplett "heilen" und habe zum Glück damit keine Probleme mehr. Was aber in den letzten Jahren immer schwerer geworden ist, sind die obigen Symptome.

Ich habe daraufhin viel mit Ernährung rumgespielt und für mich erkannt, dass die beste Ernährung eine mit wenigen Kohlenhydraten ist. Damit geht es mir bisher am besten, aber trotzdem scheint meine Gesundheit nach und nach schlechter zu werden.

Ebenfalls habe ich gemerkt, dass Vitamine und Mineralstoffe teilweise erstaunliche Wirkung gezeigt haben, wenn man damit bestimmte Mängel begleichen kann. Damit spiele ich nun auch schon ca. einem Jahr rum und habe dutzende Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert und versucht. Teurer Spaß, aber habe damit viel Erkenntnis gefunden. Der größte Faktor ist mMn aber Sport und Ernährung, damit kann man am meisten reißen.

So sieht aktuell eine Woche bei mir aus:

  • 2-3x die Woche Kraftsport
  • 2-3x die Woche Laufen
  • Seit 2 Wochen 1x die Woche MMA Training (Anfängerkurs)
  • Eine für mich gesunde Ernährung (Fleisch, Fisch, Eier, bisschen Gemüse, tierische Fette, kein Weizen/Brot, wenig Kohlenhydrate, kein Zucker, keine Milch, kein Käse)
  • Intermittierendes Fasten (14-18 Std.)
  • 2 Mahlzeiten am Tag
  • Kaffee-Frei seit 7 Monaten
  • Keine Drogen, wenig Alkohol, Nichtraucher

Vorerkrankungen

  • Borreliose 2016 mit anschließend 1 Jahr Antibiotika
  • Laktoseintolleranz
  • ADHS (vermutlich, bin noch nicht überzeugt)
  • Vermutlich Probleme mit Histamin / Mastzellen (Dermographismus)

Ausgeschlossene Ursachen

  • Probleme mit Schilddrüse (TSH, fT3 und fT4 im normalen Bereich)
  • Depression (Psychotherapeut hat nichts "gefunden")
  • Typische Ärzte bereits abgeklappert (Zahlreiche Bluttests, MRI vom Kopf, Darm- und Magenspiegelungen, etc. etc.)

SNPs

Genetic Genie, gefüttert mit 23andMe Daten.

Auffällig:

  • MTHFR Mutation
  • VDR-Taq
  • COMT V158M

Einige Zeit habe ich mit 5-MTHF und B12 rumgespielt, und teilweise auch erstaunliche Verbesserung und extreme Verschlechterung erfahren. Da das ganze zu einem ziemlichen Micro-Management ausgeartet hat, nehme ich jetzt nur noch die Grundvitamine:

  • Vitamin B12 als Methylcobalamin
  • Folsäure als 5-MTHF 400 µg
  • B-Komplex (ohne Vitamin B6, siehe weiter unten)

Wer sich tiefer damit befassen will, dem kann ich die Infos von Chris Masterjohn zum Thema MTHFR empfehlen: Start Here for MTHFR and Methylation


Damit kann ich bis jetzt ehrlich gesagt noch nichts anfangen.

Hormone und Testosteron

Ergebnis letzte Hormonuntersuchung:

Was direkt auffällt ist das niedrige Testosteron, das erhöhte SHBG und das niedrige DHEA-S. Das Testosteron Gesamt scheint in einem guten Bereich zu liegen. Durch das erhöhte SHBG wird Testosteron vermehrt gebunden und steht den Androgen-Rezeptoren nicht mehr zur Verfügung. Warum SHBG erhöht ist, weiß man nicht genau, ich vermute aber Stress und eine zu geringe Kalorienzufuhr durch meine chronische Verstopfung, evtl. auch ein bakterielle Infektion (Borreliose?).

Aktuell nehme ich täglich 9 mg Bor ein, da das in einer Studie signifikant das SHBG reduziert und das freie Testosteron erhöhen soll.

Bisher kann ich sagen: Man spürt es definitiv, Libido ist deutlich höher. Andere Effekte habe ich noch nicht bemerkt, nehme es aber auch erst seit 3-4 Tagen.

Ansonsten halte ich die Werte nur als ein Symptom von grundlegenden Gesundheitsproblemen.

Vitamin B6

Letztes Jahr habe ich nach einem erhöhten Homocystein Wert und nach Anraten des Labors Vitamin B6 als Pyridoxal eingenommen:

Das war auch ungefähr der Zeitraum, in dem meine Derealization langsam began. Ich nahm ca. 1 Monat lang 40 mg Pyridoxal ein und habe dann danach auf das aktive P-5-P gewechselt, da Pyridoxal wohl sehr schnell toxisch werden kann. Und tatsächlich, meine B6 Wert war trotz der geringen Menge Pyridoxal astronomisch hoch:


Wenigstens mein Homocystein Wert hat sich verbessert.

Ich hörte auf Pyridoxal zu nehmen, aber der Wert sinkt nur sehr langsam:

  • 2019-08-19: 291 nmol/L (Range: 20 - 121)
  • 2020-02-27: 228 nmol/L
  • 2020-08-11: 206 nmol/L

Ob das erhöhte B6 für meine Derealization ursächlich ist, kann ich nicht sagen, aber ich schließe es nicht ganz aus. Viele mit toxischen B6 Werten bekommen Neuropathie, welche eben nur langsam besser wird. Evtl. habe ich dadurch neurologische Probleme bekommen? Wer weiß, jedenfalls reduziert sich der Wert um ca. 85 nmol pro Jahr, das heißt in ungefähr einem Jahr dürfte ich wieder im normalen Bereich sein. Nächste Woche habe ich einen aktuelleren B6 Wert.

Aktuell nehme ich daher die einzelnen B-Vitamine ohne B6 ein. Spürbar sind die B-Vitamine defintiv.

Vitamin D

In einem Bluttest kam heraus, das mein Vitamin D Spiegel deutlich erniedrigt ist, siehe:

83 nmol/L entspricht 33.2 ng/ml.

Optimale Werte:

Quelle: https://www.vitamind.net/spiegel/

Ich war also in der Unterversorgung und began, folgende Supplemente Anfang des Jahres täglich einzunehmen:

  • 10.000 IE Vitamin D
  • 400 mg Magnesiumcitrat (wichtig zur Aktivierung von VD3-25 zu VD3-125 + allgemein sinnvoll)
  • 200 µg Vitamin K2 MK7 (wichtig damit Calcium nicht in den Gefäßen angelagert wird)
  • 3 mg Bor (soll die Magnesiumaufnahme verbessern)

Das erste was ich bemerkte: Stimmung ist deutlich besser und meine chronische Verstopfung, die ich seit ich Denken kann habe, hat sich extremst verbessert. Leider hat der Effekt nur ca. 2 Monate angehalten.

Interessanterweiße war bei einem zweiten Test das VD3 niedriger als man bei so einer hohen Supplementation erwarten würde. Auch sinkt mein Spiegel recht schnell wieder auf die Unterversorgung wenn ich nur wenig Vitamin D einnehme.

Vermutung warum das VD3 meine Verstopfung verbessert hat

1.
Die Borreliose macht immer noch Stress und deaktiviert den VD-Rezeptor (Lyme disease appears to massively deactivate the Vitamin D Receptor). Durch die erhöhte Vitamin D Einnahme kommt das Immunsystem wieder in Gang und "behebt" irgendwie meine langsame Verdauung.

2.
Vitamin D soll auch Mastzellenstabiliserend sein (Vitamin D contributes to mast cell stabilization) und durch die geringere Ausschüttung von Histamin ist mein Körper weniger im Stresszustand, wodurch die Verdauung wieder normal arbeitet.

3.
Durch die die Hoffnung, endlich das Problem meiner vielen Probleme gefunden zu haben, hat sich mein Stresszustand verbessert (psychosomatisch), wodurch meine Verdauung wieder normal funktionierte.

Jedenfalls starte ich in 2 Wochen das Coimbra-Protokoll mit einer Ärztin im Schwarzwald:

Das Coimbraprotokoll beschreibt eine ärztlich überwachte Behandlungsmethode, bei der ultrahochdosiertes Vitamin D gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Unterstützt wird die Behandlung durch weitere Nahrungsergänzungsmittel und Stressprävention (Cofaktoren).
Ziel ist es, die bei Autoimmunerkrankungen bestehende Vitamin-D-Verwertungsstörung zu überwinden und ein stressbedingtes Überschießen des Immunsystems zu minimieren.
Der Behandlungsansatz stützt sich dabei auf die jahrzehntelange Erfahrung, mittlerweile 140 zertifizierter Ärzte weltweit, die im Jahr 2020 über 30.000 Patienten mit individuell angepassten Vitamin-D-Dosierungen behandeln. Da die Kosten der Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden, müssen die Patienten für diese allerdings selbst aufkommen.

Da auch Borreliose in der chronischen Form eine Art Autoimmunerkrankung ähneln soll, und Coimbra auch bereits positive Erfahrung mit Borreliosekranken gemacht hat, gehe ich positiv an die Sache ran. Befolgt man die Ernährungsrichtlinien und checkt die Blutwerte regelmäßig, sollten hier auch keine negativen Effekte entstehen. Ich bin gespannt und berichte wie es weitergeht. Aktuell warte ich noch das Ergebnis eines umfangreichen Blut- und Urintests ab.

Schwermetallbelastung

Da ich bereits als Säugling Probleme hatte (Allergien, Herpes, Verstopfung), vermutete ich Ursache auch eine Schwermetallbelastung mit Quecksilber oder Blei.

Belastungstest

Der Schwermetallbelastungstest wird eigentlich nicht empfohlen, da durch die Einnahme von hohen Dosen von Chelatoren sehr viel Schwermetall in "Bewegung" gebacht wird und sich im Gehirn ablagern kann. Ich wollte es aber trotzdem wissen und habe folgenden Test durchgeführt:

  • Morgens Test Basalurin (Schwermetalltest von Medivere)
  • 1200 mg EDTA + 700 mg DMSA (chelieren beide Quecksilber und Blei effektiv)
  • nach 2 Stunden erneuter Schwermetalltest

Damit habe ich nun die Basalausscheidung plus die Ausscheidung von Schwermetallen, welche die beiden Chelatoren aus dem Gewerbe ziehen konnten.


Basal

Nach 2 Stunden EDTA+DMSA
Nach 2 Stunden EDTA+DMSA

Was direkt auffällt: Die Bleiausscheidung ist im Vergleich zur Basalausscheidung erhöht. Da Blei nichts im Körper zu suchen hat, könnte das ein Nachweis einer chronischen Bleivergiftung sein.

In einer Haarmineranalyse waren einige Wert erhöht:

Laut Cutler ist Aluminium kein Problem, das wird wohl natürlich ausgeschieden (da Leichtmetall) wenn Blei und Quecksilber entfernt ist.

Ausleitung

Ich began mit einer Ausleitung von Blei mit DMSA nach der Andrew Cutler Methode. Kurzfassung dieser Methode: Man nimmt regelmäßig im Abstand der Halbwertszeit des gewählten Chelators den Chelator ein. Da DMSA Blei sehr gut entfernt und die Halbwertszeit 4 Stunden beträgt, nimmt man für ca. 3-4 Tage im Abstand von 4 Stunden eine Menge DMSA (ich habe mit 50 mg gestartet) ein (auch über Nacht). Wer sich genauer damit befassen will:

Was ich direkt nach der ersten Ausleitungsrunde bemerkte: Meine Ängste waren deutlich reduziert, meine Stimmung wurde besser, meine Aussprache (!) war klarer und präziser und auch generell wurde ich mehr optimistischer und positiver. Teilweise war ich im Vergleich zu meinem normalen "Ich" viel glücklicher und gelassener. Placebo-Effekt kann ich sogar ausschließen, da ich erst 3-4 Ausleitungsrunden später anhand meines Symptomtagebuches die Effekte rückwirkend auf das DMSA schließen konnte.

Ich führte weiter Ausleitungen durch und die mentalen Symptome wurden mit jeder Ausleitung besser. In der letzten Ausleitung (Runde #6) began ich gleichzeitig mit der Carnivore-Diät (inspiriert von Paul Saladino und dem User dogmeat aus diesem Forum). Da fand ich dann einen interessanten Zusammenhang bzgl. Histamin und Kupfer heraus.

Carnivore Ernährung

Nach dem Buch von Paul Saladino "The Carnivore Code" und den positiven Erfahrungen von dogmeat hier aus dem Forum war ich von der Ernährungsweise überzeugt und began letzte Woche Montag (05.10.2020) "Carnivore" zu essen. Auf dem Speiseplan stand:

  • Rindersteaks und Hackfleisch von meinem lokalen Metzger
  • Eier
  • Fisch
  • Butter

Organe wie Leber oder Niere habe ich erstmal weggelassen.

Die ersten zweite Tage waren absolut wunderbar. Ich konnte 500-600gr Fleisch pro Mahlzeit essen und hatte danach absolut 0 Blähungen oder Magenkrämpfe, was ich bisher noch nicht kannte. Die Nahrung lag auch überhaupt nicht schwer im Magen, wie ich anfangs vermutet habe bei soviel Fleisch.

Am dritten Tag jedoch fingen die Schwierigkeiten an: Langsam machte sich ein juckender Ausschlag an den Füßen, Armen und im Gesicht breit, den ich seit 10 Jahren nicht mehr hatte, aber aus meiner Neurodermitiszeit kannte. Dieser wurde täglich schlechter, worauf ich die Ernährungsweise stoppte und erstmal recherchierte.

Die einzige Erklärung die ich finden konnte, war der erhöhte Histamingehalt im Fleisch, vorallem im Hackfleisch (trotz frisch beim Metzger durch den Fleischwolf gedreht). Nach Recherche bei reddit und ähnlichen Seiten, stellt sich heraus dass wohl die Histaminthematik bei vielen ein Problem in der Carnivore-Ernährung ist. Als Lösung wird oft geschrieben, man solle einfach mehr Fleisch essen, das Problem wird sich schon lösen. Wochen oder Monatelang mit einem üblen Ausschlag im Gesicht rumlaufen sowie heftige Müdigkeit war für mich nicht praktikabel.

Zusammenhang Histamin und Kupfer

Was ich aber bei mir gemerkt habe: Nach der Ausleitung von Blei mit DMSA habe ich plötzlich auf mehr Lebensmittel reagiert als sonst. Da habe ich dann den Zusammenhang mit Kupfer hergestellt: DMSA bindet sich auch an Kupfer und scheidet das ebenfalls aus:

[Figure 2] shows the ratio of post-chelation urinary essential mineral excretion to spontaneous essential mineral excretion after treatment with the equimolar concentration of EDTA and DMSA (1g and 500 mg). Copper is excreted most dramatically (55-fold above normal) by DMSA, while the other minerals see roughly two-fold increases in excretion after chelation.

Quelle: Efficacy of oral DMSA and intravenous EDTA in chelation of toxic metals and improvement of the number of stem/progenitor cells in circulation (2011)

Da Kupfer für das DAO-Enzym benötigt wird, welches externes Histamin im Darm abbaut, könnte ich durch DMSA meinen Kupferspiegel stark veringert haben. Damit wäre das DAO-Enzym nicht mehr korrekt funktionsfähig, wodurch mein Histaminspiegel steigt und nicht abgebaut wird.

Weitere Infos zu Histamin: Histaminintoleranz

Bereits vor DMSA hatte ich eine schlechte Zink-Kupfer Balance:

Auch Ceruloplasmin, ein Transportprotein für Kupfer ist niedrig:

Zusätzlich nehme ich seit Jahren regelmäßig Zink ein (~40mg elementares Zink), da überall gepredigt wird, man nehme schon genug Kupfer auf. Von wegen! Auch in meiner Haarmineranalyse scheine ich zu geringes Kupfer zu haben:

Das erklärt auch meinen starken Anfall vor einigen Monaten (Atemprobleme, hoher Puls, Panikattacken) nach ca. 100 gr Leber: Leber enthält sehr viel Histamin (aber auch viel Kupfer). Ich habe ca. 1 Woche gebraucht, bis die Symptome sich wieder normalisiert haben.

Frank Tuffano hat nach 6 Jahren Carnivore starke Histaminprobleme aufgrund eines verschobenen Kupfer-Zink Verhältnisses bekommen (Link). Er nimmt jetzt bei jeder Mahlzeit Kupfer ein und kann somit die Histaminprobleme vorbeugen.

Aktuelle nehme ich daher folgendes an:

  • Daosin vor der Mahlzeit (baut Histamin ab)
  • 4 mg Kupfergluconat bei jeder Mahlzeit (8 mg am Tag)
  • 500 mg Vitamin C

Damit habe ich jetzt die Histaminprobleme grob im Griff. Trotzdem halte ich mich bei Lebensmitteln mit viel Histamin noch zurück. Laut einer Studie (Quelle finde ich nicht mehr) soll ein Kupfermangel mit 8 mg Kupfergluconat täglich nach ca. 2 Monaten behoben sein. Ich bin gespannt wie es nach 2 Monaten aussieht.

Interessant auch der Zusammenhang Histamin und Jod:

Quelle: https://youtu.be/seymLq1ofXA?t=7030

Zusammenfassung

Zusammengefasst denke ich, dass ein Großteil meiner Probleme folgende Ursache haben:

  • Bleivergiftung (woher auch immer): Lösung: Chelierung mit DMSA
  • Histaminprobleme: Ursache vermutlich Kupfermangel, Lösung Kupfer-Supplementation
  • Chronische Verstopfung: Vermutlich aufgrund Histamin und niedrigem Kupfer, Stress, Psychosomatisch
  • "Chronische" Borreliose: Deaktivierung VD-Rezeptor, Lösung hochdosiertes Vitamin D, Coimbra-Protokoll

Wie geht es weiter

  • Einnahme von 8 mg Kupfergluconat um Kupfermangel zu begleichen
  • Start Coimbra-Protokoll um Vitamin D Spiegel zu erhöhen
  • Ausleitung Blei mit 50 mg DMSA (aktuell gestoppt bis Kupferspiegel normalisiert ist)
  • Carnivore-Diet (beginne ich nun wieder langsam)

Ich bin wirklich gespannt ob ich nun endlich meine Probleme in den Griff bekommen werde. Nach vielen Jahren habe ich solangsam das Gefühl, das ich auf der "richtigen Spur" bin. Ich versuche bei Neuigkeiten regelmäßig zu posten.

Kommentare

  • Hast du auch mal ein Aminogramm machen lassen?

  • Würde an deiner Stelle Innereien und Knochenbrühe mit aufnehmen. Besonders, wenn du Carnivore machst.

  • @Jost schrieb:
    Hast du auch mal ein Aminogramm machen lassen?

    Nein, kannte ich noch nicht. Schaue ich mir aber mal an, danke!

    @Sascha schrieb:
    Würde an deiner Stelle Innereien und Knochenbrühe mit aufnehmen. Besonders, wenn du Carnivore machst.

    Habe es mal mit 100gr Leber versucht, war eine üble Reaktion aufgrund von Histamin. Ich warte noch 1-2 Monate bis mein Kupferspiegel normal ist und versuche es dann erneut. Evtl. reagiere ich dann weniger stark auf histaminhaltige Lebensmittel.

  • Du lässt zurzeit ja auch das Gemüse raus. Liegt das einfach nur daran, dass du Carnivore ausprobieren möchtest, oder hast du auch mit Gemüse (kein stärkehaltiges) schlechte Erfahrungen gemacht?

  • Unterschiedlich, mit Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Paprika oder Kartoffeln habe ich Probleme (ziemliche Blähungen), aber Blattsalate mit Olivenöl (ohne Balsamico) gehen eigentlich. Zwar zwickt es immer mal hier und da (was ich mit nur Fleisch jetzt nicht habe), aber nichts im Vergleich zu Bohnen, Kohlgemüse, usw. (extreme Blähungen). Am übelsten sind aber jede Art von Zitrusfrüchte wie Orangen oder Zitronen, aber auch Ketchup oder Zwiebeln machen Probleme. Beim letzten Döner mit "allem" war ich 4 Tage komplett ausgeknockt. Honig ebenfalls, erst derletzt probiert: 2 TL Honig und ich hatte 4 Tage extremste Verstopfung und Blähungen.

    Ich habe auch mal eine Stuhlanalyse gemacht, die eigentlich recht gut aussah:


    Aber wer weiß welche Aussagekraft das überhaupt hat.

  • Hallo mad,

    Schaut mir nach sehr viel Mikromanagment aus. Vielleicht übersiehst vor lauter Bäumen den Wald.
    Ich habe auch viel mit Supplementen, Bluttests, Protokollen etc. herumprobiert
    Am besten hat mir geholfen, lokal/saisonal zu essen, und einfach auf seinen Körper zu horchen und sich nicht mit Werten, Mikronährstoffen, Supplemente, usw. wahnsinnig zu machen.

    Auch sehr geholfen hat mir persönlich Matt Maruca. Ein "Lehrling" von Jack Kruse.
    Er hat auch versucht seine Gesundheitsprobleme mit Ernährung zu lösen.
    Er ist dann aber zur Erkenntnis gekommen, das der zirkadianer Rhythmus, viel Sonne, Kälte und das vermeiden von Kunstlicht auch ein sehr wichtiger Faktor für die Gesundheit/Verdauung ist.

    Für mich war und ist eine Kombination aus:

    • Matt Maruca/Jack Kruse Stuff
    • lokale und saisonale Ernährung mit überwiegend tierischen Lebensmittel (viel rohes Fett, Organe, viel O3, High Meat)
    • guter Schlaf
    • viel Zeit in der Natur

    Ein Gamechanger für mein Wohlbefinden und Verdauung. 😀

  • Danke für deinen ausführlichen Post. Ich bin mir da auch immer unsicher wie tief man ins Detail gehen sollte ohne zu sehr an den Details zu verzweifeln. Wer sucht, der wird sicher einige Baustellen finden, aber man muss da auch die Geduld etc haben, so viel in das konkrete Thema zu investieren und am Ende kippt dann das System Mensch an einer anderen Stelle.

    Daher halte ich es auch eher mit den simplen Regeln, aber ein wenig experimentieren tue ich auch gern, wobei ich spätestens beim Thema Schwermetall dann doch bedenken hätte dass das mehr nach hinten losgehen kann als es nützt, aber evtl bin ich da auch übervorsichtig.

  • madmad
    bearbeitet 19. Oktober

    Kleines Update:
    Ich nehme jetzt seit einigen Tag 4mg Kupfergluconat pro Mahlzeit ein und tatsächlich reagiere ich jetzt deutlich geringer auf Lebensmittel. Auch mein Ausschlag ging zurück und ist jetzt fast nicht mehr da. Kann es kaum erwarten wieder Carnivore zu essen...:smiley:

    @persönlichkeit schrieb:

    Was genau isst du wenn du schreibst "rohes Fett"? Proteine bekomme ich ohne Probleme hin, aber genug Fett zu essen fällt mir ziemlich schwer. Ich hau schon überall Butter drauf, wo es nur geht.. :smile:

    @RichardDieSau schrieb:

    Ich war mir auch nie wirklich sicher, welche Baustellen relevant sind, aber nach vielen Experimenten kann ich definitiv sagen, das selbst "einfache" Vitaminmängel eine Kaskade an Problemen verursachen können. Bestes Beispiel ist Vitamin D (was eigentlich ja ein Hormon ist), was bei manchen Leuten sogar eine Depression verursachen kann.

    Oder bei mir war auch Vitamin B2 ein extrem merkwürdiges Thema: Immer nach Alkohol (1x Glas Wein oder 1x Bier) war meine Stimme extrem rau und heißer, was manchmal einige Tage (!) angehalten hat und nur sehr langsam besser wurde. Wenns schlimm war, konnte ich kaum sprechen! Das passierte oft unter einer Stunde nachdem ich Alkohol getrunken habe. Nach einiger Recherche kam ich dann drauf, dass alles auf einen B2 Mangel hinwies (Linus Pauling Institute). Ich nahm also B2 als Riboflavin ein und siehe da, die rauhe Stimme war nach einem halben Tag (!) weg vs. 4-5 Tage. Jetzt nehme ich regelmäßig B2 in einem Komplex ein und habe keine Probleme mehr mit Alkohl und Stimmverlust. Ziemlich verrückt.

    Oder ein anderes Thema was ich merkwürdig finde: Wenn ich nach einer Pause wieder Vitamin D einnehme (10.000-20.000 IE / Tag), bekomme ich immer wieder ne Ohrinfektion. Ist jetzt schon das dritte oder vierte Mal dieses Jahr. Da kommt dann für 2-3 Tage ein antibiotischer Streifen ins Ohr und dann ist wieder gut. Aber warum das passiert... keine Ahnung. Normal ist es aufjedenfall nicht.

  • madmad
    bearbeitet 20. Oktober

    Heute kam das Laborergebnis mit einigen interessanten Werten.

    Mein erhöhter B6 Wert ist nun dank Supplementierung aller B-Vitamine abzgl. B6 deutlich schneller gesunken als davor:

    Damit sollte ich in ca. 1,5 Monaten im Grenzbereich des Labors sein (35 bis 110 nmol/L) und damit nicht mehr im toxischen Bereich.

    Kupfer und Coeruloplasmin ist wie erwartet niedrig:


    Die Werte waren bereits vor DMSA niedrig (siehe Vorwerte) und sind nach DMSA noch weiter gesunken. Mit meiner Kupfersupplementation bin ich daher auf dem richtigen Weg.

    Mit meinen 10.000 IE / Tag Vitamin D bin ich nun auch in einem recht hohen, aber noch normalen Bereich:

    Bis auf Kupfer dürften meine Werte gut aussehen, genauer müsste sich das meine Ärztin dann nochmal ansehen.

  • Planst du eine Rückbildung hinsichtlich der Auflösungsschärfe? Also von dem Biohacking, was du jetzt betreibst, bis zu einer ganz simplen Ernährungweise?

  • Was ich bisher geschrieben habe wirkt für Außenstehende vielleicht wie Biohacking, aber eigentlich versuche ich ich nur Mängel die eine normale Körperfunktion (bisher) verhindert haben zu beheben. Die Ernährungsweise ist bei mir auch nur Mittel zum Zweck: Möglichst alle Probleme wie Müdigkeit, Verstopfung, Erinnerungsprobleme, etc. zu beheben um normal zu leben. Nachdem was ich über die Carnviore-Diät/Ernährungsweise gelesen habe, komme ich damit vermutlich am ehesten zum Ziel (und ist auch recht simpel in der Ausführung).

    Was ich aber definitiv bis zum Ende meines Lebens machen werde, ist das regelmäßige Überwachen von wichtigen Blutparametern (Vitamin D, Kupfer/Zink, Homocysteine, HbA1C, Hormone, usw, ...) und dann entsprechend korrigierend einzugreifen (mit Ernährung/Lifestyle oder wenn notwendig Supplementierung). Ärzten kann ich da leider nicht mehr trauen, hier habe ich schon zuviel Negatives erfahren dürfen.

    Bisher bin ich aber auf einem guten Weg, ich fühle mich deutlich gesünder und stärker mit 30 als mit 20. Damals war ich ein ziemliches Wrack im vergleich zu heute, aber auch nur, weil ich meine Gesundheit selber in die Hand genommen habe.

  • Ah, ok. Ich glaube, ich erläutere mal, was ich damit meine:

    Biohacking ist nur eine Herangehensweise, eine Weise über den Körper zu denken und entsprechend zu handeln: Der Körper als System, in das man sehr fein und regulierend eingreifen kann. Viele Menschen haben Probleme, gehen aber nicht diesen Weg. Sie machen dann beispielsweise das Autoimmunprotokoll von Ballantine. Andere wiederum machen noch etwas simpleres: Einfach Paleo.

    Das meine ich. Aber dein zweiter Absatz beantwortet meine Frage schon. :)

  • madmad
    bearbeitet 26. Oktober

    Das Autoimmunprotokoll von Ballantine kannte ich noch nicht, danke!

    Am Samstag habe ich mich nun nochmal an das Steak gewagt:

    • Samstag: Das Steak gegessen, Symptome: Müdigkeit, Abends geschwollenes Ohr
    • Sonntag: Müdigkeit und Ohrinfektion (Juckreiz, Flüssigkeit, schlechtes Hören)
    • Monntag (heute): Ausschlag im Gesicht, Fuß und Armen

    Interessanterweiße hatte ich die letzten Tage bei gefrorenem Hackfleisch (vermutlich frisch tiefgefroren), Rinderfilet direkt vom Metzger und sogar mit Rotwein und Käse keinerlei Probleme. Das Steak scheint extrem viel Histamin oder viel von anderen biogenen Aminen zu haben.

    Das Steak habe ich als 2kg Stück von der Metro (Entrecote), welches ich geschnitten, vakuumiert und tiefgefroren habe. Eventuell hat sich durch den ganzen Prozess sehr viel Histamin gebildet, worauf ich nun reagiere. Es könnte aber auch sein, dass ich wenig Magensäure habe und dadurch das Fleisch nicht richtig verdaut wird. Dann gärt es sich im Magen/Darm vor sich hin (fermentiert) und erzeugt evtl. viel Histamin.

    Wobei ich noch nie von einem Steak einen Ausschlag hatte... daher ist meine Vermutung das irgendetwas mit dem Metrofleisch nicht i.O. ist.

  • madmad
    bearbeitet 29. Oktober

    Am Dienstag war ich beim Coimbra-Arzt in Waldkirch. Nach den vorliegenden Blutwerten sieht es tatsächlich so aus, als wäre mein Vitamin D-Rezeptor (VDR) resistent, da trotz hoher Vitamin D Werte sowie VD3 Einnahme das Parathormon (PTH) recht hoch war (laut seiner Aussage). Das passt auch zu der Theorie das Borreliose den VDR "blockiert" und man dadurch deutlich mehr VD3 benötigt. Im Coimbra Protokoll wird solange hoch dosiert, bis das PTH auf einen sehr niedrigen Wert rutscht, was dann die Zieldosis an Vitamin D anzeigt.

    Ich nehme jetzt 20.000 IE / Tag Vitamin D bis zur erneuten Kontrolle in 3 Monaten ein.

    Mein Ausschlag ist immer noch nicht besser geworden. Ich stoppe jetzt mal testweise die Kupfer-Supplementierung und schaue, ob sich etwas ändert.

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