[life log] Sascha (Erhaltungstraining und Alltagsentscheidungen)

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Kommentare

  • bearbeitet Juni 2020

    Klötzchen für die Schreibtischarbeit! Seeehr nice!

  • Musste heute das Training ausfallen lassen, weil ich ca. 20--40 Wespenstiche kassiert habe. :) Überall Waddeln und auch dicke Watschen (ca. 40% des Oberschenkels ist rot). Der arme Hund hat auch ordentlich kassiert. (Ich habe überproportional kassiert, weil ich einer anderen Dame mit ihrem Hund die Flucht nahe legen musste und mich vor allem um meinen Hund gekümmert habe, weil ich schon klarkomme -- erst 100 Stiche sind tödlich -- aber ich Angst darum hatte, dass sie sich ein Trauma einfängt) Aber keine Sorge: Mir geht es gut. Mir war nur etwas schlecht, was aber auch am Stress gelegen haben kann.

    Bin wieder zurück zu meinem alten Turnus: Mittags Krafttraining, Abends Ausdauertraining. Zwischenroutinen werden mit 4 Meilenstein-Trainings kombiniert: https://me-improved.de/zwischenroutinen-und-kraftausdauertraining-koordinieren-i

    (1.) Meilenstein:

    A1 KH-Reißen 32,5x5+5
    A2 Liegestütz, Klatschen 8x
    10 Runden

    Rest muss ich noch entscheiden. Sonst will ich im Ausdauertraining eher Dauermethoden verwenden. Beispiel: 10--20min Treppensprünge + 10--20min MedBall-Würfe (Stoßen, Slam, Rotationswürfe) oder Kurzhantelkomplexe oder etwas aus dem Locomotionbereich. Außer an meinem Rekordtag (bei mir wahrscheinlich Di) höchstens ein weiteres Ausdauertraining hart. Ansonsten mache ich ein subAMRAP. Also ruhig weg und ich gucke mir vor allem Dingen Kurzhantelkomplexe aus oder werfe den schweren MedBall.

    Beim Handstand werde ich allmählich so sicher, dass ich mir Gedanken um die Progression zum Einarmigen mache

  • Meilenstein:

    A1 KH-Reißen 32,5x5+5 im Supersatz
    A2 Liegestütz, Klatschen 5x
    10x 90s Startintervall = 14:15min

    moderater Einstieg.

    Tut gut. Mit dem Hund ist alles zeitlich knapp. Denke, dass ich an fast allen Tagen mal besser vorkoche.

    Aber auch der Hedonismus schlägt zu: Trinke für die nächste Zeit 250ml Saft nach dem abendlichen Training. Demeter und blabla. Aber Saft ist SAFT!

  • Apropos Saft... :D Spürst du eigentlich allgemein ein stärkeres Verlangen nach Bequemlichkeit, seit du eher auf Erhalt umgestellt hast?

  • @Moritz schrieb:
    Apropos Saft... :D Spürst du eigentlich allgemein ein stärkeres Verlangen nach Bequemlichkeit, seit du eher auf Erhalt umgestellt hast?

    Ich glaube, das ist a) unabhängig von meiner Trainingsveränderung und b) eher eine Frage des Alters. Seitdem ich ausgezogen bin, habe ich an bequemen Möbeln nur einen Stuhl und mein Bett besessen und phasenweise nicht einmal ein Bett.

    Das mit dem Saft ist eigentlich auch nur ein Witz gewesen. :smile: Mein jetziges Trainingsvolumen ist wieder eher hoch und daher muss ich wieder mehr kcal zu mir nehmen. Mit dem Saft habe ich dann auch eine Erinnerung an Kreatin, was ich wieder supplementiere. Ist also nicht so hedonistisch, wie geschrieben. :)

    Im Grunde habe ich nur ein einziges Ding der Bequemlichkeit, dass ich mir anschaffen werde: Ein richtig geiles Ecksofa. Das ist meine Vorfreude seit Jahren, die in Richtung Bequemlichkeit geht. Wenn mir der Schreibtisch auf den Sack geht, will ich mich Abends mit dem Hund in die Ecke des Sofas quetschen und von dort aus arbeiten.

    Eine Gegenbewegung spüre ich aber jetzt schon. Gestern habe ich den Blood Rave (Techno Song aus Blade I) beim Training gehört. Mindestens genauso freue ich mich auf die Kombi aus Infrarotsauna, Eisbad und Ausdauertraining mit Gasmaske. :smiley: Was ist das Gegenteil von Vorfreude? Das hat meine Freundin auf jeden Fall, wenn ich ihr davon erzähle.

  • @Sascha schrieb:

    @Moritz schrieb:
    Apropos Saft... :D Spürst du eigentlich allgemein ein stärkeres Verlangen nach Bequemlichkeit, seit du eher auf Erhalt umgestellt hast?

    Eine Gegenbewegung spüre ich aber jetzt schon. Gestern habe ich den Blood Rave (Techno Song aus Blade I) beim Training gehört. Mindestens genauso freue ich mich auf die Kombi aus Infrarotsauna, Eisbad und Ausdauertraining mit Gasmaske. :smiley: Was ist das Gegenteil von Vorfreude? Das hat meine Freundin auf jeden Fall, wenn ich ihr davon erzähle.

    Hast du dir selbst eine Infrarotsauna zugelegt oder hast du eine in der Umgebung?
    Gab mal einen Podcast bei Flowgrade über Infrarotsaunen. Fand ich sehr interessant, vor allen die laufenden Kosten im Vergleich zur Klassischen Sauna und steht seitdem auf meiner Liste von Sachen die ich mir evtl. langfristig zulegen will.

  • Nene. Noch habe ich keine. Aber mit dem nächsten Umzug werde ich mir eine zulegen.

  • Erinnerung an mich selbst: Überkopfausfallschritte sind einfach nur zum Kotzen im Ausdauertraining. :) Aber was macht man nicht alles für die Forschung..

    Der zweite Meilenstein war:

    A1 12 Burpees
    A2 10 Rudern in Ringen
    10x

    Erste Iteration: SI105 (Startintervall alle 1:45min).

    Dritter Meilenstein wird:

    A1 Ausfallschritte, Reverse, Überkopf, 40kg (ungfähr, 30kg + SZ-Stange), 5+5
    A2 Liegestütz, versetzt, umspringen 10
    A3 Rudern, Knie 90°, Pseudoarcher 5+5
    7x

  • @Sascha und @TylerDurden Was ist eine Infrarotsauna und aus welchen Gründen möchtet ihr eine haben? Was versprecht ihr euch davon?

  • @Johannes schrieb:
    @Sascha und @TylerDurden Was ist eine Infrarotsauna und aus welchen Gründen möchtet ihr eine haben? Was versprecht ihr euch davon?

    Gegenfrage: Du stellst die Frage konkreten Leuten. Warum stellst du die Frage so, als wäre sie die Einleitung in einen Überblicksartikel? ("Was ist eine Infrarotsauna?") Ich könnte dir ja den Wikipediaartikel schicken, aber wäre das in deinem Sinne.. ;)

  • bearbeitet August 2020

    @Sascha Gegenfrage: Warum ziehst du meine fragen auf eine metaebene? Ich habe aus neugierde gefragt und freue mich über eine antwort, die nicht auf der formulierung herumreitet. Macht gar keinen bock, wenn ich nicht unbedarft fragen zu unbekannten dingen stellen kann, ohne stundenlang überprüfen zu müssen, ob die frage jetzt auch eins zu eins korrekt formuliert war.

  • bearbeitet August 2020

    Warum ziehst du meine fragen auf eine metaebene?

    Weil du schreibst, als wäre ich irgendein NPC aus dem Internet. Es ist keine Frage der Formulierung, sondern eine Frage des vernünftigen Benehmens.

  • Habe den dritten Meilenstein geändert: Überkopfausfallschritte zu "Ausfallschritte mit Umspringen und Gewicht in Vorhalte mit Rotation"

    Überkopfausfallschritte haben eine zu hohe koordinative Komponente für gutes Ausdauertraining. Wäre sinnvoll, wenn ich für etwas Spezielles trainierte, aber mir geht es schließlich nur um meine metabolische Fitness.

  • Gestern 14 Bretter (600x800x18, Fichte) und 6 Kanthölzer (40x40x2,5) nach Hause geschleppt (1,5km). Kam gut in der Sonne.

    Habe auf meiner ToDo-Liste stehen: 20kg MedBall für eine Stunde halten (egal wie). Für den Fall, dass wer das ausprobieren will: Wie war's?

  • @Johannes eine Infrarotsauna kann man problemlos in einer Mietwohnung haben da keine Feuchtigkeit o.ä. durchs> @Johannes schrieb:

    @Sascha und @TylerDurden Was ist eine Infrarotsauna und aus welchen Gründen möchtet ihr eine haben? Was versprecht ihr euch davon?

    Also Ben Greenfield & Flow Grade haben zu der Rotlichtsauna schonmal Artikel/ Podcasts veröffentlicht. Da sind dann Details drinnen warum das ganze gut sein soll.
    Ich finde Sauna an sich gut und für mich ist der große Vorteil einer Infrarot Sauna gegenüber einer herkömmlichen das weniger Energie verbraucht wird/ es preiswerter in laufenden Kosten sind, durch das Rotlicht zusätzliche Vorteile haben könnte und nicht so hohe Temperaturen in der Sauna herschen => weniger Probleme mit der Abwärme in der Bude wenn man fertig ist und lüftet.

  • @Sascha Wird das also das Regal, in das du auf mehreren Ebenen zu drei Seiten hin Bücher reinstellen kannst?

  • Leider fast. Habe es ausgemessen und das Regal wird von 1,5 Seiten frei sein.^^ (2 Wände + 1/2 Seite durch Kommodo vollgestellt. Immerhin +50% Verbesserung im Vergleich zu herkömmlicher Regaldenke.

  • Witzige Trainingseinheit:

    Disco anmachen.
    Timer auf 20min stellen.
    20kg MedBall Umsetzen und Drücken
    Wenn Pause, dann abtanzen.

    Bestes Cardio der Erde.

  • Endlich ist die zweite Auflage der Zettelkastenmethode als Rohfassung fertig. Jetzt geht es ans Überarbeiten und dann kann ich endlich mal wieder eines der Teile des Lebenswandelprojektes in Angriff nehmen. Ich schiele gerade auf die Morgenroutine.

  • Trotz minimalem Training geht es in einigen Bereichen voran.

    • Einarmige Klimmzüge sind negativ schon mit guter Kontrolle möglich. Könnte schon mit Negativen im Training anfangen. Aber ich habe keine Eile.
    • Freie Handstandliegestütz hapern noch an der Balance. Kraft ist da, aber noch nicht genug Reserve. (Für die langen und schweren: Es lohnt sich länger in niedrigeren Progressionsstufen Kapazität aufzubauen. Kleine, leichte können schneller weitergehen)
    • Kreuzheben mache ich gerade nicht mit der Langhantel. Bin zur Zeit nicht im Studio. Bin aber gespannt, welches Fundament schwere Swings (10x8x62,5 war mein höchstes Trainingsgewicht) und einarmig, einbeiniges Kreuzheben (hebe noch mit 52,5kg) legt.
    • Arbeitskapazität in Form Zirkeltrainings ist nach wie vor meine Schwachstelle. Kraftausdauer war noch nie meine Stärke. Irgendwie seltsam. Ich bin gut bis sehr gut darin viele, viele Einzelwiederholungen mit schwerer Last über einen langen Zeitraum auszuführen, aber im Bereich 20--30 Wiederholungen pro Satz bin ich schon immer schlecht gewesen.
    • Handstand mache ich jetzt 2x/Woche wieder konzentriert. (20min pro Session)
    • Ich lechze nach einem echten Homegym.

    Ernährung nach wie vor unspektakulär.

    • Sonntags gibt es eigentlich nur 1 Packung Eis und einen Pudding. Der Rest ist eher sowas wie Bananenbrot und andere Pseudopaleo-Treats. Ich denke, ich werde hier noch eine Yoga-Session mit meiner Freundin machen, damit das Essen weniger schwer im Bauch liegt.
    • Probiere demnächst 1x/Woche eine große Portion Leber zu essen. Also eher 700g und aufwärts.

    Ruhe habe ich keine

    • Meine Freundin attestiert mir ein "ungesundes Verhältnis zu meiner Arbeit". Kann ich bestätigen. Ich mache eigentlich nur dann Pause, wenn ich meine Freundin sehe. Allmählich verstärkt sich das schlechte Gewissen, wenn ich überhaupt etwas anderes mache, außer arbeiten. Gewöhnliche Nebenwirkungen meines Lebenswandels. Muss ich in den nächsten Jahren abstellen.
    • Ich kriege allmählich einen leicht Zwanghaften, was die Zettelkastenmethode angeht. Mir fällt immer mehr ein, was ich noch einfügen kann, besser erklärt usw. Die zweite Auflage soll reflektieren, was ich seit der ersten Auflage dazu gelernt habe.
  • Eingangsvoraussetzungen

    Es ist tatsächlich soweit. Ich bin gerade bei der Vermittlung meines Hundes. Im Grunde ist sie wie ein Border Collie oder belgischer Schäferhund vom Arbeitseifer, nur ohne den Menschenbezug. Seltsamerweise finde ich einfach keinen Bezug zu ihr. Eigentlich seltsam, dass ich meinen eigenen Hund nicht mag. Naja, eigentlich mag ich sie, weil ich jeden Hund mag. Für den Fall, dass hier jemand einen Hund mit allen Grundkommandos, Arbeitseifer und hoher Reaktion auf Außenreize (die sieht und merkt alles) haben will. Folgt der Anzeigentext (das Video ist schon alt):

    Leini, kurz für Helene, ist ein Hund, den ich so noch nicht erlebt habe. Ich bezeichne sie gerne als psychisch unverwundbar. Wenn wir lange Touren machen, ging sie mit mir auf den Eisernen Anton. Bereits beim zweiten Versuch. 9,5m Höhe mit offenen Treppen. Sie ist mutig. Sie ist schnell, wendig, trittsicher. Sie ist intelligent, erkennt schnell Muster und kann sich lange konzentrieren. Kurz: Sie scheint wie ein Hund ohne Schwächen. Das ist paradoxerweise die Schwierigkeit, die ich mit ihr habe. Ich bin zwar ein aktiver Mensch, aber einen waschechten Arbeitshund kann ich auf Dauer nicht mit meiner Arbeit vereinbaren.

    Ich tricke mit ihr (Pirouette, etwas mit Vorderpfoten berühren, durch die Beine laufen usw.), sie apportiert auf Sicht und nach Geruch, sie macht mein Sprinttraining mit (ich habe ihr beigebracht dann bei mir zu laufen und auch die sofort die Richtung mit mir zu wechseln). Sie macht und kann einfach alles.

    Selbstverständlich ist sie stubenrein, kennt zu Hause Ruhe (wenn man selbst ruhig ist), ist weitgehend (kleine Ausfälle, wenn sie erschöpft ist) leinenführig, kennt die Grundbefehle, hat kaum Futteraggression (gebe ich ihr Sehne, spuckt sie diese sogar auf Befehl aus, aber bei der Futterschüssel grummelt sie noch, wenn man sie anfasst), verlässt auf "tabu" dich Küche. Sie löst sich sogar auf das Kommando "Pipi".

    Hundebegegnungen drehen sie allerdings noch sehr auf. Sie liebt andere Hunde und ist mit vielen verträglich. Allerdings mobbt sie gerne kleine oder sehr unterwürfige Hunde. Wenn der Hund ihr aber die Grenzen aufzeigt, lässt sie das sein. Mit 4-5 Treffen lernt sie, die meisten zu ignorieren, die sie eingangs nicht mochte. Im Freilauf bleibt sie fast immer auf dem Weg. Weil sie allerdings dabei auf viele Reize anspringt, kann es mal passieren, dass sie einer Spur nachjagt und das Folgen vergisst. Da muss man noch aufpassen. Vor allem braucht sie Beschäftigung, sonst sucht sie sich eigene. Aber von Jagdtrieb kann man nicht sprechen. Wir haben uns auch schon ganz ruhig, aber interessiert Rehe angeguckt. Am Ententeich haben wir schon geübt, dass man beim Anblick von Viechern ruhig bleibt. Das muss man nur noch ein klein wenig ausbauen. Hasen sind noch ein Thema, aber wenn man da noch weiter trainiert, wird auch das funktionieren.

    Sie kann wirklich alles. Aber sie braucht eben jemanden, der nicht nur ein aktives Leben führt, sondern ihr auch wirklich eine Aufgabe geben kann. Wunderschön ist sie obendrauf auch.

    Geeignete Menschen

    Meiner Einschätzung nach ist Lëini für Menschen geeignet, die Freude daran haben, dem Hund etwas beizubringen. Ich habe mit ihr parkour- und agilityartige Sachen in Parks gemacht, Suchspiele auf hohen Baumstammstapeln, Futterbeutel apportieren, Tricking, Gegenstände suchen und bringen. Sie ist intelligent, schnell und unermüdlich. Sofasitzer hätten bei ihr keine Chance.


    Lebenswandel

    Ingesamt ist mein Lebenswandel gerade auf das Nötigste zurückgeschraubt. Mittlerweile habe ich mich so in die Hundesache reingesteigert, dass mein Schlaf gestört ist. Hätte ich auch nicht gedacht, dass das nochmal passieren kann. Ich komme schon zurecht, aber wenn ich -- wie heute Nacht -- nur drei Stunden Schlaf bekomme, ist meine generelle Leistungsfähigkeit herabgesetzt.

    Einmal Training am Tag + die Bewegung mit dem Hund gibt es. Naja, Bewegung ingesamt ist nicht zu knapp. Ist gerade ein bisschen behämmert.

    Der ganze Rest läuft einfach so mit. Ernährung ist ja kein Thema, dem ich noch Aufmerksamkeit schenken muss.

    Jetzt muss ich die Vermittlung meines Hundes nur noch emotional verpacken. Ich bin leider ein großes Weichei. Auch wenn sie mich eigentlich hauptsächlich nervt, empfinde ich trotzdem große Fürsorge.

    Einfach nur bizarr, dass mein Denken sich gerade nur um den Hund dreht. Dauerkognition.

  • Krass! Danke fürs Teilen. Hindert dich der Hund am Schlafen oder das Mindgame?

  • Auch an dich die Frage: Wie ergeht es dir als Selbstständiger/Freiberufler in der aktuellen Situation? Hast du Kundenverluste? Oder läuft alles wie immer?

  • @Johannes schrieb:
    Krass! Danke fürs Teilen. Hindert dich der Hund am Schlafen oder das Mindgame?

    Der Hund ist ruhig. Aber ich bin von allem gleich so besessen. Entsprechend auch davon die Hundeerziehung zu lösen. Im Zuge des letzten Jahres ist schon ein Hundebuch(-manuskript) entstanden wegen meiner Obsession. Ich kann oft nicht schlafen, weil ich manche Situationen immer wieder im Kopf durchspiele.

    @Tobias schrieb:
    Auch an dich die Frage: Wie ergeht es dir als Selbstständiger/Freiberufler in der aktuellen Situation? Hast du Kundenverluste? Oder läuft alles wie immer?

    Bei mir persönlich läuft alles wie gewohnt weiter. Ist trotzdem eine Sauerei: Die Leute wehren sich nicht, die Obrigkeit genießt es.

  • @Sascha schrieb:

    @Tobias schrieb:
    Auch an dich die Frage: Wie ergeht es dir als Selbstständiger/Freiberufler in der aktuellen Situation? Hast du Kundenverluste? Oder läuft alles wie immer?

    Bei mir persönlich läuft alles wie gewohnt weiter. Ist trotzdem eine Sauerei: Die Leute wehren sich nicht, die Obrigkeit genießt es.

    Was ich mich da frage: Wie soll man sich wehren? Busfahrer verprügeln, die einen an die Maskenpflicht erinnern? Auf Edeka-Kassiererinnen einreden, dass weder die Wirksamkeit noch der Nutzen von Masken belegt ist? Finde ich schwierig, weil die ja auch nichts für den ganzen Scheiß können. Auch auf die Reichtagstreppe gehen und veraltete Fahnen schwenken scheint mir kein geeignetes Mittel zu sein. Was machst du denn? Machst du überhaupt was oder hat es dich ins innere Exil verschlagen?

  • @Tobias schrieb:

    @Sascha schrieb:

    @Tobias schrieb:
    Auch an dich die Frage: Wie ergeht es dir als Selbstständiger/Freiberufler in der aktuellen Situation? Hast du Kundenverluste? Oder läuft alles wie immer?

    Bei mir persönlich läuft alles wie gewohnt weiter. Ist trotzdem eine Sauerei: Die Leute wehren sich nicht, die Obrigkeit genießt es.

    Was ich mich da frage: Wie soll man sich wehren? Busfahrer verprügeln, die einen an die Maskenpflicht erinnern? Auf Edeka-Kassiererinnen einreden, dass weder die Wirksamkeit noch der Nutzen von Masken belegt ist? Finde ich schwierig, weil die ja auch nichts für den ganzen Scheiß können. Auch auf die Reichtagstreppe gehen und veraltete Fahnen schwenken scheint mir kein geeignetes Mittel zu sein. Was machst du denn? Machst du überhaupt was oder hat es dich ins innere Exil verschlagen?

    Ich glaube, dass mein letztes eher soziales Engagement die Besetzung des Kanzleramts beim Bildungsstreik war. Aber dann musste ich feststellen, dass selbst die angeblich Radikalen eher zahm sind, versuchen bei der Besetzung auch mal geile Chicks abzuschleppen und ganz schnell unverstandene Kommunismuspropaganda nachplappern.

    Ich mache bestimmt nichts, weil die Mehrheit der Leute schlicht ihr eigenes Verderben wählen und wollen. Wer Freiheit will, muss sie auch ertragen können. Das will anscheinend keiner. Das ist für mich in Ordnung. Ich sehe nicht mehr "Sauerei" und denke "da muss man mal was machen". Ich sehe "Sauerei" und denke "Schade, Unmündigkeit ist selbstverschuldet".

    Ein einfaches Beispiel: Die großen Konzerne und die Regierung stecken unter einer Decke. Wen man wählt, spielt keine große Rolle. Man kann von der AfD halten, was man will. Entweder sind sie die Rettung für das links-versiffte Deutschland und das Volk oder sie sind die Nachfolgepartei der NSDAP und Alice Weidel strebt nach der Machtergreifung eine Umbenennung in Adolfine Hitler-Weidel an, nachdem sie den wiedergeborenen Führer heiratet und ihre lesbische Maskerade fallen lässt. Aber es gibt nur sie und DIE PARTEI auf der Bühne, die nicht Teil des Establishments sind. Und beide würden sich wahrscheinlich genauso korrumpieren lassen, wie jede andere Partei, wenn man sie mitspielen ließe.

    Man könnte jetzt meinen, dass es ein politisches Problem ist. Aber das ist es nicht. Es sind lediglich die Symptome einer tiefliegenden Krankheit, die ich "Moderne als Krankheit" nenne. Jordan Peterson trifft den Nagel auf den Kopf, ist aber meiner Meinung nach lange nicht drastisch genug bei der Diagnose.

    Ich begegne dem Problem also nur so, dass ich mein eigenes Leben auf die Reihe kriege. Ich persönlich habe keinerlei relevante Einschnitte in meinem Leben durch die Freiheitsberaubung erfahren. Wie soll ich vernünftig an einem Problem arbeiten, das mich überhaupt nicht betrifft? Und ich kann mich auch nicht dazu bringen, viel Mitgefühl zu haben, weil ich denke, dass sich die Leute das Ganze selbst eingebrockt haben. Genaugenommen habe ich nur ein moralisches Urteil (= Sauerei), aber keine Gefühle. Mein Engagement spare ich mir für einzelne Menschen auf.

    Aber bei meinem Glück wird Massenmenschhaltung weit rezipiert und ich dazu gezwungen die Dekadenz von Markus Lanz zu ertragen.

  • bearbeitet Dezember 2020

    @Sascha schrieb:

    @Tobias schrieb:

    @Sascha schrieb:

    @Tobias schrieb:

    Aber bei meinem Glück wird Massenmenschhaltung weit rezipiert und ich dazu gezwungen die Dekadenz von Markus Lanz zu ertragen.

    Wenn du bei Markus Lanz wärst, würde ich mir das sogar anschauen …

    Am nächsten Tag würde dann auf Zeit Online stehen: "Sascha Fast: Das ist der Skandalphilosoph von Markus Lanz". Und bei ze.tt: "10 Gründe, warum Sascha Fast problematisch ist".

  • Mein großes Problem mit der Schuldzuweisung ist, dass ich von keinem Menschen erwarten kann, die Überzeugung seiner scheinbar gesamten Spezies ernsthaft anzuzweifeln. Ich wüsste auch nicht, woher jemand das Selbstvertrauen nehmen sollte, wenn er noch nicht mal mit Wissenschaft in Kontakt gekommen ist. Von Entscheidungsträgern oder jedem, der anderweitig aktiv wird, erwarte ich mehr, aber den Otto-Normalbürger würde ich sogar als vernünftiger bezeichnen, wenn er sich in seinen Ansichten den als Experten betitelten Autoritäten anpasst und kürzer tritt, als dass er sich starrsinnig gegen alles und jeden stellt. Das ist im Grunde einfach nur bescheuert, wenn man keine Ahnung hat.
    Ich muss ehrlich sagen: Die Situation hat mein Menschenbild nachhaltig verändert (darf man das C-Wort eigentlich sagen oder schadet das dem Forum?). Den Menschen haftet nichts Heiliges mehr an. Narren, denen jeglicher Überblick fehlt. Selbstverschuldet? Ja, letzten Endes schon. Ist aber mehr als verständlich. Die aktuell gefragten Kompetenzen sind wirklich nichts, was ich als Basiskompetenz bezeichnet hätte. Selbst in Puncto Moral scheitert es für viele, wenn nicht die meisten, an der Sachfrage.
    Das aktuelle Szenario ist einfach zu krass und absurd. Wer darauf vorbereitet war, und sei es nur in Bezug darauf, eine kritische Haltung entwickeln zu haben, um von da aus weitergehen zu können, der hatte in meinen Augen Glück. Für alle anderen scheitert es schon am Problembewusstsein.

  • @Sascha schrieb: Jordan Peterson trifft den Nagel auf den Kopf, ist aber meiner Meinung nach lange nicht drastisch genug bei der Diagnose.

    Kannst du das konkreter machen? Welchen Nagel trifft Peterson wie auf den Kopf?

  • @Moritz Schuld ist eine Seite der Verantwortung. Wenn du andere Leute damit entschuldigst, dass sie nicht schuldfähig sind, unterstellst du ihnen Unmündigkeit. Das kann man machen, kann dann aber nicht mehr demokratische Ordnungen und Eigenverantwortung vertreten. Also entweder Demokratie mit Mündigkeitsunterstellung oder Autoritär ohne (andere Möglichkeiten wie Grausamkeit durch Verwahlosung von unmündigen Bürgern ausgeschlossen).

    @Johannes Er hat seine Regeln ja nicht ohne Grund ausgewählt und das Buch mit "The Antidote to Chaos" untertitelt. Nehmen wir an, dass die Regeln eine Empfehlung sind, den aktuellen Zustand zu umzukehren in dem sich der Westen befindet. Außerdem können wir auf den Zustand den Jordan Peterson sieht schließen, indem wir die Regeln im Sinn umkehren (Anstatt "Sag die Wahrheit", "Lüge") und aus dem Sollen ein Sein machen. Dann kommen wir auf 12 Zustände:

    1. Die Menschen lassen sich hängen. Sie begegnen dem Leben mutlos und ohne Haltung. (vgl. Opferhaltung)
    2. Die Menschen sorgen nicht gut für sich. Sie vernachlässigen sich, betreiben eine Lassez-Faire Selbstvernachlässigung. (vgl. desolater Gesundheitszustand)
    3. Die Menschen wählen ihre Freunde nicht danach aus, dass sie das Beste für einen wollen. (vgl. Misstrauen und keine Freunde mehr)
    4. Die Menschen vergleichen sich entweder mit Trugbildern (vgl. Social Media) oder ignorieren ihre eigene Entwicklung (vgl. Leben in ewiger Gegenwart).
    5. Die Menschen erziehen ihre Kinder nicht mehr in der Hinsicht, dass sie wertvoller Teil einer Gemeinschaft werden. (vgl. "Mach, was dich glücklich macht")
    6. Die Menschen ignorieren den desolaten Zustand ihres Lebens und glauben, dass andere Menschen für ihr Wohl verantwortlich sind. (vgl. das Geschrei nach staatlichen Lösungen)
    7. Die Menschen suchen nach Kurzfristigem und ignorieren langfristige Bedeutung. (vgl. Hedonismus, Nihilismus)
    8. Die Menschen sprechen laufend Dinge aus, von denen sie wissen, dass sie nicht wahr sind. (vgl. der Unterschied zwischen öffentlicher und privater Meinungsäußerung)
    9. Die Menschen bilden sehr schnell ihre Meinung und ignorieren entweder die Meinung anderer oder sind sogar empört, dass andere eine andere Meinung vertreten. (vgl. öffentlichen Diskurs, de facto Zensur, Begriffe wie "links-versifft", "Covidiot" und "Nazi")
    10. Die Menschen plappern einfach daher, ohne sorgfältig abzuwägen. (vgl. Talkshowgelaber, Politiker, Pseudogurus)
    11. Die Menschen überbehüten ihre Kinder. (vgl. Helikoptereltern, bescheuerte Prügelsanktionen in der Schule)
    12. Die Menschen ignorieren die kleinen Geschenke und verfallen in einen passiven Pessimismus.

    Habe ich jetzt einfach so runtergeschrieben. Finde ich zwar treffend, aber zu schwach.

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