Problematische christliche Grundannahmen

Aus: https://forum.me-improved.de/discussion/comment/1252/#Comment_1252

@Johannes schrieb:
Viele christliche Grundannahmen finde ich auch einfach extrem kacke.

Welche?

Kommentare

  • WEis nicht ob das zum Thema passt aber fällt mir gerade so ein, Ich war längere Zeit in Afrika, und die christlichen Grundannahmen dort stehen sehr im Vordergrund, und dass ist tatsächlich aus meiner Sicht sehr gefährlich. (aus mehreren Gründen) zB da man die Verantwortung abgibt und andere Grundlegende Vorstellungen
    Das Himmel und Hölle irgendwo außerhalb existieren, wobei wir das selbst erschaffen ( hier auf der Erde) usw
    Das die Bibel / Kirche Menschen Angst macht...und dass ist dort wirklich der Fall.
    Generell sollte man die Geschichten in der Bibel nicht wörtlich nehmen, sondern die eigentlichen Geschichten verstehen , die Bibel ist auch viel auf Astrologie basiert zb Sonne tiefster Stand 22 23 24 und dann 25 beginnt das neue Solar Jahr, (3 Könige/Sternconstellation im Himmel zeigen auf einen hellen Stern Sirius welcher auf den Stall , geburt Jesu deutet, welcher zwischen Sagittaris/Schütze und Capricorn/Steinbock) / Schafen und Pferden geboren ist. ...viele Retter schon in acient egypt sind am 25 geboren, und das NT : Jesus live dublicates the movment from the sun... throug the zodiac ,one solar year. Und solange man nicht genauer nachforscht und alles literal nimmt wirds auch in Afrika nicht besser, das ist wirklich ein großes Problem.

  • Heinrich Heine beschrieb folgende Szene: Die Götter feiern im Olymp ein rauschendes Fest. Das sind athletische Personen, die vor Energie und Wille strotzen. Sie feiern das Leben. Auf einmal kommt Jesus in den Saal. Er wirft sein Kreuz auf den Tisch. "Nun gabs eine traurige Zeit, und die Welt wurde grau und dunkel. Es gab keine glücklichen Götter mehr, der Olymp wurde ein Lazareth, wo geschundene, gebratene und gespießte Götter langweilig umherschlichen. Die Religion gewährte keine Freude mehr, sondern Trost; es war eine trübselige, blutrünstige Delinquentenreligion."

    Mangel statt Fülle. Scarcity statt Abundance. Halte dich klein - und Gottes Liebe wird mit dir sein. Armut und Mitleid werden zu Tugenden. Mitleid produziert Leid, trotzdem wird es im Christentum glorifiziert.

    Als Imperativ steht die Nützlichkeit für Gott statt ein selbstverantwortliches und selbstbestimmtes Leben. Es ist eine Sache, etwas höheres und mächtigeres als sich selbst anzuerkennen oder zu akzeptieren, dass man nicht die Kontrolle hat. Aber das Bild eines Gottes als Schäfer ist doch sehr auf die Abgabe von Verantwortung angelegt. Handeln aus Gefälligkeit und Angst statt aus überschäumender Tatkraft. Es geht um Dienen, nicht um Schaffen. Es geht - grob gesagt - um Arschkriechen. Es herrscht der Moralismus statt der Freiheit.

    Das Wort, und abseits davon existiert keine Spiritualität. Das trifft auf den Protestantismus mehr zu als auf den Katholizismus. Dort werden immerhin Marienerscheinungen kartografiert. Ich verstehe (dank Peterson) die Macht und die Rolle des Wortes und der Wahrheit. Trotzdem negiert eine Reduktion der Spiritualität auf das Wort nichtsprachliche Anteile der Seele, die im Christentum verleugnet und unterdrückt werden.

    Bedingungslose Liebe. Gottes und damit Jesu Liebe sind bedingungslos und allumfassend. Liebe ist aber (meist) nicht bedingungslos und nie allumfassend. Das trotzdem zu glauben scheint mir nicht als akurate Karte, um in der Realität zu navigieren.

    Du bist schuldig, also sühne. Die Erbschuld mag ich gar nicht. Man ist sozusagen per se ein sündiges Stück Fleisch. Während der Katholizsimus die Möglichkeit der Sünde wenigstens zulässt, hat man im Protestanismus im Diesseits gar keine Chance. Doch! Arbeite! Die protestantische Arbeitsmoral sehe ich deshalb gespalten. Wird sie aus Schuld und nicht aus Fleiß motiviert, ist sie eine Sklavenmoral. Was zur Hölle soll diese Erbschuld sein? Warum schämten sich Adam und Eva so sehr? Weil wir Menschen die Kapazität für das Böse haben?

    Das Böse wird ausgelagert. Zum Teufel. Gott ist nur gut, ist nur Liebe. Das Böse wird weggedrückt, verleugnet, zur Sünde gemacht. Verdränge mal die Hälfte deines Seins. Deswegen durften die Jungen auch nicht wixxen. Gott wixxt nicht; Gott ist ganz reinlich. Das ist nur ein halber Gott. Da fehlt die Hälfte der Realität!

  • bearbeitet 4. Februar

    Das ist zu unklar. Mach doch einfach mal eine Liste: Die Grundannahme des Christentums und auch deine Gründe, weshalb du dies als Grundannahme bezeichnest. Bisher schreibst du nur von Klischees, die du nicht weiter belegst.

    Dass das Böse ausgelagert wird, ist beispielsweise falsch. Vgl. Todsünde:

    1855 Die Todsünde zerstört die Liebe im Herzen des Menschen durch einen schweren Verstoß gegen das Gesetz Gottes. In ihr wendet sich der Mensch von Gott, seinem letzten Ziel und seiner Seligkeit, ab und zieht ihm ein minderes Gut vor.1

    Es ist der Mensch, der sündigt.


    1. Katholische Kirche (2015): Katechismus der Katholischen Kirche: Neuübersetzung Aufgrund der Editio Typica Latina, Nördlingen: St. Benno, De Gruyter, Paulus. ↩︎

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