Winterblues

Die Tage werden kürzer, mit "normalen" Arbeitszeiten kommt man kaum noch bei Tageslicht an die frische Luft, das Wetter ist oft eher grau und auch die Stimmung wird etwas dunkler.
Kennt ihr das? Den Winterblues? Wie geht ihr damit um?

Bei mir ist es so, dass ich zwar nicht depressiv werde, aber doch eindeutig spüre, wie ich weniger Motivation habe, abends sehr früh müde werde und ich lieber etwas ruhiges mache. Auch Medienkonsum ist dann höher, schaue gern mal einen Film, was ich im Sommer eigentlich nie mache. Ich schreibe Texte bei Kerzenlicht, sitze einfach ohne etwas zu tun vor dem Kamin und gehe teils um 8 ins Bett.
An sich finde ich das gar nicht so schlimm. Irgendwie ist ja der Winter auch ein bisschen Zeit der Innenschau und der Introvertiertheit, der Ruhe.
Andererseits möchte man auch nicht den ganzen Tag so rumdödeln.
Ich nehme in den Wintermonaten Lebertran, aber kein Vitamin D extra oder sowas. Ich mache tendenziell eher Kraftsport und keine oder kaum Ausdauertraining. Gebe mir die Ruhe, weil ich denke das passt in die Zeit. Tagsüber schaue ich aber, dass ich mein Zeug erledigt bekomme, am Wochenende schaue ich, dass ich viel Zeit draußen verbringe.

Wie ist das bei euch? Spürt ihr etwas vom Winterblues und wenn ja, nehmt ihr es als Teil des Jahreskreises oder powert ihr weiter durch?

Kommentare

  • bearbeitet Dezember 2020

    Ich kenne das. Wobei mein Winterblues immer ein bisschen früher kommt. Er fängt meist gegen Mitte/Ende Oktober/Anfang November an, wenn die Uhr umgestellt wurde und Tage anfangen, kürzer zu werden. Dann habe ich ein großes Schlafbedürfnis, werde nostalgisch und hab manchmal allgemein keine Lust mehr zu sein. Dieses Jahr Ende Oktober habe ich mich in dem Zustand richtig mitreißen lassen und den ganzen Tag lang Corona-Nachrichten verfolgt. Das war die Woche, in der der "Wellenbrecher-Shutdown" (aka "Willenbrecher-Shutdown") beschlossen wurde und ich teilweise nicht richtig arbeiten konnte. Im Sommer wäre mir das in der Form nicht passiert.

    Der restliche Winter läuft dann meistens ganz gut, ist sogar neben dem Frühling eine der Zeiten, in denen ich am leistungsstärksten bin. Dann freue ich mich, wenn es früh dunkel wird, weil ich dann in Ruhe um 20 Uhr einschlafen kann. Wobei ich ja, anders als du, keine normalen Arbeitszeiten habe und z. B. mittags mal ein paar Stunden lang rausgehen kann, wenn es mal hell ist. Das können viele ja nicht.

    Ich sehe solche Winter-/Herbstblueszeiten als ganz normalen Teil meines Lebens an. Keinen schönen, aber einen, der einfach dazugehört. Ich denke, das ist Teil unseres biologischen Erbes, da können wir nichts gegen machen, das ist tief im Leben als Wirbeltier verankert.

  • Ich kenne das nicht. Nehme ganzjährig Vitamin D3/K2 und gehe regelmäßig nach draußen. Mittagspause ein paar Runden um den Block, laufen im Wald auch bei Abenddämmerung. Ab 21.12. werden die tage aber wieder länger und dies hält mich immer hoch. Ich habe schon lange meinen Frieden mit der dunklen Jahreszeit gemacht, mag es sogar im Regen und Kälte unterwegs zu sein. Nun sind die Winter auch nicht mehr so wie früher mit längeren Kälteperioden, viel Schnee und viel Regen im November. Bin aber auch im Winter -Dezember- geboren und vielleicht ist dies förderlich. Ich mag auch im Sommer die Hitze nicht so -außer auf einer Insel-. Ich laufe auch im Sommer nicht so gern in der prallen Sonne für längere Zeit. Ich glaube, dass es auch eine Typfrage ist (Sommer oder Wintertyp). Vielleicht einfach keine Gedanken machen, denn die 4 Jahreszeiten gehören zu unserem Leben und wie gesagt ab 21.12. geht es Lichtmäßig wieder aufwärts (Tag für Tag).
    Auch mal zur Ruhe kommen in einer konsumistischen/getrieben Gesellschaft tut auch mal gut und man sollte dies auch mal zulassen (früh ins Bett/lesen/meditieren..................).

  • Ich habe das mal mehr mal weniger. Wenn der Winter "beginnt", so ab Oktober / November fängt das bei mir auch langsam an, dass ich einfach spüre dass es Winter wird. Durch mein Studi-Dasein habe ich allerdings keine Probleme damit, nach draußen zu kommen und Tageslicht aufzuschnappen, was ich auch täglich tue. Finde aber auch ähnlich wie Leander die Kälte und das raue Wetter irgendwie toll und es zieht mich im Sommer wie im Winter nach draußen. Kann mich Tobias und Leander im Grunde nur anschließen, dass das eben dazugehört. Als Single früher erinnere ich mich jedoch daran, im Winter mal depressive Verstimmungen gehabt zu haben, wobei ich dafür prinzipiell auch keine Jahreszeiten benötige :D
    Mir tut es zusätzlich gut, dass es früher dunkel wird, denn früh ins Bett gehen fällt mir dann wesentlich leichter.

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