Information Overload

Das Thema beschäftigt mich aktuell sehr.
Ich habe viele Bücher, welche ich lesen möchte (und teilweise schon zuhause stehen habe). Ich habe mir diverse Links als Bookmarks gesetzt, um sie "später" zu lesen/durchzuarbeiten. Meine ToDo-Liste ist voll mit Ideen & Infos für "später" oder auch Dinge die ich gehört habe.. und nachschlagen möchte. Serien und Film haben bei mir eine eigene ToDo-Liste, welche ich dann nutze, wenn mir danach ist. Ebenfalls die Youtube-Videos, welche ich als Abonnent vorgeschlagen bekomme, treffen meist meine Interessen.

Ich "arbeite" diese Listen immer etwas ab, aber dadurch, dass immer neue Themen und Dinge nachkommen, wird die Liste nie weniger, sondern eher mehr.
Ich merke zudem, dass bei mir durch diese Fülle an Informationsmaterial und dessen Verwaltung ein gewisser Stress entsteht.

Beispielsweise, wenn meine Frau mir mitteilt, dass der Pile of Shame (ungelesene Bücher zuhause) nicht kleiner wird( was auch stimmt, da immer neue nach Bücher nachkommen - Geschenke etc.).
Oder wenn ich aus dem (Kurz-)Urlaub wiederkomme und Netflix/Youtube für mich interessantes Material für >100 Stunden anbietet.

Ich stelle mir bei der Auswahl meiner Quellen die Frage:
Ist es für mich relevant/wichtig oder könnte ich meine Zeit besser verbringen?

Wie geht Ihr mit diesem Thema um?
Kennt ihr es? Spielt es in eurem Leben keine Rolle?

Vote
  1. Hast du Information Overload in deinem Leben?9 Stimmen
    1. Ja, aber ich denke nicht weiter drüber nach
        0.00%
    2. Ja, es stört mich
      88.89%
    3. Nein
      11.11%
    4. Ich weiß nicht?
        0.00%
    5. Ich bin nur hier zum Lesen und schreibe nicht ins Forum
        0.00%
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Kommentare

  • Mir geht es ähnlich und ich habe statt Antworten nur weitere Fragen:

    • Gibt es hier jemanden der bewusst die Größe der "Pile of Shame" (digital und physisch) limitiert hat? Das erscheint mir ein vielversprechender Ansatz. Gibt es noch weitere Ansätze wie man damit umgehen soll?
    • Ist bereits die reine Existenz von "Pile of Shames" ein Problem, da vll. kognitive Belastung des Unterbewusstseins?
  • Limitiert nicht, aber über die Jahre habe ich immer wieder Bücher und Lesezeichen bewusst entfernt. Und mehr entfernt als ich hinzugefügt habe. Zuletzt beim Umzug : habe noch 5 Bücher mit Bezug zu Themen des guten Lebens. Ansonsten nur Studiumsbezogene Bücher (Forstwirtschaft) und Romane. Ich habe auch einen Pool an vertrauenswürdigen Internetquellen (auch 5x). Nur halte ich mich nicht an diese.
    Kognitive Belastung ? Fühlt sich bei mir so an. In solchen Listen stecken immer auch Erwartungen an sich Selbst (unerreichte Ziele), dass man die Sachen mal "erledigt". Schaue dir diese Diskussion mal an https://forum.me-improved.de/discussion/61/ziele-im-leben

  • Ich kenne das natürlich auch, aber ich umgebe mich sehr gern mit Büchern, auch wenn ich sie nicht lese. Das ist zwar irgendwie dekadent, aber das ist mir egal. Ich mag Bücher.
    Bei Umzügen habe ich in der Vergangenheit öfter mal großflächig aussortiert. Ich begrüße auch die inzwischen zahlreichen Büchertauschschränke/regale hier in der Stadt, und habe schon sowohl genommen als auch reingestellt.
    In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Bücher zu kaufen. Das hat natürlich nicht geklappt, ich habe in Schweden eine optisch sehr schöne Gesamtausgabe von Harry Potter auf Schwedisch gekauft und jetzt gerade noch King, Warrior, Magician, Lover.
    Davon abgesehen habe ich zahlreiche Romane auf der Straße aufgesammelt (hier in München gehts den Leuten so gut, dass man sich von der Straße wahrscheinlich einkleiden, mit Möbeln einrichten und sein Bücherregal voll ausstatten kann...). Ich habe so schon großartige Bücher gelesen, auf die ich sonst nie gekommen wäre (Atemschaukel von Herta Müller, Gottesdiener von Erika Morsbach).
    Kurz: den Pile of Shame gibt es bei mir nicht, es sind eher mehrere Piles of Joy.
    Zusammen mit dem grenzenlosen Informationsangebot aus dem Internet muss ich mich aber auch bewusst disziplinieren und Gelassenheit walten lassen, was ich konsumiere und wann.

  • bearbeitet November 2019

    Ich kenne "Information Overload" sehr gut. Wobei ich das gleiche Phänomen immer "Informationsstau" nenne.

    Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, es würde mich nicht stören. Das tut es nämlich. Ich habe sogar drei "piles of shame":

    1. Bücher/Paper, die ich lesen will bzw. meine lesen zu müssen
    2. Bücher/Paper, die ich lese, aber noch nicht beendet habe
    3. Bücher/Paper, die ich gelesen habe und noch verzetteln will bzw. meine verzetteln zu müssen

    Und dann bleiben immer wieder mal Weiterbildungen für die Arbeit liegen, z. B. will ich schon seit zwei Jahren LaTex lernen, damit ich besser mit Kunden zusammenarbeiten kann, die damit arbeiten, ohne diesen ständigen Umweg mit anderen Dateiformaten. Aber auch das bleibt immer wieder liegen. Und R und Python will ich auch noch lernen, um meine Mathe- und Statistikkenntnisse aufzufrischen bzw. zu erweitern. Passiert aber nicht.

    Mich hat das noch vor einer Weile noch ziemlich gestört. Inzwischen versuche ich aber, mich selbst nicht mehr zu sehr durch so was unter Druck setzen zu lassen. Stattdessen versuche ich mir das Prinzip "Qualität vor Quantität" anzugewöhnen: Statt in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Abstracs von möglichst vielen Studien in den Zettelkasten zu schlingen, beschäftige ich mich lieber einen Monat lang ausführlich mit einem einzigen Paper. Anstatt möglichst viele Bücher hintereinander wegzulesen, lese ich ein einziges aufmerksam – und das dauert dann eben so lange, wie es dauert. Es ist aber nicht leicht, sich das anzugewöhnen, aber ich glaube, langfristig ist langsam und gründlich besser als möglichst schnell. Dann verpasse ich halt viel. Ist auch egal, denn je mehr ich "lerne", desto mehr begreife ich, wie wenig ein einzelner Mensch doch wissen kann.

    Bei YouTube habe ich das Problem weniger, da gucke ich außer Sascha nicht viel. Ein paar Podcasts vielleicht, aber die schaue ich nur fertig, wenn ich sie wirklich interessant finde. Letztens zum Beispiel Edward Norton bei Joe Rogan. Ansonsten nutze ich YouTube sehr gezielt und versuche, die Empfehlungen so gut wie möglich zu vermeiden..

    @Jost schrieb:
    Ich kenne das natürlich auch, aber ich umgebe mich sehr gern mit Büchern, auch wenn ich sie nicht lese. Das ist zwar irgendwie dekadent, aber das ist mir egal. Ich mag Bücher.

    Ja, so ist das bei mir auch. Ich fand Räume mit vielen Büchern schon immer inspirierend. Ich glaube, das hat viel damit zu tun, dass mein Vater Buchhändler ist.

  • bearbeitet November 2019

    @andreas_n schrieb:

    • Ist bereits die reine Existenz von "Pile of Shames" ein Problem, da vll. kognitive Belastung des Unterbewusstseins?

    Ich glaube, die reine Existenz eines "piles of shames" an sich ist noch kein Problem, kann aber schnell eines werden, wenn du sie als Problem empfindest. Du könntest deinen "pile of shame" ja auch einfach als Sammlung von Büchern sehen, die da rumstehen und den Raum verschönern (falls du auf Bücher stehst).

  • Du könntest deinen "pile of shame" ja auch einfach als Sammlung von Büchern sehen, die da rumstehen und den Raum verschönern (falls du auf Bücher stehst).

    Das halte ich für einen wichtigen Gedanken. In irgendeinem Buch von Eco hab ich sinngemäß gelesen: "Gelesene Bücher sind längst nicht so wertvoll wie ungelesene." Findet man im Internet zuhauf. Die Fragen "Hast du die alle gelesen?" kommt von Bildungsbürgern eher nicht. Ich glaub, das ist eine Arbeitermentalität, die ich auch aus meiner Familie kenne, dass man alles durcharbeiten muss: fertig werden eben. Was soll man auch mit ungelesen Büchern?

    In dem Sinne glaube ich auch, dass noch jungfräuliche Bücher keine Schande sind. Kennt bestimmt auch jeder, dass ein Buch 3 Jahre "nutzlos" herumliegt, und dann auf einmal fängt man an, es zu lesen, weil es irgendwie ins Leben rutscht.

    Mein Pile of Shame ist voller unverzettelter Bücher :) Wissen, dass ich mir fast schon erschlossen -- und dann doch habe wieder versickern lassen. Was für eine Verschwendung! Hilft aber auch nix: ich lese nicht für die Arbeit, sondern meistens nur so aus Interesse. Dann professionalisiere ich meinen Hobby-Wissenserwerb halt mal nicht. Das zu ertragen muss ich auch noch lernen. Manche Bücher von diesem wirklichen Stapel sortiere ich auch nach und nach ins Regal ein, damit sie sind, wo sie hingehören, und nicht dort, wo sie mich nur nutzlos zur Handlung zu ermahnen versuchen.

  • @ctietze schrieb:

    Du könntest deinen "pile of shame" ja auch einfach als Sammlung von Büchern sehen, die da rumstehen und den Raum verschönern (falls du auf Bücher stehst).

    Das halte ich für einen wichtigen Gedanken. In irgendeinem Buch von Eco hab ich sinngemäß gelesen: "Gelesene Bücher sind längst nicht so wertvoll wie ungelesene." Findet man im Internet zuhauf. Die Fragen "Hast du die alle gelesen?" kommt von Bildungsbürgern eher nicht. Ich glaub, das ist eine Arbeitermentalität, die ich auch aus meiner Familie kenne, dass man alles durcharbeiten muss: fertig werden eben. Was soll man auch mit ungelesen Büchern?

    Ich habe neben den Büchern auf dem "pile of shame" ja auch noch viele weitere ungelesene Bücher: Bücher für meine Arbeit. Ich schaffe mir immer wieder mal welche an und stelle sie ins Regal. In den letzten Jahren hat sich da schön was angesammelt. Manchmal, wenn ich ein Problem habe, finde ich dann mittels Inhalts- bzw. Stichwortverzeichnis dort eine bessere Lösung als im Internet. Wenn die Lösung dann wichtig ist, schreibe ich dann auch sofort einen Zettel über den Abschnitt im jeweiligen Buch. Ich könnte natürlich auch jedes einzelne dieser Bücher lesen, durcharbeiten und verzetteln – aber dann würde es nicht in meiner kleinen Fachbibliothek landen, sondern auf einem "pile of shame". Deshalb kann ich nur aus meiner Erfahrung bestätigen: Ungelesene Bücher sind verdammt wertvoll.

    1. Pile of Shame ist eine geniale Wortschöpfung von Christian. Die kommt von ihm und nicht von mir!
    2. Aber der Pile of Shame ist eine physische Manifestation für nicht eingehaltene Versprechen sich selbst gegenüber. Reframing ist Verdrängung. Wenn es ein Pile of Shame ist, dann ist es einer. Unser Leben ist schon weich genug. Da brauchen wir nicht noch weitere Watte für unsere Packung. :smile:

    Ich habe auch viele ungelesene Bücher in meiner Halde ("Zimmer"). Ich halte es so wie Christian, der es so wie Eco hält. Mein Pile of Shame ist allerdings auch der Stapel neben meinem Schreibtisch. Gott sei Dank lese ich zur Zeit quasi nicht, weil ich nix weiter mache, als meine Arbeit (als Trainer) und diesen vermalledeiten Zettelkastenkurs. :disappointed:

    Das praktische Problem ist meiner Meinung nach aber nicht physisch in Form von Stapeln, sondern zeitlich. Solange man seine Zeit zu gutem Nutzen verbringt, kann ja ruhig der eine oder andere Buchstapel den Raum verschönern. Aber was nützt einem eine ausgeglichene Buchbilanz, wenn man sich dafür weniger bildet, als es dem eigenen Anspruch entspricht?

  • bearbeitet November 2019

    Die Wortschöpfung gibt es schon etwas länger https://de.wikipedia.org/wiki/Pile_of_Shame ...

  • @MaxMustermann schrieb:
    Die Wortschöpfung gibt es schon etwas länger https://de.wikipedia.org/wiki/Pile_of_Shame ... Christian hat diese zwar ebenfalls für sich/euch entdeckt, aber ich beziehe mich damit aussschließlich auf ungelesene Bücher.

    FUUUUCCKK! Jetzt das auch noch. Der Tag ist im Arsch.

  • bearbeitet Dezember 2019

    @MaxMustermann RE: lange Listen. Also nicht nur dass du dir zuviel vornimmst ist Stress. Auch dass du eine so große Auswahl hast, erzeugt Stress. Du hast das Gefühl mehr zu verpassen und musst länger Abwägen. Wer seinen Haufen reduziert hat, hat die Entscheidungen bereits getroffen, was wichtig ist.

    @Sascha schrieb:
    Das praktische Problem ist meiner Meinung nach aber nicht physisch in Form von Stapeln, sondern zeitlich. Solange man seine Zeit zu gutem Nutzen verbringt, kann ja ruhig der eine oder andere Buchstapel den Raum verschönern. Aber was nützt einem eine ausgeglichene Buchbilanz, wenn man sich dafür weniger bildet, als es dem eigenen Anspruch entspricht?

    Steckst du denn soviel Zeit in deine Bildung, wie es dein Anspruch ist ?

  • bearbeitet Dezember 2019

    Für mich hat sich das Problem weitgehend erledigt. Irgendwann habe ich erkannt, dass es in der Tat unfassbar viel interessante Information gibt. Jedoch wird mein Tag nie länger als 24 Stunden. Und Interessant ist erstmal nicht relevant. Natürlich kann alles irgendwann relevant werden, aber selten in kritischen Fällen. Deswegen ist meine Frage immer: "Ist das jetzt wichtig?" Das trifft auf die meisten Dinge nicht zu und ich habe kein Problem damit, wenn da halt ein paar ungelesene Bücher stehen. Die gelesenen verkaufe ich meistens.

    Zudem unterscheide ich zwischen Buch und Nachschlagewerk. Ich habe hier zum Beispiel The Art of Electronics stehen und Chemiebücher, Mathematik. Die habe ich auch nur angelesen. Aber ich schaue erst rein, wenn ich sie wirklich brauche oder wenn mir wirklich extrem langweilig ist und ich mein Grundlagenwissen über z.B. Chemie verbessern möchte.

    Da sind wir beim Thema Wissen: Information ist nicht wissen. Und es gibt wahnsinnig viel interessante Information, aber das meiste ist schlicht nicht wichtig und zu Wissen wird es ohnehin erst, wenn wir es entsprechend begreifen und umsetzen. Als ich noch in der Spieleentwicklung tätig war, habe ich bestimmt 50 Bücher über das Thema gelesen. Das meiste konnte ich gar nicht in Wissen umsetzen, weil die Zeit zu kurz war oder die Anwendungs möglichkeit fehlte. Das Lesen war völlig wertlos.

    Und das trifft auf die meisten Bücher zu. Versteht mich nicht falsch, ich liebe gute Bücher. _Gute _Bücher. Aber wir überbewerten Bücher. Man kann viel aus einem Buch lernen. Aber zum Nutzen gehört die praktische Umsetzung und die trägt stets mehr Wert als das Buch.

    Zur Zeit ist es so, dass ich lieber _ein _Buch lese und mich mehr auf die _Praxis _konzentriere, als _fünfzig _Bücher zu lesen. Meine Ergebnisse sind seitdem besser. Denn, haltet euch fest, das musste kommen:

    Probier'n geht über Studier'n.

  • @Sascha schrieb:
    Das praktische Problem ist meiner Meinung nach aber nicht physisch in Form von Stapeln, sondern zeitlich. Solange man seine Zeit zu gutem Nutzen verbringt, kann ja ruhig der eine oder andere Buchstapel den Raum verschönern. Aber was nützt einem eine ausgeglichene Buchbilanz, wenn man sich dafür weniger bildet, als es dem eigenen Anspruch entspricht?

    Steckst du denn soviel Zeit in deine Bildung, wie es dein Anspruch ist ?

    Chronisch ja. Aktuell mache ich ja eigentlich nichts weiter als meine Arbeit und den Zettelkastenkurs, weshalb ich unzufrieden bin. Eigentlich stecke ich mehr Zeit in meine Bildung, als es mein Anspruch ist.

  • bearbeitet Dezember 2019

    @Sascha schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Das praktische Problem ist meiner Meinung nach aber nicht physisch in Form von Stapeln, sondern zeitlich. Solange man seine Zeit zu gutem Nutzen verbringt, kann ja ruhig der eine oder andere Buchstapel den Raum verschönern. Aber was nützt einem eine ausgeglichene Buchbilanz, wenn man sich dafür weniger bildet, als es dem eigenen Anspruch entspricht?

    Steckst du denn soviel Zeit in deine Bildung, wie es dein Anspruch ist ?

    Chronisch ja. Aktuell mache ich ja eigentlich nichts weiter als meine Arbeit und den Zettelkastenkurs, weshalb ich unzufrieden bin. Eigentlich stecke ich mehr Zeit in meine Bildung, als es mein Anspruch ist.

    ^^ War eigentlich an @MaxMustermann

  • @Dominique schrieb:

    @Sascha schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Das praktische Problem ist meiner Meinung nach aber nicht physisch in Form von Stapeln, sondern zeitlich. Solange man seine Zeit zu gutem Nutzen verbringt, kann ja ruhig der eine oder andere Buchstapel den Raum verschönern. Aber was nützt einem eine ausgeglichene Buchbilanz, wenn man sich dafür weniger bildet, als es dem eigenen Anspruch entspricht?

    Steckst du denn soviel Zeit in deine Bildung, wie es dein Anspruch ist ?

    Chronisch ja. Aktuell mache ich ja eigentlich nichts weiter als meine Arbeit und den Zettelkastenkurs, weshalb ich unzufrieden bin. Eigentlich stecke ich mehr Zeit in meine Bildung, als es mein Anspruch ist.

    ^^ War eigentlich an @MaxMustermann

    Ich habe Interessen und beschäftige mich daher intensiver mit verschiedenen Themen. Ich möchte mehr Wissen über das entsprechende Thema haben und dieses(kurzfristig oder langfrist) auch anwenden.
    Nicht jeder Bereich geht so stark in die Tiefe, dass ich mich >3 Stunden mit beschäftigen wurde.(Beispielsweise ein bestimmtes Thema noch einmal nachlesen).
    Wenn ich allerdings ca 200-250 Themen dieser Art (>3 Std) habe und dann noch die, welche mehr Intensität benötigen (Beispiel - Sprache lernen), erzeugt es bei mir einen leichten Stress.

    Im Rahmen der Morgenroutine suche ich mir 3-5 Dinge raus, welche ich am heutigen Tag erledigen möchte..Aber der Stapel wird nicht wirklich weniger.

    Wenn ich das so schreibe, klingt es nach Jammern auf hohem Niveau :expressionless:

  • bearbeitet Dezember 2019

    @MaxMustermann schrieb:
    Wenn ich das so schreibe, klingt es nach Jammern auf hohem Niveau :expressionless:

    Ist doch super. :smile:

    Hashtag zufriedenseinmitunzufriedensein

  • Super Interessant eure Meinungen zu dem Thema zu lesen.
    Fand es interessant, dass ich als 7. Person bei der Abstimmung wie alle vor mir mit "Ja, es stört mich" geantwortet habe.
    Irgendwie logisch das sich in diesem Forum eine gewisse Personengruppe (sagt ja der Titel vom Forum "MeImproved") tummelt.
    Hat es mir aber nochmal schön vor Augen geführt, mich zum schmunzeln gebracht :)

  • @TylerDurden schrieb:
    Super Interessant eure Meinungen zu dem Thema zu lesen.
    Fand es interessant, dass ich als 7. Person bei der Abstimmung wie alle vor mir mit "Ja, es stört mich" geantwortet habe.
    Irgendwie logisch das sich in diesem Forum eine gewisse Personengruppe (sagt ja der Titel vom Forum "MeImproved") tummelt.
    Hat es mir aber nochmal schön vor Augen geführt, mich zum schmunzeln gebracht :)

    Wäre ich nun der Einzige beim Voting gewesen, hätte mich das sehr zum Nachdenken gebracht. puh!

  • @MaxMustermann schrieb:

    @TylerDurden schrieb:
    Super Interessant eure Meinungen zu dem Thema zu lesen.
    Fand es interessant, dass ich als 7. Person bei der Abstimmung wie alle vor mir mit "Ja, es stört mich" geantwortet habe.
    Irgendwie logisch das sich in diesem Forum eine gewisse Personengruppe (sagt ja der Titel vom Forum "MeImproved") tummelt.
    Hat es mir aber nochmal schön vor Augen geführt, mich zum schmunzeln gebracht :)

    Wäre ich nun der Einzige beim Voting gewesen, hätte mich das sehr zum Nachdenken gebracht. puh!

    @MaxMustermann dann haben wir nochmal Glück gehabt :#

  • @TylerDurden @MaxMustermann Es fühlt sich jetzt ein bischen wie allgemeine Hilflosigkeit für mich an - lasst das Sascha nicht sehen :smiley:

    Ich finde das Ergebnis der Umfrage ziemlich .. krass. Bin mir aber noch nicht ganz sicher wie schlimm das wirklich ist und ob wir auch ohne das Internet einen Information Overload spüren würden.

  • @andreas_n Es muss noch keine Hilflosigkeit sein. Ich würde es vielmehr als das Bauchgefühl bezeichnen, mit dem hier bisher alle dem Aspekt der Überlast an Medien begegnen. :smile:

    Fast alle Leute stört das. Und das sollte es auch. Mich stört beispielsweise das ganze Internetding. Mich stört der Umgang anderer Menschen mit ihrem Smartphone. Usw.

    Aber es heißt wie bei allem adapt or perish.

  • bearbeitet Dezember 2019

    @Sascha schrieb:
    @andreas_n Es muss noch keine Hilflosigkeit sein. Ich würde es vielmehr als das Bauchgefühl bezeichnen, mit dem hier bisher alle dem Aspekt der Überlast an Medien begegnen. :smile:

    Das mediale Unbehagen.

  • @Tobias schrieb:

    @Sascha schrieb:
    @andreas_n Es muss noch keine Hilflosigkeit sein. Ich würde es vielmehr als das Bauchgefühl bezeichnen, mit dem hier bisher alle dem Aspekt der Überlast an Medien begegnen. :smile:

    Das mediale Unbehagen.

    Klingt auf jeden Fall geil. (tm)? :smile:

  • Ich habe es bisher bei niemanden sonst gesehen, aber ich denke nicht, dass ich der Erste bin, der auf diese Formulierung gekommen ist. Im Internet werden ja viele Begriffe und Formulierungen parallel und unabhängig voneinander "erfunden" (s. "pile of shame" oben).

  • Ich gebe dir ein Ehren (tm). :kissing:

  • @Sascha schrieb:
    Ich gebe dir ein Ehren (tm). :kissing:

    Was ist / wofür steht (tm)?

  • Trade Mark. :smile:

  • Ich oute mich hier mal als ein "Nein"-Drücker. Habe das was ihr oben beschreibt nicht. Jetzt muss ich erstmal in mich gehen und überlegen warum das so ist? Oder muss ich das? Eigentlich nicht, aber es wäre vielleicht für andere hilfreich.
    Ich lese sehr gern und viel, aber ich habe nicht das Gefühl ich müsste etwas unbedingt lesen oder wissen. Dabei bin ich nicht anspruchslos, wie man eventuell meinen könnte.
    Habe sehr viel über Ernährung, Sport usw gelesen, doch irgendwann kommt ja der Punkt, wo einem all das "Wissen" nichts nützt, nämlich dann wenn man es nicht umsetzt. Ganz besonders beim Sport ist es doch so, dass man die verschiedensten Trainingssysteme kennen kann, aber solange man sie nicht macht, nützt einem das gar nix. Und wenn ich ab und zu mal wieder reinschaue, was es so neues gibt dann nur um vielleicht etwas neues auszuprobieren, weil das was man bisher getan hat einfach langweilig wird. Meine Erkenntnis ist einfach, harte Arbeit erfüllt seinen Zweck, Beständigkeit und Geduld, ab und zu die Reflexion, ob das was man tut einen voran bringt: Ergo, das kann ich nicht nachlesen nur selbst probieren. Wie Felix oben geschrieben hat: Probieren geht über studieren.
    So ist es auch bei Ernährungsfachbüchern, da ist es ja noch wilder, der eine sagt Fleisch ist ungesund, der andere sagt kein Fleisch ist ungesund. Da schau ich auch ab und zu welche Erklärungen es gibt, einfach aus Interesse, ich wäge ab und probiere auch mal was aus, aber im großen und ganzen habe ich das für mich gefunden, was mir gut tut.
    Andere Fachbücher über das gärtnern lese ich auch, über Pflanzen, ich liebe Tierbücher und Tierbestimmung, aber wirklich kennenlernen tut man es nur in der Praxis.
    Ich interessiere mich auch stark für Philosophie und Religion/Spiritualität. Hier gibt es sehr viele Theorien, aber ich habe den Anspruch, dass die Theorien in der Praxis nützlich sind, so die Stoa z.B. ich kann darüber lesen und echt Bescheid wissen, aber nützt es mir? Nein, aber ich kann es auf die Praxis anwenden um ruhiger und gelassener zu werden.
    Ein weiteres großes Interesse von mir ist Geschichte, hier habe ich eigentlich reines Interesse, es vermischt sich mit Philosophie und mein aktuelles Leben. Man kann viel mitnehmen, z.B. dass wir uns geistig nicht sonderlich entwickelt haben die letzten 2000 Jahre.

    Tl;dr: Information-overload habe ich nicht, weil ich den Anspruch habe, dass das was ich an Informationen brauche praxisbezug haben muss. Ich komme nicht in Versuchung irgendwas zu wissen was mir nicht wirklich was nützt. Und wenn ich mal "sinnlose" Information konsumiere, dann nur weil ich da grad Lust drauf habe, habe ich die Lust nicht stört es mich auch nicht, wenn ich etwas "verpasse". Habe nicht den Anspruch alles wissen zu müssen.

  • Information overload ist für mich nicht das gleiche wie der Pile of Shame.

    Der Pile of Shame sind keine Informationen, die mich überladen; es sind Informationen, die mich aus moralistischen Gründen belasten. Ob das jetzt aber Informationen in Form von (Büchern)stapeln sind oder unerledigte Aufgaben oder andere Über-Ich-Faktoren à la ich solllte wollen, ich will, ich müsste etc. ist völlig egal. Es sind in diesem Fall ja zukünftige Informationen. Das Belastende ist das Gewissen und die Überforderung, nicht die Menge der aufgenommenen Informationen.

    Information overload ist für mich das, was jetzt passiert. Das hat eine bewusste und eine unbewusste Komponente. Einmal die bewusste, wenn ich mir in tausend offenen Tabs gleichzeitig Pornos, ne Doku und die 5 Strategien für einen größeren Bizeps reinziehe, wenn ich nach einem Arbeitstag müde nach Hause komme. Und dann aber auch die unbewusste Komponente des modernen Stadtlebens: Werbeanzeigen, tausende Gesichter, Schilder, Schrift, Töne, Radio etc., die auf mich einprassen, mich primen und beeinflussen, ohne dass ich es merke.

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