Muskuläre Dysbalancen durch das Boxen beheben

Ich habe etwa 10 Jahre Boxen praktiziert, durchgängig mit 3-4 wöchentlichen Trainingseinheiten. Als ich anfing, war ich 12 Jahre als. Mit etwa 22 habe ich dann aufgehört, weil es mir zu monoton wurde und ich auch nicht wirklich Wettkampf orientiert war. Heute bin ich 28 Jahre alt. Ich bin Linksausläger (meine rechte Seite ist also die stärkere Seite). Meine Statur ist eher schmal. Ich bin 1.80m und etwa 75Kg schwer. Außerdem bin ich von Natur aus beweglich. Wenn ich meine Arme ausstrecke, komme ich etwas weiter als nur komplett gerade. Kraftentwicklung fällt mir schwer.

Ich habe schon länger Knieschmerzen auf der rechten Seite, außerdem fühlt sich meine rechte Hüfte (Hüftbeuger) beim längeren laufen so an, als ob da irgendwie etwas klemmt (wenn man das so ausdrücken kann). Wenn ich laufe, ist mein rechtes Bein mehr außen nach außen rotiert, als mein linkes Bein.
Dazu kommt noch, dass meine rechte Schulter schmerzt. Ich hatte vor eins, zwei Jahren wieder angefangen zu boxen und meine rechte Schulter wurde nur schlimmer, so dass ich mit dem Boxen nicht mehr weitergemacht habe. Meine rechte Schulter ist verkrampfter und es scheint weiter vorne zu sein, als meine linke Schulter. Früher hatte ich keine Schulterschmerzen, aber als ich vor drei, vier Jahren Überkopfkniebeugen trainiert hatte, habe ich in einer Trainingeinheit gemerkt, wie meine rechte Schulter geschmerzt hat, weil die Position nicht gut war. Seitdem merke ich, wie meine Schulter nicht komplett verheilt ist. Die Schmerzen halten sich in Grenzen, wenn ich nicht boxe. Beim Krafttraining habe ich nicht so viele Probleme, wobei ich auch hier keine schweren Schulterübungen mache.

Die Probleme kommen, meiner Meinung nach, durch das Boxen. Am Knie und an der Hüfte, durch die Rotationsbewegung nach innen. Das ist eine einseitige Belastung und hat durch die lange Zeit zu Dysbalancen geführt. An der Schulter, so denke ich, kommt es durch die verkrampfte Haltung der Deckung, die ich früher immer hatte.
Wenn ich heute boxe, merke ich halt, was für Fehler ich damals gemacht habe. Einer dieser Fehler, ist die ständig verkrampfte Haltung der Deckung.

Soweit so gut. Meine Frage ist: welche Übungen (Kraftübungen, Dehnung, Massage) kann ich machen, um diese Dysbalancen zu beheben?
Was ich mache ist, meine Schulter in allen drei Winkeln nach außen dehnen (Überkopf, Brust und Arme nach hinten, hinter dem Rücken mit einem Handtuch). Dazu trainiere ich mehr ziehende Übungen, anstatt viel Drückendes zu machen.
Wegen der Hüfte, vermute ich, müsste ich Rotationsbewegungen nach außen machen, um den Gegenspieler zu trainieren. Sowie Dehnungen der Muskeln, die für die Rotation nach innen zuständig sind.

Leider habe ich nicht zu viel Wissen über Physiologie, so das ich nicht viel mehr darüber weiß.
Vielleicht kann mir ja Jemand helfen.

Kommentare

  • Spezielle Dysbalancen hat man als Boxer eher nicht. In 99% der Fälle reicht es aus, wenn du ein ganz allgemeines Mobilitätsprogramm machst. Guck mal nach "Loaded Stretching" und "Shoulder" und "Shoulder Openers". Für die Hüfte gilt das Gleiche. Ich habe bisher noch keinen Fall erlebt, in denen man ein spezifisches Mobilitätsprogramm brauchte.

  • @Sascha danke. Ich habe schon früher über loaded stretching gelesen und auch teilweise praktiziert (pancake stretch, jefferson curls). Da ich momentan nicht zum Gym kann (Corona und Kind zu Hause), passt das eigentlich. Das kann man gut zu Hause machen.

    Zum Boxen: Ich vermute, dass die Dysbalancen auch eher wegen falschen ausfürhungen resultieren, nicht durch das Boxen allgemein. In den 10 Jahren wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass ich mein rechtes Knie zu sehr durchstrecke oder dass meine Schultern durchgängig zu sehr angespannt sind. Erst jetzt im nachhinein merke ich diese falschen Ausführungen, wenn ich wieder trainiere und die Muster sich zeigen. Das zeigt mir, dass es wirklich wichtig ist, dass der Trainer wirklich auf solche Sachen achtet. Vorallem, da ich einer war, der auch leistungsmäßig weit vorne war und aus mir noch viel mehr rausgeholt hätte werden können. Und in dem Alter habe ich auf solche Sachen sowieso nicht geachtet. Ich habe einfach instinktiv geboxt.

  • bearbeitet 14. Mai

    Ich möchte noch hinzufügen: ich möchte gerne wieder mit dem Boxen anfangen. Wenn nicht mit dem Boxen, dann mit einer anderen Kampfsportart, wo es um den Zweikampf geht. Ich möchte meine Durchsetzungsvermnögen kultivieren.
    Beim Boxen bekomme ich aber Schulterschmerzen, wenn ich mit ganzer Kraft oder schon mit mehr Kraft schlage.

    Ich weiß nicht, ob das bald sein wird, da die Schmerzen an der rechten Schulter schon 5 Jahren bestehen. Ich werde dranbleiben, bis ich eine Lösung finde.

    Nachtrag: Vielleicht ist auch das Wort Muskuläre Dysbalance falsch?!
    Oder vielleicht habe ich diese Gelenkverschiebungen/Gewohnheiten (falls man das so nennt) (also, dass meine rechte Schulter weniger beweglich ist und weiter vorne ist, als meine linke Schulter und dass meine rechte Hüfte mehr nach außen rotiert ist) auch vor dem Boxen schon gehabt bzw habe mir diese durch die Art und Weise, wie wir in der zivilisierten Welt leben, angeeignet (zumindest das mit der Schulter würde man dadurch erklären können). Ob man dadurch, also durch Lebensstile in der Moderne, sein Hüftgelenk aus der natürlichen Position verändern kann, weiß ich nicht.

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