[life log] Sascha (Erhaltungstraining und Alltagsentscheidungen)

bearbeitet 21. Januar in Tagebücher und Logs

Bin mir noch nicht sicher, wie ich dieses Log gestalten werde. Im Grunde gibt es nix Großartiges, was ich gerade mache. Andererseits sind Logs hocherwünscht und ich muss mich da mal an meine eigenen Empfehlungen halten.

Hier erstmal die Eckdaten:

Ernährung

Nach wie vor Paleo + ein paar Milchprodukte. Neulich habe ich für ein paar Tage Hüttenkäse zum Frühstück gegessen, weil durch ein paar verkackte Nächte mein Rhythmus kaputt war. Aber ansonsten gibt es nix Auffälliges.

Fasten

Esse meine größte Mahlzeit Mittags. Abends dann ein paar Kleinigkeiten. Manchmal auch ein paar kleine Snacks und eine einzige große Mahlzeit (Warrior Diet).

Bewegung

  1. Habe scheiße viel Bewegung mit dem Hund. Mache auch mein Sprinttraining mit dem Hund und bin regelmäßiger unter der Woche auch ein paar Stunden mit dem in den Bergen (=Hügel) des Teutos. Das ist mein Ausdauertraining. (2--4x/Woche im T-Shirt und kurzer Hose für Kältebelastung)
  2. Krafttraining ganz simpel: 2x/Woche Kreuzheben + Ergänzung, 2x/Woche Übungen mit dem Körpergewicht, 2x/Woche ein bisschen SASS + Unterarmtraining. Die meisten Trainingseinheiten dauern weniger als 45min.
  3. Die Abendeinheiten sind gerade sehr ungeplant und höchstens 20min lang. Alles durcheinander, Hauptsache irgendwas. Allmählich legt sich die Erziehungsarbeit mit meinem Hund mehr und mehr. Dann habe ich auch wieder die Zeit mich mehr als nur die Rudimente zu kümmern.
  4. Zwischenroutinen: https://forum.me-improved.de/discussion/comment/1127/#Comment_1127

Mobilität

  • In der Zwischenroutine.

Ruhe

  • Scheiße viel Zeit in der Natur.
  • Einfache Meditationsübungen (nix Langes)

Kognition

  • Eigentlich kaum etwas Erwähnenswertes. Bzw. mir fällt nicht ein, was nun interessant wäre. Kommt vielleicht noch.

Kommentar

Evtl. nutze ich das Log für einen kurzen täglichen Rückblick. Oder ich mache einen wöchentlichen Rückblick. Mal gucken.

Kommentare

  • @Sascha Wie lange ist denn "Scheiße viel Zeit" so im Wochenschnitt? :-) Was machst du da so? Lässt du dich dabei akkustisch von einem Gerät(Musik, Hörbuch, whatever) berieseln?

  • @andreas_n

    Morgens ca. 30min, Mittags 1--4 Stunden, Abends 30min

    Heute mache ich beispielsweise wieder eine lange Tour. Das werden ca. 3h sein. Die meiste Zeit nur mit T-Shirt (Kälte) und die ersten 90min werden mein Sprint- und Fartlektraining sein. Ich bin also unter Umständen 5h am Tag draußen. Pro Woche sind das zwischen 15 und 20 Stunden.

    Was mache ich da? Ich trainiere meinen Hund. Schließlich will ich den möglichst schnell, möglichst überall ohne Leine führen können. Außerdem ist sie hyperenergetisch und scheiße intelligent. Die braucht leider erstmal viel, was sich in 2--3 Jahren aber reduzieren wird wegen des Alters. Ich mache mein Training (mache ansonsten kein Ausdauertraining mehr). Ich denke viel.

    Aber wenn man sich berieseln lässt, dann macht sich der Hund gerne selbstständig und das ist bei so einem Früchtchen wie meinem Gift. Bei uns gibt es auch ein Windhunderudel, dass relativ unkontrollierbar ist für die Besitzer. Da muss ich auch auf Alarm sein, weil da genug Hunde gebissen wurden (kam schon fast zum Clash, was mir um den Hund leid tut).

  • Hat sich deine Produktivität verändert, seitdem du den Hund hast? Wenn ja: Wie?

  • 2020-01-23

    Ich stelle die Zwischenroutinen um. Die Einzelwiederholungen sind zu schwer. Merke dass Teres Major und Lat in der Achsel zu viel Spannung kriegen. Mache jetzt 2 Wiederholungen mit einem geringerem Widerstand.

  • 2020-01-25

    Bewegung

    • Morgens

      • 30min Spazieren
    • Zwischenroutine

      • 6x2 Pike Push Up (Full ROM)
      • 6x2pro Arm Klimmzug, Hamemrgriff, 1-Arm Emphase
      • 6x2 Heben, Kurzhantel, crosslateral, einarmig-einbeinig
      • Mobilitätskram
    • Mittags

      • 3h Fartlek mit Sprints verschiedener Länge, Wandern und ca. 30min Joggen
    • Abends

      • 30min Dynamische Planche Leans, Frontlever Pulls
      • Ein paar Sätze Griffkraft mit Handtuch
      • Schwunggymnastik
  • @Sascha Warum nicht mehr abends die größte Mahlzeit ?

  • @Dominique schrieb:
    @Sascha Warum nicht mehr abends die größte Mahlzeit ?

    Mein Tagesrythmus hat sich nach vorne verlagert. Meine mit Abstand schwerste Trainingseinheit findet auch immer Mittags statt.

  • Ich dachte umso später die Kalorien reinkommen, umso besser, wenn man sich nicht überlastet. Also willst du die Belastung durch das aufgebaute Energiedefizit senken oder wegen PWN oder einfach um abends nicht vollgefressen im Bett zu liegen ?

  • Um so später? Ne.

    Aber hat auch praktische Gründe ich esse nach dem Training. Abends habe ich ja kein richtiges Training mehr. Da mache ich also nix richtiges zu essen.

  • Ich dachte, wenn man abends viel isst, dann verbessert sich der Schlaf (vermehrte Ausschütung von Ruhehormonen) und die Nährstoffe werden vermehrt für Muskelaufbau vom Körper verwendet (da im Schlaf die Regenaration stärker abläuft als tagsüber).

  • Naja, die Sache ist komplizierter. Es gibt die hormonelle Antwort, die so und so ausfallen kann, je nachdem, was du isst. Dann kommen noch unterschiedliche Zeitgeber (biologische Uhren) ins Spiel und so weiter.

    Aber wenn du Nachmittags eine große Mahlzeit zu dir nimmst, hast du sehr viele Stunden was davon.

  • Das Problem von Nachmittag sehe ich wenn du am Abend noch trainierst. Hab ich von Sascha gelernt. Zuerst die Bewegung dann die Energiezufuhr.

  • @tatamipilze schrieb:
    Das Problem von Nachmittag sehe ich wenn du am Abend noch trainierst. Hab ich von Sascha gelernt. Zuerst die Bewegung dann die Energiezufuhr.

    Wenngleich es keine in Stein gemeißelte Gesetze gibt, ist das imho der springende Punkt.

  • Bewegung & Mobilität

    • Werde diese Woche in der Zwischenroutine zwischen 3 und 4 Wiederholungen machen. An meinen Fastentagen mache ich gerade 5er und 6er.
    • Heben ist gerade mit Defizit, einmal pro Woche normal und einmal Halting (bis zum Knie mit 1s Halten).
    • Mobilität ist gerade Hurenkind.

    Ernährung und Fasten

    Da ist nix zu sagen. Esse eben.

    Ruhe und Kognition

    Belastung ist aktuell sehr hoch.

    Hund

    Fazit nach 5 Monaten.

    Das Training mit dem Hund erweist sich als sehr hohe kognitive Belastung. Die ist so schnell und clever, dass ich mir keinen Fehler erlauben darf. Es sind aktuell ca. 3h Training pro Tag mit ihr. Sie kam als absoluter Chaoshund zu mir. Jetzt beherrscht sie die Grundkommandos, hat ihre Futteraggression abgelegt, apportiert (noch unzuverlässig bei hoher Ablenkung), kann zu 70% zuverlässig in der Freifolge laufen, lernt allmählich auf Kommando unterschiedliche Plätze in der Wohnung aufzusuchen, kann Spuren folgen, die ich lege (solange sie etwas mit Essen zu tun haben), kann den Futterdummy suchen und zu mir bringen, Rückruf bis mittlere Reizlagen 70% zuverlässig usw. Leinenführigkeit 4/10 (sie bleibt manchmal stehen, während ich weitergehe, oder setzt sich mehr als eine Körperlänge vor mich). Sie sprintet auf Kommando mit mir und bremst mit mir ab, wenn der Sprint beendet ist.

    Durch Mut und Vertrauen (zu mir) geht sie über hohe (1,5m) blickdurchlässige Brücken mit mir, bleibt auf Kommando drauf sitzen.

    Zu Hause bleibt sie weitgehend ruhig.

    Alleinbleiben 2/10. 1h ist drin. Ab dann wird sie nervös, wenn keiner da ist. Einmal bei 4h (Weihnachten) hat sie mir ein Loch ins Sofa gefressen.

    Ich kann sie nicht im Freilauf auf offenen Flächen lassen. Da rennt sie irgendwohin. Sie läuft nicht wirklich weg, sondern verliert sich dann in dem, was sie tut. Hundebegegnungen sind noch völlig chaotisch. Auch im Wald hält sie nicht gut Kontakt, sondern verlässt sich darauf, mich schon wiederzufinden, wenn sie mal woanders hinwill (was nicht funktioniert).

    Aber die höchste Belastung ist der Terror, den sie schiebt, wenn sie von etwas überzeugt ist. Zu bestimmten Zeiten fängt sie an, unglaublich zu nerven (herumrennen, brummen und winseln, "negative attentions seeking" usw.). Zu den üblichen Gassizeiten beispielsweise. Auch wenn sie etwas zu Essen will, gibt sie keine Ruhe. Ignoriere ich das (was ich grundsätzlich immer mache, wenn sie forderndes Verhalten zeigt), schiebt sie bis zu 1,5h diesen Terror.

    Jede Kleinigkeit zählt, weil sie so gut in Mustererkennung ist, weshalb ich keinen Moment der Schwäche erlauben kann. Ich wurde schon mehrfach von Anwesenden darauf angesprochen, dass ich Fledermausohren hätte oder eine Art Hyperaufmerksamkeit hätte, weil ich anscheinend einen Supersinn habe. Das ist mitnichten so, sondern wahrscheinlich seelischer Raubbau durch Hyperwachsamkeit. In den 5 Monaten gab es keine Situation, in der ich nicht konsequent geblieben bin. Klingt gut, ist aber zermürbend.

    Doch alle Belastung kann man ertragen, wenn man einen Sinn hat, den man sich als Gefährt schafft. Und hier liegt das Problem. Ich befürchte, dass ihr Grundpensum bei 3h Belastung pro Tag liegt. Ihr Energiemanagement hängt extrem davon ab, ob ich sie entsprechend fordere. Wir reden nicht davon, dass ich sie am Tag mal ein bisschen was suchen lasse und auch mal was zum Rennen werfe, während wir generell einfach ausgedehnte Spaziergänge machen. Jede Minute des Spaziergangs ist von Konzentration geprägt. Zerren, Apportieren, Folgen, Grundgehorsam, Suchaufgaben alle 5--10 Minuten sind nötig, um sie davon abzuhalten sich selbst irgendwohin zu orientieren. Zwischen diesen Tätigkeiten gehe ich nicht einfach, sondern muss immer konzentriert bleiben, weil sie eben so schnell ist. Ich muss zwangsläufig immer auch Augen nach hinten haben, weil sie nicht nur zurückbleibt, sondern dann auch die Gelegenheit nutzt, in eine andere Richtung abzubiegen.

    Auch die klassischen Tricks, wie sich verstecken, weitergehen usw., um den Hund dazuzuwingen sich an mir zu orientieren, schlagen fehl, weil sie ohne Probleme ihre eigenen Wege geht.

    Sie ist dabei auch nicht über Ermüdug kleinzukriegen, weil sie eine bizarre Erholungsfähigkeit hat. Nach 2h Fartlek und 1h brutalem Zerren und Laufen mit einem anderen Hund, brauchte sie ca. 10 Minuten bis sie wieder wie ein Terrier in Stöberlaune versucht hat, sich gegen mein Folgekommando zu wehren.

    Es ist diese Kombination aus erzwungener Hyperwachsamkeit (auch im Alltag), hochfrequentem aktiven Training und dem großen Zeitumfang, der mich zweifeln lässt, ob dieser Hund bei mir gut aufgehoben ist. Mein Problem ist sicherlich nicht die Bereitschaft Arbeit zu investieren. Es ist vielmehr die Ausssicht, dass dies neuer Alltag ist. Nicht bis sie hinreichend erzogen ist, sondern bis sie ein alter Hund ist. Es ist, als wäre sie eine hochgezüchtete Kreuzung aus Malinois und irgendwas anderem Dopaminergen. Allerdings mit dem Malus, 8 Monate im Käfig gesessen zu haben, also keine vernünftige Bahn für diesen Drive gefunden zu haben. "Aktiv" ist schon ok für mich. Aber hyper-high-drive ist von mir nicht bedienbar. Ich kann mein Leben eben nicht um den Hund herum gestalten, wie man es für solche Hunde machen muss.

    Das heißt, dass ich mich in einem (für mich) schweren Dilemma befinde. Ich habe selbst einen hohen Rudeltrieb. Teilweise so hoch, dass ich schlechte Entscheidungen getroffen habe und sie unter "Loyalität" abgelegt und gerechtfertigt habe. Ich sehe mich in einer Verantwortungsposition dem Hund gegenüber. Doch diesen Belastungsumfang kann ich nicht mehr allzu lange aufrecht erhalten. Der Grund für die ausreichenden Fortschritte in ihrem Verhalten und auch ihrer Fähigkeit zur Ruhe hängen eng damit zusammen, dass sie eben hochbelastet ist. Solange es Erziehung ist, gibt es Licht am Ende des Tunnels, sodass ich die Belastung gerne in Kauf nehme. Doch als Grundmodus im Umgang mit ihr geht das nicht.

    In einer allgütigen Welt, hätte sie irgendeine Spezialausbildung genossen und hätte brilliert. In der kurzen Zeit bei mir ist sie sehr athletisch geworden (von so lala zu den oberen 2% in Sprint und Wendigkeit), sprungstark (durch Zickzacksprünge über einen Bach), koordinativ (durch Klettern und Ähnliches) und clever (Suchen, Probleme lösen) geworden. Aber bei mir findet sie nur ein recht aktives Leben, aber niemanden, der sein Leben um sie herumgestalten wird.

    Ich stelle mir also die Frage, ob ich so einem Hund gerecht werde.

    Emotional äußert sich das Dilemma durch eine gewisse Distanz von mir. Ich mag sie, weil ich alle Hunde mag. Aber nicht, weil sie mein Hund ist. Diese hyperaktive Hektik bei gleichzeitiger Tendenz auf Teufel komm raus den eigenen Willen durchzusetzen ist etwas, das ich schon im Umgang mit Menschen vermeide wie die Pest. Deswegen gibt es Phasen, in denen sich sie einfach zum Kotzen finde. Daraus ergeben sich echt viele Frusttage. Doch die Lösung ist es nicht, klug zu sein. Es ist eine Frage der Sympathie und Zuneigung, auf die man keine kluge Antwort geben kann, sondern nur eine ehrliche.

    (Tagebucheintrag)

    Zettelkastenprojekt

    Das Zettelkastenprojekt schreitet in großen Schritten voran. Mit der zweiten Auflage des Buchs bin ich bisher sehr zufrieden. Von der aus heutiger Sicht mangelhaften Qualität der ersten Auflage habe ich mich auf ein für mich akzeptables bis gutes Niveau gehoben. Ich habe den Stil und den Ton geändert (nochmal anders als der von R&A) und nun wirklich aus meinem Wissensumfang geschöpft.

    So habe ich beispielsweise bei der Einführung der Wissenstruktur nicht nur knappe Definitionen und Beispiele gegeben, sondern die Verbindung zur pragmatischen Verwendung der Standardanalyse von Wissen gegeben. Anstatt nur ein paar Zeilen dazu zu geben, dass Lesen mehr als nur Texterkennung ist, habe ich eine Einführung in die unterschiedlichen Ebenen des Lesens gegeben und im Zusammenhang mit den Wissenstrukturen aufgezeigt, wie man praktisch Wissen im Text erkennt und seinen Typ identifiziert.

    Ich habe ein Kapitel schon zwei Leuten zu lesen gegeben und auch sie haben die deutliche Verbesserung anerkannt. Beide kennen mich und werden von mir regelmäßig zu gelabert. Doch auch für sie war viel Neues dabei. Paraphase: "Für mich war das richtig gut, weil ich mich noch nie mit 'Lesen' so genau beschäftigt habe und was eigentlich dahinter steht."

    Ich habe die Struktur endlich so gestaltet, dass ich nun auch mit der iterativen Betreuung der Auflagen anfangen kann. Das heißt, dass sie Struktur nun final ist und ich demnächst mit relativ wenig Aufwand neueste Ergebnisse einpflegen kann, anstatt das ganze Ding neu zu verfassen.

    Beim Kurs sind wir (mit Christian zusammen) beim zweiten Überarbeitungsdurchlauf. Wenn ich demnächst durch bin und Christian auch, können wir sogar schon mit der Produktion der Videomodule anfangen.

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