Bedingungsloses Grundeinkommen

Yoyoyo Leute,
schreibe ne hausarbeit zum thema bedingungsloses grundeinkommen. habt ihr psychologie/philosohpie experten tipps für literatur oder konzepte die hier hilfreich sein könnten? also vor allem warum man dann noch was tuen sollte, obwohl man ja auch nichts machen könnte weil man ja eh geld bekommt.
und falls ihr bock habt könnt ihr ja auch noch eure meinung dazu schreiben, vlt. entsteht hier ja ne geile disskussion drüber. kann mir keinen besseren ort für ne disskussion über das bge vorstellen als das meimproved forum :D

Kommentare

  • Ich halte das für Käse. Wenn mehr Geld zur Verfügung steht, steigen die Preise. Steigende Preise sind immer zu Lasten derjenigen, denen man eigentlich helfen will.

  • es steht ja nicht mehr geld zur verfügung. das geld wird dafür nicht neu gedruckt, sondern umverteilt. aber ja, in den unteren einkommensschichten werden die konsumausgaben wahrscheinlich steigen, wodurch die preise steigen, wobei eine erhöhte produktion dies kompensieren könnte.

  • Naja, Inflation betrifft nicht einfach alle Bereiche gleichzeitig. Wenn den unteren Einkommensschichten mehr Geld zur Verfügung steht, werden die von ihnen nachgefragten Güter und Dienstleistungen im Preis steigen.

    Desweiteren: Die sogenannten Reichen haben ihr Geld nicht einfach wie Dagobert Duck auf dem Geldspeicher. Sie besitzen Unternehmen, Firmen und so weiter. Wenn du Geld umverteilen willst, dann müssen die Reichen entsprechend liquidieren. Sie würden Unternehmen verkaufen usw. Dadurch fallen die Preise und Investoreren, die wiederum auch liquidieren müssen, ziehen ihr Geld ab. Wenn die Reichen sparen, dann sind diejenigen, welche den ersten Schritt in der Wirtschaft machen (ein Angebot schaffen), ausgebremst. Oder sie verlegen ihre Steuersitz einfach nach woanders hin.

    Passiert in den USA:

    Es gibt ein auffälliges Muster: Immer wenn man breit angelegte und bedingungslose Veränderungen einführt, um den unteren Schichten monetär zu helfen, gibt es einen Schaden am Gesamtsystem. Meine Vermutung, ohne Anspruch auf hohe Sicherheit, ist darin begründet, dass die einzige Möglichkeit, den Wohlstand zu erhöhen, die Erhöhung der Produktionsleistung ist. Je man pro Energie- und Zeiteinheit produzieren kann, desto mehr Güter und Dienstleistungen stehen zur Verfügung und desto geringer kann der Preis für diese sein. Gibt ein ganz einfaches Buch dazu von Schiff: https://www.amazon.com/How-Economy-Grows-Why-Crashes/dp/047052670X Das ist bisher das Plausibelste, was ich gefunden habe.

    Platt gesprochen: Konsum ist sehr leicht und Konsumwille steht eigentlich immer zur Verfügung. Aber zu günstigen Preisen, nachhaltig (ohne die Erde abzufucken) und zu ethischen Produktionsbedingungen Güter und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, das ist wirklich schwer. Gleichzeitig ist das der eigentliche Flaschenhals für den Wohlstand. Und eben das macht der Kapitalismus, bis auf das Ding mit der Nachhaltigkeit.., gut. Oder zumindest besser, als alle anderen Organisationsformen der Wirtschaft. Die Umverteilung bremst die Arbeit an eben diesem Flaschenhals aus. Man macht den Konsumenten liquide und bremst den Produzenten aus. Durch diese Bremse leiden am allermeisten die Armen, denn die mit Abstand größten Nutznießer des ganzen sind im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung die einfachen Leute. Für Leute wie Trump, Pena und Rockefeller ändert sich de facto nichts. Auch für den Mittelstand ändert sich relativ gesehen wenig. Einfach gesagt: Wenn man genug zu Essen hat, ein Haus, Auto und Urlaub, gibt es quasi nichts, was man mit seinem Geld anfangen kann, was die Lebensqualität noch weiter verbessert. Aber während früher in Afrika richtig die Kacke am dampfen war und Armut fast schon mit Verhungern synonym war, ist das Bild heute ein ganz anderes. Die Einwanderer, die in Deutschland für so viel Streit sorgen, kommen mit Smartphones in der Tasche. Viele Länder in Afrika bauen ganz massiv Telekommunikation aus. In Deutschland hat jeder Hartzer Fernseher, Smartphone, Internet und so weiter. Für die Leute in Afrika ist ein Smartphone oder ein kleiner Computer ein wahrer Game Changer. Da kann man ganz umsonst etwas über das Ökosystem lernen und die Anbautechniken verbessern. Frauen haben einen Vergleich gegenüber echter Unterdrückung (im Gegensatz zu den Frauen hier, die größtenteils überhaupt nicht verstehen, dass alleine der günstige Zugang zu Hygieneartikeln lebensverändernd ist) und können allmählich ihren Platz beanspruchen. Aber das wird eben durch Unternehmen wie Apple, Samsung und so weiter angetrieben. Die durch Umverteilung auszubremsen verhindert Wohlstand. Man müsste eher die relativen Arbeitsbedingungen und die Nachhaltigkeit ganz allmählich aber konsequent anziehen. Gleichzeitig aber Unternehmen mehr Anreize geben, wie sie lukrative Geschäfte machen. Zur Illustration die Auswirkungen des Mindestlohns in New York: https://www.investors.com/politics/editorials/minimum-wage-new-york-jobs-recession/

    Ich habe das selbst miterlebt. Ich habe noch im Fitnessstudio gearbeitet, als der Mindestlohn eingeführt wurde. Das Resultat war, dass am Ende ca. nur noch 1/3 bis 1/4 des Personals eingesetzt wurde. Ich war noch mit teilweise 3 anderen Kollegen auf der Trainingsfläche. Nachdem ich da aufgehört habe, war nur noch einer auf der Fläche, der natürlich dauernd mit Terminen belegt war und nicht zur Verfügung stand. Wenn man das Fitnessstudio als frühe moderne Versuche eine Art private, praktische Gesundheitvorsorge zu instutionalisieren betrachtet, dann hat der Mindestlohn in dieser Branche für eine starke Verschlechterung der Situation gerade für die sozial schwache Bevölkerungsschicht gesorgt. Die reichen Pinkel können sich problemlos teure Studios mit guter Betreuung leisten. Das gebildete Studentenpack hat genug Zeit und Brainpower, um sich die Grundlagen des Trainings anzueignen (auch wenn das viele nicht machen). Aber der einfache Maurer oder die berufstätige Mutter (die 8 Stunden in einem Fuckjob malocht), die haben keine Zeit und keinen Kopf dafür. Aber von denen habe ich Hunderte betreut und ihnen gezeigt, wie sie ihren Körper gesund halten können.

    Das bedingungslose Grundeinkommen hebt den impliziten Mindestlohn, der im System steckt (Hans-Werner Sinn erklärt das ziemlich gut). Und eben das bricht dem Wohlstand das Knie. Trump macht das schon richtig: Der kurbelt die Wirtschaft durch eine Verkleinerung des Staats an. Dadurch entstehen mehr lohnende Geschäftsmodelle, mehr Jobs entstehen und der Lohn steigt von ganz alleine. Deswegen konnte der Wohlstand des einfachen Mannes auch völlig ohne Mindestlohn in einem Jahrhundert vervielfacht werden.

    Und psychologisch gedacht: Die Überlegung ist ja grundsätzlich, die Menschen vom Überlebenskampf zu befreien, damit sie coolere Sachen machen können. Dahinter steckt die Vorstellung, dass man eine Art Schlaraffenland erschafft. Doch das Schlaraffenland ist nicht bevölkert von Menschen, die auf ihre Gesundheit achten. Es ist von fetten, faulen Menschen bevölkert. Bevor man überhaupt daran denken kann, das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen, müsste man uns Menschen ganz schön auf Vordermann bringen.

  • Ab Minute 13:30

  • danke sascha für deinen beitrag. ja, dass umverteilungen ab einem bestimmten maße schaden verursachen sehe ich genauso.
    habe dann auch was von dem hans werner sinn direkt zum thema gefunden
    54:30
    er ist der gleichen meinung. ungerechtigkeit (eher ungleichheit) ist notwendig für eine funktioniernde wirtschaft. und ein ausreichendes bge ist richtig teuer und wäre eine zu hohe belastung für die wohlhabenden.

  • bearbeitet 8. Februar

    Ich glaube, dass besonders in Deutschland zwei große Schäden in der Perspektive sind:

    1. Ungleichheit wird immer unter Verdacht von Ungerechtigkeit gestellt. Dabei ist Gleichheit garantierte Ungerechtigkeit. Schließlich haben wir faule, fleißige, kluge und dumme Menschen. Wenn jeder das Gleiche hätte, wären alle entweder ungerecht zu gut betucht und andere ungerecht zu wenig.
    2. Dieses bescheuerte Links- und Rechtsdenken. Ist es ok, politisch links zu sein? Klaro. Ist es ok, politisch rechts zu sein? NEIN! Propaganda ist schon in die öffentliche Meinung eingebaut. Die Nazis sind übrigens nicht rechts, sondern links und auch noch radikal. :wink: Vgl: https://www.amazon.de/Big-Lie-Exposing-American-English-ebook/dp/B01N39W2DI

    Mit den hiesigen Voraussetzunge kann man Probleme nicht korrekt denken.

    https://qph.fs.quoracdn.net/main-qimg-751d83292ccf0c287a8b5ba9cabb967f-c

    Aus: https://www.quora.com/Was-Hitlers-Nazi-party-left-wing-or-right-wing?share=1

  • ja ungleichheit und ungerechtigkeit werden besonders von irgendwelchen linken und feministinnen verwechselt. jordan peterson hatte dazu auch mal was gesagt glaube ich :D
    aber von den politischen positionen rechts links und extrem und bla halte ich eh nicht so viel. politik sollte man nicht von ner eindimensionalen skala abhängig machen, die wenig aussagekräftig ist und derzeit nur dazu genutzt wird meinungen in irgendeine ecke zu drängen.

  • @Sascha schrieb:
    Das bedingungslose Grundeinkommen hebt den impliziten Mindestlohn, der im System steckt (Hans-Werner Sinn erklärt das ziemlich gut).

    "Er ist gleich der Differenz zwischen dem Betrag, den jemand vom Staat erhält, wenn er nicht arbeitet, und jenem Betrag, den der Staat hinzugibt, wenn er arbeitet, denn diese Differenz ist das, was er durch die Aufnahme einer Arbeit netto an staatlicher Leistung verliert und was der Arbeitgeber überbieten muss"
    http://www.hanswernersinn.de/de/WiWo_09022018

    der implizite mindestlohn bei einem bedingungslosen grundeinkommen geht gegen 0. weil man durh arbeitet nichts von seinen staatlichen leistungen verliert.

  • Ganz so einfach ist das nicht, weil der Arbeitnehmer zwar kein Geld verliert, aber dafür aber der Wert der Zeit im Vergleich zu Geld stark erhöht ist. Es gibt gewissermaßen eine Inflation der Zeit, die wiederum die Löhne nach oben treiben muss.

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