#82: In der Krise zeigt sich, ob man richtig gelebt hat

Kommentare

  • Ich denke dass Protest positive Wirkungen und Potentiale enthält. Es ist nicht nur als einfaches meckern zu verstehen nach dem Motto: Hey Politiker*innen regelt mal für uns das wir noch so was wie ne lebenswerte Zukunft haben.

    Sondern es ist auch Anstoß eines Dialogs unter allen Menschen. Wenn FFF nicht entstanden wäre, hätte es vermutlich die Debatte über den Klimawandel in dieser Art nicht gegeben.
    Nun redeten und diskutierten die meisten Menschen, jedenfalls vor Corona, über Klimaschutz/Umweltschutz.
    Fragen warfen sich auf z.B:

    • Was sollte sich für Alle ändern?
    • Wie verhält man sich im Alltag richtig?
    • Ist der Mensch an sich gierig oder schlecht?
    • Ist Kapitalismus wirklich so dolle?
    • Elektroauto oder doch Vebrenner, "Alter was ist eigentlich mit diesen
    • Waserstoffkarren los?"
    • Bedingunslosen Grundeinkommen / kostenloser ÖPNV
    • Immer wieder Tempolimit

    Und dabei blieb es nicht. Menschen sind auf ein Problem aufmerksam geworden und reagieren darauf. Die Demos wirken indirekt auf Menschen und jeweiligen Entscheidungen.
    Weil sie inspirieren. Weil es anzeigt, da gibt es Leute die scheißen nicht einfach drauf. Die wollen das sich was ändert. Bücher erscheinen die beraten wie eine klimaschonende Lebensführung
    aussieht und wie das funzt. Angeblich sollen Leute auch Fliegen eingeschränkt haben und öfters das
    Rad nehmen. Solaranlagen stehen gerade wieder höher im Kurs auch wenn sie nicht mehr so lukrativ sind wie früher.
    Eine Anekdote mag ich dazu erzählen. Der Vadder einer Freundin mit Porsche und SUV vorm Haus schaute ein Interview mit FfF im TV. Es packte ihn der Eifer. Er wollte nu auch was machen.
    Er sprang also aufgeregt vom Sofa recherchierte einen Tag im Netz.
    Dann ging es los. Er kaufte sich n dickes Elektroauto.
    Okay als Maßnahme ist es für n Arsch! Es zeugt auch von falschem Verständnis der Forderungen
    von FfF (Verkehrswende ≠ Antriebswende) Zeigt für mich aber gut, dass Leute (auch ohne Ökoattitüde) darauf reagieren.

    Einfluss auf Poltik nötig
    Oben wollt ich kurz ausführen das Protest vielfältig wirkt. Der Einfluß auf die organisatorische Politiksphäre (z.B. Regierungen) ist leider auch nötig. Da gibt es so viel Klüngel. Das sehen wir an der EU natürlich besonders. Aber zeigt sich auch in staatlicher Organisation wie in der Kohlekommision da gab es 7 Mitglieder aus der Wirtschaft (große Konzerne) das ist fast ein Viertel. Dabei ist Staat eigentlich als Konterpunkt bzw. Einhägung in einem „gesunden“ Maß für die Marktwirtschaft gedacht. Beim Kohlethema zeigt sich dass dann auch regional. So ist im rheinischen Braunkohlerevier RWE in jedem Poppelverein und bezahlte früher direkt mittlerweile indirekt Menschen in Stadträten. [1] [2] [3] Wenn du mit Leuten im Rheinland schnackst kommen dann eher so Sachen wie: "ja RWE zerstört unser Land und kann ja sein auch unsere Lebensgrundlage aber die finanzieren uns halt den Fußballplatz.“
    Um solches Ungleichgewicht auszugleichen braucht es halt ein Gegengewicht und das kommt von Protesten wie FfF und anderen.

    Meine Vermutung zur Entwicklung
    zur Zeit bleibt es bei den Protesten am Freitag, akut aufs Internet verlagert. Danach wird es bestimmt auch wieder Straßenproteste geben. Werden Regierungen Maßnahmen beschließen die absehbar ausreichen den Klimawandel im erträglichen Rahmen zu halten? Bestimmt nicht. Das wird zur Frustration führen. FfF als großer Zusammenschluß wird evtl. wieder schrumpfen. Ein Teil der Bewegung wird sich bestimmt andere bzw. weitere Aktionsformen wählen. (Etwas was gerade auch schon passiert) Es gibt Anschluß bei EndeGelände Besuch von Klimacamps. Einzelne Ortsgruppen ketteten sich auch schon recht früh an Rathäusertüren o.ä.

    Andere werden sich bestimmt entscheiden unternehmerisch innovativ vorgehen.
    Dabei denke ich nicht nur an technische so erfinderische Lösungen, sondern auch an permakulturelle Landwirtschaft (z.b. MarketGardening mit Fokus auf Bodenaufbau,Waldgärten), Lebensraumorganisation (ÖPNV, Hausprojekte), Energieerzeugung (Forstarbeit, Biogas, Solarmontage).
    Hat sich auch schon in anderen Strömungen gezeigt. Solaranlagen aufm Dach schienen ja zunächst immer auch Spielerei von Ökos zu sein.
    Lastenfahrräder die von Leuten mit Bedarf selbst gebaut wurden. Nicht zu vergessen die Biolandbauentwicklung. Gibt da einige Beispiele...

    Ganz klar werden andere nicht an dem Thema bleiben. Ist eben nicht einfach was zu verändern. Das ist ne Menge Arbeit und es braucht Ausdauer.

    Wenige werden bestimmt auch eine Politkkarriere anstreben und in Partein eintreten. Vielleicht kommen se sogar auf die Idee ne eigene Partei zu gründen.

    Zentrale Organisation
    Das sich viel auf Gretas Aussagen bezieht halt ich für eine falsche Entwicklung. Und Sascha du scheinst das ja auch so zu begreifen. Sie ist teil des oberen und sagt wo es lang geht. Das ist die Form wie Organisation (Staat, Unternehmen, Verein) gerade viel passiert und dann liest man das natürlich darin.
    In der FFF-Bewegung lese ich ein größeres Spektrum. Da gibt es diese Landesebene und Ortsgruppen. Untereinander vernetzt aber Entscheidungen wollen halt auch getroffen werden.
    Da musste sich erst einiges zurecht ruckeln. Und man konnte dann sehen, dass Anfang dieses Jahres z.B. Luisa Neubauer nicht mehr für die Bewegung sprechen sollte. Neben der Landesebene gibt es die Ortsgruppen die meistens selbstständig entscheiden was und wie sie es machen. Im Gegensatz zu Greenpeace z.B. da darf ne Ortsgruppe größtenteils nur abgesprochene Aktionen machen.
    Und so müssen diese gemeinsam einen Weg finden Entscheidungen zu treffen.
    Es bilden sich so meine Einschätzung Praxen aus die Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft, Fürsorge und allem voran Kooperation nutzen. Warum glaube ich das? Na weil es Gruppen sind die sich aus Einsicht zur Notwendigkeit freiwillig zusammengeschlossen haben. Die Mitglieder müssen die Bedürfnisse aller einbeziehen. Sonst lösen Sie sich halt wieder auf. Und neue finden sich zusammen. So eine Zusammenarbeit verändert persönlich und die Weise wie du mit Menschen umgehst. Damit will ich kein Idealbild beschreiben. Wenn sich da Gruppen um eine krasse Person scharen und dann Hierarchie festlegen also n Chef oder so was ernennen.
    Solln se halt machen, mir egal. ^^
    Sascha du hast öfters in den letzten Tagen auf die Nützlichkeit von Dezentralität hingewiesen.
    Da bin ich voll deiner Meinung. Dezentralität kann denke ich nur mit Vielfallt der Methoden einhergehen. Da gibt es keine allgemeingültige Formel. Selbstorganisation in Gruppen kann einen Lernraum dafür schaffen.

    Also auch in dieser Generation die da so rum protestieren gibt es Schatten und Licht. Hoffentlich konnte ich einen Teil erhellen. Freue mich natürlich über Rückmeldung.


    Doch nochmal zu Bill Gates. Meine innere Zecke hat sich erstmal intuitiv gesträubt und gesagt das kann ja nicht sein. Wer eine so große Firma hält kann nicht cool sein. Wollte eigentlich auch dann nichts dazu schreiben. Ich musste aber auch nicht lange suchen um Inhalt dazu zu finden Artikel
    Das nur mal als Überlegung und ich hab das persönlich nicht abschließend recherchiert und beurteilt.
    Ein Frage find ich doch spannend ich hoffe ich drücke den Wiederspruch den ich da sehe gut aus. Wie geht das bei dir zusammen? Die Forderung für mehr kleine Strukturen und weniger Staat. Fluidere Strukturen auf dem Markt und dann zu sagen. Okay wär aber die Kombo dick Knete und Herzblut hat dem spreche ich vertrauen aus befähigt zu sein große Probleme auf der Welt zu lösen.

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    [1] Ein alter Artikel https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518544.html
    [2] https://lobbypedia.de/wiki/RWE
    [3] https://de.wikipedia.org/wiki/RWE-Affäre

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