[project log] Johannes' Lesenotizen

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Kommentare

  • Lass dich nicht anstecken von Moderne als Krankheit. :)

  • @Sascha Zu behaupten ich wäre nicht infiziert wäre wohl überheblich

  • Wir alle sind infiziert. Es ist nur eine Frage der viralen Last. :)

  • Schritt 1: Smartphone wegwerfen? :D Schreib doch bitte mal ein 10 Schritte quick fix Programm zur Selbstimmunisierung gegen dieses Virus

  • Der 9te Schritt wird dich umhauen!

  • kann's kaum erwarten! bitte rette mich

  • Moderne Leute mit Krankheit hassen diesen Trick

  • I slept and dreamt that life was joy. I awoke and saw that life was service. I acted and behold, service was joy.
    -- Rabindranath Tagore

  • Klassische Musik von Lambert

    Lambert ist ein zeitgenössischer deutscher Komponist. Bei seinen Auftritten trägt er eine sardische Stiermaske. Hier eine Hörprobe; das Lied heißt Vienna:

    Und eine weitere, Awake:

    Empfehlen kann ich als Einstieg die Alben "Stay In The Dark" und "True". (Gibt's auf Spotify.)


    Paint A Circle Around the Arrow Of Life and Hit the Bullseye Every Time! by Paul Chek

    Paul Cheks Buch Paint A Circle Around the Arrow Of Life and Hit the Bullseye Every Time! (2009) erhielt seinen Namen durch eine Geschichte. Sie handelt von einem Bogenschützen, der seine Pfeile in Bäume schoss, und anschließend die Zielschreibe um die Pfeile herum malte, sodass sie jedes Mal ins Schwarze trafen.

    Und welche Geschichte erzählt Chek in seinem Buch? Eine Geschichte über Gott, nämlich wer Gott ist und wie man ihm näher kommen kann.

    In this little book, I synthesize my lifetime of experiential and intellectual exploration into the nature of God—for the search for God is essentially the search for meaning. I’ve studied almost every aspect of religion and ancient and modern metaphysics. I have found over and over again, that while the Child of God is dressed in many disguises, the nature of that Child is Unity. Here, I do my best to express the paradoxical nature of division —created by the mind, and then united by the heart—by loving each other and Nature. (p.8)

    Paint A Circle gliedert sich in folgende Kapitel:

    CHAPTER I: A GOD That Can Dance!
    - In dem Chek ein Gott-Modell vorstellt, dass er mit einem Auspruch Zarathustras und Oshos "tanzendem Gott" einleitet, und dann auf allerlei theoretischen Überlegungen und Modellen (v.a. des Tao) basiert.
    CHAPTER II: GOD’S Layer Cake
    - Wo es hauptsächlich um das Gesetz der Anziehung und um Schwingungen geht: "Gleiches zieht gleiches an."
    CHAPTER III: How To Recognize And Remove Mind Viruses
    - Handelt von schädlichen Memes und Glaubenssätzen, die Chek dann Mind Viruses nennt.
    CHAPTER IV: Morals and Ethics
    - Soll helfen, sinnvolle Werte von Mind Viruses zu trennen.
    CHAPTER V: Paint A Circle Around Your Arrow and Hit The Bullseye Of Life Every Time!
    - Erzählt die oben angerissene Geschichte und schließt das Buch ab.

    Life is an arrow
    Traveling through time
    And you are responsible
    For painting your own reality !
    There is only one Way
    The Way of peace and happiness
    The birds,
    The bees,
    The flowers,
    The trees,
    They all live the Way of Love
    Love is God
    God is you
    You are God’s arrow
    Now, you’ve got your paintbrush…
    You know what to do!
    THAT – IS – THE – WAY
    ~ O ~


    Ein Sonntagsgedicht, heute von Rumi

    TANZ!

    Wenn du aufgebrochen bist,
    tanz!

    Wenn du den Verband heruntergerissen hast,
    tanz!

    Mitten in der Schlacht,
    tanz!

    Tanze in deinem Blut!

    Wenn du vollkommen frei bist, tanz!

  • Von Geistern aufgezogen

    Als Kleinkind überlebt Nobody Owens die Ermordung seiner Familie. Er wächst auf einem Friedhof auf, wo er von den Geistern der Toten aufgezogen und beschützt wird. Außerhalb des Friedhofs ist er nicht sicher, denn der Mörder seiner Familie trachtet noch immer nach seinem Leben. Doch irgendwann muss er den Friedhof verlassen, um ein normales Leben führen zu können...

    The Graveyard Book (2008) von Neil Gaiman erzählt Nobodys Geschichte, bis er erwachsen ist. Zum Hintergrund heißt es bei Wikipedia: "Gaiman hatte die Idee zu der Geschichte 1985, als er mit seinem zweijährigen Sohn Mike auf einem Friedhof zum Dreiradfahren war. Die Familie lebte damals in der Nähe des Friedhofes in East Grinstead, West Sussex. Er dachte, er könne so etwas wie Das Dschungelbuch auf einem Friedhof schreiben."

    Spannende Idee, flüssig erzählt, unterhaltsam - mir hat's gefallen! Ist ein cooles Jugendbuch.


    A Gardener Watering His Plant von Austin Kleon


    Reflexionsfrage von ​Jerry Colonna

    How am I complicit in creating the conditions I say I don’t want?


    Hannah Arendt über den Sinn von Politik

    Der Sinn von Politik ist Freiheit. --Hannah Arendt

  • bearbeitet 22. Mai

    Stolen Focus von Johann Hari

    Müsste man Johann Haris These auf einen Satz herunterbrechen, könnte er vielleicht wie folgt lauten:

    Unsere Konzentrationsfähigkeit ging uns nicht verloren, sie wurde uns gestohlen; die Krise unserer Aufmerksamkeit hat systemische Ursachen - und systemische Probleme erfordern systemische Lösungen.

    Ja, es gebe Strategien, die man als Individuum ergreifen könne - und wir kennen sie alle: Apps wie "Freedom" oder der kSafe für's Smartphone, keine Bildschirme vor dem Schlafengehen, Emails nur 1x am Tag, kein Social Media, ausreichend Schlaf usw. Doch von diesen Strategien handelt Stolen Focus eher weniger. Denn Hari kommt zu dem Schluss, dass all dies zwar wichtig und nützlich sei, um sich zu schützen, aber am Ende habe man keine Chance gegen die immensen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte, die hier am Werke sind. So zu tun, als wäre Willenskraft die Lösung gegen das Smartphone, sei "Cruel Optimism".

    [...] 'cruel optimism'. This is when you take a really big problem with deep causes in our culture - like obesity, or depression, or addiction - and you offer people, in upbeat language, a simplistic individual solution. It sounds optimistic, because you are telling them that the problem can be solved, and soon - but it is in, in fact, cruel, because the solution you are offering is so limited, and so blind to the deeper causes, that for most people, it will fail. [...] While at first glance, cruel optimism seems kind and optimistic, it often has an ugly after-effect. It ensures that when the small, cramped solution fails, as it will most of the time, the individual won't blame the system - she will blame herself. She will think she screwed up and she just wasn't good enough. Ronald told me, 'It deflects attention away from the social causes of stress', like overwork, and it can quite quickly turn into a form of 'victim-blaming'. It whispers: the problem isn't in the system; the problem is in you. [...] The alternative to cruel optimism - telling people a simplistic story that sets them up to fail - isn't pessimism, the idea that you can't change anything. It's authentic optimism. This is where you honestly acknowledge the barriers that stand in the way of you goal and establish a plan to work together with other people to dismantle those barriers, step by step.

    Insgesamt identifiziert Hari 12 Gründe für die Krise unserer Aufmerksamkeit. Jedem dieser Gründe ist ein Kapitel gewidmet:

    Cause One: The Increase in Speed, Switching and Filtering
    Cause Two: The Crippling of Our Flow States
    Cause Three: The Rise of Physical and Mental Exhaustion
    Cause Four: The Collapse of Sustained Reading
    Cause Five: The Disruption of Mind-Wandering
    Cause Six: The Rise of Technology That Can Track and Manipulate You (Part One)
    Cause Six: The Rise of Technology That Can Track and Manipulate You (Part Two)
    Cause Seven: The Rise of Cruel Optimism
    The First Glimpses of the Deeper Solution
    Cause Eight: The Surge in Stress and How It Is Triggering Vigilance
    The Places That Figured Out How to Reverse the Surge in Speed and Exhaustion
    Causes Nine and Ten: Our Deteriorating Diets and Rising Pollution
    Cause Eleven: The Rise of ADHD and How We Are Resonding to It
    Cause Twelve: The Confincement of Our Children, Both Physically and Psychologically
    Conclusion: Attention Rebellion

    Und die Lösung, das betont er immer wieder, sei nicht der Selbstschutz, der zwar als Lösung verkauft wird, aber einfach nur die Symptome abfedern kann, sondern eine politische Bewegung, die gegen die Ursachen vorgeht und unsere gesellschaftliche Umwelt umstrukturiert.

    With this in mind, I now had a sense of what a movement to reclaim our attention might look like. I would start with three big, bold goals. One: Ban surveillance capitalism, because people who are being hacked and deliberately hooked can't focus. Two: Introduce a four day week, because people who are chronically exhausted can't pay attention. Three: Rebuild childhood around letting kids play freely - in their neighbourhoods and at school - because children who are imprisoned in their homes won't be able to develop a healthy ability to pay attention.


    Sonntagsgedicht von Rumi

    SCHWIMMEN

    Bist du eifersüchtig auf die Großzügigkeit des Ozeans?
    Warum diese Freude irgendwem verweigern?
    Fische halten das heilige Wasser
    doch nicht in Tassen fest!
    Sie schwimmen darin - kreuz und quer -
    durch das gewaltige, freie Meer.

  • @Johannes kommt eigentlich eine Bewertung von dem Otori Clan? Ich bin über das Buch das erste mal auf den Vergleich des eigenen Lebens mit einem Königreich gekommen. Ich befinde mich in den Sozialen Gruppierungen meines Lebens (Familie, Job, Freundeskreis, ...) in verschiedenen Rollen mit verschiedenen Anforderungen an die jeweilige Rollen (mal der Bauer auf dem Feld der dem König zuarbeitet, mal der König der Verantwortung trägt und Entscheidungen trifft).
    Fand ich sehr spannend, abgesehen davon fand ich es sehr cool zu lesen.

  • bearbeitet 8. Mai

    @Johannes schrieb:

    Stolen Focus von Johann Hari

    ...

    Danke für den Tipp und die akurate Zusammenfassung. Buch ist bestellt. Mich bringt mein mangelnder Fokus echt noch um.

    Trotzdem finde ich den Beitrag hier ziemlich geil als Schock: Denn blöderweise konnte ich zu so ziemlich jedem Info-News-Schnippsel in dem Beitrag irgendwas sagen.. was mich echt erschreckt hat (Video kann wegen Werbung ab 5:05 ignoriert werden..):

  • @Johannes schrieb:

    Stolen Focus von Johann Hari

    Müsste man Johann Haris These auf einen Satz herunterbrechen, könnte er vielleicht wie folgt lauten:

    Unsere Konzentrationsfähigkeit ging uns nicht verloren, sie wurde uns gestohlen; die Krise unserer Aufmerksamkeit hat systemische Ursachen - und systemische Probleme erfordern systemische Lösungen.

    Ja, es gebe Strategien, die man als Individuum ergreifen könne - und wir kennen sie alle: Apps wie "Freedom" oder der kSafe für's Smartphone, keine Bildschirme vor dem Schlafengehen, Emails nur 1x am Tag, kein Social Media, ausreichend Schlaf usw. Doch von diesen Strategien handelt Stolen Focus eher weniger. Denn Hari kommt zu dem Schluss, dass all dies zwar wichtig und nützlich sei, um sich zu schützen, aber am Ende habe man keine Chance gegen die immensen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte, die hier am Werke sind. So zu tun, als wäre Willenskraft die Lösung gegen das Smartphone, sei "Cruel Optimism".

    [...] 'cruel optimism'. This is when you take a really big problem with deep causes in our culture - like obesity, or depression, or addiction - and you offer people, in upbeat language, a simplistic individual solution. It sounds optimistic, because you are telling them that the problem can be solved, and soon - but it is in, in fact, cruel, because the solution you are offering is so limited, and so blind to the deeper causes, that for most people, it will fail. [...] While at first glance, cruel optimism seems kind and optimistic, it often has an ugly after-effect. It ensures that when the small, cramped solution fails, as it will most of the time, the individual won't blame the system - she will blame herself. She will think she screwed up and she just wasn't good enough. Ronald told me, 'It deflects attention away from the social causes of stress', like overwork, and it can quite quickly turn into a form of 'victim-blaming'. It whispers: the problem isn't in the system; the problem is in you. [...] The alternative to cruel optimism - telling people a simplistic story that sets them up to fail - isn't pessimism, the idea that you can't change anything. It's authentic optimism. This is where you honestly acknowledge the barriers that stand in the way of you goal and establish a plan to work together with other people to dismantle those barriers, step by step.

    Ich habe das ein bisschen anders gelesen. Und zwar nämlich so, dass all die kleinen individuellen Schritte das Problem nicht gesamtgesellschaftlich lösen können, aber individuell trotzdem extrem wichtig sind. Ja, die strukturellen Hürden sind hoch, aber Entscheidungen in die richtige Richtung zu mehr Aufmerksamkeit sind auch auf individueller Ebene möglich (sonst schiebt man die Verantwortung einfach nur ab).
    Es sind aber schwere Entscheidungen: verzichte ich auf einige "soziale Kontakte" wenn ich mich von allen sozialen Medien abmelde oder will ich das nicht? Ziehe ich aus der Stadt weg, auch wenn dann Arbeit und Infrastruktur ungewohnte Probleme machen können? Machbar ist das alles, aber die Konsequenzen, positiv und negativ, trägt man eben selbst.

    Für mich hat eine gute Aufmerksamkeit, also geistige Schärfe, sehr viel mit menschlicher Würde zu tun. Wie sehr will ich mich manipulieren und steuern lassen?
    Hier im Forum haben denke ich die meisten, die das lesen und kommentieren, zumindest ein Grundverständnis für das Problem und die Strukturen. Daraus folgt meiner Meinung nach auch eine Art moralische Pflicht, sich dazu entsprechend zu positionieren.
    Mir ist aber auch bewusst, dass sehr viele Menschen dieses Problem überhaupt nicht verstehen, begreifen, wahrnehmen. Für diese Menschen ist eine strukturelle Lösung natürlich viel wichtiger.

  • @TylerDurden schrieb:
    @Johannes kommt eigentlich eine Bewertung von dem Otori Clan? Ich bin über das Buch das erste mal auf den Vergleich des eigenen Lebens mit einem Königreich gekommen. Ich befinde mich in den Sozialen Gruppierungen meines Lebens (Familie, Job, Freundeskreis, ...) in verschiedenen Rollen mit verschiedenen Anforderungen an die jeweilige Rollen (mal der Bauer auf dem Feld der dem König zuarbeitet, mal der König der Verantwortung trägt und Entscheidungen trifft).
    Fand ich sehr spannend, abgesehen davon fand ich es sehr cool zu lesen.

    Coole Beobachtung! Und ich habe die Bücher früher geliebt! Ich habe bisher nur zu Sachen geschrieben, die ich frisch gelesen hatte. Da es aber mit Shigeru & Takeo schon länger her ist, traue ich mir nicht zu, etwas darüber zu schreiben. Vielleicht mal, wenn ich die Bücher erneut lese


    @Room101 schrieb:
    Ich habe das ein bisschen anders gelesen. Und zwar nämlich so, dass all die kleinen individuellen Schritte das Problem nicht gesamtgesellschaftlich lösen können, aber individuell trotzdem extrem wichtig sind. Ja, die strukturellen Hürden sind hoch, aber Entscheidungen in die richtige Richtung zu mehr Aufmerksamkeit sind auch auf individueller Ebene möglich (sonst schiebt man die Verantwortung einfach nur ab).

    Ich stimme dir zu (und finde, dass ich das so auch geschrieben habe). Ich habe es weniger stark formuliert als du, weil mir aufgefallen war, dass Hari an mehreren Stellen betont, a) wie beschränkt der Willen des einzelnen in diesem Kampf ist und b) dass dieser - zwar super wichtige - Selbstschutz das Problem nicht lösen kann.


    Sonntagsgedicht von Rumi

    DIE EDELSTEIN-BLUME

    So zerbrechlich war es gestern.
    Die nachtsingenden Vögel am Bach.
    Sie sangen:

    "Magst du auch eine Edelstein-Blume schmieden,
    aus Gold, Rubinen und Smaragden,
    Duft wird ihr doch fehlen."

  • bearbeitet 12. September

    Anna Kamienska über das Aufschreiben von Gedanken

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.
    Moreover the writer invents himself as a character in this form. He shapes himself from the shards of the everyday, from the truth of that daily life.
    -- Anna Kamienska (In That Great River: A Notebook)

  • Wie gehst du/geht ihr mit dem Widerspruch um?

    @Johannes schrieb:

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.

  • @andreas_n schrieb:
    Wie gehst du/geht ihr mit dem Widerspruch um?

    @Johannes schrieb:

    Writing down your thoughts is both necessary and harmful. It leads to eccentricity, narcissism, preserves what sould be let go. On the other hand, these notes intensify the inner life, which, left unexpressed, slips through your fingers. If only I could find a better kind of journal, humbler, one that would preserve the same thoughts, the same flesh of life, which is worth saving.

    In dem ich im Tagebuch nicht über mein emotionales Innenleben schreibe, aber über Business, Handwerk, Ideen, Pläne, Kunst, und andere Interessen.

  • Oliver Burkeman über Soziale Medien und freien Willen

    'Attention is the beginning of devotion', writes the poet Mary Oliver, pointing to the fact that distraction and care are incompatible with each other: you can't truly love a partner or a child, dedicate yourself to a career or to a cause - or just savour the pleasure of a stroll in the park - except to the extent that you can hold your attention on the object of your devotion to begin with. [...] All of which helps clarify what's so alarming about the contemporary online 'attention economy', of which we've heard so much in recent years: it's essentially a giant machine for persuading you to make the wrong choices about what to do with your attention, and therefore with your finite life, by getting you to care about things you didn't want to care about. [...] So it's not simply that our devices distract us from more important matters. It's that they change how we're defining 'important matters' in the first place. In the words of the philosopher Harry Frankfurt, they sabotage our capacity to 'want what we want to want'. -- Oliver Burkeman, Four Thousand Weeks, p.97

  • The Summer Day by Mary Oliver

    Who made the world?
    Who made the swan, and the black bear?
    Who made the grasshopper?
    This grasshopper, I mean—
    the one who has flung herself out of the grass,
    the one who is eating sugar out of my hand,
    who is moving her jaws back and forth instead of up and down—
    who is gazing around with her enormous and complicated eyes.
    Now she lifts her pale forearms and thoroughly washes her face.
    Now she snaps her wings open, and floats away.
    I don't know exactly what a prayer is.
    I do know how to pay attention, how to fall down
    into the grass, how to kneel down in the grass,
    how to be idle and blessed, how to stroll through the fields,
    which is what I have been doing all day.
    Tell me, what else should I have done?
    Doesn't everything die at last, and too soon?
    Tell me, what is it you plan to do
    with your one wild and precious life?

  • bearbeitet 15. September

    Wenn ich Leute wie Dich, Johannes, und Sascha betrachte, schäme ich mich fast, daß ich Tölpel meine, die Gesamtheit mit meinen Ideen und Wünschen behelligen zu müssen. Aber das mache ich, ich habe eine Art Idee einer weiteren basisdemokratischen Partei entwickelt und in einem kleinen Pamphlet "Der Geist der Katharer" formuliert und auch zwei Portalen ohne Resonanz mit der Bitte um Veröffentlichung vorgestellt. Kern ist, daß man Verantwortung nicht abgeben sollte, und daß die Spezialisierung und Differenzierung unserer Gesellschaften ein schlicht manipulatives Moment ist.
    Egal, ich frage mich, warum mir dieser blog erst heute aufgefallen ist und ich bezweifle, daß ich mir die Zeit nehmen werde, alles etwas gründlicher überschauen werde. Aber viel von dem, was Du hier vorstellst, gehört ebenfalls zu meinen Themen.

  • @Phlynx Freut mich! Schau einfach mal durch, vielleicht findest du ja etwas, das dich interessiert.

  • Cal Newport - Eine evolutionäre Sicht auf Langeweile & Junk Food für den Geist

    Deep Work had a superficial idea about boredom. I had this chapter called Embrace Boredom. It was a very functionalist idea: basically you have to have some boredom in your regular schedule or your mind is going to form a pavlovian connection between as soon as I feel boredom I get stimuli. Once it forms that connection it's never going to tolerate deep work. [...]

    But more recently what I'm really interested in boredom is: maybe it is a fundamental human drive because it's incredibly uncomfortable. Think about the other things that are incredibly uncomfortable. Like hunger or thirst they serve a really important purpose for our species. If something is really distressing there's a reason. Pain is really uncomfortable because we need to worry about getting injured. Thirst is really uncomfortable because we need water to survive. So what's about boredom? Why is that uncomfortable?

    I'm interested in the notion that boredom is driving us towards productive action. I think about it like this: what got our species to actually take advantage of these brains? What got us to work with fire. What got us shaping stones and the hand axes? [...] Boredom drives us toward action.

    I'm fascinated by this fundamental action instinct because I have this theory that I'm working on that we are out of sync with it. Like we have this drive for hunger but then we introduced junk food and got out of sync with hunger and it makes us unhealthy. Now we have this drive toward action but then we overload ourselves and we have all of these distractions. That causes something like a cognitive action obesity. It short circuts the system that wants us to do things but we put more on our plate than we can possibly do and then we are frustrated. [...]

    Think about this analogy: we have this hunger instinct that junk food short circuts. [...] Now think about modern attention engineered digitally mediated entertainment. We have this boredom instinct and, oh, we can take care of that with a hyperpalatable alternative. That is going to lead to a similar problem.

    -- Cal Newport bei Lex Fridman

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