Ein Leben in Schweden

Plötzlich ging alles ganz schnell: vor 3 Wochen war ich mit meiner Frau für ein langes Wochenende in Schweden. Dort haben wir uns eine Immobilie angesehen, und vorgestern haben wir die Zusage bekommen, dass wir sie kaufen können.
Wir werden schon in 10 Tagen umziehen und leben fortan in drei Hütten auf einem 2 Hektar großen Grundstück (1Ha Wiese, etwa 0,5Ha Wald). Zusätzlich ist im Kauf noch ein Waldgrundstück von 5 Hektar inbegriffen, das etwa einen Kilometer vom restlichen Grundstück entfernt liegt.
In Schweden ist das Jagdrecht an ein Grundstück gebunden, das heißt, wenn das Grundstück den Besitzer wechselt, wechselt auch das Jagdrecht auf den neuen Besitzer. Unser Kauf gibt uns Jagdrecht in einem über 1500 Hektar großen Gebiet (vorausgesetzt natürlich, wir machen dann den Jagdschein).
Das ist jetzt alles sehr aufregend. Ich werde hier über unseren Weg nach Schweden und dann das Leben dort schreiben. Gerne könnt ihr anmerken, was euch interessiert!

«1

Kommentare

  • @Room101 schrieb:
    Plötzlich ging alles ganz schnell: vor 3 Wochen war ich mit meiner Frau für ein langes Wochenende in Schweden. Dort haben wir uns eine Immobilie angesehen, und vorgestern haben wir die Zusage bekommen, dass wir sie kaufen können.
    Wir werden schon in 10 Tagen umziehen und leben fortan in drei Hütten auf einem 2 Hektar großen Grundstück (1Ha Wiese, etwa 0,5Ha Wald). Zusätzlich ist im Kauf noch ein Waldgrundstück von 5 Hektar inbegriffen, das etwa einen Kilometer vom restlichen Grundstück entfernt liegt.
    In Schweden ist das Jagdrecht an ein Grundstück gebunden, das heißt, wenn das Grundstück den Besitzer wechselt, wechselt auch das Jagdrecht auf den neuen Besitzer. Unser Kauf gibt uns Jagdrecht in einem über 1500 Hektar großen Gebiet (vorausgesetzt natürlich, wir machen dann den Jagdschein).
    Das ist jetzt alles sehr aufregend. Ich werde hier über unseren Weg nach Schweden und dann das Leben dort schreiben. Gerne könnt ihr anmerken, was euch interessiert!

    Geile Sache. Ich bin gespannt auf die Reise und drücke die Daumen, dass alles gut verläuft :smile:

  • bearbeitet 28. Juli

    HAMMER! :) Ich freu mich auf deine Erzählungen. Gerne auch mit Fotos

  • bearbeitet 28. Juli

    Herzlichen Glückwunsch, Deine Entschlossenheit und Umsetzung hierbei bewundere* ich! (*edit: stand vorher "beneide", aber bewundere trifft es besser, vielleicht auch beides :P) :) Wie lange überlegt Ihr schon hierüber? Ich bin sehr gespannt, was Du hier berichtest.

  • Auch von mir: Glückwunsch und alles Gute dabei - sehr spannend.
    Hab es nie nach Schweden geschafft aber sehr oft im Tagtraum dort gewesen, mit Kayak und so ;-)

  • Hey man! Ich bin neu im Forum. Werd mich nochmal gscheid vorstellen.

    Grad aber angemeldet und den Post gesehen, da musst ich antworten. Bin gerade im Moment auf der Rückreise von Schweden. Hab mich drei Wochen lang querfeldein durch schweden geschlagen mit Fahrrad, Hänge-Matte, Angel und Axt.
    Und habs ziemlich lieben gelernt. Vorallem die Freiheit vom allemansrecht.
    Wünsch dir alles gute man!

  • @Simon_Maumau schrieb:
    Hey man! Ich bin neu im Forum. Werd mich nochmal gscheid vorstellen.

    Grad aber angemeldet und den Post gesehen, da musst ich antworten. Bin gerade im Moment auf der Rückreise von Schweden. Hab mich drei Wochen lang querfeldein durch schweden geschlagen mit Fahrrad, Hänge-Matte, Angel und Axt.
    Und habs ziemlich lieben gelernt. Vorallem die Freiheit vom allemansrecht.
    Wünsch dir alles gute man!

    Cool, wo genau warst du denn unterwegs? Und warum Axt? :-)

  • @Daniel schrieb:
    Herzlichen Glückwunsch, Deine Entschlossenheit und Umsetzung hierbei bewundere* ich! (*edit: stand vorher "beneide", aber bewundere trifft es besser, vielleicht auch beides :P) :) Wie lange überlegt Ihr schon hierüber? Ich bin sehr gespannt, was Du hier berichtest.

    Dieses Jahr über Ostern haben wir die ersten Objekte in Schweden angeschaut. Aber mit dem Gedanken, umzuziehen, spielen wir schon länger. Wir hatten phasenweise auch über Österreich oder auch zum Beispiel Ost-D nachgedacht, aber aus verschiedenen Gründen (z.B Natur, Leute, Verhalten in der Krise, günstige Grundstückspreise, relativ niedrige Lebenshaltungskosten) wurde es jetzt Schweden.

  • Wollte gerade fragen, ob ihr um die Steuern kommt, aber mehr als hier bezahlt man gemeinhin ja nicht. :D

    Wie macht ihr das mit der Arbeit? Schon was in Aussicht? Wie nördlich seid ihr?

  • @Sascha schrieb:
    Wollte gerade fragen, ob ihr um die Steuern kommt, aber mehr als hier bezahlt man gemeinhin ja nicht. :D

    Wie macht ihr das mit der Arbeit? Schon was in Aussicht? Wie nördlich seid ihr?

    Wir sind dann ziemlich genau auf der Höhe von Stockholm, aber viel weiter westlich, gar nicht mehr weit von der norwegischen Grenze entfernt.

    Meine Frau kann als Lehrerin an ihrer Schule hier in D voraussichtlich freiberuflich weiterhin online-Seminare und Betreuung geben. Ansonsten werden in Schweden aber auch überall Lehrer angestellt, es gibt auch Deutschunterricht.
    Ich selber werde erst einmal dafür sorgen, dass das Leben (was ohnehin bezüglich der laufenden Kosten nicht sehr teuer sein wird) noch weniger teuer wird: ich lerne zu fischen, zu jagen, zu sammeln. Hühner und Schafe sind geplant. Für die Wachstumsperiode im nächsten Jahr werde ich alles vorbereiten, so dass wir auch Gemüse anbauen können.
    Alles weitere entscheide ich dann vor Ort.

  • Du hast drei Kiddies, wenn ich mich recht erinnere? Wie macht ihr das mit ihrer Sozialisierung?

  • @Sascha schrieb:
    Du hast drei Kiddies, wenn ich mich recht erinnere? Wie macht ihr das mit ihrer Sozialisierung?

    Ich hoffe nicht (zumindest stand von früher niemand plötzlich mit Kind vor der Tür). :-D

  • Gibt es noch Kinder?

  • @Sascha schrieb:
    Gibt es noch Kinder?

    Bisher nicht, und auch nicht geplant, nein.

  • @Room101 . Ich bin von trelleborg hoch bis zu den zwei großen seen, dann zwischen denen durch und dann bis zur Ostküste rüber. Anschließend hoch bis Stockholm. Von da aus dann wieder heim.
    War en forderndes Ding. Richtig ungewohnt diese weiten unbewohnten Landstriche obwohl doch verhältnismäsig besiedelt im Süden. Nichts mit Aldi und Lidl an jeder Ecke, vorrausdenken, an Wasservorräte denken...

    Fordernder als gedacht und dadurch auch sehr bereichernd! Die Axt für Feuerholz. Würd ich in Zukunft aber ne kleine Säge nehmen. Effektiver und leichter.

    Ich bin gespannt auf euer Projekt und hier auf dem laufenden gehalten zu werden! Ich bin gesapnnt wies für euch mit Anschluss finden wird.

  • So. Inzwischen sind wir in Schweden angekommen.
    Die Tage und Wochen zuvor waren, wenig überraschend, etwas chaotisch und stressig. Umzüge sind das ja gerne mal in einem gewissen Maße, aber die Situation ist ja noch einmal eine andere, wenn es ein solch „großer Umzug“ ist.
    Schweden soll für uns auch ein Schritt in ein kleineres Leben, was die Fokussierung auf Konsum angeht, sein. Das ist erst einmal etwas komisch so zu sagen, wenn man sich drei Hütten, ein großes Grundstück und ein Auto kauft, um das Projekt überhaupt zu starten. Aber letztlich ist es ein Schritt zurück, zumindest, was die Quadratmeterzahl beim Wohnen angeht. Dafür ist aber natürlich draußen erheblich mehr Platz. Ganz ungewohnt, wenn man aus einer Wohnung im Zentrum einer Großstadt kommt.

    Während des Umzugs ist mir (einmal mehr) klargeworden, wie viel ich eigentlich besitze, auch wenn ich weder jemand war, der ständig Kleidung gekauft hat, noch jemand, dem das an sich sonderlich wichtig war. Da wir jetzt für die ersten Wochen nur eine Autoladung voll mitgenommen haben, musste ich stark priorisieren. Am Ende ist das, was jetzt gerade schon mit dabei ist, vermutlich mehr, als ich strenggenommen brauche. Vieles haben wir schon verschenkt (an den Nachbarschaftstreff, der auch oft unsere Foodsharing-Lieferungen bekommen hat) oder verkauft. Trotzdem ist noch vieles zurückgeblieben (unter anderem 7 Kisten Bücher, die ich ungern zurücklassen würde). Ich merke aber schon jetzt nach wenigen Tagen hier in Schweden, wie die gedankliche Verhaftung an diese alle möglichen Dinge, die erst einmal nicht mit umziehen konnten, deutlich geringer wird.

    Nachdem wir mit der Fähre nach Malmö übergesetzt sind, haben wir zwei Nächte bei jemandem verbracht, den wir schon von unserem Roadtrip über Couchsurfing kannten. Gerade haben wir uns zwei Tage in einem Holzhaus eingemietet, in der Nähe unseres eigenen Grundstücks. Gestern war dann noch einmal die persönliche Vertragsunterzeichnung, bisher haben wir das ja nur vorläufig digital machen können. Wir konnten gestern unsere Kisten schon unterstellen, aber es dauert noch, bis wir wirklich dort einziehen dürfen. In Schweden ist es so, dass es für den Erwerb eines als landwirtschaftlich gelisteten Grundstücks (was auf unseres zutrifft) eine extra Erwerbserlaubnis der Kommune braucht (die ist aber rein pro forma, und es kümmert sich auch der Makler darum). Bis die erteilt ist, wird es wohl noch zwei, drei Wochen dauern. Dann erst gibt es die Schlüsselübergabe. Bis dahin werden wir uns die Umgebung hier anschauen und wohl auch ein bisschen in den Norden reisen.

    Heute später fahren wir zu einem Campingplatz nahe der norwegischen Grenze und treffen ein deutsches Renter-Ehepaar, das sich vor langem dort in der Nähe niedergelassen hat. Er ist Imker, und beide sind wohl gut vernetzt, was regionale Lebensmittel angeht. Das ist uns wichtig. Schön ist außerdem, dass wir, sobald wir fix hier wohnen, auch die Möglichkeit haben, die Lebensmittel von der Ridgedale Permaculture Farm (Richard Perkins) zu kaufen. So etwas ist hier in Schweden anscheinend gern in Form von einer Art Abo mit Abholstationen organisiert (nennt sich Reko-Ring). Man bestellt etwas und kann es sich dann in einem festen Zeitraum an einem festen Wochentag in einer Stadt abholen, wo dann mehrere Produzenten zusammen ihre Waren abliefern.

    Meine Frau bloggt auch für ihre Leute zu Hause, könnt ihr mal drüberlesen – da gibt’s auch Bilder von den Hütten und dem Grundstück 😉
    www.sandrasverige.home.blog

  • Sehr sehr geil. Ich bin gespannt auf weitere Berichte von euch. Mich interessieren besonders die Themen Jagen, was die Nähe zur Natur mit einem macht und wie man mit dem materiell und arbeitstechnisch geringeren Lebensstandard zurecht kommt.

    Viel Erfolg!

  • Schöne Idee mit dem Blog, ich habe mir bisher zwar nur die Fotos angeschaut und die gefallen mir schon mal sehr gut.

    @Room101 musst Du in Schweden einen Jagdschein machen oder wie gestaltet sich dort die Ausbildung?

  • @Daniel schrieb:
    Schöne Idee mit dem Blog, ich habe mir bisher zwar nur die Fotos angeschaut und die gefallen mir schon mal sehr gut.

    @Room101 musst Du in Schweden einen Jagdschein machen oder wie gestaltet sich dort die Ausbildung?

    Ja, auch in Schweden muss man einen Jagdschein machen. Der ist aber nicht ganz so umfangreich, wie der in Deutschland, aber dennoch nicht ohne. Die Unterlagen (Buch, Hefte) habe ich schon, liegen aber am zukünftigen Wohnort. Jagen in Schweden ist "normaler" als in Deutschland. Das heißt, Hobbyjäger sind weniger upperclass. Den Jagdschein kann man (auch) an der VHS machen hier, er ist auch erheblich weniger kostspielig, als in Deutschland.
    Die größte Schwierigkeit wird vermutlich sein, dass ich dafür gut genug Schwedisch sprechen muss. Aber so habe ich eine passende Motivation.
    Angeln kann man in Schweden übrigens ohne Prüfung/Schein. Man muss lediglich Karten im entsprechenden Gebiet, in dem man angeln möchte, kaufen. Die kosten aber fast nichts - ich meine, in dem Gebiet, wo ich wohne, etwa 20€ im Jahr.

  • @Room101 schrieb:

    @Daniel schrieb:
    Schöne Idee mit dem Blog, ich habe mir bisher zwar nur die Fotos angeschaut und die gefallen mir schon mal sehr gut.

    @Room101 musst Du in Schweden einen Jagdschein machen oder wie gestaltet sich dort die Ausbildung?

    ...
    Die größte Schwierigkeit wird vermutlich sein, dass ich dafür gut genug Schwedisch sprechen muss. Aber so habe ich eine passende Motivation.
    ...

    Check mal die Anwedung "ANKI" ab.Du kannst das ganze als Programm auf dem Computer, dem Handy und im Browser nutzen. Ein Karteikartenprogramm das sich sehr einfach zwischen den verschiedenen Ebenen (Handy, Browser, Computer) synchronisieren lässt.
    Praktischerweise kann man dort u.a. auch Fotos einfügen. Wenn du noch weitere Fragen dazu hast, kannst du mir auch einfach per PM schreiben :blush: .

  • @andreas_n schrieb:
    Sehr sehr geil. Ich bin gespannt auf weitere Berichte von euch. Mich interessieren besonders die Themen Jagen, was die Nähe zur Natur mit einem macht und wie man mit dem materiell und arbeitstechnisch geringeren Lebensstandard zurecht kommt.

    Viel Erfolg!

    Zum Jagen bei Gelegenheit mehr.
    Ich persönlich kann sagen, dass durch die Nähe zur Natur bei mir Ruhe einkehrt. Und zwar fast umgehend, sobald ich in Schweden bin. Weniger Ablenkungen, weniger Menschen, die man draußen nebenbei trifft. Überall schöne Seen, Landschaften, Wälder.
    Zur Zeit bleiben wir für 5 Nächte im nördlichen Värmland, bei Sysslebäck. Das ist europaweit der einzige Bereich, in dem es weiße Elche gibt (aber nicht viele).
    Gestern waren wir neben der Unterkunft in einer Art Heidelandschaft und im Wald auf einer Langlaufstrecke spazieren (etwa 5km) und haben keinen einzigen anderen Menschen gesehen. Wir haben Steinpilze vom Wegrand mitgenommen und abends gegessen. Auch Beeren sind gerade reif und sammelbereit (in riesigen Mengen, die wachsen echt überall hier). Vor allem Blau- und Preiselbeeren, teilweise aber auch Himbeeren.

  • Check mal die Anwedung "ANKI" ab.Du kannst das ganze als Programm auf dem Computer, dem Handy und im Browser nutzen. Ein Karteikartenprogramm das sich sehr einfach zwischen den verschiedenen Ebenen (Handy, Browser, Computer) synchronisieren lässt.
    Praktischerweise kann man dort u.a. auch Fotos einfügen. Wenn du noch weitere Fragen dazu hast, kannst du mir auch einfach per PM schreiben :blush: .

    Cool, danke

  • Wir können einziehen!
    Anfang der vergangenen Woche haben wir das okay von der Regionalverwaltung bekommen, dass wir unseren Erwerb tätigen dürfen. Am Freitag war anschließend der letzte Termin mit dem Makler und den Vorbesitzern, die Schlüsselübergabe, und jetzt sind wir offiziell die Besitzer. Es war hilfreich, mit den Vorbesitzern, einem sehr bodenständigen älteren Ehepaar, noch einmal auf das Grundstück zu können, um die Details der Anschlüsse usw. anzuschauen. Er ist auch ein guter Ansprechpartner für alle Fragen bezüglich Jagd, weil er selbst Prüfer in einem der beiden schwedischen Jagdverbände ist.

    Bevor wir wussten, dass wir jetzt einziehen können, hatten wir schon eine Unterkunft ganz in der Nähe gebucht, in der wir jetzt noch bis morgen sind. Von hier aus organisieren wir jetzt, was ansteht. Die ersten 10kg Rindfleisch sind gekauft (diese Reko-Ringe funktionieren hervorragend, wirklich gute Produkte und reibungslose Abwicklung). Heute werden wir noch in die Regionalhauptstadt Karlstad fahren, um einige Dinge zu kaufen und ins Kino zu gehen. Es ist äußerst praktisch, dass die meisten Geschäfte hier auch am Sonntag geöffnet haben. Die größeren Supermärkte haben tägliche Öffnungszeiten bis teilweise 23 Uhr (meist aber 22 Uhr).

    Ab morgen werden dann noch so Sachen wie Stromanbieter kontaktieren, Versicherung abschließen und so weiter erledigt, und wir werden uns ausbreiten in der neuen Heimat.

    Ein Gym haben wir inzwischen auch schon gefunden. Streng genommen ist das eine ehemalige Lagerhalle in einem Gewerbegebiet, mit einer Mischung aus alten und neuen Geräten und mit vielen Racks und Gewichten. Schwedens Strongman-Meister trainiert dort wohl auch, und das Trainingsniveau ist glaube ich insgesamt nicht schlecht. Eleiko Scheiben und Bars, viele alternative Bars, ein Rogue Rack. Das Publikum ist eine bunte Mischung zwischen schwarz und weiß, jung und alt, Frauen und Männern. Normalerweise kostet die Jahresmitgliedschaft ungefähr 200€. Fürs erste Jahr zahlen wir aber nur 100€ pro Person, der Chef war einfach so nett, dass er das gemacht hat. Das kann einem in Schweden einfach mal passieren. Gar nicht unbedingt, weil hier alle gute Menschen sind, aber man bekommt schon mal nen Kaffee geschenkt oder so etwas. Oft kam es auch schon vor, dass wir in Studios, in denen wir auf Reise eine Tageskarte lösen wollten, umsonst trainieren durften.


    Rudern auf dem See bei der jetzigen Unterkunft


    Sonnenuntergang von der oberen unserer Hütten


    Elche ums Eck von unserem Grundstück


    Nicht schwer, sich vorzustellen, dass es viele Elch-Unfälle in Schweden gibt...

  • Schweden sieht traumhaft aus. Ich möchte mit meiner Frau nächstes Jahr ein paar Wochen Urlaub dort machen :)

    Sofern Du das hier veröffentlichen willst: Mich würde mal interessieren wie viel Startkapital man für eine Auswanderung nach Schweden benötigt und wie teuer dort so ein schönes Häusschen ist?

  • @Daniel schrieb:
    Schweden sieht traumhaft aus. Ich möchte mit meiner Frau nächstes Jahr ein paar Wochen Urlaub dort machen :)

    Sofern Du das hier veröffentlichen willst: Mich würde mal interessieren wie viel Startkapital man für eine Auswanderung nach Schweden benötigt und wie teuer dort so ein schönes Häusschen ist?

    Für Immobilien kann man sich ein ganz gutes Bild bei hemnet.se machen. Das ist eine Website für den Immobilienverkauf, auf der das Meiste angeboten wird.
    Wenn du ländlich wohnen willst, kannst du ein Haus in gutem Zustand mit ein paar tausend qm dabei für um die 100.000€ - 200.000€ bekommen. Hängt immer vom Zustand, deinem Willen, selbst daran noch zu arbeiten, und auch von der Bietersituation ab. Häuser werden hier immer versteigert, und wenn man Pech hat, wird es dann deutlich teurer, als Anfangs aufgerufen war. Manchmal wird es aber auch etwas günstiger, wenn man den Aufrufpreis unterbietet und der einzige Interessent bleibt.
    Je näher du an große Städte kommst, umso kleiner werden die Grundstücke und unso teurer Immobilien. In Stockholm/Göteborg ist ein Preisniveau wie in deutschen Großstädten.
    Wir haben für unsere Hütten mit 7 Hektar etwas mehr als umgerechnet 65.000€ bezahlt.
    Die sonstigen Lebenshaltungskosten sind etwa wie in D. Manches ist erwas günstiger, manches etwas teurer.


  • Bald mal wieder ein längeres Update.
    Heute haben wir unseren Holz-Herd zum ersten Mal angeworfen - richtig cool.

  • bearbeitet 17. September

    Inzwischen leben wir seit 10 Tagen auf unserem eigenen Grundstück und in unseren drei Hütten. Die organisatorischen Dinge (Mülltonne bestellen, Briefkasten installieren usw) sind größtenteils erledigt. Nur mit dem Internet haben wir etwas Pech. Wir liegen in einem kleinen Funkloch, auf der anderen Straßenseite ist das Internet prima. Das heißt, hier auf dem Grundstück schlechtes mobiles Internet. Wir werden probieren, wie es mit einem LTE Router klappt. Ansonsten besteht immer noch die Option, sich einen eigenen Glasfaseranschluss von der Straße zur Hütte legen zu lassen. Schweden ist inzwischen fast überall, auch in den sehr ländlichen Regionen, mit Glasfaser erschlossen, zumindest an den größeren Straßen. Die letzten Meter zahlt man aber selbst. Mehr oder weniger unabhängig davon, wie weit es dann zum gewünschten Anschlusspunkt ist, zahlt man umgerechnet etwa 2500€, dann rückt die zuständige Firma an und legt den eigenen Anschluss. Das wäre also immer noch eine Option, die wir im Hinterkopf haben.

    Unsere Abende sind ruhig. Wir sind hier unweigerlich mehr an der frischen Luft als gewohnt und sind recht früh müde – abends fällt die fehlende Bildschirmunterhaltung nicht unangenehm ins Gewicht. Wir machen was zu essen (ab jetzt wann immer möglich nur noch am Holzofen, kocht sich richtig gut und heizt nebenbei gut ein) und spielen dann was oder sitzen einfach da. Insgesamt ist die Ruhe natürlich ungemein größer, als in der Stadt – das ist keine Überraschung. Die Straße vor dem Grundstück ist zwar (nicht stark) befahren, aber das stört nicht. Ich schlafe hervorragend. Noch nie in meinem Leben habe ich ohne Nachbarn gewohnt. Das macht schon einen großen Unterschied. Ich bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Er hätte ruhig früher kommen können. Die Natur, die Weite und Ruhe, der Sternenhimmel in der Nacht, die Sonnenuntergänge abends, das weidende Wild, was wir fast täglich gegenüber auf den Feldern sehen können, das Sein nahe der Natur – all das erdet ungemein. Ich selber kann von mir zumindest sagen, dass es mich unmittelbar geordnet hat, dass ich eine ganz andere Ruhe und Klarheit im Kopf habe, als das in der Großstadt der Fall war. Es überrascht mich in der Theorie nicht, aber in der Praxis ist es doch so stark fühlbar, dass ich mich frage, was ich jemals in der Stadt getan habe.

    Der Umzug hierher war auch eine Wahl der kontrollierten Unbequemlichkeit. Eigentlich war das, was wir jetzt haben (eine kleine Hütte, jetzt sind es drei, mit Jagdrecht) der zweite Schritt, der erste wäre ein normales Haus gewesen. Nun schauen wir, wie es über den Winter wird, und entscheiden dann im nächsten Jahr, ob wir etwas weiteres hier bauen, etwas kaufen oder was auch immer. Eine Hütte, die mit Küche und Holzofen, ist ganz gut isoliert und wird im Winter immer warm sein. Die beiden anderen werden wohl wirklich kalt werden, und wenn wir die normal warm haben wollen, wird es teuer (Elektroheizungen). Also wird es teilweise recht unbequem werden im Vergleich zum Wohnstandard, den wir kennen. Wir haben bisher auch die Regel, dass nur warm geduscht wird, wenn wir im Fitnessstudio sind. Das Wasser hier kommt aus dem eigenen Brunnen aus 80m Tiefe und ist wirklich kalt.

    Das Studio habe ich übrigens inzwischen ins Herz geschlossen. Coole Mischung aus Leuten (Strongmen, Freizeitsportler, Bodybuilder), mittags immer angenehm leer, es läuft Classic Rock und vorn, wo man noch sitzen kann, liegen schwedische Bodybuilding-Zeitschriften der 80er und 90er aus. Da muss ich mal Bilder machen, ein Highlight jagt das andere. Aber interessant auch: damals gabs genau das, was es heute gibt: Rezepte für gesunde Muffins, Supplements (Eiweißpulver, Aminos, Arginin usw)… nur die Kleidung war um ein vielfaches schöner :-D
    Insgesamt werden wir hier freundlich und offen aufgenommen. Die meisten Leute sind doch sehr positiv überrascht, dass wir hier permanent wohnen und nicht nur ein Ferienhaus haben (das kennt man hier von Deutschen, Holländern und Norwegern). Die Leute sind normal und bodenständig. Die Nachbarin 150 Meter in die eine Richtung ist bio-Bäckerin und backt mit Sauerteig. Das ist zwar nichts für immer, aber das Zeug was sie backt ist hervorragend. Ihr Vater ist Bauer und mäht auch unseren Rasen hier. Anfang Oktober können wir bei der Elchjagd als Treiber mitmachen – dazu später mehr. Jetzt mache ich mich auf den Weg ins Studio.

  • Weiterhin schön & inspirierend über euer neues Leben in Schweden zu lesen :)

  • @Daniel schrieb:
    Weiterhin schön & inspirierend über euer neues Leben in Schweden zu lesen :)

    Danke!

  • Inzwischen ist mein Gewicht wieder unter 78kg angekommen, mühelos. Ich bin insgesamt recht aktiv, trainiere drei Tage hintereinander und nehme dann einen Ruhetag.
    Meine Ernährung ist recht simpel in der Basis: Fastenbrechen mit einem Shake (Milch, Whey, Creatin, meistens direkt nach dem Training), zweite Mahlzeit entweder was mit Eiern oder Rest vom Vortag (heute Kürbissuppe mit Pute), Abends dann Gemüse mit Protein, meistens Rinderhack, Geflügel, Fisch, Hühnerherzen im Wechsel. Zusätzlich Obst wenn da, ab und zu nen Snack (zur Fika z.B.).
    Das Kochen reduziert sich, seit der Holzofen in Betrieb ist, vor allem auf alles, was in einem Topf oder einer Pfanne gemacht werden kann.

Anmelden oder Registrieren, um zu kommentieren.