[life log] Ernährung und Bewegung im Rythmus der Jahreszeiten

In diesem log werde ich meine Erfahrungen mit verschiedenen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten in Abhängigkeit von den Jahreszeiten festhalten. Updates sind 1x monatlich geplant. Sollte ein Leser bereits Erfahrungen diesbezüglich gemacht haben, darf er diese gerne in folgendem Thread für andere zugänglich machen: https://forum.me-improved.de/discussion/271/ernaehrung-und-bewegung-im-rythmus-der-jahreszeiten

Vorab nochmal ein paar Daten zu mir.
Größe: 1,78 m
Gewicht: 78 kg
Alter: 25
Bankdrücken: 5x 80 kg
Kreuzheben: 5x 100 kg
Kniebeuge: 10x 60 kg

Obwohl sich die Kraftwerte, vor allem für Kreuzheben und Kniebeuge, in Grenzen halten, trainiere ich schon mehrere Jahre fast durchgängig. Auch wenn ich nicht die größte Sportskanone zu sein scheine kommen mir die Werte zu gering vor. Mal schauen, ob ich mich auf irgendeiner Ebene selbst ausbremse. Das Training war linear gestaltet, wovon ich abgehen möchte.
Ansonsten bin ich dem nutzlosen Studentenpack zuzuordnen. Dementsprechend habe ich vergleichsweise viel Zeit und bin flexibel. Allerdings bin ich auch gut mit mir selbst beschäftigt, da die Ausgangslage nicht die beste war. Es geht aber grundsätzlich in die richtige Richtung.
Die Schwerpunkte sind Ernährung und Bewegung. Die Faktoren Kälte und Wärme sind ja fix. Kognition ist in diesem Kontext eher unbedeutend, allerdings generell wichtig und mit die größte Baustelle bei mir. Deswegen wird's dazu auch ein paar Infos geben.

Kommentare

  • Ernährung

    Ich habe mich zurzeit eingeschossen auf:

    • 1,1 kg Hokkaido,
    • 500g Broccolo, Fenchel oder Porree,
    • 10 Eier,
    • 3 Dosen Makrele (264 g) oder 2 Dosen Hering (220g),
    • 400g Fleisch (in der Regel Hack vom Rind, ab und an Leber und Schweinebauch gewolft, Beinscheibe oder 170g Salami).

    Mit meinen 78 kg auf 178 cm meiner Meinung nach etwas zu eiweißlastig. Im Moment habe ich aber keine Möglichkeit/Idee, wie ich praktikabel den Fettanteil ohne Öl erhöhen kann. Ich faste zwischen 16 und 17 h. Die erste Mahlzeit besteht i.d.R. aus den tierischen Lebensmitteln, abends gibt es i.d.R. das Gemüse in Form von Suppe. Ansonsten gab es meistens auch Himbeeren oder Apfel, 1x eine Tafel 77% Schokolade mit Erdbeere und Pfeffer, 2x einen Teelöffel der Kürbismarmelade meiner Eltern, 1x 250g Quark und 1x Knochenbrühe.

    Mit 1,6 kg ist der Gemüseanteil ziemlich hoch. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich mit 1,1 kg Kürbis weniger schlafe. Die 500g grünes Gemüse esse ich wegen des Calciums. Mit der Menge des Kürbis bin ich noch ein wenig am experimentieren. Zwischenzeitlich habe ich 1,5 kg Kürbis gegessen und wieder mehr Schlaf benötigt. Da es wahrscheinlich an den Kohlenhydraten liegt, lasse ich das Obst für das Experiment erstmal weg.

    Nicht immer komme ich morgens gut aus dem Bett. Wenn ich gut aus dem Bett komme, habe ich das Gefühl, dass ich mich besser an meinen Traum erinnern kann. Deswegen vermute ich, dass ich an schlechten Tagen kurz vorm aufwachen noch in der Leichtschlafphase stecke, mehr oder weniger abrupt aus dieser aufwache und nur sehr kurz in der REM-Phase vorm aufwachen bin. Die Idee ist jetzt über die Kohlenhydrate meinen Schlaf gut timen zu können und dadurch dann auch Klarträumen zu lernen. Das sind zurzeit aber nur Gefühle und Vermutungen, ich muss es weiter an mir testen.

    Kokosmilch funktioniert für mich nicht, ist aber auch Importprodukt und sollte deswegen auch sowieso nicht integraler Bestandteil sein. Nach einer Beinscheibe und der Knochenbrühe aus Markknochen am nächsten Tag habe ich auch Pickel bekommen und meine Scheiße sah beschissen aus. Eine Woche später habe ich das Knochenmark von zwei Beinscheiben roh ausgelöffelt. Also ich sag mal ein Gaumenschmaus ist etwas anderes, aber Verdauungsprobleme hatte ich keine. Ergebnisse bezüglich dieser Roh-Geschichte, an der ich auch teste, kommen später in den anderen Thread. Für alle, die das später lesen hier der Link dazu: https://forum.me-improved.de/discussion/284/fleisch-fermentieren-marinieren/p1

    Bewegung

    An sich hätte sich in dieser Phase Krafttraining angeboten. Anfang des letzten Monats bin ich vorrübergehend erstmal bei meinen Eltern auf dem Dorf untergekommen und noch nicht im Fitnessstudio angemeldet. Am Anfang habe ich mit 0815 Köpergewichtsübungen trainiert, später mit einarmigen/-beinigen Übungen, Burpees und Lizard Crawl Progression angefangen. Das war auch eigentlich schon echt überfällig. Ansonsten sprinte ich 1x die Woche Barfuss auf dem Radweg und spaziere täglich 2 - 3x für ca 45 min. Zwischenzeitlich habe ich jeden Tag trainiert, bin dadurch aber ins Übertraining geraten. Jetzt werde ich es alle 2 Tage probieren bzw splitten wenn's geht.

    Kälte

    Der Kälte setze ich mich fast nur morgens während der Spaziergänge mit T-Shirt und kurzer Hose aus. 1 °C (Ich weiß nicht, wie sehr ich dem Thermometer vertrauen kann) waren das Minimum. Die Sonne schien schon und es war windstill. Da war ich etwa 30 min unterwegs, weil die Fingerspitzen und Füße (Ich war Barfuss unterwegs) anfingen leicht zu schmerzen. Ansonsten waren niedrige Temperaturen ohne Wind und mit niedriger Luftfeuchtigkeit gut auszuhalten. Da hatte ich keine Probleme mich auf die Kälte einzulassen. 13 °C mit Wind und leichtem Regen fühlten sich teilweise unangenehmer an.

    1x bin ich im Wasser gewesen. Bei 6,5 °C bin ich morgens los, eine Stunde später waren es 7,5 °C am Fluss, Wassertemperatur 15 °C. Obwohl es sich beim reingehen auch wärmer anfühlte, habe ich, als ich bis zum Hals im Wasser war, sehr kurz ein wenig gezittert. Nach 8 min bin ich wieder raus, weil es zu langweilig wurde. Auf dem Rückweg habe ich anfangs wieder gezittert, was sich aber nach 2-3 min legte. Den Pullover und die Jogginghose, welche ich sicherheitshalber mit hatte, musste ich also nicht anziehen. Insgesamt war es ganz spaßig, es dauert allerdings zu lange. Etwas näher habe ich einen Steg gefunden (nur 20 min entfernt), dort werde ich demnächst einen neuen Versuch machen. Da ich im Oktober aber wieder umziehen werde, ist es fraglich, wie gut ich das durchziehen kann.

    Ansonsten hat mich bei 13 °C und leichtem Regenwetter einmal die Polizei angehalten. Den Perso hatte ich zum Glück dabei. Wer weiß, wie lange das sonst gedauert hätte. Die sind sogar zur Sicherheit nochmal zu meinen Eltern gefahren. Anscheinend sah ich nicht zurechnungsfähig aus. haha

    Kognition

    Den Bereich habe ich ziemlich verkackt, weil ich Dingen, die zweitrangig sind, zu viel Zeit widme. Informationssucht ist die letzte Sucht die mich ausbremst, allerdings auch ziemlich stark. Der kleine Umbruch verstärkt dieses Problem. Wenn ich mir im Vorraus kein Limit setzte, komme ich sehr leicht in einen Rausch und zieh mir einen/ein Artikel/Video nach dem anderen rein. Verarbeiten kann ich diese natürlich nicht vollständig und es geht in ein sich berieseln lassen über. Dementsprechend lege ich im Oktober ein besonderes Augenmerk auf dieses Problem. Pausenzeiten müssen eingehalten werden und der Fokus auf dem Wesentlichen liegen.

  • Kleiner Tipp bzgl. Fettquellen: Kokosraspeln (Backabteilung). Kosten ~3€ das Kilo, sind ziemlich energiedicht, der Omega-6-Anteil ist nicht zu dramatisch und die sind außerordentlich praktisch - kann man genau abwiegen und einfach so weg essen oder übers Gemüse kippen. Wenn du strikt auf Import verzichten willst, ist das natürlich nicht drin; weniger streng gesehen bräuchtest du bei der Energiedichte dafür zumindest deutlich weniger davon. Ein anderer Nachteil kann sein, dass das Essen relativ lange dauert, weil z.B. auch das Volumen erstaunlich groß ist. Dorschleber ist u.U. eine gute Sache und kalorisch auch bei der kleinen Menge nicht zu vernachlässigen. Die üblichen Verdächtigen Käse, Nüsse, Sahne(...) sind keine Option?

    Wie lange schläfst du? Und gehst du JEDEN Tag 2-3 mal für 45min spazieren?

  • bearbeitet Oktober 2020

    Kokosraspeln haben ziemlich viele Ballaststoffe. Davon habe ich durch das Gemüse schon genug. Außerdem kann ich die Kokosraspeln und auch Nüsse in meinem Stuhl wiederfinden. Dementsprechend wird wohl nur ein Bruchteil der Kalorien, die auf dem Papier stehen, aufgenommen, was mir auch nicht gefällt. Mit Milchprodukten komme ich allgemein nicht gut zurecht. Rohmilch würde ich nochmal eine Chance geben, habe aber zurzeit keine Lust darauf. Der Fettgehalt ist ja auch überschaubar. Vorm regelmäßigen Dorschleberkonsum wird ja abgeraten: https://bfr.bund.de/de/dorschleber_in_oel_konserven_hoechstens_alle_2_monate_verzehren-61888.html
    Trotzdem danke für die Impulse.

    Die Schlafdauer schätze ich auf 6:40 mit 1,1 kg Kürbis. Ich weiß halt nicht genau wann ich einschlafe. Ich stelle mir übrigens keinen Wecker und klemme mir eine schwarze Gardine zwischen das Fenster, sodass ich auch im dunkeln nach eben dieser Zeit wach werde. In Abhängigkeit von der Belastung (Zumindest denke ich, dass es daran liegt.) schlafe ich auch teilweise länger. Ich muss da noch ein wenig beobachten.

    Spazieren gehe ich morgens und abends. Mittags ist dann Sport oder spazieren gehen angesagt. Ich nutze das als Pause.

  • Schmalz wäre noch eine Option, den kannst du dir wie Butter übers Gemüse hauen und er lässt sich allgemein auch mit der Gabel nebenher essen. Ansonsten noch fetteres Fleisch bzw. mehr Fleisch. Vllt. noch mal gucken, ob die Nussproblematik wirklich für alle Nüsse gilt - womöglich lässt sich die Verwertbarkeit auch durch Rösten und/oder Einweichen verbessern.

  • Hab auch immer wieder in den letzten Jahren auf Milchprodukte und Getreide verzichtet. Mach ich nichtmeh. Ich esse Getreide (Reis, Hafer, Hirse, usw..) und saure Sahne (Schmand) einfach um auf die Kalorien zu kommen. Nutzen überwiegt die Kosten bei mir.

    Ich stagniere auch schon lange im Krafttraining. Hast du Vermutungen warum du dich nicht so richtig steigern kannst ?

    Mediensucht loswerden lohnt sich, weil es sich echt scheiße anfühlt so verwirrt durch den Tag zu gehen.

  • bearbeitet Oktober 2020

    @Dominique Wie bist du deine Mediensucht losgeworden? Bzw. wo bist du da hergekommen und wo bist du jetzt? Was sind die Vorteile und Nachteil für dich? (das kann gerne auch in einen anderen Thread)

  • @Dominique: Ich stagniere auch schon lange im Krafttraining. Hast du Vermutungen warum du dich nicht so richtig steigern kannst ?

    Ich möchte bezüglich der Ernährung noch ein wenig rumexperimentieren. Mit etwas mehr Kohlenhydraten habe ich ja voerst gute Erfahrungen gemacht(Wobei ich mir diesbezüglich nicht mehr so sicher bin. Update gibts aber später). Evtl. kann ich mich damit etwas steigern. Ansonsten werde ich, wenn ich wahrscheinlich im November wieder im Fitnessstudio trainiere, die Trainingszeit auf ca 30 min verringern und nur noch Grundübungen für die Kraft trainieren. Das sollte zu einer kürzeren Regenerationsdauer führen.

  • bearbeitet 19. Februar

    Dann will ich auch mal wieder ein Update geben. Leider habe ich mir wohl insgesamt zu viel vorgenommen. Durch die vielen Veränderungen ist es etwas schwierig Ursache und Wirkung in Zusammenhang zu bringen. Es gab ein paar Problemchen und teilweise wurde auch geschludert, wobei sich trotzdem „cleane“ Phasen von mehreren Wochen ergaben. Ich fasse dann die Erkenntnisse und Probleme zusammen, wobei alles ein wenig mit Vorsicht zu genießen ist. Bei mir war halt echt Overflow angesagt, weswegen ich ggf. in den nächsten Jahren einige Sachen nochmal prüfen werde. Ein Tagebuch sollte an dieser Stelle hilfreich sein.

    Ernährung

    Im Dezember habe ich angefangen die Kohlenhydrate zu senken. Der Plan war in Ketose zu kommen. Eier und Milchprodukte wollte ich rauslassen, das Protein etwas senken. Dafür habe ich mir Rindertalg aus einer ordentlichen Quelle besorgt. Weil’s geschmacklich am besten passt, gab's Gemüse mit Fleisch (darunter im 2 Wochen Rhythmus jeweils 500g Leber, Niere, Herz und Zunge, ansonsten i.d.R. Hack und ab und zu Beinscheibe) und einen wirklich fetten Batzen Rindertalg dazu. Weil ich die Mahlzeit auf einmal bewältigen konnte, habe ich nur einmal gegessen. Folgende Erkenntnisse/Probleme ergaben sich:

    • Der Rindertalg wurde erhitzt/geschmolzen und es gab keine Verdauungsprobleme. Dementsprechend ist meine Vermutung von damals nicht mehr haltbar, wobei ich mich trotzdem Frage, was zum Geier damals die Probleme verursacht haben könnte. Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen, weil ich ganz einfach keine Lust und Zeit habe da nochmal zu testen/forschen. Im anderen Thread werde ich nochmal abschließend etwas dazu schreiben.
    • Das Fett habe ich zum Großteil nicht aufnehmen können. Mit der Zeit war ich auch immer erschöpfter, bis ich dann irgendwann vom eigentlichen Plan abgewichen bin. Vor kurzem ist mir eingefallen, dass ich vllt lieber bei den 2 Mahlzeiten pro Tag bleiben sollte und dann auch mehr vom Fett aufnehmen kann. Ich bin mir aber auch etwas unsicher, ob es daran lag, dass ich zu wenig Kalorien aufgenommen habe (Vgl. Fastenphase später im Text). Ansonsten muss ich die Kohlenhydrate wahrscheinlich später reduzieren, weil ich sonst über einen zu langen Zeitraum ein zu großes Kaloriendefizit habe.
    • Zu viel Fleisch macht mich steif. Es habe sich auch meine Achillessehne und irgendwelche Sehnen/Bänder am Sprunggelenk außen entzündet. Mit 400g täglich habe ich keine Probleme, evtl. kann ich die Menge etwas erhöhen.

    Jod habe ich supplementiert, ansonsten nichts. Wegen der Kohlenhydrate und dem Schlaf bin ich mir unschlüssig. Ich denke, ich schlafe weniger mit Kohlenhydraten, allerdings wurde der Bedarf in Ketose nach ein paar Wochen auch weniger. Eventuell habe ich es nicht lange genug durchgezogen. Anfang Februar habe ich für 1,5 bis 2 Wochen sehr stark unterkalorisch gegessen (tgl. 400g Fleisch, bisseln Fett und Kohlenhydratarmes Gemüse). Nach 3 Tagen hatte ich das Gefühl man könnte vllt mal wieder einen abseilen, aber so wirklich müssen musste ich nicht. Nach 4 war die Vacuum Pose schon etwas unangenehm und nach 5 Tagen kam das Ei dann raus. Der Stuhlgang war normal. Das hat mir dann gezeigt, dass die Frequenz des Stuhlgangs nicht von den Ballaststoffen, sondern von den zugeführten Kalorien abhängt und der Körper da auch mächtig reguliert, auch wenn das Defizit natürlich zu groß war. Ich wiege zurzeit ca 74 kg und nehme Kohlenhydrate zu mir. Dabei möchte ich es erstmal bzgl der Ernährung belassen. Das letzte Mal lag ich ja auch zweimal ordentlich daneben. Andere Details sind unwichtig oder einfach zu vage.

    Bewegung

    Die einarmigen/-beinigen Übungen habe ich nach einiger Zeit schleifen lassen, die Fitnessstudios sind ja geschlossen. Ich habe versucht 2x pro Tag rauszugehen, was i.d.R. funktioniert hat. Führe ich Übungen in der Kälte im hohen Wiederholungsbereich aus, schaffe ich wesentlich mehr. 50 Liegestütze waren eigentlich immer drin, in der Kälte schaffe ich 75. Bei anderen Übungen kann ich jetzt keine Vergleiche machen, aber ich denke, dass ich dort denselben Effekt habe. Im 2. Satz waren aber immer wesentlich weniger Wdh drin. Ein direkter Vergleich mit gleichen Satzpause wäre interessant gewesen, habe ich aber nicht umgesetzt. Die Kälte muss man aber schon etwas am Körper spüren, mit Jacke hatte ich diesen Effekt nicht. Bis auf Pausen aufgrund von Übertraining habe ich durchgängig Liegestütze, Lizard Crawl, vorgebeugtes Rudern mit einem Stamm und Ast im Wald, Hyperextensions sowie Sprints trainiert. Bis Anfang Januar waren noch Kniebeugen dabei. Ansonsten noch bisseln Handstand, Hängen, Hocken und loaded Stretching.

    Kälte

    Mit der Kälte hatte ich die größten Probleme, da ich mich wohl hauptsächlich dadurch regelmäßig ins Übertraining begeben habe. Die Kälteanpassung an sich hat eigentlich immer Spaß gemacht, aber am nächsten Tag bin ich dann öfters etwas im Arsch und neige dann dazu andere Lebensbereiche zu versemmeln. Das wird dann wohl auch der Grund dafür sein, dass ich im September teilweise so schlecht aus dem Bett kam (Was weiterhin anhielt). Da war es halt noch nicht kalt genug, weswegen das nur ab und zu der Fall war. Ziemlich nervig. Einmal hatte ich leichte Frostbeulen an den Zehen und einmal Durchfall, als es sehr windig war. Nach kalten Duschen habe ich draußen mit Jacke immer gefroren, bis es etwas zu essen gab. Anscheinend bin ich physisch ziemlich klapprig unterwegs und muss die Trainingsintensität einfach niedriger halten. Vllt sollte ich es einfach beim Training in der Kälte belassen und nicht kalt duschen. Der Kältereiz gehört als Taktgeber definitiv dazu und auch in Verbindung mit der ketogenen Ernährung macht es wegen der Schilddrüse wohl Sinn. Allerdings kann ich mir durch Kälte nichts Langfristiges aufbauen, weswegen es nicht besonders schlau sein wird, den Bewegungsanteil zugunsten der Kälteanpassung zu reduzieren. Oder gibt es doch gute Gründe dafür?

    Ich möchte hier nochmal anmerken, dass ich ab Anfang Oktober frisches Blut im Stuhl hatte. Zuerst hatte ich die Befürchtung, dass es etwas mit dem rohen Fleisch zu tun hatte. Dementsprechend habe ich dann damit aufgehört. Es war mal mehr, mal weniger Blut im Stuhl, aber es ging nie vollständig weg. Deswegen bin ich dann im Dezember zum Hausarzt. Sie meinte, an pathogenen Keimen wird es wohl nicht liegen, weil es dafür zu lange anhält. Die Chirurgin hat dann nach der Proktoskopie eine Analfissur diagnostiziert (In Fachsprache war es ein anderer toller Begriff, den ich aber vergessen habe.). Als ich Sie dann nach möglichen Ursachen gefragt habe, meinte sie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, buntes oder raues Toilettenpapier. Am Toilettenpapier liegt es definitiv nicht und Nahrungsmittelunverträglichkeiten halte ich auch für unwahrscheinlich. Ich habe dann eine Salbe verschrieben bekommen und seit Anfang Februar sind die Beschwerden weg. Mir ist jetzt danach eingefallen, dass ich diesen Herbst/Winter zum ersten Mal das Kältetraining, mit Pausen aufgrund von Übertraining, konsequent durchziehe. Vielleicht war es im September nicht kalt genug und gerade in den Pausen haben sich immer die Beschwerden verbessert, bis ich das Training wieder fortgesetzt habe und die Beschwerden wieder zunahmen. Während ich die Salbe genutzt habe, hatte ich nämlich das Kältetraining auch ausgesetzt. Aber warum sollte Kälte zu einer Analfissur führen? Ich habe halt wieder keine Ahnung was da los ist/war. Ich werde das mal im Hinterkopf behalten.

    Kognition

    Ziel war es, den Medienkonsum zu verringern. In der ersten Woche habe ich konsequent verzichtet. Da ich dann allerdings geistig nicht mehr so gut zu gebrauchen war, wollte ich den Medienkonsum wieder zulassen, aber einschränken. Ob das so eine gute Idee war, kann ich nicht beurteilen. Das Hauptproblem war, dass ich mich insgesamt hoffnungslos überladen habe und aufkommende Probleme immer mit Anstrengung lösen wollte. Die Willenskraft ist aber begrenzt und somit gabs auch immer mal wieder Ausrutscher. Manchmal beim Medienkonsum und manchmal beim Essverhalten. Zurzeit läuft es aber vergleichsweise gut. Ziel ist es jetzt erstmal diesen Zustand zu halten und langsam aber stetig zu verbessern. Bei Ausrutschern beim Essverhalten habe ich gemerkt, dass es einfacher ist weiterhin kein Zucker zu konsumieren als sich erneut vollständig zu entwöhnen (Soweit dies möglich ist). Das Semester war jetzt leider ziemlicher Murks. Ich muss mir weniger vornehmen und diese Sachen konsequent umsetzen. Konkret heißt das jetzt:

    • Es sind alle Lebensmittel erlaubt. Ich möchte davon wegkommen, Lebensmittel bzgl der Nährwerte in gut genug und nicht gut genug einzuteilen. Tendenz bleibt weiterhin Paleo und natürlich bleibe ich bei natürlichen Lebensmitteln, allerdings bleibt mehr Platz für Geschmack und Intuition. Saisonale und regionale Lebensmittel werden präferiert. Die Kohlenhydrate werden nach und nach reduziert, sodass ich ab März in Ketose bin (Auch wenn noch nicht voll adaptiert). Ab Juni erhöhe ich die Kohlenhydrate wieder langsam. Kein raffinierter Zucker, ab Ende April sind kleine Mengen Honig erlaubt und ab Sommer kleine Mengen dunkle Schokolade. Schlachtfette sind vorzuziehen.
    • Es muss ein Trainingspensum gewählt werden, welches ich toleriere. Ich werde genauer auf Übertrainingssymptome achten und möglichst aufhören, bevor ich richtig im Übertraining bin. Das fällt mir schwer, weil ich vor allem auf physischer Ebene so krass abgehängt bin (Zumindest von aktiv Trainierenden). Ich sehe aber keine Möglichkeit meine Toleranz zu verbessern. Da mir Corona bzgl der Fitnessstudios auf den Sack geht, werde ich mir jetzt selbst ein paar Trainingsutensilien zulegen. Welche genau, weiß ich allerdings noch nicht.
    • Bis auf das Forum werde ich nirgendwo einfach mal ein wenig rumstöbern. Es werden nur notwendige Recherchen vorgenommen. Vor allem vormittags muss an den wichtigen Aufgaben gearbeitet werden. Verkacke ich den Vormittag, dann habe ich den Tag verkackt (I.d.R. wegen Übertraining verkackt). Pausenzeiten müssen eingehalten werden. Auch beim Studium muss ich ein Pensum wählen, welches ich bewältigen kann.
  • Wie viel Rindertalg ist das denn dann in der Umsetzung? Und trinkst du den oder vermischst du den mit dem Gemüse? Du hattest doch mit Kürbis experimentiert - wie ist das Fazit aus heutiger Sicht?

  • Einmal habe ich aus Spaß 100g Rindertalg ins Essen gemischt, weil es rechnerisch von den Kalorien her „Sinn“ macht. Ansonsten habe ich nicht gewogen, aber 50g werden es bestimmt schon gewesen sein. Der Rindertalg wird mit dem Gemüse vermischt. Ich frage mich gerade ein bisschen, wie du dir das mit Trinken vorstellst.
    An der Stelle möchte hier auch mal eine Empfehlung für Rindertalg aussprechen. Das Zeug ist ja ein Abfallprodukt, obwohl es an sich ein gutes Fett ist. Dementsprechend bekommt man es auch zu einem guten Preis aus einer guten Quelle. Man muss sich aber definitiv darauf einlassen, mit Butter oder Olivenöl ist das nicht zu vergleichen. Wichtig ist auch, dass das Essen warm bleibt. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 45 und 50 °C und erstarrter Rindertalg ist dann doch nicht so cool. Eier haben mir damit nicht geschmeckt, aber zu Fleisch mit Gemüse hat es immer gepasst. Ich denke mal Bratkartoffeln sind ein guter Einstieg, die Belgier machen ja ihre Pommes auch mit Rindertalg. Einfach mal eine kleine Portion Bratkartoffeln aus Kartoffeln, Rindertalg und Salz machen. Ich schreib’s nochmal, man muss sich aber definitiv darauf einlassen können. Mit einer konkreten Erwartungshaltung wird es sonst wahrscheinlich zu einer Enttäuschung. Ich empfinde Rindertalg jetzt jedenfalls als Bereicherung.
    Wegen dem Kürbis bin ich jetzt auch erstmal vorsichtig. Wie ich jetzt ergänzt habe, das „schlecht aus dem Bett kommen“ hatte mit der zu hohen Trainingsintensität zu tun. Grundsätzlich habe ich weiterhin die Vermutung, dass ein paar Kohlenhydrate mehr sich positiv auf den Schlaf auswirken. Wobei ich zwar mit Kartoffeln auch diesen Effekt, mit Butternutkürbis aber nicht. Aber nochmal, alles mit Vorsicht zu genießen.

  • Ich frage mich gerade ein bisschen, wie du dir das mit Trinken vorstellst.

    Gar nicht, habe nur Erfahrung mit Schmalz - den hätte ich aber auch nicht getrunken. Du hattest die Verdauungsprobleme an der Stelle angesprochen, da hatte ich das angenommen. Meine Erfahrung ist hierzu, dass das Vermischen von flüssigem Fett mit Gemüse nochmal was ganz anderes ist, als es einfach so wegzukippen.

    Ich empfinde Rindertalg jetzt jedenfalls als Bereicherung.

    Guck ich mir vllt. mal an, danke für die Idee.

Anmelden oder Registrieren, um zu kommentieren.