Greta Thunberg und Boyan Slat

Eure Meinung ist gefragt: Was braucht die Erde?

Kommentare

  • Ich schreibe jetzt bewusst meine ersten Gedanken zu deinem Video. Vlt. mache ich noch einen weiteren Kommentar, wo es nochmal eine reflektierte Meinung gibt.
    Zwei unterschiedlich wahrgenommene Personen. Greta Thunberg eine von der Öffentlichkeit sehr stark wahrgenommene Person, die zumindestens was die Schools for Friday Bewegung angeht für die Generationen jünger 25 (zum Anfang der Bewegung und später auch noch andere Generationen) das Thema ins Bewustsein gerufen hat. Da ist ganz bestimmt auch viel Medienwirksames bei. Aber gerade um den "Mainstream" zu erreichen braucht es meiner Meinung nach genau so welche Leute. Ich würde sie quasi als Rattenfänger in guter Sache verstehen. Wenn die Leute dann einmal im Thema sind, dann wird man nachher auch zu den tiefergehenden Themen übergehen können, die dann auch in konkrete Änderungen von Verhaltensweisen nach sich zieht.
    Der Bojan Slat ist jemand der eine nicht minder wichtige Arbeit macht. Er bringt ein Thema fachlich und inhaltlich nach vorne in Konkreten Handlungen. Ich finde ihn auch wesentlich interessanter, weil man hier an Leistung messen kann, das er einen direkten Mehrwert schafft.
    Ich würde es vlt. mit einer Firma vergleichen.
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.
    Bojan Slat ist der Mitarbeiter, der dem Ziel der Firma unmittelbar durch seine Arbeit hilft.
    Am Ende ein paar Greta Thunbergs aber VIEL mehr Bojan Slats. Bringt am Ende mehr Workpower für das eigentliche Ziel, Klima-/ Umweltschutz meiner Meinung nach.

    PS: ab 02:50 - 03:35 gibt es in deinem Video einen fast unerträglichen Piep Ton, dachte erst habe einen Tinitus :dizzy:

  • bearbeitet 10. September

    Zuerst frage ich mich, woher diese Dichotomie denn herkommt. Mir erscheint sie etwas wilkürlich gewählt. Innerhalb dieser würde ich zu Boyan Slat tendieren und Greta nur als Wohlstandsquerulei für unseren Rotweingürtel sehen. Aber falls man eher mit einem Spektrum oder Polaritäten arbeiten möchte, kann man auch gerne extremere Positionen (z.B. Pentti Linkola) zum Kontrastieren heranziehen.

  • bearbeitet 11. September

    Ich halte es nicht für relevant zu überlegen, welche der Steriotypen mehr benötigt werden, da beide bereits in der Welt existieren.
    Ich finde die Frage wichtiger, was ich selbst tun kann, um die Welt ein Stück besser zu machen.

    Beispielweise blicke ich kritisch auf die "Müllsammeltage", welche einmal im Jahr in manchen Orten stattfinden.
    Warum benehmen sich die meisten Leute lediglich 1x im Jahr so extrem (positiv) und nicht permanent?

  • @Mark_Balder schrieb:
    Zuerst frage ich mich, woher diese Dichotomie denn herkommt. Mir erscheint sie etwas wilkürlich gewählt. Innerhalb dieser würde ich zu Boyan Slat tendieren und Greta nur als Wohlstandsquerulei für unseren Rotweingürtel sehen. Aber falls man eher mit einem Spektrum oder Polaritäten arbeiten möchte, kann man auch gerne extremere Positionen (z.B. Pentti Linkola) zum Kontrastieren heranziehen.

    Naja, das bedingt die Vorauswahl. Die Greta kriegt ja ganz schön viel Aufmerksamkeit. Wesentlich Interessanter ist der Pentti allemal. Aber ich will ja ein mediales Phänomen beschreiben und das, was eigentlich hinter den Kulissen abläuft. Das Video wollte ich ja eigentlich auch relativ wertneutral machen (habe ich ein bisschen gefailed. Dafür Hörsturz..).

    Die Greta macht nichts weiter als nur Empörung hochzukochen. Die ist genauso in der Maschinerie wie die ganzen anderen Kacke in der Politik. Die hält irgendwelche Reden vor irgendwelchen Politikern, Unternehmern usw. und macht irgendwelche bescheuerten Aktionen. Die erreicht meiner Meinung nach das, was so viele Bewegungen erreicht haben, wenn sie auf nichts weiter als Empörung basieren: Emotionale Ermüdung. Die hat mal gesagt "Ich will, dass ihr Angst habt." oder so ähnlich. Das ist ein richtig dummer Satz. Ist ja auch in Ordnung. Die ist 17 und da darf man viel Dummes sagen. Darf man auch später noch. Das Problem sind die Idioten, die dann den Schaden, den Greta anrichtet überhaupt erst ermöglichen.

    Daher:

    @TylerDurden schrieb:
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

    Wenn ich den Vergleich mitgehe, ist Greta eine wirkliche Kackabteilung und sollte schleunigst gekündigt werden.

  • Was für mich persönlich in der öffentlichen Debatte immer zu kurz lässt sich an folgendem Sachverhalt verdeutlichen:

    90% des Plastiks, das die Weltmeere verschmutzt, kommt aus 10 Flüssen. 8 davon in China, 2 in Afrika.
    https://www.weforum.org/agenda/2018/06/90-of-plastic-polluting-our-oceans-comes-from-just-10-rivers/

    China ist was Menschenrechte, Tierschutz und Umweltschutz angeht eine Katastrophe. Gleichzeitig ist es demografisch dominierend.
    Ähnliche Phänomene in Indien und Afrika.

    Streng genommen sind wir Europäer und Europäisch-Stämmige die einzigen Menschen, die sich wirklich um so Dinge wie Umweltschutz kümmern. Man muss sich immer vor Augen führen: Global betrachtet sind wir eine ziemliche Minderheit.

    Phänomene wie Greta ist Wohlfühl-Eskapismus für Spießbürger. Sie bietet einen Ausweg, um sich nicht mit wirklich unangenehmen Fragen wie eben internationalen Unterschieden im Umweltschutz auseinanderzusetzen. Klar, kann man argumentieren, dass man eine Vorbildsfunktion einnehmen soll. Aber wirklich effektiv wären im Endeffekt eher diplomatische Maßnahmen, Strafzölle usw. Nur dann kriegt man halt eben nicht mehr sein Billigkrams aus Fernost.

    Nichtsdestotrotz ist die Boomer-Mentalität in unserer Gesellschaft auch ein gravierender Knackpunkt. Im Grunde müssen wir alle unseren Lebensstandard senken. Klingt drastisch, aber führen wir uns mal vor Augen, dass jeder König in der Geschichte einen niedrigeren Lebensstandard als jeder Mittelschichtler hatte.

    Klimwandel ist ja nur eins der Probleme. Wir haben Probleme mit der Erderosion:
    https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/soil-erosion-europe-current-status-challenges-and-future-developments

    Im Grunde sehe ich jedoch unmittelbar keine realistischen Lösungen für alle diese Probleme.

  • @Sascha schrieb:

    Daher:

    @TylerDurden schrieb:
    Greta Thunberg vlt. als Marketing-Abteilung, wichtig um das Thema "Sexy" zu machen und um neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

    Wenn ich den Vergleich mitgehe, ist Greta eine wirkliche Kackabteilung und sollte schleunigst gekündigt werden.

    Ein Grund weswegen ich mich mit dem Marketing Zeug so schwer tue :D.
    Ich habe das Gefühl, dass zumindestens ein paar Leute dann sich mit dem Thema auch tiefergehend auseinandersetzen.
    Der Rest ist dann zwar emotional ermüdet/ für das Thema verbrannt, aber wenn die Leute sich auch nicht über andere Wege mit dem Thema tiefgehend auseinandersetzen würden, hat man am Ende mit dem Weg mehr gewonnen als verloren.
    So sehe ich das gerade.
    Mit der Bereitschaft meinen Standpunkt zu überdenken :smile:

  • @Mark_Balder Ich kann dir fast nur zustimmen. Aber solche Debatten sind leider total verbaut im deutschen Raum.

    @TylerDurden Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    Persönlich bin ich ihr gegenüber sehr misstrauisch. Siehe ihre bescheuerte Atlantikseefahrt. Das ist schlicht unauthentisch. Und das ist auch völlig in Ordnung. In dem Alter haben die allerwenigstens schon so etwas wie ein authentisches Selbst. Aber dass eine Person wie sie so gehyped wird, ist echt ein bisschen schwach.

    Jetzt wo ich schon mal dabei bin: Der sogenannte Schulstreik ist genauso bescheuert. Ein Streik soll eigentlich auf nichts aufmerksam machen. Das ist nicht die zentrale Wirkung, sondern der wirtschaftliche Schaden, den er anrichtet. Die Schüler schießen sich nur selbst ins Knie.

  • @Sascha schrieb:
    @Mark_Balder Ich kann dir fast nur zustimmen. Aber solche Debatten sind leider total verbaut im deutschen Raum.

    @TylerDurden Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    Persönlich bin ich ihr gegenüber sehr misstrauisch. Siehe ihre bescheuerte Atlantikseefahrt. Das ist schlicht unauthentisch. Und das ist auch völlig in Ordnung. In dem Alter haben die allerwenigstens schon so etwas wie ein authentisches Selbst. Aber dass eine Person wie sie so gehyped wird, ist echt ein bisschen schwach.

    Jetzt wo ich schon mal dabei bin: Der sogenannte Schulstreik ist genauso bescheuert. Ein Streik soll eigentlich auf nichts aufmerksam machen. Das ist nicht die zentrale Wirkung, sondern der wirtschaftliche Schaden, den er anrichtet. Die Schüler schießen sich nur selbst ins Knie.

    @Sascha Nettoschaden für dich = ...?
    Sie stößt auf jeden Fall Prozesse an, ich tue mich extrem schwer damit, den Schaden (da richtet sie einen an, da gehe ich mit) einzuschätzen und noch viel mehr damit was der richtige oder zumindestens bessere Weg wäre.
    Am Ende müssen wir (alle auf die es zutrifft mich eingeschlossen) mal anfangen diese ganze Billigflug Weekend und Kurztrips zu machen. Das wäre schonmal ein richtig großer Schritt...

  • @TylerDurden schrieb:

    Ich denke, dass Menschen wir Greta Nettoschaden anrichten. Wenn einmal die Aufmerksamkeitsermüdung für diese Themen eingesetzt haben, sind öffentliche Debatten erstmal für lange Zeit gestorben. Sie generiert gewissermaßen zu viel Aufmerksamkeit für das vorhandene Handlungspotential. Der Überschuss ist Verschwendung. Und trainiert außerdem noch die Menschen dazu, das Thema zu ignorieren.

    @Sascha Nettoschaden für dich = ...?
    Sie stößt auf jeden Fall Prozesse an, ich tue mich extrem schwer damit, den Schaden (da richtet sie einen an, da gehe ich mit) einzuschätzen und noch viel mehr damit was der richtige oder zumindestens bessere Weg wäre.

    Siehe genau mein Zitat hier. Meine jetzige Einschätzung ist, dass sie zu viel Aufmerksamkeit generiert, sodass Aufmerksamkeitsermüdung stattfindet. Außerdem ist sie nicht diplomatisch, sondern verhärtet einfach nur noch weiter die Fronten.

    Am Ende müssen wir (alle auf die es zutrifft mich eingeschlossen) mal anfangen diese ganze Billigflug Weekend und Kurztrips zu machen. Das wäre schonmal ein richtig großer Schritt...

    Jap. Deswegen hocke ich hier in Bielefeld rum und gehe in den Wald. :smile:

  • Ich habe endlich Zeit gefunden, mir das Video anzuschauen und mir meinen persönlichen Hörsturz abzuholen.

    Danke für die Erwähnung von Linkola, kannte ich vorher nicht, klingt interessant. Ich finde bei einer kurzen Suche nur "Can Life Prevail" auf Englisch und keine Literatur auf Deutsch. Gibt es noch mehr, was in eine der beiden Sprachen übersetzt wurde?

    Mein erster Impuls war: wir brauchen weder mehr Thunbergs noch Slats, wir brauchen weniger Menschen (Linkola lässt grüßen). Ich begrüße einerseits aber die Schaffung von Aufmerksamkeit, die Thunberg erreicht. Nur andererseits: wozu führt das? Meiner Meinung nach zu nicht viel, denn auch die letzten Jahrzehnte (ich sag mal, seit dem ersten Bericht des Club of Rome) haben gezeigt, dass zwar eine drohende Klimakatastrophe wahrgenommen werden kann, aber das nicht unbedingt bedeutet, dass individuelles Verhalten angepasst wird oder gar politisch die Weichen anders gestellt würden. "Der Mensch" ist dumm und bequem. Man muss ja feststellen, dass der Klimawandel in all seinen Dimensionen schwer zu begreifen und zu verstehen ist. Diejenigen, die das können, sind sicherlich in der Minderheit. Aber selbst diejenigen passen in der Folge ihr Verhalten nicht zwingend an. Kaum jemand ist bereit, ein Opfer an Bequemlichkeit zu bringen - ich glaube Altmaier war es, der im Interview sagte (sinngemäß): der Kampf gegen den Klimawandel wird nur erfolgreich sein, wenn unser Wohlstand nicht darunter leidet. Das ist obszön. Aber es stimmt meiner persönlichen Erfahrung nach. Ich behaupte von mir, dass ich in einer Blase lebe, innerhalb der ich vor allem mit überdurchschnittlich gebildeten und reflektierten Leuten zu tun habe. Und obwohl das Thema Klimaschutz bei diesen Menschen auch durch Thunberg größer geworden ist, wird weitergemacht wie vorher: Flugreisen, Kreuzfahrten, Autos, usw. Eine Bekannte meinte kürzlich: "Eigentlich wollte ich keine Flugreise machen, aber dann habe ich jetzt doch eine Woche Yogaretreat in Marokko gebucht". Tja. Ich habe oben etwas vergessen: "Der Mensch" ist wohl dumm, bequem und egoistisch.
    Die Slats dieser Welt erreichen also durch ihr Tun, ob wahrgenommen oder nicht, unmittelbar mehr. So ein Tun wird aber im Verhältnis zur Masse immer nur einen mehr oder weniger großen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen, ergo führt mich das wieder zum Anfangsgedanken: es gibt zu viele Menschen. Ich habe persönlich nur eine Antwort auf dem individuellen Level, für mich ganz persönlich, weil ich weiß, was ich selber in meiner Lebensführung leisten kann. Die großen Weichen müssten politisch gestellt werden, hier sehe ich momentan aber nicht viel Grund zur Hoffnung.

    Ein anderer Punkt zu Greta Thunberg ist noch interessant:
    Es gibt ja die eine oder andere Verschwörungstheorie, dass sie von Hintermännern gelenkt wird. Ich selber glaube, dass das, was sie tut, wirklich authentisch und aus ihr selbst kommt. Aber wie das, was sie tut, präsentiert wird, ist eine andere Frage. Dazu gibt es klare Aussagen von Ingmar Rentzhog, und in dem verlinkten Artikel wird auch deutlicher, warum Thunberg als Symbol und Ikone so gehypt wurde: es geht letztlich um die selben "kapitalistischen" Verwertungsmechanismen wie immer. Das Klima ist hier, im größeren Zusammenhang,nur ein weiterer beliebiger Rahmen, innerhalb dessen das stattfindet.
    https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Wie-viel-PR-steckt-in-Greta-Thunberg-article21203063.html

  • bearbeitet 19. September

    Eigentlich wollte ich keine Flugreise machen, aber dann habe ich jetzt doch eine Woche Yogaretreat in Marokko gebucht

    So etwas triggert mich wohl am meisten. Tausend Mal mehr als die Vollidioten hier (in meiner Wohngegend), die denen das offen und ehrlich egal ist.

  • Interessantes Thema, das du da angestoßen hast, Sascha! Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Aber nach wie vor fällt es mir schwer, für mich ein abschließendes Urteil über Greta Thunberg zu fällen.

    Einerseits ist es beeindruckend, dass sich eine 16-jährige derart für ein solches Thema wie Klimaschutz interessiert und einsetzt (auch, wenn sie sich aufgrund des Aspergers-Syndroms sicherlich von anderen Gleichaltrigen unterscheidet). Die Frage ist, welchen Handlungsspielraum eine Jugendliche überhaupt hat. Laut eigener Aussage ernähre sie sich vegetarisch, kaufe keine neue Kleidung, unternehme keine Flugreisen mehr. Aber was in den Köpfen der Menschen hängenbleibt; sind ihre Demos. Das ist es, was die Aufmerksamkeit erregt. Sprich, sie hat diese beiden Optionen: im Kleinen, privaten Raum etwas ändern oder öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Letzteres hat sie definitiv erreicht. Und das ist schon etwas beeindruckend. Schließlich hat sie sich nicht hinter der großen Masse versteckt, sondern sich alleine hingesetzt und protestiert. Sie musste damit rechnen, persönlich angefeindet zu werden. Und zu sowas sind nicht viele Menschen bereit.

    Die Frage ist, wo der Nutzen ist. Immerhin ist der Klimawandel damit als Thema in die breite Öffentlichkeit gerückt. Aber nur reden und nicht tun, wird eben keinen Unterschied machen.
    Mir persönlich geht mittlerweile das Messer in der Tasche auf, wenn ich Interviews mit demonstrierenden Schülern höre. Da wird einfach etwas nachgelabert, was Greta irgendwann gesagt hat. Gleichzeitig nutzen sie weiterhin ihre Smartphones, kaufen bei Primark ein... Es scheint letztlich egal zu sein, wofür oder wogegen demonstriert wird. Die breite Masse macht es, also mache ich es auch mit.

    Was mir zudem missfällt ist, dass Greta Thunberg zu einer Art Marker wird. Wer sie gut findet, ist Klimaschützer, wer ihr kritisch gegenüber steht, gilt als Klimaschutzgegner....Politiker, wie jetzt Obama, werden dafür gefeiert, wenn sie sich mit ihr in der Öffentlichkeit zeigen.

    An sich eine gute Sache, die die gute Greta initiiert hat, aber man darf schon fragen, ob letzlich mehr Schaden oder Nutzen dabei herumkommt. Die Zeit, die man mit Demos oder der (medialen) Auseinandersetzung mit Greta Thunberg verbringt, ist an anderer Stelle vielleicht besser investiert...
    Greta Thunberg polarisiert. Aber meiner Ansicht nach immer mehr im negativen Sinne. Saschas Einwand mit der Aufmerksamkeitsermüdung kann ich zunehmend bei mir selbst beobachten.

    Schade, dass die Aufmerksamkeit, die entstanden ist nicht anderweitig genutzt wird. In dem Sinne, dass weniger mit dem Finger auf "die da oben" gezeigt wird, sondern Beispiele gezeigt werden, was jeder selbst tun kann...

  • Ich finde erstmal an Greta nichts Beeindruckendes oder Ablehnungswürdiges. Weiß der Geier, welche Widerstände sie überwinden musste oder sie von einer Soccermom gepusht wird. Kindersoldaten im Kongo rauchen den ganzen Tag Heroin und knallen Leute (oder auch andere Kinder) ab.

    Ich schreibe das nicht um zu schockieren, sondern um das Spektrum des Menschlichen aufzuzeigen. Wir sind hier im Wohlstand kaum etwas gewohnt und schon kleine Ausreißer wirken schon wie große Phänomene.

    Mir persönlich geht mittlerweile das Messer in der Tasche auf, wenn ich Interviews mit demonstrierenden Schülern höre. Da wird einfach etwas nachgelabert, was Greta irgendwann gesagt hat. Gleichzeitig nutzen sie weiterhin ihre Smartphones, kaufen bei Primark ein... Es scheint letztlich egal zu sein, wofür oder wogegen demonstriert wird. Die breite Masse macht es, also mache ich es auch mit.

    Das ist eben das Problem. Solange die Ökos immer noch auf ihren Yoga-Retreat nach Thailand fliegen, braucht man sich nicht wundern, dass hier das Grundgerüst der Erde wackelt.

  • Ich schreibe das nicht um zu schockieren, sondern um das Spektrum des Menschlichen aufzuzeigen.

    Kannst du das nochmal genauer ausführen? Worauf beziehst du dich? Welches Spektrum bedient Greta Thunberg? Willst du aufzeigen, inwiefern medialen Phänomene heutzutage auf uns wirken?

  • @SpecialK schrieb:

    Ich schreibe das nicht um zu schockieren, sondern um das Spektrum des Menschlichen aufzuzeigen.

    Kannst du das nochmal genauer ausführen? Worauf beziehst du dich? Welches Spektrum bedient Greta Thunberg? Willst du aufzeigen, inwiefern medialen Phänomene heutzutage auf uns wirken?

    Naja, das Spektrum des menschlichen Muts ist eben in Greta noch lange nicht am Ende angelangt. Mutig ist, wenn Menschen nur durch Show Löwen ihr Essen klauen, als Kinder im Dschungel mit AK-47 rumballern oder im Sweatshop arbeiten, um ihre Familie zu versorgen. Greta ist für mich kein Paradebeispiel von Mut. Eher lahm.

    Aber habe mit einem ehemaligen Klienten eine vernünftige Gegenposition zu meiner Abneigung der Greta gegenüber gekriegt. Er sagt im Wesentlichen, dass sie immerhin etwas macht und es gerade richtig ist, dass sie als Schülerin sich nicht anmaßt irgendwas Fachliches ins Feld zu führen. Das macht in meinen Augen Sinn, aber ich würde das etwas härter formulieren.

    Eigentlich ist es peinlich, dass ein träges Volk von den Idioten regiert wird, die es verdient hat. Alle Leute beschweren sich "über die da oben", aber haben "wir" (wer immer das auch ist) wirklich bessere Leute verdient? Ich denke nicht. Da sind natürlich dann die Leute mit am Arsch, die sich dann doch Mühe geben. Aber das Leben ist eben nicht immer gerecht.

    Bin also in den letzten Tagen von einer Anti-Greta-Position zu einer grummligen Pro-Greta-Position gekommen. Nicht, weil ich Pro-Greta bin, sondern weil wir an einem Punkt sind, an dem ein unsympathisches und überfordertes Mädchen mit einer geistigen Einschränkung (Asberger) eine der Besten in der Sphäre ist, die wir haben.

  • bearbeitet 26. September

    Werde von meinen radikalen Kontakten mit Meinungen über Greta versorgt:

    Eins dieser Kinder hat sich vor die Kameras der Welt gestellt und gesagt: "Wie könnt ihr es wagen, ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen"

  • @Sascha schrieb:>
    Eigentlich ist es peinlich, dass ein träges Volk von den Idioten regiert wird, die es verdient hat. Alle Leute beschweren sich "über die da oben", aber haben "wir" (wer immer das auch ist) wirklich bessere Leute verdient? Ich denke nicht. Da sind natürlich dann die Leute mit am Arsch, die sich dann doch Mühe geben. Aber das Leben ist eben nicht immer gerecht.

    Bin also in den letzten Tagen von einer Anti-Greta-Position zu einer grummligen Pro-Greta-Position gekommen. Nicht, weil ich Pro-Greta bin, sondern weil wir an einem Punkt sind, an dem ein unsympathisches und überfordertes Mädchen mit einer geistigen Einschränkung (Asberger) eine der Besten in der Sphäre ist, die wir haben.

    Da bin ich bei dir.
    Ich finde diesen Redebeitrag dazu sehr schön:

  • @Sascha schrieb:
    Das ist eben das Problem. Solange die Ökos immer noch auf ihren Yoga-Retreat nach Thailand fliegen, braucht man sich nicht wundern, dass hier das Grundgerüst der Erde wackelt.

    Ganz genau.

    Zum Thema Greta. Leider verbreitet Sie Angst und Angst sollte kein Motor sein. Was sind ihre seelischen Motive oder auch motivationalen Konzepte? Ich sehe ein Mädchen, was Angst hat. Hier müssten Lösungen angeboten werden. In erster Linie für sie. Ich sehe hier einen Missbrauch und eine Instrumentalisierung eines Kindes. Schlimm genug!

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