Weg von der Theorie zur gelebten Praxis

Kennt Ihr das. Ein normal langer Arbeitstag -Büro-, Transit mit dem Zug und dann endlich wieder zu Hause.
Trotz Zwischenroutinen über den Arbeitstage verteilt und Gehroutinen in der Mittagspause möchte man zu Hause ankommen und mal selbst sein, d.h. einen Kaffee -1. am Tag- genießen und etwas dazu essen.
Auch möchte man noch trainieren -Lauf im Wald oder Radtour oder Krafttraining. Trotz viel Freude am Sport und Bewegung ist das Ankommen wie oben beschrieben auch sehr wichtig und das Gefühl sehr stark.
Der ganze Tag ist quasi fremdbestimmt da nicht freiberuflich und das mal Sein und Zulassen tut sehr gut.
Habt Ihr vielleicht in Eurem Leben ähnliche Erfahrungen und habt Ihr Tricks um sein Training vorher noch gerne zu absolvieren. Klar der Wille bringt einen dahin ist aber nicht so einfach umsetzbar. Ausnahme Freitag bis Sonntag, da an diesen tagen keine Jobverpflichtungen und der Tag gestaltet sich frei und das Training klappt immer vor dem Essen ohne Probleme.
Freue mich auf Eure kreativen Tipps.

Kommentare

  • @Leander schrieb:

    Klar der Wille bringt einen dahin ist aber nicht so einfach umsetzbar.

    Entweder man will oder man will nicht. Je länger man wartet, so meine Erfahrung, desto eher kommt die Ausrede, warum man jetzt sein Sein genießen sollte oder dies oder das.
    Mein Gedankengang in oben beschriebenen Fall ist einfach so, dass Sport gemacht wird und danach ist "Feierabend", dann komm ich zu Hause an. Ich lasse mich erst gar nicht darauf ein, erstmal anzukommen, denn Sport gehört einfach dazu und den mache ich direkt nach dem heimkommen.
    Meist kommt mit der Bewegung dann auch die Motivation, falls nicht ziehe ich mein Hauptprogramm durch bsplw. am Pull-Tag wird dann nur Kreuzheben gemacht, evtl noch Rudern, aber das wars. Das wird dann hart und schwer gemacht. Das Programm ist schnell durch und danach setz ich mich aufs Sofa und genieße, dass ich trotz Unlust zumindest etwas gemacht habe.

  • bearbeitet 6. November

    Du könntest erstmal versuchen, dein Anliegen präziser zu formulieren, um dir selbst über die Art deiner Hürde klar zu werden.

    Der ganze Tag ist quasi fremdbestimmt da nicht freiberuflich und das mal Sein und Zulassen tut sehr gut.

    Hat das Training für dich ein Gefühl der Fremdbestimmung? (Wenn ja: weshalb? Ist die Routine zu eng? Ist sie vorgegeben?) Willst du dein Training überhaupt machen? Ich meine damit nicht: Willst du es, weil du es wollen solltest, sondern willst du es in genau dem Moment? Wenn nein: Weshalb?

    Trotz viel Freude am Sport und Bewegung

    Aber macht dein Training auch viel Freude? Ggf. kannst du auch andere Methoden verwenden. Oder liegt es vielleicht an der Kapazität? Bist du erschöpft, wenn du nach Hause kommst?

    Das waren jetzt nur mal exemplarisch mögliche Reflexionsfragen. Ich denke, du verstehst, was ich meine. Es könnte sein, dass du - wie ich oben bereits schrieb - dir nur über das Wesen deiner Hürde klar werden musst. Dann wird dir die Lösung womöglich ganz von selbst kommen.

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich folgendes berichten. Nicht Ankommen, sondern gleich voll drauf gehen funktioniert bei mir zwar (und ich greife zu diesem Mittel auch manchmal), weil ich so oder so trainiere. An manchen Tagen ist das auch geil! Einfach sofort volle Lotte. Aber so wirklich schön ist das an müden Tagen nicht; ich werde dann nicht gerne gezwungen, auch nicht von mir selbst. Ich praktiziere an solchen Tagen meist ein kurzes Ankommen und Sein, in dem ich für Zeit für mich und dieses schöne Gefühl nehme. Zum Beispiel lege ich mich 5 Minuten hin und meditiere, atme, ruhe, visualisiere, fahre runter. Dann starte ich ins Training. Du könntest auch einfach probieren, dein Ankommen nicht an Essen und Kaffee zu koppeln, sondern an etwas andere Angenehmes und Selbstfürsorgliches, und dann ins Training zu starten - immerhin ja mit der Gewissheit, dass es danach das große Essen geben wird.

    Ergänzung: Als ich beruflich viel Trockenbau gemacht habe und deshalb nach der Arbeit die Luft einfach raus war, habe ich lange Zeit morgen trainiert. Den Trainingszeitpunkt zu verlegen könnte vielleicht auch eine Möglichkeit für dich sein. Man kann dann auch gut abends einfach optional noch eine kleine Einheit machen auf die man Bock hat, dann ist die Hürde kleiner.

  • bearbeitet 7. November

    @Leander schrieb:
    Kennt Ihr das. Ein normal langer Arbeitstag -Büro-, Transit mit dem Zug und dann endlich wieder zu Hause.
    Trotz Zwischenroutinen über den Arbeitstage verteilt und Gehroutinen in der Mittagspause möchte man zu Hause ankommen und mal selbst sein, d.h. einen Kaffee -1. am Tag- genießen und etwas dazu essen.
    Auch möchte man noch trainieren -Lauf im Wald oder Radtour oder Krafttraining. Trotz viel Freude am Sport und Bewegung ist das Ankommen wie oben beschrieben auch sehr wichtig und das Gefühl sehr stark.
    Der ganze Tag ist quasi fremdbestimmt da nicht freiberuflich und das mal Sein und Zulassen tut sehr gut.
    Habt Ihr vielleicht in Eurem Leben ähnliche Erfahrungen und habt Ihr Tricks um sein Training vorher noch gerne zu absolvieren. Klar der Wille bringt einen dahin ist aber nicht so einfach umsetzbar. Ausnahme Freitag bis Sonntag, da an diesen tagen keine Jobverpflichtungen und der Tag gestaltet sich frei und das Training klappt immer vor dem Essen ohne Probleme.
    Freue mich auf Eure kreativen Tipps.

    Es ging mir ähnlich. Nach einem langen Arbeitstag war ich geistig fast ausgebrannt und hatte schwere Probleme mich noch aufzuraffen. Dazu kommt (die Ausrede), dass das Fitnessstudio abends recht voll ist.
    Ich habe daher den Sport auf den frühen Morgen gelegt und komme damit gut klar.
    Die für mich wichtigste Tätigkeit habe ich gleich am Morgen erledigt und bin tagsüber bei der Arbeit viel motivierter, da die Disziplin dem Schweinehund Einhalt geboten hat.

  • @Leander schrieb:
    Kennt Ihr das. Ein normal langer Arbeitstag -Büro-, Transit mit dem Zug und dann endlich wieder zu Hause.

    Ja. (Nur als Kontext, habe ja nicht immer so gearbeitet wie jetzt)

    Trotz Zwischenroutinen über den Arbeitstage verteilt und Gehroutinen in der Mittagspause möchte man zu Hause ankommen und mal selbst sein, d.h. einen Kaffee -1. am Tag- genießen und etwas dazu essen.
    Auch möchte man noch trainieren -Lauf im Wald oder Radtour oder Krafttraining. Trotz viel Freude am Sport und Bewegung ist das Ankommen wie oben beschrieben auch sehr wichtig und das Gefühl sehr stark.

    Die Fragen von Johannes sind hier treffend. Gestaltest du dein Training so, dass du Spaß und Freude hast?

    Der ganze Tag ist quasi fremdbestimmt da nicht freiberuflich und das mal Sein und Zulassen tut sehr gut.

    Ich kann dir aus freiberuflicher Perspektive sagen, dass das da nicht anders ist. Gestern habe ich so lange gearbeitet, dass ich beim arbeiten eingeschlafen bin. Es kommt immer noch regelmäßig vor und ich freue mich so wie (fast) alle immer auf mein kleines Wochenende (=Sa Abend bis So Abend).

    Dieses Tun und Lassen Können, was man will, ist eine plausible Interpretation, eine funktionierende Geschichte. Aber schlussendlich kann es auch (und tut es imho auch) an anderen Dingen liegen. Ich habe vor meiner eigenen (vollständigen) Selbstständigkeit mit anderen Selbstständigen gesprochen. Besonders auch mit Leuten, die richtig Arbeiten. Handwerker, Gärtner, Anwälte, Fernfahrer usw. Das hat mir wichtige Einblicke gegeben und hilft mir heute, weil ich ja eigentlich eher so eine Art Hippieleben führe (Schreiben, mit Leuten sprechen usw. das ist ein ganz anderes Leben). Allen gemeinsam ist, dass sie ihre eigenen Wege gefunden haben (soweit sie das Problem lösten) eben genau mit diesem Problem umzugehen.

    Was aber mit diesem Gefühl der Unfreiwilligkeit helfen kann, ist eine bewusste Integration der Arbeit in den eigenen Lebensplan. Als ich noch im Fitnessstudio gearbeitet habe, unterschied mich eine Sache von den (vielen) anderen Trainern ganz besonders: Ich war deutlich engagierter. Für die anderen war eine Schicht oft etwas, was abgearbeitet werden muss, aber dann verschwindet. Da ist es nur rational, wenn man so wenig wie möglich Energie investiert. Doch eben das kostet Extraenergie und hinterlässt eine träge Einstellung. Mehr noch: Es macht diese innere Trägheit zur Gewohnheit und damit ein Stück weit zum Charakter. Für mich war eine Schicht eine Trainingseinheit. Ich habe Trainingspläne ausprobiert, habe mir möglichst viele Übungsausführungen angeguckt und Instruktionen ausprobiert. Und ich wusste, je mehr ich hier praktisch lerne, desto näher komme ich meinem Ziel der Selbstständigkeit. Auch beim Kurs, den ich gegeben habe, habe ich rhetorische Tricks geübt usw.

    Die Frage für dich ist also, welche Rolle deine Arbeit im größeren Kontext deines Lebens spielen kann. (Buchtipp: Be so Good They Can't Ignore You von Cal Newport)

    Habt Ihr vielleicht in Eurem Leben ähnliche Erfahrungen und habt Ihr Tricks um sein Training vorher noch gerne zu absolvieren. Klar der Wille bringt einen dahin ist aber nicht so einfach umsetzbar. Ausnahme Freitag bis Sonntag, da an diesen tagen keine Jobverpflichtungen und der Tag gestaltet sich frei und das Training klappt immer vor dem Essen ohne Probleme.
    Freue mich auf Eure kreativen Tipps.

    Mein persönlicher Tipp ist, die Vorstellung schlicht und ergreifend aufzugeben. Im Grunde fragst du danach, wie du dich selbst austricksen kannst. Das geht immer nach hinten los. Niemand will von niemandem ausgetrickst werden. Auch nicht von einem selbst.

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