Fleisch fermentieren/marinieren

In nächster Zeit möchte ich gerne mehr rohes Fleisch in meine Ernährung integrieren. Grund hierfür sind Verdauungsprobleme bei flüssigem Fett, welche @Dogmeat in seinem life log (https://forum.me-improved.de/discussion/153/life-log-dogmeat-carnivore-diet-2-krafttraining-90-nur-rindfleisch/p2) erwähnt hat und welche ich auch bei mir feststellen konnte.

Nun ist rohes Fleisch schwer verdaulich und mein Vater jammert ab und an wegen Magenproblemen rum. Zum Teil wird er da selbst dran schuld sein, weil er einfach zu dämlich ist sein Essen ordentlich zu kauen. Allerdings spielt natürlich auch immer die Genetik eine Rolle. Dementsprechend wird es sich wohl für mich lohnen meinen Magen nicht zu überfordern.

Das Fermentieren stellt ja eine Möglichkeit dar, die Verdaulichkeit zu verbessern. Im Internet habe ich ein wenig recherchiert, zu Fleisch allerdings nichts wirklich etwas gefunden. Das Abhängen des Fleisches stellt ja bereits einen Fermentationsprozess dar. Bei Salami arbeitet man mit Starterkulturen und Zucker als Nahrungsgrundlage. Das war es dann aber auch schon, was ich konkret zu Fleisch fermentieren gefunden habe. Grundsätzlich erzeugt man bei der Fermentation ein günstiges Millieu für die Bakterien, welche sich durchsetzen sollen. Ein saures Millieu ist dabei günstig sowie ein gewisser Prozentsatz an Salz (ca 20%).

Einige hier haben bereits Fleisch fermentiert. Wo habt ihr eure Informationen her? Wie geht ihr vor und welches Fleisch nutzt ihr (Art und Quelle)? Habt ihr auch rohes mariniertes Fleisch gegessen? Falls ja, ist es bzgl der Verdaulichkeit mit fermentiertem Fleisch vergleichbar? Wie seht ihr die Gefahr wegen Salmonellen und anderen Bakterien, die man nicht zu sich nehmen sollte?

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Kommentare

  • @Alex schrieb:

    ...
    Das Fermentieren stellt ja eine Möglichkeit dar, die Verdaulichkeit zu verbessern. Im Internet habe ich ein wenig recherchiert, zu Fleisch allerdings nichts wirklich etwas gefunden. Das Abhängen des Fleisches stellt ja bereits einen Fermentationsprozess dar. Bei Salami arbeitet man mit Starterkulturen und Zucker als Nahrungsgrundlage. Das war es dann aber auch schon, was ich konkret zu Fleisch fermentieren gefunden habe. Grundsätzlich erzeugt man bei der Fermentation ein günstiges Millieu für die Bakterien, welche sich durchsetzen sollen. Ein saures Millieu ist dabei günstig sowie ein gewisser Prozentsatz an Salz (ca 20%).

    Beim Sauerkraut arbeite ich mit 2-3% Salz. Ist ja auch eine Fermentation...

  • bearbeitet 1. September

    Also rohes Fleisch ist wohl das einfachste zu verdauenede Lebensmittel das es gibt für carnivore Tiere (Menschen gehören dazu).
    Unsere Magensäure hat nen ph-Wert von 1 und ist damit perfekt für das Zersetzen von tierischem Gewebe geeignet.
    Vorausgesetzt man nimmt keine Säureblocker und hat einen funktionierenden menschlichen Körper.

    Hier ein Experiment von einem Russen:

    '' A Russian scientist, Alexander Ugolev, did an experiment with 2 frogs — one cooked and one raw.

    He then placed each into a cup that was filled with a carnivore's stomach acid, HCl.

    The raw frog completely dissolved.
    The pre-cooked frog remained mostly intact with only moderate changes to its surface.

    The reason is that the cells in the raw frog underwent "autolysis" which means "self-destruction" when put in the HCl. All living cells do this when exposed to certain conditions. In the case of the raw frog, when the HCl invaded the cells it caused the release of enzymes that initiate autolysis and self-digestion.

    Combination of HCl + Frog's Natural Enzymes = Complete Digestion ''

    @fermentation

    Sauerkraut habe ich bisher komplett ohne Salz milchsauer fermentiert.

    Fleisch fermentieren ist schon was sehr spezielles. Vor 2 Wochen habe ich 2 Monat fermentierte Kalbsleber gegessen. Hat sehr stark nach Wein geschmeckt, wobei es eine starke Ammoniaknote hatte Geschmack ist extrem facettenreich. Ausgesehen hat es wie schonmal gegessen - also wie Scheiße. Aber nichts anderes ist es auch, Bakterien die das Essen vorverdaut haben.
    Die Frage ist, warum will/soll man das Essen? Soll extrem förderlich für den Darm sein, da man quasi pure Bakterien isst.

    Wie macht man es?
    Einfach qualitativ sehr hochwertiges Fleisch/Organe kaufen und in mundgerechte Stücke schneiden. In ein Vorratsglas reinwerfen (am besten sind die mit einem Gummiring) und in den Keller stellen. Manche empfehlen, alle paar Tage das Glas aufzumachen und etwas Luft reinzulassen. Scheinbar soll es auch ohne gehen.
    Hier ein Beispielvideo:

  • Das rohe Lebensmittel so gut zu verdauen sind halte ich für eine ziemlich steile These. Der Frosch löst sich ja wegen der fehlenden Enzyme nicht auf, und diese stellt der Körper selber her.

    Der Teil mit der Fermentation ist sehr interessant, wobei mir die Ammoniaknote irgendwie auch zu denken gibt. Wie war dein Körpergefühl, als du die fermentierte Leber gegessen hast?

    Mit "qualitativ sehr hochwertiges Fleisch" meinst du wahrscheinlich zum einen artgerechte Haltung und zum anderen möglichst frisches Fleisch. Ich muss mal schauen ob sich das für mich demnächst umsetzen lässt mit der Fermentation. Grundsätzlich interessiert es mich. Sobald ich es getestet habe, schreibe ich nochmal meine Erfahrungen hier rein. Auch bezüglich rohes Fleisch und mariniertes, wenn es sich ergibt.

  • bearbeitet 8. September

    Das Körpergefühl beim Essen des fermentierten Fleisches ist vergleichbar mit meinem Zungenkuss (meiner Meinung nach :# ). Man wird extrem euphorisch, da man wahrscheinlich so viele verschiedenen Bakterien auf einmal aufnimmt. Es wird ja auch high meat genannt, weil man davon ''high'' werden kann. Nordische Ureinwohner (Eskimos, Nenet etc.) hatten ihren Schlittenhunden High Meat gegeben, falls sie erschöpft waren, aber noch etwas durchhalten mussten. Fermentierter Haifisch ist ne Delikatesse aus dem Wikinger Zeitalter und kostet heute Geld ohne Ende. Wahrscheinlich hat jedes Volk/Kultur ihre eigene Form von fermentiertem Fleisch.

    @Alex schrieb:
    Das rohe Lebensmittel so gut zu verdauen sind halte ich für eine ziemlich steile These. Der Frosch löst sich ja wegen der fehlenden Enzyme nicht auf, und diese stellt der Körper selber her.

    Und damit hast du dir die Frage selbst beantwortet, warum rohes Fleisch das wohl am leichtesten zu verdauende Lebensmittel ist. Alle Enzyme sind intakt und es wird quasi von alleine verdaut. Beim Kochen werden Diese zerstört und der Körper muss selbst Enzyme bereitstellen um diese herzustellen - wie du ja bereits geschrieben hast. Enzyme kommen aber nicht aus dem nichts - ergo ist es ein Mehraufwand aus durchgekochtem Fleisch Nährstoffe zu gewinnen. Abgesehen davon, werden beim Kochen ja offenstlich Nährstoffe zerstört, das hat das Kochen mit Feuer so an sich. ''Vorverdaut'' wird beim Kochen von Fleisch gar nichts und ich habe keine Ahnung wo diese These überhaupt herkommen soll bzw. warum wir so aufwachsen, das zu glauben. Das ergibt rein logisch einfach keinen Sinn bei einem Lebensmittel, das im rohen Zustand schon perfekt verdaut wird.
    Ich rede nicht von rohem Gemüse/Vegetation, das zu verdauen kannst du als Mensch nahezu vergessen und da macht Kochen ja tatsächlich Sinn, da man Abwehrstoffe in Pflanzen quasi deaktiviert und netto dann wenigstens etwas verdauen kann. Bei Fleisch zieht das dann allerdings nicht, das wird netto weniger bioverfügbar für den menschlichen Organismus gemacht.

    Mir ist bewusst, dass das im Mainstream eine ''steile These'' sein mag, aber wenn man ausblendet, was man in der westlichen Welt eingetrichtert bekommt und logisch mit gesundem Menschenverstand an die Sache rangeht, dann macht Fleisch kochen nicht wirklich Sinn. Es hat natürlich seinen Platz - keine Frage. Dehydrieren von Fleisch macht es fast endlos haltbar. Ein Eintopf in dem Fleisch drin ist, kann man gut mitnehmen (zudem wird hier wenigstens ein Teil der weggekochten Nährstoffe in das Wasser abgegeben, dass man ja mit konsumiert).
    Urvölker haben erst begonnen ihr Fleisch zu kochen/braten, als der Besser-Wisser westliche Mensch Kessel und Kochutensilien eingeführt hat. Kochen kann natürlich Aromen entfalten und dem Essen eine andere Geschmacksnote verleihen, jedoch hat Geschmack nichts mit Gesundheit/Verdaulichkeit/Nährstoffverfügbarkeit zu tun. Ich bin zum Beispiel ein Fan vom Geschmack der Blausäure in Marzipan, Blausäure ist allerdings giftig.
    Rohes Fleisch schmeckt relativ neutral. Tartar und generell fast alle Stücke vom Rind haben eine Umami Note und erinnern teilweise sehr an Ketchup/fleischige Tomaten.
    Ich will niemadem sagen, er soll sein Fleisch roh essen, aber ich bin einfach gegen Falschaussagen wie ''Fleisch kochen macht es verdaulicher'', was man eben widerlegen kann.

  • Ich will niemadem sagen, er soll sein Fleisch roh essen, aber ich bin einfach gegen Falschaussagen wie ''Fleisch kochen macht es verdaulicher'', was man eben widerlegen kann.

    Dann mach es doch gerne. Bin gespannt auf die Quellen.

  • @Sascha schrieb:

    ''Fleisch kochen macht es verdaulicher'', was man eben widerlegen kann.

    Dann mach es doch gerne. Bin gespannt auf die Quellen.

    Hab doch oben drüber nen kleinen Text geschrieben. Das Experiment von dem Russen ist auch offensichtlich. Rohes Fleisch ist ''self destrucitve'' weil alle Enzyme intakt sind.
    Quelle: Gesunder Menschenverstand /common sense zählt nicht?

    Was genau willst du als Quellen denn haben? Studien? Es gibt welche. Bei einer wurden Leuten mit künstlichem Darmausgang rohes Fleisch gegeben und geschaut, wie viel ''waste product''/Scheiße produziert wurde, was bei rohem Fleisch am wenigstens war.

    Es macht einfach keinen Sinn Fleisch mit Hitze/Feuer zu denaturieren um es verdaulicher zu machen. Feuer ist destruktiv.

    Aber oben im Text habe ich eigentlich schon einige Gründe genannt.

    Andere Gründe wären, wie der Mensch als Organsimus funktioniert mit Magensäure, Darmlänge etc.
    Aber schreib mal, worauf du hinaus willst.

    Gründe pro ''Fleisch kochen macht es verdaulicher'' würde ich auch gerne hören. Sinn macht es nämlich keinen. Siehe mein Text oben.

  • Ich stelle einfach mal Gegenfragen. Ich will kein Katz- und Mausspiel machen. Es gibt nur keine andere (gute) Möglichkeit den Denkensfehler aufzuzeigen, die sich bewährt hat und ich kenne.

    1. Bleiben diese Enzyme (die selbst wiederum selbst Proteine sind) intakt, wenn sie mit dem Verdauungsapparat des Menschen intakt kommen?
    2. Was sind die denaturierenden Enzyme, die in Fleisch bestehen?
    3. Wenn Fleisch nicht im lebenden Organismus denaturiert, gibt es ausgleichende Prozesse. Dass alle Enzyme intakt sind, kann ja schon mal nicht stimmen, sonst würde einem ja das Fleisch von den Knochen faulen. Warum sollten die denaturierenden Enzyme länger intakt bleiben, als diejenigen, die für die Stabilität des Organismus sind?
  • bearbeitet 28. September

    @Sascha schrieb:
    Ich stelle einfach mal Gegenfragen. Ich will kein Katz- und Mausspiel machen. Es gibt nur keine andere (gute) Möglichkeit den Denkensfehler aufzuzeigen, die sich bewährt hat und ich kenne.

    1. Bleiben diese Enzyme (die selbst wiederum selbst Proteine sind) intakt, wenn sie mit dem Verdauungsapparat des Menschen intakt kommen?
    2. Was sind die denaturierenden Enzyme, die in Fleisch bestehen?
    3. Wenn Fleisch nicht im lebenden Organismus denaturiert, gibt es ausgleichende Prozesse. Dass alle Enzyme intakt sind, kann ja schon mal nicht stimmen, sonst würde einem ja das Fleisch von den Knochen faulen. Warum sollten die denaturierenden Enzyme länger intakt bleiben, als diejenigen, die für die Stabilität des Organismus sind?
    1. Weiß wahrscheinlich (noch) niemand 100%. Fakt ist aber, das rohes Fleisch von der Magensäure einheitlich zersetzt wird und gekochtes Fleisch nicht.
    2. Meinst du advanced glycation end products? Gekochtes Fleisch wird einfach zu einem gewissen %Satz nicht verdaut. Thats it. Je nach dem wie viel du es kochst/braten tust wird immer weniger verdaut, weil es tot ist. Und irgendwann haste Kohle produziert, das kannste dann essen wenn du willst und sehen was davon verdaut wirst. Du zerstörst das Fleisch nur weniger wenn du es weniger stark kochst. Wenn du es nicht kochst, wird es perfekt verdaut.
    3. Du hängst dich am Wort denaturiert auf. Ich wollte einfach darauf hinaus, dass das Kochen von Fleisch keinen Sinn ergibt zwecks Verdaulichkeit und Nährstoffverfügbarkeit. Das war die Grundlegende These die diskutiert wurde. Und diese These ist einfach völlig haltlos, dass das Kochen von Fleisch die Verdaulichkeit fördern soll. Das ist falsch.

    Ich weiß, dass du Philosophie studiert hast und alles auf eine bestimmte Art und Weise angehen willst. Aber man muss nicht alles so angehen, wenn es um sowas simples wie diskutiertes Thema ist.
    Warum wird rohes Fleisch besser verdaut als gekochtes? Die Wissenschaft wird vermutlich niemand 100% wissen, vielleicht auch niemals wissen. Der menschliche Körper ist einfach zu komplex und es wäre arrogant zu behaupten, man würde alles verstehen.
    Die biohacking Szene ist deswegen auch so dämlich in meinen Augen, weil sie den menschlichen Körper als bloße Maschine sehen, die man ''hacken'' kann indem man Pülverchen benutzt, über dessen Konsquenzen man keine Ahnung hat. Auch wenn die es gerne behaupten, weil diese und jene Studie das sagt.

    Also bevor wir in irgendwelche metaebenen abdriften und die gestellte Frage mit tiefgreifenden Gegenfragen beantworten wollen/versuchen zu beantworten, sollte man es einfach bei common sense belassen. Es geht hier nicht um eine extenzielle Frage die man philosophisch angehen muss. Es geht um ein rohes Stück Fleisch.

    Die These war:
    Gekochtest Fleisch ist verdaulicher.

    Und die These ist mit großer Wahrscheinlichkeit mumpitz.
    Wenn ich als Kind lerne, das 2+2 = 5 ist und ich in einem Land lebe, dass das akzeptiert, ist es noch nicht wahr. Vielleicht stelle ich im Laufe des Lebens fest, dass 2+2 = 4.

    Habe das Gefühl , dass ich dir die Bedeutung der Zahl definieren muss und erklären soll, was Zahlen sind, damit ich die These 2+2=4 belegen kann und warum 2+2=5 falsch ist.
    Aber mir ist das zu blöd, da man durch common sense auf 2+2=4 kommt.
    Mir ist die Zeit zu Schade dafür.

    Wenn ihr glaubt, das gekochtes Fleisch verdaulicher ist, dann glaubt das. Hat aber kein Fundament. Das Gegenteil ist wahrscheinlicher.

    Einfacher Test wäre:
    Kauft euch 500g Tartar und esst es und schaut wie euer sich fühlt. Seid ihr agil? Fühlt ihr euch schwerfällig?
    Dann kauft euch 500g Tartar und kocht es. Fühlt euer Körper sich besser oder schlechter?

  • fleisch fermentieren kann richtig schiefgehen und tödlich enden. gart euer fleisch doch einfach, schmeckt doch auch viel besser. und das fett aus dem fleisch wird so oder so flüssig egal ob ihr das fleisch gart oder nicht, weil gesättigtes fett bei körpertemperatur flüssig wird. die ursache muss woanders liegen (vlt proteinshakes?)

  • die proteine werden am ende denaturiert ob du es willst oder nicht. durch kochen erfolgt dies durch die hitze, bei rohem fleisch müssen die körpereigenen enzyme des machen. warum sollte jetzt das rohe fleisch verdaulicher sein? dogmeat komm auf den punkt.

  • @Tim schau dir doch mal dieses Video am

  • bearbeitet 12. September

    @Tim schrieb:
    die proteine werden am ende denaturiert ob du es willst oder nicht. durch kochen erfolgt dies durch die hitze, bei rohem fleisch müssen die körpereigenen enzyme des machen. warum sollte jetzt das rohe fleisch verdaulicher sein? dogmeat komm auf den punkt.

    Keine Ahnung wo ich hier überhaupt anfangen soll. Einfach nochmal lesen, was ich oben geschrieben habe. (edit wegen unangemessem Ton)
    Antworten werde ich darauf nicht, weil ich alles bereits oben beantwortet habe, was du hier wieder aus dem nichts in den Raum wirfst.

    Vielleicht sprechen Bilder mehr als Worte. Ah ne moment, das sind ja unzivilisierte Urvölker. Wir müssen denen erst noch zeigen wie die natürliche menschliche Ernährung aussieht.

  • @Dogmeat Meine Antwort kommt noch, aber "Deine Antwort ist purer Käse" läuft hier nicht. Mäßige deinen Ton.

  • bearbeitet 12. September

    Habs mal rauseditiert.

    Bin gespannt was du antwortest. Nach allem was in den letzten 10 Monaten gelesen habe, von Leuten im echten Leben erfahren habe und an mir selbst beobachten konnte, spricht alles nämlich dafür, das Fleisch zum rohverzehr vorgesehen ist.
    Das Fleisch gekocht werden sollte, weil es ''besser'' sein soll, besitzt nämlich kein Fundament und ich habe nichts wirklich gefunden was dafür spricht. Wird einfach so akzeptiert.

  • @persönlichkeit schrieb:
    @Tim schau dir doch mal dieses Video am

    Danke für das Video. Wenn wir schon bei Videos sind - das hier ist auch witzig

    'you are mentally ill if you don't eat raw meat'

    https://youtube.com/watch?v=uRRdexcWO9Y

    Aber ich glaube, wenn man sv3rige postet, hat man gegen ''normale'' Leute schon verloren. Fand den Typ damals auch wahnsinnig und mittlerweile finde ich ihn ''gut''

  • Einfacher Test wäre:
    Kauft euch 500g Tartar und esst es und schaut wie euer sich fühlt. Seid ihr agil? Fühlt ihr euch schwerfällig?
    Dann kauft euch 500g Tartar und kocht es. Fühlt euer Körper sich besser oder schlechter?

    Ich habe das mal mit 500g Hackepeter gemacht. Roh lag es schwer im Magen und die Magenverweildauer war wesentlich länger.

    Bezüglich der Fermentation im Glas scheinen alle keine Ahnung zu haben, was sie sich da für Bakterienstämme züchten. Es funktioniert zwar offensichtlich aber ich starte keine Versuche, wenn ich nicht weiß, was ich da genau treibe.

  • bearbeitet 27. September

    @Alex schrieb:

    Einfacher Test wäre:
    Kauft euch 500g Tartar und esst es und schaut wie euer sich fühlt. Seid ihr agil? Fühlt ihr euch schwerfällig?
    Dann kauft euch 500g Tartar und kocht es. Fühlt euer Körper sich besser oder schlechter?

    Ich habe das mal mit 500g Hackepeter gemacht. Roh lag es schwer im Magen und die Magenverweildauer war wesentlich länger.

    Bezüglich der Fermentation im Glas scheinen alle keine Ahnung zu haben, was sie sich da für Bakterienstämme züchten. Es funktioniert zwar offensichtlich aber ich starte keine Versuche, wenn ich nicht weiß, was ich da genau treibe.

    Mit Hackepeter meinst du Mett nehme ich an? Das ist angemacht, meistens mit Zwiebelpulver etc. Wenn es ausm Supermartk war ist es auch nochmal ne andere Hausnummer als vom Metzger. Abgesehen davon halte ich nicht viel von Schweinefleisch, da es fast unmöglich ist an qualitatives Schweinefleisch zu kommen. Werden fast immer behandelt wie scheiße. Sowas wird nicht unterstützt. Fettgehalt und Fettsäureprofil von Schwein ist auch deutlich anders als das von Wiederkäuern die Gras essen., was die Verdauung auch beeinflusst.

    Am Ende bin ich eh meine eigene Studie. Rohes Fleisch ist für mich gebratenem Fleisch in jeder Hinsicht überlegen. Wobei ich eigentlich nur Wiederkäuer Fleisch roh esse, da man da relativ einfach an gute Qualität kommt.

    '' wenn ich nicht weiß, was ich da genau treibe.''
    Lustig das du das schreibst. Da viele sich Riegel mit irgendwelchen Zusätzen reinziehen , Supps reinzimmern und generell Zeug essen was in irgendwelchen Fabriken hergestellt worden ist oder sogar bereitwillig Medikamente nehmen. Richtig verqueres Denken in meiner Welt. Alles ne Frage der Perspektive.

    Abgesehen davon ist es akzeptiert, dass Naturprodukte die ''gereift'' werden am Ende nie identisch rauskommen. Das ist ja das coole. Wein, Käse aber eben auch Fleisch. Der Geschmack von solchen Produkten ist immer extrem facettenreich aufgrund des Reifungsprozesses der - wenn tradiotionell produziert - eben nie gleich sein kann.

    Esse lieber Dinge die in der Natur exisiteren und lebe ''gefährlich''.Habe mich noch nie besser gefühlt.

  • bearbeitet 28. September

    @Dogmeat Gib mir bitte den Link zu dem Experiment des Russen.

  • Das Experiment habe ich von hier:

    und hier:

    https://www.kevinstock.io/health/high-protein-diets/

    Hier wird das Experiment zitiert:

    https://rawdiets.wordpress.com/raw-food-is-self-destructive/

    Das ist der Russe der das Experiment durchgeführt hat:

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8367998/

    An die Studie an sich wird man wahrscheinlich schwer kommen. Der Typ ist 1991 gestorben, kein Plan wie man an das echte Paper kommt. Ist immerhin ein extrem nischiges Thema.

    Das Fazit von Kevin Stock finde ich aber passend und greift hier niemanden in seinen Essgewohnheiten an. Am Ende muss man es eben selbst testen (wenn man es überhaupt möchte :) )

    Raw vs Cooked Recommendations

    _Unfortunately there is not a substantial body of evidence to guide us in many of these raw vs cooked decisions.

    There are studies that show that cooking can actually increase bioavailability, and there are studies that show that cooking can destroy enzymes and inactivate vitamins.

    There are some people who swear by and thrive on eating just raw meat. They often note that it wasn’t until they went raw did they achieve complete remission of health issues. They commonly report that eating raw meat reduces the body’s digestive load and thereby makes them feel lighter, improves their energy, and they experience a feeling of true satiation and nourishment.

    But these case reports are anecdotal and limited in number._

  • Also ich habe es jetzt nochmal mit 500g rohem Rinderhack gemacht und es fühlte sich tatsächlich normal an. Der talgige Geschmack des Fetts hat mich zuerst ein wenig gestört, aber mit Salz und Pfeffer fand ich es lecker. Das hat mich jetzt doch überrascht.

    @Dogmeat Deine Argumentation bzgl. des zweiten Teils verstehe ich nicht. Warum ist es lustig, dass ich das schreibe, weil andere sich stark verarbeitetes Essen reinziehen? Käse und Co kann man auch nicht mit High Meat vergleichen, da bei diesen entweder gewissen Kulturen zugesetzt oder Bedingungen geschaffen werden, unter denen sich gewisse Bakterien durchsetzen. Schließlich gibt es auch pathogene Keime. Beim High Meat wird anscheinend überhaupt nicht selektiert.

  • @Alex
    Mir ging es weniger darum, dass du persönlich jenes schriebst, sondern eher, dass die Aussage generell getroffen wird - nicht nur von dir.

    Ich stelle mittlerweile alles was man meint über Ernährung und Körperphysiologie zu wissen in Frage. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich High Meat gegessen habe, dabei nicht gestorben bin und mich sogar gut davon gefühlt habe. Auch hätte ich nie im Leben gedacht ROHES Fleisch zu essen. Aber die Entwicklung dorthin war sehr instinktiv, was mich sehr erstaunt hat.
    Wer weiß schon wie genau zum Beispiel Süßstoffe auf den Körper wirken? Oder isolierte Vitamine in Pulverform? Niemand. Oder wer behauptet er wisse es zu 100% lügt. Gott weiß es vielliecht. Aber nicht irgendein ''Wissenschaftler'' der schon im Aufbau seiner Experimente z.B. falsche Messinstrumente verwendet. Ich finde echte Wissenschaft cool, aber das wird doch kaum noch ernsthaft gemacht heutzutage. Deswegen experimentiere ich eben selbst mit und an mir rum, da kann ich wohl bessere Schlüsse ziehen.

    Die Grundvoraussetzung für High Meat ist, dass es von einem gesunden Tier kommt. Keine Medikamente, artgerechte Ernährung, artgerechte Haltung. Dann sollte eigentlich nichts ''schief'' gehen. ''Pathogene Keime'' würden wahrscheinlich entstehen, wenn noch Spülmittelreste im Glas waren oder es von einem kranken Tier kommt.

    Aber zu Bakterien, Viren etc stehe ich aktuell eh wahrscheinlich mit beiden Beinen in der Verschwörungstheoretiker Ecke.

    Und das man Käse per se nicht mit High Meat vergleichen kann - ja, da haste Recht. Sind aber eh nur überspitzte Memes (sind Memes grundsätzlich überspitzt?)

  • @Dogmeat

    Das hier: https://rawdiets.wordpress.com/raw-food-is-self-destructive/ ist keine belastbare Quelle.

    Das, was du schreibst, ist ein Durcheinander aus Hilfserklärungen und Dingen, die du gelesen hast. Beispiel:

    ''Pathogene Keime'' würden wahrscheinlich entstehen, wenn noch Spülmittelreste im Glas waren oder es von einem kranken Tier kommt.

    Das ist genau die Weise, in der radikale Veganer sprechen. Infektionen sind eine der größten Gefahren in der freien Natur. Sowohl im rohen Fleisch als auch verrottetem Fleisch hast du eine Menge Gefahren für eine Infektion. Du isst doch auch kein Hühnchen roh, oder? Oder "raw" Wasser aus der Pfütze.

    Du kannst nicht einerseits Wissenschaft bezweifeln und anfechten, dann aber Begriffe wie Enzyme, Fettsäureprofil und Ähnliches benutzen. Entweder du verneinst Wissenschaft oder denkst wissenschaftlich. Wenn du aber dir nur das aussuchst, was mit deinen individuellen Erfahrungen vereinbar ist, denkst du nicht klar.

    Im längeren Artikel sind schon einige Fehler. Zum Beispiel behauptet er, dass die Vergrößerung des menschlichen Gehirns unabhängig vom Kochen ist. Dafür zitiert er einen Artikel. Es ist allerdings noch lange nicht gesichert, was genau für die Vergrößerung des menschlichen Gehirns verantwortlich war. Dahinter steckt eine riesige Debatte, die er umschifft. Und dann schreibt er:

    There is some evidence that the advent and subsequent use of fire for cooking enabled evolutionary adaptations.

    Du schreibst:

    Ich weiß, dass du Philosophie studiert hast und alles auf eine bestimmte Art und Weise angehen willst. Aber man muss nicht alles so angehen, wenn es um sowas simples wie diskutiertes Thema ist.

    Das hat nichts mit Philosophie zu tun. Es geht darum, klar und widerspruchsfrei zu denken und zu reden.

    Wenn du schreibst, dass du Rohfleisch-Ernährung probiert hast und damit wunderbar fährst, ist das 100%ig klar und korrekt. Aber darüber hinaus hast du nichts Belastbares.

    Dass die Leute diesen Russen überhaupt erwähnen, zeigt schon, dass sie wissenschaftlich null komma nix verstehen. Nicht, dass die immer falsch liegen, aber ohne einen korrekten Verweis auf eine Studie, die anscheinend nicht repliziert wurde (was angesichts des Experiments keine große Herausforderung wäre), das ist haarsträubend. Lass dich nicht von diesen Leuten an der Nase herumführen.

    Daher brauche ich für so etwas lange, weil es eben viel zu bedenken gibt. Viele Studien sind nur schwer oder schlecht zu gebrauchen (auch wenn sie der eigenen Meinung schmeicheln), die Argumente sind schlampig aufgebaut und man muss eben genau gucken, wie weit man überhaupt belegen kann.

    Auch in traditioneller Ernährung steckt enorm viel Wissen drin. Es wird eben nicht nur mit Wissenschaft gewonnen. Aber auch nicht mittels des gesunden Menschenverstandes. Dahinter stecken Jahrtausende und -zehntausende Experimente, deren Ausgang häufig auch im Tod endete.

    Ich will nicht darauf hinaus, dass du falsch liegst oder richtig. Vielmehr geht es um eine Weise des Denkens, die dazu führt, möglichst viele Fehler zu vermeiden. (was du vielleicht als "philosophisch" bezeichnen würdest)

  • bearbeitet 29. September

    @Sascha schrieb:
    @Dogmeat

    Das, was du schreibst, ist ein Durcheinander aus Hilfserklärungen und Dingen, die du gelesen hast. Beispiel:

    ''Pathogene Keime'' würden wahrscheinlich entstehen, wenn noch Spülmittelreste im Glas waren oder es von einem kranken Tier kommt.

    Das ist genau die Weise, in der radikale Veganer sprechen. Infektionen sind eine der größten Gefahren in der freien Natur. Sowohl im rohen Fleisch als auch verrottetem Fleisch hast du eine Menge Gefahren für eine Infektion. Du isst doch auch kein Hühnchen roh, oder? Oder "raw" Wasser aus der Pfütze.

    Als rohes Hühnchen kann man roh essen - soll an Sashimi erinnern. Leider werden die Viecher wie scheiße behandelt und sind meistens abartig krank und haben nichts mit einem Wildlebendem Huhn zu tun. Kenne einige die regelmäßig rohes Huhn essen. Hatte bisher kein Interesse an Huhn, da man für hochwertiges Huhn mehr Geld zahlen muss, als für Rindfleisch. Btw ist ''Industriehuhn'' was extrem Neues. Der Hühnchenkonsum ist seit Industrialisierung explodiert.

    Und noch ganz kurze Anmerkung, da hier wahrscheinlich immer noch viele Denken, das rohes Fleisch essen crazy ist. Meine Oma (Ja Oma, nicht Uroma) hat regelmäßíg rohe Leber gegessen. Mein Opa hat Tartar geliebt und die schimmligsten Käsesorten gegessen. Nicht rohes Fleisch zu essen ist in dem Kontext wahrscheinlich deutlich verrückter. Die Generation danach ist aber schon mit Kellogs aufgewachsen und der brainwashing Ernährungspyramdie.

    Zum ''rohen'' Pfützenwasser würde ich auch sagen, dass man das in einer natürlichen Welt ohne Industrie vermutlich problemlos trinken könnte. Heutzutage ist die Umwelt aber so ruiniert, dass das ohne erhöhtes Risiko schlecht möglich ist.
    Meine zwei Hunde trinken trotzdem aus Pfützen und verrecken davon nicht. Ich laufe aber auch zu 90% im Wald mit denen. Fleischfresser Tiere haben aber auch nen Magensäure phWert von < 3 - Menschen haben ph Wert 1 (sofern man gesund ist und artgerecht isst).

    Zu pathogenen Keimen muss ich wohl doch mehr ausholen:
    Ich ''glaube'' nicht mehr an die Germ-Theory auf die unser Gesundheitswesen beruht. Die Terrain-Theorie macht in meiner Welt einfach soviel mehr Sinn. Aber damit muss ich mich in die Reihen der Verschörungstheoretiker stellen. Da die ''science'' in dem Bereich ja ''settled'' ist. (lol)
    Es wurde nach meinen Recherchen nie bewiesen, das Bakterien und Viren ''ansteckend'' sind. Aber das Fass will ich ungern hier auch aufmachen. Aber jetzt wisst ihr, das ich an ''unwissenschaftliche'' Theorien glaube und könnt auch den Rest meines wirren Geschreibsel ignorieren :)

    Du kannst nicht einerseits Wissenschaft bezweifeln und anfechten, dann aber Begriffe wie Enzyme, Fettsäureprofil und Ähnliches benutzen. Entweder du verneinst Wissenschaft oder denkst wissenschaftlich. Wenn du aber dir nur das aussuchst, was mit deinen individuellen Erfahrungen vereinbar ist, denkst du nicht klar.

    Ich bezweifel keine Wissenschaft. Hatte ich oben auch nicht geschrieben. Ich halte nichts von unserer heutigen ''Wissenschaft'' bei der nahezu nur Gülle rauskommt. Gefühlt sind in den letzten 100 Jahren keine kluge Köpfer mehr zu Wort gekommen. Man stellt kaum noch Dinge in Frage, weil man einfach sagt ''science is settled'' und Leute die den Status Quo in Frage stellen, werden im Mainstream komplett ignoriert und lächerlich gemacht.
    Glaube da haben wir aneinander vorbei kommunziert. Ich bin 99,9% pro Wissenschaft, aber im Bereich der Ernährung ist der Mainstream ''Konsens'' einfach größtenteils Mist. (in anderen Bereichen vermutlich ähnlich, aber da will ich mir keine Expertise zusprechen). Wenn ich mich an die Ernährungsempfehlungen halten würde, wäre ich vermutlich längst tot lol.

    Im längeren Artikel sind schon einige Fehler. Zum Beispiel behauptet er, dass die Vergrößerung des menschlichen Gehirns unabhängig vom Kochen ist. Dafür zitiert er einen Artikel. Es ist allerdings noch lange nicht gesichert, was genau für die Vergrößerung des menschlichen Gehirns verantwortlich war. Dahinter steckt eine riesige Debatte, die er umschifft. Und dann schreibt er:

    There is some evidence that the advent and subsequent use of fire for cooking enabled evolutionary adaptations.

    Das ist genau mein Punkt. Man weiß es eben nicht. Man weiß vieles nicht, aber Leute reden von Fakten, welche keine sind. ''some evidence'', das sind maximal Deutungen und Hirngespinste von Leuten.

    Du schreibst:

    Ich weiß, dass du Philosophie studiert hast und alles auf eine bestimmte Art und Weise angehen willst. Aber man muss nicht alles so angehen, wenn es um sowas simples wie diskutiertes Thema ist.

    Das hat nichts mit Philosophie zu tun. Es geht darum, klar und widerspruchsfrei zu denken und zu reden.

    Wenn du schreibst, dass du Rohfleisch-Ernährung probiert hast und damit wunderbar fährst, ist das 100%ig klar und korrekt. Aber darüber hinaus hast du nichts Belastbares.

    Und wo ist die Gegenseite? Der Status Quo ist: Man muss sein Fleisch kochen um an ''Nährstoffe'' zu kommen. Die These ist haltlos, aber jeder sagt das stimmt und ist fest davon überzeugt.
    Meine Antwort: Warum? Warum hat etwas mehr Nährstoffe, wenn man es mit Feuer verarbeitet/verbrennt? Bei Gemüse, Hülsenfrüchte, Samen etc. macht das verarbeiten ja noch Sinn, da komme ich mit. Immerhin haben wir keinen Vogelverdauungstrakt oder den eines Pflanzenfresser. Aber bei Fleisch?
    Der Mensch ist Darmlängentechnisch ein ganz klarer Fleischfresser bzw. können Menschen aufgrund ihrer Magensäure sogar Aß essen wie Geier. (ph Wert 1). Wir können Fleisch perfekt zersetzen im rohen Zustand, wie JEDER andere Fleischfresser auf diesem Planeten. Warum soll es was bringen es zu kochen?
    In einer industriealisierten Welt in der Zuchtiere nicht mal das Sonnenlicht sehen und Medikamentkonsum die Regel ist, macht es vermutlich Sinn. Aber von einem gesunden Tier, das nahezu im Einklang mit der Natur aufgewachsen ist? Ergibt für mich keinen Sinn.
    Der Mensch ist der Natur entsprungen (mein ''Glaube''). Er versucht aber, über die Natur zu herrschen und meint er könne es besser. Das ist meiner Meinung nach sein Untergang. Der Mensch erfindet nichts, er entdeckt nur Dinge schon da sind. Man kann sein Fleisch braten, aber vielleicht ist es zum Rohverzehr vorgesehen?

    Wo ist hier mein Denkfehler? Da habe ich gehofft, dass du da drauf eingehst. Das ist nämlich immernoch die Grundthese die von allen akzeptiert wird.

    ''Es geht darum, klar und widerspruchsfrei zu denken und zu reden''

    Klar, das strebe ich auch an. Ich bin aber ein 25 Jähriger Dude der nicht perfekt ist und es vermutlich auch nie sein wird. Aber das Ziel ist es wohl, so widerspruchsfrei wie möglich zu sein und daran arbeite ich. (Beispiel: Ich bin gegen Monokultur und Massentierhaltung - ergo kümmere ich mich darum, wo mein Essen genau herkommt. Ich weiß etwa 80% von dem was ich Esse, wo es herkommt. Das ist ein guter Anfang mMn)
    Ich bin jedoch der Meinung, dass man eben in nur seltenen Fällen Dinge mit Gewissheit sagen kann. Und der größte Fehler ist es (mMn) Dinge in der Wissenschaft unwiderruflich zu akzeptieren. Und da sehe ich unsere heutige Wissenschaft allerdings.
    In echter Wissenschaft müssen Dinge falsifizierbar sein, weiß jeder.

    Dass die Leute diesen Russen überhaupt erwähnen, zeigt schon, dass sie wissenschaftlich null komma nix verstehen. Nicht, dass die immer falsch liegen, aber ohne einen korrekten Verweis auf eine Studie, die anscheinend nicht repliziert wurde (was angesichts des Experiments keine große Herausforderung wäre), das ist haarsträubend. Lass dich nicht von diesen Leuten an der Nase herumführen.

    Das Experiment ist wirklich easy durchfürbar. Deswegen ergibt es für mich nicht viel Sinn, es nachzumachen, da ich mich schwer vorstellen kann, warum es überhaupt wer faken soll. Wer soll davon profitieren? Wenn man rohes Fleisch isst profitiert absolut niemand davon, außer der Bauer wenn es ein Zuchtier war. Das ist eine meiner Herangehensweisen für wie Vertrauenswürdig ich eine Aussage einer Person werte.
    Muss es wohl doch durchführen, um Leute davon zu ''überzeugen'', dass Fleisch zum rohverzehr vorgesehen ist lol. Aber das kommt mir dumm vor, da ich niemanden überzeugen will. Aber Leute wollen scheinbar andere überzeugen, indem sie sagen, man muss Fleisch braten/kochen und das komplett ohne backup. Ich habe viel mehr Beispiele gebracht, warum dem eventuell nicht so ist. Bzw habe ich kein einziges Gegenargument das auch nur irgendwie valide wäre gehört. Die Leute sagen das einfachs so heraus wie Roboter.

    Hier noch ein Video zu einem Experiement. Da geht es darum wie die Ernährung die Generationen von verschiedenen Katzen beeinflusst. Fazit war: Rohfleisch Katze = Alpha Chad. Katze mit gekochter Ernährung = Beta Virgin. Kann man natürlich nicht 1 zu 1 auf den Menschen übertragen (Trotzdem relevanter als Rattenexperimente, da Katzen immerhin auch Fleischfresser sind)
    Auch das Teilexperiment in dem Video, bei dem Pflanzen mit entweder Rohmilch, Pasteurisierter Milch oder gezuckterte Kondensmilch gedüngt wurden spricht meiner Meinung nach Bände. Blut ist btw auch mega gut zum Düngen. Kenne ein Mädel das ihr Periodenblut für ihre Zimmerpflanzen verwendet.

    Daher brauche ich für so etwas lange, weil es eben viel zu bedenken gibt. Viele Studien sind nur schwer oder schlecht zu gebrauchen (auch wenn sie der eigenen Meinung schmeicheln), die Argumente sind schlampig aufgebaut und man muss eben genau gucken, wie weit man überhaupt belegen kann.

    Jup.
    Vor allem im Bereich der Ernährung gibt es kaum was brauchbares. (warum das so ist hat wohl viele Gründe. Einer der Hauptgründe wird wohl wie immer Geld sein)

    Auch in traditioneller Ernährung steckt enorm viel Wissen drin. Es wird eben nicht nur mit Wissenschaft gewonnen. Aber auch nicht mittels des gesunden Menschenverstandes. Dahinter stecken Jahrtausende und -zehntausende Experimente, deren Ausgang häufig auch im Tod endete.

    Absolut. Und das ist vermutlich auch größtenteils nur aus Trial and Error entstanden. Und traditionell sind der Großteil aller Spezialitäten rohe Tierprodukte oder sogar richtig krass fermentierte/vergammelte Sachen. So viele Kulturen haben irgendein ranziges Tierfleisch als Delikatesse. Isländer zum Beispiel fermentierten Haifisch.

    Ich will nicht darauf hinaus, dass du falsch liegst oder richtig. Vielmehr geht es um eine Weise des Denkens, die dazu führt, möglichst viele Fehler zu vermeiden. (was du vielleicht als "philosophisch" bezeichnen würdest)

    Klar, danke für deinen Input.
    Ich bin pro Wissenschaft (vor allem 10000000000% pro Philosophie) und pro Natur. Jedenfalls würde ich das von mir behaupten.
    Aber mir ist immer noch nicht klar, warum man sein Fleisch braten soll.

  • bearbeitet 30. September

    @Dogmeat schrieb:
    Und noch ganz kurze Anmerkung, da hier wahrscheinlich immer noch viele Denken, das rohes Fleisch essen crazy ist. Meine Oma (Ja Oma, nicht Uroma) hat regelmäßíg rohe Leber gegessen. Mein Opa hat Tartar geliebt und die schimmligsten Käsesorten gegessen. Nicht rohes Fleisch zu essen ist in dem Kontext wahrscheinlich deutlich verrückter.

    Die "schimmligsten Käsesorten" sind aber auch hier und heute nicht welche mit "irgendwelchen Bakterien" von zuhause, sondern mit über Jahrhunderten ausgewählten Kulturen, die gezielt genutzt werden um potentiell unerwünschte Kulturen zu vertreiben (Info meiner besseren Hälfte, Doktorandin der Lebensmittelchemie). Ich schätze mal das sollte man auch auf Fleisch Fermentation übertragen, weil hier einfach das Potential an patogenen Bakterien den Weißkohl in Salzlake der im Keller steht deutlich übersteigt.

    EDIT (Sascha): Zitatquelle reineditiert. Bitte darauf achten, damit wir die Übersicht behalten.

  • Finde die Diskussion sehr interessant.

    Meine ganz unwissenschaftliche Meinung dazu:
    Ich finde nicht, dass man z.B. Sauerkraut Herstellung, Käse oder "Spezialitäten" damit vergleichen kann Fleisch klein zu schneiden und im Keller vor sich hingammeln zu lassen.
    Sauerkraut bekommt Salz als Zusatz, damit eben nicht wild losgegammelt wird. Käse bekommt Starterkulturen (Lab). Spezialitäten bekommen meist auch Salz zugemischt oder so etwas wie Wacholder (desinfizierend) (vgl. Räuchern, Trocknen).
    Man darf auch nicht vergessen, dass es z.B. für Sauermilchherstellung auf traditionelle Art immer dasselbe Gefäß benutzt wird (bestimmte Bakterien vorhanden). Joghurt wird auch geimpft. Wie viel die Umgebung da ausmacht weiß ich nicht, aber so rein logisch betrachtet dürfte das etwas ausmachen.
    Ich denke nicht, dass man traditionelle Herstellungsweisen so einfach zu Hause nachbauen kann, wo alles "klinisch rein" ist.
    Manchmal denke ich, warum haben sich unsere Vorfahren die Mühe gemacht um beispielsweise Weißmehl statt Vollkorn herzustellen? Warum haben sie aufwendig Hülsenfrüchte eingelegt?
    Das sind Jahrhunderte alte, tradierte Vorgehensweisen, die werden schon ihren Sinn haben. Schließlich gab es kein Gesundheitssystem wie heute, wenn man da nicht darauf geachtet hat was man so isst, konnte das böse ins Auge gehen. Ich vermute sogar, dass die Menschen früher sich sehr viele Gedanken darum gemacht haben was sie essen.

    Ich denke auch, dass das garen und "verarbeiten" von Fleisch nicht primär wegen der Verdaulichkeit, sondern wegen der Haltbarmachung betrieben wurde. Ist aber nur meine ganz persönliche Meinung ohne wissenschaftlichen Hintergrund.
    Auch zerstört Feuer, also braten oder kochen Keime die am Fleisch sind, wenn es nicht mehr ganz frisch ist.
    Man muss sich auch mal klar machen, das früher die Menschen unglaublich viele Heilkräuter für Verdauungsprobleme, Durchfall und zur Verdaulichkeit kannten (Volksheilkunde). Die werden also schon ihre Probleme mit Gammelessen gehabt haben. Natürlich werden sie auch etwas resistenter als wir gewesen sein.
    Dadurch, dass der Mensch ja schon ein bisschen länger das Feuer nutzt wird es sicher Anpassungen gegeben haben, die gegartes gut verträgt, teils besser verträgt (Gemüse, Hülsenfrüchte).

    Zum Rohfleisch: Denke, wenn das Produkt frisch ist und aus guter Quelle kommt sollte man durchaus ab und zu rohes Fleisch essen. Wenn ich Leber hole, esse ich immer auch eine kleine Portion roh, ebenso Fisch und generell ganz frische Fleisch- und Fischware. Ob es da nur das eine gibt, was gut ist, wage ich aufgrund unserer langen Entwicklung mit beidem zu bezweifeln.
    Denke die Menschen werden ganz frisch erlegtes Wild sicher auch roh gegessen haben und die Reste verarbeitet (getrocknet, geräuchert, gegart), aber wissen tu ich das natürlich nicht.

  • @Pinocio Ich finde nicht, dass man z.B. Sauerkraut Herstellung, Käse oder "Spezialitäten" damit vergleichen kann Fleisch klein zu schneiden und im Keller vor sich hingammeln zu lassen.

    Sauerkraut bekommt Salz als Zusatz, damit eben nicht wild losgegammelt wird. Käse bekommt Starterkulturen (Lab). Spezialitäten bekommen meist auch Salz zugemischt oder so etwas wie Wacholder (desinfizierend) (vgl. Räuchern, Trocknen).
    Man darf auch nicht vergessen, dass es z.B. für Sauermilchherstellung auf traditionelle Art immer dasselbe Gefäß benutzt wird (bestimmte Bakterien vorhanden). Joghurt wird auch geimpft. Wie viel die Umgebung da ausmacht weiß ich nicht, aber so rein logisch betrachtet dürfte das etwas ausmachen.

    Genau meine Meinung.

    @Dogmeat ich find es auch super spannend dass du sowas machst, würde halt nur den dicken Disclaimer immer parat haben, dass es tendenziell schon seine Richtigkeit hat für die meisten Menschen was wir an traditionallem Wissen haben. Ich denke der Individualismus wie jeder Mensch auf Essen reagiert ist schon enorm speziell und wenn es dir gut zu tun scheint, geil. Aber immer das Gefahrenpotential vor Augen haben zur eigenen Sicherheit (wirst du bestimmt schon haben, kommt aber nicht immer so rüber)

  • Meine Großeltern erzählten mir einmal, dass sie früher Milch ohne irgendwelche Kulturen in die Sonne stellten, und daraus Sauermilch/Dickmilch machten. Ganz ohne Starterkulturen und irgendwelche Fermentationshilfen.

    Ich esse auch schon seit einiger Zeit fermentiertes Fleisch. Mir geht es richtig gut damit. Meine Verdauung hat sich dadurch gefühlt um einiges verbessert.

    Wer sich wirklich für die Raw Meat Ernährung interessiert sollte sich dieses Interview anschauen. Der Typ isst seit 10 Jahren rohes Fleisch und sehr viel High Meat, also fermentiertes Fleisch.

  • bearbeitet 1. Oktober

    @Pinocio @RichardDieSau
    Also meinen Sauerkraut habe ich bisher immer ohne Salz gemacht und das hat bisher hingehauen. Auch die Sauermilch die ich hin und wieder trinke, ist einfach stehengelassene Rohmilch. (wie @persönlichkeit erwähnte). Käse habe ich auch schon selbst gemacht ohne Salz. Sowohl aus Kuhrohmilch als auch aus Ziegenrohmilch.
    Was darauf meistens geantwortet wird ist: ''Bis es schief geht und du daran stirbst!'' Oder sowas in die Richtung :#

    Ich vertraue da aber auf meine Sinne.

    Die Legende vom Blauschimmelkäse Roquefort ist auch interessant:

    Der Legende nach soll die Herstellung des Roquefort vor langer Zeit durch Zufall entdeckt worden sein. Ein junger Schäfer soll beim Weiden seiner Schafe ein hübsches Mädchen gesehen haben. Da sie vor ihm weg lief, legte er sein Brot und seinen Schafskäse, den er als Proviant mit sich führte, in eine kühle Höhle und verfolgte das Mädchen. Er fand sie jedoch nicht und kehrte nach mehreren Tagen hungrig zur Höhle zurück. Dort stellte er fest, dass das Brot und der Käse mittlerweile verschimmelt waren. Sein großer Hunger zwang ihn dennoch, den Käse, der über und über mit blauem Schimmel überzogen war, zu essen. Erstaunt stellte der Schäfer fest, dass der Käse überaus köstlich schmeckte.

    Ist natürlich erstmal nur ne fancy Geschichte, aber dennoch nicht uninteressant.

    Die einzigen zwei Male bei denen ich die Diagnose ''Lebensmittelvergiftung'' hatte, waren einmal nach einer ungewaschenen Karotte und einmal nach durchgebratener Discounter Pute, die ich mit Ketchup aß. Packung der Pute war aufgebläht und es roch sauer (war 1 Tag abgelaufen laut Packung). Ist beides im gleichen Jahr gewesen vor ca. 6 Jahren.

    Für Interessierte hier noch ein Podcast.
    Dort werden die Germ-Theory behandelt, eine andere Sichtweise des Immunsystems und noch mehr komplett konträre Positionen zur aktuellen Mainstream Sicht in dem Bereich. Man muss denke ich schon sehr ''open minded'' sein um sich darauf einzulassen. Am Ende hat man aber wohl wenigstens einen neuen Blickwinkel bekommen.

  • Wir wissen jetzt ja, dass bei Dir das alles super funktioniert, Glückwunsch.

    Trotzdem ist das kein Beweis. Vorallem wird hier aus einer Perspektive argumentiert, die ja nicht mit der meisten Zeit unserer Entwicklung nicht übereinstimmt.
    Deine These ist, Fleisch muss nicht gegart werden, richtig? Ich sage Fleisch kann frisch roh verzehrt werden, danach sind eventuell weitere Behandlungsmethoden notwendig. Heute vielleicht nicht, mit Kühlschrank und Hygienevorschriften, aber früher hat man es gemacht, damit man eben keine Verdauungsprobleme bekommt. Das wird dabei gerne vergessen. Das meinte ich mit der Aussage, das tradierte Methoden der Haltbarmachung ihren Sinn haben.

    Im übrigen "glaube" ich auch nicht, dass Keime allein krank machen. Sie müssen einen Nährboden haben. Wir sind natürlich auch verweichlicht in viellerlei Hinsicht, daher klappen wir eher mal zusammen. Denke die krassen Hygienvorschriften sind da mit Schuld.

    Und wenn wir von Lebensmittelvergiftung reden, meine waren einmal rohe Wachteleier und einmal nicht mehr ganz frischer Thunfisch. Beweist das jetzt irgendwas? Nein, nur das wir verschiedene Erfahrungen gemacht haben.

  • Beweisen wollte ich mit der Lebensmittelvergiftung Anekdote nichts. Wollte nur meine Erfahrung teilen, bezüglich Lebensmittelvergiftungen.

    @Pinocio schrieb:

    Deine These ist, Fleisch muss nicht gegart werden, richtig? Ich sage Fleisch kann frisch roh verzehrt werden, danach sind eventuell weitere Behandlungsmethoden notwendig. Heute vielleicht nicht, mit Kühlschrank und Hygienevorschriften, aber früher hat man es gemacht, damit man eben keine Verdauungsprobleme bekommt. Das wird dabei gerne vergessen. Das meinte ich mit der Aussage, das tradierte Methoden der Haltbarmachung ihren Sinn haben.

    Das ist ein interessanter Punkt. Ich habe mir einige Berichte von Leuten durchgelesen, die mit Urvölkern gelebt haben und diese studiert haben. Eskimos, Yanomami, Nenets, Indianer etc.
    Dort wird eben sehr viel frisch gegessen. Wenn man ein Tier isst, wird es in der Regel frisch gejagt oder wenn man sie züchtet, frisch geschlachtet.
    Deswegen stimmt das ''Heute vielleicht nicht'', in meiner Welt nur so halb. Ganz ganz früher hat man vermutlich einfach alles roh gegessen (tierische Lebensmittel und Früchte zumindest), da man ein relativ kleiner Clan/Stamm war, in der man zusammen gespeist hat. Danach war es aber dann wahrscheinlich wieder weniger möglich, da es dann soziale Schichten gab und nicht jeder den Zugang zu frischen Lebensmitteln hatte. Jetzt sind wir aber so globalisiert und können dabei lange Kühlketten aufrecht erhalten, dass es wieder möglich ist.
    Aber die Globalisierung der Lebensmittelkette ist ein anderes Thema.

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