[project log] 1 Woche Wasserfasten

bearbeitet 7. April in Ernährung und Fasten

Hallo zusammen,

letzten Mittwoch entschied ich mich dazu mit einem Freund eine Woche zu Fasten. Erlaubt während des Fastens sind nur Wasser und Kräuter-Tees (koffeinfrei).

Donnerstag, 02.04.2020 - 1. Entlastungstag:
Sinn der Enlastungstage ist es den Körper mit einer geringeren Kalorienzufuhr langsam zu fasten hinzuführen. Ich habe an beiden Tagen darauf geachtet weniger zu essen als sonst, aber keine Kalorien getrackt.

Ich frühstückte nicht, trank aber noch einen Kaffee. Mittags aß ich 4 Rühreier mit Salat und Sprossen. Abends aß ich Ofengemüse, Bohnen und Reis.

Freitag, 03.04.2020 - 2. Entlastungstag + Start des Fastens:
Kein Frühstück, kein Kaffee. Vormittags gab es eine kleine Schüssel Bulgur-Salat, Mittags gab es Ofengemüse und Reise (Reste vom Vorabend), Nachmittags snackte ich eine Banane mit Erdnussbutterfüllung. Meine letzte Mahlzeit vor dem Fasten waren zwei Teller Bärlauchsuppe mit etwas Wildkräuter-Reis (Naturreis in den kleingeschnittener Giersch und Brennessel eingerührt wurde).

Samstag, 04.04.2020 - 1. Fastentag:
Der erste Fastentag war für mich sehr einfach. Ich verspürte keinen Hunger und hatte viel Energie. Mein Tag bestand aus moderater körperlicher Aktivität (spazieren und Gartenarbeit), ich hatte aber viele Ruhephasen zwischendurch (Meditieren, Lesen im Garten).

Sonntag, 05.04.2020 - 2. Fastentag:
Am Sonntag stand ich relativ spät auf (08.45), obwohl ich Vortags um 23.00 schlafen gegangen bin. Ich fühlte mich trotzdem nicht übermäßig fit.
Für den Sonntag hatte ich eine Wanderung (13km) und leichte Gartenarbeit eingeplant. Die Wanderung startete um 10.45 verlief gut, ich fühlte mich allerdings ein wenig schwächer als sonst. Gerade die Anstiege fielen mir etwas schwerer als sonst. Gegen 14.30 kamen wir am Ziel an. Ich fühlte mich zwar gut, aber auch etwas platt.

Wieder zuhause angekommen, legte ich mich für ca. 1 Stunde auf den Rasen und döste. Danach arbeitete ich noch ca. 1 Stunde im Garten (Erdbeeren und Auberginen umtopfen, Knoblauch setzen). Im Anschluss döste ich wieder etwas in meinen Gartenstuhl in der Abendsonne.

Um 20.00 hatten meine Freundin und ich Skype mit Freunden geplant. Das verlief gut, allerdings merkte ich ab ca. 21.00, dass mir das zu anstrengend war (Bildschirmgeflacker und Konversation), ich bekam leichte Kopfschmerzen und ein Gefühl der Schwere. Ich verabschiedete mich vorzeitig und ging um 21.30 schlafen.

Kommentare

  • Danke für den Bericht. Bitte dabei bleiben, da ich morgen selbst mit 7 Tagen Wasserfasten (kein Tee, keinerlei Nahrung) anfangen möchte.

  • bearbeitet 7. April

    Montag, 06.04.2020 - 3. Fastentag:
    Mein Schlaf letzte Nach war ziemlich bescheiden. Ich musste oft pinkeln (4-5 Mal), mir war zuerst zu kalt, dann zu warm und ich hatte anstrengende Träume (ich war mit Freunden in Amsterdam und wir konnten partout unsere Zielstation nicht finden).

    Ich stand gegen 06.45 auf und kam schwer aus dem Bett. Ich meditierte kurz und machte einen Sonnengruß, bevor ich auf die Arbeit fuhr.

    Auf der Arbeit war ich den ganzen Tag ziemlich platt und konnte mich nicht fokussiert meinen Aufgaben widmen. Das würde ich aktuell aber nicht nur dem Fasten zuschreiben. Es gab bei mir auf der Arbeit in den letzten Monaten einige strukturelle Änderungen und aktuell habe ich keine wirklich klaren Aufgaben mit Zielvorgaben.

    Nach der Arbeit fuhr ich mit dem Fahrrad nach Hause (ca. 8 km, ohne viele Steigungen) und fand das auch ziemlich anstrengend. Zuhause nappte ich für eine halbe Stunde, danach nahm ich einen EL Kokosöl zu mir um wieder etwas zu kräften zu kommen. Mein Energielevel verbesserte sich merklich und ich ging noch ca. 35-40 Minuten locker spazieren.

    Um ca. 20.00 hatte ich noch ein Webinar bis ca. 21.30 und ich war zu meiner normalen Schlafenszeit 22.00 noch ziemlich wuselig und kaum müde, daher bin ich erst gegen 22.30 schlafen gegangen.

    Dienstag, 07.04.2020 - 4. Fastentag:
    Heute bis ca. 7.15 geschlafen. Die Nacht war relativ unruhig, obwohl ich nur 2x zum pinkeln aufgestanden bin. Aufstehen war heute ein kleiner Kampf, aber nach einer kalten Dusche fühlte ich mich wieder relativ vital. Ich trank zwei große Gläser Wasser und nahm einen EL Kokosöl zu mir, bevor ich auf die Arbeit fuhr.

    Um 09.30 bin ich relativ fit und kann mich gut auf die Arbeit fokussieren. Ich habe derzeit nur leicht kühle Finger.

  • Hm. Das Kokosöl gibt theoretisch Energie, ohne den Fastenstoffwechsel zu unterbrechen, oder?

    Wie sieht deine Konzentrationsfähigkeit nach der Arbeit aus?
    Wie verträglich bist du im sozialen Kontakt?

  • @Daniel hast du schon Erfahrungen mit Knochenbrühe gemacht bzw. diese im Fasten ausprobiert. Falls ja was sind deine Erfahrungen damit ?
    Knochenbrühe soll ja ein gesunder Energielieferant sein mit vielen guten Inhaltsstoffen. Habe im Alltag sehr gute Erfahrungen mit Knochenbrühe gemacht. Mich interessiert jetzt mal wie es sich beim fasten bemerkbar macht :smile:

  • @Johannes: Genau das ist der Hintergrund. Ich will etwas Energie ohne den Fettstoffwechsel zu behindern.
    Die Konzentration gestern (Tag 3) war miserabel. Ich bin von einem Thema zu nächsten gesprungen und habe mich den größten Teil des Arbeitstages nur abgelenkt.

    Heute (Tag 4) ist war meine Konzentration am Vormittag gut, am Nachmittag (aktuell) noch OK. Das liegt aber auch daran, dass ich von meiner Chefin in meinem Workflow mit einer Sonderaufgabe unterbrochen wurde.

    @TylerDurden Ja habe ich bei meiner letzten Fastenwoche, da habe ich ein Glas Knochenbrühe zusammen mit Kurkuma-Pulver getrunken. Das war natürlich geschmacklich das Highlight dieser Woche im Vergleich zu den Kräutertees. Gestern hätte ich es auch gemacht, aber ich habe aktuell keine Knochenbrühe, nur eingefrorene Knochen :wink:

    Seit heute habe ich auch keine Lust mehr auf Kräutertees und trinke nur noch Wasser (50:50 Sprudel oder St. Leonhards Quelle Stillwasser). Ob letzteres Wasser wirklich notwendig ist kann ich nicht beurteilen, das war ein Fastentipp den ich von Dr. Rüdiger Dahlke gelesen habe.

  • @Daniel schrieb:
    @Johannes: Genau das ist der Hintergrund. Ich will etwas Energie ohne den Fettstoffwechsel zu behindern.
    Die Konzentration gestern (Tag 3) war miserabel. Ich bin von einem Thema zu nächsten gesprungen und habe mich den größten Teil des Arbeitstages nur abgelenkt.

    Heute (Tag 4) ist war meine Konzentration am Vormittag gut, am Nachmittag (aktuell) noch OK. Das liegt aber auch daran, dass ich von meiner Chefin in meinem Workflow mit einer Sonderaufgabe unterbrochen wurde.

    @TylerDurden Ja habe ich bei meiner letzten Fastenwoche, da habe ich ein Glas Knochenbrühe zusammen mit Kurkuma-Pulver getrunken. Das war natürlich geschmacklich das Highlight dieser Woche im Vergleich zu den Kräutertees. Gestern hätte ich es auch gemacht, aber ich habe aktuell keine Knochenbrühe, nur eingefrorene Knochen :wink:

    Seit heute habe ich auch keine Lust mehr auf Kräutertees und trinke nur noch Wasser (50:50 Sprudel oder St. Leonhards Quelle Stillwasser). Ob letzteres Wasser wirklich notwendig ist kann ich nicht beurteilen, das war ein Fastentipp den ich von Dr. Rüdiger Dahlke gelesen habe.

    Hast du durch die Knochenbrühe einen ähnlichen Effekt wie beim Kokosöl verspürt?
    Ich habe mir tatsächlich vor ein paar Stunden Markknochen für neue Knochenbrühe geholt ^^

  • @TylerDurden das kann ich nicht mehr bewerten. Das war auch eine komplett andere Situation: Ich hatte Urlaub und es war so warm, dass ich im Dezember! relativ leicht bekleidet in der Sonne saß und meine Knochenbrühe mit Kurkuma schlürfte. Ich hatte bei der ersten Fastenwoche auch keinen Stress.

    Der vierte Tag geht dem Ende zu und mir geht es wirklich toll. Ich war eben noch 40 Minuten spazieren und habe danach im Garten und auf dem Feld noch frisch gesetzte Pflanzen gegossen. Ich lasse gleich den Tag entspannt ausklingen mit Lektüre von Ross Enamait "Never Gymless" und dem Mandalorian :smiley:

  • Der vierte Tag geht dem Ende zu und mir geht es wirklich toll.

    Bedeutet das, du hast nun den Berg überwunden, von dem alle fastenden sprechen, wonach man sich wieder gut und leistungsfähig fühlt?

  • Mittwoch, 08.04.2020 - 5. Fastentag:
    Der gestrige Fastentag lief sehr ruhig ab. Ich war im Home Office und hatte daher nur eine geringe Stressbelastung, was gut tat. Ich fühlte mich mental klar. Mein Energielevel war den Tag über gut, aber nicht für schwere Tätigkeiten geeignet. Ich musste z.B. eine relativ schwere Pumpe zur Bewässerung des Gartens aus der Schubkarre heben und das war ein Kraftakt, der normalerweise keiner ist.

    Meine körperliche Aktivität gestern war 1,25 Stunden spazieren, 40 Min. Radfahren und 40. Min Gartenarbeit. Das ging mir alles gut von der Hand.

    Generell merke ich im Vergleich zu meiner ersten Fastenwoche im Dezember (ich hatte eine Woche Urlaub), dass mir etwas die Ruhe fehlt. Das Fasten in den Alltag mit anderen Stressoren (Arbeit, Familie, Beziehungen, etc.) zu integrieren ist deutlich schwerer als die Zeit nur für mich zu nutzen und in meiner eigenen Geschwindigkeit zu leben.

    Ich habe kein Hungergefühl, habe aber vermehrt Lust etwas zu essen. Bei meiner letzten Fastenwoche hatte ich dazu mehr emotionale Distanz, ich habe in dieser Woche viel Essen zubereitet (getrocknete Apfelringe, Paleomüsli) und hatte kein Verlangen danach. Das würde aktuell anders aussehen.

    Geschlafen habe ich relativ schlecht, ich wachte 3-4 mal auf zum pinkeln und träumte vom Essen. In meinem Traum war ich einkaufen und kaufte eine riesige Tüte Backwaren ein. Gegessen habe ich aber im Traum nichts.

  • Donnerst, 10.04.2020 - 6. Fastentag:
    Der vorletzte Fastentag verlief unproblematisch und ereignislos. Ich hatte viel Energie und konnte gut meinen Bürojob arbeiten.
    Danach ging ich 1 Stunde spazieren und noch 30 Minuten in den Garten.

    Abends saß ich mit meiner Freundin (die auch seit 3,5 Tagen fastete) auf der Couch und sahen uns eine Sit-Com an. Gefühlt auf jedem Frame wurde dort gegessen und es wurde viel übers Essen gesprochen. Das empfang ich in dem Moment als sehr störend, da meine Freundin und ich dann auch anfingen uns übers Essen für das Fastenbrechen zu unterhalten. Wir bekamen Hunger, schalteten ab und gingen Schlafen

    Ich schlief unruhig und musste mehrfach pinkeln. Wichtiger Tipp: Abends nicht so viel, vor allem keinen Tee trinken!

    Freitag, 10.04.2020 - 7. und letzter Fastentag:
    Der letzte Tag war toll! Ich starte den Tag um 6.30 meditierte, trank einen schwarzen Kaffee mit je einem EL Kokosfett und Butter. Danach setze ich mich an den Laptop und machte Lebenswandel Inventur (gemäß Reflexion und Analyse). Meine Konzentration war super und ich schrieb ca. 2 Stunden. Dann ging ich eine Runde in der Morgensonne spazieren und schrieb danach weiter.

    Den Tag verbrachte ich mit lesen, 2 Telefonaten und ein paar Erledigungen. Ich war super fit und energetisch. Bislang der beste Fastentag.

    Gegen 13.00 begann ich die Kürbissuppe für das Fastenbrechen vorzubereiten. Dazu machte ich Mungobohnen und Naturreis mit Wildkräutern.

    Um 16.30 brach ich das Fasten. Die Suppe schmeckte herrlich und der Reis mit Bohnen war auch super. Ich genoss jeden Bissen. Danach fühlte ich mich allerdings voll und ruhte mich bei einem Espresso und einem Stück 95% Schokolade in der Sonne aus.

    Ich werde am Wochenende noch mal ein ausführlicheres Fazit schreiben, der kein reiner Erlebnisbericht ist. Bei Fragen gerne melden.

  • Kannst du im Fazit auf dein Gewicht und deine Optik eingehen? Was hat sich verändert?

    Wenn du mit dem Fazit noch etwas wartest würde mich außerdem interessieren, wie es mit längerfristigen Auswirkungen aussieht (alles was dir aufgefallen ist), wie es deine Kraftwerte beeinflusst hat und wie lange du gebraucht hast, das verlorene Gewicht wieder raufzubekommen (falls das ein Ziel von dir sein sollte).

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