[project log] Iron_John (90 Tage Reboot / Schaffen einer Basis-Produktivität)

Hallo zusammen,
in dieser Diskussion möchte ich von meinem Porn-Reboot berichten und hoffe damit den ein oder anderen auf dieses Problem aufmerksam zu machen und auf dem Weg unterstützen zu können.

Unter folgendem Link findet ihr eine Zusammenfassung der Thematik: Warum Pornos schlecht sind, was mit uns passiert, wenn wir jahrelang regelmäßig dazu masturbieren und wie man sich wieder aus dem Teufelskreis herausarbeiten kann:

https://www.yourbrainonporn.com/miscellaneous-resources/start-here-evolution-has-not-prepared-your-brain-for-todays-porn/

Ziel:
Bis Ende 2020 habe ich den Porn-Reboot gemeistert, indem ich 90 Tage abstinent war und mich meinem Leben angenommen habe. Während des Reboots habe ich eine Grundproduktivität etabliert, durch die ich mein Leben/Alltag Schritt für Schritt, Tag für Tag besser und besser gestaltet habe. Denn die Pornosucht war Eskapismus und ging Hand in Hand mit dem Youtube-/Film-Eskapismus.
Mein Weg aus dem Eskapismus bestand darin, mein Leben aktiv so zu gestalten, dass es keinen Grund zur Realitätsflucht mehr gab und dass ich lernte, wie ich mit meinen Emotionen und Energiezuständen (Erschöpft, Extase) umzugehen habe.

Angestrebtes Sexualverhalten nach Reboot
Nach den 90 Tagen Abstinenz sind die destruktiven neurologischen Pfade / Gewohnheitsmuster der PMO-Sucht soweit abgeschwächt, dass ich damit beginnen kann, ein gesundes Sexualleben aufzubauen. Ziel ist es, lediglich durch Sex mit einer Frau zum Orgasmus zu kommen. In den Phasen ohne Sex nutze ich die aufgestaute Energie der Semen Retention, um diese in mein Training und meine Projekte zu stecken.

Hintergrund / Vorgeschichte
Wann ich meinen ersten Porno gesehen habe und mit der Masturbation begonnen habe, kann ich nicht mehr genau benennen. Das wird so im Alter von 13/14 Jahren gewesen sein. Jedoch gut kann ich mich daran erinnern, dass ich 2010, im Alter von 15/16 Jahren einen eigenen Laptop bekam und auch in meinem Elternhaus ins Dachgeschoss zog (= ungestörteres Zimmer). Zu der Zeit legte meine Pubertät sich richtig ins Zeug: Ich verbrachte mehr Zeit mit Kumpels, weniger mit der Familie und fing an zu Skaten. Auch meine erste Freundin lernte ich kennen und kam mit ihr zusammen. Allerdings traute ich mich nicht, mit ihr zu schlafen. Wir machten hauptsächlich rum und wenn ich dann geil nach Hause kam, habe ich mir Pornos angesehen und dazu einen runter geholt. Damit begann das Unheil - was ich allerdings erst jetzt, 10 Jahre später, als solches erkenne.

Denn je mehr ich PMO (Porn Masturbation Orgasm = sich vorm PC zu Pornos einen keulen) betrieb, umso mehr verlor ich das Interesse / den Antrieb bei meiner Freundin "voran" zu kommen. Es gab ja keinen Grund mehr: Mein Körper hatte unzählige Orgasmen und bekam vorgegaugelt mit all den tollen Frauen Sex zu haben. Dann ging diese Beziehung kaputt. Den Kummer betäubte ich durch PMO.

Die Kombination aus PMO, Youtube/Serien und Skaten war der perfekte Eskapismus! Ich hatte keinen Bock mehr auf die Schule, da nervte mich alles. Sobald ich heim kam, sah ich fern oder Skate-Videos oder holte mir eben zu Pornos einen runter oder ging Skaten. Das war mein Alltag... Kurz: Die schulische Leistung ging bergab, Stress mit der Familie = viele negative Emotionen = noch mehr vor all dem geflohen...

Fast forward: Abi geschafft, Studium begonnen. Skaten zerlief sich.. Allerdings blieb der PMO Konsum und das krankhafte Fluchtverhalten in Youtube / andere Serien /Filme. Wann immer ich gestresst war (Prüfungen, Streit, etc) "versackte" ich vor dem PC. Es gab Monate, in denen ich zwar noch zur Vorlesung gegangen bin (total übermüdet und angepisst), aber ansonsten nur daheim lag und am PC hing und mich berieseln ließ.
Die Krux war, dass mir bewusst war, dass ich weglaufe und ein Problem habe. Allerdings wusste ich nicht genau was es war. Ich dachte, dass ich eben besonders anfällig für das Internet bin. Die Lösung, mit der ich im Studium versuchte das Problem zu beheben: Kein Internet in der Studentenwohnung, sondern nur in der Uni. Aber Pornos kann man ja auch in der Bib runterladen...

Naja, das beschützte mich vor allzu starken Eskapaden. Um es kurz zu halten: In den Jahren 2015-2019 wusste ich, dass meine Flucht ins Internet krankhaft ist und dass ich damit aufhören muss. Ich beschäftigte mich mit Persönlichkeitsentwicklung, Schrieb Tagebuch, machte Pläne für die Jahre und Monate und kam so auch voran. 2017 begann ich auch mit dem MMA und BJJ-Training. Also oberflächlich lief es irgendwie, aber ich hatte mit einem Teuefelskreis zu kämpfen. In Phasen, die mich extrem viel Willenskraft und Anstrengung kosteten, machte ich gute Fortschritte (Training, Wissensarbeit, Freunde) doch regelmäßig lief ich gegen eine Mauer und dann kam wieder eine Phase von 2-4 Wochen, in denen ich komplett abschmierte, meine Wohnung versiffte und ich wieder extrem viel Pornos konsumierte, die Nächte vor Youtube verbrachte und allerlei Scheiß in mich rein fraß. Das hatte natürlich zur Folge, dass ich zunahm, im Training nicht voran kam und mich nicht leiden konnte. Irgendwann hatte ich davon genung, war voller Selbsthass und kämpfte mich wieder daraus. Da ich jedoch das Kernproblem nicht anging und beim Rauskämpfen einfach meine negativen Emotionen/Gedanken unterdrückte, rannte ich immer wieder gegen die Wand, sodass sich der Kreislauf wiederholte.

Um das hier nicht zu lang zu machen: Ende 2019 bin ich auf die Seite Yourbrainonporn.com gestoßen und habe das Buch von Gary Wilson gelesen. Ich dachte mir: "Fuck! Ist das der Grund, dass ich nicht voran komme?" Und versuchte mich an NoFap (Anmerkung: Seit 2015 habe ich mal mehr mal weniger versucht mit PMO aufzuhören, bin aber nie länger als 1-2 Wochen ohne geblieben, in der Regel alle 3-4 Tage habe ich PMO betrieben). Zuerst versuchte ich es wieder mit allerlei Internetblockern und ohne mich wirklich mit mir zu befassen. Die Fortschritte waren ernüchternd.

Dazu kam ein stetes hin und her mit meiner Freundin. Kurz zu ihr: Sehr schüchtern, hat selbst gewisse Komplexe/Probleme und konnte (wollte?) sich auf keine Beziehung einlassen, aber im Endeffekt waren wir doch zusammen, nur nannten wir es nicht so. Mir passte das gar nicht, da ich so ein hin und her bereits schon einmal mit einer Anderen hatte, was darin endete, dass diese mich "betrog" und eben nur meinte "ja wir waren ja eh nicht zusammen" (allerdings hatte sie die Woche davor mehr oder weniger bei mir gewohnt und wir hatten einen Neustart versucht). Das hatte mir damals das Herz gebrochen.

Verständlich also, dass mich diese Situation mit meiner aktuellen "Freundin" nun belastete! Was auch dazu führte, dass ich regelmäßig vor dem Kummer in Youtube und PMO geflohen bin, obwohl ich wusste, wie schlecht es ist. Im Januar habe ich meiner Freundin auch davon berichtet: Dass ich denke, dass PMO der Grund ist, warum es mir nicht so gut geht, dass ich damit aufhören möchte und will, dass sie es weiß. Sie meinte, sie versteht es... War aber danach auch irgendwie seltsam. Ich versuchte also nur beim Sex mit ihr zu kommen und ansonsten PMO zu unterlassen. Das ging nicht wirklich gut - ich erfuhr vom Chaser-Effekt. Dieser besagt, dass Orgasmen einfach das Verlangen nach PMO verstärken, da ich mein Hirn so auf PMO trainiert hatte.

Daher habe ich beschlossen den Hardmode Reboot zu machen. D.h. 90 Tage komplette Abstinzenz. Die Entscheidung habe ich für mich getroffen, aber mit meiner Freundin auch besprochen und für sie war es ok.

Mit ihr ging das Hin und Her und regelmäßige streiten seit Januar. Sie hatte sich irgendwie von mir distanziert und wenn sie viel um die Ohren hatte, war ich der erste, den sie wegrationalisierte... Alles nicht so leicht. Ende April hat sie auch wieder vorgeschlagen, dass wir einfach nur "Freunde" sind. Das ging nicht gut, denn wir haben doch eine sexuelle Anziehung zueinander und so landeten wir, nachdem ich 19 Tage im Hardmode war, im Bett. Das brachte uns wieder zusammen, denn sie hat eingesehen, dass wir eben mehr als nur Freunde sind, aber, wer weiß warum, sie ist nicht in der Lage sich zu binden. Leider stellte ich fest, dass der Chaser-Effekt verdammt real ist, denn ein paar Tage später war ich wieder in alten Mustern: Masturbierend vor dem Laptop und die ganze Nacht auf Youtube unterwegs... Vielleicht stresste mich auch die Tatsache, dass ich sie liebe und sie mich anscheinend auch sehr gern hat, es aber einfach nicht so ausdrücken kann und dass wir eben nicht richtig zusammen sind.

Nach 2 Wochen des Versackens und 8 PMO Relapses Anfang Mai habe ich mich wieder gefangen und meinem Mädel auch klar gemacht, dass ich wieder abstinent sein will. Denn in den zwei Wochen hatte ich nicht nur 8x mir einen runtergeholt, sondern auch einige Male mit ihr geschlafen. Sie verstand es. Die Woche nach dem Relapse (also mein Streak 0 - 7) war extrem hart für mich. Ich konnte mich schwer konzentrieren und fühlte mich elendig. Nachts plagte mich Schlaflosigkeit und seit Januar habe ich auch starken Hautausschlag in den Armbeugen, an den Augenlidern und auf der Stirn, der in den ersten Tagen eskalierte und wie Hölle juckte. Ich kratzte mich Nachts im Schlaf blutig. Ich denke der Ausschlag (Neurodermitis hatte ich schon immer, aber noch nie so lange und so extrem!) ist einfach auch ein Symptom davon, dass ich mich "in meiner Haut nicht wohlfühle".

Mit meiner "Freundin" war es wieder so ein hin und her, nachdem es 2 Wochen besser lief. Dann hat sie wieder mehr um die Ohren gehabt, mich einfach ein paar Tage ignoriert und ich hatte wieder sehr starken Liebeskummer. Ich wünsche mir einfach nur eine Partnerin, die eben auch zu mir steht und mit der ich Zeit verbringen kann und die eben nicht alle paar Wochen ne Panikattacke bekommt und sich verkriecht... Sodass ich am Freitag, 22.05. abends noch zu ihr bin und sie vor die Wahl gestellt habe: Sie solle sich entscheiden. Mich gibt es nicht mehr halb. Entweder wir sind richtig zusammen, oder ich bin weg. Und sie kann sich melden, wenn sie mit mir zusammen sein will. Es kam wieder nichts von ihr, ich wartete etwas und bin dann gegangen...

Seit dem habe ich auch Liebeskummer, bin aber froh, dass die Situation nun klar ist. Mir geht es damit deutlich besser. Auch wenn ich mir wünsche, sie würde vor meiner Tür stehen und wir könnten noch einmal reden und irgendwie doch zueinander finden...

Naja - ich dachte das sei eben auch noch wichtig, um meine Situation im Moment zu verstehen...

Reboot
Letzter Relapse: 14.05.2020
Aktueller Streak: 13 Tage

Methodik
Um den Reboot zu meistern, habe ich mir vorgestellt, wie ich in fünf Jahren ende, wenn ich diese selbstzerstörerische Sache nicht in den Griff bekomme und auch wie ich mich entwickeln kann, wenn ich eben konstant an mir arbeite und nicht mehr regelmäßig in ein Loch stürze.

Den Fortschritt halte ich in einem Habittracker fest.

Jeden Morgen führe ich ein Morgenritual durch, in dem ich den Tag plane, den Habittracker aktualisiere und mich mit der Metaskript Methode befasse. Das ist eine Technik Tagebuch zu führen, bei der ich schriftlich positive Selbstgespräche führe. Und z.B. vergangene Situationen, bei denen ich rückfällig wurde, analysiere: Was war die Situation? Wie fühlte ich mich und was für Emotionen lagen darunter? Was habe ich mir gesagt? Wie hätte meine stärkere Version reagiert?

Ebenso bereite ich mich vor: Was mache ich wenn Trigger xy eintritt: Wenn ich müde und schwach bin und mir Pornos anschauen will... Das gibt mir Sicherheit. Denn ein Satz hat mich besonders berührt: Quitting porn is about egagement. Ich kann also nur von PMO und meinem Eskapismus los kommen, indem ich in meinem Leben positive Veränderungen schaffe. Um nicht wieder gegen Wände zu rennen, gehe ich Schrittweise vor und konzentriere mich in den jetzigen 90 Tagen darauf meine Arbeit im Homeoffice (50 % Job) gut zu schaffen und 3x die Woche zu trainieren und eben den Reboot zu absolvieren.

Es ist erstaunlich, wie viel besser ich mich bereits nach knapp zwei Wochen Abstinenz fühle! Auch kann ich mich deutlich besser konzentrieren und habe Freude an Aktivitäten (das war in den letzten Jahren selten).
Der Hautausschlag wird seit dem ich meine "Freundin" vor die Wahl gestellt habe, besser und besser. Seit letzten Freitag gab es keinen Kontakt mehr zwischen uns.

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Kommentare

  • Hi @Iron_John

    (Achtung: Langer Text, weil in Schreibfluss gekommen)

    auf Basis deines Beitrags ist meine These, dass dein unsicheres Verhältnis zu deiner Exfreundin bedeutenden Einfluss auf die Sinnstruktur deines Lebens hat. Bei Pornos geht es ja nicht einfach darum, dass Dopamin im Gehirn von A nach B bewegt wird. Ein Teil der sinnstiftenden Struktur im Gehirn wird beschädigt, weil Sinnbögen nicht mehr weit geschlagen werden können.

    Beispiel für einen langen Sinnbogen (im Kontext von Partnerschaft): Eine feste Bindung eingehen. Man lernt sich kennen, begeistert sich für einen Menschen, fühlt sich sexuell hingezogen, schiebt Triebe auf, um den richtigen Moment zu schaffen, stellt sich möglichst gut dar, sieht ein, dass man gleichzeitig ehrlich sein muss, beginnt besser zu werden, damit man gut darstehen kann, weil man wirklich gut ist, kommt sich näher, verpflichtet sich ausdrücklich zur Monogamie, lernt den Körper des Partners kennen, lernt die Eigenheiten kennen, lernt die Macken zu akzeptieren, arbeitet zusammen an den Macken (besonders an den eigenen), arbeitet an gemeinsames Lebensplänen von kurzfristigen bis zu langfristigen, erlebt schwierige Zeiten und arbeitet sich daran ab usw.

    So etwas Nebensächliches, dass die Partnerin lieber mag, wenn man im Uhrzeigersinn ihre Musch belutscht als gegen den Uhrzeigersinn, ist in diesem langen Sinnbogen ganz integrativer Bestandteil fast aller nachfolgenden Phasen. Es ist Teil des sich Kennenlernens und bereitet auch das gemeinsame Altwerden vor. Wenn man nämlich selbst ein dicker Opa mit Haarausfall und Alterflecken ist, ist das vielleicht das Zünglein auf der Waage, dass Sex trotzdem noch mit 70 funktioniert.

    Ein Beispiel für einen kurzen Sinnbogen: Eine Partyschlampe klarmachen, weil der Saufkumpel gesagt hat, dass die alles mitmacht. Man geht auf sie während einer Uniparty zu, fängt an blödes Zeug zu labern, nach wenigen Minuten wissen beide Beteiligten, welches Spiel gespielt wird, man säuft noch etwas mehr, spult die "Zu mir, zu dir"-Routine ab, überlässt sich relativ automatisiert der Fickerei, hat einen spontanen Moment, fragt, ob im oder gegen den Uhrzeigersinn gelutscht besser ist, bringt die Alte zum Orgasmus, weil man ja so ein altruistischer Liebhaber ist (könnte sich ja für den Ruf auszahlen), ist begeistert von ihr, spritzt ab, Post Nut Syndrom, realisiert wie ihre Promiskuität mit ihren psychischen Problemen zusammenhängt, ist von den Litern vergangenen Spermas in und auf ihr angeekelt, fühlt sich selbst schlecht, weil man mit widerstreitenden Gefühlen (Sympathie, Ekel, sexuelle Erregung, Unwille in sie als langfristige Partnerin zu investieren, Wunsch ihre Gefühle zu schonen usw.) konfrontiert ist, Trennung am nächsten Morgen, Ende.

    Nun hat die gleiche Information, nämlich ob im Uhrzeigersinn oder dagegen, einen sehr viel kürzeren Sinnkontext. Wichtig ist das nur für wenige Minuten. Und dann auch nur für einen winzigen Bereich des Lebens. Wie eine kleine Miniwelt, in der gesamten Lebenswelt, in der man eigentlich ist. Es ist nur winzig kleines Sinnfragment, ohne ein größeres Ganzes und deswegen auch Teil einer fragmentierten Lebenswelt, in der Sinn schwierig zu fühlen ist.

    Beispiel für einen sehr kurzen Sinnbogen: Geil sein, Hose ausziehen, mal mit Gleitgel wichsen ausprobieren, 15 Tabs mit einem Klick aufmachen, weil man eine Lesezeichen-Liste im Browser angelegt hat, neue Pornos sind nicht nötig, weil Gleitgel den Neuheitsfaktor ausmacht, intensive Erregung durch den neuen Reiz, Abspritzen, Stimmungsabfall, schnell alle Tabs zu machen, kurz unter die Dusche und die Sauerei abduschen, fertig.

    Bei allen Sinnbögen spielt Dopamin die Rolle, dass es Vorfreude vermittelt. Laufend gibt es Ankündigungen und Versprechen von guten Sachen. Doch je kürzer der Sinnbogen ist, desto fragmentierter der Sinn und desto unwahrscheinlicher ist, dass das Leben sinnvoll von Moment zu Moment bleibt. Von Harmonie der einzelnen Bereiche des Lebens ganz zu schweigen.

    Eine solche Beziehung voller Unklarheiten ist Banane. Ich für meinen Teil akzeptiere so ein Wischiwaschi nicht. Aber ich gebe auch keinem Menschen so ein Wischiwaschi. Dabei ist meiner Erfahrung nach der Mann, dem die Aufgabe zufällt für Klarheit zu sorgen. Ich habe noch keine Frau kennengelernt, die ich nicht als emotional verwirrt bezeichnen würde. Es gibt eben ein Unterschied zwischen Mann und Frau. Frauen haben mit Sicherheit ähnliche wiederkehrende Beschwerden über Männer. Dieses Männer sind so und Frauen sind so Gerede hat viel Wahres, aber nichts Schlimmes. Man muss nur wissen, was zu tun ist.

    In meinem eigenen Leben habe ich eben das erfahren: Immer bin ich ultimativ derjenige, der klaren Rahmebedingungen und Grenzen explizit macht, damit anfängt, dieses Thema hervorzuholen usw. Jedes Mal, wenn ich mir gestatte, das zu machen, was Frauen machen, nämlich mit Unklarheit ins Gespräch zu gehen und hoffen, dass ich danach mehr weiß als vorher, gab es keine Klarheit für mich und nur Verwirrung auf Seiten der Frau. Das ist zum Teil das, was Frauen sagen, wenn sie Männer wollen, "die wissen, was sie wollen".

    Das führt zu zwei Beschreibungen von mir: Frauen (auch Cousinen, meine Mutter, Oma usw.) fühlen sich mit mir emotional sehr sicher und nicht so fragmentiert (Kein Kasperle-Theater im Kopf). Klingt erstmal positiv. Dafür werde ich aber laufend als verschlossen, überrational, zu stoisch, teilweise gefühlskalt usw. beschrieben.

    Mein Tipp aus eigener Erfahrung (mit der üblichen wissenschaftlichen Recherche unterfüttert): Sag immer klar, was Phase ist, wenn es um Frauen geht. Es sind die Frauen, die einen der wichtigsten Motoren für unsere Selbstentwicklung als Männer darstellen. Ein gesundes Verhältnis zu Frauen zu haben, ist äußert gut für sich selbst und für die Welt. Ohne Pornos, mäßig Masturbation (wenn single) und keinerlei Zurückhaltung der eigenen Maskulinität im Umgang mit Frauen machen das Leben insgesamt vieel besser. Jedes Mal, wenn ich das im Leben verkacke, läuft vieles schlechter. Jedes Mal, wenn ich erfolgreich bin, läuft sehr vieles besser.

    NoPorn + MiniFap hält das Gehirn physisch gesund. Ein immer klares Verhältnis mit einer einzige Frau, die es würdig ist, dass man in sie einen großen Teil des eigenen Lebens investiert, führt dazu, dass ein gesundes Gehirn auf eine gesunde Lebenswelt trifft. Heißt aber auch: Man muss sich selbst erlauben, über eine Frau das Urteil zu sprechen, dass sie unwürdig ist. Nicht dieses Larifari mit "wir passen nicht zusammen und so". Das ist moderne Shopping-Mentalität, wenn man glaubt, solange herumzueiern, bis man jemanden gefunden hat, der zu einem passt, als wäre ein Mensch ein potentielles Lieblingsshirt. Es gibt nur zwei Komponenten: 1. Anziehung und 2. Würdigkeit. Wenn beides gegeben ist, fängt man an und zieht das Ding durch.

  • @Sascha schrieb:
    Ein immer klares Verhältnis mit einer einzige Frau, die es würdig ist, dass man in sie einen großen Teil des eigenen Lebens investiert [...] Man muss sich selbst erlauben, über eine Frau das Urteil zu sprechen, dass sie unwürdig ist. Nicht dieses Larifari mit "wir passen nicht zusammen und so". Das ist moderne Shopping-Mentalität, wenn man glaubt, solange herumzueiern, bis man jemanden gefunden hat, der zu einem passt, als wäre ein Mensch ein potentielles Lieblingsshirt. Es gibt nur zwei Komponenten: 1. Anziehung und 2. Würdigkeit. Wenn beides gegeben ist, fängt man an und zieht das Ding durch.

    Könntest du den Unterschied zwischen dem Lieblingsshirt und Würdigkeit erklären? Meinst du mit Würdigkeit Grundlegendes, wie Familiensinn, ein gewisses Maß an Vernunft, Liebens_würdigkeit_ etc. und dem Shirt gemeinsame Hobbys, möglichst ähnliche Lebensumstände, tolles Aussehen..?

  • @Moritz schrieb:

    @Sascha schrieb:
    Ein immer klares Verhältnis mit einer einzige Frau, die es würdig ist, dass man in sie einen großen Teil des eigenen Lebens investiert [...] Man muss sich selbst erlauben, über eine Frau das Urteil zu sprechen, dass sie unwürdig ist. Nicht dieses Larifari mit "wir passen nicht zusammen und so". Das ist moderne Shopping-Mentalität, wenn man glaubt, solange herumzueiern, bis man jemanden gefunden hat, der zu einem passt, als wäre ein Mensch ein potentielles Lieblingsshirt. Es gibt nur zwei Komponenten: 1. Anziehung und 2. Würdigkeit. Wenn beides gegeben ist, fängt man an und zieht das Ding durch.

    Könntest du den Unterschied zwischen dem Lieblingsshirt und Würdigkeit erklären? Meinst du mit Würdigkeit Grundlegendes, wie Familiensinn, ein gewisses Maß an Vernunft, Liebens_würdigkeit_ etc. und dem Shirt gemeinsame Hobbys, möglichst ähnliche Lebensumstände, tolles Aussehen..?

    Ein T-Shirt bewertet man nach dem reinen Nutzwert für sich. Und mit genau der Haltung gehen Menschen mit ihrer Partnersuche um. Guck dir einfach mal an, was Leute dir sagen, was sie sich für einen Partner wünschen. Fast immer sagen sie, dass sie XY Eigenschaften haben wollen. Dabei sind diese Eigenschaften: Gutes Aussehen, Treue, Humor usw. Übersetzt heißt es: Ich will was Hübsches anzugucken haben, will nicht betrogen werden, will zum Lachen gebracht werden usw. Fast nie sagt jemand: Ich will einen Partner, für den ich so richtig viel tun kann.

    Liebenswürdigkeit ist ein gutes Beispiel. Würde könnte man auch so übersetzen, dass jemandem etwas wirklich und tatsächlich zusteht. Dieses "wirklich und tatsächlich" ist der religiöse Aspekt von Moralität. Würde kann nur von Gott verliehen werden. Das meine ich technisch. Ein Haufen von Atheisten kann niemandem Würde verleihen, weil kein Mensch das tun kann. Schlussendlich ist Moral immer relativ, weil jeder Versuch sie zu begründen im infiniten Regress mündet.

    In diesem Fall heißt "wirklich und tatsächlich", dass man sowohl das Gefühl hat (Liebe), sich dies auch bei Überlegungen bestätigt (Vernunft), der Partner dies auch immer wieder zeigt (Erfahrung) und man mit der Auswahl der Kriterien richtig liegt (Realität).

    Im katholischen Katechismus haben die das schon längst erkannt:

    Die Würde des Menschen wurzelt in seiner Erschaffung als Ebenbild Gottes.(1700/1701)1 Diese muss die durch die Berufung zur Seligkeit durch Gott vollendet werden.(1700/1716ff)1 Durch Tugendhaftigkeit muss man sich der Seligkeit verdient machen.

    Aus meiner Perspektive als Mann heißt das: Eine Frau, die mich im Ausdruck meines Mannseins behindert, weil sie sich von der Moderne hat Gehirnwaschen lassen, der sage ich (innerlich): Da musst du dir jemanden suchen, der weniger Mann ist. Ich glaube nicht, dass du eines Mannes nicht würdig bist.

    Toleranz für Fehler mitinbegriffen. Schließlich ist niemand unfehlbar und kann deswegen auch keine Unfehlbarkeit einfordern.


    1. Katholische Kirche (2015): Katechismus der Katholischen Kirche: Neuübersetzung Aufgrund der Editio Typica Latina, Nördlingen: St. Benno, De Gruyter, Paulus. ↩︎ ↩︎

  • bearbeitet 30. Mai

    @Sascha

    Aus meiner Perspektive als Mann heißt das: Eine Frau, die mich im Ausdruck meines Mannseins behindert, weil sie sich von der Moderne hat Gehirnwaschen lassen, der sage ich (innerlich): Da musst du dir jemanden suchen, der weniger Mann ist. Ich glaube nicht, dass du eines Mannes nicht würdig bist.

    Ist die doppelte Verneinung gewollt? Wenn ja, dann habe ich das noch nicht richtig verstanden. Ich hätte angenommen, dass du dir innerlich sagst, dass die Frau eines (echten?) Mannes nicht würdig ist.

  • Dankeschön!

  • @Sascha schrieb: weil sie sich von der Moderne hat Gehirnwaschen lassen

    Was meinst du in diesem Zusammenhang konkret damit?

  • bearbeitet 30. Mai

    Sehr interessanter Log ! Viel Erfolg dabei

  • @Iron_John schrieb: Jeden Morgen führe ich ein Morgenritual durch, in dem ich den Tag plane, den Habittracker aktualisiere und mich mit der Metaskript Methode befasse. Das ist eine Technik Tagebuch zu führen, bei der ich schriftlich positive Selbstgespräche führe.

    Vom Metaskript habe ich noch nie gehört. Mich würde ein Beispiel interessieren, falls du bereit bist, soetwas zu veröffentlichen.

    Wie wirst du diesen Log gestalten? Wird es regelmäßige Updates geben? Mich würde beispielsweise langfristig interessieren...

    @Iron_John schrieb: Mein Weg aus dem Eskapismus bestand darin, mein Leben aktiv so zu gestalten, dass es keinen Grund zur Realitätsflucht mehr gab und dass ich lernte, wie ich mit meinen Emotionen und Energiezuständen (Erschöpft, Extase) umzugehen habe.

    ...was für Aktivitäten und Haltungen du zum gegebenen Zeitpunkt in deinem Leben zu etablieren versuchst. Und das Intrapsychische auch: Wie genau gehst du innerlich an Emotionen und Energiezustände heran?

  • @andreas_n schrieb:
    @Sascha

    Aus meiner Perspektive als Mann heißt das: Eine Frau, die mich im Ausdruck meines Mannseins behindert, weil sie sich von der Moderne hat Gehirnwaschen lassen, der sage ich (innerlich): Da musst du dir jemanden suchen, der weniger Mann ist. Ich glaube nicht, dass du eines Mannes nicht würdig bist.

    Ist die doppelte Verneinung gewollt? Wenn ja, dann habe ich das noch nicht richtig verstanden. Ich hätte angenommen, dass du dir innerlich sagst, dass die Frau eines (echten?) Mannes nicht würdig ist.

    Ne, das habe ich bloß verkackt. :smiley:

    @Johannes schrieb:

    @Sascha schrieb: weil sie sich von der Moderne hat Gehirnwaschen lassen

    Was meinst du in diesem Zusammenhang konkret damit?

    Die moderne Kultur ist eine soziale Umwelt, in der über unterschiedliche Kanäle a) Geschlechtsunterschiede verneint und/oder verleugnet werden, b) die Gleichheit propagiert, c) Maskulinität vorverurteilt und d) die Frauen ihrer einstigen Klarheit beraubt hat, was die essentiellen Dinge des Lebens sind.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Beiträge zur Diskussion! Danke auch @Sascha, dass du dir die Zeit für einen so ausführlichen Text genommen hast!

    Danke für deine Rückfragen, @Johannes - auf diese gehe ich auch gerne ein.

    @persönlichkeit: Danke - allein deine kurze Aussage gibt mir schon Kraft und spornt mich an, den Log lehrreich und erfolgreich zu gestalten!

    Nun aber ersteinmal der Reihenfolge nach:
    Sinnbögen: Kurz / Lang
    Die Ansicht der Sinnbögen ist spannend!
    Du hast Recht: Das Wischiwaschi bietet keine Kontinuität und ich konnte mich auch nicht auf sie verlassen.

    Zitat @Sascha :
    Doch je kürzer der Sinnbogen ist, desto fragmentierter der Sinn und desto unwahrscheinlicher ist, dass das Leben sinnvoll von Moment zu >Moment bleibt. Von Harmonie der einzelnen Bereiche des Lebens ganz zu schweigen.

    Von meiner Seite aus, war es auf jeden Fall Ziel einen langen Sinnbogen herzustellen. Ich liebe es, wenn man Zeit und Mühe in etwas investiert und es dann wächst. Das ist das schöne an Beziehungen, Training, Fähigkeiten: Diese werden durch Nutzung/Anwendung gestärkt. (Wohingegen materielle Dinge durch Nutzung abgenutzt werden).

    Ebenso habe ich ihr von Anfang an klar kommuniziert, dass ich eine feste Beziehung mit ihr möchte. Auch haben wir uns kennen gelernt und waren dann 2 - 3 Monate "zusammen" (also Küssen und Kuscheln), ohne miteinander zu schlafen. Gut fand ich auch, dass wir selten im Bett landeten, sondern dass wir eigentlich immer etwas unternahmen! Das hat mir sehr gefallen!

    Mir ist gerade nicht danach weiter über sie nachzudenken und zu schreiben. Ganz ehrlich: Die letzte Woche habe ich mir sehr gewünscht, dass sie sich mal meldet. Nix da. So wichtig bin ich anscheinend doch nicht. Die anfängliche Hoffnung und Trauer schlägt immer mehr in Enttäuschung und Wut um. Aber ist auch von einem ruhigen, positiven Gefühl der Gewissheit untermalt: Mensch bin ich froh, jetzt den Schritt gemacht zu haben und nicht, wie schon so viele Male davor, um uns gekämpft zu haben.

    Wischiwaschi Beziehung
    Okay, hier muss ich mir auf jeden Fall eingestehen, dass ich ihr Wischiwaschi zu lange geduldet habe. Zu lange deshalb, weil ich sie wirklich für liebenswürdig halte (und mir tatsächlich wünschte, dass wir sehr sehr lange zusammen sind), sie aber irgendwie ein Bindungsproblem hat und auch bisher nur eine (nicht so enge) Beziehung hatte. Ansonsten immer alleine. Ich hatte viel Geduld mit ihr, weil ich ja gemerkt habe, dass sie regelmäßig wie ein schüchternes Reh flieht und nicht mit der Nähe klar kommt. Aber ich habe eben auch gemerkt, dass sie mich sehr gern hat, ja vielleicht sogar liebt, ohne dass sie es benennen wollte. Und daher gab ich ihr ihren Raum, bin aber auch immer wieder auf sie zugegangen und war für sie da. Ich war eine Konstante. Mein Standpunkt von Anfang an klar! Und ich finde es auch gut, dass ich da nicht zu schnell aufgegeben habe! Meiner Meinung nach, kann es ruhig mal schwierig werden mit einem Menschen - das ist kein Grund dann wieder aufzugeben.
    Auch habe ich es als meine "Aufgabe" als Mann angesehen, gerade wenn sie emotional unklar ist, klare Kante zu beziehen und mit ganzem Herz und Verstand für eine Beziehung zu sein und ihr das auch durch mein Handeln zu zeigen.

    Anmerkung: Früher habe ich schon manchmal Mist gebaut - und habe im Bezug auf Frauen auch ein paar Dinge gemacht, die ich bereue. Aber was wirklich SEHR empfehlenswert ist: Bei dieser Geschichte habe ich ein reines Gewissen. Ich habe mein Bestes gegeben und finde, dass ich ihr gegenüber ein sehr guter Partner war.

    Zitat @Sascha :
    Man muss sich selbst erlauben, über eine Frau das Urteil zu sprechen, dass sie unwürdig ist.

    Okay. Vielen Dank für diese These! Ja, sie ist unwürdig. Das hat mir echt die Augen geöffnet. Und ich hab schon viel zu viel Energie in sie gesteckt! Fuck. Aber sei´s drum. Abgehakt.

    Nun interessiert mich allerdings: Wie findet man denn heraus, ob eine Frau würdig / liebenswürdig ist?

    Ich hielt es bisher so: Man merkt ja recht schnell beim Kennenlernen einer Frau, ob man sie für eine Beziehung interessant findet, oder eben die oben genannte Uni-Party-Dame vor sich hat. Es gab Momente, da war mir die Uni-Party-Dame sehr recht. Nur bin ich seit 1 - 2 Jahren wirklich auf eine langfristige Partnerschaft aus und unterlasse das freudige rumkoitieren. Daher: Meidung der Uni-Party-Dame und, um den Rosa-Brille-Effekt zu vermeiden, versuche ich den ersten Sex mit einer potentiellen Partnerin hinauszuzögern, um sie davor besser kennen zu lernen.

    Nuuuuuur: ich glaube, dass ich a) mich zu schnell verliebe und b) vielleicht doch zu schnell Bock auf Sex hab?

    Langer Text, kurze Frage: Lieber @Sascha, bitte verrate doch mal, wie man die Würdigkeit einer Frau feststellen kann?
    Achtest du auf "Redflags"? Hörst du auf deinen Bauch? Hast du bestimmte Regeln (z.B. keinen Sex die ersten 3 Monate, etc)?

    Zitat @Sascha:
    In diesem Fall heißt "wirklich und tatsächlich", dass man sowohl das Gefühl hat (Liebe), sich dies auch bei Überlegungen bestätigt (Vernunft), der >Partner dies auch immer wieder zeigt (Erfahrung) und man mit der Auswahl der Kriterien richtig liegt (Realität).

    In diesem Post verdeutlichst du bereits, was hinter der "Würdigkeit" steckt. Ich steh halt vor der Problematik, dass ich dachte sie sei würdig und eben die Toleranz für Fehler recht hoch war, weil ich es auch wahrscheinlich die letzten Monate nicht wahrhaben wollte, dass es nichts ist.

    Wie viel Zeit nimmst du dir, wenn du eine potentielle Partnerin kennen lernst, um ihre Liebenswürdigkeit festzustellen? Manche Macken tauchen ja auch erst auf, wenn man zusammen / sehr nah ist...


    Fragen von @Johannes:

    Metaskript
    Die Metaskript Methode ist ein kostenfreies Ebook (habe es als Anhang beigefügt) des Coachs/Youtubers Mark Queppet, der den Kanal "Universal Man" betreibt (https://www.youtube.com/user/SacredSexualityVlog).

    Durch Zufall bin ich auf ihn gestoßen. Sein Content und seine Herangehensweise an den Reboot (siehe seine Playlist SSMS - sexual self mastery series) gefällt mir. Er sagt nicht einfach nur: "Ja hör halt auf Pornos zu gucken und rumzuwichsen" sondern macht Vorschläge, was man stattdessen tun kann. Mir leuchtet auch ein, dass der Eskapismus in PMO und Youtube ein Wegrennen vor mir selber ist und dass PMO sowohl Symptom der Realitätsflucht, aber auch Ursache dafür ist. Es gilt also auch mein Denken/Verhalten umzuprogrammieren. Und einfach nur Pronblocker reinzuhauen hat bei mir nicht funktioniert - ICH muss der Pornblocker sein!

    Mark Queppet zieht einen Vergleich zum Theater: Dort gibt es ein Skript. Das Skript definiert, was der Charakter denkt, sich selbst und anderen sagt und welche Handlungen er unternimmt. Also das, was du als Zuschauer siehst.

    Darüber hinaus gibt es meist noch ein Metaskript (voller Glaubenssätze), in dem der Autor die Lebenswelt, Wertevorstellungen, Motive und die Entwicklung der Charaktere über den Verlauf des Theaterspiels festhält. Das Metaskript geht also tiefer als das Skript. Es definiert die Persönlichkeit.

    Beispiel Skript: Max Mustermann kommt heim, der Tag war kacke. Max entspannt, indem er sich zu nem Porno einen von der Palme wedelt und danach zockt.

    Darunter liegt das Metaskript mit diversten Glaubenssätzen:

    • Pronos und Masturbation sind sinnvoll, da kann ich gut zu abschalten und entspannen
    • Wenigstens die Videospiele und Pornos machen mich glücklich
    • Ich kann ja eh nichts an meiner Situation ändern....
    • etc.

    Als drittes gibt es die Intention. In meinem Fall: Ich weiß, dass PMO schlecht für mich ist und will es unterlassen.

    Daraus resultiert eine Problematik der Kongruenz.
    Als ich noch nicht die Intention hatte mit PMO aufzuhören, hatte ich danach auch nicht so ein scheiss Gefühl und es brachte mir Freude/Entspannung.

    In dem Moment, in dem sich allerdings meine Intention ändert, wird es happig:
    Meine Intention ist "PMO ist schlecht, hör auf!"; mein Metaskript, welches unverändert ist, sagt "PMO ist super: damit kannst du abschalten und die Probleme vergessen". Darauß resultiert das Skript, das was passiert: Ich versuchs zu lassen, schaffe es nicht und lande dann doch wieder wichsend vorm Laptop....

    Daher gilt es, meine Glaubenssätze / das Metaskript zu ändern. Die Methodik ist simpel: Wie denkt und handelt die Person, die ich sein will? Welche Glaubenssätze hat jemand, der sich tugendhaft verhält? Und durch regelmäßige Einträge und dem Befassen damit, versuche ich immer mehr so zu denken und zu handeln.

    Es hilft mir, da ich nicht nur versuche ein Verhaltensmuster zu unterlassen, sondern auch etwas für den Fortschritt tun kann.

    Anmerkung: In meinem Zettelkasten habe ich deine Fragen weiter beantwortet und auch Beispiele für meine Metaskript-Einträge, die ich sehr gerne teile. Nur ist jetzt 11:00 Uhr und ich möchte noch die guten 10 l Holundersirup abkochen und abfüllen bevor ich mich um 13 Uhr mit einer Kollegin treffe... Daher geht´s wann anderst weiter :smile:

    Euch allen einen schönen Sonntag!

  • Weiter geht´s mit den Beispielen zum Metaskript.

    Hier mein Eintrag zu meinem alten Metaskript; also dem Teil von mir, der Gefallen am PMO findet:
    LOVE The part of me hooked on Porn and Masturbation loves this behavior, because:

    • weil es mich mich vergessen lässt und ich aus schlechten Gefühlslagen fliehen kann
    • weil ich die schönen Frauen und den hemmungslosen Sex geil finde und das Gefühl der Erregtheit liebe
    • weil es schon seit zehn Jahren eine super Möglichkeit ist, sofort Stress abzubauen und mich gut zu fühlen
    • weil es leichter ist, dem Drang nachzugeben, als ihn auszuhalten
    • nach einer guten PMO Session viel leckeres Essen in sich zu stopfen und dabei Youtube-Videos oder einen Film zu schauen

    HATE The part of me hooked on Porn and PMO hates:

    • zu arbeiten oder zu trainieren, weil das im Vergleich zur PMO viel anstrengender ist, aber mir kein vergleichbares High bringt
    • wenn ich Termine habe oder soziale Kontakte, weil ich dann weg vom Porn muss - und nicht wichsen kann.
    • Oder wenn jemand klingelt / anruft und ich gerade dabei bin
    • keine Zeit für PMO zu haben
    • wenn das Internet nicht geht
    • Abends ins Bett zu gehen und dann das schlechte Gewissen zu haben, weil der Tag wieder vergeudet war und auch keinen Bock auf den morgigen zu haben

    Indifference The part of me hooked on PMO is indifferent to: ( It can be helpful to note the rationalizations for the indifference )

    • die Zeit, die dafür drauf geht - "weil es ist ja eine Art Stress abzubauen und fühlt sich sooooo gut an"
    • dass ich viel zu wenig Schlaf abbekomme und nicht ins Bett gehe - "ja aber nur noch ein bisschen mehr, das fühlt sich so gut an, hier spüre ich nichts - keine Probleme, wenn ich jetzt aufhöre, boah, dann kommt das schlechte Gewissen und alles - neinnein, lieber weiter machen"
    • dass ich mich nicht konzentrieren kann - "Arbeit ist anstrengend, und ach die kack Arbeits-Stelle, so das richtig wahre ist es nicht. Eigentlich will ich ja selbstständig sein und als Coach agieren" (Tja nur doof, dass ich das nicht auf die Reihe bekomme, wenn ich mich nichtmal auf die aktuele Arbeits-Stelle konzentrieren kann)
    • dass ich zunehme und mein Körperfettanteil steigt: "Achwas, ich mache doch Sport und puuuh, nach dem Orgasmus brauch ich jetzt erstmal wieder ordentlich Nahrung und Energie" und "ich kann ja wann anders abnehmen"
    • dass die Beziehung mit (Name der Dame) kaputt geht - "Die Folgen des PMO sind nicht so schlimm, ist doch nur einmal jetzt, das macht doch keinen Unterschied und ich leide ja auch nicht an erektilder Dysfunktion - ach und eigentlich ist das ja auch gutes Training und gibt mir Inspiration . Dann komme ich auch nicht so schnell und kann es ihr nur noch besser besorgen!
    • Dass ich viel zu Horny bin - andauernd und sau viel sexualisiere - "Das ist normal, ich habe eben einen gesteigerten Trieb. Und es ist doch auch ein Zeichen für meine Männlichkeit!

    Und hier das Metaskript, welches ich versuche zu etablieren:

    Love The new part of me loves being abstinent and productive because:

    • weil ich mich für die Welt interessiere und Energie habe, meinen Interessen nachzugehen und dabei Spaß habe = ich lebe!
    • weil ich ruhiger und ausgeglichener bin
    • weil ich mich besser konzentrieren kann und mir die Arbeit leichter fällt und ich dabei auch Erfolge erziele, die mich erfüllen
    • weil ich die Probleme / Dinge, die in meinem Leben falsch laufen benenne und angehe, um sie zum Besseren zu wenden
    • weil ich Freude am regelmäßigen Training habe und auch über die Energie verfüge, das zu machen. Dadurch mache ich auch im Sport und meiner Bewegungspraxis Fortschritte, die dazu führen, dass ich besser aussehe und z.B. den Handstand und Ring Muscle Up kann - das erfüllt mich mit echtem Stolz und erhöht auch meinen Status.
    • weil das Training MEINE Zeit ist: Zeit für mich, Zeit die Welt zu vergessen, die Musik zu genießen und mich voll und ganz im Training zu versenken
    • weil ich mit immer größerem Streak ein immer größeres Selbstbewusstsein aufbaue! Und je selbstbewusster und ruhiger ich auftrete, umso erfolgreicher bin ich auch
    • weil ich meine Basis-Verantwortlichkeiten erfüllen kann: Ich kann gut von zuhause aus arbeiten und ich bin für meine Freunde und Familie da, anstatt, dass sie mich als Häufchen Elend erleben
    • weil ich mein Leben gestalte - und meine Gefühle angehe/annehme - wenn es mir nicht gut geht, dann Löse ich das Problem, anstatt davor wegzulaufen
    • Ich schlafe viel besser und länger, dadurch bin ich an den darauf folgenden Tagen nicht so im Hangover! Und ich bin gut im Einschlafen weil mein Neurodermitis weggeht und ich mich endlich wieder wohl in meiner Haut fühle weil ich mich um mich kümmere und schaue, dass es mir gut geht: Ich bin mein Freund weil ich es liebe und es mich mit Stolz erfüllt meine Fortschritte im Habittracker einzutragen und zu sehen, wie ich mich Tag für Tag zu der Person entwickele, die ich immer sein wollte und auf die ich von ganzem Herzen stolz bin!

    HATE The new part of me hates PMO and being unproductive (escapism) because:

    • weil es meine Energie raubt und mir dadurch die Arbeit extrem schwer fällt, bzw ich es nicht mal gebacken bekomme, das Minimum an Arbeitsleistung zu stemmen weil ich dann richtig in den Escapismus abschmiere und ganz schnell wieder 14 unproduktive Tage ins Land gehen!
    • weil ich dann vor meinen Freunden und meiner Familie ein schlechtes Gewissen bekomme, mich unrein fühle und mich nicht mag - und davon wird mein Neurodermitis schlimmer!
    • weil mir dann die Kraft und Disziplin fehlt, zu trainieren und ich wieder viel zu viel Scheiße in mich reinfresse - und davon dick und unsportlich werde - und wieder eine Wampe und Männertitten bekomme und im Training nicht voran komme
    • weil PMO kein echter Sex ist
    • weil ich nicht in der Realität bin, sondern mich anlüge!
    • weil es meine ganzen Gedanken sexualisert und ich mich kaum konzentrieren kann
    • weil ich nach einem Relapse ein so gewaltiges schlechtes Gewissen habe weil es SO VERDAMMT FUCKING SCHWER IST MICH NACH EINEM KACK RELAPSE WIEDER RAUSZUKÄMPFEN UND ICH ES SCHON SEIT ÜBER EINEM JAHR VERSUCHE UND IMMER IMMER WIEDER ABSCHMIERE UND DABEI SCHON VERFICKTE 10 JAHRE INS LAND GINGEN
    • weil es meinen Schlaf stört und ich abends ewig brauche um einzuschlafen, viel zu wenig schlafe und dadurch der Folgetag noch viel anstrengender wird
    • weil NIX in meinem Leben vorangeht: Ich sehe, was alles falsch läuft, aber verkrieche mich lieber in den fucking Escapismus und lass mich umherwerfen vom Leben
    • weil ich keine Erfolge feiern kann, sondern mich hauptsächlich vor Niederlagen verstecke
    • weil ich mich Tag für Tag zerstöre und mein kostbares Leben vergeude und verteufele
    • und durch meine Unreinheit mir und auch meinen Mitmenschen und der Welt nicht von Nutzen bin und somit die Welt wegen mir ein Stück schlechter wird!
    • weil es mir die Freude am ganzen Leben nimmt und ich all die Dinge, die mich eigentlich wirklich erfüllen, ungern mache und sie mir keine Freude bringen
    • weil es mein Leben langweilig und kalt macht
    • weil es mich einsam macht und ich kein guter Mensch dadurch sein kann

    Indifferent The new part of me is indifferent to: Pornos und Masturbation

    • "Das bringt mir nichts als Ärger und es ist auch kein echter Sex und wirklich ein ziemliches Beta-Verhalten"
    • die Urges sind mir egal - klar, wenn es stressig ist, kommt der Drang einfach alles zu vergessen und sich ordentlich einen von der Palme zu wedeln, aber das ist nur ein Jucken, das auch vorbei geht, wenn ich dem nicht nachkomme. Und es gibt nur eine feste Anzahl an Urges und mit jedem Urge, den ich überwinde, werde ich stärker und mehr zu der Person, die ich sein will
    • dass es eben auch Tage gibt, an denen ich kaputt bin und Pause / Ruhe brauche - die Ruhe nehme ich mir dann und kann danach wieder voll und ganz weiter machen - ohne schlechtes Gewissen, ohne dass ich mich wieder aus einem Loch heraus kämpfen brauche. Selbst wenn ich einmal einen Tag lang Ruhe brauche und mich erholen muss, ist das immer noch besser, als wieder 2 Wochen in die Hölle abzuschmieren und sich danach wieder mühsam rauszukämpfen. Und man braucht eben auch Ruhe, denk an Tiger und Wölfe! Den ganzen Tag ausruhen, um dann im entscheidenden Moment angreifen zu können. Und hier geht es nicht darum eine Schlacht zu gewinnen, sondern den ganzen Krieg für sich zu entscheiden!
    • dass es auch Rückschläge gibt, und manche Ziele eben mühsam und langwierig angegangen werden müssen - aber das ist kein Grund aufzugeben und wieder komplett abzurutschen. Es gilt einen Krieg zu gewinnen und keine Schlacht. Schritt für Schritt, Tag für Tag, besser und besser!!

    Entsprechend dem LOVE/HATE/INDIFFERENT Muster reflektiere ich vergangenes Fehlverhalten und versuche mich auf zukünftige Urges vorzubereiten.


    UPDATE REBOOT Streak: 17 Tage

    Resultate der ersten zwei Wochen:

    Tag 1 - 7:

    • Aggression: Hatte eine geringe Hemmschwelle und eine Wut im Bauch
    • Schlaflosigkeit: Konnte nicht einschlafen, Neurodermitis hat extrem geplagt, Nachts oft aufgewacht
    • Konzentrationsfähigkeit verbesserte sich täglich
    • Gedanken wurden klarer: z.B. in Bezug auf meine Freundin: Lösung des Problems = Trennung von ihr

    Tag 7 - 14:

    • Schlaf verbesserte sich drastisch! Etablierung regelmäßiger Schlafzeiten (22 h - 6:30 h)
    • schnelles Einschlafen und nur manchmal 1x Nachts aufgewacht
    • Liebeskummer aufgrund von Trennung - Vermisse sie und würde mich am liebsten bei ihr melden - aber mache es nicht und erinnere mich auch daran, warum ich sie vor die Wahl gestellt habe. Gehe anständig mit dem Schmerz um und flüchte nicht. Umwandlung in sinnvolles: z.B. Trauer und Wut beim Training rauslassen
    • Freude; spontane Lust Dinge zu machen (z.B. beim Training noch ne Übung ausprobieren; rumturnen; noch mehr Sirup machen)
    • Konzentrationsfähigkeit steigt weiter: Fokuszeit pro Tag steigt
    • Festigung eines Tagesrhythmus
    • Aggeression ist weg; bin zufrieden; stolz auf dem Weg zu sein, aber auch vorsichtig, weil ich noch nicht über dem Kamm bin Neurodermitis geht weg!!!
    • Habe mich ertappt, dass ich unvorsichtiger werde und mir z.B. erlaubt habe eine Folge "Letzte Spur Berlin" zu schauen. Aber auch gemerkt, dass das ganz schnell schief gehen kann und dann unterlassen.
    • Kaum Interesse danach Youtube zu schauen - oder wenn ich mal etwas davor sitze, schaue ich nur ausgewählte (sinnvolle) Videos an und wenn ich wirklich Entspannung suche, merke ich das, und mache einen Mittagsschlaf oder geh spazieren = sinnvoller Umgang mit den Energiezuständen fällt mir immer leichter

    Tag 15 - 17:

    • Nachts Schlaflosigkeit. Richtig Bock mir einen runter zu holen. Teilweise Nachts aufgewacht und übelst den Ständer gehabt und bereits im Halbschlaf angefangen an mir rumzuspielen. Ist sicher ein Fluchtverhalten für die Wut und Entäuschung, welche aus der Trennung resultiert.
    • Aggression / cholerisch / geringere Toleranz: Ich lass mich nicht mehr rumschubsen.
    • Vorletzte Nacht konnte ich so gut wie gar nicht schlafen und bin dann um 3 Uhr nachts aufgestanden, um den Abwasch zu machen. Bin dann leider auch kurz ans Smartphone und wäre fast in PMO und einen Relapse abgerutscht.

    Hier die Analyse am nächsten Morgen:
    Main objective: Stay porn free
    Critical Moment :

    Gestern Nacht konnte ich nicht schlafen. Irgendwann bin ich dann aufgestanden, um den Abwasch in der Küche zu machen, damit ich wenigstens etwas sinnvolles gemacht habe und ggfs. danach einschlafen kann. Nach dem Abwasch habe ich mich hingesetzt und das Smartphone angeschaltet. Zuerst war ich auf Whatsapp unterwegs, dann habe ich auf FB Bilder von einer Bekannten angeschaut, mit der eine sexuelle Anziehung besteht und die mir letztens auch deutliche Signale gab (und ich bin ja wieder single... und hätte irgendwie schon Bock auf sie...). Dann habe ich nach Lena Paul (Pornodarstellerin) gegoogelt - und lauter erotische Thumbnails bei den Videovorschlägen gesehen. Ich habe einen Ständer bekommen und mich auch etwas angefasst. Ein Video habe ich sogar angeklickt - es war auf irgend einer komischen Seite, sodass ich nicht Vorskippen konnte und das Intro sehen musste. Das war zum Glück so dumm gespielt und hat mir so vor den Kopf gestoßen, dass ich "aufwachte" und mir dachte: Was für einen Scheiß mach ich hier eigentlich! Schnell machte ich das Smartphone aus und ging ins Bett. Danach habe ich allerdings ganz klar geträumt, dass mich meine Ex besucht hat, und wir gemeinsam auf einem Sessel saßen und sie eine Leggins an hatte und ich ihr Bein gestreichelt habe und immer mal wieder über ihre Muschi gestrichen habe. Ihr hat das gefallen und ich ließ meine Hand da liegen. Weiter ging der Traum nicht. Am nächsten Morgen bin ich total kaputt aufgewacht und war froh, dem Relapse in letzter Sekunde von der Schippe gesprungen zu sein!

    Self-deception/Lie/Rationalization:

    Es ist in Ordnung, dass ich Nachts um 3 / 4 Uhr im Internet rumsurfe, da werde ich schon keinen Relapse machen. Ich schau ja nur kurz in Whatsapp. Es ist okay, sich Bilder von der Bekannten anzuschauen und dabei zu denken, dass es ganz schön wär mit ihr zu schlafen - weil das ja kein Porno ist (Du Depp, das sind aber sexuelle Phantasien!) Es ist okay, nach einer Pornodarstellerin zu googeln und dann auch die erotischen Thumbnails zu sehen.... Und da ging der Pfad schon wieder bergab...

    How I want to think next time:

    Okay. Es ist spät. Du kannst nicht schlafen und hast gerade den Abwasch gemacht. Das ist doch schon einmal gut. Darüber freust du dich, wenn du morgen aufwachst. Ja, nun könntest du noch etwas am Handy schauen. Aber du weißt doch auch, dass das dein typisches Relapse Verhalten ist. Und ich liebe es abstinent zu sein! Ich liebe es die Pornosucht hinter mir zu lassen und Tag für Tag immer klarer zu werden. Ich liebe es am Morgen ausgeruht aufzustehen und den Tag voller Freude und Elan zu beginnen. Und ich liebe es meinen Streak immer weiter zu machen und freue mich auf die Feier im August und auf all die guten Veränderungen, die ich noch angehe, um den Escapismus zu beenden!
    Ich hasse es, wenn ich relapse. Und vor allem wieder nach dem gleichen dummen Muster! Langsam müsste ichs doch kapiert haben! Nachts übermüdet im Internet ist keine gute Idee! Ich hasse das Gefühl nach dem Orgasmus die ganze Sauerei zu haben. Das schlechte Gewissen, dass ich schon wieder verkackt habe. Die Unreinheit am nächsten Tag! Ich hasse es, dass ich dann den ganzen Streak an der weißen Tafel abwischen müsste, darüber im Me Improved Forum schreiben müsste und ja - es wieder 15 Tag länger dauert, bis ich sagen kann, dass ich den Reboot geschafft habe. He ich will auch mal wieder Sex haben! Und um dafür überhaupt offen zu sein, muss ich mal den Reboot und die 90 Tage Abstinenz rocken! Irrelevant: Mir ist es egal, dass ich nicht schlafen kann. So what! Wie viele übermüdete Nächte hatte ich schon! Und lieber habe ich eine übermüdete Nacht und keinen Relapse, als jetzt hier wieder alles hinzuschmeißen, wofür ich die letzten zwei Wochen gekämpft habe! Nein. Mir ist es egal, ob ich mit der Bekannten schlafe oder nicht, für ne Beziehung taugt sie eh nicht. Mir ist es egal, ob es von Lena Paul neue Pornos gibt. Mir ist es egal, ob es Pornos gibt! Nein - das sind alles, wie Sascha sagt, kurze Sinnstrukturen! Wohingegen der Reboot eine lange, ein großes Sinnkonstrukt ist. Dieser ist auch nicht durch externe Faktoren beeinflussbar und gibt mir Sinn und Erfüllung. Ebenso steht es um das Training. Wunderbar. Jeden Tag Stück für Stück besser und besser!


    Es ist wieder ein sehr langer Beitrag geworden. Ich hoffe, es ist euch nicht zu lang. Bitte gebt mir eine Rückmeldung, wenn ich mich kürzer fassen soll.

    Ansonsten wünsche ich euch alles Gute und freue mich auf Anregungen und Rückfragen!

  • Die Ausführlichkeit, mit der du reflektierst, ist wirklich erstaunlich. Ich lese deine Texte mehrmals und mit großem Interesse. Ich versuche mich in die Thematik zu denken. Vor allem aber kann ich dank der Länge und dem Detaillreichtum nach Zusammenhängen (z.B. zu meiner Low Information Diet) suchen. Also: Gerne beibehalten!

  • Hallo Iron_John,

    wenn ich mir Deine Infos zum Thema Beziehung anschaue, denke ich -entschuldige- es liegt an Dir und nicht an ihr. Das Selbstverständnis als Mann heißt nicht, wie ein bockiges Kind "eine Frau vor die Wahl zu stellen". Es bedeutet ein eigenes Leben zu haben, Verantwortung zu übernehmen, du kannst der Frau die Möglichkeit geben an deinem Leben teil zu haben, ihr bei zu stehen, wenn sie dich braucht, ihr aber auch zu sagen was du willst. Wenn ich das so lese, was Du geschrieben hast, klingt das eher so als ob Du die Verantwortung abgegeben hast. Im übrigen hat sie schon gewählt, merkbar an der Distanzierung ab Januar, Frauen sagen selten was sie wollen, aber man kann es erkennen an ihrem Verhalten. Und wenn sie vorgeben zu sagen was sie wollen, heißt das noch lange nicht das sie das auch wirklich wollen. Das ist nur meine Erfahrung, keine Gewähr auf Richtigkeit, keine wissenschaftlichen Beweise oder so dazu.

    @Iron_John schrieb:

    Ebenso habe ich ihr von Anfang an klar kommuniziert, dass ich eine feste Beziehung mit ihr möchte. Auch haben wir uns kennen gelernt und waren dann 2 - 3 Monate "zusammen" (also Küssen und Kuscheln), ohne miteinander zu schlafen. Gut fand ich auch, dass wir selten im Bett landeten, sondern dass wir eigentlich immer etwas unternahmen! Das hat mir sehr gefallen!

    Das hat möglicherweise Dir gefallen, ob es ihr wirklich gefallen hat, wage ich zu bezweifeln, Beziehungen beruhen nun mal auf sexueller Anziehung (unter anderem). Mit der Abszinenz zeigst Du ihr nicht unbedingt, dass du sie willst. Woher kommt der Gedanke, das sei beziehungsförderlich, wenn man keinen Sex hat?

    Mir ist gerade nicht danach weiter über sie nachzudenken und zu schreiben. Ganz ehrlich: Die letzte Woche habe ich mir sehr gewünscht, dass sie sich mal meldet. Nix da. So wichtig bin ich anscheinend doch nicht. Die anfängliche Hoffnung und Trauer schlägt immer mehr in Enttäuschung und Wut um. Aber ist auch von einem ruhigen, positiven Gefühl der Gewissheit untermalt: Mensch bin ich froh, jetzt den Schritt gemacht zu haben und nicht, wie schon so viele Male davor, um uns gekämpft zu haben.

    Diese Gefühle würde ich als normal bezeichnen, zumindest ging es mir früher auch oft so. Aber mach dich von diesem Gedanken los, dass Du nicht so wichtig seist. Sei dir selbst wichtig und du wirst für andere wichtig. Zumal es sinnlos ist um eine zerbrochene Beziehung zu "kämpfen". Wenn es so weit ist, lief vorher schon zu viel falsch, es fehlte irgendwas. In Deinem Fall tippe ich auf fehlende sexuelle Anziehung und wenig männliches Verhalten deinerseits. Entschuldige, dass ich das so frei heraus sage, aber das ist das was ich aus deinen Zeilen lese.

    Wischiwaschi Beziehung
    Okay, hier muss ich mir auf jeden Fall eingestehen, dass ich ihr Wischiwaschi zu lange geduldet habe. Zu lange deshalb, weil ich sie wirklich für liebenswürdig halte (und mir tatsächlich wünschte, dass wir sehr sehr lange zusammen sind), sie aber irgendwie ein Bindungsproblem hat und auch bisher nur eine (nicht so enge) Beziehung hatte. Ansonsten immer alleine. Ich hatte viel Geduld mit ihr, weil ich ja gemerkt habe, dass sie regelmäßig wie ein schüchternes Reh flieht und nicht mit der Nähe klar kommt. Aber ich habe eben auch gemerkt, dass sie mich sehr gern hat, ja vielleicht sogar liebt, ohne dass sie es benennen wollte. Und daher gab ich ihr ihren Raum, bin aber auch immer wieder auf sie zugegangen und war für sie da. Ich war eine Konstante. Mein Standpunkt von Anfang an klar! Und ich finde es auch gut, dass ich da nicht zu schnell aufgegeben habe! Meiner Meinung nach, kann es ruhig mal schwierig werden mit einem Menschen - das ist kein Grund dann wieder aufzugeben.
    Auch habe ich es als meine "Aufgabe" als Mann angesehen, gerade wenn sie emotional unklar ist, klare Kante zu beziehen und mit ganzem Herz und Verstand für eine Beziehung zu sein und ihr das auch durch mein Handeln zu zeigen.

    Vielleicht war Deine "klare Kante für eine Beziehung" ihr zu aufdringlich. Frauen ticken ganz anders als wir Männer und wir verstehen das nicht, wir müssen lernen damit um zu gehen, nicht es zu verstehen. Es ist nicht die Aufgabe des Mannes eine Bindung anzuvisieren, das macht die Frau im Falle man wird als "sexueller, starker Mann" gesehen von ganz alleine, das liegt meiner Meinung nach in ihrer Natur und sie können das sehr gut. Männer reden nicht über Gefühle wie Frauen es tun, aber sie handeln so, dass die Frau sich bei ihnen aufgehoben und sicher fühlt.

    Nuuuuuur: ich glaube, dass ich a) mich zu schnell verliebe und b) vielleicht doch zu schnell Bock auf Sex hab?

    Verliebst Du Dich oder malst Du Dir nur etwas aus was nicht ist, Deine Sehnsüchte sollen wahr werden. Bock auf Sex mit einer Hammerbraut zu haben ist total natürlich. Sexuell zu sein ist natürlich. Sex ist nichts schlimmes, böses oder so, es ist schön leidenschaftlichen Sex zu haben.

    Langer Text, kurze Frage: Lieber @Sascha, bitte verrate doch mal, wie man die Würdigkeit einer Frau feststellen kann?
    Achtest du auf "Redflags"? Hörst du auf deinen Bauch? Hast du bestimmte Regeln (z.B. keinen Sex die ersten 3 Monate, etc)?

    Heiße zwar nicht Sascha, bin aber seit 7 Jahren glücklich verheiratet mit einer würdigen Frau. Eine Frau ist würdig, wenn sie mich gut behandelt, wenn sie andere Menschen gut behandelt, wenn sie sie selbst ist, auf eigenen Beinen steht, wenn sie weiblich ist und mich in meinem Mann-sein nicht einschränkt und man gemeinsam ein Ganzes ist. Dabei höre ich auf meinen Bauch und meine Erfahrung.

    Wie viel Zeit nimmst du dir, wenn du eine potentielle Partnerin kennen lernst, um ihre Liebenswürdigkeit festzustellen? Manche Macken tauchen ja auch erst auf, wenn man zusammen / sehr nah ist...

    Partnerwahl ist nichts so rationales, wie Mann das gerne sieht. Liebenswürdigkeit kann man sehr schnell erkennen, wenn man die Frau (Menschen allgemein) im Umgang mit anderen beobachtet. Geht sie auf andere ein? Lästert sie hinterrücks? Wie körperlich wird sie? Nimmt sie emotional am Schicksal anderer Teil? Ist sie vorlaut? Versteckt sie sich? Ist sie oberflächlich oder kann man über tiefere Dinge reden? Usw. usw.
    Diese Macken, die nach der Wahl auftauchen muss man abwägen, ob man damit leben will, ob sie "heilbar" sind, schließlich sind wir alle auf einer Reise der Selbstverwirklichung und werden nicht perfekt geboren. Diese Entscheidung ist aber keine Objektive, sondern eine Subjektive, um das zu entscheiden muss man wissen was man selbst will, muss sich kennen, ob man es zusammen tragen kann oder will.

    Entschuldige diese direkten Worte, aber man liest etwas ein ungesundes Verhältnis zur Sexualität heraus.

    Damit ich jetzt nicht nur kritisiert habe und auch etwas positives und erbringliches einbringen will:

    Es ist gut, dass Du Dein Problem mit Deiner Sexualität angehst. Doch sei dabei auch gut zu dir. Und vorallem werde Dir selbst als Mann bewusst. Lese und schaue nicht irgendwelches Zeug in Internet und Büchern, die Dir erklären wollen wie Du zu sein hast. Bilde Dir Dein eigenes Leben, mit Deinen Prinzipien, Deiner Moral und Deinem Bewusstsein was Du vom Leben haben willst. Dazu muss man handeln, sieh jeden Tag an dem Du vor Deinen "Problemen" stehst als Möglichkeit und Chance der zu werden, der Du sein willst.
    Such Dir etwas, dass dir Sinn gibt und dich erfüllt und konzentriere Dich darauf, ohne dauernd daran zu denken zu verkacken, weil Du Dir die Palme wedelst, auch das kann letztendlich Teil von Dir sein und es ist in Ordnung.
    Lass nicht all Deine Gedanken um Relapse, PMO und was weiß ich was das für Wörter sind Kreisen. Würde ein "Hin-zu" statt "weg-Von" vorschlagen. Es muss doch etwas geben, was Dich begeistert oder was dich begeistern könnte, dann gehe da hin statt weg von.
    Der Grund ist ganz einfach, bei weg von ist man immer wieder mit seinem "Problem" konfrontiert, alle Gedanken kreisen darum, es bekommt einen Wert, den es nicht verdient hat. Bei hin zu ist es positiv, bereichernd, da man etwas schönes in sein Leben holt. Und oft passiert es von ganz allein, dass man gar kein Bock hat auf so eine Zeitverschwendung, denn man hat besseres zu tun.
    Wünsch Dir alles Gute.

  • Guten Morgen,
    wunderbar, wenn es auch jemand anderem nützt!
    Bisher stelle ich fest, dass es mir sehr gut tut, so offen in diesem Forum zu schreiben.
    Und gerade auch solch ehrliche Antworten, wie von dir @Pinocio, sind extrem wertvoll! Auf deinen Post gehe ich als nächstes ein, allerdings gab es noch offene Fragen von @Johannes, die ich heute beantworten mag.

    Danke für das tolle Forum. Die letzten Tage habe ich auch andere Diskussionen gelesen und z.B. der Log von @Dogmeat und sein Trainingsfortschritt (gerade die Bilder) haben mich echt motiviert!


    Fragen:

    Wie wirst du diesen Log gestalten? Regelmäßige Updates?

    Ja, es wird regelmäßige Updates geben. Ich dachte mir regelmäßige Updates sowie Strategien/Methoden, die mir helfen, zu teilen und auf das, was sich in der Diskussion entwickelt einzugehen.

    Welche Aktivitäten und Haltungen versuche ich aktuell zu etablieren?
    Kurz und knapp: Meinen Arsch hinzuhocken und mich meinen Problemen zu stellen. Eine gesunde Basis aufbauen. Meinen Lebenswandel so zu gestalten, dass ich stolz darauf bin und mich wohl fühle.

    Ausführlich: Ich habe eine 50 % Stelle in der ich, Corona bedingt im Homeoffice, 20 h pro Woche leisten soll. Gerade arbeite ich progressiv darauf hin diese 20 h zu erreichen und auch die Arbeitszeit wertvoller zu gestalten. Also einfach meinen Job sehr gut zu machen. Dabei orientiere ich mich nicht an Peaks, sondern versuche die Baseline jede Woche zu erhöhen. Ich fing mit 15 h in der ersten Woche an - die musste ich mindestens packen - dann 15,5 h dann 16 h .... Ist klar wie das weiter geht. Wenn ich jedoch mehr packe, ist das auch okay.
    Damit versuche ich zu vermeiden, vor Wände zu rennen und aus lauter Frustration wieder abzuschmieren. Letzte Woche habe ich die 20 h z.B. bereits voll erfüllt.

    Ich war wirklich sehr unproduktiv und habe kaum was gebacken bekommen, daher habe ich mich die ersten Wochen viel auf Ruhe konzentriert und darauf mich nicht zu überfordern. Mittlerweile kann ich mich aber DEUTLICH besser konzentrieren und habe Lust/Freude an Arbeit! (Denke, das korreliert mit dem Dopamin Detox)

    Dann lerne ich mich lieb zu haben und nicht so fertig zu machen. Ich gewöhne mir einen wertschätzenden inneren Dialog an. Früher gab es ja Phasen in denen ich mit harter Willenskraft richtig durchgepowert habe und dann eben mehr oder minder daran kaputt gegangen bin und wieder abrutschte in absolute Unproduktivität (Raubbau an mir; Selbsthass). Daher etabliere ich gerade Ruhe :) Ich achte darauf, wie es mir geht und wenn ich kaputt bin, dann leg ich mich hin und mach ein kurzes Nickerchen oder erlaube mir einfach etwas anderes zu machen. Meist packt mich dann nach ner halben Stunde der Drang doch weiter zu machen und dann läuft es wieder. Und wenn nicht, dann lass ich 5e gerade. Dann brauch ich die Ruhe und lieber ruhe ich mich einen Tag gut aus, als mich zu zwingen und dann wieder voll abzurutschen und 2 - 3 Wochen nur vorm Laptop zu hängen und Youtube zu schauen, etc....

    Elemente der Ruhe: In den Garten liegen, Mittagsschlaf (Beste!!), Spaziergang, da hocken und Musik hören...

    Emotionen und Energiezustände:
    Oben genannte Maßnahmen der Ruhe gegen geringe Energiezustände. Die Emotionen gehe ich durch Tagebuch schreiben im positiven Selbstdialog an und akzeptiere sie. Ich merke immer mehr, dass alles kommt und wieder geht. Dann fühle ich mich eben mal einen Tag schlecht - wird auch wieder ein guter kommen. Ich werde ausgeglichener.

    Mit "zu viel" Energie habe ich weniger Erfahrung. Denn wenn mal zu viel Energie da war, ging die ins Tempo. Die Schlaflosigkeit der letzten Tage führe ich darauf zurück. Damit bin ich gestern sehr gut umgegangen und habe mich tagsüber sehr angestrengt, produktiv zu sein und mein Leben voran zu bringen. Heißt: Geschrieben (Metaskript & Forum), gearbeitet, die ganze Wohnung super sauber geputzt, trainiert, abends gelesen, bis mir fast die Augen zugefallen sind. War sehr zufrieden mit mir, weiß aber auch, dass ich noch mehr kann und bin heute Morgen mit richtig Bock auf den Tag aufgewacht!

    Habt ihr Erfahrung mit Sexual Transmutation?
    Gestern Mittag hatte ich einen Urge und war ziemlich geil. Darin habe ich ein Zeichen von zu viel Energie gesehen und dann all die Energie in das Training gesteckt und das so gut wie möglich gestaltet. Auch ins Aufräumen habe ich Liebe gesteckt und so gut wie schon lange nicht mehr geputzt. Der Versuch eben, Liebe ins Leben zu stecken.

    Abschließende Worte
    Mein aktuelles Hauptziel ist es, von dem PMO loszukommen, indem ich ein gesundes Verhältnis zu mir aufbaue und eine Grundproduktivität schaffe. Ich will mir ein Freund sein, ich will mich auf mich verlassen können.
    Skaliert/Gemessen wird der Erfolg eben an den 90 abstinenten Tagen.

    Darüber hinaus gibt es untergeordnete Projekte/Themen, in die ich meine Energie stecke, die allerdings nicht meine Hauptaufgabe sind.
    Das heißt, wenn ich dabei mal nicht weiterkomme oder zu gestresst bin, bin ich mit diesen Zielen nachlässig, um mein Hauptziel, den Reboot und schaffen der Basisproduktivität nicht zu gefährden.

    Zu diesen Projekten zählt z.B. folgendes:

    • Lernen des Handstands: Das macht Spaß! Ist ein sehr schönes Projekt, weil ich aktuell konstant kleine Fortschritte erziele und die Zeit im Handstandtraining sehr genieße. Das ist Spielen :smile:
    • Reduktion des KFA: Ich nehme gerade ab, esse nur noch 2x am Tag (Mittag & Abend /Paleo).
    • Regelmäßiges Krafttraining

    Nur, wenn ich mich mal bei der Arbeit nicht konzentrieren kann und merk, sinnlos im Internet zu klicken, dann esse ich eben etwas - um genügend Willenskraft für den Reboot zu haben und ggfs. Dränge mich in die virtuelle Welt zu flüchten abwehren zu können.

  • @Iron_John schrieb:
    Langer Text, kurze Frage: Lieber @Sascha, bitte verrate doch mal, wie man die Würdigkeit einer Frau feststellen kann?

    Achtest du auf "Redflags"? Hörst du auf deinen Bauch? Hast du bestimmte Regeln (z.B. keinen Sex die ersten 3 Monate, etc)?

    Ja, ich achte sehr auf Redflags. Dabei gibt es für mich harte und weiche Warnsignale. Aber alles läuft darauf hinaus, ob ich einer Frau meine eigenen Kinder anvertrauen würde. Wenn ich dieses Vertrauen nicht habe oder es sogar im Laufe von Wochen und Monaten abnimmt, bin ich raus. Egal wie gut der Sex oder die Gespräche sind. Bin aber auch schon ein paar Mal auf absurde Weise auf die Schnauze gefallen. :smile:

    @Iron_John schrieb:
    In diesem Post verdeutlichst du bereits, was hinter der "Würdigkeit" steckt. Ich steh halt vor der Problematik, dass ich dachte sie sei würdig und eben die Toleranz für Fehler recht hoch war, weil ich es auch wahrscheinlich die letzten Monate nicht wahrhaben wollte, dass es nichts ist. Wie viel Zeit nimmst du dir, wenn du eine potentielle Partnerin kennen lernst, um ihre Liebenswürdigkeit festzustellen? Manche Macken tauchen ja auch erst auf, wenn man zusammen / sehr nah ist...

    Wenn man wirklich ehrlich zu sich ist, sind die Ausschlusskriterien schon sehr früh zu erkennen. In der Mehrheit der Fälle und dann, wenn man eine klare Agenda hat. Oberflächlich sind Dinge wie intellektuelle Kompatibilität. Ich bin sehr damit gesegnet, dass meine Freundin äußerst intelligent und wissbegierig ist. Sie versteht schnell und viel, ist eher interessiert, wenn ich ihr lange Vorträge über dieses oder jenes halte und liest selbst regelmäßig. Aber das ist eher ein Bonus. Viel wichtiger ist, dass sie fleißig und arbeitsam ist. Wenn ich ein gemeinsames Leben mit jemandem aufbauen will, brauche ich einen Partner (#nohomo) und keine Schlaftablette, die sich mitziehen lassen will.

    Aber dazu braucht man eine klare Agenda, man muss wissen, was wichtig ist und was nicht.

  • Hallo @Pinocio,

    deinen Text las ich mittlerweile einige Male. Und ich denke, dass ich es noch öfters wiederholen werde. Vieles trifft den Nagel auf den Kopf und hält mir gut den Spiegel vor, bei Manchem widerspreche ich dir (aber du kennst ja auch weder das Mädchen, noch mich, gut genug, um da so genau zu antworten). Mich traf dein Text auch. Und auch die Antwort hier wird jetzt Arbeit.
    Danke für deine Worte!


    @Pinocio schrieb:
    wenn ich mir Deine Infos zum Thema Beziehung anschaue, denke ich -entschuldige- es liegt an Dir und nicht an ihr. Das Selbstverständnis als Mann heißt nicht, wie ein bockiges Kind "eine Frau vor die Wahl zu stellen". Es bedeutet ein eigenes Leben zu haben, Verantwortung zu übernehmen, du kannst der Frau die Möglichkeit geben an deinem Leben teil zu haben, ihr bei zu stehen, wenn sie dich braucht, ihr aber auch zu sagen was du willst. Wenn ich das so lese, was Du geschrieben hast, klingt das eher so als ob Du die Verantwortung abgegeben hast.

    Ja, mit Sicherheit liegt es mitunter an mir - sonst würde dieses Muster nicht schon zum 3ten Mal in meinem Liebesleben auftreten. Das "vor die Wahl stellen" war bockig, ja. Ich wusste nicht wie weiter. Vor lauter Angst, sie zu verlieren, verliere ich sie wohl. Hm. Ja, wenn ich zurückblicke ist das ein Arbeitsfeld: Je länger ich mit einer Person zusammen bin, umso mehr setzte ich diese Beziehung an erste Stelle und vernachlässige meine eigenen Ziele und die Arbeit an mir. Ich gebe gewissermaßen schon die Verantwortung ab. Vielleicht bin ich auch als Mann noch nicht genug gefestigt? Im Grunde, wünsche ich mir, dass es klappt und gebe mir besonders viel Mühe und daraus resultiert, dann eine Erwartungshaltung, die unmöglich zu erfüllen ist und ich denke dann viel zu viel darüber nach "was ist wenn..." und und und... Ist sicher nicht leicht mit mir. Allerdings, ganz runter putzen mag ich mich auch nicht, ich finde, dass ich im Grunde eine gute Wahl bin. Und ihr ein guter Partner war. Unsicher, einfach unsicher. Durch ihre extrem große Schüchternheit und der Flucht vor Nähe ist sie eben auch nicht einfach.

    Zum Beispiel war sie anfangs wirklich sehr "verliebt", aber hat mich trotzdem regelmäßig weg gestoßen, obwohl sie es sich eigentlich nur gewünscht hat, Zeit mit mir zu verbringen. Auch letztens hat sie wieder gemeint, dass sie sehr gerne mit mir zusammen wär und mich gar nicht so wegstoßen will und am liebsten mir die Zuneigung geben würde, die ich mir wünsche, doch dass sie es irgendwie nicht kann und sich da selbst im Weg steht.... Das ist ihr Thema. Ich denke viele andere Männer kommen ihr nie so nah, weil sie diese regelrecht "verscheucht".

    @Pinocio schrieb:
    Das hat möglicherweise Dir gefallen, ob es ihr wirklich gefallen hat, wage ich zu bezweifeln, Beziehungen beruhen nun mal auf sexueller Anziehung (unter anderem). Mit der Abszinenz zeigst Du ihr nicht unbedingt, dass du sie willst. Woher kommt der Gedanke, das sei beziehungsförderlich, wenn man keinen Sex hat?

    Die sexuelle Anziehung ist klar gegeben. Die klare Kante hat sie mit Sicherheit eingeschüchtert und ihr Panik/Druck gemacht. Ja. Eigentlich muss ich sie wie ein scheues Reh behandeln: Da sein, ruhig verhalten, keinen Druck machen und ihr die Zeit geben, die sie braucht. Da fehlt mir doch manchmal die Gedult. Aber wenn ich an unsere Anfänge zurück denke - dann hat sie sich schon gewaltig mir geöffnet und wir sind uns für ihre Maßstäbe sehr! nah gekommen.

    Die Abstinenz ist sicherlich nicht beziehungsförderlich. Allerdings ist da die Beziehung zweitrangig. Wie du gut erkannt hast, habe ich ein Problem mit meiner Sexualität und im Umgang mit meinen Emotionen und irgendwie fehlt es mir auch an Festigkeit/Beständigkeit. Daher ist es für mich eben so enorm wichtig, den Reboot zu schaffen. Du verdrehst sicher die Augen, weil ich schon wieder mit diesen Begriffen komme. Vielleicht ist es schwer nachvollziehbar, aber ich habe in dem Pornokonsum und dem Eskapismus wirklich ein großes Problem und das erüllt auch alle Kriterien einer Sucht - mit den ganzen negativen Folgen auf das Leben. Und wie ein Alkoholiker eben im Entzug nicht ein Glas Wein mit seiner Frau trinken sollte, so brauche ich eben die Abstinenz. Für mich ist es auch schwer nachvollziehbar, wie man Alkoholiker sein kann - mir schmeckt es nicht und es passt absolut nicht in mein Wertesystem.... Tja - nur so wie der Alkoholiker sich eben den Alkohol als Lösungsmittel für die meisten (alle?) seiner Probleme "antrainiert" hat, so ist es bei mir eben dumm vorm Laptop hocken, Filme und Youtube zu schauen und sich regelmäßig einen zu keulen...

    Ich hatte schon versucht mit dem ganzen aufzuhören, bevor ich sie kennen gelernt habe, doch sie ist ein Grund, warum ich es seit diesem Jahr wirklich ernsthaft angehe! Ich habe es nicht ertragen, ihr gegenüber das schlechte Gewissen zu haben. Sie ist ein so liebes Mädchen und auch mit ihr zu schlafen ist etwas sehr intimes und schönes. Es ist kein harter Sex oder so...ach... Ich will das nicht weiter ausführen, eben sehr persönlich und emotional. Sie ist in meinen Augen eben sehr liebenswürdig und es fühlte sich an, als würde ich sie mit den Pornos betrügen. Bei anderen Frauen davor kamen solche Gefühle nicht auf.

    @Pinocio schrieb:
    sei dir selbst wichtig

    Genau darum geht´s in diesem Projekt. Es ist nicht nur ein "weg von" - ich dachte, dass wird schon auf der Überschrift des project logs ersichtlich - sondern ein hin zu einem Leben, in dem ich mich wohlfühle, und in dem ich es mir wert bin, mich um mich zu kümmern. Und der erste Schritt dahin ist eine konstante Basisproduktivität, sodass ich mich auf mich verlassen kann. Dass ich bei mir bin und eben nicht vor Panik fliehe.

    Ich sitze hier nicht den ganzen Tag und denke "ohgootttt bloß nicht wichsen" - nein: Ich versuche jeden Tag produktiver zu sein, um die Dinge, die mich an meinem Leben stören, nachhaltig zu lösen.

    @Pinocio schrieb:
    Frauen ticken ganz anders als wir Männer und wir verstehen das nicht, wir müssen lernen damit um zu gehen, nicht es zu verstehen. Es ist nicht die Aufgabe des Mannes eine Bindung anzuvisieren, das macht die Frau im Falle man wird als "sexueller, starker Mann" gesehen von ganz alleine, das liegt meiner Meinung nach in ihrer Natur und sie können das sehr gut. Männer reden nicht über Gefühle wie Frauen es tun, aber sie handeln so, dass die Frau sich bei ihnen aufgehoben und sicher fühlt.

    Dazu sag ich nur: DANKE! Die Zeilen präge ich mir ein.

    @Pinocio schrieb:
    Liebenswürdigkeit kann man sehr schnell erkennen, wenn man die Frau (Menschen allgemein) im Umgang mit anderen beobachtet. Geht sie auf andere ein? Lästert sie hinterrücks? Wie körperlich wird sie? Nimmt sie emotional am Schicksal anderer Teil? Ist sie vorlaut? Versteckt sie sich? Ist sie oberflächlich oder kann man über tiefere Dinge reden? Usw. usw.

    So: Ich halte sie eben für sehr liebenswürdig! Weil sie in meinen Augen sehr tugendhaft und fleißig ist. Weil sie auf andere eingeht, weil sie nicht lästert, weil sie lustig ist und auch etwas geheimes, verborgenes hat und weil sie so wunderbar lieb mit Kindern umgehen kann. Und ja: Ihre Schüchternheit und dieses Bindungsproblem ist eine Macke. Doch Macken hab ich ja auch.
    Irgendwie glaube ich an Liebe und bei ihr ging es mir nicht um Sex, sondern darum, für sie da zu sein, dafür zu sorgen, dass es ihr gut geht, dass sie sich an meiner Seite wohlfühlt und ihre Augen leuchten!

    Und vorgestern habe ich ihr daher eine Flasche meines selbstgemachten Sirups vor die Tür gestellt. Gestern hat sie angerufen und sich riesig gefreut und auch gemeint, dass sie so mit sich gehadert hat und mir am liebsten auch eine Flasche von ihrem Sirup vor die Tür gestellt hätte, sich aber einfach nicht getraut hatte. Wir haben über alltägliches gesprochen, nicht über uns oder darüber wie es uns geht... Ich bin dankbar, dass es scheinbar noch eine Chance gibt, zumindest sie als Freundin zu erleben.

    Ich werde mich auf mich konzentrieren und damit weiter machen! Damit ich mich erkenne und meine Werte aufstelle und mein Leben voran bringe - damit ich ein Leben habe, mit dem ich zufrieden bin. Und ich versuche mich zu beruhigen: Ich kann sie nicht in eine Beziehung zwängen oder einfangen und meine Angst, sie zu verlieren, macht die Sache nur schlimmer. Ich versuch entspannter zu sein.

    Ja, am hin zu arbeite ich.
    Danke nochmals für deinen wertvollen Beitrag. In der Antwort mag ich vielleicht etwas depressiv herüber kommen, aber mittlerweile fühle ich mich deutlich besser und auch selbstbewusster und weiß/fühle, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

    Dir wünsche ich auch alles Gute :smile:

  • Hey,
    würde dazu gern noch ein paar Fragen haben und vielleicht den ein oder anderen Anstoß.

    Ja, mit Sicherheit liegt es mitunter an mir - sonst würde dieses Muster nicht schon zum 3ten Mal in meinem Liebesleben auftreten. Das "vor die Wahl stellen" war bockig, ja. Ich wusste nicht wie weiter. Vor lauter Angst, sie zu verlieren, verliere ich sie wohl. Hm. Ja, wenn ich zurückblicke ist das ein Arbeitsfeld: Je länger ich mit einer Person zusammen bin, umso mehr setzte ich diese Beziehung an erste Stelle und vernachlässige meine eigenen Ziele und die Arbeit an mir. Ich gebe gewissermaßen schon die Verantwortung ab. Vielleicht bin ich auch als Mann noch nicht genug gefestigt? Im Grunde, wünsche ich mir, dass es klappt und gebe mir besonders viel Mühe und daraus resultiert, dann eine Erwartungshaltung, die unmöglich zu erfüllen ist und ich denke dann viel zu viel darüber nach "was ist wenn..." und und und... Ist sicher nicht leicht mit mir. Allerdings, ganz runter putzen mag ich mich auch nicht, ich finde, dass ich im Grunde eine gute Wahl bin. Und ihr ein guter Partner war. Unsicher, einfach unsicher. Durch ihre extrem große Schüchternheit und der Flucht vor Nähe ist sie eben auch nicht einfach.

    Warum hast Du Angst sie zu verlieren? Was würde sich ändern? Was musst du tun damit du keine Angst hättest?
    Ich meine es ist schon normal, dass man es nicht gut findet wenn ein geliebter oder wertvoller Mensch aus seinem Leben geht, aber wenn man irrational solche Gedanken hegt, dann hat das was mit einem selbst zu tun. Dem würde ich auf den Grund gehen, warum dich dieser Gedanke befällt.
    Dazu passt die Aussage, dass wenn du sagst: Beziehung an erster Stelle, vernachlässigt eigene Ziele und die Arbeit an sich, ebenso dass du dir besonders viel Mühe gibst.
    Ich denke auch, dass du eine gute Wahl bist, wenn ich das so lese, aber warum wählst du dich nicht zuerst mal selbst? Warum so viele Zweifel an dir selbst?
    Ihre Schüchternheit hat nichts damit zu tun.

    Zum Beispiel war sie anfangs wirklich sehr "verliebt", aber hat mich trotzdem regelmäßig weg gestoßen, obwohl sie es sich eigentlich nur gewünscht hat, Zeit mit mir zu verbringen. Auch letztens hat sie wieder gemeint, dass sie sehr gerne mit mir zusammen wär und mich gar nicht so wegstoßen will und am liebsten mir die Zuneigung geben würde, die ich mir wünsche, doch dass sie es irgendwie nicht kann und sich da selbst im Weg steht.... Das ist ihr Thema. Ich denke viele andere Männer kommen ihr nie so nah, weil sie diese regelrecht "verscheucht".

    Ja klingt als hätte sie Bindungsängste. Die könnten aber auch da her kommen, dass du die Beziehung fokussiert und sie Angst vor klammern hat. Wie gesagt was Frauen sagen, meinen zu wollen solltest du nicht so sehr beachten, wie das was sie dir zeigt. Daher mein Rat an dieser Stelle, halte Abstand, kein Kontakt, kein "wie geht's dir", aber auch nicht irgendwie pampig sein, du hast jetzt etwas wichtiges zu tun, dich selbst. Wenn sie dir schreibt, ignorier es eine Zeit lang, es sei denn es kommt richtiger Input, z.b. wenn sie fragt ob du Zeit hast mit Terminvorschlag (!!!), alles andere ist kein Input, damit meine ich so Fragen wie: "was machst du?" "Wie geht's dir?" Das sind Fragen um dich interessiert zu halten, denn irgendwas will sie scheinbar von dir, aber nicht das was du dir wünschst.
    Mach dich einfach rar, das ist dann ehrliches Zeit geben.

    Die sexuelle Anziehung ist klar gegeben. Die klare Kante hat sie mit Sicherheit eingeschüchtert und ihr Panik/Druck gemacht. Ja. Eigentlich muss ich sie wie ein scheues Reh behandeln: Da sein, ruhig verhalten, keinen Druck machen und ihr die Zeit geben, die sie braucht. Da fehlt mir doch manchmal die Gedult. Aber wenn ich an unsere Anfänge zurück denke - dann hat sie sich schon gewaltig mir geöffnet und wir sind uns für ihre Maßstäbe sehr! nah gekommen.

    Richtig, siehe oben, kein Kontakt!

    Die Abstinenz ist sicherlich nicht beziehungsförderlich. Allerdings ist da die Beziehung zweitrangig. Wie du gut erkannt hast, habe ich ein Problem mit meiner Sexualität und im Umgang mit meinen Emotionen und irgendwie fehlt es mir auch an Festigkeit/Beständigkeit. Daher ist es für mich eben so enorm wichtig, den Reboot zu schaffen. Du verdrehst sicher die Augen, weil ich schon wieder mit diesen Begriffen komme. Vielleicht ist es schwer nachvollziehbar, aber ich habe in dem Pornokonsum und dem Eskapismus wirklich ein großes Problem und das erüllt auch alle Kriterien einer Sucht - mit den ganzen negativen Folgen auf das Leben. Und wie ein Alkoholiker eben im Entzug nicht ein Glas Wein mit seiner Frau trinken sollte, so brauche ich eben die Abstinenz. Für mich ist es auch schwer nachvollziehbar, wie man Alkoholiker sein kann - mir schmeckt es nicht und es passt absolut nicht in mein Wertesystem.... Tja - nur so wie der Alkoholiker sich eben den Alkohol als Lösungsmittel für die meisten (alle?) seiner Probleme "antrainiert" hat, so ist es bei mir eben dumm vorm Laptop hocken, Filme und Youtube zu schauen und sich regelmäßig einen zu keulen...

    Kein Augenverdrehen ;) Ja, kümmere dich um dich, so wie es dir am besten passt. Viel Erfolg.

    Ich sitze hier nicht den ganzen Tag und denke "ohgootttt bloß nicht wichsen" - nein: Ich versuche jeden Tag produktiver zu sein, um die Dinge, die mich an meinem Leben stören, nachhaltig zu lösen.

    Hast du eine Leidenschaft? Ein Talent?

    So: Ich halte sie eben für sehr liebenswürdig! Weil sie in meinen Augen sehr tugendhaft und fleißig ist. Weil sie auf andere eingeht, weil sie nicht lästert, weil sie lustig ist und auch etwas geheimes, verborgenes hat und weil sie so wunderbar lieb mit Kindern umgehen kann. Und ja: Ihre Schüchternheit und dieses Bindungsproblem ist eine Macke. Doch Macken hab ich ja auch.
    Irgendwie glaube ich an Liebe und bei ihr ging es mir nicht um Sex, sondern darum, für sie da zu sein, dafür zu sorgen, dass es ihr gut geht, dass sie sich an meiner Seite wohlfühlt und ihre Augen leuchten!

    Es geht immer um Sex.
    Sie fühlt sich wohl bei dir wenn du dich wohl fühlst.

    Und vorgestern habe ich ihr daher eine Flasche meines selbstgemachten Sirups vor die Tür gestellt. Gestern hat sie angerufen und sich riesig gefreut und auch gemeint, dass sie so mit sich gehadert hat und mir am liebsten auch eine Flasche von ihrem Sirup vor die Tür gestellt hätte, sich aber einfach nicht getraut hatte. Wir haben über alltägliches gesprochen, nicht über uns oder darüber wie es uns geht... Ich bin dankbar, dass es scheinbar noch eine Chance gibt, zumindest sie als Freundin zu erleben.

    Bitte Kontakt meiden.

    Ich werde mich auf mich konzentrieren und damit weiter machen! Damit ich mich erkenne und meine Werte aufstelle und mein Leben voran bringe - damit ich ein Leben habe, mit dem ich zufrieden bin. Und ich versuche mich zu beruhigen: Ich kann sie nicht in eine Beziehung zwängen oder einfangen und meine Angst, sie zu verlieren, macht die Sache nur schlimmer. Ich versuch entspannter zu sein.

    Wie gesagt du hast sicher eine Leidenschatt, ein Talent irgendsowas kümmere dich darum. Mach weiter in der Produktivität und integriere Dinge die dich bewegen, die dich erfüllen, die Spaß machen.

    Ja, am hin zu arbeite ich.
    Danke nochmals für deinen wertvollen Beitrag. In der Antwort mag ich vielleicht etwas depressiv herüber kommen, aber mittlerweile fühle ich mich deutlich besser und auch selbstbewusster und weiß/fühle, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

    Das bist du, also auf dem richtigen Weg, nicht depressiv. Bleib bei dir vorerst, auch wenn es schwer fällt, meide Kontakt zu ihr, schreib ihr nicht von dir aus, bring ihr keinen Sirup, krieg dein Zeug auf die Reihe. Wenn du dann noch Kontakt zu ihr willst, dann geh auf sie zu, denke nicht an eine Beziehung sondern an eine geile Zeit, die sie mit dir haben kann, wenn nicht dann hast du die geile Zeit mit dir, weil du ein gutes Leben führst und wenn ein 2. Mensch für eine Weile mit geht um so schöner, aber du bist davon nicht abhängig.

    Dir wünsche ich auch alles Gute :smile:

    Danke

  • @Iron_John schrieb:
    Allerdings, ganz runter putzen mag ich mich auch nicht, ich finde, dass ich im Grunde eine gute Wahl bin. Und ihr ein guter Partner war. Unsicher, einfach unsicher. Durch ihre extrem große Schüchternheit und der Flucht vor Nähe ist sie eben auch nicht einfach.

    Ich würde das umdrehen. Die Frage, ob du eine gute Wahl bist, ist ja nicht von deinen Wertmaßstäben abhängig, sondern von denen der Frauen (Plural) und dann auch der einzelnen Frau. Sicherheit, eine gewisse emotionale Unverrückbarkeit, sehr klare Vorstellungen und solche Dinge schätzen Frauen wert (das zeigt sich in ihrem Verhalten). Besonders deutlich wird das, wenn Frauen von Männern nicht lassen können, die eigentlich Mist sind (Fuckboys, sogenannte Arschlöcher usw.). Die bieten im Grunde die Marker für sexuelle Attraktivität, nur eben ohne jeden Altruismus und Kapazität zur Fürsorge.

    Ich meine, du zeigst hier mehr Willen zur Selbstverbesserung als 90% der Menschen in der Welt. Das ist respektabel. Aber wenn du den Spieß umdrehst, merkst du, dass es auf die Nachfrage ankommt. Frauen bewerben andere Frauen damit, dass sie clever, witzig, immer einen guten Spruch auf Lager haben. Im Englischen nennen die das "sassy". Wenn ich das schon höre, denke ich direkt anstrengend und zickig. Finden Frauen auch unglaublich empörend, wenn ich das sage. Aber umgekehrt, bestehen die darauf, sich selbst aussuchen zu dürfen, was ihnen gefällt.

    Ich unterschreibe nicht alles, was @Pinocio schreibt. Aber der Tenor stimmt. Frauen brauchen viel Maskulinität, um sich fallen zu lassen.

  • Hallo Sascha,
    vielen Dank für deine wertvollen Antworten!

    @Sascha schrieb:
    Ja, ich achte sehr auf Redflags. Dabei gibt es für mich harte und weiche Warnsignale. Aber alles läuft darauf hinaus, ob ich einer Frau meine eigenen Kinder anvertrauen würde. Wenn ich dieses Vertrauen nicht habe oder es sogar im Laufe von Wochen und Monaten abnimmt, bin ich raus. Egal wie gut der Sex oder die Gespräche sind. Bin aber auch schon ein paar Mal auf absurde Weise auf die Schnauze gefallen. :smile:

    Ja, das mit den Kindern habe ich auch als Auswahlkriterium, welches besagte Dame sehr gut erfüllt. Ich finde, dass es auch ein gutes Kriterium ist, um allgemein den Kreis der Frauen einzugrenzen, mit denen man schläft. Dann erspart man sich auch das schlechte Gewissen am Morgen danach.

    Wenn man wirklich ehrlich zu sich ist, sind die Ausschlusskriterien schon sehr früh zu erkennen. In der Mehrheit der Fälle und dann, wenn man eine klare Agenda hat. Oberflächlich sind Dinge wie intellektuelle Kompatibilität. Ich bin sehr damit gesegnet, dass meine Freundin äußerst intelligent und wissbegierig ist. Sie versteht schnell und viel, ist eher interessiert, wenn ich ihr lange Vorträge über dieses oder jenes halte und liest selbst regelmäßig. Aber das ist eher ein Bonus. Viel wichtiger ist, dass sie fleißig und arbeitsam ist. Wenn ich ein gemeinsames Leben mit jemandem aufbauen will, brauche ich einen Partner (#nohomo) und keine Schlaftablette, die sich mitziehen lassen will.
    Aber dazu braucht man eine klare Agenda, man muss wissen, was wichtig ist und was nicht.

    Es freut mich, dass du eine Partnerin hast, mit der du ein gutes Team bist! Aber, ebenfalls #nohomo, du bist auch eine interessante, wertvolle Wahl - mit Sicherheit aber auch nicht einfach.

    Also, je mehr ich drüber nachdenke: Meine besagte Dame ist auch keine Schlaftablette und verdammt fleißig! So, dass sie mich sogar inspiriert.

    Um das Thema auf einen Punkt zu bringen:
    Im Bezug auf sie, werde ich bis zum Abschluss meines Reboots auf Abstand gehen und mich auf meinen Werdegang konzentrieren. Die Tipps von @Pinocio sind sehr nützlich, gerne mehr davon! Doch für mich steht auch fest, dass sie die bisher "würdigste" Frau ist, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe und dass es daher SEHR gut war, dass ich ihr den Sirup vor die Türe gestellt habe. Nach meinem Abgang, als ich sie vor die Wahl stellte, war unklar, wie es weiter geht. Ich habe mich mit einem Kuss auf die Stirn und den Worten "Pass auf dich auf!" verabschiedet. Und da ich sie, das schüchterne Reh, eben etwas kenne, war mir klar, dass sie sich nicht traut auf mich zuzugehen und da war der Sirup vor der Türe wichtig, um wieder eine neutrale Situation herzustellen. Nun weiß sie, dass ich keinen Groll hege und es ist keine "kalte, gezwungene" Stille zwischen uns, sondern eben eine natürliche Distanz. Ich fühle mich gut damit.

    Ebenfalls leite ich ab, dass ich mich in den kommenden 3 Wochen intensiv mit meiner Agenda befasse, auch mit der Frage nach Leidenschaft und Talent. Ebenso ist es sicher sinnvoll, einmal entsprechende Redflags und Dinge, die mir in Bezug auf Partnerschaft wirklich wichtig sind zu definieren.

    In deinem Livestream am Montag hast du gesagt, dass der Pornokonsum unfähig macht, Sinn zu empfinden. Dem stimme ich aus eigener Erfahrung voll zu! Nun stehe ich vor der Aufgabe einen Sinn zu schaffen - und diesen auch auf meinen Broterwerb zu übertragen. Denn meine aktuelle Arbeit ist die zweite, große Baustelle, die mir Bauchschmerzen bereitet und wo sich auch gewaltig etwas ändern muss.

    @Sascha schrieb:
    Ich meine, du zeigst hier mehr Willen zur Selbstverbesserung als 90% der Menschen in der Welt. Das ist respektabel. Aber wenn du den Spieß umdrehst, merkst du, dass es auf die Nachfrage ankommt. Frauen bewerben andere Frauen damit, dass sie clever, witzig, immer einen guten Spruch auf Lager haben. Im Englischen nennen die das "sassy". Wenn ich das schon höre, denke ich direkt anstrengend und zickig. Finden Frauen auch unglaublich empörend, wenn ich das sage. Aber umgekehrt, bestehen die darauf, sich selbst aussuchen zu dürfen, was ihnen gefällt.

    Vielen Dank für dein Lob (ich nehme den Satz einfach als solches auf) - das hat mich gestern sehr gefreut und angespornt!
    Kannst du das mit der Nachfrage und dem "sassy" etwas genauer ausführen? Verstehe ich richtig, dass du damit ausdrückst, die Nachfrage sei eben auch etwas "gestört"/verschoben? Also, dass die Mehrzahl der heutigen Frauen keine Nachfrage nach "Selbstverbesserern" und Männern mit
    Altruismus und Kapazität zur Fürsorge hat, sondern eben hier die Partnerwahl auch auf einer oberflächlichen Ebene trifft, die sie dann eben zu den erwähnten "Fuckboys" führt?

    Ein Kumpel von mir meinte, er freue sich auf die kommenden Jahre, weil wir (Mitte Zwanzig) nun in ein Alter kommen, in denen die Frauen mehr nach Männern mit Tiefe und Fürsorgekapazität suchen...

  • @Iron_John schrieb:

    Kannst du das mit der Nachfrage und dem "sassy" etwas genauer ausführen? Verstehe ich richtig, dass du damit ausdrückst, die Nachfrage sei eben auch etwas "gestört"/verschoben? Also, dass die Mehrzahl der heutigen Frauen keine Nachfrage nach "Selbstverbesserern" und Männern mit
    Altruismus und Kapazität zur Fürsorge hat, sondern eben hier die Partnerwahl auch auf einer oberflächlichen Ebene trifft, die sie dann eben zu den erwähnten "Fuckboys" führt?

    Also ich verstehe es aktuell so, dass die Fuckboys gewisse Eigenschaften wie z.B. emotionale Stabilität oder Durchsetzungsstärke besitzen. Diese Eigenschaft sind besonders anziehend für Frauen.
    Wenn man ein Mann ist, der diese Eigenschaft verkörpert aber sonst ein Arschloch ist hat man trotzdem diese Anziehungskraft auf Frauen. Wenn man diese Eigenschaften aber besitzt ist man aber nicht zwangsläufig ein Fuckboy sondern kann trotzdem fürsorglich sein. Zweiteres tut der Frau und dem Mann besser als nur Durchsetzungsstark.
    Das Thema was macht eine würdige (Ehe-)Frau aus beschäftigt mich auch die letzten Wochen besonders intensiv. Habe dazu auch schon ein paar Sachen nachgeschaut, Videos von Peterson usw. geguckt. Werde spätestens am Wochenende ein neues Thema dafür aufmachen. Dann können Leute die sich für das Thema interessieren einfacher auf das Thema stoßen :smile: .

  • Das Thema was macht eine würdige (Ehe-)Frau aus beschäftigt mich auch die letzten Wochen besonders intensiv. Habe dazu auch schon ein paar Sachen nachgeschaut, Videos von Peterson usw. geguckt. Werde spätestens am Wochenende ein neues Thema dafür aufmachen. Dann können Leute die sich für das Thema interessieren einfacher auf das Thema stoßen :smile: .

    Hei @TylerDurden, super Idee! Habe zu dem Thema gestern auch ein interessantes Interview entdeckt, das Elliott Hulse mit seinem Vater führt. Wenn wir darüber sprechen, was eine würdige Frau ausmacht, fände ich es ebenso spannend, eine Diskussion zu starten, in der es darum geht, was einen würdigen Mann definiert... Das mache ich gleich einmal!

    Freue mich auf den Austausch!

  • Hei Pinocio,

    bereits gestern wollte ich auf deinen Beitrag antworten - doch über einige der Fragen wollte ich intensiver nachdenken.

    Warum hast Du Angst sie zu verlieren?

    Weil:

    • ich sie sehr gern habe
    • wir gemeinsam sehr viel Schönes miteinander erleben (gemeinsame Wanderungen, Basteln/Werkeln mit Naturmaterialien, Schafe besuchen, Kochen, Backen, Tanzen, Lachen, einander Vorlesen, Kuscheln, Zuhören und austauschen, Spiele spielen, Abende am Lagerfeuer ...)
    • sie in meinen Augen eine wundervolle Frau ist, die mir am Herzen liegt
    • wir beide / ich bereits sehr viel in die gemeinsame Beziehung investiert habe (das ist sicher nicht der Grund, auf den ich besonders stolz bin, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es sehr schade fände, nachdem wir uns nun so gut kennen gelernt haben wieder alles hinzuschmeißen und die Person aus dem Leben zu verbannen)

    Was würde sich ändern? Was musst du tun damit du keine Angst hättest?

    Beim Nachdenken über deine Fragen habe ich bereits gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist. Aktuell haben wir keinen Kontakt und ich komme gut zurecht. Und wenn sie nun weg ist, dann ist das auch in Ordnung. Ich denke Angst war das falsche Wort, eher fände ich es schade sie zu verlieren. Ich weiß, dass ich auch sehr gut mit mir zurecht komme und alleine glücklich sein kann. Doch ist es eben ein Wunsch von mir, in einer Partnerschaft zu leben.

    warum wählst du dich nicht zuerst mal selbst? Warum so viele Zweifel an dir selbst?

    Daran arbeite ich im Moment. Warum so viele Zweifel? Ein paar Gründe fallen mir ein (möchte ich hier jedoch nicht teilen) aber im Grunde denke ich, dass das fehlende Selbstvertrauen auch mit dem Reboot besser wird. Weißt du, ich konnte mir nicht vertrauen, weil diese schwarze Wolke über mir war. Und ich wollte mich konzentrieren und irgendwie was gebacken bekommen, im Training voran kommen, etc. aber bin doch regelmäßig in ein PMO/Versackungs-Loch gefallen. Ich wollte es nicht, aber war in dem Moment nicht in der Lage, mir selbst zu helfen und aus dem Loch zu kommen. Ich war voll im Autopiloten. Und das zehrt sehr am Selbstvertrauen und schürt Zweifel. Ich denke, durch die Maßnahmen, die ich gerade ergreife, bessert sich das sehr! Bereits jetzt merke ich schon ein gesteigertes Selbstvertrauen und fühle mich in meiner Haut wohler.

    Ja klingt als hätte sie Bindungsängste. Die könnten aber auch da her kommen, dass du die Beziehung fokussiert und sie Angst vor klammern hat. Wie gesagt was Frauen sagen, meinen zu wollen solltest du nicht so sehr beachten, wie das was sie dir zeigt. Daher mein Rat an dieser Stelle, halte Abstand, kein Kontakt, kein "wie geht's dir", aber auch nicht irgendwie pampig sein, du hast jetzt etwas wichtiges zu tun, dich selbst. Wenn sie dir schreibt, ignorier es eine Zeit lang, es sei denn es kommt richtiger Input, z.b. wenn sie fragt ob du Zeit hast mit Terminvorschlag (!!!), alles andere ist kein Input, damit meine ich so Fragen wie: "was machst du?" "Wie geht's dir?" Das sind Fragen um dich interessiert zu halten, denn irgendwas will sie scheinbar von dir, aber nicht das was du dir wünschst.
    Mach dich einfach rar, das ist dann ehrliches Zeit geben.

    Danke. Das halte ich für einen guten Rat, den ich befolge.

    Hast du eine Leidenschaft? Ein Talent?

    Darauf zu antworten ist komplex. Ich kann dir nicht direkt sagen: XYZ ist mein Talent/Leidenschaft.

    Leidenschaften habe ich verschiedene: Darunter ist die Liebe zu körperlicher Aktivität (Training, Kampfsport), zum Philosophieren und zur Wildnis. Ich liebe es bei schlechtesten Wetter auf einer Wildnistour zu sein und sich da durchzukämpfen - um dann am Abend ein einfaches Essen zu genießen und unterm Tarp in den Schlafsack zu kriechen. Wenn der Wind den Regen ins Gesicht peitscht und man die Natur richtig spürt: Das finde ich geil!

    Bei der Studienwahl schwankte ich zwischen Philosophie, Psychologie und Biologie. Und auch nachdem ich das Studium in einem der drei abgeschlossen habe, finde ich, dass eigentlich alles drei zusammen gehört und ganzheitlich betrachtet werden muss!

    Talent? Man hat mir mitgeteilt, dass ich mich im lehrenden Umgang mit Menschen gut anstelle, sei es bei der Betreuung von Kindern (Exkursionen), Jugendlichen oder eben Vorträgen an der Uni... Das hat mir auch immer Spaß gemacht. Zeichnen kann ich auch recht gut.. :smiley:

    Naja: Denke darüber muss ich für mich noch mehr nachdenken und eine praktikable Ableitung treffen.

    Mein Traum oder besser gesagt, hatte ich einmal die Vision (oder habe?) die Felder von Biologie, Philosophie und Psychologie zu vereinen und als Coach und Autor tätig zu sein und z.B. Wildnistouren für Erwachsene auf die Beine zu stellen, bei denen diese sich mit Ihrem Leben/Sinn befassen und eben die Einfachheit und Kompromisslosigkeit der Wildnis spüren. Ich würde gerne abgelegen im Norden leben und auch gern die Mittel haben, Menschen zu mir einzuladen und denen zu helfen... (Achja: Helfen und Unterstützen, das mach ich auch sehr gerne und das erfüllt mich auch!).
    Am Studium und der Wissenschaft hat mich zunehmend gestört, dass man sich so sehr ins Detail verrennt und das große Ganze aus den Augen verliert. Ich würde gerne Bücher schreiben, die wissenschaftlich recherchiert sind (mit anständigem Literaturverzeichnis für weitere Recherchen), aber doch komplexe Inhalte und Erkenntnisse für die Allgemeinheit gut verständlich zusammenfassen (wie z.B. das Buch Your Brain on Porn) ....
    Ist noch recht schwammig... und der Weg dahin ebenso.... Irgendwie meinem Dasein einen tieferen Sinn geben, der über mich hinaus geht und das Leben von zumindest ein paar Menschen bereichert.

    Es geht immer um Sex.

    Die Aussage ist mir zu pauschal. Mit Sicherheit spielt Sex in der Partnerschaft eine Rolle, aber mir ist viel wichtiger, dass man als Team funktioniert.

    Wie gesagt du hast sicher eine Leidenschatt, ein Talent irgendsowas kümmere dich darum. Mach weiter in der Produktivität und integriere Dinge die dich bewegen, die dich erfüllen, die Spaß machen.

    Bin dabei!

    Das bist du, also auf dem richtigen Weg, nicht depressiv. Bleib bei dir vorerst, auch wenn es schwer fällt, meide Kontakt zu ihr, schreib ihr nicht von dir aus, bring ihr keinen Sirup, krieg dein Zeug auf die Reihe. Wenn du dann noch Kontakt zu ihr willst, dann geh auf sie zu, denke nicht an eine Beziehung sondern an eine geile Zeit, die sie mit dir haben kann, wenn nicht dann hast du die geile Zeit mit dir, weil du ein gutes Leben führst und wenn ein 2. Mensch für eine Weile mit geht um so schöner, aber du bist davon nicht abhängig.

    Danke! Sehr schöne, weise Worte. Nehme ich mir zu Herzen.

  • @Iron_John schrieb: Ein paar Gründe fallen mir ein (möchte ich hier jedoch nicht teilen)

    Hier ist mittels Reflexion wahrscheinlich viel zu holen.

  • Hallo zusammen,

    das letzte Update ging bis zum Tag 17 des Streaks. Daher möchte ich heute ein paar Worte über den Verlauf des Reboots verlieren.

    UPDATE REBOOT Streak: 23 Tage

    • Schlaf hat sich wieder verbessert. Als Notfallplan, bevor ich mich stundenlang ohne Schlaf rumwälze, lese ich einfach. Funktioniert gut.
    • Neurodermitis wird weiterhin besser. Ich versuche die Stellen langsam immer weniger einzucremen. Ein Kumpel hatte mir eine selbst gemachte Spitzwegerich-Salbe geschenkt, die ich täglich regelmäßig auf die entsprechenden Hautstellen geschmiert habe. Das soll aber keine Dauerlösung sein.
    • Produktivität (auf Job bezogen): In den letzten beiden Wochen habe ich die mir gesetzte Baseline jeweils überschritten = wunderbar. Auch habe ich mich gestern weiter mit dem Sinn und der Chance meines Jobs befasst und wirklich neuen Mut und eine Lust entwickelt, am Montag wieder weiter zu machen. Lediglich belastet mich manchmal, dass meine Familie sich über die Stelle lustig macht und mir unterstellt ich hätte ja so ein chilliges Leben, weil ich nur 50 % arbeite. Das regt mich auf, weil auch sie die Wahl hätten, Stunden zu reduzieren oder sich einen anderen Job zu suchen und weil ich ja auch nur ein halbes Gehalt verdiene, mit dem sie sicher nicht zurecht kommen würden. Auch habe ich mir die Stelle bewusst ausgesucht, um meine Zeit freier einteilen zu können und weil mir Zeit für Training und Selbstentwicklung wichtiger ist, als ein neues Auto vor der Türe. Dahingehend unterscheide ich mich allerdings deutlich von meiner Familie. Ich denke, hier gilt es noch an mir zu arbeiten, um eine "dickere Haut" aufzubauen, damit mir das Geschwätz nichts mehr anhaben kann.
    • Allgemeine Produktivität: Das Schreiben im ME-Improved Forum spornt mich an und gibt mir auch einen weiteren, tieferen Sinn. Es gefällt mir morgens einen Beitrag zu verfassen und mich auf das Schreiben zu konzentrieren. Das bringt mich voran, weil ich mich mit den tieferen Hintergründen des Reboots befasse, von euch sehr wertvolle Rückmeldungen bekomme, das konzentrierte Schreiben übe und hoffentlich euch auch einen Mehrwert gebe. Weitere alltägliche Dinge klappen gut. Manchmal bin ich überfordert, wenn ich an all das denke, was ich noch anzugehen habe und verbessern möchte, aber dann beruhige ich mich und frage mich, was gerade jetzt im Moment angesagt ist und konzentriere mich eben darauf, den nächsten Schritt zu gehen. Und wenn der geschafft ist, schätze ich die Leistung auch wert. Schritt für Schritt, Tag für Tag besser und besser!
    • Urges / Problematische Situationen: Manchmal schaue ich abends Youtube-Videos, aber das macht mich nicht wirklich glücklich und das merke ich dann und lass es einfach (DAS !!!! Dass ich dann erkenne, dass mir das nicht gut tut und die Kraft habe, es zu unterlassen ist ein gigantischer Fortschritt!!!). Bin nachts auch mal aufgewacht und habe etwas an mir rumgespielt, aber auch da kam sehr schnell und verlässlich ein positiver Selbstdialog in mir auf, mit dem ich mich beruhigte und dann einfach weiter schlief. Am Anfang des Reboots habe ich sehr viel Fokus darauf gelegt, einen wertschätzenden inneren Dialog zu etablieren und das läuft bereits jetzt schon automatisch ab und tut sehr gut!

    Der Monatsanfang stellte bisher immer eine kritische Phase dar. Die Vergangenheit zeigt, dass ich meist in der ersten Monatshälfte einen Relapse hatte und eher die zweite Hälfte clean gestalten konnte. Um den ganzen Juni clean zu gestalten und meinen Reboot weiterhin zu meistern habe ich mich mit Tagebucheinträgen, wie folgenden, darauf vorbereitet:

    Situation: Nach drei Wochen Abstinenz rutscht der Horror des Relapses langsam in Vergessenheit. Die Erfahrung zeigt, dass ich drohe nachlässig zu werden und mir z.B. gestatte Filme/Youtube zu schauen oder spät abends noch am PC/Smartphone zu sein. Dabei besteht die Gefahr des Relapses im Autopiloten. Nein! Die Vergangenheit zeigt klar: Immer!, wenn ich mir das zugelassen habe, bin ich ein paar Tage später im Relapse gelandet! Das scheiß Internet fängt mich ein, ich versinke darin, ärgere mich über meine Nachlässigkeit und vor lauter Frust, lande ich bei PMO.

    Entry: Aber nicht mehr mit mir! Dumm ist´s doch, regelmäßig auf die gleiche Art und Weise zu verkacken! Ich denke, es gibt keinen Zweifel daran, dass das Fortbleiben von sinnlosen Youtube-Videos und Filmen kein großer Verlust ist, mich aber stark davor schützt im Autopiloten abzurutschen. Inhaltlich bringen mich die Videos oder Filme/Serien im Leben NICHT weiter. Und was wollen die Produzenten dieser Medien? Genau: Meine ganze Aufmerksamkeit ernten und mich in den Schlund des Internets ziehen und zu einem hirnlosen Konsumenten machen. Und verdammt, das können die richtig gut! Aber ich bin fuchsig und habe das erkannt! Nicht mit mir! Auch, wenn die Lust besteht einfach mal abzuschalten und Youtube zu schauen und die Ausrede "ich hab ja schon einen langen Streak und sicher die Willenskraft, nicht abzurutschen" plausibel erscheint - so werde ich doch die Finger davon lassen. Was kann ich stattdessen tun? Zum Beispiel Aktivitäten, die mir wirklich Freude bereiten. Ja, ich bin grad kaputt und gestresst und vielleicht nervt mich was. Aber hilft ja nix. Und ich weiß auch, dass alles kommt und geht. Das seh ich ja immer im Habittracker - es gibt mal gute Tage, mal schlechte Tage, aber ich weiß und sehe, je länger ich clean bin, umso mehr positive Tage häufen sich an, umso ausgeglichener bin ich. Also werde ich das jetzt nicht wegwerfen. Ich frage mich: What´s the Game? Und gehe eine Runde spazieren oder lege ich mich einfach ins Bett und ruhe mich wirklich aus. Wenn mir danach ist kann ich auch lesen oder in den Wald gehen. Ach es gibt mannigfaltige Opportunitäten :) Bleib dem Weg treu, arbeite daran einen Sinn zu schaffen und auch die Arbeitssituation zu verbessern und dann packe ich den Anfang Juni bis zum 15.06. - und dann schau ich weiter!


    Einen Abend, an dem ich Youtube-Videos geschaut habe, reflektierte ich am kommenden Morgen:

    [Retroactive Entry] Abend schon wieder Youtube geschaut, unzufrieden

    Main objective = Stay porn free

    Critical Moment: Gestern Abend habe ich an dem Handy wieder Joko und Klaas Videos auf Youtube angeschaut - so von 21 Uhr bis 22:30 Uhr. Danach war ich extrem müde und aufgekratzt und bin dann um 23 Uhr noch einmal aufgestanden und habe etwas an mir rumgespielt. Aber das kam nicht aus Geilheit, sondern einfach weil ich durch die Youtube Folgen und das Rumgeklicke an das alte Muster erinnert wurde.

    Self-deception/Lie/Rationalization: Es macht mir nichts aus, den Abend über Youtube zu schauen. Das kann ich locker weg stecken, das ist keine Schwäche. Ich bin ja stark genug.

    How I want to think next time: Allerdings ist es eine Schwäche und wenn ich einer kleinen Schwäche nachgebe, dann wird die schwache Seite stärker. D.h. dadurch, dass ich abends Youtube Videos schaue erhöht sich die Gefahr eines Relapses deutlich. Das habe ich ja auch bereits gestern wieder gesehen. Ich liebe es jedoch, mein Leben im Griff zu haben und präsent und klar zu sein und Fortschritte im Reboot zu machen. Ich liebe es, die Zwischenziele zu erreichen und weiß, dass ich es schaffen kann. Und bereits in den ersten drei Wochen ist mein Leben und Alltag so viel schöner geworden. Es geht echt bergauf! Ich fühle mich wie der Steuermann!
    Ich hasse es, wenn ich in den Autopiloten versinke und dadurch einen Relapse habe und der ganze Fortschritt im Eimer ist. Fuck hab ich da keinen Bock drauf! Neinnein! Ich bleib klar! Die Probleme gehen nicht weg, wenn ich davor fliehe und die Erfahrung hat mir bisher gezeigt, dass jedes schlechte Gefühl, jede Panik, nach gewisser Zeit wieder vergeht - daher bewahre ich Ruhe und frage mich: Whats the game?
    Irrelevant: Mir ist es egal, dass ich keine Youtube Videos schauen kann, weil sie mir ja auch nichts bringen. Und ganz ehrlich: Joko und Klaas sind die größten Vollidioten und denen bei irgendwelchen bekloppten Spielen zuzusehen, die wahrscheinlich auch alle gestellt und geskriptet sind, ist echt eine Zeitverschwendung. Da hätte ich gestern Abend einfach ins Bett gehen können, noch etwas lesen oder wieder mal mit dem Zeichnen anfangen... Das gibt mir deutlich mehr :)


    Wünsche einen schönen Sonntag!

  • bearbeitet 7. Juni

    Und ganz ehrlich: Joko und Klaas sind die größten Vollidioten und denen bei irgendwelchen bekloppten Spielen zuzusehen, die wahrscheinlich auch alle gestellt und geskriptet sind, ist echt eine Zeitverschwendung. Da hätte ich gestern Abend einfach ins Bett gehen können, noch etwas lesen oder wieder mal mit dem Zeichnen anfangen... Das gibt mir deutlich mehr :)

    Ich teile deine Ansicht größtenteils, aber bin mir nicht sicher ob man wirklich komplett darauf verzichten muss. Ich setze mir doch sehr gerne einen Clip von denen als Dopaminspritze, nachdem ich ein paar für mich schwierige oder einfach anstrengende Aufgaben im Alltag geschafft habe. Mittlerweile gelingt es mir dabei auch in meinem geplanten Zeitfenster von 10-25 Minuten zu bleiben. Für zweieinhalb Stunden die Clips durchsuchten ist mir die Zeit zu schade und der Grenznutzen dieser schön dämlichen Sendung ist dann doch zu schnell erreicht, sodass ich die Dosis lieber über längere Zeit strecke :-)
    Natürlich sollte auch ich mich irgendwann einmal fragen warum ich mir so etwas reinziehe, aber aufgrund von genug Projekten fahre ich damit erstmal ganz gut.

    Wo bleibt das Lob für Steven Gätjen und Frank Tonmann? ;-)

    Allgemein @Iron_John Danke für die vielen tiefgehenden Reflektionen. Ich bin stiller Mitleser und Fan deiner Posts hier und konnte mir selbst schon das ein oder andere herausziehen. Leider (oder zum Glück?) gibt es hier keinen Like-Button im Forum um die Anteilnahme auszudrücken.

  • Hallo @andreas_n,

    irgendwie hatte ich gestern schon so ein Gefühl, dass sich jemand zu der, doch sehr harten Aussage, über Joko und Klaas äußert. Bei meinen Reflexionen und gerade diesen Einträgen der Metaskript Methode mische ich bewusst viel Emotionen hinein, um das "Umprogrammieren" meiner Gedanken und meines Verhaltens nachhaltig zu gestalten.
    Die beiden Entertainer sind mit Sicherheit unter den größten Geldmaschinen Deutschlands - und das was sie machen, machen sie sehr gut. Es entspricht eben nur nicht meinen Werten.

    @andreas_n schrieb:
    Ich teile deine Ansicht größtenteils, aber bin mir nicht sicher ob man wirklich komplett darauf verzichten muss. Ich setze mir doch sehr gerne einen Clip von denen als Dopaminspritze, nachdem ich ein paar für mich schwierige oder einfach anstrengende Aufgaben im Alltag geschafft habe. Mittlerweile gelingt es mir dabei auch in meinem geplanten Zeitfenster von 10-25 Minuten zu bleiben. Für zweieinhalb Stunden die Clips durchsuchten ist mir die Zeit zu schade und der Grenznutzen dieser schön dämlichen Sendung ist dann doch zu schnell erreicht, sodass ich die Dosis lieber über längere Zeit strecke :-)
    Natürlich sollte auch ich mich irgendwann einmal fragen warum ich mir so etwas reinziehe, aber aufgrund von genug Projekten fahre ich damit erstmal ganz gut.

    Ja, die beiden können nichts dafür, dass ich mich nicht selbst im Griff hatte und dann stundenlang davor gehangen bin. So wie du schreibst, ist es sicher eine gute Sache. Ich denke, dass die Intention eine wichtige Rolle im Konsum spielt: Wenn du dir die Videos anschaust, dann "gönnst" du dir diese bewusst und genießt es - wie ein gutes Glas Wein. Wenn ich davor abgeschmiert bin, dann machte ich das, um meinem Alltag zu entfliehen - wie der Alki mit seinen 5 Flaschen Wein :smiley: Mittlerweile kann ich auch mal 1-2 Videos anschauen und klar ist schon lustig und gefällt mir auch... Aber ich bin mir bewusst, dass es in meiner aktuellen Lage eben SEHR gefährlich ist, abends am Handy zu sein und Youtube Videos zu schauen... Nicht, dass da aus dem "You" noch ein "Red" wird :wink:

    Allgemein @Iron_John Danke für die vielen tiefgehenden Reflektionen. Ich bin stiller Mitleser und Fan deiner Posts hier und konnte mir selbst schon das ein oder andere herausziehen. Leider (oder zum Glück?) gibt es hier keinen Like-Button im Forum um die Anteilnahme auszudrücken.

    Vielen vielen Dank für die Worte! Das geht runter wie Honig und sorgt dafür, dass ich mit noch mehr Freude schreibe! Danke!


    Heute möchte ich eine kleine Methode mit euch teilen, auf die ich vor einer Woche gestoßen bin und die ich erprobt und als sehr wertvoll empfunden habe.

    Es gibt Momente, da bin ich überfordert und sehe all die Dinge, die ich noch machen muss. Obwohl ich gerade bei einer Aufgabe bin, sind meine Gedanken bei all den anderen Themen, die ich noch angehen muss.

    Zum Beispiel gestern; ganz banal: Beim Wäsche abhängen. Da habe ich dran gedacht, was ich heute in der Arbeit umsetzen muss und dass ich irgendwie ein zweites Standbein aufbauen muss, weil ich sonst auch finanziell an eine Grenze komme... Das Denken war aber nur pseudo lösungsorientiert... Bei rum kommt da nix, und ich kam beim Wäsche abhängen auch nicht gut voran und ließ mich ablenken und habe gespürt, wie mich das stresste.

    Die Methode geht nun wie folgt:
    Wenn ich bemerke, dass meine Gedanken ganz wo anderst sind und die Gesamtheit der Themen, die in meinem Leben anstehen, anvisieren, frage ich mich: What´s the Game? Was ist das Spiel? Was steht an? Was zählt jetzt im Moment?

    In dem Moment war mein "Spiel": Wäsche abhängen. Mehr nicht.
    Wie gewinne ich das Spiel? Indem ich meine Wäsche abhänge und mich dabei aufs Wäsche zusammenlegen konzentriere und die Aufgabe möglichst gut und schnell erledige.
    Wie verliere ich das Spiel? Indem ich über tausend andere Dinge nachdenke und mich ablenke. Das Wäscheabhängen zieht sich dann deutlich in die Länge und ich bin danach nicht mit mir zufrieden.

    Die "Spiele" (Games) sind eine Betrachtungsweise von kleinen Aufgabenabschnitten auf dem Weg zum Ziel. Um gewisse Ziele zu erreichen, braucht es oft eben einen langen Atem; kurzfristige Erfolgserlebnisse bleiben aus und man könnte an der Situation verzweifeln. Es besteht die Gefahr, dass man sich eine andere kurzfristige Belohnung gönnt, die aber nicht zielführend und oftmals schlicht schädlich ist (z.B. Porno, Fastfood, ...).

    Beispiele für "lange Strecken":

    1. 90 Tage Reboot
    2. Handstand lernen
    3. Der ewig lange Anstieg in der Dunkelheit bei Schnee und Regen auf einer Wildnistour im Winter. Mit leeren Wasservorräten und total ausgezehrt/durchnässt/durchgefrohren.

    Im kleinen Rahmen spielte ich schon immer solche "Spiele" - in meinem Kopf nannte ich es "Baum zu Baum"-Technik. Das kommt daher, dass ich mich auf manchen Anstiegen bei Wildnistouren wirklich von Baum zu Baum kämpfe. Oder beim Joggen. Ich suche mir einen Baum aus, der ca. 20 - 50 m entfernt ist (je mehr am Sack ich bin, umso nähere Bäume such ich mir aus) und die sind dann mein Ziel. Beim Beispiel Nr. 3 führte das dazu, dass ich von einem Baum zum anderen voll durchzog, am Zielbaum kurz durchatmete und den Erfolg wertschätzte und dann weiter ging. Ich kam deutlich schneller voran als mein Wanderskollege - den das ziemlich ankotzte :D

    Entscheidend ist, dass man Spiele spielt, die man ganz sicher gewinnen kann und die wirklich super einfach sind.
    D.h. ich designe meine "Spiele" so, dass keine andere Person / äußerer Faktor in der Gleichung ist und der Sieg im Spiel alleine von mir abhängt.

    Es gab schon einen Morgen, an dem mein Spiel war: "Aufstehen, Bett machen, Pissen gehen" - dann bin ich aufgestanden. Davor lag ich im Bett und kam nicht raus und dachte "Reflexion, Forum schreiben, Arbeit, Aufräumen, Training, ... - Fuck, hab ich keinen Bock! Ich hab auch voll den Muskelkater und bin sooooo müüüüdeee... ich bleib einfach noch kurz liegen"

    Indem man kleine Spiele spielt, die man sicher gewinnen kann und die Erfolge auch wertschätzt. D.h. sich sagt: "Okay, das Spiel hab ich jetzt gewonnen! Yes!" schafft man sich kleine Zwischenerfolge, die die lange Durststrecke erträglich machen und Mut geben.

    Ganz nach dem guten alten Beppo Straßenkehrer:
    "Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken. Man muss nur an den nächsten Schritt denken, den nächsten Atemzug, den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

    Die "Weiterentwicklung" meiner "Baum zu Baum" Technik habe ich von Mark Queppet, der Person hinter dem Youtube Kanal "Universal Man". Das Video heißt My FAVORITE technique for fixing anxiety, overwhelm & stress und ihr findet es hier:

  • Heute Morgen habe ich zum ersten Mal bewusst und schriftlich eine Beziehung reflektiert. Da ich nicht wusste, wie ich das angehen soll, habe ich einfach darauf los geschrieben. Bewusst habe ich diesen Gedankenfluss für das Forum nicht sonderlich "aufgehübscht", lediglich etwas anonymisiert, weil es doch sehr persönlich ist und ein paar Dinge nicht nur mich, sondern auch sie betreffen.


    Reflexion der vergangenen Beziehung

    Hier jetzt erst mal kein starres Muster vorgeben, sondern schreiben, was kommt. Eine Beziehung habe ich noch nie reflektiert.

    Unser Kennenlernen war sehr schön und romantisch; auch dass wir lange keine Handynummern ausgetauscht haben und uns nur mündlich verabredeten!
    Als der Nebenbuhler (Manch seltsame Formulierung ist dem Anonymisieren geschuldet) bei ihr war und uns nicht alleine lassen wollte, und ich dann weggefahren bin, sie allerdings noch mal raus kam und mir hinterher rannte. Verdammt da war sie echt aktiv und kam oft auf mich zu. Sie kam auch immer zum (damalige Arbeitsstelle). Sie kam und brachte (Essen) und kam immer mehr und half mir. Das war im Juli/August/September.

    Im Oktober hab ich dann bei der (neue Arbeitsstelle) begonnen und auch da erinnere ich mich, dass sie noch oft angerufen hat, als ich in (Ort) am Bhf stand und wir uns verabredet haben und auch wollte, dass ich sie vor dem Training besuche etc.

    Komisch wurde es, oder ich erinnere mich deutlich daran, dass es auf dem (Trekkingtour Anfang Dezember) seltsam war. Was war da? Sie meldete sich nicht auf meine SMS und war am Telefon ganz seltsam, das verunsicherte mich. Auch hatte ich ihr da schon die Karte gegeben und angefangen die Beziehung anzuvisieren. Nachdem ich sie drei Monate kannte. Das war ihr sicher zu schnell. Auch kannte ich sie noch nicht gut genug. Warum habe ich das bloß gemacht? Wir haben doch alle Zeit der Welt und bis dato jedes Mal eine gute Zeit gehabt, wenn wir uns gesehen haben...

    JA die ganzen Probleme fingen damit an, dass ich so stark auf eine Beziehung drängte.
    Ableitung 1: Nicht auf Beziehung drängen. Sie ist diejenige, die die Beziehung anvisiert. Bleib doch entspannt und genieße die Zeit mit ihr. Nutze die Zeit, um sie kennen zu lernen. Je länger wir nicht in einer Beziehung sind, umso mehr Zeit habe ich, sie kennen zu lernen und mir ein Bild zu machen.
    Ableitung 2: Priorisierung: Die Beziehung darf nicht die erste und höchste Priorität einnehmen. Auch wenn es sehr schön ist und ich wirklich verliebt bin. Die Erfahrung zeigt, dass eine Beziehung schnell vorbei gehen kann und in den Anfängen eben fragil ist. Will ich meine Energie in das Fragile stecken? Will ich darauf bauen? Nein. Ich weiß, dass ich immer da bin, dass der Sport und das BJJ immer da ist, ich weiß dass meine Familie und Freunde immer da sind. Das ist die gesunde Basis. Die steht ganz oben - es ist lohnend die Energie dort hinein zu stecken. Ebenso habe ich durch Ausprobieren gelernt, dass Frauen mehr investieren, wenn ich mich rar mache. Daher ist die Priorisierung von Mission, Freunden und Familie eine Winwin Situation

    Okay, nur wünsche ich mir eben sehr gerne eine Partnerin, mit der ich etwas aufbauen kann und lange zusammen bin - am liebsten so nachhaltig, dass daraus einmal eine Familie entsteht. Aber erzwingen kann ich das nicht.

    Was wirklich gut lief, ist dass ich stets "Ein Mann - ein Wort" eingehalten habe und tat, was ich sagte. Auch, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem ich das Wischiwaschi nicht mitmache, habe ich ihr bereits im Januar gesagt.

    [Hier lasse ich eine Erfahrung aus, weil sie doch sehr intim ist und aus Respekt vor ihr, möchte ich es nicht hier teilen; ist allerdings in der Originalversion ausformuliert]

    Ableitung 3: Bei meiner Partnerin ist mir wichtig, dass wir als Team agieren und dass sie eine positive Herangehensweise an Herausforderungen hat. Quasi, dass sie dem Leitsatz: "Stört dich was? Kannst du es ändern: JA - dann ändere es! Oder: Nein - dann akzeptiere es, meckern bringt nichts - mach das Beste darauß" folgt.

    Ab da war es ein ziemliches hin und her und sie machte auch, als wir uns nach den Ferien im neuen Jahr sahen, direkt Schluss.
    Hier wäre der Punkt gewesen, sie gehen zu lassen und mich auf mich zu konzentrieren. Ja, es war ritterlich, dass ich so sehr an uns gearbeitet habe und versuchte, die Sache zu retten. Aber sie ist eben auch ein Mensch, der seinen Freiraum braucht und daher wäre der Abstand das Richtige gewesen. Weil ab Januar ging es stetig weiter bergab: Ich investierte immer mehr und sie zog sich immer mehr zurück.

    Ableitung 4: Wenn sie sich zurückzieht, ziehe ich mich auch zurück. Ich investiere meine Energie in Beständiges und lasse ihr Freiraum, bin aber gleichzeitig voll da für sie, wenn sie auf mich zukommt. Ich glaube im Umgang mit Frauen ist es ein bisschen so, wie mit Katzen oder Rehen: Wenn man zu fokussiert darauf ist ihnen näher zu kommen, fliehen sie, oder kratzen und beißen. Daher: Mit sich beschäftigen und es genießen, wenn sie kommt und wenn sie wieder geht, ist es auch okay.

    Ja das ist eine Ableitung, nur kann ich auch nicht leugnen, dass es mir wichtig ist keine Wischiwaschi Beziehung zu führen. Ja! Verständlich! Aber ganz im Ernst: Es soll eine lange Beziehung sein, da ist es vielleicht!! (mit Sicherheit!) einfach zu früh, das Ganze nach 3 Monaten schon fest zu machen. Alter! Wir kannten uns erst seit dem Sommer - was soll das denn? Man war das ein Hirngespinst. Ich hätte mich einfach zurücklegen sollen und entspannen.

    Das ist die größte Lehre aus dem Debakel: Beim nächsten Mal sparsam in die Beziehung investieren und mich auf mich konzentrieren und die Frau die Beziehung anvisieren lassen. Ebenso lasse ich mir Zeit im Kennenlernen. Wenn es die Richtige ist (passt), dann verbringen wir noch sehr viel Zeit miteinander und schlafen oft miteinander, da brauch ich doch nicht nach 3 Monaten schon mit ihr schlafen und sie küssen. Und wenn da so eine starke Anziehung ist, dass wir miteinander schlafen? Dann ist es auch schön. Nur, dass wir miteinander schlafen ist kein Grund, direkt eine Beziehung einzugehen. Das ist doch schön: Ich konzentriere mich auf mich und wenn ich mal Zeit habe oder Lust habe sie zu sehen, dann haben wir eine gute Zeit, aber ich renne ihr nicht hinterher!

  • @Iron_John schrieb:
    Ich glaube im Umgang mit Frauen ist es ein bisschen so, wie mit Katzen oder Rehen: Wenn man zu fokussiert darauf ist ihnen näher zu kommen, fliehen sie, oder kratzen und beißen.

    Danke für deine Texte hier. Ich würde gerne das Feedback geben, dass solche Formulierungen wirklich zu stark alle Frauen "über einen Kamm scheren"... das wissen zwar grundsätzlich wahrscheinlich auch alle Leserinnen und Leser, dass das zu verallgemeinernd ausgedrückt ist, aber es reicht ja, zu schreiben "im Umgang mit manchen Frauen" oder so... abgesehen davon finde ich deine Texte und die Kommentare gut und interessant! :-)

  • @Sandra schrieb:
    Danke für deine Texte hier. Ich würde gerne das Feedback geben, dass solche Formulierungen wirklich zu stark alle Frauen "über einen Kamm scheren"... das wissen zwar grundsätzlich wahrscheinlich auch alle Leserinnen und Leser, dass das zu verallgemeinernd ausgedrückt ist, aber es reicht ja, zu schreiben "im Umgang mit manchen Frauen"

    Hallo Sandra, danke für deine Rückmeldung.
    Gern versuche ich in Zukunft etwas mehr darauf zu achten.
    Die Reflexionen hier sind eine Art schriftliches Selbstgespräch und der Einfachheit halber schere ich eben manches über den Kamm - mit Sicherheit sind einige weitere Aussagen überspitzt und könnten falsch aufgefasst werden (ähnlich der Anmerkung zu Joko und Klaas).
    Du hast es schon korrekt gesagt: Die meisten Leser wissen, dass das zu verallgemeinernd ausgedrückt ist.

  • Wenn ich grad eh schon im Forum bin:
    Grad läufts nicht. Ich komme in der Arbeit nicht weiter und bin echt kaputt. Habe meine Gedanken schon beim Richtung Pornos wandern ertappt.
    Würde jetzt so gern einfach abschalten und alles loslassen....
    Aber damit ist eben auch der ganze Fortschritt wieder im Eimer.

    Gestern war ich übermütig und hab bei der Arbeit und danach auch im Training weiter gepusht, obwohl ich keine Lust/Kraft mehr hatte. Das fordert seinen Tribut.

    Um ein komplettes Abschmieren zu verhindern, versuche ich jetzt einen Gang runter zu schalten. Habe gerade auch schon etwas gegessen (normal ist die Regel erst um 12 was zu essen) und werde einen kleinen Spaziergang machen - und ganz im Ernst: zur Not leg ich mich nochmal hin. Jetzt gilt das Protokoll: lieber einen Tag ruhen, wenn es sein müss, als rückfällig zu werden und abzuschmieren.
    Neinnein. Nicht mit mir.

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