[project log] Johannes' Lesenotizen

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Kommentare

  • Lass dich nicht anstecken von Moderne als Krankheit. :)

  • @Sascha Zu behaupten ich wäre nicht infiziert wäre wohl überheblich

  • Wir alle sind infiziert. Es ist nur eine Frage der viralen Last. :)

  • Schritt 1: Smartphone wegwerfen? :D Schreib doch bitte mal ein 10 Schritte quick fix Programm zur Selbstimmunisierung gegen dieses Virus

  • Der 9te Schritt wird dich umhauen!

  • kann's kaum erwarten! bitte rette mich

  • Moderne Leute mit Krankheit hassen diesen Trick

  • I slept and dreamt that life was joy. I awoke and saw that life was service. I acted and behold, service was joy.
    -- Rabindranath Tagore

  • Klassische Musik von Lambert

    Lambert ist ein zeitgenössischer deutscher Komponist. Bei seinen Auftritten trägt er eine sardische Stiermaske. Hier eine Hörprobe; das Lied heißt Vienna:

    Und eine weitere, Awake:

    Empfehlen kann ich als Einstieg die Alben "Stay In The Dark" und "True". (Gibt's auf Spotify.)


    Paint A Circle Around the Arrow Of Life and Hit the Bullseye Every Time! by Paul Chek

    Paul Cheks Buch Paint A Circle Around the Arrow Of Life and Hit the Bullseye Every Time! (2009) erhielt seinen Namen durch eine Geschichte. Sie handelt von einem Bogenschützen, der seine Pfeile in Bäume schoss, und anschließend die Zielschreibe um die Pfeile herum malte, sodass sie jedes Mal ins Schwarze trafen.

    Und welche Geschichte erzählt Chek in seinem Buch? Eine Geschichte über Gott, nämlich wer Gott ist und wie man ihm näher kommen kann.

    In this little book, I synthesize my lifetime of experiential and intellectual exploration into the nature of God—for the search for God is essentially the search for meaning. I’ve studied almost every aspect of religion and ancient and modern metaphysics. I have found over and over again, that while the Child of God is dressed in many disguises, the nature of that Child is Unity. Here, I do my best to express the paradoxical nature of division —created by the mind, and then united by the heart—by loving each other and Nature. (p.8)

    Paint A Circle gliedert sich in folgende Kapitel:

    CHAPTER I: A GOD That Can Dance!
    - In dem Chek ein Gott-Modell vorstellt, dass er mit einem Auspruch Zarathustras und Oshos "tanzendem Gott" einleitet, und dann auf allerlei theoretischen Überlegungen und Modellen (v.a. des Tao) basiert.
    CHAPTER II: GOD’S Layer Cake
    - Wo es hauptsächlich um das Gesetz der Anziehung und um Schwingungen geht: "Gleiches zieht gleiches an."
    CHAPTER III: How To Recognize And Remove Mind Viruses
    - Handelt von schädlichen Memes und Glaubenssätzen, die Chek dann Mind Viruses nennt.
    CHAPTER IV: Morals and Ethics
    - Soll helfen, sinnvolle Werte von Mind Viruses zu trennen.
    CHAPTER V: Paint A Circle Around Your Arrow and Hit The Bullseye Of Life Every Time!
    - Erzählt die oben angerissene Geschichte und schließt das Buch ab.

    Life is an arrow
    Traveling through time
    And you are responsible
    For painting your own reality !
    There is only one Way
    The Way of peace and happiness
    The birds,
    The bees,
    The flowers,
    The trees,
    They all live the Way of Love
    Love is God
    God is you
    You are God’s arrow
    Now, you’ve got your paintbrush…
    You know what to do!
    THAT – IS – THE – WAY
    ~ O ~


    Ein Sonntagsgedicht, heute von Rumi

    TANZ!

    Wenn du aufgebrochen bist,
    tanz!

    Wenn du den Verband heruntergerissen hast,
    tanz!

    Mitten in der Schlacht,
    tanz!

    Tanze in deinem Blut!

    Wenn du vollkommen frei bist, tanz!

  • Von Geistern aufgezogen

    Als Kleinkind überlebt Nobody Owens die Ermordung seiner Familie. Er wächst auf einem Friedhof auf, wo er von den Geistern der Toten aufgezogen und beschützt wird. Außerhalb des Friedhofs ist er nicht sicher, denn der Mörder seiner Familie trachtet noch immer nach seinem Leben. Doch irgendwann muss er den Friedhof verlassen, um ein normales Leben führen zu können...

    The Graveyard Book (2008) von Neil Gaiman erzählt Nobodys Geschichte, bis er erwachsen ist. Zum Hintergrund heißt es bei Wikipedia: "Gaiman hatte die Idee zu der Geschichte 1985, als er mit seinem zweijährigen Sohn Mike auf einem Friedhof zum Dreiradfahren war. Die Familie lebte damals in der Nähe des Friedhofes in East Grinstead, West Sussex. Er dachte, er könne so etwas wie Das Dschungelbuch auf einem Friedhof schreiben."

    Spannende Idee, flüssig erzählt, unterhaltsam - mir hat's gefallen! Ist ein cooles Jugendbuch.


    A Gardener Watering His Plant von Austin Kleon


    Reflexionsfrage von ​Jerry Colonna

    How am I complicit in creating the conditions I say I don’t want?


    Hannah Arendt über den Sinn von Politik

    Der Sinn von Politik ist Freiheit. --Hannah Arendt

  • bearbeitet Mai 2022

    Stolen Focus von Johann Hari

    Müsste man Johann Haris These auf einen Satz herunterbrechen, könnte er vielleicht wie folgt lauten:

    Unsere Konzentrationsfähigkeit ging uns nicht verloren, sie wurde uns gestohlen; die Krise unserer Aufmerksamkeit hat systemische Ursachen - und systemische Probleme erfordern systemische Lösungen.

    Ja, es gebe Strategien, die man als Individuum ergreifen könne - und wir kennen sie alle: Apps wie "Freedom" oder der kSafe für's Smartphone, keine Bildschirme vor dem Schlafengehen, Emails nur 1x am Tag, kein Social Media, ausreichend Schlaf usw. Doch von diesen Strategien handelt Stolen Focus eher weniger. Denn Hari kommt zu dem Schluss, dass all dies zwar wichtig und nützlich sei, um sich zu schützen, aber am Ende habe man keine Chance gegen die immensen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte, die hier am Werke sind. So zu tun, als wäre Willenskraft die Lösung gegen das Smartphone, sei "Cruel Optimism".

    [...] 'cruel optimism'. This is when you take a really big problem with deep causes in our culture - like obesity, or depression, or addiction - and you offer people, in upbeat language, a simplistic individual solution. It sounds optimistic, because you are telling them that the problem can be solved, and soon - but it is in, in fact, cruel, because the solution you are offering is so limited, and so blind to the deeper causes, that for most people, it will fail. [...] While at first glance, cruel optimism seems kind and optimistic, it often has an ugly after-effect. It ensures that when the small, cramped solution fails, as it will most of the time, the individual won't blame the system - she will blame herself. She will think she screwed up and she just wasn't good enough. Ronald told me, 'It deflects attention away from the social causes of stress', like overwork, and it can quite quickly turn into a form of 'victim-blaming'. It whispers: the problem isn't in the system; the problem is in you. [...] The alternative to cruel optimism - telling people a simplistic story that sets them up to fail - isn't pessimism, the idea that you can't change anything. It's authentic optimism. This is where you honestly acknowledge the barriers that stand in the way of you goal and establish a plan to work together with other people to dismantle those barriers, step by step.

    Insgesamt identifiziert Hari 12 Gründe für die Krise unserer Aufmerksamkeit. Jedem dieser Gründe ist ein Kapitel gewidmet:

    Cause One: The Increase in Speed, Switching and Filtering
    Cause Two: The Crippling of Our Flow States
    Cause Three: The Rise of Physical and Mental Exhaustion
    Cause Four: The Collapse of Sustained Reading
    Cause Five: The Disruption of Mind-Wandering
    Cause Six: The Rise of Technology That Can Track and Manipulate You (Part One)
    Cause Six: The Rise of Technology That Can Track and Manipulate You (Part Two)
    Cause Seven: The Rise of Cruel Optimism
    The First Glimpses of the Deeper Solution
    Cause Eight: The Surge in Stress and How It Is Triggering Vigilance
    The Places That Figured Out How to Reverse the Surge in Speed and Exhaustion
    Causes Nine and Ten: Our Deteriorating Diets and Rising Pollution
    Cause Eleven: The Rise of ADHD and How We Are Resonding to It
    Cause Twelve: The Confincement of Our Children, Both Physically and Psychologically
    Conclusion: Attention Rebellion

    Und die Lösung, das betont er immer wieder, sei nicht der Selbstschutz, der zwar als Lösung verkauft wird, aber einfach nur die Symptome abfedern kann, sondern eine politische Bewegung, die gegen die Ursachen vorgeht und unsere gesellschaftliche Umwelt umstrukturiert.

    With this in mind, I now had a sense of what a movement to reclaim our attention might look like. I would start with three big, bold goals. One: Ban surveillance capitalism, because people who are being hacked and deliberately hooked can't focus. Two: Introduce a four day week, because people who are chronically exhausted can't pay attention. Three: Rebuild childhood around letting kids play freely - in their neighbourhoods and at school - because children who are imprisoned in their homes won't be able to develop a healthy ability to pay attention.


    Sonntagsgedicht von Rumi

    SCHWIMMEN

    Bist du eifersüchtig auf die Großzügigkeit des Ozeans?
    Warum diese Freude irgendwem verweigern?
    Fische halten das heilige Wasser
    doch nicht in Tassen fest!
    Sie schwimmen darin - kreuz und quer -
    durch das gewaltige, freie Meer.

  • @Johannes kommt eigentlich eine Bewertung von dem Otori Clan? Ich bin über das Buch das erste mal auf den Vergleich des eigenen Lebens mit einem Königreich gekommen. Ich befinde mich in den Sozialen Gruppierungen meines Lebens (Familie, Job, Freundeskreis, ...) in verschiedenen Rollen mit verschiedenen Anforderungen an die jeweilige Rollen (mal der Bauer auf dem Feld der dem König zuarbeitet, mal der König der Verantwortung trägt und Entscheidungen trifft).
    Fand ich sehr spannend, abgesehen davon fand ich es sehr cool zu lesen.

  • bearbeitet Mai 2022

    @Johannes schrieb:

    Stolen Focus von Johann Hari

    ...

    Danke für den Tipp und die akurate Zusammenfassung. Buch ist bestellt. Mich bringt mein mangelnder Fokus echt noch um.

    Trotzdem finde ich den Beitrag hier ziemlich geil als Schock: Denn blöderweise konnte ich zu so ziemlich jedem Info-News-Schnippsel in dem Beitrag irgendwas sagen.. was mich echt erschreckt hat (Video kann wegen Werbung ab 5:05 ignoriert werden..):

  • @Johannes schrieb:

    Stolen Focus von Johann Hari

    Müsste man Johann Haris These auf einen Satz herunterbrechen, könnte er vielleicht wie folgt lauten:

    Unsere Konzentrationsfähigkeit ging uns nicht verloren, sie wurde uns gestohlen; die Krise unserer Aufmerksamkeit hat systemische Ursachen - und systemische Probleme erfordern systemische Lösungen.

    Ja, es gebe Strategien, die man als Individuum ergreifen könne - und wir kennen sie alle: Apps wie "Freedom" oder der kSafe für's Smartphone, keine Bildschirme vor dem Schlafengehen, Emails nur 1x am Tag, kein Social Media, ausreichend Schlaf usw. Doch von diesen Strategien handelt Stolen Focus eher weniger. Denn Hari kommt zu dem Schluss, dass all dies zwar wichtig und nützlich sei, um sich zu schützen, aber am Ende habe man keine Chance gegen die immensen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte, die hier am Werke sind. So zu tun, als wäre Willenskraft die Lösung gegen das Smartphone, sei "Cruel Optimism".

    [...] 'cruel optimism'. This is when you take a really big problem with deep causes in our culture - like obesity, or depression, or addiction - and you offer people, in upbeat language, a simplistic individual solution. It sounds optimistic, because you are telling them that the problem can be solved, and soon - but it is in, in fact, cruel, because the solution you are offering is so limited, and so blind to the deeper causes, that for most people, it will fail. [...] While at first glance, cruel optimism seems kind and optimistic, it often has an ugly after-effect. It ensures that when the small, cramped solution fails, as it will most of the time, the individual won't blame the system - she will blame herself. She will think she screwed up and she just wasn't good enough. Ronald told me, 'It deflects attention away from the social causes of stress', like overwork, and it can quite quickly turn into a form of 'victim-blaming'. It whispers: the problem isn't in the system; the problem is in you. [...] The alternative to cruel optimism - telling people a simplistic story that sets them up to fail - isn't pessimism, the idea that you can't change anything. It's authentic optimism. This is where you honestly acknowledge the barriers that stand in the way of you goal and establish a plan to work together with other people to dismantle those barriers, step by step.

    Ich habe das ein bisschen anders gelesen. Und zwar nämlich so, dass all die kleinen individuellen Schritte das Problem nicht gesamtgesellschaftlich lösen können, aber individuell trotzdem extrem wichtig sind. Ja, die strukturellen Hürden sind hoch, aber Entscheidungen in die richtige Richtung zu mehr Aufmerksamkeit sind auch auf individueller Ebene möglich (sonst schiebt man die Verantwortung einfach nur ab).
    Es sind aber schwere Entscheidungen: verzichte ich auf einige "soziale Kontakte" wenn ich mich von allen sozialen Medien abmelde oder will ich das nicht? Ziehe ich aus der Stadt weg, auch wenn dann Arbeit und Infrastruktur ungewohnte Probleme machen können? Machbar ist das alles, aber die Konsequenzen, positiv und negativ, trägt man eben selbst.

    Für mich hat eine gute Aufmerksamkeit, also geistige Schärfe, sehr viel mit menschlicher Würde zu tun. Wie sehr will ich mich manipulieren und steuern lassen?
    Hier im Forum haben denke ich die meisten, die das lesen und kommentieren, zumindest ein Grundverständnis für das Problem und die Strukturen. Daraus folgt meiner Meinung nach auch eine Art moralische Pflicht, sich dazu entsprechend zu positionieren.
    Mir ist aber auch bewusst, dass sehr viele Menschen dieses Problem überhaupt nicht verstehen, begreifen, wahrnehmen. Für diese Menschen ist eine strukturelle Lösung natürlich viel wichtiger.

  • @TylerDurden schrieb:
    @Johannes kommt eigentlich eine Bewertung von dem Otori Clan? Ich bin über das Buch das erste mal auf den Vergleich des eigenen Lebens mit einem Königreich gekommen. Ich befinde mich in den Sozialen Gruppierungen meines Lebens (Familie, Job, Freundeskreis, ...) in verschiedenen Rollen mit verschiedenen Anforderungen an die jeweilige Rollen (mal der Bauer auf dem Feld der dem König zuarbeitet, mal der König der Verantwortung trägt und Entscheidungen trifft).
    Fand ich sehr spannend, abgesehen davon fand ich es sehr cool zu lesen.

    Coole Beobachtung! Und ich habe die Bücher früher geliebt! Ich habe bisher nur zu Sachen geschrieben, die ich frisch gelesen hatte. Da es aber mit Shigeru & Takeo schon länger her ist, traue ich mir nicht zu, etwas darüber zu schreiben. Vielleicht mal, wenn ich die Bücher erneut lese


    @Room101 schrieb:
    Ich habe das ein bisschen anders gelesen. Und zwar nämlich so, dass all die kleinen individuellen Schritte das Problem nicht gesamtgesellschaftlich lösen können, aber individuell trotzdem extrem wichtig sind. Ja, die strukturellen Hürden sind hoch, aber Entscheidungen in die richtige Richtung zu mehr Aufmerksamkeit sind auch auf individueller Ebene möglich (sonst schiebt man die Verantwortung einfach nur ab).

    Ich stimme dir zu (und finde, dass ich das so auch geschrieben habe). Ich habe es weniger stark formuliert als du, weil mir aufgefallen war, dass Hari an mehreren Stellen betont, a) wie beschränkt der Willen des einzelnen in diesem Kampf ist und b) dass dieser - zwar super wichtige - Selbstschutz das Problem nicht lösen kann.


    Sonntagsgedicht von Rumi

    DIE EDELSTEIN-BLUME

    So zerbrechlich war es gestern.
    Die nachtsingenden Vögel am Bach.
    Sie sangen:

    "Magst du auch eine Edelstein-Blume schmieden,
    aus Gold, Rubinen und Smaragden,
    Duft wird ihr doch fehlen."

  • bearbeitet September 2022

    Anna Kamienska über das Aufschreiben von Gedanken

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.
    Moreover the writer invents himself as a character in this form. He shapes himself from the shards of the everyday, from the truth of that daily life.
    -- Anna Kamienska (In That Great River: A Notebook)

  • Wie gehst du/geht ihr mit dem Widerspruch um?

    @Johannes schrieb:

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.

  • @andreas_n schrieb:
    Wie gehst du/geht ihr mit dem Widerspruch um?

    @Johannes schrieb:

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.

    In dem ich im Tagebuch nicht über mein emotionales Innenleben schreibe, aber über Business, Handwerk, Ideen, Pläne, Kunst, und andere Interessen.

  • Oliver Burkeman über Soziale Medien und freien Willen

    'Attention is the beginning of devotion', writes the poet Mary Oliver, pointing to the fact that distraction and care are incompatible with each other: you can't truly love a partner or a child, dedicate yourself to a career or to a cause - or just savour the pleasure of a stroll in the park - except to the extent that you can hold your attention on the object of your devotion to begin with. [...] All of which helps clarify what's so alarming about the contemporary online 'attention economy', of which we've heard so much in recent years: it's essentially a giant machine for persuading you to make the wrong choices about what to do with your attention, and therefore with your finite life, by getting you to care about things you didn't want to care about. [...] So it's not simply that our devices distract us from more important matters. It's that they change how we're defining 'important matters' in the first place. In the words of the philosopher Harry Frankfurt, they sabotage our capacity to 'want what we want to want'. -- Oliver Burkeman, Four Thousand Weeks, p.97

  • The Summer Day by Mary Oliver

    Who made the world?
    Who made the swan, and the black bear?
    Who made the grasshopper?
    This grasshopper, I mean—
    the one who has flung herself out of the grass,
    the one who is eating sugar out of my hand,
    who is moving her jaws back and forth instead of up and down—
    who is gazing around with her enormous and complicated eyes.
    Now she lifts her pale forearms and thoroughly washes her face.
    Now she snaps her wings open, and floats away.
    I don't know exactly what a prayer is.
    I do know how to pay attention, how to fall down
    into the grass, how to kneel down in the grass,
    how to be idle and blessed, how to stroll through the fields,
    which is what I have been doing all day.
    Tell me, what else should I have done?
    Doesn't everything die at last, and too soon?
    Tell me, what is it you plan to do
    with your one wild and precious life?

  • bearbeitet September 2022

    Wenn ich Leute wie Dich, Johannes, und Sascha betrachte, schäme ich mich fast, daß ich Tölpel meine, die Gesamtheit mit meinen Ideen und Wünschen behelligen zu müssen. Aber das mache ich, ich habe eine Art Idee einer weiteren basisdemokratischen Partei entwickelt und in einem kleinen Pamphlet "Der Geist der Katharer" formuliert und auch zwei Portalen ohne Resonanz mit der Bitte um Veröffentlichung vorgestellt. Kern ist, daß man Verantwortung nicht abgeben sollte, und daß die Spezialisierung und Differenzierung unserer Gesellschaften ein schlicht manipulatives Moment ist.
    Egal, ich frage mich, warum mir dieser blog erst heute aufgefallen ist und ich bezweifle, daß ich mir die Zeit nehmen werde, alles etwas gründlicher überschauen werde. Aber viel von dem, was Du hier vorstellst, gehört ebenfalls zu meinen Themen.

  • @Phlynx Freut mich! Schau einfach mal durch, vielleicht findest du ja etwas, das dich interessiert.

  • Cal Newport - Eine evolutionäre Sicht auf Langeweile & Junk Food für den Geist

    Deep Work had a superficial idea about boredom. I had this chapter called Embrace Boredom. It was a very functionalist idea: basically you have to have some boredom in your regular schedule or your mind is going to form a pavlovian connection between as soon as I feel boredom I get stimuli. Once it forms that connection it's never going to tolerate deep work. [...]

    But more recently what I'm really interested in boredom is: maybe it is a fundamental human drive because it's incredibly uncomfortable. Think about the other things that are incredibly uncomfortable. Like hunger or thirst they serve a really important purpose for our species. If something is really distressing there's a reason. Pain is really uncomfortable because we need to worry about getting injured. Thirst is really uncomfortable because we need water to survive. So what's about boredom? Why is that uncomfortable?

    I'm interested in the notion that boredom is driving us towards productive action. I think about it like this: what got our species to actually take advantage of these brains? What got us to work with fire. What got us shaping stones and the hand axes? [...] Boredom drives us toward action.

    I'm fascinated by this fundamental action instinct because I have this theory that I'm working on that we are out of sync with it. Like we have this drive for hunger but then we introduced junk food and got out of sync with hunger and it makes us unhealthy. Now we have this drive toward action but then we overload ourselves and we have all of these distractions. That causes something like a cognitive action obesity. It short circuts the system that wants us to do things but we put more on our plate than we can possibly do and then we are frustrated. [...]

    Think about this analogy: we have this hunger instinct that junk food short circuts. [...] Now think about modern attention engineered digitally mediated entertainment. We have this boredom instinct and, oh, we can take care of that with a hyperpalatable alternative. That is going to lead to a similar problem.

    -- Cal Newport bei Lex Fridman

  • Anna Lembke - Dopamin-Homöostase im modernen Überfluss

    The richest countries in the world are the countries that have the most suicide, anxiety, depression and physical pain. The more we have a good life, lots of food, lots of fun, lots of medicines to protect us from illness and pain - we've clearly reached some kind of tipping point - we're now essentially more miserable than ever and the question is why. [...]

    One of the most [interesting] findings in neuroscience in the last hundred years is that pleasure and pain are co-located, by which I mean that the same parts of the brain that process pleasure also process pain. And they work like opposite sides of the balance. So when we do something that's pleasurable or reinforcing or rewarding that balance tips to the side of pleasure. When we experience something painful like cutting our finger it tips to the side of pain.

    But one of the overarching rules governing this balance is that it wants to remain level. It doesn't want to be tipped for very long either to pleasure or pain and the brain will work very hard to restore a level balance or what neuroscientists call homeostasis. It's really a biological imperative not just in our own physiological symptoms but in the universe to go to homeostasis. Any deviation from neutrality is actually a form of stress. In fact biologists define stress as a deviation in either direction and that's really the key. One of the main problems with modern life is that we have too many pleasurable substances and behaviors and that is actually stressing us out. It's literally stressful when we do something pleasurable. Like I don't know having a beer or playing a video game or eating a piece of chocolate. It depends who you are, because people are different, but in general those things are pleasurable. We get a little tilt to the pleasure side and we get the release of dopamine in our brains reward pathway, which is this evolutionarily phylogenetically conserved very very old part of the brain that's been unchanged for just millennia and is also identical in other species all the way down to the lizard, which is why it's sometimes called the lizard brain. You know our evolution meant that we've piled a whole bunch of other layers on top but that part is exactly the same as it's always been, and it's the part that gets us again to approach pleasure and avoid pain.

    But here's really the key: the way that the brain restores a level balance, or homeostasis, after this deviation to the pleasure side is to not just bring it level again but tilt it in equal and opposite amount to the side of pain. That's called the opponent process reaction. I sort of think that is these little gremlins that represent neuro adaptation hopping on the pain side of the balance but they like it on the balance so they stay on until it's tipped and equal and opposite amount. That's that moment of wanting just one more video game, another beer, another piece of chocolate. Now if we wait a little bit [...] the gremlins hop off. That feeling passes and homeostasis is restored. And we want homeostasis to be restored because it's fundamental to the resilience of this system. When the system is at baseline homeostasis it's sensitive, it senses new pleasures, it's aware of potential dangers and painful things so we know to avoid them.

    Let's look at what happens if we instead of waiting for those gremlins to hop off instead immediately reach for another beer, another piece of chocolate, another video game. Another major rule of this balance is that with repeated exposure to the same or similar stimuli that initial response gets weaker and shorter in duration and the after response gets stronger and longer. So i think of that as sort of an Arnold Schwarzenegger type gremlin hopping on the pain side to bring it balance again. [...] We're down regulating our own dopamine transmission we're taking our dopamine receptors that are on the outside of our neurons and we're resorbing them into the neuron all of which is a way to accommodate this huge increased bolus in dopamine. What ends up happening is now that opponent process reaction is stronger and longer so we go from you know shorter and weaker to stronger and longer on the pain side of the balance and that is the fundamental sort of paradox or vicious cycle that we get into especially when we're living in a world in which we have nearly universal ubiquitous access to highly potent highly reinforcing drugs and behaviors, which don't just release a little bit of dopamine but a whole huge bolus. We're all surrounded by them all the time every day and over time we're bombarding our dopamine reward pathway with way more dopamine than our primitive brains can handle. The result is that we end up with enough gremlins on the pain side of the balance to fill this whole room and they are now camped out there. That's called allostasis.

    Allostasis is where our body has to accommodate and work very very hard to try to restore homeostasis. If it's unable to do that using the normal mechanisms it essentially changes our set point, so now we've got those gremlins camped out there. They're not leaving even when we wait a while. It's now easier to tip our balance to the side of pain and it's really really hard now to experience pleasure. And when we're not using we're in a state of anxiety. Universal symptoms of withdrawal from any addictive substance are anxiety, irritability, insomnia, dysphoria and craving for our drug.

    This is the fundamental problem if you look at rates of depression and anxiety all over the world today. They are going up skyrocketing. Suicide rates too, also physical pain. The richest countries in the world are the countries that have the most suicide, anxiety, depression and physical pain. [...] Clearly we have something very strange going on here, where the more we have of the things
    that we think would make a good life, lots of food, lots of fun stuff, lots of medicines to protect us from illness and pain. We've clearly reached some kind of tipping point we're now essentially more miserable than ever. The pleasure pain balance explains that because our primitive brains were not wired for an easy hyper convenient world. We are suffering as a result of all of this access to these feel good things.

    The first thing that we need to do is to cut out all of these feel-good substances and behaviors. Essentially dopamine fasting right. Whatever your source of dopamine is, cut it out for long enough. In my clinical practice I have patients who come in seeking help for anxiety, depression, insomnia, and the first thing that I will typically do is to have them cut out their feel good drugs and behaviors. We are hardwired to approach pleasure and avoid pain and that's really at the heart of our dopamine reward system. Dopamine is not just about the reward it's also about the wanting and the motivation and it's relative dopamine. So it's whether our dopamine is above or below tonic baseline that really is at the heart of motivation.

    Anna Lembke über Dopminfasten

    I do recommend starting out with a dopamine fast in order to restore homeostatic baselines. If you can't do a month, can you do two weeks? You know in my experience to really reset reward pathways it does take a month of not using our drug of choice. [...]

    Then, when we go back to using, keep in mind the balance and the gremlins and try to use in moderation, so that you don't get into this vicious cycle of too many gremlins hopping on the pain side of the balance, so that you're in this dopamine deficit state where you're basically net negative and you have to keep using just to feel normal. Ways to do that are to engage in pleasurable activities that are not too potent and to do it not too often so that you leave enough space in between for the gremlins to hop off and for homeostasis to be restored.

    Certainly once we're into daily use it's much harder to keep our balance in check. (I would also add that a lot of times people will be like well I only use cannabis once a week and I only use alcohol once a week and I only use poppers once a week, but at the end of the week they've used something every day so you also want to be mindful of that.) What we're really talking about is that you want to have at least two or three days every week where you're not using any kind of potent rewarding behavior. That's all to leave enough time for homeostasis to be restored.

  • bearbeitet Oktober 2022

    @Johannes +1 Danke für den Auszug.
    Ich finde es ja schade, dass man hier keine Likes vergeben kann, aber dann würden hier zuviele Gremlins wild umherspringen ;-)

    Gibt es auch eine gute deutsche Version von diesem Text? Ich würde sowas bestimmten Freunden/Bekannten gerne näher bringen, aber bei solchen englischen Texten verlieren sie schnell den Zugang..

    In diesem Kontext möchte ich unbedingt an den legendären Huberman-Podcast über Dopamin erinnern der im Prinzip auch genau das wiedergibt und ergänzt was Anna Lembke sagt:
    https://youtube.com/watch?v=QmOF0crdyRU

  • bearbeitet Oktober 2022

    Ich mache in meinem Umfeld/meiner Bubble immer wieder die Beobachtung, dass fast ausschließlich nur Männer an dem genannten Dopaminüberschuss/-mangel-Phänomen leiden. Frauen scheinen dagegen irgendwie resilienter zu sein. Zumindest fällt mir auf, dass sie weniger Suchtverhalten an den Tag legen. Liegt es daran, dass sie bestimmte Dopamintrigger weniger (edited) (Drogen(inkl. Alkohol), Computerspiele,..) konsumieren oder sie von Natur aus die Balance besser halten können?

  • Hi Andreas,

    eine deutsche Version ist mir nicht bekannt.

    Es ist der Auszug aus zwei Videos, war also gar kein Text, sondern Audio.

    @andreas_n schrieb:
    Ich mache in meinem Umfeld/meiner Bubble immer wieder die Beobachtung, dass fast ausschließlich nur Männer an dem genannten Dopaminüberschuss/-mangel-Phänomen leiden. Frauen scheinen dagegen irgendwie resilienter zu sein. Zumindest fällt mir auf, dass sie weniger Suchtverhalten an den Tag legen. Liegt es daran, dass sie bestimmte Dopamintrigger (Drogen(inkl. Alkohol), Computerspiele,..) konsumieren oder sie von Natur aus die Balance besser halten können?

    In meinem Umfeld scheint mir der Konsum raffinierter bzw. hochpotenter Stimuli zwischen Männern und Frauen etwa die Waage zu halten.

    Die Männer leiden aber stärker unter Antriebsverlust.

  • a daily run

    Every day you go on a long run through the forest.

    You picture a pot of gold at the end. It helps you finish when you feel like quitting.

    One day you pretend there’s a tiger right behind you. It makes you much faster, so you keep using this approach.

    A running expert suggests you try acting like you’re running on hot coals, to keep you on the front of your feet. You try it, and it improves your stamina and energy.

    Sometimes, to shake things up, you try running barefoot, or with your eyes closed, or with your arms out like an airplane. Every time you hear or think of a new way to run, you try it to see how it works and how you feel. The variety is fun.

    Eventually you realize you could make this path better for others, so you bring a shovel to smooth out bumps and fill in holes. You imagine future runners being thankful for whoever did this.

    One day, when filled with money frustrations at home, you run while picturing that pot of gold again, and are surprised to find it now makes you run faster than ever.

    A new book declares that the single best way to run, after hundreds of scientific experiments by the experts, is, in fact, to act as if a tiger is behind you. Millions of readers (they call themselves “tigerists”) are happy that tigerism has the answer.

    So, can we say that one of these ways to run is true?

    -- Derek Sivers

  • Diese Tage,
    die leer dir erscheinen
    und wertlos für das All,
    haben Wurzeln zwischen
    den Steinen
    und trinken überall.

    -- Paul Valéry

  • Zu Anna Lembke:

    Mir fiel spontan ein: wir ersticken an unserem Soma (in Anlehnung an Huxley).

    Das Gedicht von Paul Valery ist wunderschön.

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