"Was ist gute Ausdauer?" - Ausdauerdiskussion

Bezugnahme auf das aktuelle Video "Q&A #5 Was ist gute Ausdauer?"

Das Thema beschäftigt mich schon seit längerem, da ich mich für einen Distanzlauf vorbereite. Was spräche dagegen, die VO2max als Indikator für gute Ausdauer zu verwenden, wie es viele Ausdauersportler machen? Mit dem Coopertest hat man einen standardisierten Test für bereits sportlichere Leute. Zusätzlich wird Laktat ein Thema, das bei Ausdauer auch immer eine Rolle spielen wird und bei niedrig intensivem Joggen oder Krafttraining nicht ausreichend ausgereizt wird. Ein Beispiel: Als relativ schwerer und langjähriger Kraftsportler kann ich sehr gut sprinten und könnte gefühlt ewig joggen bei einem Tempo von 6:30 Minuten pro Kilometer. Aber da Muskeln Sauerstoff fressen und ich durchs Krafttraining auch wohl viel glykolytische Typ-2 Muskelfasern habe, renne ich gefühlt irgendwann gegen eine Wand,wenn ich auch nur 30-60 Sekunden schneller pro Kilometer sein möchte. Aus diesem Grund halte ich es gerade für Nicht-Ausdauer-Athleten für wichtig, explizit mehr für VO2max und Laktattoleranzen zu tun, um dieses schwache Glied in der Kette zu eliminieren.

Da Krafttrainings und (intensiveres) Ausdauertraining unterschiedliche Signalkaskaden haben, die sich gegenseitig blockieren, mache ich beides auch zeitlich sehr getrennt. mTor und AMPK blockieren sich, allerdings würde bei niedrig-intensivem Ausdauertraining ("Waldarbeiten", Spazieren) eher der CaMK-Pathway aktiviert, der den mTor-Pathway nicht stört. Also zeitliche Trennung spielt auch eine Rolle.

Kommentare

  • @Mark_Balder schrieb:
    Bezugnahme auf das aktuelle Video "Q&A #5 Was ist gute Ausdauer?"

    Das Thema beschäftigt mich schon seit längerem, da ich mich für einen Distanzlauf vorbereite. Was spräche dagegen, die VO2max als Indikator für gute Ausdauer zu verwenden, wie es viele Ausdauersportler machen?

    Das VO2max ist erstmal nur das Ergebnis einer Tätigkeit. Die Faktoren, die das VO2max sind aber a) unklar und b) ist das VO2max direkt von der getesteten Tätigkeit abhängig. Ein Radfahrer kommt zu anderen VO2max, wenn er auf dem Ruderergometer getestet wird als ein Läufer.

    Das kann man am Zusammenhang von VO2max und Laktattoleranz erkennen. Wenn die Laktattoleranz steigt, kann man mehr Arbeit pro Zeit umsetzen. Das führt wiederum, dass man mehr Sauerstoff verbrauchen kann. Also steigt die VO2max.

    Ist ja auch irgendwie klar. VO2max ist eine bilanzierende Messung. Sie beschreibt ingesamt die Menge der möglichen Sauerstoffverarbeitungskapazität. Die Faktoren dafür sind im Körper zu finden. Einer der Faktoren ist die Laktattoleranz (was eigentlich ein falscher Begriff ist, weil Laktat das Salz der Milchsäure ist. Spritzt man Laktat in einen Muskel verbessert sich seine Kontraktionsfähigkeit).

    Mit dem Coopertest hat man einen standardisierten Test für bereits sportlichere Leute. Zusätzlich wird Laktat ein Thema, das bei Ausdauer auch immer eine Rolle spielen wird und bei niedrig intensivem Joggen oder Krafttraining nicht ausreichend ausgereizt wird. Ein Beispiel: Als relativ schwerer und langjähriger Kraftsportler kann ich sehr gut sprinten und könnte gefühlt ewig joggen bei einem Tempo von 6:30 Minuten pro Kilometer. Aber da Muskeln Sauerstoff fressen und ich durchs Krafttraining auch wohl viel glykolytische Typ-2 Muskelfasern habe, renne ich gefühlt irgendwann gegen eine Wand,wenn ich auch nur 30-60 Sekunden schneller pro Kilometer sein möchte. Aus diesem Grund halte ich es gerade für Nicht-Ausdauer-Athleten für wichtig, explizit mehr für VO2max und Laktattoleranzen zu tun, um dieses schwache Glied in der Kette zu eliminieren.

    Das kann man auch anders beschreiben: Sobald du schnellzuckende Muskelfasern rekrutierst, ermüden diese schnell, sodass du das höhere Tempo nur sehr kurz halten kannst.

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