#66: Selbstinitation und Moderne | Aufgaben des Mannes? | Mehr Männlichkeit braucht das Land

bearbeitet 20. November in Projekt: ME-Improved

Kommentare


  • Auf Youtube funktioniert das Video aber.

    Danke, dass du so ausführlich auf die Frage eingegangen bist. Tune out verstehe ich und habe viel Erfahrungen damit gesammelt. Tune in kenne ich auch. Du sagst, beim tune in könnte man lernen, dass man alle Belastungen bewältigen kann und wird. Beim tune out bewältige ich die Belastung auch, doch ich lerne daraus nichts positives über mich selbst, weil es keine angenehme Erfahrung ist. Ich bewältige die Belastung, doch kann daraus nicht lernen, dass ich alle Belastungen bewältigen kann. Das ist paradox, aber es ist exakt meine Erfahrung.

    Es klingt ein bisschen so, als seien tune out und tune in Typen. Meiner Erfahrung nach ist tune in aber eine Fertigkeit, die man trainieren kann. Ist das auch deine Erfahrung?

    Ein zentrales Problem des Selbstabbaus ist meiner Meinung nach, dass man ihn sich selbst antun muss. Man muss einen Weg finden, sich selbst gegenüber kein Tyrann zu werden, und sich gleichzeitig den Schmerzen bewusst aussetzen. Das ist nochmal ein bisschen anders als beim normalen Training oder ähnlichem, weil beim Selbstabbau die Zerstörung das explizite Ziel ist.

    00:19:00 Die moderne Krise ist also eine spirituelle Krise. Korrekt?

  • Ich fände es spannend, einen Kanon von Ressourcen zu erstellen, die man relativ gefahrlos für den Aufbau nehmen könnte. Literatur, Musik, Spirituelle Texte, Natur, Tätigkeiten. Und auch solche, die man nicht nehmen sollte. Da könnten wir auch Faustregeln ausarbeiten, was gut ist und was nicht.
    Das könnte viel Unheil ersparen. Wohin ich nämlich als Junge zuerst geschaut habe, waren Figuren im Internet, ohne irgendetwas über Online-Marketing zu wissen und auch nur zu ahnen, wie gefährlich das eigentlich ist. Man soll nicht von sich auf andere schließen, aber ich denke, das ist schon ein Problem unserer Zeit, dass es eine ganze Riege von "Männern" gibt, die an orientierungslosen und leicht zu prägenden jungen Männern ihr Geld verdienen oder sie für ihre Ideologie einnehmen wollen.

  • bearbeitet 21. November

    Eins vorweg: Über Männlichkeit allgemein und meine Männlichkeit speziell werde ich mich vermutlich bald auch noch äußern, habe aber gerade nicht so viel Zeit dafür, weil ich mich momentan mehr um mein Geschäft als um meine Männlichkeit kümmern muss (wobei das ja eng miteinander zusammenhängt).

    @Johannes schrieb:

    Es klingt ein bisschen so, als seien tune out und tune in Typen. Meiner Erfahrung nach ist tune in aber eine Fertigkeit, die man trainieren kann. Ist das auch deine Erfahrung?

    Also für mich hat beides eher nach Fertigkeiten als nach Typen geklungen. Die eine Fähigkeit (tune out) ist bei den allermeisten Menschen – mich eingeschlossen – vermutlich nur viel ausgeprägter als die andere, weil wir schon jung für das Ablenken und Ablenkenlassen belohnt werden und womöglich deshalb in Extremsituationen eher zu tune out als tune in neigen. Auch interessant: In Mischels berühmten Marshmallow-Experimenten in den 60er-Jahren sollen ja beide Strategien positiv auf den Belohnungsaufschub gewirkt haben (also dass die Kinder sich entweder bewusst vom Marshmallow abgelenkt oder sich bewusst auf das Gefühl, den Marshmallow essen zu wollen eingelassen haben).

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