Disconnected: Oder wie Mann noch die Kurve bekommt

Hallo zusammen,

so richtig habe ich mir hier ja noch nie vorgestellt: Ich bin ein weißer alter Mann, 36 Jahre alt und komme aus Chemnitz. Ich arbeite in einem leitenden Bullshitjob im IT-Bereich, bin (mal wieder) todunglücklick und habe Angst völlig aus dem Genpool zu verschwinden.
Es fällt mir gerade schwer mich zu strukturieren und weiß nicht wohin dieser Thread führen könnte.

Ich beginne einmal mit einem (leicht gekürzten) Austausch mit Sascha (die Erlaubnis zur Veröffentlichung habe ich erhalten) den ich im Herbst letzten Jahres hatte und hoffe auf etwas Feedback:

Moin Sascha,
ich bin ein bisschen am Arsch und habe das für mich gewaltige Problem einfach keine Frau für eine partnerschaftliche Beziehung zu finden die irgendwie meinen Ansprüchen(kein Panzer, durchschnittlich intelligent, offen dafür zu sein (weitere) Kinder zu bekommen/aufzuziehen) genügt. Ich bin seit 16 Jahren Single - ich bin 35 Jahre alt. Ja, das macht mich mürbe.

Antwort Sascha:

Ich weiß nicht, ob ich dir dabei helfen kann. Meine Arbeit könnte man als philosophische Lebensberatung mit praktischen Fertigkeiten (Training, Ernährung, Meditation usw.) bezeichnen. Der Philosophieanteil besteht darin, dass ich im Gespräch die einzelnen Stränge auseinanderfummle. Ich habe zwar einen Überblick über die menschliche Paarbindung und "wie man Frauen klarmacht" (meine 20er..), aber habe da nix gemacht wie beispielsweise im Bereich Training oder Meditation.

Ein paar praktische Tipps kann ich dir geben:

1)Klare (und korrekte) Definition davon, was die notwendigen Bedingungen (Muss sie haben) und Ausschlusskriterien (Darf sie nicht haben/sein). Alles darüber hinaus hilft nicht. Jede Frau ist im Grunde ein anderer Weg in die Zukunft. Und es gibt viele lohnende Zukünfte. Ob eine Frau quirlich ist oder eher ruhig, das ist eigentlich auch egal. Hat alles Vor- und Nachteile.

2) Number's Game. Dating kann ein Mittel sein, einfach viel Kontakt mit Frauen zu haben. Online Dating, viel auf Veranstaltungen gehen usw. Ich habe sehr viele tolle Frauen kennengelernt, weil ich sehr SEHR viele Frauen in meinem Leben kennengelernt habe. Gut, die Beste habe ich jetzt und das hat nix mit meinen wilden 20ern zu tun, aber in meinen 20ern war ich kein guter Fang (für eine langfristige Partnerschaft).

3) Fokus auf Selbstentwicklung. Training, Beweglichkeit, Meditation, Bildung, Vermögen all die klassischen Dinge. Frauen stehen auf Dampfloks. Die meckern immer blöde herum, wenn man wenig Zeit hat, früh aufsteht und nicht im Bett zum kuscheln bleibt, oder regelmäßig müde ist usw. Aber solange man nicht nie Zeit hat, seinen sexuellen Pflichten nachkommt und ab und zu mal was Nettes macht (Frühstück, ein Stück Schmuck kaufen (oder selbst machen) usw.) kann man das getrost ignorieren.

Ich kenne allerdings niemanden, der sowas wie ein Experte auf dem Gebiet ist. Ich denke, grundsätzlich läuft es immer auf die drei Punkte hinaus und die Experten, fummeln dann konkrete Situatoinen so auseinander, dass klar ist, was das für diese drei Aspekte bedeutet.

Schlussendlich ist es wie im Geschäftsleben: Man muss die Angst vor dem Scheitern abbauen oder ignorieren. Dan Pena sagt es mit den Worten: Don't googlefuck it. Just pull the trigger and take action. Die Wichtigsten der Punkte sind 2 und 3 und zwar in der Reihenfolge. Punkt 2 verschafft dir Gelegenheiten, Punkt 3 deine Fähigkeit die Gelegenheit erfolgreich zu nutzen.

Kommentare

  • bearbeitet 22. August

    Hi Andreas,
    was ist der Grund warum es in der Vergangenheit mit den Frauen nicht geklappt hat?

    Ich finde Saschas Tipps sehr passend, danke fürs teilen. Daraus lassen sich weitere Reflexionsfragen ableiten:

    • Welche Bedingungen muss eine Frau für dich erfüllen damit sie für eine Partnerschaft/Familiengründung in Frage kommt?
    • Lebst du in einem Umfeld das es dir ermöglicht diese Frauen überhaupt kennenzulernen? Wie kannst du ggf. dein Umfeld anpassen um mehr potenzielle Frauen anzutreffen?
    • Bist du mit dir selbst im Reinen? Was kannst du einer Frau bieten?

    Viele Grüße

  • Hallo,
    wohin soll dieser Beitrag führen? Was ist die Motivation? Und was gibt es noch über dich zu sagen außer, dass du (sorry!) echt in einer negativ Spirale feststeckst?

    Wenn es darum geht eine Partnerin zu finden würde ich tendenziell dazu raten das erstmal auf Eis zu legen und mich darum kümmern Sinnhaftigkeit in mein Leben zu bringen, so dass du eine attraktive Persönlichkeit hast und du dir aussuchen kannst welche Frau für dich in Frage kommt (du bist der Preis, es ist super dich kennenzulernen, weil du eine selbstständige, unabhängige Person bist).
    Versteh mich nicht falsch ich will dir hier nicht ans Bein pissen, aber dein Beitrag strotzt von Selbstmitleid und Negativität. Stell dir die Frage würdest du dich selbst daten wollen und mit dir zusammen sein wollen? Wenn ja dann müsste man mehr erfahren welche Erfahrungen du bisher mit Frauen gemacht hast, ob deine Ansprüche zu hoch sind oder woran es liegen kann.
    Wenn Nein, dann müsste man die Dinge angehen, die dich an dir stören. Das ist Punkt 3 von Sascha.
    Den Punkt würde ich auch als erstes angehen, so dass du dein Leben liebst und dich selbst respektierst, dadurch wirst du ergebnisunabhängig und dadurch weniger bedürftig. Ich denke das das ein sehr sehr wichtiger Punkt ist um auf Partnersuche gehen zu können und einen guten Partner zu finden, nämlich den den man will und nicht den den man braucht.
    Und dann natürlich Numbersgame wie Sascha das auch empfiehlt, schafft ebenfalls Ergebnisunabhängigkeit durch Alternativen und schafft auch Selbstbewusstsein und eine gewisse Routine im Umgang mit dem anderen Geschlecht.
    Vielleicht datest du ja viele Frauen, aber es ist keine dabei, die dich umhaut oder es bleibt bei einem Date und gibt keine Folgedates, hier sind zu viele offene Fragen finde ich.

    Erzähl mal ein bisschen über dich und deine Erfahrungen.

  • @Pinocio schrieb:
    Versteh mich nicht falsch ich will dir hier nicht ans Bein pissen, aber dein Beitrag strotzt von Selbstmitleid

    Wo denn? Er hat doch bis jetzt einfach nur geschrieben, dass er diesen Lebensbereich verkackt. Selbstmitleide bedeutet für mich "die anderen sind schuld".

    @andreas_n Warum willst du denn mit einer Frau eine Beziehung führen? Du hast ja geschrieben, dass du Angst hast aus dem Genpool zu verschwinden. Ich kann das zwar grundsätzlich verstehen, nach ein paar Generationen ist von dir allerdings bereits so wenig übrig geblieben, dass du damit eigentlich auch ausgestorben bist. Abgesehen davon ist Angst ein ziemlich schlechte Grundlage für eine Beziehung. Gibt es weitere Gründe?

  • @Alex schrieb:

    >

    Wo denn? Er hat doch bis jetzt einfach nur geschrieben, dass er diesen Lebensbereich verkackt. Selbstmitleide bedeutet für mich "die anderen sind schuld".

    Ich bin ein weißer alter Mann, 36 Jahre alt und komme aus Chemnitz. Ich arbeite in einem leitenden Bullshitjob im IT-Bereich, bin (mal wieder) todunglücklick und habe Angst völlig aus dem Genpool zu verschwinden.

    Es fällt mir gerade schwer mich zu strukturieren und weiß nicht wohin dieser Thread führen könnte.

    Ja, das strotzt vor Lebensfreude. Selbstmitleid bedeutet sich selbst zu bedauern, im Extremfall sind natürlich alle anderen Schuld, aber genau hat er uns das ja noch nicht geschildert, wer oder was oder warum es eben so ist. Daher die Nachfrage meinerseits. Vielleicht liege ich falsch und die anderen Lebensbereiche sind tutti, im Normalfall geht das aber Hand in Hand. Ich kenne persönlich niemanden, der nur in einem Bereich verkackt, in allen anderen aber steil geht. Aber das ist meine persönliche Erfahrung und muss nicht richtig sein.

  • @Pinocio @andreas_n schreibt nirgendwo, dass er sich selbst bedauert. Bisher ist es eine Bestandsaufnahme und klar zu benennen, an welchen Stellen (selbst wenn es alle wären) das eigene Leben scheiße ist, ist eher ein Hinweis auf wenig Selbstmitleid.

    Ich denke, du interpretierst den Ton. (Was nicht ausschließt, dass du Recht hast, sondern nur, dass du keine guten Gründe für deine Annahme hast)

  • Es geht hier gar nicht um mich und auch nicht um Selbstmitleid, verstehe gerade nicht wieso das so ein Thema ist, es steht doch dabei, dass es für mich so klingt wie Selbstmitleid bzw. Negativität. Die Art wie er sich vorstellt klingt in meinen Ohren einfach danach, daher kamen ja auch meine Nachfragen, wie: Ob er sich selbst daten würde oder ob er uns noch weitere Infos zu sich und wieso es mit Frauen nicht klappt geben kann.
    Die Bestandsaufnahme ist meiner Meinung nach zu dürftig um weitere Handlungsoptionen zu geben, solange man nichts über ihn weiß außer dass er einen Job macht auf den er kein Bock hat, (mal wieder) todunglücklich ist, es seit 16 Jahren nicht mit einer Beziehung klappt und er eigentlich im besten Alter ist um das zu ändern.

    Oder soll es hier gar nicht um @andreas_n gehen sondern generell darum wie man die Kurve kriegt und was man tun kann um attraktiv und beziehungsfähig auf das anderen Geschlecht zu wirken?

  • bearbeitet 24. August

    @Pinocio schrieb:
    Es geht hier gar nicht um mich und auch nicht um Selbstmitleid, verstehe gerade nicht wieso das so ein Thema ist, es steht doch dabei, dass es für mich so klingt wie Selbstmitleid bzw. Negativität. Die Art wie er sich vorstellt klingt in meinen Ohren einfach danach, daher kamen ja auch meine Nachfragen, wie: Ob er sich selbst daten würde oder ob er uns noch weitere Infos zu sich und wieso es mit Frauen nicht klappt geben kann.

    Es geht darum, weil du explizit geschrieben hast:

    Versteh mich nicht falsch ich will dir hier nicht ans Bein pissen, aber dein Beitrag strotzt von Selbstmitleid und Negativität.

    Es ist Thema, weil dies zu zwei Effekten führt:

    1. Es framed die Auseinandersetzung mit dem Thema auf eine Weise, die nicht produktiv ist. Dazu noch framed diese Einleitung das Nachfolgende, was du schreibst, auf Basis deiner Interpretation. Die Weise ist nicht produktiv, weil sie die Auseinandersetzung gemäß deiner persönlichen Neigung framed, nicht aber gemäß der Neigung von @andreas_n.
    2. Selbstmitleid ist ein wichtiges Thema bei den meisten der persönlichen Probleme. Dazu ist die Lösung nicht gerade einfach, denn Selbstmitleid ist erstmal ein Gefühl und das kann man nicht einfach so abstellen. Die Lösung ist ein korrekter Umgang mit diesem Gefühl.
    3. Es ist sachlich falsch. Es ist eben wichtig, ob in dem, was @andreas_n schreibt tatsächlich Selbstmitleid (ob nun als Gefühl oder ausgelebte Lebensweise) steckt oder nicht. Daher ist der genaue Nachweis wichtig.

    Es ist also Thema, weil a) du keine guten Gründe für diese Annahme hast, b) es die Auseinandersetzung auf eine falsche Fährte lockt und die Auseinandersetzung auf eine Weise framed, die deinem Gefühl und nicht deiner begründeten Beurteilung der Sachlage entspricht (was dann kein Framing wäre, sondern ein Standpunkt, mit dem man sich sachlich auseinandersetze kann).

    Aber wundern solltest du dich nicht, dass in einer Unterhaltung mit mehreren Beteiligten eine solch starke Aussage, die für wahrscheinlich alle Beteiligten relevant ist, thematisiert wird. ;)

    PS: Hier ist kein "Safe Space", sondern ein "productively rational space". :smiley:

  • bearbeitet 24. August

    Nachdem es auf diesen Beitrag für ein paar Tage keine Reaktion gab, war ich innerlich drauf und dran den Beitrag wieder zu löschen bzw. umzubauen. Ich gebe euch recht, dass er von meiner Seite her nicht besonders gehaltvoll ist. Für mich war es einerseits wichtig die gut formulierten Aussagen von Sascha zu veröffentlichen und andererseits endlich mal selbst hier einen kleinen Schritt ins Forum zu machen.

    PS: Hier ist kein "Safe Space", sondern ein "productively rational space". :smiley:

    Ich danke euch ihr Pimmel jetzt schon für eure Reaktionen aus dem nichts heraus und bin absolut überrascht was für eine Eigendynamik sich aus so einem Beitrag entwickeln kann :) Deshalb scheut euch bitte weiterhin nicht mit Kritik bzw. Aussagen. Es ist mir lieber wenn einmal zuviel reagiert wird als wenn etwas Wichtiges nicht gesagt wird, weil es vll. zu gewagt ist. Mit Framings umzugehen ist Teil der Quest.

    Wie stark mein Selbstmitleid ist kann ich gerade nicht beantworten - kann man das aus sich selbst heraus überhaupt wirklich gut? Wenn ich es aber fühle, dann richtet sich das Gefühl eher nach innen als nach außen.

    =====

    Zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Frauen:
    Ich hatte mit 19 eine 3-monatige "Beziehung", wobei ich mich bei der Zeitspanne eher schwer tue das so zu nennen. Jedenfalls kam es dem, im Bezug auf alle nachfolgenden Erfahrungen die ich mit Frauen hatte, am nächsten. Bis zum Alter von etwa 32 hatte ich immer mal wieder flüchtige (sexuelle) Bekanntschaften die aber von vornherein auf Sex angelegt waren und für keine Option für eine Beziehung darstellten. Etwaige (nur sehr wenige) Angebote bei denen ich mir hätte vorstellen können, dass sich eine Beziehung daraus entwickelt, habe ich von Anfang an im Keim erstickt. Ein brachialer Fehler - über den ich mich heute noch extrem ärgere. (Hier fühle ich Selbstmitleid/-hass)

    In späteren Therapien habe ich dann für mich unter anderem gelernt, dass ich enorme Bindungsängste entwickelt und deshalb keine näheren Beziehungen zu Frauen gesucht bzw. mein Beuteschema so angelegt habe, dass eben nur Frauen in Frage gekommen sind, die ähnliche Macken wie ich aufweisen und selbst eher bindungsscheu waren.

    Ab etwa dem Alter von 35 (fließender Übergang) und mit der Covidära habe ich dann eher das Problem entwickelt, dass ich kaum noch Frauen kennenlerne, ich bin optisch nicht sonderlich attraktiv - ziemlich schwierig bei Tinder & Co, und nun noch mehr hinterfrage was ich einer Frau überhaupt zu bieten habe.
    Weil die Frage hier aufkam: Ich würde mein derzeitiges reales Selbst nicht daten wollen.

    Und eigentlich sind wir damit auch schon bei dem Lösungsansatz den ich als nächstes Sehe: "Fokus auf Selbstentwicklung" - Bis ich mein reales Selbst daten wollen würde.

    Bevor ich mich dazu äußere, freue ich mich erstmal auf eure Gedanken. Ich tue mich sonst schwer mit der Struktur.

  • bearbeitet 24. August

    @andreas_n wie Sascha schon meinte. Viele Frauen kennen lernen (wenn es kein Online Dating sein soll). Lass dich durch Corona nicht abschrecken und handele im Rahmen der Möglichkeiten (wie auch immer die gerade aussehen).
    Wenn du noch daran arbeiten musst, Leute kennen zu lernen (keine Ahnung wie leicht es dir fällt, mit anderen ins Gespräch zu kommen), dann fang damit nicht erst an, wenn du dich "bereit fühlst". Einfach jetzt schon damit anfangen, vlt. ergibt sich schon am Anfang was, oder du lernst einfach schonmal neue Leute kennen zu lernen.

    @Sascha meinte mal in einer "Fast barzt es" Folge Sinngemäß, dass man nicht darauf warten soll perfekt zu sein, um Beziehungen einzugehen. Man kann auch miteinander wachsen.
    Habe ich bisher auch immer gemacht, will das jetzt aber ändern. Selbstentwicklung und Dating geht gleichzeitig, man muss es nur wollen. Ansonsten hast du einen Grund mehr, die Partnersuche aufzuschieben.

  • @Sascha schrieb:

    1. Es framed die Auseinandersetzung mit dem Thema auf eine Weise, die nicht produktiv ist. Dazu noch framed diese Einleitung das Nachfolgende, was du schreibst, auf Basis deiner Interpretation. Die Weise ist nicht produktiv, weil sie die Auseinandersetzung gemäß deiner persönlichen Neigung framed, nicht aber gemäß der Neigung von @andreas_n.
    2. Selbstmitleid ist ein wichtiges Thema bei den meisten der persönlichen Probleme. Dazu ist die Lösung nicht gerade einfach, denn Selbstmitleid ist erstmal ein Gefühl und das kann man nicht einfach so abstellen. Die Lösung ist ein korrekter Umgang mit diesem Gefühl.
    3. Es ist sachlich falsch. Es ist eben wichtig, ob in dem, was @andreas_n schreibt tatsächlich Selbstmitleid (ob nun als Gefühl oder ausgelebte Lebensweise) steckt oder nicht. Daher ist der genaue Nachweis wichtig.

    Es ist also Thema, weil a) du keine guten Gründe für diese Annahme hast, b) es die Auseinandersetzung auf eine falsche Fährte lockt und die Auseinandersetzung auf eine Weise framed, die deinem Gefühl und nicht deiner begründeten Beurteilung der Sachlage entspricht (was dann kein Framing wäre, sondern ein Standpunkt, mit dem man sich sachlich auseinandersetze kann).

    Aber wundern solltest du dich nicht, dass in einer Unterhaltung mit mehreren Beteiligten eine solch starke Aussage, die für wahrscheinlich alle Beteiligten relevant ist, thematisiert wird. ;)

    PS: Hier ist kein "Safe Space", sondern ein "productively rational space". :smiley:

    zu 1.) Den Frame, wie so ein Beitrag verstanden werden kann habe nicht ich gesetzt, ich habe nur darauf reagiert, wie er auf mich wirkt. Es gibt doch nicht nur eine Interpretation(smöglichkeit). Und er wirkt auf mich negativ und klingt nach Selbstmitleid, wenn er anders gemeint ist kann das ja aufgeklärt werden.
    zu 2.) Stimmt, sehe ich auch so.
    zu 3.) Nach dem Nachweis habe ich gefragt, da sein Beitrag auf mich so wirkt als wäre das ein Problem, vielleicht hätte ich statt strotzen auch wirken schreiben können, wäre etwas sanfter ausgedrückt und vielleicht präziser.

    zu a) Was wären denn gute Gründe?
    zu b) Diese Auseinandersetzung ist keine rein rationale und kann darauf auch nicht heruntergebrochen werden meiner Meinung nach, daher ist mein Gefühl, wie etwas auf mich wirkt auch eine Art von Begründung. Dennoch habe ich auch rationale Gründe für meine Annahme: Er hat einen Bullshitjob impliziert Unzufriedenheit mit seiner (ich nenn es jetzt der Zuordbarkeithalber so) Karriere. Er ist todunglücklich bedeutet für mich allgemeine Unzufriedenheit, Angst aus dem Genpool zu verschwinden impliziert Verzweiflung. Das alles wirkt auf mich negativ, an sich erstmal überhaupt kein Problem, kann immer scheiße laufen und man kann sich darüber auch mal auskotzen. Jetzt ist das aber alles was wir erfahren von ihm und was du geantwortet hast, was soll uns das sagen? Er hat keinen eigenen Lösungsversuch oder ähnliches angegeben.
    Und so hört sich das für mich dann an: "Hier das sind meine Symptome, undefinierte Probleme, ich erzähle euch mal nicht, was ich bisher getan habe um etwas an meiner Lage zu ändern und genau definieren was mich in diese Lage bringt möchte ich auch nicht, warum ich mich meiner Meinung nach dort befinde erzähle ich auch nicht, aber erzählt doch mal was ich tun kann" Wenn das alles ist, was ich erfahre, dann braucht man sich nicht zu wundern, das sowas auch "Unverständnis" auslösen kann und auch andere (oder auch überhaupt keine) Reaktionen hervorrufen kann als ich mir vielleicht gewünscht habe. Ich verstehe aber auch, wenn er frustriert ist durch Corona, durch seinen mistigen Job, durch seine fehlende Beziehung, dass es ihm da jetzt schwerfällt genauer auf seine Situation einzugehen bzw. einen guten Start zu finden. Daher ja meine Fragen dazu, wie gesagt ich wollte ihm wirklich nicht ans Bein pissen, aber wollte auch ganz klar mitteilen, wie der Beitrag wirkt.

    Zu einer Problemlösung kann meine Fährte im übrigen auch führen, weil ich ihm ja sage wie seine Selbstbeschreibung auf mich wirkt und wie man auf andere Menschen wirkt ist natürlich wichtig für zwischenmenschliche Beziehungen, was hier ja Thema sein soll.

    Man kann das auch so ausdrücken und es würde ganz anders auf mich wirken:
    "Hey Leute, ich bin Andi und komme aus Chemnitz. Ich bin ein Mann im besten Alter (36), trotzdem scheint bei mir derzeit der Wurm drin zu sein, denn ich finde aus mir unerfindlichen Gründen keine Frau, auch in meinem Job bin ich aktuell nicht so zufrieden, weil..., all das lässt mich derzeit ein bisschen gefrustet sein und ich schaffe es nicht allein den richtigen Ansatz zu finden, um das zu ändern. Ich bitte euch um Rat. Um besser auf meine Situation eingehen zu können, erzähle ich euch mal wie es bisher lief...am wichtigsten hierbei ist mir, dass... oberste Priorität hat bei mir aktuell...bisher habe ich mich damit auseinandergesetzt indem ich Sascha von meinem Problem erzählt habe, die Antwort möchte ich mit euch teilen und darüber diskutieren..."

    @andreas_n schrieb:
    Nachdem es auf diesen Beitrag für ein paar Tage keine Reaktion gab, war ich innerlich drauf und dran den Beitrag wieder zu löschen bzw. umzubauen. Ich gebe euch recht, dass er von meiner Seite her nicht besonders gehaltvoll ist. Für mich war es einerseits wichtig die gut formulierten Aussagen von Sascha zu veröffentlichen und andererseits endlich mal selbst hier einen kleinen Schritt ins Forum zu machen.

    Habe tatsächlich darauf nicht direkt reagiert, weil ich nicht so genau wusste was du aussagen möchtest und mir zu wenig Info dabei stand, entschieden habe ich mich dafür etwas zu sagen, weil ich das Thema schon für wichtig halte und ich es nicht cool finde, dass jemand allein sein muss, wenn er nicht will.

    PS: Hier ist kein "Safe Space", sondern ein "productively rational space". :smiley:

    Ich danke euch ihr Pimmel jetzt schon für eure Reaktionen aus dem nichts heraus und bin absolut überrascht was für eine Eigendynamik sich aus so einem Beitrag entwickeln kann :) Deshalb scheut euch bitte weiterhin nicht mit Kritik bzw. Aussagen. Es ist mir lieber wenn einmal zuviel reagiert wird als wenn etwas Wichtiges nicht gesagt wird, weil es vll. zu gewagt ist. Mit Framings umzugehen ist Teil der Quest.

    Falls ich zu schroff rüberkam, tut mir das Leid, aber ich denke wir kommen schon zusammen, wenn es hilft.

    Wie stark mein Selbstmitleid ist kann ich gerade nicht beantworten - kann man das aus sich selbst heraus überhaupt wirklich gut? Wenn ich es aber fühle, dann richtet sich das Gefühl eher nach innen als nach außen.

    Bin mir nicht sicher, ob man das so ganz aus sich selbst heraus entscheiden kann, auch wie stark es ist, ist schwer sich selbst zu beantworten, weil man da ja nicht von heute auf morgen ist, sondern es sich wie eine Spirale nach unten langsam entwickelt und man das ja nur so richtig an der Frustation merkt und hier entwickelt man ja auch eine gewisse Toleranz und zack ist auf einmal alles Scheiße und es nur ganz schwer da wieder herauszukommen. Umso wichtiger halte ich da ehrliches Feedback und einen guten Kontakt zu sich selbst (leicht gesagt wenn man gerade nicht drinsteckt, ich weiß).
    Wie leicht fällt es dir denn dich aufzuraffen etwas zu tun, vorallem für dich selbst? Wie sehr fühlst du dich von außen beeinflusst? Was kannst du für dich selbst tun um etwas an der Unzufriedenheit zu ändern? Und wie hoch ist die Bereitschaft das auch zu tun?
    Das wären so die Fragen, die ich mir stellen würde um heraus zu finden, wo ich stehe.
    Aber da hat ja jeder auch so ein bisschen seine eigene Präferenz, wie man so etwas angeht, wie man in Kontakt zu seinen Gefühlen und Wünschen oder Vorstellungen kommt.
    Eine Bestandsaufnahme halte ich aber für wichtig, nicht nur der Probleme, die man hat, sondern auch wie ich mir selbst zuhören kann, welches meine Wege sind mir nah zu sein. Wie gesagt, das macht so ziemlich jeder ein wenig anders.

    =====

    Zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Frauen:
    Ich hatte mit 19 eine 3-monatige "Beziehung", wobei ich mich bei der Zeitspanne eher schwer tue das so zu nennen. Jedenfalls kam es dem, im Bezug auf alle nachfolgenden Erfahrungen die ich mit Frauen hatte, am nächsten. Bis zum Alter von etwa 32 hatte ich immer mal wieder flüchtige (sexuelle) Bekanntschaften die aber von vornherein auf Sex angelegt waren und für keine Option für eine Beziehung darstellten. Etwaige (nur sehr wenige) Angebote bei denen ich mir hätte vorstellen können, dass sich eine Beziehung daraus entwickelt, habe ich von Anfang an im Keim erstickt. Ein brachialer Fehler - über den ich mich heute noch extrem ärgere. (Hier fühle ich Selbstmitleid/-hass)

    Wie hast du diese Angebote im Keim erstickt? Zu große Distanziertheit? Kühle? Wie kann man sich das vorstellen?
    Meiner Erfahrung nach versuchen Frauen, die man auf gewissen Abstand hält oft eine Bindung zu schaffen. Natürlich nur wenn man nicht zu distanziert und abgeklärt ist. Daher würde mich das doch interessieren, wie das aussah.
    Fehler passieren, du hast sie ja nun erkannt und kannst daran arbeiten.

    In späteren Therapien habe ich dann für mich unter anderem gelernt, dass ich enorme Bindungsängste entwickelt und deshalb keine näheren Beziehungen zu Frauen gesucht bzw. mein Beuteschema so angelegt habe, dass eben nur Frauen in Frage gekommen sind, die ähnliche Macken wie ich aufweisen und selbst eher bindungsscheu waren.

    Arbeitest du daran noch? Auch mit einem Therapeut? Wie weit bist du hier mit dir selbst? Ich denke das ist ein ganz eigenes Thema, sehr persönlich und etwas für einen Therapeuten oder jemand der sich damit auskennt keine Hobbypsychologen wie mich oder random dudes aus dem Internet. Es sei denn es ist soweit aufgearbeitet, dass du darüber sprechen kannst oder wie auch immer.
    Aber ja es gibt ja den Satz "man zieht an, was man ausstrahlt".

    Ab etwa dem Alter von 35 (fließender Übergang) und mit der Covidära habe ich dann eher das Problem entwickelt, dass ich kaum noch Frauen kennenlerne, ich bin optisch nicht sonderlich attraktiv - ziemlich schwierig bei Tinder & Co, und nun noch mehr hinterfrage was ich einer Frau überhaupt zu bieten habe.

    Onlinedating ist glaube ich ein heißes Pflaster, habe damit nicht so viel Erfahrung, tendenziell würde ich aber, falls du tatsächlich optisch nicht so sonderlich attraktiv bist nicht auf Onlineplattformen rumhängen, nicht weil es nicht funktioniert, sondern weil es falsche Erwrtungen schafft, wie man ja an deiner Reaktion merkt (du hinterfragst dich mehr, bekommst Selbstzweifel). Du kannst aber sicher auch dein Profil so bearbeiten, dass dein Aussehen nicht so sehr ins Gewicht fällt, sondern andere Vorzüge in den Vordergrund rücken.

    Allerdings halte ich es für zielführender Frauen z.B. im Supermarkt oder auf dem Weg zur Arbeit anzusprechen. Dort wirst du besseres Feedback bekommen, die Situation ist alltäglich und dennoch besonders. Viele Männer sprechen dort keine Frauen an, aber jeder geht einkaufen, du hast also eine große Diversität, man hat einen Aufhänger wie z.B. "kannst du diesen Käse empfehlen", man hat direkt ein Gesprächsthema. Außerdem ist hier auch dein Auftreten wichtiger und das Aussehen rückt etwas in den Hintergrund, wichtig natürlich, dass du gepflegt bist und nich zu creepy rüberkommst.

    Was denkst du denn was du einer Frau bieten kannst?

    Weil die Frage hier aufkam: Ich würde mein derzeitiges reales Selbst nicht daten wollen.

    Und eigentlich sind wir damit auch schon bei dem Lösungsansatz den ich als nächstes Sehe: "Fokus auf Selbstentwicklung" - Bis ich mein reales Selbst daten wollen würde.

    >

    Bevor ich mich dazu äußere, freue ich mich erstmal auf eure Gedanken. Ich tue mich sonst schwer mit der Struktur.

    Ja ist auch ein sehr komplexes Thema und es gibt viele Wege denke ich, doch zunächst wäre es wichtig die Wurzel zu finden, es bedingt sich ja alles ein wenig.

    @TylerDurden find ich einen sehr guten Tipp "einfach anzufangen".

  • Ich finde, dass die Fokussierung auf die Standard-Attraktivitätsmerkmale, wie sie vielerorts kommuniziert werden, mit etwas Abstand betrachtet werden sollte. Sicher stimmt es, dass Aussehen, Status usw tatsächliche Einflussgrößen sind, aber wir als Mensch sind an einem Punkt der Evolution, an dem das durch vieles überlagert wird.
    Schaut man ins echte Leben, so finden durchaus auch Männer mit einem durchschnittlichen Aussehen und durchschnittlichem Status (oder jeweils sogar unterdurchschnittlichem) Partnerinnen. Auch ich habe in meinem Leben Männer kennengelernt, die einzig durch ihr großes Charisma überzeugt haben und Menschen so angezogen haben. So kommt man früher oder später, meine ich, zum Punkt "mit sich selbst im Reinen sein" als Attraktivitätsmerkmal, und somit zur Selbstentwicklung.

    Da man mit dem arbeiten muss, was man zunächst hat, bietet sich doch in deinem Fall an, @andreas_n , mit deinem guten Verdienst zu beginnen. Zeige Frauen gegenüber auf die eine oder andere Art und Weise, dass du Geld hast, und schau von dort aus weiter. Selbst beim Online-Dating geht das, und wenn du Fotos von einem guten Fotografen dafür machen lässt, wirst du dich wundern, wie viel besser die wahrscheinlich aussehen, als du denkst.
    Online-Dating ist darüber hinaus eh Glückssache, immer eine Wundertüte. Ich habe das zeitweise sehr viel gemacht, und die Frau, die sich online präsentiert, und die Frau, die dann vor einem steht, unterscheiden sich teils gewaltig. Ich hatte durchschnittliche Präsentationen, die sich als super Gesellschaft herausgestellt haben, und umgekehrt. Und auch Frauen stellen sich körperlich in der Regel auf Bildern oft eher besser dar, als es angebracht wäre, davon kannst du in Zeiten von Foto-Filtern besonders ausgehen.

    Meine Frau war ursprünglich übrigens auch ein online-Date.

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