Bücher und Tipps über Kindererziehung

Hallo liebes Forum,

ich folge Sascha schon eine Weile auf YouTube, aber bin erst aus aktuellem Anlass auf die Idee gekommen, mich im Forum zu registrieren.

Meine Freundin ist im 7. Monat schwanger und ich möchte natürlich meiner Rolle als Vater so gut es geht gerecht werden.
Es gibt sicher einige unter euch, die sich schon damit auseinandergesetzt haben oder selber Kinder großgezogen haben.
Bitte sendet mit Buchempfehlungen oder Tipps (auch wenn Tipps doch falsch klingt, wenn es um Kindererziehung geht).

Ich danke euch ;)

Kommentare

  • bearbeitet 8. Mai

    Disclaimer: Ich habe keine Kinder. Also kein Skin in the Game.

    Aber du kannst mal in Punished by Rewards von Alfie Kohn reinlesen. Was sie schreibt und denkt hat mir eine gänzliche neue Perspektive gegeben. (Vielleicht mag @Joseph_Bartz zu dem Buch aus der Sicht eines Vaters mehr sagen?)

    Diesen kurzen Artikel von Derek Sivers fand ich außerdem inspirierend. Ich habe mir infolge der Lektüre eine Liste mit Dingen gemacht, die ich meinem Kind gerne beibringen würde - und übe sie seitdem selbst.

  • bearbeitet 12. März

    Folgende Bücher sind bei mir hängen geblieben:
    1. Raising Men: Lessons Navy Seals Learned from Their Training and Taught to Their Sons von Eric Davis und Dina Santorelli
    2. Lob der Disziplin: Eine Streitschrift von Bernhard Bueb

    Dies Auswahl der Bücher kommt natürlich immer auf den Entwicklungstadiums des Kindes ab.
    Das 1. Buch ist von einem Mann für einen Sohn geschrieben. Vieles, nein das Meiste ist aber auch auf eine Tochter zu übertragen.
    Das 2. Buch ist tatsächlich eine Streitschrift und hat mir viele Denkansätze gegeben.

    Beide Bücher sind m .E. auch für Leute ohne Kinder sehr empfehlenswert.
    Wenn man seine Kinder erzieht, erzieht man sich immer auch selbst.

  • Vielen Dank an euch beide. Ich werde mir die vorgeschlagenen ''Materialien'' anschauen und dann kommentieren.

  • @Daily_Grind
    Habe beide Bücher nicht gelesen, aber das klingt eher nach Büchern für etwas ältere Kinder? Die Wörter "Navy Seals" und "Disziplin" scheinen mir für einen Säugling nicht aktuell.

    @Yasin
    Für die Säuglinge erstmal:
    "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" von Jean Liedloff (das ist erstmal das wichtigste Buch)
    "Kinder verstehen" Herbert Renz-Polster
    "Kinderkrankheiten" Herbert Renz-Polster und andere (das ist nicht über Pädagogik, aber erspart einem Arztbesuche)

    Für die nächste Phase:
    Alfie Kohn (das ist übrigens ein Mann, keine Frau @Johannes ;) ) - Punished by Rewards (und auch andere von Alfie Kohn)
    Das Werk von Thomas Gordon (z.B. "Gute Beziehungen")
    Das Werk von Marshal Rosenberg (z.B. "Gewaltfreie Kommunikation")
    Das Werk von Jesper Juul
    Das Werk von Gerald Hüther

    Ich habe schon mehrfach über Kindererziehung geschrieben/gesprochen.
    - Discussing children pedagogics with Simon Pouly
    - Let Children do
    https://josephbartz.de/instagram/post49_whitenoise.html - white noise
    https://josephbartz.de/instagram/post41_ephraim.html - Ephraim
    https://josephbartz.de/instagram/post25_parenting.html - Parenting

  • bearbeitet 18. März

    Guter Hinweis, danke. Für die ganz Kleinen sind die Bücher weniger geeignet.

    Das Buch mit "Navy Seals" im Untertitel, abstrahiert natürlich sehr stark.
    Es wird z. B. nicht vermittelt wie man Baby-Maschinengewehre reinigt, sondern dass es wichtig ist sorgsam und wertschätzend mit Spielzeug umzugehen. :)
    Aber dennoch hast du Recht. Nichts mit dem Fokus "Säuglinge".

    Auch "Lob zur Disziplin" klingt sehr hart im Kontext der Kindererziehung.
    Aber auch hier wird u. A. vermittelt wie wichtig z. B. Spielen ist und warum es wichtig ist, um ein vollentwickelter Mensch werden zu können. Auch Themen wie Ordnung werden behandelt. Ein Säugling spürt m. E. sehr gut (zumindest indirekt), ob die äußere und innere Welt seines Umfeldes ein gelungene Symbiose aus Ordnung und Chaos ist.
    Aber hier möchte ich dank Josephs Hinweis erwähnen: auch dieses Buch richtet sich eher an die Erziehung älterer Kinder.
    Aber Themen wie z. B. "Grenzen kennen lernen" beginnt schon sehr früh. Deshalb sollte man sich rechtzeitig darauf einstellen und damit auseinander setzen, welche Werte man vertreten möchte.

    Um es kurz zu sagen: meine Empfehlung richtet an die Zielgruppe "Kindererziehung allgemein".
    Für die Anfangszeit eher weniger.

    Besten Dank auch für deine Tipps!

  • Danke @Joseph_Bartz ich habe deine beiden Videos angeschaut und habe mir reichlich Notizen gemacht. Die Ratschläge sind sehr gut.
    Ich habe mir das Buch von Jean Liedloff erst mal bestellt. Die anderen Sachen kommen dann wenn die Zeit gekommen ist :)

  • bearbeitet 18. April

    Ich lese gerade das Buch von Jean Liedloff und es macht mich wirklich traurig und sauer zu lesen, wie wir in der Zivilisation, schon in jungen Jahren von uns selber entfremdet werden. Das Buch beschreibt sehr gut, und lässt mich verstehen, was mit mir nicht stimmte. Dieses Gefühl von ''ich fühle mich nicht komplett'' oder ''ich fühle mich leer'' stammt genau davon, dass wir die Verbindung zu uns selber, schon als Säuglinge, verlieren.
    Ich war ja früher schon der Auffassung, dass die Modernität ein Krebsgeschwür ist. Jetzt sehe ich das noch deutlicher! Diese Entfremdung ist das, was uns dazu bringt, überall in der Welt, in all unseren Aktivitäten, nach dem Gefühl der Verbindung zu suchen. Die Ahnung, das etwas fehlt, ist immer da. Aber wir suchen immer im Außen und nicht im Inneren. All die Tyrannen der Geschichte waren zu dem was sie taten in der Lage, weil sie genau dieses Gefühl gesucht haben. All die Eroberungen. All die Kriege.
    Meine Frau ist schwanger. Mein Sohn wird bald geboren und ich hoffe, dass ich das beste tun kann, um ihn nicht dieser Qual auszusetzen.

  • Ich korrigiere meine gestrige Nachricht. Es scheint mir, dass die Entfremdung dadurch zu Stande kam, dass wir Menschen, aus unterschiedlichen Herkünften, den rationalen Verstand benötigten, um das Zusammenleben zu ermöglichen, ohne dabei unseren Instinkten zu verfallen. Deswegen haben wir solche Abmachungen wie Sprache, Maße, Regeln, Normen und alles was mit dem Trennen und Definieren zu tun hat, entwickelt. Aber, wir müssen als Menschheit wieder zurück zu unserer wahren ''Heimat''. Wir müssen zurück zu uns selber. Der rationale Verstand muss erkennen, dass er das Leben nicht einfangen und kontrollieren kann. Dadurch wird er wieder an seinen Platz verwiesen, an den er gehört. So können wir als Menschen in der Unordnung leben, das unser Selbst ist und zeitgleich den Vorteil der Ordnung genießen.

  • Dieses Video hat mich sowas von beeindruckt, dass ich es nur empfehlen kann. Es geht nicht nur um die Erziehung der Kindern, sondern auch darum ein Mann zu sein, die damit verbundene Verantwortung zu besitzen und die Dinge selber in die Hand zu nehmen.. und genau dies auch seinen Kindern vorzuleben, damit diese es für ihr eigenes Leben übernehmen.

    Es lohnt sich!

  • @MaxMustermann das Video hatte ich mir vorgemerkt und wollte es in den nächsten Tagen anschauen :D
    Danke aber noch mal für die Erinnerung. Ich schaue es mit demnächst an.

  • @MaxMustermann Haha. Klingt wie mein Opa oder mein Vater. :smile:

  • bearbeitet 14. Mai

    @MaxMustermann @Sascha Ich habe es mir gerade angehört. Das ist die Weisheit der Männer, aus den härteren Gegenden der Welt. Ich denke, mein Vater wäre mit ihm größtenteils einverstanden. In den Gegenden, wo meine Eltern herkommen, damals mehr, regiert auch ''the law of the jungle''. Wenn man in der Moderne auswächst, kann man sich da schwer reinversetzen.

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